Einträge mit dem Tag ‘Sprachkritik’


Die Definition von Krawall, Trolle verfüttern und Kristen Stewarts neue Kumpeline – kurz verlinkt

30. April 2015 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 5 von 362 der Serie Kurz notiert

deutschsprachige Links

queer.de berichtet über eine neue Resolution des Europarats, in der dieser fordert gegen Trans*-Diskriminierung vorzugehen. So sollte beispielsweise die Änderung des Geschlechtseintrags und des Namens in amtlichen Dokumenten ohne den Zwang zu medizinischen Behandlungen oder psychologischen Begutachtungen erfolgen könnnen.

Anlässlich von 200 Verhandlungstagen und fast zwei Jahren im NSU-Prozess gegen Beate Zschäpe, Ralf Wohlleben, André Eminger, Holger Gerlach und Carsten Schultze vor dem OLG München zieht NSU Watch eine kurze Zwischenbilanz zum Prozess und stellt unter anderem heraus: „Die These vom NSU als isolierter Zelle mit nur einem kleinem Umfeld an Unterstützer/innen ist so nicht haltbar.“

Von der Broschüre „Was tun? Sprachhandeln – aber wie? W_Ortungen statt Tatenlosigkeit.“ ist die zweite, überarbeite Auflage erschienen. Die Druckvorlage kann kostenfrei per Mail bestellt werden und auf der Seite feministisch-sprachhandeln.org lässt sie sich als PDF herunterladen.

englischsprachige Links

Pajiba nimmt die heterosexistische Beharrlichkeit aufs Korn, mit der Kristen Stewarts aktuelle offensichtliche/vermeintliche Liebesbeziehung von den Medien als „Mädchenfreundschaft“ gelabelt wird.

Ragen Chastain fast auf Dances With Fat noch mal kompakt ein paar Dinge zusammen, die du niemandem schuldest – wie Schönheit, Gesundheit oder Sexiness.

Die siebenjährige Natalie McGriff hat für ihr Comicbuch The Adventures of Moxie Girl, einer Superheldinnengeschichte über ein Schwarzes Mädchen, einen Crowdfundingpreis gewonnen, berichtet Feministing.

Loretta Lynch wurde zur ersten Schwarzen Generalstaatsanwältin der USA ernannt. For Harriet berichtet.

„Do Feed the Trolls—to People Who Will Hold Them Accountable“: Andrea Grimes teilt bei RH Reality Check ihre Erfahrungen mit der Praxis, bei Angriffen, die sie in sozialen Medien erlebt,  Leute aus dem Umfeld des „Trolls“ in die Konversation einzubeziehen.

Medien vermitteln ein ganz bestimmtes Bild von Menschen, die sogenannte Essstörungen haben: schlanke, weiße, wohlhabende Frauen, die wie Models in Magazinen aussehen wollen. Raquel Reichard erklärt, warum das irreführend ist.

Derzeitig wird ein neuer Film für Netflix gedreht: „The Ridiculous Six“. In der letzten Woche verließen eine Reihe von Native American Schauspieler_innen das Set aufgrund der im Film dargestellten rassistischen Stereotype. Racialicious berichtet über den Protest. Außerdem interviewten sie die Aktivistin Megan Red-Shirt Shaw zur #NotYourHollywoodIndian- Kampagne.

Egal wie viele Schwarze Menschen von Polizist_innen getötet werden, die Proteste, die darauf aufmerksam machen, sollen doch bitte ‚friedlich‘ bleiben. Beim Atlantic schreibt Ta-Nehisi Coates über diese Forderung: „When nonviolence begins halfway through the war with the aggressor calling time out, it exposes itself as a ruse. When nonviolence is preached by the representatives of the state, while the state doles out heaps of violence to its citizens, it reveals itself to be a con.“

Elle South Africa interviewt die südafrikanische Performance-Künstlerin Sethembile Msezane über The Public Holiday Series, Post-Apartheid und Frauenkörper.

Termine in Berlin und Linz

2. Mai, Berlin: Far, far away? Podiumsdiskussion zu Kolonialrassismus im Unterricht.

6. Mai, Berlin: Vortrag von Magda Albrecht: “(Mein) Fett ist Politisch” um 16:30 Uhr an der ASH Berlin (Alice-Salomon-Platz 5, 12627 Berlin), Raum 225.

6. bis 8. Mai, Linz (Österreich): Die Tagung „Kicking Images. Bilderpolitiken/sexualisierte Gewalt/Interventionen“ vereint zum Thema Wissenschaftler_innen, Künstler_innen und Aktivist_innen.

7. Mai, Berlin: „Themenabend zu Intersektionalität“ mit Emilia Roig und der Initiative intersektionale Pädagogik(i-Päd) und 9. Mai: Die dritte Veranstaltung im Rahmen der Reihe „Widerstandsbewegungen von geflüchtetenFrauen* in Berlin und Deutschland„.


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Das Jahr 2014 – Ein Feministisches Lexikon

19. Dezember 2014 von Charlott

Welche Themen standen auf unserer feministischen Agenda 2014? Welche Ereignisse haben das Jahr geprägt? Welche Personen und ihren Aktivismus haben wir bewundert? Zum Abschluss des Jahres gibt es dieses Mal ein Lexikon. Zu jedem Buchstaben könnte es natürlich noch zig weitere Einträge geben – ergänzt doch eure in den Kommentaren!

A wie Aktivismus, Ausschlüsse und Ablasshandel
Ein Thema, welches sich eigentlich durch jedes Jahr zieht/ ziehen sollte: Wie wollen wir unseren Aktivismus gestalten? Wie können dabei unterschiedliche Positionen bedacht und genutzt werden? Welche Taktiken und Praxen haben sich bewährt? Nadine machte sich darum einmal Gedanken darüber, wer wann auf Podien sitzt, wo Absagen vielleicht Sinn machen und wo nicht (und was das mit unterschiedlichen sozialen Positionierungen zu tun hat) und über Geldspenden als Art der ökonomischen Umverteilung.

B wie #BlackLivesMatter und #BringBackOurGirls
Am 09. August dieses Jahres wurde der Schwarze Jugendliche Michael Brown von dem weißen Polizisten Darren Wilson in Ferguson, Missouri, erschossen. Gegen den Polizisten wurde nicht mal ein Verfahren eingeleitet. Es handelt sich dabei natürlich nicht um einen Einzelfall, sondern es ist ein Beispiel für die anhaltende rassistische Polizeigewalt – die keinerlei Konsequenzen hat. In ihrem Text „Wenn Schwarzer Menschen nicht lächeln…“ verlinkt Sharon eine ganze Reihe von weiteren Beispiel aus den USA und Deutschland. Von Ferguson ausgehend und durch weitere publik werdende Taten (die ebenfalls kaum Konsequenzen nach sich zogen) entwickelte sich in diesem Jahr eine Protestbewegung, die im Internet unter anderem unter dem Hashtag #BlackLivesMatter und auf den Straßen vieler Städte anzufinden war. In Berlin versammelten sich am 29. November Aktivist_innen am Brandenburger Tor, um den Opfern zu Gedenken und darauf zu verweisen, dass es stimmt: #FergusonIsEverywhere, Ferguson (d.h. rassistische Strukturen, die Gewalt legitimieren) sind kein rein us-amerikanisches Phänomen. So wird sich am 07. Januar zum bereits zehnten Mal der Tod von Oury Jalloh jähren. Derzeitig sammelt die Initiative im Gedenken an Oury Jalloh Geld um ein weiteres Gutachten zur Brand- und Todesursache anfertigen zu können.

Außerdem sollten nicht die 200 Mädchen, die am 14. April in Nigeria entführt wurden, vergessen werden.

C wie Chancengleichheit
Chancengleichheit, Chancengerechtigkeit, Teilhabe, Akzeptanz, > Toleranz, Inklusion – ein Wörtersalat, der häufig eher das „gut gemeint“ als das „gut gemacht“ abdeckt, wenn es um die Rechte von Menschen mit Behinderung geht. Hannah hat sich im November die Anhörung des Ausschusses “Arbeit und Soziales” zur Teilhabe von Menschen mit Behinderungen angehört und aufgezeigt, welche Diskussionen rund um das Bundesteilhabegesetz (nicht) geführt werden. Außerdem erklärte sie in einem weiteren Text, was der Begriff Inklusion eigentlich umfassen sollte und wie er häufig stattdessen ausgehöhlt wird.

D wie Diskurspolizei
Sprachdebatten zwischen „Darf man denn hier gar nichts mehr sagen!“ und „Diese Gender-Leute drängen ja immer einen Sprachgebrauch auf!“ begleiteten auch das Jahr 2014. Am prominentesten ist sicher die medial breit geführte „Debatte“ um Lann Hornscheidts Sprachinterventionen. Auf einen öffentlichen Brief von WissenschaftlerInnen antwortete hier Jayrôme mit „Es ist Zeit, Realität als real zu betrachten„. Im Juli hatte außerdem accalmie die Verwendung diskriminierender Begriffe, die Verteidung dieser Praxis und das Umwerten als die echte Diskriminierung (TM) von Begriffen, die sonst unmarkierte Normen benennen, seziert.

E wie Elliot Rodger
Am 23. Mai tötete Elliot Rodger in Isla Vita, Kalifornien, sechs Menschen. Zuvor hatte er in Videos und einer über hundert Seiten langen „Autobiographie“ seine Misogynie verbreitet. In vielen deutschsprachigen Medien wurde die Tat dekontextualisiert und individualisiert. Ich schrieb über die Hintergründe der Tat, wie sie vielleicht verhindert hätte werden können. (mehr …)


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Es ist Zeit, Realität als real zu betrachten

27. November 2014 von Jayrôme

Jayrôme C. Robinet ist freier Autor und Spoken Word-Künstler. Gender fluid mit Variationshintergrund, weiß, wird in Deutschland meistens als Person of Color gelesen, Akademiker aus einer bildungsbürgertumsfernen Familie und besitzt die französische Staatsbürgerschaft. Auf Jayrômes Blog veröffentlicht er Gedichte, Analysen und Gedanken in schriftlicher und audio_visueller Form in französischer, deutscher und englischer Sprache. Der nachfolgende Text ist ein Crosspost

(c) Kasia Matejczuk

(c) Kasia Matejczuk

Sehr geehrte Dr. habil. Heike Diefenbach und Michael Klein,

Sie haben einen Brief  an die Humboldt Universität und an den Berliner Senat für Bildung, Jugend und Wissenschaft verfasst: « Profx Lann Hornscheidt von der Humboldt-Universität entfernen ».

Lann Hornscheidt, Profx für Gender Studies und Sprachanalyse am Zentrum für transdisziplinäre Geschlechterstudien der Humboldt-Universität zu Berlin, sei mit sofortiger Wirkung von der Universität auszuschliessen.

Warum?

Weil Lann Hornscheidt unterschiedliche Möglichkeiten entwirft, Sprache so zu verändern, dass Sprachhandlungen nicht diskriminierend sind. Weil Lann Hornscheidt praktische Vorschläge für geschlechtsneutrale Formulierungen macht, die Alternativen zum binären System bieten.

So z.B. die x-Form statt der herkömmlichen „er“ und „sie“, oder die x-Endung eines Wortes statt der üblichen gegenderten Wortendung.

Das haben Sie sicherlich im Leitfaden der AG Feministisch Sprachhandeln der Humboldt-Universität zu Berlin nachgelesen: “Was tun? Sprachhandeln – aber wie? W_Ortungen statt Tatenlosigkeit. Anregungen zum antidiskriminierenden Sprachhandeln”, der im Frühjahr 2014 erschienen ist.

Sie schreiben, dass Lann Hornscheidt dabei nicht nur eine wissenschaftliche Position missbraucht, um den eigenen Spleen auszuleben, sondern auch « eine verbale Vergewaltigung harmloser Studenten durchführe, die zur Sprach-Konformität mit Lann Hornscheidt gezwungen und auf diese Weise der normalen Welt entfremdet werden ».

Ertens: Der V*rg*w*lt*g*g-Vergleich ist, gelinde gesagt, sehr problematisch. Oder wenn Sie wollen: ziemlich unwissenschafltich.

Zweitens: Ich fürchte, dass es sich da um ein kleines Missverständnis handelt.

Lassen Sie uns dieses bedauerliche Verständnis-Versehen ausräumen.

Bei der x-Form handelt es sich nur um einen Vorschlag, wie Lann Hornscheidt der FAZ erklärt:

Ich hänge aber nicht an der x-Form. Wenn andere Leute andere Vorschläge haben, freue ich mich darüber. Ich teile auch viele Kritikpunkte, zum Beispiel, dass diese Form nicht schön ist.“ Es müsse jedoch möglich sein, dass Menschen, die sich nicht als Männer oder Frauen fühlen, dies sprachlich ausdrücken können. Hornscheidt betont außerdem, dass es überhaupt nicht darum gehe, Geschlechter abzuschaffen. „Ich halte das weder für sinnvoll, noch steht es in meiner Macht. Aber natürlich fordert es Menschen heraus, wenn sie lernen, dass es auch noch etwas anderes als Frauen und Männer gibt. Ich verstehe auch, dass sie das erschreckt. Aber das kann doch auch spannend sein. Für mich fehlt dieser Gesellschaft die Bereitschaft, Differenzen stehen zu lassen.

Gute Nachricht

Folgendes möchte ich Ihnen feierlich ankündigen:

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Von #occupygezi, Medien-Fails und der Apocalypse – Die Blogschau

8. Juni 2013 von Charlott
Dieser Text ist Teil 208 von 295 der Serie Die Blogschau

Auf textprodüksiyon gibt es einen differenzierten Blick auf die aktuellen Proteste in der Türkei. Und auch bei Kanaction geht es um das Thema: „Seiltanz der Solidarität(en): #occupygezi„.

Der SPIEGEL schreibt über Sexarbeit. Carmen stellt auf ihrem Blog heraus, wie der tendentiöse Artikel entstand. Oder wie sie einführt: „Ein Blogbeitrag über meine Erfahrungen und Erkenntnisse aus der Zusammenarbeit mit dem SPIEGEL zum Thema Prostitutionspolitik, die mich desillusioniert hätten, wenn ich es nicht schon gewesen wäre.“

Auch auf Sina’s Blog ging es um besagten Text beim SPIEGEL.

re-empowerment! nimmt eine aktuelle Studie zu häuslicher Gewalt auseinander und wirft mal einen genaueren Blick auf die involvierten Menschen und Methoden. Der Grund? Gerade diese Studie soll – auch laut Medienberichten – zeigen, dass Männer viel betroffener wären und das mit nachweislich miserabelster Methodik. Was nach der Analyse bleibt, ist reine Maskuslisten-Propaganda.

Bei femgeeks hat Helga noch viel mehr zur Berichterstattung in den Mainstream-Medien zusammengetragen und urteilte: „Eine Woche voller Tiefpunkte“.

Warum werden eigentlich Sexarbeiterinnen kaum mit gedacht bei Debatten über Gewalt gegen Frauen? Diese Frage stellt Kate Zen auf menschhandel heute.

Ja, über Germany’s Next Top Model und Heidi Klum kann mensch ganz großartig herziehen. Das stellt auch AufZehenspitzen fest und konstatiert irritiert: „Und plötzlich finden alle Sexismus scheiße„…

„Keinen CSD mit Nazis“ fordert queergestellt und veröffentlicht eine Stellungnahme zur Anmeldung von „pro Köln“.

Natasha A. Kelly blickt zurück auf die Podiumsdiskussion „Colors of Feminism“ und schreibt zu Rassismus in weiß dominierten Feminismen.

Auf e13 schreibt Kiki Thaeringen eindrücklich über Mobbingerfahrungen (in der Schulzeit) und warum es ganz sicher nicht lustig ist, wenn irgendwelche Menschen im Netz gewollt lustig über ihr eigenes Tätersein bei Schulmobbing „beichten“.

Das Bundesverfassungsgericht hat gerade entschieden: Paare, die in eingetragener Lebenspartnerschaft leben, haben Anspruch auf das so genannte Ehegattensplitting. Bei L-talk findet frau das zwar natürlich gut und gerecht, ist aber trotzdem nicht ausschließlich begeistert.

Und sonst die Woche? Die Apokalypse wird kommen (orakelt tenthousand spoons) – jedenfalls könnte eins das denken bei all den Kommenateren zum Femininum in Leipzig. Gut, dass sich die juristische Fakultät da zu wehren versucht! /sarkasmus

Heute um 13:30 findet in Berlin ein Protest gegen die „Nacktfußball-EM der Frauen“ statt (facebook-Link).

Und für alle Kurzentschlossenen heute Abend in Berlin: Zeina Abirached und Paula Bulling sprechen auf der Lange Buchnacht über die unterschiedlichen autobiografischen Perspektiven ihrer Graphic Novels „Das Spiel der Schwalben“ und „Im Land der Frühaufsteher“ im SO36, 19.00 Uhr.

Für eine bessere Vernetzung der feministischen Blogosphäre listen wir jede Woche auf, was unsere Kolleg_innen über die Woche so melden und tun. Haben wir etwas vergessen oder übersehen? Kennen wir dein brilliantes Blog etwa noch gar nicht? Dann sag uns bitte Bescheid!


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Pronomen ohne Geschlecht

28. Mai 2013 von Gastautor_in

Anna Heger wurde 1978 in Berlin geboren. Xier denkt seit 2009 über alternative deutsche Grammatik nach. Auf xiesem Blog veröffentlicht xier auch emanzipatorische und/oder biographische Comicgeschichten. Manchmal gibt xier Workshops zu Themen aus ihren Szenen: queer-bi-poly-feministisch-trans*. Tagsüber programmiert xier für Geld. Anna Heger lebt seit bald zehn Jahren in München.

Ihr Artikel zu Pronomen ohne Geschlecht, der vor kurzem in Queerulant_in erschienen ist, dürfen wir hier mit freundlicher Genehmigung noch einmal veröffentlichen.

Pronomen brauchen nicht zwangsläufig ein Geschlecht. Ich finde es unsinnig bei jeder Erwähnung eines anderen Menschen das Geschlecht anzugeben. Sächliche Pronomen möchte ich für Menschen nicht verwenden. Ich wollte 2009 also selber die Pronomen ohne Geschlecht festlegen, weil ich damals in der deutschen Sprache keine solchen kannte.

Pronomen ohne Geschlecht kenne ich im Englischen schon viele Jahre: ze, gesprochen wie in dem Wort New Zealand, wird anstatt she|he und hir, gesprochen wie in dem Wort here, wird anstatt von her|his verwendet.

Ze hirself calls hir friend. [deutsche Übersetzung: Sie|er ruft ihren|ihre|seine|seinen Freundin|Freund selber an.]

In Schweden gibt es zusätzlich zu „han“ (er) und „hon“ (sie) das genderneutrale Pronomen „hen“ [1]. Das neue Wort wurde schon 2009 in die in die schwedische Nationalenzyklopädie aufgenommen. Letztes Jahr gab es Diskussionen über das Geschlecht der Pronomen nachdem „hen“ in einem Kinderbuch verwendet wurde [2].

Im Deutschen fehlten mir genau solche Pronomen. Also habe ich zusammen mit anderen [3] welche entwickelt. Um den Überblick zu erleichtern, werden im folgenden die Worte ohne Geschlecht fett und die geschlechterspezifischen Worte durchgestrichen dargestellt.

xier – ein Personalpronomen, statt sie|er
dier – ein Artikel und ein Relativpronomen, statt die|der
xies – ein Possessivpronomen, statt ihr|sein

Das x am Wortanfang wird wie für ein x typisch entsprechend der phonetische Lautschrift [ks] [4] ausgesprochen. Die Pronomen xier und dier reimen sich auf das Wort Tier. Xies reimt sich auf das Wort lies. Die phonetische Lautschrift der drei neuen Wörter ist [ksi:ɐ̯], [di:ɐ̯] und [ksi:z].

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Männlichkeiten, Weiblichkeiten und mehr im „Kurz verlinkt“

15. März 2013 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 188 von 362 der Serie Kurz notiert

Die taz veröffentlicht ein „Protokoll einer Romni„, in dem Diana S. über ihr Leben in Deutschland und Angst vor Diskriminierungen berichtet.

Anlässlich des Frauenkampftags gab es ebenfalls in der taz eine Serie über „unsichtbare“ Frauen. Es wurden Frauen portraitiert, die aufgrund von beruflicher Stellung, Krankheit und Migration, bzw. Kombination aus diesen und anderen Faktoren, besonders selten wahrgenommen werden.

Spectra Speaks schreibt über sisterhood und Weiblichkeits- sowie Maskulinitäts-Performances. Spectra analysiert, wie sich der eigene Zugang zu „women’s spaces“ mit der Veränderung der Performance geändert hat. (Englisch)

Die neue an.schläge ist da und es schreiben dort zum Beispiel Antje Schrupp und Mädchenmannschafts-Autorin Nadia Shehadeh noch einmal zur Kinderbuchdebatte.

Die LGBT-Aktivistin Lepa Mlađenović erhält den Anne-Klein-Frauenpreis. phenomenelle berichtet.

Über das Privileg, sich selbst halbwegs sicher als Feministin bezeichnen zu können, und die Entscheidung, aus Selbstschutz darauf zu verzichten, schreibt Ana Mardoll bei Shakesville. (Englisch)

Das Ms. Magazine interviewt feministische Food-Bloggerinnen, z.B. Dr. Amie “Breeze” Harper, die bereits seit 2005 zu Veganismus schreibt – immer mit einem Blick auf Differenzkategorien wie race, class und gender. (Englisch)

Zum Thema Pornographie gibt es einen Beitrag auf black feminists: „The cult of pornography – a black feminist perspective„. (Englisch)

Im Tagesspiegel schreibt Verena Friederike Hassel über Neurobiologie. Sie erklärt:

Der Trend, Ursachen für Geschlechtsunterschiede im Hirn und nicht in der Gesellschaft zu suchen, ist ungebrochen. Doch oft sind diese Studien völlig unwissenschaftlich – dienen aber dazu, Vorurteile gegen Frauen im wissenschaftlichen Gewand zu präsentieren.

the feminist wire schreibt über Schwarze Männlichkeiten und geht dabei auf Themen wie Polizeigewalt, Rassismus und Heteronormativität ein. (Englisch)

Anlässlich des 8.März schrieb Nadine Lantzsch darüber, dass Sprachkritik eben auch Systemkritik ist.

Nach dem Klick gibt es Termine in Berlin, Bern, Dortmund, Kiel:

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Wie „The Mail on Sunday“ Frauen ignoriert

13. Juli 2012 von Anna

Es ist noch nicht ganz zwei Wochen her, als Spiegel Online in einer Bilderstrecke zum Finale der Fußballeuropameisterschaft der Männer die Existenz der Töchter der spanischen Nationalspieler glattweg ignorierte (wir berichteten). Über @yeskatiedear wurden wir vor ein paar Tagen auf ein Titelbild der britischen Zeitung The Mail on Sunday aufmerksam und die Strategien männlicher Geschichtsschreibung erreichten hier vorläufig einen neuen Höhepunkt. Es geht mal wieder um ein Sportereignis, diesmal das Finale des Herreneinzels von Wimbledon, in dem der Brite Andy Murray auf den Schweizer Roger Federer traf.

The Mail on Sunday titelte folgendes:

Titelseite The Mail On Sunday

Titelseite The Mail on Sunday – via @yeskatiedear

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