Einträge mit dem Tag ‘Studien’
14. Februar 2013 von Nadine
Wissenschaftler_innen der Uni Bielefeld haben sich in die “Sexismus-Debatte”, die durch #aufschrei massenmedienwirksam initiiert wurde, eingeschaltet und stellen fest, dass bisher kaum Fakten aus Studien in den massenmedialen Diskurs einfließen. Das verwundert nicht, wird doch, wenn Machtverhältnisse und Diskriminierungen thematisiert werden, immer wieder versucht “das Problem” kleinzureden und als Einzelfall abzutun. Nicht als systematisch und einer Gesellschaft inhärent zu behandeln. Sexismus (und andere Machtverhältnisse) zu kritisieren, ist schwer, da Machtverhältnisse in ihren Artikulations- und Realisierungsformen darauf ausgerichtet sind, möglichst “unsichtbar” zu bleiben. Sie sind normalisiert. Auch Erkenntnisse, die in der Akademie generiert werden, um Machtverhältnisse zu kritisieren, sind darauf angewiesen breit rezipiert und anerkannt zu werden. Nicht nur das. Neben der Anerkennung benötigt es Schlussfolgerungen und Forderungen, die in der politischen Praxis dazu führen, Machtverhältnisse nicht nur zu thematisieren, sondern auch auf Veränderungen hinzuwirken und Interventionen zu ermöglichen.
So lesen sich die zitierten Fakten aus der Uni Bielefeld für viele Queer_Feminist_innen, die seit Jahren Sexismus kritisieren, erstmal nicht weiter überraschend:
Tatsächlich sind Frauen weit häufiger das Ziel sexueller Belästigung: Etwa 30 bis 50% der berufstätigen Frauen und demgegenüber etwa 10% der berufstätigen Männer sind von sexueller Belästigung betroffen (European Commission, 1998). Ergebnisse aus einer repräsentativen Umfrage in der Deutsch- und Westschweiz (Strub & Schär Moser, 2008) zeigen, dass sich diese Zahlen in den letzten 10 Jahren kaum verändert haben: 28% der befragten Frauen und 10% der Männer erlebten in ihrem bisherigen Arbeitsleben sexuelle Belästigung. Dabei zeigte sich auch, dass für Frauen drei Viertel der belästigenden Situationen von Männern ausgehen, meist von einzelnen Männern, auch von Gruppen von Männern oder gemischten Gruppen (Männer und Frauen), selten jedoch von Frauen allein. Für Männer geht ungefähr die Hälfte der sexuell belästigenden Situationen ebenfalls von Männern aus (einzeln oder in Gruppen), nur ein Viertel von Frauen und ein Viertel von gemischten Gruppen. Konstellationen, in denen Männer Opfer und Frauen Täterinnen sind, sind damit natürlich ernst zu nehmen, aber vergleichsweise selten. In den weitaus häufigsten Fällen sexueller Belästigung sind die Opfer Frauen und die Täter Männer.
[...]
Sexuelle Belästigung kann (…) auch nicht darauf zurückgeführt werden, dass Frauen überempfindlich seien und Männer eigentlich in guter Absicht handelten. Vielmehr stimmen Männer und Frauen weitestgehend überein, wenn es um die (Un-)Angemessenheit bestimmter Verhaltensweisen geht. Männer, die sich trotzdem unangemessen verhalten, tun dies aus Rücksichtslosigkeit oder Feindseligkeit – in jedem Fall aber tun sie es in aller Regel wissentlich.
Trotzdem warten die Wissenschaftler_innen im Kontext der aktuellen Diskussion mit Gegenargumenten auf, die Betroffene unterstützen und sensibilisieren können, bestimmte Derailing-Strategien, Mythen und Täter-Opfer-Umkehrungen zu erkennen und diesen (zumindest verbal) entgegen zu treten. Journalist_innen sollten sich solche Zwischenrufe aus der Wissenschaft ausdrucken und ihren Ordner “Kritische Berichterstattung” heften, soweit vorhanden (lesen und einprägen nicht vergessen!). Vielleicht ergeben sich daraus auch ein paar Expert_inneninterviews und Gegenartikel, die nicht immer wieder Diskriminierungen reproduzieren und den Status Quo rechtfertigen.
Kritisiert wurde an dieser Form der Studien, wie sie die Uni Bielefeld zum Teil zitiert, dass von Sexismus betroffene Menschen (in diesem Fall Frauen) in Versuchen Diskriminierungen ausgesetzt wurden, um Erkenntnisse zu generieren. Es ist überhaupt traurig und macht wütend, dass Betroffene Erlebnisse aus dem eigenen Alltag erneut durchleben müssen, damit der merkbefreiten Mehrheit, die Sexismus verharmlost oder leugnet, überhaupt etwas an Wissen präsentiert werden kann, das sie (wenn überhaupt) anerkennen. Die vergangenen Jahrhunderte Feminismus reichen dazu wohl leider nicht.
Wer sich weiter mit Studien zum sexistischen Normalzustand informieren möchte, dem_der sei der ausführliche Artikel von Helga bei Femgeeks empfohlen oder die umfangreiche Studie zu Gewalt- und (Mehrfach)diskriminierungserfahrungen von lesbischen, bisexuellen Frauen und Trans* in Deutschland, die LesMigraS durchgeführt hat.
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Wissenschaftler_innen der Uni Bielefeld haben sich in die “Sexismus-Debatte”, die durch #aufschrei massenmedienwirksam initiiert wurde, eingeschaltet und stellen fest, dass bisher kaum Fakten aus Studien in den massenmedialen Diskurs einfließen....
Tags: #aufschrei, Femgeeks, LesMigraS, Sexismus, Sexismus-Debatte, Sexistische Kackscheiße, Studien, Uni Bielefeld
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6. Dezember 2012 von der Mädchenmannschaft
Das Missy Magazine hat letztens ein fulminantes Fest gefeiert. Die Musik dazu kam von Jolly Goods und Peaches. Hier ein paar Impressionen.
Ebenfalls zum Gucken und Hören: Im Film Familie trans*formieren erzählen mehrere Trans*leute davon, wie sie Elternschaft (er)leben.
Viel zu lesen haben wir mal wieder in der österreichischen diestandard gefunden:
So betrachtet sie den medialen Umgang mit den Musikstars Rihanna und Chris Brown und sieht Rihanna in der Kritik wegen ihrer Weigerung, das “perfekte Opfer” zu geben (Hinweis: Beschreibung körperlicher Gewalt).
Welche_r noch auf der Suche nach Weihnachtsgeschenken ist, wird von diestandard mit Buchtipps versorgt.
Einer Studie nach sind in Deutschland Frauen vom Pflegerisiko und der damit zusammenhängenden Altersarmut deutlich stärker betroffen als Männer.
“Die Kriminalisierung von Aufenthaltsehen ist für die Fremdenpolizei ein mächtiges Mittel, um binationale Ehen und deren Lebensumfeld zu kontrollieren”, sagt die Politkwissenschaftlerin Irene Messinger.
Die Einführung der “anonymen Entbindung” in Österreich war offenbar eine sinnvolle Maßnahme: Kindestötungen in Österreich nach der Geburt im letzten Jahrzehnt um die Hälfte gesunken, Babyklappen werden viel seltener in Anspruch genommen.
Mehr aus Österreich: Mitte Oktober wurde im brut Wien das Stück „Assassinate Assange“ aufgeführt, das Julian Assange als Opfer einer Verschwörung darstellt. Agate S. kommt in der Malmoe zu einem klaren Urteil: “Die Aufregung um Angela Richters Assange-Stück förderte abermals die üblichen Abwehrmechanismen und Verharmlosungsstrategien [bezüglich sexualisierter Gewalt] zu Tage und soll hier als Beispiel für die Widerwärtigkeit des gesamtgesellschaftlichen Verharmlosungsdiskurses dienen.”
Spektakuläre Aktion *gegen* rape culture: Facebook-User_innen kaperten die Social Media-Auftritte der bekannten Unterwäschefirma Victoria’s Secret, um für das Konsenskonzept zu werben und damit Vergewaltigungen entgegen zu treten. Quintessenz der Aktion: “While we can’t expect a message that is empowering for women to come from a brand like Victoria’s Secret, we can make it come from their hashtag. This campaign has only begun.”
Jutta Hartmann erklärt am Beispiel Schule, wie Heteronormativität wirkt_hergestellt wird.
Stellenausschreibung: Das FrauenComputerZentrumBerlin e.V. (FCZB) sucht eine Systemadminstratorin!
Termine:
Am kommenden Samstag in Berlin: Lookism & fat Empowerment Tagesworkshop (flt* only). Los geht es um 12 Uhr im Projektraum H48, Hermannstr.48 Berlin Neukölln, 2.Hinterhof 2.Stock (barrierefrei). Anmelden könnt ihr euch unter sabberglibberflutsch@googlemail.com. Hier der Link zum Facebook-Event.
Damit es nicht still wird um die inhaftierten russischen Aktivistinnen: Am 12.12. soll eine weltweite Lesung für Pussy Riot stattfinden.
Buchpremiere von “Frauenkörper neu gesehen” am 14.12. um 19.30 Uhr in der Urania, Berlin: Laura Méritt und Autorinnen reden und diskutieren über Weiblichkeit, Geschlechtervielfalt, Körpernormierungen und mehr.
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Tags: Altersarmut, anonyme Geburt, Armut, Berlin, Bücher, Buchtipps, Chris Brown, Elternschaft, Empowerment, Familie, Fat Acceptance, Film, Gewalt gegen Frauen, Heteronormativität, Jolly Goods, Julian Assange, Kinderbücher, Konsens, Körpergewicht, Körpernormierungen, Laura Mérrit, Lesung, Missy Magazin, Musik, Musikbiz, Musikerinnen, Mütter, Peaches, Pflege, Popkultur, Pussy Riot, rape culture, Rassismus, Rihanna, Schule, sexualisierte Gewalt, Social Media, Stellenanzeigen, Studien, Theater, Trans, Transgender, Transsexualität, Victoria's Secret
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20. September 2012 von der Mädchenmannschaft
Wir können bei unserem 5. Jubiläum am kommenden Samstag eine Kinderbetreuung von 13 bis 19 Uhr anbieten und suchen noch nach Freiwilligen, die bei der Schicht 17-19 Uhr aushelfen möchten – meldet euch einfach unter veranstaltung[at]maedchenmannschaft.net. Falls ihr Kinderbetreuung benötigt, meldet euch am Tag der Party einfach am Mädchenmannschaft-Infostand, dort bekommt ihr alle Infos! Ihr könnt uns auch schon vorher eine E-Mail schreiben, wenn ihr Fragen habt: veranstaltung[at]maedchenmannschaft.net.
Wow: L-Talk hat zu Ehren unseres Jubiläums gleich mal eine ganze Mädchenmannschafts-Woche ausgerufen. Wir freuen uns auf spannende, solidarisch-kritische Beiträge!
Lineare Fortschrittserzählungen sind stets mit Vorsicht zu genießen, so auch in Sachen Sexismus. Wie dieser von Generation zu Generation weitergegeben wird, steht im Independent (auf Englisch).
Der Spiegel Online befasst sich mit Asexualität – ob sachkundig oder nicht, könnt ihr hier überprüfen.

Wir brauchen Feminismus, weil wir nicht deine Bräute aus dem Katalog, die Heilung für dein Gelbfieber, deine Sexspielzeuge oder deine unterwürfigen Hausfrauen sind. Wir sind starke, unabhängige und kompetente asiatisch-amerikanische Frauen. (via facebook)
Jessica Valenti, Gründerin von feministing.com, hat kürzlich ein Baby bekommen. Die vordringlichste Frage, die gewisse Medien daraufhin an die profilierte feministische Journalistin hatten: Wie sei sie eigentlich ihr „Schwangerschaftsgewicht“ wieder losgeworden? (auf Englisch)
Julia Niemann rückt in der taz mal ein paar Dinge bezüglich der unsäglichen Debatte um früheres Kinderkriegen zurecht. Leider kommt auch ihr Artikel nicht ohne Bezugnahme auf den Mythos, dass Frauen* “früher” glücklicher gewesen seien, aus (auf Englisch).
Geringes Einkommen, keine Aufstiegsmöglichkeiten, Teilzeit, Diskriminierung: Österreichische Frauen fühlen sich in der Arbeitswelt nicht wert geschätzt. Außerdem, die Wissenschaft hat festgestellt: Intersektionalität is a thing. Die Huffington Post berichtet über eine Studie, nach der es Schwarzen Frauen beim beruflichen Aufstieg doppelt schwer gemacht wird – denn sie sind weder männlich noch weiß (auf Englisch). (weiterlesen …)
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Tags: Arbeitsleben, Arbeitswelten, Asexualität, Bisexualität, Fra, Frauenfußball, FrauenSommerUniversität, Jessica Valenti, Kinder kriegen, Mädchenmannschaftsparty, Maskulismus, Mehrfachdiskriminierungen, Netzfeminismus, Rassismus, Recht, Sexismus, sexualisierte Gewalt, Studien, Transsexualität, Vergewaltigung, Vergewaltigungsverharmlosung
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5. September 2012 von der Mädchenmannschaft
Contentwarnung: In einigen der folgenden Meldungen und den entsprechenden verlinkten Texten wird sexualisierte Gewalt thematisiert.
Leider beginnen wir heute mit einer traurigen Nachricht: Die Künstlerin, Kunsthistorikerin und Literaturwissenschaftlerin Gudrun Ankele ist verstorben.
Die neue an.schlaege ist draußen zum Thema ”Feministische Arbeitsutopien” inklusive einem tollem Artikel über “Fünf Jahre Mädchenmannschaft!“. Vielen Dank dafür!
Auf xojane schreibt Lesley, warum es ok ist, den eigenen Körper nicht rund um die Uhr zu lieben – und warum diesbezügliche Forderungen nicht automatisch empowernd sind.
Ein neues Projekt namens It gets fatter (“Es wird fetter”) befasst sich aus einer queeren Perspektive mit Körpernormierungen und Dickenfeindlichkeit und kämpft für ein positiveres Körpergefühl. Eines der ersten Videos behandelt das Thema Gesundheit und Dicksein.
It Gets Fatter – Health & Fatness from It Gets Fatter on Vimeo.
Es gibt nun eine Online-Petition zur Anerkennung der Verbrechen gegen die “Trostfrauen”.
In den USA hat der Wahlkampf begonnen. Auf ihrem derzeit laufenden Parteitag werben die Demokrat_innen dabei insbesondere um die Stimmen von Schwulen und Lesben, meint queer.de beobachtet zu haben.
Eigenartig, was der NDR so unter “Gleichstellung von Mann und Frau” zu verstehen scheint, findet die taz. Außerdem berichtet sie über die Pläne von EU-Justizkommissarin Viviane Reding für eine Frauenquote in den Aufsichtsräten von Konzernen. Und die taz zum Dritten: beleuchtet die aggressive maskulistische Kampagne gegen feministische Perspektiven in der Wikipedia.
Wie die ohnehin eher virtuelle Trennung zwischen Online- und “echter” Belästigung von Gamerinnen sich bisweilen auflöst, steht bei npr.
Dass sich Todd Akin den hanebüchenen Mist vom angeblichen Schwangerschaftsabwehrmechanismus des Körpers nach einer Vergewaltigung nicht komplett selber ausgedacht hat, legt dieStandard dar. Außerdem berichtet dieStandard über zwei interessante Untersuchungen und deren Ergebnisse – einmal zum Ehegattensplitting, einmal zu weiblichen Führungskräften.
Die Neuregelung des gemeinsamen Sorgerechts nicht miteinander verheirateter Eltern kommentiert Edith Schwab, Vorsitzende des Verbands alleinerziehender Mütter und Väter.
Wie die Ideen hinter ‘Open Source’ unsere Welt verändern, erläutert Programmiererin und Bloggerin Alex Bayley im Interview mit derStandard.
Einen Unterstützungsbrief an die inhaftierten Aktivistinnen der Band Pussy Riot schreiben? Hier ist eine nützliche Anleitung, wie vorzugehen ist, damit er auch richtig ankommt.
Immer immer wieder: tödliche Gewalt gegen Schwarze Trans*-Frauen. The Root fragt sich: Wo bleibt eigentlich der kollektive Aufschrei?
Professur trotz besserer Qualifikation nicht bekommen – Juristin klagt wegen Diskriminierung. Skandalös dabei auch: Die Gleichstellungsbeauftragte wurde mittels Disziplinarverfahren gezwungen, ihre Aussage zurückzuziehen, dass die Mutter diskriminiert worden sei, berichtet die Zeit Online.
Call for Music: Die nächste Riot Grrrl Berlin-Compilation steht ins Haus, und eure Musik sollte unbedingt dabei sein.
Nach dem Klick noch allerhand Termine: (weiterlesen …)
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Dieser Text ist Teil 166 von 190 der Serie Kurz notiertContentwarnung: In einigen der folgenden Meldungen und den entsprechenden verlinkten Texten wird sexualisierte Gewalt thematisiert. Leider beginnen wir heute mit...
Tags: Abtreibung, an.schläge, ARGE Dicke Weiber, Berufsleben, Demonstration, Dickenfeindlichkeit, Diskriminierung, Ehegattensplitting, FrauenSommerUniversität, Games, Gewalt, Gudrun Ankele, It gets fatter, Japan, Karriere, Klassismus, Konsens, Körpernormierungen, Maskulismus, Musik, Open Technology, Pussy Riot, Riot Grrrl, Schwule und Lesben, sexualisierte Gewalt, Sorgerecht, Studien, Transgender, Trostfrauen, unsere Körper, USA, Vergewaltigung, Wikipedia, Wir lieben Konsens, Workshop, Zustimmungskonzept, Zweiter Weltkrieg
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21. Januar 2012 von Anna-Sarah
Schminktipps mal anders: Lucie von klirrr macht sich Gedanken über die vermeintlichen Unterschiede zwischen “natürlichem” und “künstlichem” Look und die Auswirkungen auf unser Schönheitsempfinden.
“Heldin des Alltags”: eigentlich ein irgendwie komischer Begriff, aber auf Irmela Mensah-Schramm, die seit 25 (!) Jahren unermüdlich in und um Berlin geklebte und gekritzelte Naziparolen wegkratzt, übermalt und entfernt und dafür nicht selten Ärger mit offiziellen und selbsternannten Ordnungshüter_innen bekommt, passt er dann doch ganz schön gut. Eine kleine Hommage gibt es bei laaleeluu.
Über den Umgang mit von gängigen Normen vermeintlich abweichenden sexuellen Identitäten bei Kindern inklusive krasser Pathologisierung ärgert sich das Mädchenblog. Zu Recht. Eine verstörende Geschichte dazu, erzählt im Interview einer betroffen(gemacht)en Familie, gibt es auch bei ATME e.V. – Aktion Transsexualität und Menschenrecht.
Immer wieder Kackscheiße in der Werbung – hier aufgespießt von kulturindustrie und wahnsinn. (weiterlesen …)
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Dieser Text ist Teil 141 von 203 der Serie Genderissimi: Die BlogschauSchminktipps mal anders: Lucie von klirrr macht sich Gedanken über die vermeintlichen Unterschiede zwischen “natürlichem” und “künstlichem” Look und...
Tags: Berufsleben, Bücher, Fernsehen, Graffiti, Heinz-Jürgen Voss, Intersexualität, Irmela Mensah-Schramm, Lesben, Literatur, Musik, Rassismus, Riot Grrrl, Schönheit, Schönheitsterror, Sexistische Kackscheiße, sexistische Werbung, Studien, Transsexualität, TV-Serien, Wien
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28. September 2011 von Magda
Laura Gruber studiert im Doktorat Kommunikationswissenschaft an der Universität Salzburg und schreibt eine Dissertation zum Thema „Die Verhandlung von Geschlecht/-lichkeit(en) im Internet“. Ihre Arbeit deckt dabei feministische Öffentlichkeiten im Internet ab.
So sollen auch die Leser_innen der Mädchenmannschaft in einer Umfrage zu Wort kommen. Die Befragung ist eine Vorerhebung – eine breiter angelegte Studie soll im nächsten Jahr folgen (dann auf einer Vielzahl von Weblogs). Bei der aktuellen Umfrage geht es um mehrere Fragen, so Laura Gruber: “Wieso lesen Menschen feministische Weblogs? Wie kommen sie zu diesen (Suchmaschinen, Twitter, Facebook …)? Beteiligen sie sich an Debatten auf den Weblogs und verbreiten sie aktiv die Inhalte?”
Noch bis zum 17. Oktober 2011 könnt ihr bei der ca. 5-10 minütigen Mädchenmannschaft Leser_innen-Befragung mitmachen. Die Ergebnisse der Studie werden nach Beendigung hier auf dem Blog vorgestellt.
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Laura Gruber studiert im Doktorat Kommunikationswissenschaft an der Universität Salzburg und schreibt eine Dissertation zum Thema „Die Verhandlung von Geschlecht/-lichkeit(en) im Internet“. Ihre Arbeit deckt dabei feministische Öffentlichkeiten im Internet ab....
Tags: Mädchenmannschaft, Studien, Umfrage
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24. September 2011 von Anna
Die Biergartensaison neigt sich ja langsam dem Ende zu und es beginnt die Zeit im Jahr, die mit einem guten Buch in der Hand auf dem Sofa verbracht wird. Deswegen starten wir mit zwei Buchbesprechungen: Luise F. Pusch hat „Vom Brahmsee bis Shanghai: Begegnungen mit Leuten von Format“ gelesen: “Warum Frauen keine Leute von Format sind.” Und Girls Can Blog kommentiert “Verboten Verfemt Vertrieben. Schriftstellerinnen im Widerstand gegen den Nationalsozialismus” von Edda Ziegler.
Sind Männer die besseren Pin Ups? Urteilt selbst bei riotgrrrlberlin.
Die denkwertstatt mit einer Notiz zu einer Studie über die Farbe rosa und ob die weibliche Vorliebe dafür nun angeboren ist oder nicht.
Tessa Bücker hat für den FAZ Blog (neue) coole online Magazine für und von jungen Frauen gelesen und für die NZZ ein paar Männermagazine. Die ungekürzte Version dieses Artikels gibt’s in Tessas eigenem Blog flannel apparel.
Sina’s Blog berichtet über die Situation von Sexarbeiterinnen in der Schweiz.
Im Blog des Missy Magazin: Ein sehr lesenswertes Interview “zum Umgang des Strafrechts mit sexualisierter Gewalt”.
queernews.at berichtet über die geplante Belgrader Regenbogenparade am 2. Oktober und den damit verbundenen Aufruf von Amnesty International.
anarchieundlihbe schreibt über Kommentare, Moderationspolitik und Trolle. Danke dafür.
affectionista schreibt über Frauen im Filmgeschäft und beklagt vor allem, dass es ihrer Beobachtung nach oft Frauen sind, die gegen andere Frauen arbeiten: “ungleich gestellt”
Feminismus, Politik und Alltag heißt ein neuer Blog, dessen Einstandsartikel wir euch gerne ans feministische Herz legen würden.
Ja, und dann waren da ja noch diese Wahlen in Berlin. Die Piraten sind ins Abgeordnetenhaus eingezogen und das ist ein guter Anlass für die feministischen Blogs, mal wieder über die Genderfrage zu diskutieren. Nach dem Klick folgen ein paar ausgewählte Beiträge zum Thema. Und Termine gibt’s auch noch. Ganz ohne Piraten.
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Dieser Text ist Teil 126 von 203 der Serie Genderissimi: Die BlogschauDie Biergartensaison neigt sich ja langsam dem Ende zu und es beginnt die Zeit im Jahr, die mit einem...
Tags: Gewalt gegen Frauen, LGBT, Piraten, Studien
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14. September 2011 von Magda
So ziemlich genau vor einem Jahr erschütterte eine Reihe von Selbstmorden unter Teenagern in den USA die US-amerikanische Gesellschaft. Rund zehn Jungen zwischen 13 und 19 Jahren nahmen sich innerhalb eines Monats das Leben, weil sie massiven homophoben Mobbings ausgesetzt waren. Die Kampagne “It gets better“, die LGBT-Jugendlichen Mut machen sollte, versprach, dass “alles besser werden würde” (das Projekt selbst erntete neben einer Menge Lob auch Kritik, z.B. von der queeren Theoretikerin Jasbir Puar).
Vor einigen Wochen veröffentlichte die National Coalition of Anti-Violence Programs (NCAVP) nun ihren aktuellen Hate Violence-Report (PDF), in dem Gewaltverbrechen gegen Lesben, Schwule, Bisexuelle, Transgender, Queers (LGBT*Q) und HIV-Infizierte in den USA dokumentiert und als Hassverbrechen – so genannte hate crimes - sichtbar gemacht werden. Hate crimes sind (Gewalt-)Verbrechen an Menschen auf Grund ihrer zugeschriebenen oder selbstgewählten Identität.
Der Report zeigt auf, was viele bereits vermuteten: Im Vergleich zu 2009 wurden 2010 13% mehr Hassverbrechen gegen LGBT*Q und HIV-Infizierte gemeldet – insgesamt 2.503 Betroffene. Die Zahl der Morde stieg um 23% von 22 auf 27 an. Von hate crimes betroffen sind überdurchschnittlich oft Transgender und People of Color¹, insbesondere Transgender of Color. Die Täter_innen, meist zwischen 19 und 39 Jahre alt, setzen sich zu zwei Dritteln aus Männern und einem Drittel Frauen zusammen – nur eine einzige Tat wurde von einer Trans Person verübt. Zu den am häufigsten ausgeübten Übergriffen gehören verbale Belästigungen, Diskriminierung, Einschüchterungen und tätliche Angriffe (mit und ohne Waffen).
Die NCAVP betont jedoch, dass die Statistiken wohl nicht die Realität abbilden: Die genaue Anzahl der Verbrechen gegen LGBT* und HIV-Infizierte lässt sich kaum ermitteln. In Gefängnissen oder in (ländlichen) Gegenden, in denen es keine oder schwer erreichbare Anti-Gewalt Anlaufstellen gibt, können die Taten auch nicht aufgezeichnet werden – und landen somit nicht im Report.
via: an.riss international, “Hate Crimes” (an.schläge.at, 9/11).
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¹ Die Bezeichnung People of Color (PoC) ist eine selbstbestimmte Bezeichnung von und für Menschen, die nicht weiß sind.
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So ziemlich genau vor einem Jahr erschütterte eine Reihe von Selbstmorden unter Teenagern in den USA die US-amerikanische Gesellschaft. Rund zehn Jungen zwischen 13 und 19 Jahren nahmen sich innerhalb eines...
Tags: Hassverbrechen, HIV, Homophobie, LGBT, People of Color, Queer, Rassismus, Schwule und Lesben, Studien, Transgender, Transphobie, USA
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13. September 2011 von Magda
Im Zuge der so genannten “Burka-Verbote” in Frankreich, Belgien und in Teilen Spaniens im letzten Jahr führten wir auf der Mädchenmannschaft heiße Diskussionen über den Sinn und Unsinn solcher gesetzlichen Vorstöße. In der Diskussion um das Vermummungsverbot in Belgien fragte ich mich, wer eigentlich von diesen Gesetzen profitiert: Sind es die Niqab- und Burkaträgerinnen, die sich nach dem Ablegen der angeblich so unliebsamen Ganzkörperverhüllung plötzlich in einer ach-so-emanzipierten Gesellschaft befinden oder ist es nicht viel mehr die Mehrheitsgesellschaft, die sich eines unliebsamen Kleidungsstückes entledigt, das ihrer Meinung nach für den “gefährlichen” Islam und Frauenverachtung steht – ohne, dass die Trägerinnen selbst dazu befragt werden.
Kriker_innen der Verbote waren und sind sich einig: Gesetzliche Maßnahmen in Form von Verboten führen nicht zu Emanzipation, sondern zu erhöhter Stigmatisierung der Burka- und Niqabträgerinnen und nähren die bereits existierenden gesamtgesellschaftlichen anti-islamischen Ressentiments. Nicht nur die Verbote, sondern bereits die Debatten um “den Islam”, “die verschleierten Frauen” oder “die unterdrückten Muslima” führen zu einer Verschärfung der klischeebeladenen und eindimensionalen Zuschreibungen an Muslima und/oder Frauen mit (Voll-)Verschleierung, die teils zu skurrilen Koalitionen von zum Beispiel Rechtspopulist_innen und diversen Frauenrechtler_innen führt.
Eine vor einigen Monaten veröffentlichte Studie mit 32 Burka- und Niqabträgerinnen in Frankreich bestätigt die Annahmen der Kritiker_innen: Die unter der Leitung von Naima Bouteldja und von der Open Society Foundation durchgeführte Studie beschreibt die zum Teil entwürdigenden Erlebnisse der Teilnehmerinnen nach dem Inkrafttreten des Verbots in Frankreich. Fast alle Studienteilnehmerinnen berichten von sexistischen und rassistischen Beleidigungen, wenn sie in der Öffentlichkeit unterwegs sind – teils auch von anderen Muslim_innen. Einige erlebten gar körperliche Angriffe, z.B. das Herunterreißen der Schleier. Durch die medial angeheizte Diskussion und das Verbot werden Mitmenschen auf der Straße also plötzlich zu Hüter_innen von Recht und Ordnung. Die mögliche Konsequenz: Jene Frauen, die vom Gesetz betroffen sind, meiden öffentliche Einrichtungen und Plätze, um den Anfeindungen aus dem Weg zu gehen. Die Möglichkeiten zur Ausübung eines Berufes oder einer ehrenamtlichen Tätigkeit sind dadurch enorm eingeschränkt: Vollverschleiert fallen diese Optionen weg.
Das Fazit der Studie: Durch das französische Verbot sind Niqab- und Burkaträgerinnen einer erhöhten Stigmatisierung ausgesetzt, hören vermehrt diskriminierende Äußerungen, sind teilweise von körperlichen Übergriffen und von (räumlicher) Isolation betroffen. Emanzipation? Sieht wohl nicht so aus.
Links und Beiträge zum Thema:
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Dieser Text ist Teil 10 von 10 der Serie Frauen & ReligionIm Zuge der so genannten “Burka-Verbote” in Frankreich, Belgien und in Teilen Spaniens im letzten Jahr führten wir auf...
Tags: Burka, Diskriminierung, Frankreich, Islamophobie, Niqab, Rassismus, Sexistische Kackscheiße, Studien
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9. September 2011 von der Mädchenmannschaft
Der Kinofilm “Circumstance” schildert das Leben zweier Lesben im Iran. Darüber, dass die Bilder im Film der Realität kaum standhalten, berichtet The Daily Beast.
Black Feminist Working Group veröffentlicht ihren 12-Punkte-Plan “What Sistas Want, What Sistas Believe“. Darunter fallen unter anderem eine Umverteilung von sozialen, ökonomischen und kulturellen Ressourcen, die Repräsentation ihrer Vielfältigkeit genauso wie die Umstrukturierung des Strafjustizsystems.
Die taz hat sich die neuen Sonderhefte für “Mollige” von Brigitte und Freundin angeschaut. Fazit wie bei allem, das es eigentlich abzuschaffen gilt: Sonderrepräsentationsflächen sind kein Zeichen von im-Mainstream-angekommen.
Soso: Räumliches Denkvermögen hängt nicht vom Geschlecht, sondern dem Grad der Bildung ab, schreibt Spiegel.Online.
Und noch mal Spiegel.Online: In Hamburg will ein Gründerzentrum mehr Frauen zur Freiberuflichkeit verhelfen.
Mit einer (nicht ganz neuen) Slideshow klärt the society pages darüber auf, warum Biologie kein Grund dafür ist, dass es so wenig Frauen im Informatikbereich gibt.
Menstruations-Sex verteidigt feministe. Kann ich nur zustimmen: wirkt wunderbar entkrampfend und schön glitschend ist es auch.
Eine neue Studie will untersuchen, warum junge Frauen so selten Ingenieursstudiengänge anstreben und was man dagegen tun könnte.
Mit einer ausführlichen Tour durch die Rock’n Roll Jahrzehnte stellt Rachel Rabbit White die Frage, ob Groupie Bashing nicht etwas zu voreilig ist und was dieser Lebensstil mit Feminismus zu tun haben könnte.
Am 20. September 2011 wird das US-amerikanische Don’t Ask Don’t Tell (DADT) endgültig Geschichte sein. Womanist Musing erinnert daran, dass dieser Tag nicht alle LGBT-Soldat_innen gleichermaßen zum Feiern animiert: Für Trans*menschen bleibt DADT weiterhin intakt.
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Dieser Text ist Teil 119 von 190 der Serie Kurz notiertDer Kinofilm “Circumstance” schildert das Leben zweier Lesben im Iran. Darüber, dass die Bilder im Film der Realität kaum standhalten,...
Tags: Dick sein, Don't ask don't tell, Frauen im Ingenieurberuf, Homosexualität, Informatik, Menstruation, Migrant_innen, People of Color, Schwarzer Feminismus, Schwule und Lesben, Studien, Transgender, USA, weibliche Fans
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