Einträge mit dem Tag ‘Stereotype’


Achtung, Achtung: Frauen mögen Sex!

10. Mai 2010 von Magda

Dafür brauche ich eigentlich keine Studie, aber bitte sehr: Viele Frauen haben oft und gerne unverbindlichen Sex.

Jocelyn Wentland, Masterstudentin am Institut Family Relations and Human Development an der Guelph University in Ontario in Kanada stört es schon seit Längerem, dass Studien zum Thema Sex und Frauen häufig sexuelle “Fehlfunktionen” erforschen, nicht mehr aktuell sind und/oder das Thema Sex sehr geschlechtsstereotyp behandeln.

Wentland beobachtet außerdem, dass sexuelle Verhaltensweisen, die nicht den traditonellen Erwartungen an das männliche und weibliche Geschlecht entsprechen, (immer noch) als Anomalie dargestellt werden. Eine Frau, die sich nicht wie das ‘nette Mädchen’ verhält und die nur Sex hat, wenn sie in einer festen Beziehung ist, bekommt den Vorwurf, sie verhalte sich ‘wie ein Mann’. Bei Männern gilt wohl umgekehrt: Eine 25jährige männliche Jungfrau ist vielleicht nicht gerade der Obermacker der Truppe.

Laut Wendland sei die langweilige dichtome Vorstellung eines sexhungrigen und nimmersatten Mannes und einer zu erobernden, treuergebenen Frau nicht nur in den Köpfen der Menschen sondern auch immer noch in der Wissenschaft präsent. Um den Frauen eine Stimme zu geben, die nicht dem Bild der sexuell passiven Frau entsprechen, konzipierte Wentlands eine Online-Umfrage, die sie bewusst auf Seiten zur Verfügung stellte, auf denen sie sexuell aufgeschlossene Frauen finden würde. Ihre Ergebnisse sind demnach nicht repräsentativ für “die Durchschnittsfrau”, sondern bieten einen Einblick in die Erfahrungswelten von über 1.500 sogenannten “sex-positiven” Frauen, von denen die Hälfte zwischen 20 und 30 Jahren ist. Hier sind ein paar ihrer Ergebnisse (Achtung, es wird heiß!):

93% der Befragten finden, dass Sexfantasien erregend sind
91% der Befragten haben kein schlechtes Gewissen beim Masturbieren
90% der Befragten machen gerne den ersten Schritt
88% der Befragten sind leicht sexuell zu erregen
82% der Befragten genießen es bis zum Orgasmus zu masturbieren
70% der Befragten berühren sich beim Sex gerne selbst
58% der Befragten mögen Sexspielzeuge
55% der Befragten benutzen Sexspielzeuge mit ihren Partner_innen
42% der Befragten, die gelegentliche Beziehungen führen, haben einen fuck buddy
32% der Befragten, die gelegentliche Beziehungen führen, haben einen regelmäßigen Sexpartner oder eine Sexpartnerin, mit dem oder der sie keine Beziehung führen
27% der Befragten haben ein oder zweimal die Woche Sex


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Linksammlung

9. März 2010 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 77 von 152 der Serie Kurz notiert

In ihrer ersten Gleichstellungsrede macht die CDU-Frauenministerin Kristina Schröder (ehemalige Köhler) laut der taz deutlich, was sie von Quoten hält: so wenig wie von Cortison.

Die Debatten um die fortbestehenden geschlechterspezifischen Ungleichheiten in der Gesellschaft werden von zwei Begriffen geprägt, die scheinbar in einem Konkurrenzverhältnis zueinander stehen: “Patriarchat” und “heteronormative Matrix”. In der Jungle World kann man zwei Positionen nachlesen: “Kampf dem strukturellen Patriarchat!” und “Kampf der heteronormativen Matrix!

Das bis dahin nach dem brandenburgischen Kolonialherren Otto Friedrich von der Groeben benannte Gröbenufer im Berliner Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg wurde in May-Ayim-Ufer umgenannt. May Ayim war eine Dichterin und Aktivistin der afrodeutschen Bewegung.

Auf DieStandard.at wird von einer Studie aus der kolumbianischen Hauptstadt Bogota berichtet, die ergab, dass sich 21% der Freier in die Prostituierte verlieben, mit der sie sich eingelassen haben und 23% immer wieder diese eine Frau aufsuchen. Umgekehrt gaben 50% der Prostituierten an, sie hätten sich bereits einmal in einen Freier verliebt.

Auf Sociological Images werden gerade Stereotype thematisiert, die in vielen (westlichen) Ländern über asiatische Frauen (als vermeintlich kulturell homogene Gruppe) herrschen: “The Submissive Asian Sterotype“.

Der Spiegel berichtet: Im Skandal um den sexuellen Missbrauch von Kindern in katholischen Einrichtungen gibt es jetzt auch Vorwürfe gegen ein Kinderheim der Berliner Hedwigschwestern. Ein Opfer sagte im ZDF: “Man hört immer nur von den Priestern, dabei waren’s doch die Nonnen genauso.” Im Selbermach-Sonntag verlinkte Ben das zugehörige ZDF-Video.

Seit Donnerstag können in Mexiko-City gleichgeschlechtliche Paare den Bund fürs Leben schließen, so die Washington Post. Die Stadt kann ihre eigenen Gesetze erlassen und hat im ansonsten streng katholischen Mexiko mit liberalen Entscheidungen für Kontroversen gesorgt. So wurden Abtreibungen im ersten Trimester erlaubt und die Scheidung ohne Schuldfrage eingeführt. Mit 50% der Einwohner_innen sind die Befürworter_innen der gleichgeschlechtlichen Ehe auch deutlich mehr als die Gegner_innen (38%). Bisher waren nur eingetragene Partnerschaften erlaubt.

Eine britische DJane rockt gerade die französische Party-SzeneRuth Flowers ist 69 Jahre alt!

Im britischen TV lässt die Repräsentation von Frauen zu wünschen übrig. Der Guardian berichtete von einer Studie, nach der Männer 65% aller Auftritte auf den Kanälen bestreiten. In Soap Operas ist das Verhältnis noch ausgeglichen, in den Nachrichtensendungen sind dagegen deutlich weniger Frauen zu sehen. Und wenn, dann meist zu den „weichen” Themen Gesundheit oder Kultur.

Auf broadsheet@salon schreibt Judy Mandelbaum über polnische Abtreibungsgegner_innen, die Abtreibung mit Faschismus gleichsetzen. In Poznan steht auf einem riesigen Plakat neben dem Gesicht von Hitler zu lesen: “Abtreibung für polnische Frauen wurde am 9. März 1943 von Hitler eingeführt.”


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Alice Schwarzer vs. Bushido

10. Februar 2010 von Magda
Dieser Text ist Teil 24 von 48 der Serie Meine Meinung

… oder: wie man auf sexistische Bemerkungen meiner Meinung nach nicht reagieren sollte.
Bushido im Anzug In einem kürzlich veröffentlichten Interview über seinen neuen Film spricht Bushido darüber, warum er keine Lust hat, mit Alice Schwarzer in den Dialog zu treten. Er vermutet, dass Schwarzer gezielt seinen wunden Punkt treffen könnte, in dem sie ihn auf seine Mutter anspricht. In einem fiktiven Gespräch liefe dies Bushido nach so ab: Schwarzer würde ihn fragen “Hey, Bushido, wie waren denn die Titten damals von deiner Mutter, als du als kleiner Junge daran gesaugt hast?”, worauf Bushido antworten würde: “Ey, F***! Fick dich ins Knie!”

Auf diese offensichtlich sexistische Äußerung reagierte Alice Schwarzer dann mit einem öffentlichen Brief  ”Antwort an den deutschen Rapper Nr. 1!“, in dem sie betont, dass Sie Bushido eigentlich nicht den Gefallen tun möchte, ihm Aufmerksamtkeit zu bescheren. Mit ihrer öffentlichen Antwort hat sie aber genau das erreicht. Im Folgenden lest ihr einige Ausschnitte aus dem Brief, welche ich neben ihrer legitimen Kritik an Bushido sexistischen Aussprüchen problematisch finde. Nichts neues: Alice Schwarzer Kritik-Style eben.

Hey Bushido (…)

Du bist irgendwie zerrissen. Zwischen dieser deutschen, ergebenen Mutter und diesem tunesischen, abwesenden Vater. Der war schwach – aber stark genug, deine Mutter regelmäßig zu verprügeln.

Indem sie die geprügelte Mutter mit dem Zusatz “ergeben” versieht, konstruiert Schwarzer sie gekonnt einseitig als passives Opfer. Frauen, die bei ihren prügelnden Ehemännern bleiben, sind aber häufig nicht einfach nur demütig der Gewalt “ergeben”, sondern haben bei Androhung von Trennung mitunter Angst vor schlimmer Rache oder fühlen sich auf Grund von Kindern verpflichtet, beim Partner zu bleiben. So ist die Abwägung, vorerst den Partner nicht zu verlassen, nicht einfach so leichtfertig als passive Handlung zu interpretieren.

Indem Schwarzer die Herkunft der Eltern betont, schafft sie es auch implizit, Gewalt zu kulturalisieren. Gewagte Lesart? Dann bedenke folgendes: Würde Schwarzer beispielsweise folgenden Satz schreiben: “Zwischen dieser deutschen, ergebenen Mutter und diesem schweizerischen, abwesenden Vater.”? Ich glaube nicht.

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