Einträge mit dem Tag ‘Sport’


Applaus für… Cheftrainerin eines US-Football Teams

12. März 2010 von Magda
Dieser Text ist Teil 13 von 22 der Serie Applaus für

Laut der Washington Post ist Natalie Randolph die erste Cheftrainerin eines Varsity Männer-Football-Teams (die offizielle Schulmannschaft) an der US-amerikanischen Coolidge High School in Washington, DC. Randolph war fünf Jahre lang Wide Receiver der professionellen Frauen-Football-Mannschaft D.C. Divas und arbeitete bereits als Assistenztrainerin.

Obwohl es keine offiziellen Aufzeichnungen über die Anzahl von Frauen gibt, die ein Football Team in den USA (mit)trainiert haben, ist Randolph neben den 15.675 männlichen Trainern, die in der letzten Saison an einer öffentlichen oder privaten High School in den USA gearbeitet haben, zur Zeit wohl die einzige Chef-Trainerin einer Varsity Football-Mannschaft. Bei der Bekanntgabe waren manche Spieler skeptisch und testeten das Wissen ihrer neuen Trainerin, woraufhin Randolph schnell klarmachte, wer die neue Chefin sei. Disziplin und Sachlichkeit seien Randolph besonders wichtig.

Einen weiblichen Football-Coach, Wanda Oates, heute 67-jährige Sportlehrerin, gab es allerdings schon mal 1985: Diese behielt ihre Position jedoch nur einen Tag, da die Trainer der gegnerischen Mannschaft die BezirksdirektorInnen der Schule dazu aufforderten, Oates von ihrem Job zu entfernen. Gegen eine Frau antreten? Unerhört!

Oates zeigte sich nun sehr erfreut über Randolphs Ernennung zur Cheftrainerin in diesem “Macho-Sport”. Bisher ist dies ein Einzelfall, aber es bleibt zu hoffen, dass jene Bilder nicht die einzigen bleiben, die google ausspuckt, wenn man “American Football” und “women” eingibt.


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Verlinktes

5. März 2010 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 76 von 152 der Serie Kurz notiert

Auf genderacrossborders.com stellt sich Carrie Polansky die Frage, ob das Jahr 2009 im Lichte der Nominierung von Kathryn Bigelow ein Wendepunkt für Frauen in Hollywood darstelle. Bigelow ist die insgesamt vierte Frau in der Geschichte Hollywoods, die als Regisseurin für einen Academy Award nominiert wurde.

Sexismus im Netz: Nicht Neues. Und leider nichts Seltenes. Auch die amerikanischen Ladies auf feministing.com bleiben davon nicht verschont.

Letzte Woche berichteten wir über eine Amerikanerin, die ihre Abtreibung live twitterte. Nun bekam sie Todesdrohungen, wie broadsheet@salon berichtete.

Ebenfalls auf broadsheet@salon: Mehrere Musliminnen betraten den in einer Moschee in Washington D.C. (USA) eigentlich nur für Männer reservierten Teil und fingen an zu beten. So protestierten sie gegen den Sexismus der strikten Trennung von Männern und Frauen in Moscheen - und riskierten ihre Verhaftung.

An all die Jazzer_innen unter uns: Sechs Jazz-Ladiesvorgestellt auf spiegel.de.

Der ehemalige Schiedsrichter-Funktionär Manfred Amerell wird beschuldigt, mehrere Schiedsrichter sexuell belästigt zu haben und war deswegen im Februar von all seinen Ämtern beim DFB zurückgetreten. Nun spricht Amarell öffentlich von Verleumdung. In der Talkshow “Kerner” musste der bisexuelle Amerell indiskrete Fragen über sein Intimleben über sich ergehen lassen.

Terminkalender auf, liebe Berliner_innen:

In Berlin kann man eine Ausstellung Zur sexuellen Identität schwuler Männer bestaunen. Die Eröffnung ist am 6. März, die Ausstellung geht vom 10. März bis 1. April 2010.

Auch in diesem Jahr gibt es wieder den „All Female Jam“ in Berlin. Am 6.3. und 7.3. anlässlich des internationalen Frauentages 2010. Dieses Jahr wurden folgende Writerinnen eingeladen gemeinsam an der Alten Feuerwache in Berlin Kreuzberg zu sprühen: AZEM, PNÖM, SHERON, SANY, MIAONE, CANDY, MSX, FLADY, TILDA, CHIKA. Außerdem findet am 7.3. ein Mentorinnen Meeting, eine Airbrush-Session und natürlich das traditionelle Kaffeekränzchen statt.


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Alles dabei: Mode, Sport, Militär, Literatur, Sex und – noch mehr zu Sexismus im Netz

2. März 2010 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 46 von 152 der Serie Kurz notiert

Jezebel.com berichtet darüber, dass bei der diesjährigen New York Fashion Week weniger women of color gebucht wurden, und das, obwohl der Trend in den letzten Jahren eigentlich in die andere Richtung gezeigt hatte.

Die Junge Welt bespricht das Buch “Feminismen und ›Neue Politische Generation‹” von Anne Lenz und Laura Paetau, die untersucht haben, wie in linken Gruppen genderpolitisches Handeln entsteht.

Letzte Woche hat der US-amerikanische Pentagon entschieden, dass das Marine-Verbot von Frauen in U-Booten unzulässig sei. Zur Zeit sind etwa 15% der rund 336.000 Soldat_innen der US-Marine Frauen, welche allerdings nur auf Überwasserschiffen arbeiten dürfen. GenderAcrossBoders berichtet, warum das Aufheben des Verbots ein guter Schritt wäre.

Olympia: Als die kanadische Frauen-Hockeymannschaft nach ihrem Sieg gegen die USA auf dem Eis ordentlich abfeierte (mit Bier, Champagner und Zigarren) und ein_e Fotograf_in dies festhielt, hagelte es Kritik. Nun fragt man sich auf broadsheet, ob sich die Kritiker_innen über das unsportliche Verhalten aufregen oder eher darüber, dass die Damen hier so ganz und gar nicht lady-like mit Bier und Zigarren protzen.

Vor einiger Zeit verwiesen wir auf einen Artikel aus der Spiegel-Reihe über Abstinenz-Aktivistinnen an US-amerikanischen Unis, die angeblich für den “echten Feminismus” einstehen. In einem anderen Artikel wurde auch eine Kritikerin dieser Abstinenzbewegung genannt: Die Soziologiestudentin Lena Chen. Diese freut sich zwar auf ihrem Blog Sex and the Ivy über ihr deutsches Debüt, aber nicht darüber, dass sie im Artikel auf ihren Minirock reduziert wird. Dabei trug sie noch nicht mal einen.

Die Kontextschmiede reiht sich in die Diskussion um Frauenfeindlichkeit im Netz ein und stellt die Frage: “Wozu noch Feminismus in Blogs? Eine Frage der Perspektive“. Schlußfolgerung: Die Blogger_innen-Szene braucht mehr Diversität und Vernetzung - insbesondere auch unter Frauen. Ein Kommentar zum Text der Kontextschmiede folgte flugs auf der Medienelite.

Auf Aviva-Berlin gibt es einen Aufruf an alle kurvigen Damen:

Für Frauen, die nicht den Magermodels-Maßen entsprechen und Spaß an Mode haben. Für den sheego Fashion Kalender 2011 sucht das Label Frauen ab Konfektionsgröße 40, die “Ausstrahlung, Weiblichkeit….., Erotik und Charisma” verkörpern. Einsendeschluss 30.04.2010


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Neue Regeln für Sportlerinnen?

16. Februar 2010 von Helga

Bei diesem Olympischen Spielen ist es gerade keine Thema: Nach der Kontroverse um das Geschlecht von Caster Semenya ist das Internationale Olympische Kommitee trotzdem auf der Suche nach neuen Regeln, so die Falls Post. Doch schon das Fazit des Kommitees klingt wenig vielversprechend. Statt den Fokus auf die Fairness der Wettkämpfe zu legen, werden medizinische Bedenken künftig in den Vordergrund gerückt. Athletinnen, deren Geschlecht uneindeutig ist, sollten künftig eine Diagnose und Behandlung bekommen. Die weiteren Vorschläge sind bestenfalls vage, wie die “Fall-zu-Fall”-Entscheidungen oder Einrichtung spezieller Behandlungszentren und im schlimmsten Fall furchterregend:

Sports authorities would send photographs of athletes to experts […]. If the expert thinks the athlete might have a sexual-development disorder, the expert would order further testing and suggest treatment.

Auf Deutsch: Sportbehörden würden Fotos von Athleten an Experten senden. Wenn der Experte eine mögliche Störung der sexuellen Entwicklung sieht, würde der Experte weitere Tests anordnen und Behandlungen vorschlagen.

Falls da tatsächlich keine Aufnahmen von primären und sekundären Geschlechtsmerkmalen gemeint sein sollten, bin ich ja schon gespannt, wie man das umsetzen will. Schminke, gezupfte Augenbrauen und erkennbar lange Haare verbieten auf solchen Fotos, damit das “eigentliche” Gesicht zu sehen ist? Oder genau anders herum jede Athletin weiteren Tests unterziehen, die sich konventionellen Schönheitsidealen verweigert?
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Schnittchen in der Fußballarena

1. Februar 2010 von Susanne
Dieser Text ist Teil 28 von 103 der Serie WWW Girls

In jeder Folge der WWW Girls stellen wir euch eine Bloggerin und ihr Weblog vor. Heute:

SPIELFELDSCHNITTE.de

Wie heißt ihr?
Rosa und Mayte.

Seit wann bloggt ihr?
Wir bloggen seit März 2009.

Drei Bloggerinnen mit weißen Laptops auf denen der Venusspiegel prangt, darum der Slogan - Feminists of the WWW: unite

(c) Frl. Zucker, fraeuleinzucker.blogspot.com

Warum habt ihr damit angefangen?
Rosa ist Fußballerin, Mayte ist Theaterwissenschaftlerin. Mayte schaut Fußball und Rosa macht Theater. Angefangen hat alles mit der Beobachtung, dass der Frauenfußball ein gordischer Darstellungsknoten ist: Frauenfußball kämpfte stets um eine mediale Öffentlichkeit, ein Kampf, der mit den Klischeebildern der Fußball spielenden Lesbe einhergeht, also dem Bild einer Frau, die ihre Weiblichkeit verliert, weil sie männliche Sphären beansprucht. Die Fußballarena ist einer DER Orte in unserer Gesellschaft, der ihre patriarchale Prägung ungeschminkt zu Tage fördert. Die Fußballarena ist der Ort für den männlichen Mann. Der Frauenfußball wirft diesem Männertum den ein oder anderen Knüppel zwischen die Beine, führt er nicht nur die identifizierenden, sondern auch die begehrenden Blicke aufs Spielfeld vor Augen und damit auch, worum es hier neben dem Spiel überhaupt geht.

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Fußballfieber

28. August 2009 von Magda

Na gut, ich gebe es zu: Ich bin eine der ZuschauerInnen, die Fussball nur spannend findet, wenn Europa- oder Weltmeisterschaften stattfinden. Aber dann verpasse ich selten wichtige Spiele und fiebere vor öffentlichen Leinwänden mit. Es würde zwar nicht so weit kommen, dass ich mir eine Deutschlandflagge auf die Wange male oder gar an meinen Balkon hänge, dennoch freue ich mich, wenn die deutsche Nationalmannschaft gewinnt.

Noch bis zum 10. September findet die 10. Fussball Europameisterschaft der Frauen in Finnland statt, was mir erst vor einigen Tagen aufgefallen ist – entweder war ich in einem sommerlichen Tiefschlaf und die Vielzahl an Werbung ist an mir vorbeigekommen, oder die EM der Frauen steht nicht so ganz im medialen Interesse wie das der Maenner – was ich wohl eher vermute. Also kein zweites Sommer-Märchen!

Dabei müssten doch gerade Fussball-Fans der deutschen Mannschaft momentan einen hohen Puls haben: Nachem die deutsche Nationalmannschaft schon am Montag (24.08.) gegen Norwegen mit 4:0 gewann, spielten sie die Französinnen gestern (27.08.) mit 5:1 an die Wand. In der Gruppe B sind sie mit 6 Punkten auf dem ersten Platz mit nur einem Gegentor und stehen somit im Viertelfinale. Im dritten und letzten Gruppenspiel am kommenden Sonntag (30.08., 15 Uhr) wird  die deutsche Nationalmannschaft auf Island treffen (mehr Infos zu den Spielen hier).

Qualifiziert haben sich Finnland (Gastgeber-Land), Deutschland (Titelverteidigerinnen), Dänemark, England, Frankreich, Island, Italiern, Niederlande, Norwegen, Russland, Schweden und die Ukraine.

Nun kann man nur hoffen, dass die Sportlerinnen auch irgendwann einmal die Honorare ihrer männlichen Kollegen erreichen (oder diese etwas knapper bemessen werden, bei den hohen Gagen wird einem ja schwindelig) – gleiche Arbeit, gleicher Lohn, so war das doch, oder?! Dem stehen allerdings einige Barrieren entgegen: Zum einen fehlen SponsorInnen und zum anderen ist das gesellschaftliche Ansehen von Frauenfussball auch noch nicht mit dem des Männerfußballs zu vergleichen. Man beachte auch folgende sprachliche Besonderheiten:

Männer spielen Fußball. Frauen spielen Frauenfußball.

Dennoch hat der Frauenfussball in den letzten Jahren beachtliche Erfolge gefeiert. Auf hr online fasst Nicole Rautenberg die Geschichte des Frauenfußballs in Deutschland kurz&knackig zusammen: Nachdem 1955 Frauenfußball verboten wurde, fand ein Jahr später bereits das erste Länderspiel gegen Holland statt. Ende der 60er Jahe wurden die Kickerinnen immer populärer und man diskutierte über die Besonderheiten beim Frauenfußball, z.B. ob die Regeln verändert werden sollten, die Tore kleiner gemacht werden oder die Spielerinnen gar Brustpanzer tragen sollen (darauf wurde verzicht). Mit dem deutschen Titelgewinn bei den Europameisterschaften 1989 im eigenen Land gewannen die Fußballerinen jeweils ein Tee Service (ja genau, ein Tee Service). Heute gibt es Prämien von 50.000 Euro bei Europa- oder Weltmeisterschaft-Gewinn (bisher gewannen die deutschen Kickerinnen 6 EM’s und 2 WM’s).

Eine beachtliche Leistung angesichts der Tatsache, dass Frauenfußball erst in den letzten Jahren wirklich mediales Interesse und vor allen Dingen Begeisterung unter den Fußball Fans auslöste. Ich bin gespannt auf das Viertelfinale und freue mich auch auf ein eventuelles Halbfinale. Die Spielerinnen holen einene erneuten Titel? Nicht ausgeschlossen!


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Applaus für … Gerechtigkeit nach 50 Jahren

24. August 2009 von Helga
Dieser Text ist Teil 6 von 22 der Serie Applaus für

Rena KanokogiSie hatte nichts Unrechtes getan, trotzdem nahm man Judoka Rena “Rusty” Kanokogi ihre Goldmedaille wieder ab. Sie war bei den New York State YMCA Judo-Meisterschaften für ein verletztes Teammitglied eingesprungen. Die Regeln schlossen Teilnehmerinnen nicht aus, getraut hatte sich bisher aber keine. Mit kurzen Haaren und getapeten Brüsten fiel sie zunächst nicht auf – bis sie den Kampf gewonnen und ihrem Team zum Sieg verholfen hatte.

She was pulled aside and forced to admit she was a woman or else her teammates would have been stripped of the title.
“It was very demeaning, painful,” she said.
“It was a horrible feeling – like I did something wrong by being a woman.”

Kanokogi wurde zur Kämpferin für gleiche Rechte und “Mutter des Frauenjudo”. Sie nahm eine Hypothek auf, um die ersten Judo-Weltmeisterschaften für Frauen 1980 zu finanzieren und war die treibende Kraft hinter der Zulassung als olympische Sportart 1988. Letzten Freitag verlieh ihr die New Yorker YMCA endlich ihre Goldmedaille.

Über Feministing.


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Caster Semenya: Sportler oder Sportlerin

21. August 2009 von der Mädchenmannschaft

Die Aufregung um das Geschlecht der Sportlerin Caster Semenya: Zwei Autorinnen haben sich Gedanken zu einem Thema gemacht.

Ist sie eine Frau? Oder ist sie ein als Frau getarnter Mann? Oder ist sie ein Mann, der denkt, er wäre eine Frau? Das denkt sich Barbara.

Die südafrikanische Sportlerin Caster Semenya hat am Mittwoch den 800-Meter-Lauf bei der Leichtathletik-Weltmeisterschaft in Berlin gewonnen. Es kann jedoch passieren, dass ihr der Sieg aberkannt wird: Wenn sich nach mehreren Tests, die in den nächsten Tagen abgeschlossen werden, herausstellt, dass sie keine Frau ist. Sondern ein Mann. Geschaut wird überall, wo es nachweisliche Unterschiede gibt, also zwischen den Beinen und im Chromosomensatz der 18-Jährigen. In der Presse werden Beispiele angeführt (z. B. auf SPIEGEL online oder bei sueddeutsche.de, wie sich Sportlerinnen bei genauerem Hinsehen als Sportler entpuppten: ein trauriges Kapitel der Sportgeschichte, gleich neben dem mit dem Doping.

Intersexualität fern des privaten, intimen Bereichs empfinde ich als verstörend und erstaunend zugleich: In welcher Situation gibt eine Frau vor, ein Mann zu sein? Mir fällt beispielsweise der Streisand-Film “Yentl” ein, in dem es um Bildung und Religion, den Talmud, die jüdische Religionsgeschichte geht, etwas, wozu nur Männer Zugang haben. Und viele Kriegsszenen, in denen Frauen sich in Uniformen zwängen, Haare und Brüste wegbinden, um mitkämpfen zu können, Seite an Seite mit ihren Männern, für das Land, die Ehre, die Zukunft und was sonst noch wichtig ist. Umgekehrt, wann gibt ein Mann vor, eine Frau zu sein? Von der Transvestie abgesehen denke ich vor allem an so Faschings-Klamauk à la “Some like it hot”, “Charley’s Tante”, oder Filme wie “Tootsie”. Hier geht es um Jobs (Männer im Frauenorchester, Männer besetzen Frauenrollen), oder um Anstandsdamen, die aufpassen, dass niemand etwas anbrennen lässt.

Zurück zu Caster Semenya. Sollte sich herausstellen, dass sie einen männlichen Chromosomensatz hat, dass ihre Geschlechtsorgane in Wahrheit doch männlich sind, dass ihrem Sieg ein Betrug zugrunde liegt, kann sie, die dann ein Er ist, Mitleid sicher gut gebrauchen. Ebenso, wenn sich herausstellt, dass sie einen weiblichen Chromosomensatz hat. Denn als “Nicht-Frau” ist sie längst gebrandmarkt, durch Bemerkungen anderer Sportlerinnen, durch die Beteuerung ihrer Mutter, durch das Bereden ihres Aussehens, das mit straffem Bauch, flacher Brust und breiten Schulter nicht der weiblichen Norm entspricht. Was auch immer darunter zu verstehen ist – denn längst ist das, was als Norm verkauft wird, nicht mehr das, was natürlich ist.

Wo also liegt die Grenze: Die eine Frau lässt die Brüste vergrößern, die Vagina glätten, die Wangenknochen hervorheben, die Haut an den Armen straffen und die Taille verschlanken – und bleibt eine Frau. Die andere lässt all das auch machen – bleibt aber aufgrund des Chromosomensatzes ein Mann. Wer bestimmt, wie lange oder ab wann eine Frau eine Frau ist?

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Wann ist eine Frau eine Frau? Das fragt sich Helga beim selben Thema:

Ein Sprinter steigert sich zu unglaublichen Bestleistungen, seine Dopingtests sind negativ, er ist der neue Held.

Eine Sprinterin steigert sich zu unglaublichen Bestleistungen, ihre Dopingtests sind negativ, sie muss zum Geschlechtstest.

Caster Semenya siegte bei der Leichtathletik-Weltmeisterschaft in Berlin beim 800 Meter-Lauf. Wie Usain Bolt im letzten Jahr, steigerte sie dabei ihre eigene Bestleistung enorm, die Dopingtests waren negativ. Doch Semenya muss nun eine Reihe weiterer Tests über sich ergehen lassen, die sie am Ende den Titel wieder kosten könnten. Denn die IAAF, Ausrichterin der Leichtathletik-WM, vermutet, sie sei in Wirklichkeit ein er.

Tests zur Bestimmung des Geschlechts wurden früher routinemäßig durchgeführt, vor einigen Jahren jedoch wieder abgeschafft. Sie werden in strittigen Fällen weiter angewendet. 2006 wurde der indischen Leichatlethin Santhi Soundarajan die Silbermedaille aberkannt, die sie bei den Asienspielen über 800 Meter errungen hatte. Ihr wurde ein männlicher Chromosomensatz trotz äußerlich weiblicher Geschlechtsorgane nachgewiesen. Später versuchte Soundarajan Selbstmord zu begehen, die Kontroverse um ihr Geschlecht war einer der Gründe.

Wie bei Soundarajan vermutet man auch bei Semenya eine Androgenresistenz. Dabei besitzt der Körper den (männlichen) XY-Chromosomensatz, die gebildeten männlichen Hormone werden aber nur teilweise, bzw. gar nicht verarbeitet. Bei einer vollständigen Resistenz sehen die äußeren Geschlechtsorgane weiblich aus, die Hoden sind im Körperinneren verborgen. Meist werden sie im Erwachsenenalter entfernt, um Krebs zu vermeiden. Die Betroffenen werden meist ihr Leben lang als Frauen betrachtet. Neben der Androgenresistenz gibt es noch weitere Variationen von Hormonen und Chromosomen, heute zusammgenfasst als Intersexualität oder Sexualdifferenzierungsstörung.

Hinter allem steht die Frage, was den Mann und die Frau ausmacht. Chromosomen? Erscheinungsbild? Hormonlevel? Wo genau verläuft die Grenze? Wieviel Hormone dürfen es sein, bevor die Chromosomen den Ausschlag geben?

Auffällig ist auch, dass lediglich Frauen beweisen müssen, “wirkliche” Frauen zu sein. Unter den Athleten können sich auch Athletinnen verbergen, doch kein er hat sein Geschlecht bisher beweisen müssen.


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Frauen auf Skateboards und BMX-Rädern

9. Juni 2009 von Susanne
Dieser Text ist Teil 7 von 103 der Serie WWW Girls

In jeder Folge der WWW Girls stellen wir euch eine Bloggerin und ihr Weblog vor. Heute:

MIZZI.at

Wie heißt du?
Stephi.

Seit wann bloggst du?
Ich hab so zirka 1999 begonnen, auf meiner ersten Website Artikel mit meiner Meinung zu bestimmten Themen zu veröffentlichen. Vor mizzi hab ich einen Blog namens Damenrad betrieben, der war deutschsprachig. Mit der Zeit hab ich aber gemerkt, dass ich mich damit etwas einschränke und ich auf Englisch vielleicht viel mehr Leserinnen und Leser erreichen kann. Der Blog liegt immer noch auf damenrad.twoday.net.

(c) Frl. Zucker, fraeuleinzucker.blogspot.com

Warum hast du damit angefangen?
Weil ich so auf einfachem Weg viele Leute erreichen konnte und es damals schlicht und ergreifend cool fand.

Worüber schreibst du?
Mittlerweile blogge ich regelmäßig über Frauen in Extremsportarten wie Snowboarden, BMX, Skateboarden, Wakeboarden, Surfen, Motocross etc. auf www.mizzi.at. Mein Ziel mit diesem Blog ist es, abgesehen von meinem eigenen Interesse an diesen Sportarten, anderen eine Plattform zu bieten. Ich möchte, dass Mädchen und Frauen durch meinen Blog bemerken, dass es viele weibliche Vorbilder gibt und dass man sich auch mal an Dingen versuchen kann, die nicht “typisch Frau” sind. Ich will die Frauen und Mädchen in diesen Sportarten unterstützen und pushen, ihnen etwas Aufmerksamkeit zukommen lassen.
Persönliche Einträge gibts nur mehr für Freundinnen und Freunde in meinem Livejournal zu lesen.

Was dir ohne Internet nicht passiert wäre:
Ich hätte ein paar Menschen wohl nie kennengelernt, die mir mittlerweile sehr ans Herz gewachsen sind.

Wovon braucht das Internet mehr?
Ein bisschen mehr Freundlichkeit, Zurückhaltung und Humor würden den Menschen im Internet teilweise nicht schaden.

Deine tägliche Web-Lektüre:
derStandard.at

Tipps und Bewerbungen für die WWW Girls an mannschaftspost(at)web.de.


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Football in Unterwäsche

19. Mai 2009 von Susanne

Heute Morgen bei der Zeitungslektüre hätte ich mich beinahe am Kaffee verschluckt, weil ich las, dass sich momentan in den USA die Frauen reihenweise für die “Lingerie Football League” bewerben. Online berichtet z.B. 20Minuten darüber.

Dass Frauen in Unterwäsche Football spielen, war bisher nur eine Halbzeit-Unterhaltungs-Show, soll jetzt aber im großen Rahmen aufgezogen werden. “Heiße Girls in sexy Kleidung” werden den Besuchern versprochen und glaube, nicht falsch zu tippen, dass die Spiele der zukünftig zehn Teams immer ausverkauft sein werden.

Einerseits denke ich dann, klar, jede Frau soll tun und lassen können, was sie will. Andererseits stört, nervt und erschrickt es mich, dass es immer Frauen gab, gibt und geben wird, die sich nichts tolleres vorstellen können als von Männern für ihren Körper bewundernde (und nicht nur bewundernde) Blicke zu bekommen. Dass sie sich so schnell auf ihren Körper als (einziges?) Kapital zurückziehen, finde ich zutiefst frustrierend. Vor allem, weil man ihnen ja eben genau diese Entscheidung auch lassen muss – immerhin kämpft man ja selbst dafür, dass Frauen alles tun und lassen können, wonach ihnen der Sinn steht. Ein blödes Dilemma.


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