Einträge mit dem Tag ‘Stillen’


Stillen wird überbewertet

15. Februar 2010 von Adele
Dieser Text ist Teil 16 von 22 der Serie Muttiblog

Ich stille nicht. Da steckt noch nicht einmal eine feministische Motivation dahinter. Aber meine Erfahrungen in den letzten sechs Monaten haben mir deutlich gezeigt, dass Stillen durchaus ein Politikum ist.

Frau in High Heels und Bluse, Minirock und Leggins, die eine Aktentasche, Pfanne und Staubwedel mit drei Armen hält, sowie ein Baby in einem kleinen Wagen hinter sich herzieht

Feminismus bedeutet für mich in erster Linie, dass ich mein Leben selbstbestimmt gestalten kann und mich vor allem nicht irgendwelchen Rollenklischees (egal ob feministischen oder reaktionären) zu unterwerfen habe. Auf dieser Ebene erscheint mir die Diskussion ”Stillen – Pro oder Contra” deshalb auch müßig.

Aber wenn wir mal ehrlich sind, dann ist Feminismus ja nun leider nicht gerade der Mainstream in unserer Gesellschaft. Stillen hingegen ist heutzutage eine Selbstverständlichkeit. Und so kommt es, dass ich mich anfangs fast täglich, nach sechs Monaten noch wöchentlich dafür rechtfertigen muss, dass ich nicht stille und auch nie gestillt habe. Privatsphäre? Fehlanzeige. Meist läuft es folgendermaßen ab:

Frage: “Und, wie klappt es mit dem Stillen?”
Antwort: “Ich stille nicht.”
Frage: “Warum das denn nicht?!?”
Antwort: “Weil ich nicht kann.”
Frage: “Warum?”

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Kann man überhaupt “feministisch” stillen?

1. Februar 2010 von Erna
Dieser Text ist Teil 15 von 22 der Serie Muttiblog

„A wie Abstillen“ – das kleine ABC der Fortpflanzung und Elternschaft in der Zeitschrift Missy begann recht radikal (siehe Missy Magazine #1.08). Christiane Rösinger geht ziemlich unbarmherzig mit der überall wieder recht in Mode gekommenen Sitte des Stillens kleiner Babys ins Gericht. Sie schreibt: „Wer sich also vorgenommen hat, das Elternsein von Beginn an partnerschaftlich 50/50 zu teilen, der sollte das Stillen am besten gleich sein lassen.“
Frau in High Heels und Bluse, Minirock und Leggins, die eine Aktentasche, Pfanne und Staubwedel mit drei Armen hält, sowie ein Baby in einem kleinen Wagen hinter sich herzieht

(C) Eva Hillreiner, www.evahillreiner.de

Als stillende Mutter bewegt mich das zu der Frage: Kann frau überhaupt feministisch stillen?

Betrachten wir es ganz nüchtern: Diese Frage setzt zwei Klärungen voraus: Was versteht frau unter dem adverb „feministisch“ ? Diese Frage soll zuletzt geklärt werden, denn ist unter Umständen etwas komplizierter. Zunächst einmal muss aber geklärt werden, was stillen bedeutet. Rösinger schreibt: „Stillen macht die Mutter unflexibel, bindet den Säugling an sie und die beiden meistens zusammen ans Haus.“ Das ist teilweise ziemlich wahr. Leider. Unflexibel wird eine Mutter aufgrund der Tatsache, dass alle Aktivitäten um das Stillen herum geplant werden müssen. Erst aus dem Haus gehen können, wenn das Kind wirklich satt ist zum Beispiel. Mal eben schnell mitkommen mit der spontan reingeschneiten Freundin? Nee, Pustekuchen, das Kindlein muss erst gestillt werden. Mit manchen Kindern geht das sogar sehr gut. Andere Babys aber sind so: Sie wachen auf, wollen gestillt werden. Dann gibt man ihnen die eine Brust (Dauer: halbe Stunde), wickelt sie (Dauer: 15 Minuten), gibt ihnen die andere Brust (Dauer: halbe Stunde). Bei einem Stillrhythmus von alle zwei Stunden bleibt eine dreiviertel Stunde bis zum nächsten Mal übrig. Solche Babys sind alles andere als eine Seltenheit. Manche Mütter können die dreiviertel Stunde nicht einmal sinnvoll nutzen, da das Baby, sobald sie es aus ihrem Arm legen, sofort anfängt zu brüllen. Solche Frauen sind tatsächlich ans Haus gekettet – durch ihr Baby und durch das Stillen. Eine Flasche würde das Kleine vielleicht länger ruhig stellen. (weiterlesen…)


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Nicht vergessen…

19. November 2009 von Helga
Dieser Text ist Teil 34 von 70 der Serie Kurz notiert

Die (feministischen) Themen der Woche, die hier bisher noch nicht zur Sprache kamen:

Der Spiegel berichtet von der Steinigung einer Ehebrecherin in Somalia. Die regierende radikale Miliz hat bereits vergewaltigte Teenager und geschiedene Frauen wegen „Ehebruchs“ zum Tode verurteilt.

Beim Spiegel gibt es auch ein Video mit der neuesten FEMEN-Aktion. Die ukrainischen Feministinnen protestieren gegen Sexismus und ungewollte, weitgehende Avancen von Kommilitonen und Professoren.

Die BBC berichtet über eine neue Studie zu Intimoperationen. Danach seien die Risiken noch viel zu unerforscht und würden von den Chirurgen verharmlost. Das Argument, vorstehende Schamlippen könnten Schmerzen bereiten, sei meist psychologisch bedingt, sonst müssten Männer, deren Genitalien noch viel weiter „herausragen“, weit größere Unanehmlichkeiten haben.

Neue Studien disktutiert auch die New York Times. Hilft Stillen beim Abnehmen nach der Geburt? Vielleicht, vielleicht auch nicht. Aber sollte man Stillen wirklich als Diätmethode sehen?

100.000 Euro lobte Nordrhein-Westfalens Innovationsministerium als ersten Gleichstellungspreis für Universitäten und Hochschulen aus. Die Uni Duisburg-Essen, die Uni Paderborn und die FH Bielefeld bekommen jeweils diese Summe, da sie ihren Ansprüchen auch Taten folgen liessen, so die taz. Ein besonderer Fokus lag dabei auf dem Frauenanteil in den MINT-Fächern.

Am 24. November veranstaltet der VDE in Berlin das VDE-Symposium „Karrierestart für Absolventinnen von MINT-Studiengängen der Elektro- und IT-Branche“. Studentinnen und Berufseinsteigerinnen können dort andere „Young Professionels“ und Vertreter aus Firmen und Hochschulen treffen.

In Indien sind Wähler_innen nicht mehr auf die Geschlechtskategorien „männlich“ und „weiblich“ beschränkt: Transgender, Intersexuelle und Eunuchen können nun O wie „other“ ankreuzen, berichtet CNN.

Der Harvard Business manager über eine Kundinnenbefragung: Was wollen Frauen wirklich? Weniger Klischee und mehr Praktikabilität.

Christa Walliczek, Erzieherin, fordert im Interview mit der Sueddeutschen mehr Förderung und weniger reine Lippenbekenntnisse für Kinder aus sozial schwachen Familien.


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