Einträge mit dem Tag ‘Sport’


Heroische Frauen, mieser Journalismus – kurz verlinkt

10. Juli 2013 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 197 von 253 der Serie Kurz notiert

Minna Salami schreibt auf Ms. Afropolitan über afrikanische Feminismen und ihre Geschichte (englischsprachig)

Der neue Wegbereiterinnen Kalender ist da! Der Wandkalender im Format DIN A 3 präsentiert auch in diesem Jahr zwölf aktive Frauen aus der Geschichte (PDF).

Zwei Musikerinnen des Pussy Riot-Kollektivs sind inkognito auf Tour. Die taz hat sie interviewt.

Laut dem Handelsblatt haben auch konservative Regierungsabgeordnete in Costa Rica für ein neues Ehe-Gesetz gestimmt – allerdings offenbar ohne sich den Text vorher genau durchzulesen, denn das Gesetz erlaubt auch lesbische und schwule Ehen.

Auch im deutschen Bundesrat standen dieser Tage spannende Themen auf der Agenda: erleichterter Zugang zur “Pille danach”, die Gleichbehandlung schwuler und lesbischer Ehen im Einkommenssteuerrecht und die Möglichkeit der vertraulichen Geburt.

Die Filmindustrie schließt Frauen systematisch aus, stellt nun auch die Süddeutsche Zeitung fest.

Der Sportjournalismus ist nicht viel besser: Angesichts des Wimbledon-Erfolgs von Tennisspieler Andy Murray war vielfach zu hören und zu lesen, dass dieser “seit 77 Jahren der erste britische Sieg” sei – was allerdings nur dann stimmt, wenn man die vier Tennisspielerinnen nicht mitzählt, die in dieser Zeit in Wimbledon gewonnen haben (englischsprachig).

Das superbe US-amerikanische Bitch Magazine macht auch diesmal wieder einige Artikel aus der Print-Ausgabe online zugänglich – darunter eine Kulturgeschichte des Phänomens Junggesellinnenabschied, eine Analyse der Diskussionen um den Feminismus von Popstar Beyoncé und der Erklärung, warum Fett ein queeres und feministisches Thema ist. Welche_r es sich leisten kann: große Abo-Empfehlung!

In ihrem Spoken-Word-Vortrag “Embarrassed” wendet sich Hollie McNish gegen die doppelmoralischen Einschränkungen, denen sie sich als stillende Mutter im öffntlichen Raum ausgesetzt sah (englischsprachig).

Die New York Times erinnert daran, dass “Rasse” keine biologische, sondern eine soziale Kategorie ist (englischsprachig).

In Deutschland geht die Kampagne gegen racial profiling in die zweite Runde: “Es handelt sich dabei um eine von der Kampagne Opfer rassistischer Polizeigewalt (KOP) und der Initiative Schwarze Menschen in Deutschland (ISD) initiierte Beschwerdebrief-Aktion an die Bundespolizei, die Menschen auf einem niedrigschwelligen Niveau handlungsfähig machen und das strukturelle Problem des Racial Profiling sichtbar machen soll”.

Vor 20 Jahren wurde die feministische Musikikone Mia Zapata ermordet; ByteFM erinnert.

s.e. smith schreibt bei XOJane: “Ob es euch passt oder nicht – der westliche Yoga-Hype ist ein Paradebeispiel für kulturelle Aneignung” (englischsprachig).

Über heroische Leistungen von Piloten wird bisweilen viel gesprochen – was aber ist mit dem Kabinenpersonal, deren Fähigkeiten und Einsatz bei Notfällen, fragt Lisa Wade bei Sociological Images (englischsprachig)?

In vielen Regionen hat heute der Ramadan begonnen. Zu diesem Anlass gibt Muslimah Media Watch sechs Tipps für das Schreiben und Sprechen über  muslimische Frauen (englischsprachig). Ramadan Mubarak!

Termine in Berlin, Mainz, Halle/Saale und Hamburg nach dem Klick: (mehr …)


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Spende statt Geschenke: Fußballerinnen unterstützen

13. Dezember 2012 von Magda

Discover Football engagiert sich für Gleich­berechtigung und Emanzipation und setzt Fuß­ball gezielt als Empowerment-Strategie ein. Mit einer aktuellen Weihnachts­aktion möchte Discover Football über 100 Frauen aus acht Ländern ein einmaliges Turnier für Frauen­fußball und Frauen­rechte in Berlin er­möglichen – und dafür könnt ihr spenden. Mehr Infos gibt es auf dem Flyer:

Discover Football freut sich über Spenden (für Großansicht: Klick!)


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Mit Sixpack und Gitarre ins All – die Blogschau

28. Juli 2012 von Anna-Sarah
Dieser Text ist Teil 169 von 260 der Serie Die Blogschau

L-talk hat Bilder vom CSD in Frankfurt am 21. Juli 2012.

Unter den „100 Greatest Guitarists of All Time“  nur zehn Gitarristinnen – Mädchenmusik überlegt, wie das wohl kommt.

Einen Nachruf auf Sally Ride, die erste US-Astronautin, gibt es bei den femgeeks.

Bei Twitter war neulich die Entrüstung groß: Wurden da etwa Knutschverbote für Heteropärchen gefordert?! Mitnichten. Warum Nichtknutschen aber durch­aus ein Akt der Solidarität sein kann (und mehr knutschen auch nicht unbedingt hilft), erklärt sanczny. A propos nicht knutschen: Ryuu nimmt die Debatte zum Anlass, den privilegierte Status von romantischen Zweier­be­ziehungen in Frage zu stellen, nicht zuletzt aus ganz persönlicher Perspektive.

Um sich darüber auszutauschen und erste Gründe herauszufinden, warum Frauen Zeit und Mühe in Wikipedia stecken, und warum eben nicht, trafen sich Mitte Mai Frauen aus aller Welt in Buenos Aires zum WikiWomenCamp. Interviews mit beteiligten Expertinnen können als Videos angesehen werden.

Danger!Bananas findet: ihr Bauch gehört ihr – mit Sixpacks oder ohne.

Wieder „ein Spielzeug mehr auf dem Markt, das Mädchen vermittelt, dass ihre Hauptaufgabe ist, schön auszusehen, während Jungen gefährliche, kluge, aktive Wesen sind, die die Welt verändern“ – das ist das Fazit von Dr. Mutti zu Mattels jüngster Produktlinie „Monster High”.

Auf Graubrot ärgert sich Björn Grau über die Nachrufe auf die Schauspielerin Susanne Lothar, voll von „Chauvinismus, Sexismus und Pietätlosikeit“.

Am 7. September beginnt das 1. Essen Unplugged Festivals (Link führt zum Facebook-Event). Dort gibt es am 9.9. von 20 bis 21 Uhr  eine Lesung, die „Skurriles, Sinnliches, Lustiges und Kritisches rund um Sex und Erotik wiedergibt“ von Les petits Plaisirs.

Das LaDIYfest Berlin sucht Menschen, die zum LaDIYfest 2012 im August Schlafplätze zur Verfügung stellen.

Für eine bessere Vernetzung der (feministischen) Blogosphäre listen wir jede Woche auf, was unsere deutschsprachigen Kolleginnen und Kollegen über die Woche so melden und tun. Haben wir etwas vergessen oder übersehen? Kennen wir dein brilliantes Blog etwa noch gar nicht? Dann sag uns bitte Bescheid!


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Lasst die Spiele beginnen

27. Juli 2012 von Charlott

Heute Abend wird die Eröffnungsfeier in London die 30. Olympischen Sommer­spiele einläuten.  Dieses Mal werden zum ersten Mal alle teil­nehmenden Länder weibliche und männliche Athlet_innen entsenden. Noch vor zwei Wochen sah es so aus, als würde Saudi-Arabien keine Athletin finden, die sich qualifiziert. Nun werden aber 800-Meter-Läuferin Sarah Attar und Judoka Wodjan Ali Seraj Abdulrahim Shahrkhani antreten. Ebenfalls neu: Für Frauen ist erstmals Boxen olympisch.

Dass wir uns über diese Dinge im Jahr 2012 freuen sollen/müssen, macht aber auch deutlich, dass gerade eine Veranstaltung wie die olympischen Spiele und alles, was darum passiert, in sexistischen (und anderen *istischen) Strukturen stecken. Es fängt natürlich an mit der vehementen Tei­lung in Frauen- und Männerwettbewerbe und die damit immer stattfindende Zu- und Einteilung der Athlet_innen in diese.

Dass weibliche Athletinnen darüberhinaus auch immer an anderen Maßstäben gemessen werden, erfuhr die australische Schwimmerin Leisel Jones. Eine Zeitung hatte online dazu aufgerufen, darüber abzustimmen, ob ihr Körper denn olympia-angemessen (also schlank genug) sei. Glücklicherweise gab es daraufhin einen Aufschrei, was das denn solle. Und auch scheinen sportliche Leistungen oft im Hintergrund zustehen, so mussten die japanische Fuß­baller­innen (die aktuell Weltmeisterinnen sind) in der Economy Class fliegen, die Männer aber flogen Business Class. Auch in anderen Teams gibt es solche Unterscheidungen nach Geschlecht.

Abgerundet wird das ganze durch sexistische Werbungen, die die Spiele begleiten und auch zum Verfestigen von Stereotypen beitragen. Das US-amerikanische Bitch Magazine hat einige davon zusammengetragen. So gab es bei den Qualifizierungsturnieren für die olympischen Spiele QR-Codes, die auf den Bikini-Hosen der Beachvolley-Ballerinnen angebracht wurden als Werbegag. Für die Spiele an sich wurden sie verbannt, aber Bitch schrieb ganz richtig: “Der Schaden ist angerichtet.” In einem anderen Werbespot wird die Hingebung der Mütter der Olympionik_inn_en “zelebriert”. Selbst­ver­ständlich wird das Bild aufrechterhalten, dass Frauen eben Re­pro­duktions­arbeit leisten und gerne für ihre Kinder Druck und Leid ertragen. Das auch Olympionikinnen Mütter sein könnten wird schonmal ganz unsichtbar gemacht.

Aber es treten Mütter an. Und überhaupt Frauen mit unterschiedlichsten Hintergründen. Für viele von ihnen werden diese Spiele ein wichtiger Punkt in ihrer Sportlerinnen-Karriere sein und die Möglichkeit vor großem Publikum anzutreten und ihre beeindruckenden Leistungen zu präsentieren.


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Im Sport sind Frauen wieder Menschen zweiter Klasse

2. Juli 2012 von Helga

Zum ersten Mal in der Geschichte der Olympischen Spiele wird es dieses Jahr keine Sport­art geben, in der Frauen nicht teilnehmen. Und zum ersten Mal wird jedes Land Athletinnen entsenden, selbst Saudi-Arabien. Dennoch werden Frauen noch lange nicht gleichberechtigt behandelt.

So deutete es sich vor zwei Jahren bereits an: Bei diesen Olympischen Spielen dürfen nicht alle Frauen teilnehmen. Ausgeschlossen werden Frauen mit hohem Tes­tos­teron­level – und das nicht bei nachgewiesenem Doping sondern bei natürlich er­höh­tem Testosteron­spiegel. An dieser Entscheidung ist soviel falsch, dass es schwer ist, mit einer Kritik anzufangen.

Wann genau der Testosteron­spiegel bei einer Frau „zu hoch“ ist, ist umstritten. Bei allen Menschen schwankt er abhängig von Tages­zeit, Alter, sozialem Status und körperlicher Fitness. Darüber hinaus ist auch der oft an­ge­prangerte Vorteil für Frauen nicht zwingend der Fall. So ist lange bekannt, dass es auch Frauen gibt, deren Körper Testosteron nicht verarbeiten kann. Unter Athletinnen sind sie sogar überrepräsentiert.

Trotzdem wird immer wieder angeführt, mehr Testosteron gäbe einen unfairen Vorteil. Dieser geschlechtlich-konnotierte Vorteil ist allerdings der einzige, der jetzt zu Konsequenzen führt. Alle anderen Mutationen und Variationen der Natur werden hingenommen oder sogar gefeiert. Die englische Ausgabe der Wikipedia widmet den körperlichen Besonderheiten von Michael Phelps einen extra Absatz. Männer mit biologischem Vorteil: hui. Frauen mit biologischem Vorteil: Freaks, verkleidete Männer, pfui. (mehr …)


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Macho-Politiker, Fahrräder und Homofeindlichkeit beim Katholikentag – kurz notiert

30. Mai 2012 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 154 von 253 der Serie Kurz notiert

Pascale Müller hat uns per E-Mail seinen_ihren Artikel “Willkommen im Mittelalter” (PDF) über die homofeindlichen Vorkommnisse beim Katholikentag geschickt, der vor einigen Tagen in Mannheim stattgefunden hat. Innerhalb der lokalen LGBTI-Szene gab es spontanen Protest, weil sich dort ein Stand des BkÄ (Bund katholischer Ärzte) präsentiert hat, der unbehelligt Homoexualität als „heilbare Krankheit“ dargestellt hat.

Im Bundestag hat der LINKE-Politiker Jan van Aken kräftig gegen FDP-Mann Martin Lindner ausgeteilt. Er schimpfte den Liberalen einen „unerträglichen Macho“, so Spiegel Online.

Konsequent und cool! Eine Pilotin einer brasilianischen Airline hat einen Fahrgast aus dem Flugzeug geworfen, weil dieser sexistische Kommentare über Pilotinnen abließ.

Die ARGE Dicke Weiber hat am 12.Mai 2012 an der Zeltstadt der Frauen in Wien teilgenommen, um öffentlich auf Gewichtsdiskriminierung aufmerksam zu machen.

Die neue Ausgabe der US-Vogue legt den Fokus auf die Olympischen Spiele in London und zeigt Sportler_innen in den Modestrecken. Damit sind immerhin verschiedene Körperformen und auch Schwarze Frauen zu sehen – leider werden die Sportlerinnen wieder einmal sehr statisch dargestellt, während die Sportler in Aktion zu sehen sind, so der Vancouver Observer.

In Köln hat ein Pfarrer einen Themengottesdienst über Sexarbeiterinnen in Deutschland gehalten. „Wir sind Menschen“ so der Titel. Auf der Webseite der Lutherkirche redet Pfarrer Mörtter über seine Beweggründe für den Gottesdienst und den kirchlich-gesellschaftlichen Umgang mit Sexarbeit.

Auf Radical Faggot findet ihr einen Artikel zu Femininitätsfeindlichkeit und queerer Solidarität.

Gazale Salame kam als Flüchtlings-Kind nach Deutschland, lebte hier bis zum Zeitpunkt der Abschiebung 17 Jahre und wurde 2005, im dritten Monat schwanger, zusammen mit der damals einjährigen Tochter Schams in die Türkei abgeschoben. In ein Land, dessen Sprache sie nicht sprach – und das nicht ihre Heimat ist. „Grund“ der Abschiebung: Die Eltern (!) von Gazale Salame hätten bei ihrer Einreise 1988 möglicherweise falsche Angaben gemacht. Eine Petition fordert eine Überprüfung dieser Entscheidung.

Die neue an.schläge ist da! Es geht wie immer um Feminismus – und um Fahhräder!

Seit 2008 ist die Genitalverstümmelung von Frauen in Ägypten verboten – wenn Ärzt_innen die „medizinische Notwendigkeit“ bescheinigen, gilt allerdings eine Ausnahmeregelung. Terre des Femmes sammelt Unterschriften gegen diese Praxis.

Und in Wien gibt es morgen abend ein queeres Stadtgespräch zu homophober und transfeindlicher Gewalt.


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Cynthia Rothrock, die Martial-Arts-Legende

21. Oktober 2011 von Nadia

Letzte Woche habe ich Cynthia Rothrock getroffen: Zum zweiten Mal in meinem Leben.  Wer sich ein bisschen mit Kampfsport und der dazu gehörigen Martial-Arts-Pop-Kultur beschäftigt, der kennt Cynthia: Sie ist eine Legende. Fünffache Karateweltmeisterin, Trägerin von fünf schwarzen Gürteln, Schauspielerin. Sie spielte unter anderem die weibliche Hauptfigur in “Karate Tiger 2″, ist das Vorbild für Sonya Blade im Videospiel “Mortal Kombat” und hat schon gegen praktisch jeden gekämpft – sei es nun Jean-Claude van Damme oder Jackie Chan.

(mehr …)


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Geschlecht statt Leistung

30. September 2011 von Nicole


Wie die FAZ vor einigen Tagen berichtete, hat der internationale Leichtathletikverband IAAF eine Änderung bei der Anerkennung von Weltrekorden beschlossen: In der Disziplin Marathon, wo gemeinsame Rennen von Männern und Frauen nicht unüblich sind, sollen künftig als Weltrekorde für Frauen nur noch Zeiten aus rein weiblichen Veranstaltungen gelten. Dies betraf aktuell die Zeit der Britin Paula Radcliffe von 2:15:25 Stunden, aufgestellt 2003 beim London-Marathon.

Das Argument des Verbandes scheint zu sein, dass die Leistung von Frauen durch eventuelle männliche Tempomacher in den Rennen unangemessen verbessert, oder sagen wir der Kürze halber: zu gut, wird. Paula Radcliffe (die im Übrigen Weltrekordhalterin bleibt, nur mit einer schlechteren Zeit) selbst bezeichnete die Entscheidung als „a little unfair“ und wies darauf hin, dass die beiden Männer an ihrer Seite bei dem London-Marathon andere Läufer waren, die versuchten, ihr Tempo zu halten. Inwieweit sich die Regelung angesichts wohl relativ vieler „mixed“ Rennen tatsächlich durchsetzen lässt, ist fraglich.

Bemerkenswert ist die Entscheidung, weil sie die vorgebliche Leistungsorientierung des – ja eben genauso benannten – Elitensports ad absurdum führt. Zunächst nämlich hat also das Geschlecht als imaginäre Leistungskategorie zu zählen und erst danach die tatsächlichen Kriterien wie eben in diesem Fall Schnelligkeit. In einer der wenigen Disziplinen, wo es tatsächlich gemeinsame Wettbewerbe von Männern und Frauen gibt, auch wenn diese dann getrennt gewertet werden, ergibt sich in den gemeinsamen Rennen ein anderes Bild: Im London-Marathon 2003 etwa waren die 14 schnellsten Frauen insgesamt unter den 100 besten Teilnehmer_innen. Paula Radcliffe selbst war 16., das heißt schneller als die allermeisten der angetretenen Männer.


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Die BILD mahnt Sexismus an und andere Kuriositäten – die Blogschau

23. April 2011 von Magda
Dieser Text ist Teil 108 von 260 der Serie Die Blogschau

Diese Woche war mächtig viel los in der Blogosphäre. Einmal tief durchatmen und die Lese­brille raus­geholt:

Der Mädchenblog ärgert sich, das mit Kristina Schröder nur noch Familien- und nicht Frauenpolitik an der Tages­ordnung ist und welche Aus­wirkungen das hat.

Auf andersdeutsch geht es um Männer, Frauen, Kälte­empfinden und hetero­nor­mativen Zu­schreibungen.

anarchie und lihbe hat eine Broschüre von der Frauen­­abteilung der Stadt Wien gefunden, die “Sicher­heits­tipps für Frauen und Mädchen” zusammen­ge­stellt hat und fragt, warum wir in einer Gesell­schaft leben, in der Menschen lediglich beigebracht wird, nicht ve­rgewaltigt zu werden. Besser wäre die Bot­schaft: Vergewaltige nicht!

The Gurkenkaiser hat einen interessanten Text geschrieben: “Geschlecht und Praxis, Geschlecht und Technik und die Kritik an Ge­schlechter­sozialisations­theorien“.

Lucy schreibt auf ihrem Blog Nahtzugabe über DIY, Crafting und Handarbeiten. Vor einiger Zeit bekam sie vom Stuttgarter Frech-Verlag die Anfrage, ob sie es sich vorstellen könnte, “auf einer größeren Plattform im Internet über [ihr] Hobby zu berichten.” Das Honorar: Ruhm und Ehre und ein Buch pro Monat. Eine Frechheit, wie Lucy zu Recht befindet.

Auf Klirrr hofft Lucie auf eine sexismusfreie Berichterstattung der anstehenden Fussball-WM der Frauen, obwohl diese mit der von einschlägigen Zeitschriften beworbenen Bikini-Diät-Rasier-Saison zusammenfällt.

Ninia La Grande ist genervt von der neuen Badminton Kleiderordnung:

Ab Mai dürfen Badminton-Spielerinnen auf gehobenem Leistungsniveau nur noch in Röcken oder Kleidern spielen. Damit Badminton endlich, endlich etwas “attraktiver” rüberkommt. Lob an den deutschen Verband: Der wehrt sich momentan noch gegen die Regelung.

@habichthorn von Just Another Female Blogger hat noch einmal die re:publica 2011 zu­sammen­gefasst.

Julia Seeliger war ebenfalls auf der re:publica und hat eine eigene De­finition zum (politischen) Cyber­feminismus geschrieben.

Sina ärgert sich über die aktuelle EMMA, in der mit allen Mitteln versucht wird, Prostituierte zu patho­logi­sieren.

Svenja von Svenja and the City freut sich, dass sie im neuen Motorrad-Abenteuer Magazin auftaucht.

Paula und Deef haben einen sehr persönlichen Podcast zu Bisexualität gemacht und ein­gesendete Fra­gen be­antwortet.

Onyx von Gedankensalat hat ein wenig herumgestöbert und “ein erschreckend großes Sammelsurium an widerlicher und sexistischer Werbung” gefunden. Achtung: Sexistische Kackscheiße ohne Ende.

Schafott hat drei Gründe für die ein­geschränkte politische Freiheit der chinesischen Bürger­_innen zusammen­ge­tragen.

Das Kotzende Einhorn weist auf die skurrille Bericht­erstattung der BILD hin, die auf investigativ-journalistische Art und Weise frauen­ver­achtende Struk­turen im Autonomen Zentrum Kalk aufdeckte. Dass das Autonome Zentrum lediglich kritisch mit dis­kriminierenden Struk­turen umgeht und an­erkennt, dass diese auch in einem herr­schafts­kritischen Raum kaum weg­zudenken sind, hat die BILD nicht verstanden. Und dass gerade die BILD auf Sexismus auf­merksam macht, setzt der Ge­schichte noch die Kro­ne auf.

Für eine bessere Vernetzung der (feministischen) Web­sphäre listen wir jede Woche auf, was unsere deutsch­sprachigen Kolleginnen und Kollegen über die Woche so melden und tun. Haben wir etwas vergessen oder übersehen? Kennen wir dein brilliantes Blog etwa noch gar nicht? Dann sag uns bitte Bescheid!


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“Seitenwechsel”: Der Vorzeige-Homo ist nicht die Lösung

9. März 2011 von Nicole
Dieser Text ist Teil 51 von 86 der Serie Die Feministische Bibliothek


Schwarzer Buchtitel mit weißem Fußball und pinker Schrift: Seitenwechsel. Coming-out im FußballEs stehen viele wichtige Dinge drin in Tanja Walther-Ahrens‘ Buch Seitenwechsel. Coming-out im Fußball. Auf 176 Seiten geht es hier ein­mal durch die schwul-lesbische, queere Sport- und Lebenswelt, durch die homophoben und sexistischen Strukturen insbesondere des Fuß­balls, persönliche Erfahrungen von Sportler­_innen, Schiedsrichter_innen und Journalisten, garniert mit kleinen Crashkursen zu Judith Butler oder den europäischen Anti­dis­krimi­nie­rungs­richt­linien und eingeleitet mit einem Vor­wort von Theo Zwanziger, Präsident des Deut­schen Fußball-Bundes.

Tanja Walther-Ahrens weiß, wovon sie schreibt. Sie ist selbst ehemalige Bundesligaspielerin, arbeitet heute hauptberuflich als Lehrerin, ist „neben­bei“ als Aktivistin bei der EGLSF (Euro­pean Gay and Lesbian Sports Federation) unter­wegs. Dass Homophobie nicht nur beim DFB, sondern auch in der Fanszene und in den Medien inzwischen ein Thema und nicht mehr nur ein Tabu ist, ist zu einem nicht geringen Teil ihr Verdienst. Irgend­wann dazwischen hat sie dann noch Zeit gefunden, dieses Buch zu schreiben, das sich nicht nur an ein Nischenpublikum richtet, wie sie selbst im Interview sagt:

Ich habe das Buch für eine breitere Masse geschrieben: für diejenigen aus der Community, die selbst mit Sport zu tun haben, und für die, die sagen „Nee, Sport, damit kannst du mich jagen.“ Aber eben auch für Leute, die aus dem Sportbereich kommen und denen das Thema Homo­sexualität nur wegen Martina Navratilova über den Weg gelaufen ist.

(mehr …)


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