Einträge mit dem Tag ‘Star Wars’


Klassismus unterm Weihnachtsbaum, Sozialneid und jüdische Popmusik – kurz verlinkt

28. Dezember 2016 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 335 von 343 der Serie Kurz notiert

Deutschsprachige Beiträge

Auch schon den Facebook-Post gesehen, in dem „lustig“ bestimmtes „Weihnachts-Verhalten“ verschiedenen Berliner Bezirken zugeordnet wurde? Class Matters schrieb dazu einen Rant: „Geige spielen mit Cheyenne„.

Pop, Punk, Prayer. Eine (kurze) Geschichte jüdischer Popmusik gibt es beim Missy Magazine.

Neue Ausschreiberunde von filia.die frauenstiftung: Bis zum 1. März 2017 können Anträge mit Ideen und Pläne für Projekte eingereicht werden. Die Projekte sollen dazu beitragen, dass Mädchen und junge Fauen frei von Gewalt leben und dass sie in der Gesellschaft mitentscheiden können. Unterstützt werden Projekte mit bis zu 5.000€. Die eingegangenen Anträge werden von den Mädchen und jungen Frauen des Mädchenbeirats gelesen und diskutiert.

DIE LINKE lobt anlässlich des Frauentages 2017 zum siebten Mal einen Preis aus, mit dem herausragende Leistungen von Frauen in Gesellschaft und Politik gewürdigt werden, den Clara Zetkin Frauenpreis (auch wir waren vor ein paar Jahren nominiert). Vorschläge können bis zum 15. Januar 2017 eingereicht werden.

Carolin Born schreibt im Freitag über den gewaltigen Backlash gegen den Zugang zu sicheren Abtreibungen: Ob nun in den USA, in Polen oder um die Ecke im niedersächsischen Landkreis Schaumburg.

Barbara Stellbrink-Kesy spricht mit Menschen. Das Magazin über das Leben und die Ermordung ihrer Großtante während der NS-Zeit und der Arbeit des „Förderkreis des Gedenkorts für die Opfer der nationalsozialistischen NS-‚Euthanasie‘-Morde“. Sie macht deutlich: „Wir leben in einer Konkurrenzgesellschaft, in der nur die „Nützlichen“ zählen. Das sieht man auch in der Flüchtlingsdebatte, und natürlich in den Debatten um Pränataldiagnostik und Sterbehilfe. Die Themen des Mahnmals sind hochaktuell.“

Deutschlandfahne cool neu besetzen (bzw. der AfD und Pegida als Symbol „wegnehmen“) und wieder stolz auf der Hipster-Trainingsjacke tragen? Das kann nicht funktionieren, schreibt Queer Vanity.

Seit Beginn des NSU-Prozesses begleitet NSU Watch diesen kritisch. haGalil schreibt über die bisherige Beweisaufnahme und die Bedeutung der Arbeit von NSU Watch: „Das linke Projekt protokolliert die Verhandlungstage und stellt die Aufzeichnungen online. Analytische Artikel zur extremen Rechten, zu institutionellem Rassismus, zum Handeln der Behörden, aber auch zu Positionen der Nebenklagevertretung, die die Opferseite repräsentiert, helfen den Leser_innen der Webseite des Projekts die Protokolle und das Verhandlungsgeschehen einzuordnen. Darüber hinaus leisten die bei NSU Watch Engagierten vielfältige Aufklärungsarbeit in Form von Vorträgen und Workshops.“ Das Projekt kann finanziell über eine startnext-Kampagne unterstützt werden.

Ein Blog von Vielen schreibt über Sozialneid.

Der i.d.a.-Dachverband e.V (i.d.a.=informieren, dokumentieren, archivieren), der seit 1983 die Zusammenarbeit der Lesben-/Frauenarchive, -bibliotheken und -dokumentationsstellen im deutschsprachigen Raum organisiert, sucht eine_n Projektkoordinator_in. Bewerbungsschluss ist der 31. Januar 2017.

Englischsprachige Beiträge

Die Schauspielerin, Schriftstellerin und Script Doctor Carrie Fisher ist verstorben. Anne Thériault schrieb eine Tweetreihe zur „Importance of General Organa„.

Auch die Astro-Physikerin Vera Rubin, die die Existenz dunkler Materie bestätigte, starb. Den Nobelpreis hat sie nie erhalten. NPR erinnert an ihr Leben.

Was ist eigentlich trans Literatur? Jede Geschichte mit trans Protagonist_innen? Ausschließlich jene von trans Autor_innen? Jedes Buch von trans Autor_innen, egal zu welchem Thema und mit welchen Protagonist_innen? Bei LitHub schreibt Gabrielle Bellot zu diesem Thema.

In einem Comic bei Oh Joy Sex Toy erzählt Mady G über Transsein und Schönheit.

Termine

21.01.-22.01. in Göttingen: „write & fight“ – Empowerment-Workshop für Menschen, die in Deutschland Rassismuserfahrungen machen

Zur Mitte der Woche versammeln wir hier regelmäßig Links zu wichtigen Analysen, Berichten und interessanten Veranstaltungen. Was habt ihr in der letzten Woche gelesen/ geschrieben? Welcher Text hätte mehr Aufmerksamkeit verdient? Und was für feministische Workshops, Lesungen oder Vorträge stehen in den nächsten Wochen an?


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Das Mädchen und die Macht – Star Wars ist nicht nur für Jungen

10. Dezember 2010 von Helga

Geeks aus der ganzen Welt tragen heute ihre Fankleidung zu Star Wars und in einer Grundschule in Evanstan, Illinois in den USA ist “Proud To Be Me Day” – der „Stolz, ich zu sein“-Tag. Wie das zusammenhängt? Der Grund ist Katie, eine 7-jährige Schülerin, deren Liebe zu Star Wars große Wellen schlug, bis auf cnn.com.

Zum Beginn des Schuljahres hatte die Erstklässlerin, passend zu ihrem Star Wars-Schulranzen eine Star Wars-Wasserflasche bekommen. Nach den ersten Wochen Begeisterung tauschte sie die Flasche eines Tages gegen eine rosafarbene ein. Auf Nachfragen ihrer Mutter erklärte sie schließlich unter Tränen, dass die Jungen in ihrer Klasse sie hänselten, denn „Star Wars sei nur für Jungen“.

Katies Mutter versuchte zuerst, ihr Mut zu machen, nicht alle Mädchen müssten aus rosa Flaschen trinken. Doch als adoptiertes Kind, noch dazu mit Brille und Augenpflaster sei sie schon anders genug, befand Katie. Ganz Bloggerin schrieb ihre Mutter darüber im Internet und suchte nach weiblichen Star Wars-Fans, die Katie ein Vorbild sein könnten. Ein Blogeintrag der sich mit Lichtgeschwindigkeit in den nerdigen Quadranten der Blogosphäre verbreitete!

Am Ende meldeten sich unzählige Star Wars Fans, Nerds und Geeks und zeigten ihre Unterstützung, auf Twitter etwa mit dem Hashtag #maytheforcebewithkatie (Möge die Macht mit Dir sein Katie). Auch die Sprecher_innen der Cartoon-Serie „Star Wars: The Clone Wars“ wurden auf die Aktion aufmerksam, begleiteten Katie ins Kino und schenkten ihr Fan-Shirts. An ihrer Schule wird nun an einem Anti-Mobbing-Programm gearbeitet, Eltern und Lehrer_innen setzen sich mit den Schüler_innen über „Anders sein“ auseinander.

Mit ihren gerade einmal 7 Jahren erfuhr Katie bereits den unheimlichen Druck nach gutem Aussehen, heiler Familie und den passenden Hobbies, der in der Gesellschaft herrscht. Wer genau ihren Peinigern mitgab, Star Wars sei nur für Jungen, wird sich kaum klären lassen, vermutlich spielen Sprüche und Meinungen aus Medien, Kaufhäusern, Familie und Freundeskreis zusammen. Die Auswirkungen ihrer Sprüche erfassen die Jungen sicher auch nicht, die meisten von ihnen spielen gerne mit Katie. Doch hier werden die Grundsteine gelegt für ein Klima, in dem schon Kinder unglücklich sind, weil sie gesellschaftliche Vorgaben einfach nicht erfüllen können und zwischen Hänseleien oder Aufgabe ihrer Indiviualität wählen müssen.

Für Nachwuchsnerdin Katie entspann sich zum Glück eine schöne Geschichte – sie dient gleichzeitig als Erinnerung, dass schon Erstklässler_innen Diskriminierung ausgesetzt sind und wir alle daran arbeiten müssen, wenn wir eine gerechtere Welt wollen.


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