Einträge mit dem Tag ‘Süd-Korea’


Film, Fernsehen, feministische Forschung – kurz verlinkt

25. Januar 2012 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 136 von 243 der Serie Kurz notiert

In Computerspielen ist der Standardcharakter meist … standard. Weiß, männlich, durchtrainiert. Aber genau wie Gamerinnen die Nase voll haben von leicht bekleideten Busenwundern, sind auch Computerspieler langsam angenervt vom 08/15-Helden. The Mary Sue über Vorlieben bei der Wahl von Spielcharakteren.

Nach Korruptions- und Manipulationsskandalen ist die südkoreanische Parteienlandschaft in Bewegung geraten, berichtet Bikya Masr. Gleich drei Parteien werden nun von Frauen geführt, die zusammen 262 der 299 Sitze der Nationalversammlung kontrollieren. Trotz enormer Fortschritte in den letzten Jahren ist der Anteil von Politikerinnen in Süd-Korea noch relativ niedrig.

Zehn Autoren, die mal so richtig gegen das Literaturestablishment rebelliert hätten, stellte neulich Flavorwire vor. Ob man wen vergessen habe, fragte man immerhin auch. Hatte man: Keine einzige Autorin erschien in der Liste! Aufgrund der Kritik zog die Seite dann nach und stellte zehn „Bad Girls“ der Literaturgeschichte vor.

Nichts wirklich Neues bei Disney: Jungs sind clever, Mädchen werden nach ihrem Aussehen beurteilt, zumindest wenn es nach einer neuen T-Shirt-Kollektion geht. Goofy, Micky und Donald werden nach ihrem Charakter dargestellt, Minnie ist einfach nur “hot”, so Shine.

Sexuelle Belästigung ist, trotz Gesetzen, in Indien weiter ein großes Problem. Care2 berichtet von einem Vater, dessen Sohn erstochen wurde, als er Frauen schützen wollte. Er appelliert an die Regierung, endlich entschlossen gegen Belästigung vorzugehen.

Wahrscheinlich klettern die meisten von uns nicht unbedingt voller Vorfreude auf den gynäkologischen Stuhl. Aber für Frauen, die eine Vergewaltigung erlebt haben, sind diese Untersuchungen nicht selten einfach nur der blanke Horror. Bei Jezebel gibt es  einen Erfahrungsbericht über die  nötigen Vorbereitungen, damit die Untersuchung dennoch so erträglich wie möglich verläuft.

Der Jahresreader 2011 vom Feministischen Institut in Hamburg ist da.

Warum der Gebrauch des vermeintlich cool-subversiven Begriffs “tranny” problematisch ist, ist nachzulesen bei funkyfest.

Sex and the City-Star Cynthia Nixon hat für Kontroversen gesorgt, als sie in einem Interview verkündete, ihre eigene Homosexualität sei frei gewählt.

Die Historikerin Yasemin Shooman hat für die Deutsche Islamkonferenz die Stereotypisierung muslimischer Frauen in öffentlichen Diskursen untersucht.

2012 geht der Marburger Kamerapreis an die Französin Agnès Godard. Godard wurde für ihre exzellente Arbeit in den vergangenen 20 Jahren sowie für ihren Einfluss und ihren Beitrag zum europäischen Kino ausgewählt. Am 2. März wird der Preis im Rahmen der 14. Marburger Kameragespräche verliehen. Die Vorreihe zu den Kameragesprächen beginnt am 8. Februar mit der Vorführung von Zusammen ist man weniger allein (Ensemble, c’est tout) im Marburger Filmkunsttheater.

Allerhand wissenswertes über die explizit antifeministische,  gerne mal am äußeren rechten Rand entlanglavierende Männerrechtsbewegung und ihre Aktivitäten hat das Gunda Werner Institut der Heinrich Böll Stiftung in einer umfangreichen Studie  zusammen getragen. Die komplette Publikation ist als pdf gratis herunterzuladen. Auch der österreichische derstandard berichtet und zitiert einen beteiligten Wissenschaftler: “Es geht den Akteuren – und das sind nicht nur Männer – um die Stärkung oder zumindest den Erhalt männlicher Vorrechte und das Zurückdrängen feministischer Argumentationen bzw. Institutionen. Dies gipfelt teilweise in Vernichtungsphantasien gegen den Feminismus und auch gegen einzelne feministische Personen.”

Und noch ein paar Termine: (mehr …)


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Das Schweigen gebrochen – die Geschichte der „Trostfrauen“

8. Dezember 2011 von Helga

Seit dem 5. Dezember finden weltweit Veranstaltungen statt, die auf die Schicksale der ehemaligen süd-koreanischen „Trostfrauen“ hinweisen. Auch in Deutschland gibt es in 14 verschiedenen Städten Filme, Podiumsdiskussionen und Demonstra­tionen. Dazu die Organisatorinnen der AG „Trostfrauen“:

Was ist der Hintergrund der Aktionswoche und der „Trostfrauen“?

Das japanische Militär verschleppte während des Asien-Pazifik-Krieges (1937-1945) über 200.000 Mädchen und Frauen aus ca. 13 Ländern aus ihrer Heimat an die Kriegsfronten und zwang sie zur Prostitution in den eigenen Militärbordellen. Man bezeichnete sie als Trostfrauen, das heißt die Frauen sollten den Soldaten „Trost spenden“. Das Ganze wurde systematisch vom Staat organisiert, um angeblich die Massenvergewaltigungen durch Soldaten vor Ort zu verhindern, die Soldaten vor Geschlechtskrankheiten zu schützen und um ihre Kampfeslust zu steigern.

Die betroffenen Frauen schwiegen fast 50 Jahre lang über ihre traumatischen Erfahrungen. Erst als die ehemalige „Trostfrau“ Kim Hak-Soon im Jahr 1991 vor die Kameras trat und ihre Geschichte öffentlich machte und andere Frauen dazu aufrief, das Gleiche zu tun, meldeten sich über 700 Frauen aus dem gesamten Asien-Pazifik-Raum und ließen ihre Geschichte als Zeitzeuginnen registrieren. Zunächst stritt die japanische Regierung alles ab und behauptete, die im Krieg verschleppten Mädchen und jungen unverheirateten Frauen seien „freiwillig“ in die Militärbordelle gegangen. Inzwischen kann diese historische Tatsache nicht mehr geleugnet werden. Dennoch behaupten manche Politiker, dass es private Agenturen waren, welche Frauen rekrutierten.

Seit 20 Jahren kämpfen die ehemaligen sogenannten „Trostfrauen“ nun für eine Entschuldigung und eine Wiedergutmachung durch die japanische Regierung. Das Verhalten der japanischen Regierung führte auch dazu, dass große internationale Organisationen wie die UN-Menschenrechtskommission, Amnesty International sowie ILO sie zur Stellungnahme aufforderten. Seit 2007 verfassten verschiedene Länder u.a. auch die USA, Niederlande, das EU-Parlament usw. Resolutionen an Japan, das „Trostfrauen“-Problem zu lösen.

Gibt es einen konkreten Anlass für die Aktionswoche?

Die ehemaligen „Trostfrauen“ demonstrieren mit ihren Unterstützer/innen seit Anfang 1992 jeden Mittwoch vor der japanischen Botschaft in Seoul. Bisher ist niemand aus der japanischen Botschaft zu einem Gespräch auf die Demonstrantinnen zugekommen. Am 14. Dezember 2011 findet die Mittwochsdemonstration zum 1000. Mal statt. Daran wollen wir in Deutschland erinnern, damit das Problem der ehemaligen „Trostfrauen“ nicht in Vergessenheit gerät. Wir wollen das Thema einer breiteren Öffentlichkeit in Deutschland bekannt machen. Der Anlass für die Aktionswoche ist vor allem, dass sich die Haltung der japanischen Regierung immer noch nicht geändert hat. Es ist eine Chance, auf dieses ungelöste Problem noch einmal aufmerksam zu machen, bevor die alten Frauen sterben. Die beeindruckende Zahl (1000) der Mittwochsdemonstrationen zeigt, dass die alten Frauen nicht bereit sind, aufzugeben. (mehr …)


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Feministisches verlinkt

17. Juni 2010 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 84 von 243 der Serie Kurz notiert

Zwischen großen Brüsten und sexuellen Nöten, gibt es – Gott sei Dank – noch Angela Davis und anderes – die Links der Woche:

Chris Brown, Rapper und prügelnder Exfreund von Rihanna darf nicht in Großbritannien einreisen

Männlich, heterosexuell und Feminist?! Wie es dieser anbetungswürdigen Spezies gelingen kann, ihr sexuelles Begehren Frauen gegenüber zu zeigen, ohne in feministische Fettnäpfchen zu treten, der Frage geht finally feminism nach.

Angela Davis via wikipedia

Am kommenden Wochenende findet das Fest der Linken statt. Mit dabei: Gregor Gysi im Gespräch mit der US-amerikanischen feministischen und anti-rassistischen Aktivistin und Autorin Angela Davis.

Standard.at berichtet über eine Brasilianerin, die ihr Kind austragen muss, obwohl dem Fötus ein fehlendes Gehirn diagnostiziert worden war. Für die Schwangere bestände keine unmittelbare Lebensgefahr, erklärte der Richter.

Hormone sind nicht genug – in Frankreich müssen Transfrauen sich die Brust chirurgisch vergrößern lassen, um zu beweisen, dass sie es ernst meinen. Die Betroffene Delphine Ravisé-Giard fragt sich nun in den Pink News, ab welcher Körbchengröße frau nun eine Frau ist und wer das eigentlich bestimmen darf.

Den Konflikt zwischen „sexuellen Nöten” der Wehrmachtssoldaten und der Sorge um die „rassische Volksgesundheit” beleuchtet die Dissertation von Regina Mühlhäuser. Eine Rezension von „Eroberungen. Sexuelle Gewalttaten und intime Beziehungen deutscher Soldaten in der Sowjetunion.” gibt es in der Frankfurter Rundschau.

feministing fragt, was ist der Unterschied zwischen Lesbisch und Queer?

Nicht wirklich überraschend: Soziale Berufe wie Kindergärtner oder Grundschullehrer gelten immer noch als unmännlich, berichtet n-tv.

Südkoreas neueste Waffe der psychologischen Kriegsführung: gecastete Girl Bands. The Chosun Ilbo berichtet, dass die freizügigen Outfits die nordkoreanischen Soldaten verwirren sollen.


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Vom Leben in der Ferne

27. Mai 2010 von Helga
Dieser Text ist Teil 38 von 115 der Serie WWW Girls

In jeder Folge der WWW Girls stellen wir euch eine Bloggerin und ihr Weblog vor. Heute:

BITTEGITTE.blogspot.com

Wie heißt du?
Gitte.

Seit wann bloggst du?
Meinen ersten Blog habe ich 2003 eingerichtet. Damals hatte ich genau einen Leser. Wir haben uns gegenseitig kommentiert. Das wurde schnell langweilig. Deswegen habe ich bald alle Einträge und den ganzen Blog gelöscht. Ich fand das alles zu selbstbezogen und ins Leere geschrieben. Alle anderen meiner Bekannten waren (und sind es meist bis heute) nicht so affin mit dem frühen Web 2.0. Als ich dann im Februar 2005 nach Seoul ging, wusste ich sofort, dass ein Blog mein Medium wäre, um das, was ich erlebe, aufzuschreiben. Seitdem gibt es “Seoulmate”.

Drei Bloggerinnen mit weißen Laptops auf denen der Venusspiegel prangt, darum der Slogan - Feminists of the WWW: unite

(c) Frl. Zucker, fraeuleinzucker.blogspot.com

Warum hast du damit angefangen?
Um meine Erlebnisse im fremden Land zu verarbeiten. Um zu schreiben, denn das macht mir Spaß, und um meiner Familie und meinen Freunden und allen anderen Interessierten vom Leben in der Ferne zu berichten.

Worüber schreibst du?
Über das (mein) Leben in Korea. Nicht tagebuchmäßig, à la “Heute war ich dort und dort”, sondern ein bißchen mehr analytisch. Ich versuche, das Leben, die Menschen, das Land, die Kultur zu beobachten und zu verstehen. Obwohl ich keine Sozial- oder Kulturwissenschaftlerin in, habe ich manchmal das Gefühl, der Blog geht in die Richtung. Es ist gar nicht so einfach, über eine fremde Kultur zu schreiben: Ich möchte, dass meine Texte interessant sind, aber ich will auf keinen Fall orientalisieren und exotisieren. Ich berichte auch von meinen Reisen im Land und in der weiteren Region, also Japan, Singapur, Taiwan, China, Malaysien, das ist dann etwas dokumentarischer. Wichtig ist der Blog auch, weil ich hier meine Fotos hochladen kann.
(mehr …)


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