Einträge mit dem Tag ‘SlutWalk’


Slutwalk – Feminismus mit kurzer Laufzeit

30. Oktober 2012 von Nadine

Der Artikel ist zuerst in der aktuellen Ausgabe von Analyse & Kritik erschienen

Die weltweite Slutwalk-Bewegung hat seit vergangenem Jahr auch hierzulande große Wellen geschlagen – und ging am Ende doch unter. Eine Spurensuche.

Die Gründungserzählung der Slutwalk-Bewegung hat sich eingebrannt: Ein Polizist erklärt Teilnehmerinnen eines Sicherheitstrainings an einer Universität in Toronto, sie mögen sich bitte nicht wie “Schlampen” kleiden, wenn sie sich nicht sexualisierter Gewalt aussetzen wollen. Wenige Wochen später gehen tausende Menschen in Toronto und danach weltweit auf die Straße um gegen sexualisierte Gewalt und Vergewaltigungsmythen zu protestieren.

Der Polizist aus Kanada ist kein tragischer Einzelfall, sexualisierte Gewalt und ihre Verharmlosung bis hin zur Normalisierung sind massenmedial verhandelte Phänomene, wie das aktuelle Spiegel-Interview mit Jörg Kachelmann und seiner Ehefrau zeigt. Es sind Effekte eines patriarchalen wie sexistischen Machtgefälles, welches die Gesellschaft nach wie vor bedingt und formt. Insofern ist es nicht überraschend, dass die Slutwalks international unzählige Nachahmungen fanden.

Eineinhalb Jahre später gibt es die Slutwalks immernoch, allerdings ist die Beteiligung an den Demonstrationen im Vergleich zum vergangenen Jahr stark zurückgegangen, auch die mediale Präsenz des Slutwalks und seinen transportierten Botschaften ist spürbar gesunken. Wer nicht in bestimmten feministischen und frauenpolitischen Kontexten unterwegs ist, hat vielleicht sogar verpasst, dass hierzulande Menschen gegen sexualisierte Gewalt und Vergewaltigungsmythen auf die Straße gegangen sind.

Zeitgemäßer feministischer Widerstand?

Die Slutwalks stellen sich in eine radikalfeministische Tradition der Kritik an der patriarchalen Reglementierung weiblicher Körper und Sexualität. Verknüpft wurde diese Tradition mit politischen Ausdrucksweisen des sogenannten “Dritte Welle”-Feminismus, der Erzählungen und erkämpfte Grundsätze aus früheren feministischen Bewegungen aufgreift, einen statischen wie engen Politikbegriff aufbricht und kulturelle Erzeugnisse wie selbstironisierende Performances in die eigene Vermittlungsarbeit einbezieht. Die Riot Grrrl Bewegung, die oft als Beispiel für diesen “Feminismus der dritten Welle” genannt wird und im Zuge derer sich bereits vor 20 Jahren die damalige Bikini Kill Frontfrau Kathleen Hannah das Wort “Slut” auf den Bauch schrieb, um den voyeuristischen Blick auf ihren eigenen Körper umzudrehen, fand sich auch in den Slutwalks wieder. Insofern stehen Slutwalks für zeitgemäßen feministischen Widerstand. Nur was bedeutet diese Aktualität letztendlich? Und zu welchem Preis passiert dieser Widerstand? Die an den Slutwalks geäußerten und nach wie vor bestehenden Kritiken konstatieren nicht viel Positives.

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Workshops, Partys und Demo – in Berlin ist ja was los am kommenden Wochenende!

10. September 2012 von Magda

Das kommende Wochen­ende ist gerappelt voll – aber Partys, Demos und Workshops lassen sich ja auch wunderbar miteinander kombinieren. Hier ein paar Tipps für Menschen in und um Berlin:

La Moustache wird fünf!

La Moustache veranstaltet seit 5 Jahren Konzerte mit Fokus auf feministischen/­queeren Künstler_innen und bucht ab und an Touren für Bands – alles DIY und ohne Gewinn. Anlässlich des 5. Geburts­tages wird am 14. September im beiroy und am 15. September im Fest­saal Kreuz­berg gefeiert (u.a. mit The Shondes). Alles genau nachlesen könnt ihr auf der Homepage oder auf facebook.

QPoC_S SummerSchool

Die Grundidee von “Räume schaffen und behaupten – QPoC_S Summer School 2012 ist es, ver­schiedene theoretische und praktische Ver­anstaltungen sowie Work­shops von und für Queers of Colour, Schwarze Queers und verbündete PoC/Schwarze anzubieten, in denen die Teilnehmenden sich in ent­spannter Atmosphäre begegnen und über Alltags­diskriminierungen wie Rassismus, Homophobie, Trans­phobie und deren Über­schneidungen diskutieren können. Die QPoC_S SummerSchool begann bereits im August und geht noch bis ein­schließ­lich 22. September.

Antisexistische Praxen

Vom 14. bis 16. September findet zum fünften Mal die „Anti­sexistische Praxen Konferenz” in Berlin-Kreuzberg (Mehringhof) statt. Ein voll bestücktes Programm mit sehr interessanten An­geboten für eine anti­­sexistische Praxis im All­tag. Dabei reichen die Ein­­heiten von Selbst­hilfe & Beratung zu sexueller Gewalt (Wildwasser) über Diskussionen, Redebeiträgen und Workshops zu Trans*phobie & Trans*support,  Rassismus & Weis­ssein, Definitions­­macht, Trans* & Linke Räume, Empowerment, Sexismus & Musik, u.v.m.

SlutWalk Berlin

An dem Wochenende findet auch der 2. SlutWalk in Berlin statt, der nach viel be­rechtigter Kritik nun auf den 15. September ver­schoben wurde. Gesucht werden noch Helfer_innen für das Awareness-Team.


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Für (sexuelle) Selbstbestimmung auf die Straße

7. September 2012 von Anna-Sarah

In Hamburg läuft derzeit die von uns schon mehrfach angekündigte Aktionswoche von enter_the_gap, die morgen mit einer großen Demonstration gegen sexualisierte Gewalt und für Selbstbestimmung endet.  Die Organisator_innen rufen auf:

Lasst uns Raum nehmen und die Straßen füllen – mit Fragen und Eindrücken und dabei einen Anstoß für (Selbst)Reflexion geben!
Lasst uns ein Zeichen setzen gegen sexualisierte Gewalt, Zurichtungspraxen an Inter*, stereotype Genderklischees, Sexismus, homo- und trans*phobe Haltungen, Lookismus, Ableismus, Rassismus,
Antisemitismus und deren Zusammenspiel.
Deswegen kommt zahlreich zur Demonstration und zeigt eure Wut über sexistische Zustände! Wir wollen kein Leben, in dem sexualisierte Gewalt, Übergriffe und Belästigungen verharmlost und legitimiert werden und den Betroffenen die Schuld gegeben wird. Für eine konsensuelle Sexualität und Selbstbestimmung in gender und desire ['Begehren', Anm.]!

Hallo, Journalist_innen: “Lasst euch nicht durch die Unterwäsche davon ablenken, dass es hier um Vergewaltigung geht.”

Anna von different needs hat mit dem Orga-Team gesprochen. Im Interview erfahren wir nochmal, warum in Hamburg in diesem Jahr nicht mehr unter dem Slutwalk-Label demonstriert wird, was es mit dem Namen enter_the_gap auf sich hat und wie es nach der Demo weitergehen soll.


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Slut Walks – Wie sieht es in diesem Jahr aus?

17. August 2012 von Charlott

Als nach den Aussagen eines Polizisten, dass Frauen ver­­meiden sollten, “sich als Schlampen zu kleiden, um nicht Opfer von sexualisierter Gewalt zu werden” in Toronto der erste Slut Walk stattfand, schwappte die Bewegung schnell auch auf andere Städte über.  Auch in Deutschland fanden 2011 in einer ganzen Reihe von Städten (u.a. Passau, Berlin, Münster, Leipzig, Bielefeld) Slut Walks statt.  Viele tausend Menschen gingen auf die Straße um gegen Vergewaltigungsmythen zu protestieren. Auch die Mädchenmannschaft berichtete fleißig über die Demos, aber auch über die notwendige Kritik. Nachzulesen ist das alles im Dossier zu den Slut Walks.

Wo sich gerade die ersten Demos in Deutschland jähren, kommt die Frage auf, was nun? Geht es weiter? Wenn ja, wird auf die vielfältigen Kritiken reagiert? Eine kleine Übersicht:

Münster – Auf geht’s
In Münster wird der erste Slut Walk in Deutschland dieses Jahres stattfinden. Schon für diesen Samstag steht der Aufruf. Neben der Demo wird es auch im Anschluss eine “After Walk Party” geben, auf der Platz für Austausch sein soll.

BerlinVerschobene Weiterführung
Auch in Berlin soll es eine zweite Runde geben. Eine Soli-Party zur Finanzierung hat bereits stattgefunden. Diese war aber sicher kein Erfolg: Bereits am Konzept gab es viel Kritik und dann kam es zu sexualisierten Übergriffen auf der Feier. Nun wurde der Walk, der eigentlich im August stattfinden sollte, erstmal auf den 15. September verschoben.

Hamburg – Neuer Name, neues Konzept
Einen ganz anderen Umgang mit der schon im letzten Jahr deutschland- und weltweit aufgekommen Kritik hat der Walk in Hamburg gewählt. Die Umbenennung in enter_the_gap ist eines der sichtbarsten Zeichen für eine intensive Auseinandersetzung. Auch an diesem Samstag wird eine Kundgebung stattfinden, die auch Solidarisierung mit den Walks in anderen Städten sein soll. Die tatsächliche Demo ist für den 08.09. geplant. Ihr voraus wird eine Aktionswoche voller interessanter Workshops, Lesungen und Diskussionen gehen. Mehr Informationen dazu gibt es auf der Homepage von enter_the_gap.

Und sonst?
In Bielefeld hat sich dieses Jahr kein Organisationsteam gefunden und dem entsprechend wird kein Slut Walk stattfinden. In Leipzig scheint sich bisher ein Team getroffen zu haben, ein Termin steht aber noch nicht.


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Slutwalk in Münster, vorehelicher Sex und die Frauenquote – kurz verlinkt

16. August 2012 von der Mädchenmannschaft

Am 22. September feiern wir in Berlin unseren 5. Geburtstag! Wenn ihr einen Workshop anbieten wollt, eine Spoken Word Performance oder ein Gedicht vortragen möchtet, eure Zines auslegen wollt oder als Tontechnikerin unsere Live-Acts abmischen könnt, lasst es uns wissen:
veranstaltung [at] maedchenmannschaft.net

Das Imperium schlägt zurück: Die Schlecker-Frauen Mitarbeiter_innen organisieren sich. Dazu ein Bericht in der taz.

Dafuq? Die spanische Regierung will Abtreibungen verbieten.

Gesehen auf Südostschweiz: Zwei Lesben haben sich in Taiwan vor einer Buddha-Statue das ja-Wort gegeben.

Während sich Mädchen relativ einfach „jungenhaft“ verhalten dürfen, ist es umgekehrt sehr schwierig. Die New York Times über Eltern, deren Söhne „geschlechtsuntypische“ Kleidung mögen und Verhalten zeigen. Ebenfalls in der New York Times aber eher eine Gruselgeschichte: Auf der Straße angehalten und durchsucht zu werden, ist noch nie eine besonders erfolgsversprechende (dafür aber rassistische) Polizeitaktik gewesen. Werden Frauen durchsucht, kann es für sie noch einmal extra erniedrigend sein.

Sehr lesenswert, sehr desillusionierend: Heim & Herd: Eine Selbsttäuschung.

Nicht hundertprozentig das gelbe vom Ei (Aua-Formulierungen wie „homosexuelle Prägung“ sind enthalten), aber hey, kann mensch lesen: Der Fall des Streits einer lesbischen Erzieherin mit einem Kindergarten, bei der Süddeutschen.

In Marokko ist eine große gesellschaftliche Debatte um vorehelichen Sex ausgebrochen, nachdem ein Zeitungsredakteur sich öffentlich dafür ausgesprochen hatte. Bisher sind vor- und außereheliche sexuelle Aktivitäten verboten bzw. tabuisiert, berichtet die BBC.

Im taz-Montagsinterview erzählt die Berlinerin Dagmar Yu-Dembski von ihrer Suche nach den chinesischen Einflüssen auf die deutsche Hauptstadt.

Ziemlich harter Tobak, nichts für schwache Nerven: I Wish My Mother Had Aborted Me.

Mal wieder ‘ne Moderatorin bei der Präsidentschaftsdebatte, nachzulesen auf womensmediacenter.

Die Frauenquote kommt: In Südafrika.

Und die Termine: (mehr …)


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Jede Menge Lesestoff, frisch aus den feministischen Blogs

11. August 2012 von Helga
Dieser Text ist Teil 170 von 254 der Serie Die Blogschau

Keine Lust auf Sommerloch? Dann ab in die Blogosphäre!

Bei der FAZ fragte Deus ex Machina wie das eigentlich gehen soll, mit dem artgerechten Arbeiten. Rücken kaputt durch langes Sitzen und Zeit draufgegangen für all den „Ausgleich“ – was bleibt uns dann eigentlich vom Leben?

Die West-Östliche Diva war beim „Shabab Talk“ der Deutschen Welle und sprach über die Olympia-Teilnahme der saudischen Frauen. Wer kein Arabisch versteht, kann ihre Blogzusammenfassung lesen.

Feminist_innen beschäftigen sich heute mit vielen Diskriminierungen und landen öfters bei der Frage: „Wenn ich’s nichts richtig machen kann, darf ich dann überhaupt noch was machen?takeover.beta über den Spagat zwischen „Nichts-tun“ und Ausbrennen.

Nachklapp der Wiener Zeltstadt der Frauen. Die ARGE Dicke Weiber hat ihr Manifest zu Schlankheitsterror und Gewichtsdiskriminierung online gestellt. Außerdem gibt es eine Rezension zu „Fettberg“ von Phyllis Kiehl.

Lesestoff gibt es auch beim mädchenblog. Dort wurde „Gender Studies“ rezensiert.

„I am not yours – Ich gehöre Dir nicht“ AlsMenschVerkleidet über die Versuche, sie zurechtzubiegen, ob mit Ermahnungen oder sexualisierter Gewalt.

Egal wie „hübsch“ 6-Jährige sind – ansprechen und ausquetschen muss mensch sie auf der Straße noch lange nicht. Eine Mutter auf Berlin Hollaback! über die erste Lektion ihrer Tochter in „Frauen sind Freiwild auf der Straße“.

„Ü-Eier in pink? Bei Ferrero dürfen Mädchen alles, aber nur in rosa. #Ichkaufdasnicht“ An Apple a Day schlägt einen neuen Twitter-Hashtag vor. Auslöser sind die neuen rosa Überraschungseier, die Ferrero extra entworfen hat, weil sich laut ihrer Marktforschung „Mädchen in keine Schublade pressen lassen“. Hat das eigentlich jemand gegengelesen?
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„Gender, Werbung, Porn“

11. Juni 2012 von Helga
Dieser Text ist Teil 104 von 115 der Serie WWW Girls

In jeder Folge der WWW Girls stellen wir euch eine Bloggerin und ihr Weblog vor. Heute:

aniversum

Wie heißt du?
Milena Glimbovski – auch wenn man mich im Web als Milena Lebowski (aka The Small Lebowski) oder Milena Glim findet und halt vor allem als Milenskaya.

Seit wann bloggst du?
Der erste Versuch war ein „hipper“ StreetStyleBlog in 2006 in Hannover und scheiterte an der besagten Hippness von Hannover. Milenskaya dagegen entstand im April 2011 bei meinem Praktikum in einer Londoner Design-Agentur.

Drei Bloggerinnen mit weißen Laptops auf denen der Venusspiegel prangt, darum der Slogan - Feminists of the WWW: unite

(c) Frl. Zucker, fraeuleinzucker.blogspot.com

Warum hast du damit angefangen?
Um das Leben und Wirken vor Ort festzuhalten. Später gesellten sich andere Themen dazu, die mich beschäftigten. Aber in erster Linie ging es mir darum, meine Gedanken und Fundstücke mit der Welt zu teilen. Geteilte Freude ist ja bekanntlich doppelte Freude.

Worüber schreibst du?
Seit der Slutwalk Berlin Organisation letztes Jahr beschäftigte ich mich mit Genderfragen. Also z.B. klassischer Rollenverteilung, ungleichem Lohn der Frau oder auch Slut Shaming und Sexismus im Allgemeinen. Da ich in einer Werbeagentur meine Ausbildung mache, umgeben mich Werbung und Design ständig. Also schaue ich auch oft wie Gender und Werbung zusammenhängen und wo wieder nur sexistischer Mist reproduziert wird oder etwas nackte Haut auch mal berechtigt in einem Werbe-Motiv auftaucht.

Außerdem habe ich einen Hang zu schönen, viel Haut zeigenden Bildern und eindeutig doppeldeutigen Witzen mit einem sexuellen Unterton. Die finden sich dann in der Kategorie „Porn“. Durch diese abstruse Kombination, Gender, Werbung und Porn, hoffe ich Menschen zu erreichen, die sich sonst wenig mit den einzelnen Themen beschäftigen. Oft ist ein Post auch allen dreien Kategorien zuzuordnen. Oder auch gar nicht und zeigt nur ein lustiges Katzen-gif. (mehr …)


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“Für mehr Frauen in IT und Technik” – die Blogschau

12. Mai 2012 von Magda
Dieser Text ist Teil 160 von 254 der Serie Die Blogschau

Eine werdende Mutter schreibt auf fuckermothers einen offenen Brief an “die Nationale Stillkommission am Bundesinstitut für Risikobewertung”: “Deutschland und meine Brüste.”

Anlässlich des Protesttag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung schrieb Jule über die Begegnung mit einer jungen Frau, die auf Grund einer Hirnschädigung im elektrischen Rollstuhl sitzt.

„Ich bin die Böse“ stellt Anne Schüssler anläßlich der Urheberrechtsdebatte fest und fordert, endlich einen Dialog über Vorschläge zur Reform zu beginnen. Autorin Petra van Cronenburg schämt sich angesichts von „Wir sind die Urheber“ und fordert ebenfalls andere Ansätze.

Antje Schrupp hat diese Woche über Reichweite und Relevanz gebloggt. Außerdem kommentiert sie Udo Vetters abstruse Analyse des Ariana Friedrich-Falls.

Katrin bloggt auf Reizende Rundungen und ärgert sich über die “Über”größen-Kollektion von Tchibo.

Seit den letzten Monaten sind die Medien voll von Berichten über sexueller Missbrauch und Vergewaltigung – Angry Young Woman fasst zusammen.

Frau mit Bart schreibt über das Buch: “Adolf Hitler, die deutsche Mutter und ihr erstes Kind“.

Geschlecht und Sexualität in Schulbüchern werden weiterhin heteronormativ dargestellt, so DasEndeDesSex.

Der Lesben- und Schwulenverband Niedersachen und Bremen informiert: “Mit den Stimmen von CDU und FDP hat der Niedersächsische Landtag heute die Ergänzung von Art.3 Abs. 3 der Landesverfassung um das Merkmal der sexuellen Identität abgelehnt. Die Regierungsparteien sprechen damit Lesben, Schwulen, Bisexuellen und Transgender den Schutz vor Diskriminierung ab.”

Anders Deutsch kommentiert es kritisch, wenn marginalisierte Gruppen ihre Unterdrückung als “besonders ausgeblendet darstellen und behaupten, dass bei anderen Machtverhältnissen viel mehr getan wird”: “Wozu immer wieder Opferhierarchien?

Auf Wir lieben Konsens wurde eine schöne Unterhaltung von Kindern mitgehört.

Naekubi von Danger! Bananas ist für mehr Frauen in IT und Technik und weniger plumpen Sexismus.

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SlutWalk in Jerusalem, Neurosexismus und Konsens – kurz notiert

9. Mai 2012 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 151 von 244 der Serie Kurz notiert

Auf It’s pronounced metrosexual findet ihr eine Liste mit Privilegien, die cis-Menschen haben. („Cis“ bedeutet, dass deine Geschlechts­identität mit dem dir bei der Geburt zugewiesenen Geschlecht überein­stimmt).

Nachdem seit Jahresbeginn 54 Frauen von Ehe­männern oder Lebens­gefährten ermordet wurden, beginnt in Italien nun die Bewegung „Wenn nicht jetzt, wann?“ mit einer landes­weite Kampagne gegen das „Frauenmassaker“, berichtet dieStandard.

Ebenfalls auf dieStandard findet ihr einen Artikel zu #ichhabenichtangezeigt. Passend dazu: Was ist Konsens? Auf Slut Walk Seattle ist es in einigen handlichen Stich­worten knackig erklärt.

Wenn es nicht so traurig wäre… Ein Satire-Video zum republikanischen “Krieg gegen Frauen” in den USA:

Die New York Times hat ein langes Essay über die Kriminalisierung von „schlechten“ Müttern in den USA. Dort werden immer öfter Frauen verklagt und ins Gefängnis geschickt, wenn sie ihr ungeborenes Baby Embryo „in Gefahr bringen“. Die meisten der dazu heran­gezogenen Gesetze waren nie dafür gedacht, aber werden nun immer häufiger dazu benutzt, Schwangere (und potentiell jeden gebär­fähigen Menschen) ihrer bürger­lichen Rechte zu berauben.

Melanie Bittner präsentiert eine gleich­stellungs­orientierte Analyse zum Thema „Geschlechterkonstruktionen und die Darstellung von Lesben, Schwulen, Bisexuellen, Trans* und Inter* (LSBTI) in Schulbüchern“ (PDF).

Toll! Es gibt nun auch Girls Rock Camps in Bremen und München (Facebook Link)!

In Jerusalem fand der erste SlutWalk statt. Einen tollen Bericht inklusive Fotos findet ihr auf dem Riot Grrrl-inspirierten Blog von Badass.

Das Buch von Cordelia Fine gibt es nun endlich auch auf Deutsch! „Die Geschlechterlüge“: Biologie als Neuro­sexismus.

Die Männlichkeits­debatte geht weiter: In der Zeit nimmt Ilse Lenz, Professorin für Geschlechterforschung, den „Mythos männer­hassende Feministinnen“ aus­einander.

Termine:

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Babyklappen, SlutWalk Münster und sexistische Kampagnen – kurz notiert

11. April 2012 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 147 von 244 der Serie Kurz notiert

HYDRA e.V. hat einen offenen Brief (PDF) zur Sendung „Menschen bei Maischberger: Ob Billigsex oder Edelpuff: Schafft Prostitution ab!“ geschrieben und bemängelt die falschen Fakten und die tendenziöse Berichterstattung.

Genug von den immer gleichen alten weißen Dichtern? My Life as a Feminista listet Women of Color und jede Menge ihrer Bücher, Anthologien und Essays auf.

Ein Bericht aus dem Hause “unglaublich”: Ein Pornostar stillt ihr Baby öffentlich und wird dafür von ihren Kolleg_innen kritisiert, so salon.com.

In Österreich hat der Werberat einen Club aufgefordert, seine Kampagne „Dress to get fucked“ einzustellen. Danach müssen Frauen weniger Eintritt zahlen, je weniger Kleidung sie tragen. Die Begründung der Entscheidung findet ihr auf scribd.

In dieser Kampagne werden Frauen zu Objekten reduziert; ein klarer Fall von Sexismus. Doch was ist Sexismus? DieStandard.at hat mehr zu der (Fehl-)Annahme, Sexismus sei eine Frage der subjektiven Einschätzung. Nämlich jede Menge Definitionen, „die sich decken oder sich in ihrer Differenz allerhöchstens ergänzen. Von Widersprüchlichkeit keine Spur.“

Immer mehr Menschen in den USA wird bewusst, wie konservative Abtreibungsgegner_innen überall im Land Erfolge feiern – und formieren sich auf der Straße und im Netz. Der Widerstand wird stärker – glücklicherweise.

In der Huffington Post schreibt Zach Stafford wie Feminismus ihn zu einem “besseren schwulen Mann” gemacht habe. Außerdem berichtet die HuffPo über eine derzeit getestete Verhütungsmethode für den Mann – offenbar zu 100% sicher und reversibel.

Qatar, Brunei und Saudi-Arabien haben noch nie eine Frau zu den Olympischen Spielen geschickt – in London sollte es diesen Sommer das erste Mal aus jedem Land Athletinnen geben. Nun jedoch, berichtet die FAZ, hat das saudische Olympia-Komitee sich dagegen entschieden.

Eine Schocker-Nachricht kommt aus Brasilien: Dort dürfen 12-Jährige vergewaltigt werden, wenn sie (angeblich) Sexarbeiter_innen sind. Denn Menschenrechte gelten nicht für alle.

Ein feines Interview mit der queeren Rapperin Sookee gibt es beim Tagesspiegel.

Drei Videos zeigen, wie die “Personhood”-Bewegung (jene politische Strömung, die der befruchteten Eizelle den Status einer Person zusprechen möchte) Frauen ihrer Freiheit beraubt.

Schon vor einem Monat berichtete der Spiegel über die Situation der Babyklappen. Die soll neu geregelt werden, nach einer Studie herrschen derzeit teilweise katastrophale Zustände, bei denen Babies sogar „verloren“ gehen können. In Deutschland haben Kinder das Recht, über ihre Herkunft zu erfahren, anonyme Geburten sind eigentlich illegal.

Termine

Ihr könnt ab sofort euch, eure Schwestern, Töchter, Cousinen, Freund*innen… zwischen 12 und 18 Jahren für das Ruby Tuesday Girls Rock Camp in Berlin anmelden.

Das Frauenfilmfestival findet vom 17. bis 22. April in Köln statt.

Helfer_innen und Unterstützer_innen für den zweiten SlutWalk Münster gesucht! Wir sind offen für jeden Tipp, Verbesserungsvorschlag und Helfer_innen!
Meldet euch hier oder per Mail an: muenster(at)frauenrechte.de oder slutwalkmuenster(at)gmx.de


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