Einträge mit dem Tag ‘Soziale Bewegungen’


Germany’s Next Top Model, Black Metal und heteronormative Fortpflanzungspolitiken – die Blogschau

13. Februar 2016 von accalmie
Dieser Text ist Teil 3 von 295 der Serie Die Blogschau

Neben dem Schreiben an ihrem Roman übt sich Schwarz-Rund gerade im Colorieren – hier gibt es erste Eindrücke.

„Was mir besonders am Herzen liegt ist die Ansicht, dass sozialer Wandel nicht kalkulierbar ist. Revolution ist nicht kalkulierbar. Soziale Bewegungen sind nicht kalkulierbar. Widerstand ist nicht kalkulierbar“: Diaspora Reflektionen schreibt über Aktivismus, Motivationen und Hierarchien.

techno candy hat sich „Germany’s Next Top Model“ gewidmet und resümiert: „Der queere zauber der letzten staffel ist weg, hat keine spuren hinterlassen.“

femtastics führen ein Interview dazu, wie Penelope Kemekenidou die Tamponsteuer abschaffen will.

„Everly und die Frage nach der emanzipatorischen Gewalt“: Lara bei den femgeeks rezensiert den Film.

Den „Fettnapf der konservativen, hetero-zentrierten, ehebasierten bundesdeutschen Fortpflanzungsmedizinpolitik“ – deren ausgesprägter Cissexismus aber leider nicht zur Sprache kommt – kommentiert Maria Wersig auf dem Blog des Gunda-Werner-Instituts.

„Rückgriff auf nordische Mythen “ – Blick Nach Rechts rezensiert den Sammelband „National Socialist Black Metal“ , der Einblicke in (extrem) rechte Ideologien innerhalb der Black-Metal-Szene gibt.

Habt ihr diese Woche etwas geschrieben, gezeichnet oder aufgenommen, das hier nicht verlinkt wurde? Kennen wir eure tolle Webseite/tollen Blogs etwa noch gar nicht? Dann ab damit in die Kommentare. Regelmäßig verlinken wir Text_Wissens_Produktionen aus dem deutschsprachigen Raum.


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zu „Suffragettes – Taten statt Worte“

11. Februar 2016 von Hannah C.
Dieser Text ist Teil 25 von 34 der Serie Die Feministische Videothek

Glücklicherweise kenne ich Menschen, die mit mir in “so einen Film” gehen. Feminist_innen. Menschenrechtler_innen. Gemochte.
Wir treffen uns, die Taschen voller Süßigkeiten und neugierig auf den Film “Suffragettes – Taten statt Worte”. Am Nebentisch sitzen drei andere Menschen, vielleicht auch Feminist_innen. Menschenrechtler_innen. Einander mögende. Nur 20 bis 30 Jahre älter. Mit einem Weinglas vor sich.

Wir wissen, dass wir uns auf eine weiße Geschichtserzählung einlassen, wagen aber die Hoffnung, den Rassismus der Zeit auf der Leinwand abgebildet zu finden. Wir, ich, als eine von drei Einsmenschen im Bunde, bilde mir ein, viel über die Suffragettenbewegung zu wissen. Weil ich weiß, dass es weiße privilegierte Frauen waren, die dort, damals vor mehr als hundert Jahren für ein Frauenwahlrecht auf die Straßen gingen. Weil ich in den letzten zweieinhalb Jahren viel über feministische Geschichte gelernt habe und noch immer lerne.
Ich bilde mir Offenheit ein, bilde mir ein zu merken, wo mein Horizont endet und wo ich mich hinbewegen muss, wenn ich mehr sehen möchte.

Am Ende sitze ich in diesem Film und merke: einen Scheiß weiß ich.
Es wird keine Geschichte von einer gelangweilten unglücklichen Frau* erzählt, die eingesperrt im goldenen Käfig nicht im Kopf aushält, was um sie herum passiert und nach und nach auf die Idee kommt: “Och – Wahlrecht wäre nett. Gib mal!”, sondern die Geschichte einer Wäscherin, die sich nach und nach den bereits aktiven Suffragetten in ihrer Stadt anschließt und darüber Ehemann und Kind verliert. Die Geschichte von verschiedenen Frauen, die ins Gefängnis kommen, weil sie Briefkästen sprengten und Telegrafenleitungen kappten. Wo sie hungerstreikten. Zwangsernährt wurden. Nicht als politische Gefangene anerkannt wurden. Bei der Entlassung mit Blumen von der “Women’s Social and Political Union” empfangen wurden.

Der Kinofilm spielt 50 Jahre nach Beginn der eigentlichen Bewegung, die 1867 mit der  Gründung der “National Union of Women’s Suffrage” durch Millicent Fawcett verortet wird. Ich fand aber auch noch andere Anfänge. Ob das alle sind oder ob es nur diese Geschichte ist, die es bis heute geschafft hat sich zu halten, weiß ich nicht und finde das schade. Einfach, weil ich es in den letzten 2 Jahren an jedem neuen Hashtag, jedem neuen Diskursherd erlebe, wie Geschichten sozialer Bewegungen geschrieben werden.

Der Film beginnt mit Einstellungen harter körperlicher Arbeit. Schaltet dann aber doch zügig zu den ersten eingeschlagenen Fenstern. Da steht eine Frau, holt faustgroße Steine aus ihrem Kinderwagen, wirft diese in ein Schaufenster und ruft: “Wahlrecht für Frauen!” und die Hölle bricht los.
Es gibt einen Tumult und das ist die erste Begegnung.
Das sind also diese Suffragetten. Steineschmeißerinnen mit Ausruf. Aha.

Während die Geschichte weiterplätschert und nach und nach mehr Charaktere einfädelt, merke ich, dass ich mich frage, was genau mich gerade an der Gewalt, die ich dort vor mir sehe, eigentlich nun so verwirrt.
Wir sehen wie die Frauen, denen durch Arbeiter_innenbefragungen des Parlamentes Hoffnungen auf ein Wahlrecht gemacht wurden, erneut enttäuscht werden – nach Jahrzehnten friedlicher Auseinandersetzung mit logischen Argumenten um die Herren der Schöpfung erst recht davon zu überzeugen, dass es sich bei Frauen erstens um Menschen handelt, die, zweitens, so eine verantwortungsvolle Sache, wie eine politische Wahl, verantwortungsbewusst und vernünftig ausführen können.
Sie sind wütend. Und werden deshalb von Polizisten niedergeschlagen und verhaftet.
Sie sind einfach nur wütend und enttäuscht und werden deshalb verprügelt und verhaftet – hallo? (mehr …)


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Der organisierte Hass. Was tun gegen Antifeminismus?!

24. November 2014 von Magda

Am 3. Dezember 2014 findet in Berlin das achte Bewegungsgespräch diesmal zum Thema „Der organisierte Hass. Was tun gegen Antifeminismus?!“ statt, welches Teil einer Veranstaltungsreihe zu aktuellen Fragen sozialer Bewegungen ist und vom Verein für Protest- und Bewegungsforschung, dem Forschungsjournal Soziale Bewegungen und der Bewegungsstiftung gemeinsam mit der Tageszeitung taz organisiert wird.

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Feministischer Protest gegen den „Marsch für das Leben“ der rechtskonservativen Fundis, die gegen Selbstbestimmungsrechte und Abtreibung auf die Straße gehen. Bild: Magda Albrecht, Berlin, 20.9.2014.

In der Veranstaltungsbeschreibung heißt es:

Beschimpfungen und Vergewaltigungsdrohungen sind für feministische Aktivist_innen Alltag. Das ist keine neue Entwicklung. Aber in den letzten Jahren hat sich die Situation zugespitzt. Proteste von Lebensschützer_innen gegen Abtreibung, die unverblümte Hetze gegen eine Sexualpädagogik der Vielfalt, die Entwendung des Hashtags #aufschrei – diese Beispiele zeigen: der Hass auf feministische Positionen –oft verschränkt mit Homo- und Transphobie sowie (antimuslimischem) Rassismus – wird offensiver und er ist stärker als zuvor organisiert. Zusammenschlüsse wie die Zivile Koalition und die AfD bekämpfen zielgerichtet Geschlechtergerechtigkeit und die Anerkennung sexueller Vielfalt.

Welche gesellschaftlichen Entwicklungen stehen hinter den organisierten und offen geäußerten Gewaltphantasien? Welche Rolle spielen Parteien und Medien? Welche rechtliche Handhabe gibt es? Und welche Strategien stehen an, um dem organisierten Hass etwas entgegenzusetzen?

Dazu diskutieren:

  • Ilse Lenz, Ruhr-Universität Bochum
  • Evrim Sommer, MdA, frauenpolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE
  • Doris Liebscher, HU Berlin
  • und ich: Magda Albrecht, Mädchenmannschaft e.V. :)

Moderation: Sebastian Scheele, TU Berlin

Ort: taz-Café, Rudi-Dutschke-Straße 23 in Berlin, am 3. Dezember 2014 um 19 Uhr, Preis: Freier Eintritt.


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Ein queer-feministisches Teeniemagazin, ACTA und Karneval – die Blogschau

18. Februar 2012 von Nadine
Dieser Text ist Teil 151 von 295 der Serie Die Blogschau

I Heart Digital Life schreibt über ACTA und die Netzbewegung.

Die Danger Bananas geben Karnevalist_innen und deren Gag-Schreiber_innen eine Anleitung an die Hand.

I do give a damn kritisiert den offensiven Sexismus bei der Tierrechtsorganisation Peta.

Blica mault über die PR-Schreiberei in der Bloglandschaft.

Bühnenwatch berichtet von ihrer Intervention gegen rassistische Blackface-Praxis an deutschen Theaterbühnen.

Anders Deutsch stellt Berlinale-Filme vor, die sich mit der Ägyptischen Revolution befassen.

Auf journalizzm.net gibt es Interview über geschlechtergerechte Sprache.

Hurra, ein neues Blog hat das Licht der Welt erblickt. queer_sehen setzt sich mit queeren Identitäten im US-amerikanischen Fernsehen auseinander.

High On Clichés macht ihrem Namen alle Ehre und räumt mit Klischees über Feminist_innen auf.

Das Ich im Social Web – eine argwöhnische Betrachtung des Digital-Klons und die Überlegung: „Wie werde ich die Alte wieder los?“, nachzulesen auf Philibuster.

Mehrere linksradikale Bündnisse und Gruppen haben sich zusammengeschlossen und einen Reader begleitend zu den Aufmärschen von Nazis und Abtreibungsgegner_innen in Münster in diesem Jahr herausgegeben.

Termine, Call for Papers, Promotionsstipendien und mehr nach dem Klick (mehr …)


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