Einträge mit dem Tag ‘Solidarität’


Aktionen und Empowerment – kurz verlinkt

13. Juni 2013 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 194 von 195 der Serie Kurz notiert

Nach Frankreich sollen auch in Großbritannien bald lesbisch und schwul lebende Paare heiraten können.

Die Hamburger Inititative Ohren Auf Im Kiez mobilisiert zu gegenseitiger Unterstützung in Notsituationen oder bei Hilfebedürftigkeit – inklusive praktischer Tipps.

Eine 86 Jahre alte Frau hat es geschafft, aus dem Kriegsgebiet in Syrien herauszukommen.  Obwohl ihr Sohn garantiert, für sie finanziell zu sorgen, hat das deutsche Konsulat sie “mangels Kompetenzen” abgewiesen und schickt sie auf eine internationale Bürokratie-Odyssee. 

Das österreichische Online-Medium dieStandard wurde vor kurzem scharf für eine Kolumne zu “feministischem Sex” und nicht weniger für ihren Umgang mit den Einwänden dagegen kritisiert – nun hat das Team der Zeitschrift an.schläge eine Replik auf den Artikel bei dieStandard veröffentlicht, in dem einige der vorgebrachten Kritikpunkte ausgeführt werden.

Auf der weltgrößten Videospielekonferenz Electronic Entertainment Expo, kurz  E3, kam eine Präsentation von Microsoft nicht ohne Vergewaltigungs”witze” aus. Warum sowas ein Problem ist, muss offenbar immer wieder erklärt werden (Artikel auf Englisch; bemerkenswert, dass auf den Bestelllink für die Xbox dort nicht einfach verzichtet wurde).

Michelle Obama, “First Lady” der USA, wurde während einer Rede von einer weißen Aktivistin unterbrochen. Ihre Reaktion darauf  fand in der feministischen US-Blogosphäre einige Beachtung – denn Michelle Obama widersetzte sich damit gängigen Stereotypen über Schwarze Frauen [Englisch].

Es gibt ein Medikament, mit welchem sich Schwangerschaften verhältnismäßig sicher abbrechen lassen: Misoprostol. Dass das wenig bekannt und verfügbar ist, hat Gründe [Englisch].

Über die feministische Beteiligung an den anhaltenden Protesten und Auseinandersetzungen in der Türkei berichtet Frollein Europa [Englisch].

Im Zentrum Berlins soll für mehrere hundert Millionen Euro ein neues Ausstellungsgebäude entstehen: das Humboldt-Forum. Für Berlins „außereuropäische Sammlungen“, wie es so schön heißt. „Das vorliegende Konzept verletzt die Würde und Eigentumsrechte von Menschen in allen Teilen der Welt, ist eurozentrisch und restaurativ“, sagt Tahir Della von der Initiative Schwarze Menschen in Deutschland. Zur Petition gegen das Humboldt-Forum geht es hier.

Seit vier Jahrzehnten übersetzt und publiziert der Berliner Orlanda Verlag essenzielle Werke afro-amerikanischer und afro-deutscher Feministinnen. Im Interview mit migrazine.at erzählt Anna Mandalka von den Anfängen und den aktuellen Schwerpunkten bei Orlanda: “Schwarze Frauen sind sichtbar geworden”.

Ragen von Dances With Fat gibt Lebenshilfe – für Blogkommentatoren, die unter Dickenhass leiden [englisch]. Zu Dickenfeindlichkeit und Body Policing in akademischen Diskursen/Praxen schreibt Melonie Fullick [Englisch].

Unter dem Deckmantel des Schutzes wird oftmals der Weg frei gemacht für Repressionen, das gilt nicht zuletzt in Sachen Prostitution. Eine Petition für Respekt und Rechte für Sexarbeiter_innen wendet sich dagegen.

Über Proteste gegen die “Frauen-Nacktfußball-EM” – die eben kein nudistisches Sportereignis, sondern eine kommerzialisierte male-gaze-Erotikshow ist – berichtet die Siegessäule.

Deborah Copaken Kogan, Bestsellerautorin und Kriegsfotografin, geht einen mutigen Schritt und packt über den Sexismus im Literaturbetrieb aus. Sie erzählt von sexistischen Buchtiteln und -covern, die ihr im Laufe ihrer Karriere aufgedrängt worden sind; von der wiederholten Betitelung als “Mutter” und “Barbie”, wo es eigentlich um ihre Arbeit als Schriftstellerin oder Fotografin gehen sollte; von Autorinnen, die aus Gründen nicht unter ihrem weiblichen Vornamen veröffentlichen; davon, dass die meisten Rezensenten Männer sind und auch in erster Linie Bücher von Männern rezensieren; dass genau aus diesem Grund auch fast nur Männer für Literaturpreise nomiert werden. Und dass sie erst jetzt auspackt, wo sie laut eigener Aussage nichts mehr zu verlieren hat, weil ihr immer gesagt worden ist: “Die werden dich fertig machen”. Ein ernüchternder, ein wichtiger Artikel.

Der Verband Alleinerziehender Mütter und Väter hat zehn Forderungen zur Verbesserung der Situation von Ein-Eltern-Familien formuliert.

Über das nach wie vor problematische Verhältnis vom Feminismus(tm) zu Trans*positionen, die Wichtigkeit diese mitzudenken und “Gender” genauer zu analysieren schreibt Jos auf Feministing [Englisch]

Zum Tod der Fotojournalistin  Abigail Heyman gibt es einen Beitrag bei der New York Times [Englisch].

Die indische Filmemacherin Nishtha Jain hat die Mitglieder der Gulabi Gang mit ihrer Kamera begleitet. In der Jungle World spricht über die Revolte indischer Landfrauen, die von häuslicher und polizeilicher Gewalt besonders betroffen sind.

Eine Petition an die öffentlich-rechtlichen Fernsehprogramme fordert: Klärt endlich angemessen über den Sexismus in dieser Gesellschaft auf! Inzwischen gab es von den Verantwortlichen der öffentlich-rechtlichen Sender Stellungnahmen zu den  Forderungen – von denen leider keine zufriedenstellend war.   Die Antwort an das ZDF  gibt’s hier. Da eine Behandlung der Beschwerde im Fernsehrat nach § 21 der Beschwerdeordnung gefordert wird, können die Initiatorinnen der Petition weiterhin jede Unterstützung gebrauchen.

Im Nachgang zu der Debatte um Angelina Jolies Brust-OP schreiben Duchess Harris und Christine Ohenewah für the feminist wire über den Zugang zu genetischen Krebsrisikotests – und was Faktoren wie race und class damit zu tun haben [Englisch].

Langzeitstudien verstärken die Zweifel am flächendeckenden Nutzen von Mammographiescreenings in der Brustkrebsvorsorge, schreibt die Süddeutsche Zeitung.

Bei der Heinrich Böll Stiftung ist ein Dossier über antirassistisches Empowerment erschienen, das auch als PDF herunter geladen werden kann.

Am 21. Juni in Berlin: die Fête de la Ruby – queer_feministisches Konzert und Party im Trixxxta, Oberbaumstr. 11 Kreuzberg.  Um 16 Uhr gehen die Konzerte los,  dannach wird aufgelegt.  Hier geht es zum Facebook-Event.


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Sexistische Beziehungsdynamiken, Rollenerwartungen und rassistische “Heimat” – die Blogschau

30. März 2013 von Nadine
Dieser Text ist Teil 196 von 207 der Serie Genderissimi: Die Blogschau

Nicole von Horst analysiert auf ihrem Blog die Komplexität von Komplimenten.

Eine Nachricht an Spiegel Online und den Werberat für sexistische und gewaltverherrlichende Werbung schreibt Helga.

Madameadammusic macht sich Gedanken über die Riot Grrrl Bewegung in Deutschland. Wo steht sie heute? Was ist von ihr übrig geblieben und wie kann Riot Grrrl intersektional gedacht werden?

Riot Trrrans* hat über cissexistische Grenzüberschreitungen geschrieben und musste nicht lange warten, bis sich die Relativier_erinnen eingefunden haben. Darauf gibt’s dann auch noch die passende Antwort.

Wer darf Familien mit Kindern verlassen ohne gesellschaftliche Sanktionen zu befürchten? In erster Linie der (“biologische”) Vater. Frauen hingegen “lassen ihre Kinder im Stich“, wenn sie sich nach der Geburt aus verschiedenen Gründen temporär oder dauerhaft gegen ein Leben mit Kindern entscheiden, kritisiert talentfreischön.

Auf anarchie & lihbe stellt sich Andy Misandry den gesellschaftlichen Erwartungshaltungen an Menschen, die als Frauen eingelesen und behandelt werden sowie den daraus resultierenden Zurichtungsprozessen und Umgängen damit.

Julia von Mein Augenschmaus hat das Hilfetelefon des Bundesfrauenministeriums auf seine Zugänglichkeit für Gehörlose und Schwerhörige und andere Barrieren hin geprüft und kommt zu einem ernüchternden Ergebnis.

Jay fragt im Virtual Retreat Center, was Solidarität bedeutet und wie emotional belastend das Ringen um Solidarität sein kann.

Undercover of Color macht einen Ausflug in die “Heimat”, nach Deutschland, und muss feststellen, dass hier nicht alle Menschen mit offenen Armen empfangen werden.

Maria beschäftigt sich mit den sexistischen Dynamiken, die sich einschleichen, wenn mensch auch Beziehungen mit Typen führt und wie schwer es ist, aus diesen auszubrechen.

Don’t degrade Debs Darling ist glücklich. Doch dieses Gefühl und sein Verbleiben muss immer wieder hart erkämpft werden. Trotz und gerade wegen vieler gesellschaftlicher Einsprüche dagegen.

Miss Temple beantwortet in ihrem FAtQ dickenfeindliche Fragen und stellt damit viele Selbstverständlichkeiten in Frage.

Das österreichische feministische Gemeinschaftsblog Sugarbox nimmt den Fall Steubenville und das “Mutter-Töchter-Argument” unter die kritische Lupe.

Nochmal Helga: Sie hat eine Liste von Speakerinnen aus den verschiedensten Bereichen zusammengestellt. Für alle, die mal wieder nach Ausreden suchen, warum ihre Panel männerdominiert sind.

Viel mehr verlinkten Lesestoff aus dem geekigen Bereich gibt es bei Femgeeks.

Vom 17. bis 20. Mai findet das Lesbenfrühlingstreffen in München statt. Workshops, Vorträge, Filme und Podiumsdiskussionen zu Lesbengeschichte und Lesbenpolitik, Empowerment, Spaß, Gesundheit, Dialog der Generationen, Sexualität, verschiedenen Feminismen, Sport, eine Demonstration in der Innenstadt, internationalen Aktivistinnen, Bands und vieles mehr erwartet euch.

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Unterstützung zum anrufen, Sexismus zum anziehen – die Blogschau

9. März 2013 von Anna-Sarah
Dieser Text ist Teil 194 von 207 der Serie Genderissimi: Die Blogschau

Mehr Monoagapanie und die Möglichkeit diese zu genießen!  Moment: Monowas?  Don’t degrade Debs, Darling! erklärt, was es damit auf sich hat und welcher Zusammenhang zur allgegenwärtigen Paarnormativität besteht: “Ich habe Liebeskummer, weil die Liebe wie sie in unserer Gesellschaft verlangt und erwartet wird, in mir diesen Kummer verursacht!”

Zwei algerische Feministinnen im Dialog über Solidarität, Bündnismöglichkeiten, weiße Dominanzen und Aneignungen: Global sisterhood – work in progress.

Selbstfürsorge: Kniffs & Tricks & Tipps – Melanie schreibt bei den femgeeks über feministisches Burnout und aktivistische Erschöpfung.

A propos: Eine praktische Idee, wie sich Menschen in Online-Debatten gegenseitig unterstützen und Kräfte gespart werden könnten, baldowert derzeit Dr. Indie aus. Wer macht mit?

In einer Pressemitteilung anlässlich des gestrigen Internationalen Frauen(kampf)tags ergeht vom Netzwerk female:pressure ein dringender Appell: Mehr Raum für Frauen in elektronischer Musik und digitaler Kunst! Die Initiative:  “Nach der kürzlich entbrannten Sexismusdebatte ruft female:pressure zur gründlichen Revision weiblicher Beteiligung in elektronischer Musik und digitaler Kunst auf. Dazu wollen wir mit einer Analyse unserer Arbeitsbedingungen beitragen.”

Dr. Daniele Daude hat für kritisch-lesen.de eine Rezension zu bell hooks’  Standardwerk Black Looks verfasst.

OTTO? Find ich nicht gut. Mit einem sexistischen Kinder(!)-T-Shirt begibt sich der bekannte Versand gepflegt ins Stereotypen-Aus.

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Hokus Focus, das Abendland geht unter! – Die Blogschau

19. Januar 2013 von Sabine
Dieser Text ist Teil 189 von 207 der Serie Genderissimi: Die Blogschau

Es gibt eine neue linke, queer-feministische Rap Crew, sie heißt TickTickBoom. Im Interview erzählen Rapperin, Hip-Hop-Aktivistin Sookee und die Produzentin Leiji wie TickTickBoom zustande kam, was sie wollen und was ein Zeckenrap ist.

Kachelmann revisited: Indien, Twitter, Rape Culture“ ist eine Rückschau auf die mediale Rezeption und das Interesse an sexueller Gewalt, es ist kontextabhängig.

Mehr Frauen als Männer bekommen Praktika, Volos, und befristete Verträge in Medienunternehmen, aber wenn unbefristete Redaktionsstellen zu besetzen sind, dann Hokus Focus: It’s a man. Eine Innenansicht von Mennory.

Ich bin eine Quotenfrau. “Und ich habe kein Problem damit, bei den Beißreflexen gegen die Quote die Zähne zu zeigen.” Go Gurrrl.

Wann ist ein Coming Out ein Coming Out? Fragen, die die heteronormative Masse sehr beschäftigen. Auf sugarbox gibt es eine Antwort und wenn ihr schon da seid, guckt Euch die lesbischen Webcomics an.

Es gibt ein neues Podcast von Heiter Scheitern, hs47 krass. „Ordentlich lädiert durch einen erneut gescheiterten Versuch, in hetero-dominierten Zusammenhängen (in diesem Fall ein Schreibprojekt) ein wenig politische Glückseligkeit zu erlangen“ sammeln sie am Küchentisch zusammen, analysieren, halten fest, was da so passiert (viel). Es ist krass.

Nadia hat heute einen offen Brief an Mely Kiyak verfasst. Es ist eine Antwort auf Kiyaks unsolidarischen Text zur N-Wort-/Kinderbuchdebatte und eine unbedingte Leseempfehlung.

On censorship von accalmie macht das, wo wir eigentlich nur klatschen können. Sie zeigt den Unterschied zwischen Zensur und Kritik auf. Und da es leider sehr viele Beispiele gibt (KinderbuchdebatteTele 5 et cetera), ist alles immer sehr greifbar. Der Text von accalmie kann nicht oft genug gelesen und weitergeleitet werden.

Nimet Seker schreibt über „Das Frauenmuseum in Istanbul

Im Burgenland (Österreich) erwartet Euch die FrauenFrühlingsUni 2013. Alle Informationen findet Ihr bei der denkwerkstatt.

Das L-MAG sucht Studentinnen

Wollt Ihr coole Feminist_innen sehen? Dann schaut hier rein. Ihre Statements zu „One Billion Rising“ eine weltweite Aktion gegen Gewalt an Frauen* und Mädchen.

Ja, diese Momente, wo kein Ausweg in Sicht ist, gibt es. Für Teenage-Mädchen sind ungewollte Schwangerschaften vielleicht auch so ein Moment. Auf Leeteraturen wird dieses Thema in Lucy Hays Roman „Bauchentscheidungen“ von Ulrike Schimming rezensiert.

Seit einigen Tagen gibt ein neues Blog „kleinerdrei <3“. Euch erwartet ein breites Spektrum: Popkultur, Gesellschaftspolitik, Medienkritik, Sexualität, Literaturen stets mit „einer großen Portion Feminismus“.

 

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Aufregen, Solidarität und tolle Projekte – Die Blogschau

12. Januar 2013 von Charlott
Dieser Text ist Teil 188 von 207 der Serie Genderissimi: Die Blogschau

Frau L aus F hat einen Beschwerdebrief an Tchibo geschrieben, bei denen Haushaltsarbeiten natürlich ausschließlich von Frauen erledigt werden.

Und auch Ninia LaGrande muss sich aufregen und zeigt Werbemechanismen mit denen sexistische Erzählungen fortgeführt werden. Außerdem: Warum wird mittlerweile selbst ein Getränk wie Caprisonne für Kinder gegendert?!

Daniela Oerter, eine der drei Initiatorinnen von #ichhabnichtangezeigt, sucht Frauen ab 21 Jahre für ein Buchprojekt zum Thema “sexualisierte Gewalt gegen Frauen ab 16 Jahren”.

Am 9. Januar wäre Simone de Beauvoir 105 Jahre alt geworden. Nadia erinnert auf Shehadistan mit ein paar Anekdoten.

[TW: Gewalt gegen Frauen] Publikative schreibt unter dem Titel “Doppelpass und Doppelmoral” zur Berichterstattung über Rafael van der Vaart.

aufZehenspitzen ruft zu Solidarität auf: “Nicht über andere Mütter lästern. Das ist ein wichtiger Teilaspekt, den Feminismus für mich leisten muss. Strukturen kritisieren und Zwänge. Ja ja ja. In einem dafür geeigneten Setting. Aber bitte nicht im Small-Talk auf dem Rücken einzelner Mütter.”

Melusine macht sich auf Gleisbauarbeiten Gedanken zu Kommentaren, Trolls und Sexismus.

Der Bonner Ring Christlich-Demokratischer Studenten (RCDS) hat ein Problem mit geschlechtergerechter Sprache und weiß sich nur noch mit Gewalt zu helfen. Oder so. Helga schreibt auf Drop the thought zu der aktuellen Plakatkampagne.

Ein neues Projekt zur Sichtung weiblicher* Wissensräume soll entstehen. Ulli Koch entwickelt es zur Zeit und freut sich auch noch auf Hinweise.

Und ich habe bei Femgeeks einen Artikel veröffentlicht zur Darstellung von Afrika und Afrikaner_innen in Computerspielen.

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Von Depressionen und Subversionen – die Blogschau

5. Januar 2013 von Viruletta
Dieser Text ist Teil 187 von 207 der Serie Genderissimi: Die Blogschau

Auf Von Freiheit, Frieden und Frühlingsgefühlen. ist ein sehr lesenswerter feministischer Jahresrückblick erschienen.

Im Anschluss an den Amoklauf in einer Grundschule in den USA wurde viel darüber gemutmaßt, ob der Täter vom Asperger-Syndrom betroffen gewesen sei und ob dies der (Mit)Auslöser für die schreckliche Tat gewesen sei. Sabine, die selber mit dem Asperger-Syndron lebt, ärgert sich auf aspergerfrauen darüber: “Ich brauche keine Sensationsberichterstattung, die mich zu einer potentiellen Massenmörderin macht!”.

Ein neues Blog, was Popmusikjournalistinnen zu mehr Sichtbarkeit verhelfen soll, ist an den Start gegangen: Traditionslinie von Popmusikjournalistinnen.

Die Welt ist am 21. Dezember zwar nicht untergegangen, aber die am gleichen Tag stattgefundene Einführung von Unisex-Tarifen für Banken und Versicherungen scheint einigen so ähnlich vorgekommen zu sein. Regina Frey hat beim genderbüro verschiedene Stimmen aufgegriffen und ein klares Fazit gezogen: Unisex-Tarife sind kein Weltuntergang, sondern im Gegenteil ein Schritt zu mehr Gerechtigkeit.

make music not love gibt Anregungen, wie Lieder, die Heteronormativität reproduzieren, subversiv umgeschrieben werden können.

Viel zu viele Menschen trauen es sich nach wie vor nicht zu, zu schreiben – egal ob es sich um öffentliche Blogbeiträge oder private Tagebucheinträge handelt. Auf ihrem Blog Medienelite hat Nadine nun den ersten Teil eines möglichen Weges zum schreiben lernen veröffentlicht.

anarchie & lihbe schreibt über Depressionen und was die gesellschaftliche Gesamtscheiße damit zu tun hat.

Wir werden in einer Gesellschaft sozialisiert, in der uns Normschönheit als erstrebenswertes Ziel, Mittel zum Erfolg, Weg zum Glücklichwerden präsentiert wird. Unser kritischer Blick gilt nicht nur uns, sondern auch immer wieder anderen. aufZehenspitzen schreibt über den Wunsch, aber auch die Schwierigkeit, ihn zu verlernen.

Identitätskritik schreibt über anstrengende Feiertage, Support im Netz und warum Freund*innenschaften kein Ersatz für feministische Solidarität sein dürfen.

Statt mal ernsthaft, kritisch und konstruktiv über die fehlenden 220.000 Kitaplätze zu reden, versteift die Mainstreampresse sich lieber darauf, Kitas allgemein und Menschen, die ihre Kinder dort unterbringen, im Speziellen, als bösartig, unglückbringend, bindungsschädigend darzustellen. DR. MUTTI gibt einen differenzierten Überblick.

Kristina Schröder hat mal wieder was nicht verstanden. Diesmal gehts um Minijobs. Und Mütter natürlich. NetWorkingMom klärt auf.

Der Inventing Room! war auf dem Hacker*innenkongress 29C3 und musste dort mit einigen Ismen kämpfen. Im anschließenden Beitrag erklärt er*, warum solche “Zwischenfälle” nicht mit einem zerbrochenen Teller in einer Großküche, sondern eher mit einem Cholera-Einzelfall auf einem Kreuzfahrtschiff zu vergleichen sind.

Nadia war im Kino, hat sich über Neokolonialismus und ein falsches Feminismusverständnis geärgert und auf Shehadistan darüber gebloggt.

Clara Rosa hat auf Class Matters ein paar Gedanken zu den aktuellen Klassimus-Diskussionen niedergeschrieben, ihr Schwerpunkt liegt hierbei auf Sprachhandlungen und -interventionen.

TRIGGERWARNUNGEN für alles Folgende. (weiterlesen …)


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Von und mit anderen lernen und kämpfen – kurz notiert

13. Dezember 2012 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 177 von 195 der Serie Kurz notiert

Die bsz berichtet in einem dreiteiligen Beitrag über die Ergebnisse der Jahrestagung des Bündnisses der Fachberatungsstellen für Sexarbeiterinnen und Sexarbeiter (bufas): Von Rechten und Pflichten, Internationale Rechte und Pflichten, Straßenstrich – Situation und Zukunft.

(Triggerwarnung: sexualisierte Gewalt.) In Frankreich haben 343 vergewaltigte Frauen* ein Manifest gegen das Schweigen veröffentlicht, in dem sie ihre Betroffenheit öffentlich machen.

Die Berichterstattung über den Vergewaltigungsfall Dominique Strauss-Kahn ist von Beginn an ein Graus und scheint sich leider in derselben Art und Weise fortzusetzen, wie Africa Is A Country belegt. (englisch)

Die Petition gegen Racial Profiling braucht noch mehr Unterstützer_innen:

(englisch)

Die zimbabwische Aktivistin Fungai Marichori schreibt über herrklären durch einen weißen Mann, aber auch über ihre Kritik an vielen global orientierten feministischen Bewegungen. Gegenstand ihrer Kritik sind weiß-angeführten Bewegungen, deren Aktivistinnen zwar mit Frauen im globalen Süden zusammenarbeiten wollen, aber keinerleit Anstrengungen eingehen, mit Women of Color bei ihnen zu kooperieren. (englisch)

Frauen* arbeiten nicht nur unter schlechteren Arbeitsbedingungen als Männer*, sondern sind auch stärker von Arbeitslosigkeit betroffen, berichtet dieStandard.

In Ilmenau hat die AG Diversity und Amnesty eine Soliaktion für Pussy Riot veranstaltet. (PDF)

Termine

19. Dezember 2012 im Landgericht Frankfurt: um 13:00 Uhr beginnt der nächste Teil des Prozesses gegen Kachelmann und die Initiative für Gerechtigkeit bei sexueller Gewalt plant wieder Aktionen. Macht mit! [Edit: Die Verhandlung wurde auf den 30. Januar verschoben.]

09. Januar 2013 in Berlin: das Spinnboden Lesbenarchiv & Bibliothek e.V. bietet einen Kurs zum kreativen Schreiben an.


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Mit Sixpack und Gitarre ins All – die Blogschau

28. Juli 2012 von Anna-Sarah
Dieser Text ist Teil 170 von 207 der Serie Genderissimi: Die Blogschau

L-talk hat Bilder vom CSD in Frankfurt am 21. Juli 2012.

Unter den „100 Greatest Guitarists of All Time“  nur zehn Gitarristinnen – Mädchenmusik überlegt, wie das wohl kommt.

Einen Nachruf auf Sally Ride, die erste US-Astronautin, gibt es bei den femgeeks.

Bei Twitter war neulich die Entrüstung groß: Wurden da etwa Knutschverbote für Heteropärchen gefordert?! Mitnichten. Warum Nichtknutschen aber durch­aus ein Akt der Solidarität sein kann (und mehr knutschen auch nicht unbedingt hilft), erklärt sanczny. A propos nicht knutschen: Ryuu nimmt die Debatte zum Anlass, den privilegierte Status von romantischen Zweier­be­ziehungen in Frage zu stellen, nicht zuletzt aus ganz persönlicher Perspektive.

Um sich darüber auszutauschen und erste Gründe herauszufinden, warum Frauen Zeit und Mühe in Wikipedia stecken, und warum eben nicht, trafen sich Mitte Mai Frauen aus aller Welt in Buenos Aires zum WikiWomenCamp. Interviews mit beteiligten Expertinnen können als Videos angesehen werden.

Danger!Bananas findet: ihr Bauch gehört ihr – mit Sixpacks oder ohne.

Wieder „ein Spielzeug mehr auf dem Markt, das Mädchen vermittelt, dass ihre Hauptaufgabe ist, schön auszusehen, während Jungen gefährliche, kluge, aktive Wesen sind, die die Welt verändern“ – das ist das Fazit von Dr. Mutti zu Mattels jüngster Produktlinie „Monster High”.

Auf Graubrot ärgert sich Björn Grau über die Nachrufe auf die Schauspielerin Susanne Lothar, voll von „Chauvinismus, Sexismus und Pietätlosikeit“.

Am 7. September beginnt das 1. Essen Unplugged Festivals (Link führt zum Facebook-Event). Dort gibt es am 9.9. von 20 bis 21 Uhr  eine Lesung, die „Skurriles, Sinnliches, Lustiges und Kritisches rund um Sex und Erotik wiedergibt“ von Les petits Plaisirs.

Das LaDIYfest Berlin sucht Menschen, die zum LaDIYfest 2012 im August Schlafplätze zur Verfügung stellen.

Für eine bessere Vernetzung der (feministischen) Blogosphäre listen wir jede Woche auf, was unsere deutschsprachigen Kolleginnen und Kollegen über die Woche so melden und tun. Haben wir etwas vergessen oder übersehen? Kennen wir dein brilliantes Blog etwa noch gar nicht? Dann sag uns bitte Bescheid!


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Solidaritätsbekundung für Mely Kiyak

19. Juni 2012 von Gastautor_in

Sie liefert momentan eine der eindringlichsten Serien zur NSU-Mordserie: die Journalistin Mely Kiyak. Nun ist sie seit Wochen einer rassistischen Hetz-Kampagne ausgesetzt, die nicht nur von einschlägigen rechten Blogs, sondern auch der Springer-Presse massiv angeheizt wird. Und auch wenn die große Diskussion darum nun teilweise zu verebben scheint, möchten wir hiermit nochmal die Gelegenheit nutzen, auf die Solidaritätsbekundung für Mely Kiayak hinzuweisen, indem wir den Unterstützungstext, der für diese Kampagne verfasst wurde, bei uns crossposten. Die Stellungnahme wurde von der intersektionellen Feministin Sakine Subasi-Piltz im sozialen Netzwerk Facebook initiiert und von bisher knapp 90 Journalist_innen, Perfomer_innen, Blogger_innen, Medienmacher_innen und kritischen Leser_innen mitformuliert und unterzeichnet. Wer sich dieser Liste anschließen möchte, ist eingeladen dies zu tun. Dazu bitte Name/ Pseudonym per Email an subasi-piltz@em.uni-frankfurt.de schicken. Weitere Infos zu dieser Aktion werden dem­nächst auf der Seite www.textproduktion.net veröffentlicht.

Wir, Muslime, Schwarze Menschen, Schwule, Lesben, Nicht-Männer, körperlich Beeinträchtigte, Arbeitslose, Araber_innen, Juden und Jüdinnen, Griech_innen, Atheist_innen, Kurd_innen, Türk_innen, Tscherkes_innen, Ostdeutsche, Anders­denkende, Agnostiker_innen, kritische Menschen…, wir alle, die wir in diesem Land als bizarr, ungewöhnlich oder einfach nur als „anders“ definiert werden, um uns (rechtliche und gesellschaftliche) Gleichbehandlung streitig zu machen, wollen uns in dieser Stellungnahme mit Mely Kiyak solidarisieren: Denn sie ist eine von uns!

Mely Kiyak schrieb in einer ihrer Kolumnen über einen Fernseh­auftritt von Thilo Sarrazin bei Günter Jauch. Sarrazin ist bereits durch die Veröffentlichung seines Buches „Deutschland schafft sich ab“ mit rassistischen Erklärungen gegenüber Muslimen, insbesondere gegenüber kurdisch- und türkischstämmigen aufgetreten. Unter anderem hat er viele Probleme des Bildungssystems und schließlich auch der Gesamtgesellschaft auf „vererbte“ Probleme, die durch „Inzest“ unter den genannten Bevölkerungsgruppen entstanden seien, zurückgeführt. Schlimm genug, dass diese rassistischen Meinungen heute unter dem Deckmantel der Meinungsfreiheit sowohl von der Springerpresse als auch den sogenannten Qualitätsmedien in die Ge­sell­schaft transportiert und damit salonfähig gemacht werden – immerhin wird das Buch als Bestseller betitelt.

Jetzt werden auch Thilo Sarrazins vermeintliche Expertisen zur Wirtschaftskrise ge­hyped – just einen Tag, nachdem 25.000 Menschen in Frankfurt auf die Straße ge­gan­gen sind, um für eine seriösere europäische Finanzpolitik ein­zu­treten, die auf Nach­haltig­keit, Gerechtigkeit und Menschlichkeit gründet. Auch wir empfinden es als eine Verhöhnung der Demokratie in diesem Lande, dass gerade Thilo Sarrazin in diesem Kontext eine öffentliche und von allen hörbare Stimme durch die öffentlich-rechtlichen Sender verliehen wird, und können deshalb verstehen, dass Mely Kiyak ihren Frust darüber loswerden wollte. (weiterlesen …)


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Radikalität und Solidarität im feministischen Netz

1. Juni 2012 von Nadine

Seit circa drei Jahren bin ich feministisch im Netz aktiv, schreibe Texte, beteilige mich an Aktionen, twittere, facebooke, vernetze mich mit anderen. Wenn ich anderen, die nicht vor allem im Netz feministisch unter­wegs sind, davon erzähle, ernte ich häufig etwas ungläubige Blicke. Ungläubig, weil sich viele nicht vor­stellen können, dass und wie das Internet als politischer Raum funktionieren kann. Ich würde es beschreiben als Raum, in dem Queer-/Feminist_innen zusammen­kommen und politisch handeln. Ähnlich einer Polit­gruppe im Meatspace, die regelmäßig Plena hält, zusammen Aktionen plant, Flugblätter schreibt und verteilt oder einfach nur Menschen Platz gewährt, die diesen brauchen – für Flausch, zum Austausch, für Solidarität, für Gespräche, für Diskussionen, Streits, für das eigene (Dazu)Lernen. Das feministische Netz ist also meine Polit­gruppe. Mit eigenen Kommunikations­codes, eigenen Ideen oder auch der Kritik an gesell­schaftlichen Macht­ver­hältnissen.

Die Menschen, die ich in diesem Internet treffe, sind irgendwie immer da. Wir brauchen keine festen Treff­punkte, keine Zeit und keinen fest­gelegten Ort. Manchmal treffen wir uns auch außerhalb des Netzes, auf Veranstaltungen, Work­shops, Vorträgen, Tagungen oder schlicht bei einem Wodka in einer Bar oder bei einer Person zu Hause. Zu einigen habe ich eine enge persön­liche Beziehung aufgebaut, sie zählen zu meinen Freund_innen, ich kann in eine andere Stadt fahren und süße Zettelchen vorfinden, auf denen steht: “Fühlt euch wie Zuhause, die Betten sind frisch bezogen, bedient euch am Kühl­schrank und habt eine gute Zeit

Queer-/Feministischer Aktivismus im Netz hat mittlerweile eine Reich­weite aufgebaut, die auch außerhalb des Netzes spürbar ist, zum Beispiel wenn Ver­anstaltungs­einladungen ins Post­fach flattern (“kannst du zu diesem und jenem Thema sprechen?”), Artikel über “uns” in großen Tages­zeitungen veröffentlicht werden oder “wir” Debatten initiieren, die dann in den Feuilletons statt­finden. Queer-/Feministischer Aktivismus im Netz nimmt an gesell­schaftlichen Diskursen teil – das zwar sowieso, weil alles Teil des Diskurses ist – aber irgend­wie ein bisschen selbst­initiiert. So zumindest mein Eindruck. Klar, weil der Backlash spürbar ist – auch im Netz – und Wider­stand nach sich zieht. Repressionen, Gewalt und Unter­drückung führen auch immer dazu, dass sich emanzipatorische Gedanken, Ideen und Bewegungen breit machen können (in dem Rahmen, der ihnen gewährt wird).

Neben dem Raum zu Vernetzung, nutzen viele Aktivist_innen das Netz auch zur Bildung und Formung ihrer eigenen politischen Perspektive auf gesell­schaftliche Macht­verhältnisse. Wer genügend Ressourcen mitbringen kann, hat die Möglichkeit, innerhalb kurzer Zeit viel zu lernen und auch direkt anzuwenden. Die im Internet zugänglichen Wissens­archive in Form von Wikis, Blogs, Webseiten, Papers und PDFs sind unglaublich reichhaltig und vielfältig. Queer-/Feministische Theorie im Schnell­durchlauf. Eine Alternative zur Akademie? I don’t know. Auf jeden Fall ist das “feministische Netz” eine Alternative zu linken Polit­gruppen oder eine sehr hilf­reiche Erweiterung/Ergänzung.

Ich habe selten so viele radikale Queer-/Feminist_innen kennen­gelernt, wie in diesem Internet. Mensch kann förmlich dabei zusehen, wie sich Menschen politisch entwickeln, welche Richtungen sie wann und in welchem Kontext ein­schlagen und ein­geschlagen haben, wie sich ihr Blick auf die Dinge fort­während ver­ändert.

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