Einträge mit dem Tag ‘sichere Herkunftsstaaten’


Black History Month, Straßenumbenennungen und sichere Herkunftsstaaten – kurz verlinkt

2. Februar 2017 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 338 von 351 der Serie Kurz notiert

deutschsprachige Links

Februar das ist Black History Month. Über den ganzen Monat verteilt gibt es spezifische Veranstaltungen, z.B. in Berlin, Hamburg und Frankfurt am Main.

Der Nachtigalplatz und die Lüderitzstraße sollen in Berlin endlich (!) umbenannt werden. Die BVV bittet bis zum 25. Februar um Namensvorschläge. Dabei ist gewünscht, dass „Persönlichkeiten – insbesondere Frauen – der (post-) kolonialen Befreiungs- und Emanzipationsbewegung aus Ländern Afrikas“ geehrt werden.

Der Mitbegründer der Kampagne für Opfer rassistischer Polizeigewalt (KOP), Biplab Basu, spricht in der ak – analyse und kritik über rassistisch motivierte Polizeikontrollen und wie Rassismus und Gewalt gegen Frauen gegeneinander ausgespielt werden.

Der Anne-Klein-Frauenpreis wird an die südafrikanische Frauenrechtlerin Nomarussia Bonase ausgezeichnet. Die Preisverleihung findet am 03. März statt.

Im Missy Magazine untersucht Peggy Piesche die Vorstellung, dass die „Rache des weißen Mannes“ Trumps Wahlerfolg erklärt, und wie diese auch einhergeht mit Entsolidarisierungs-Tendenzen und der Normalisierung weißer Herrschaftsansprüchen.

Tamara Bakovic Jadzic, Aktivistin im Roma Forum Serbiens und Teil des Linken Bündnisses Serbiens, spricht im Interview mit ak analyse und kritik über das problematische Konzept „Sichere Herkunftsstaaten“. Im Februar ist sie in Deutschland unterwegs um über die neue Broschüre „Von wegen sicher. Das Konzept der sicheren Herkunftsstaaten in der Kritik.“ zu sprechen.

Die Schriftstellerin Aslı Erdoğan war 132 Tage in einem Frauengefängnis in Istanbul inhaftiert. In der FAZ spricht sie über ihre Erfahrungen, Frauensolidarität und Widerstandsakte.

englischsprachige Links

Im Podcast beim Guardian: „Kary Stewart looks at how feminists are championing women’s rights across the continent and beyond, and examines what is at the heart of gender inequality“.

Jina Moore schreibt bei Buzzfeed über die neue Gesetzesentscheidung in Russland, die „geringfügige“ Gewalttaten in Familien (häusliche Gewalt) entkriminialisiert.

Shooter Behind Quebec City Mosque Attack is Radical White Nationalist„, stellt Democracy Now! klar. Die New York Times erinnert an die sechs Opfer des Anschlags.

Termine

02.02. in Hamburg: Workshop „Queerkommunistische Beziehungsformen“ von 14 bis 18 Uhr mit Bini Adamczak. Anmeldung unter: ich@anti-id.de.

05.02. in Hamburg: Workshop zu „Geschlecht im Kapitalismus„.

17.02. in Berlin: Fachgespräch: „Wer hat Angst vor Geschlechterforschung? Strategien für ein Forschungsfeld unter Druck„. Anmeldung bis zum 14.02. über die Webseite.

21. bis 25.02. in Stuttgart: meccanica feminale findet statt mit einer ganzen Reihe von Kursen, einige gehen einen Tage, andere eine halbe Woche.

4. März in Köln: Ab jetzt ist eine Anmeldung möglich: #body*talk. Rollenbilder, Schönheitsdiktate und Empowerment im Netz.

Zur Mitte der Woche versammeln wir hier regelmäßig Links zu wichtigen Analysen, Berichten und interessanten Veranstaltungen. Was habt ihr in der letzten Woche gelesen/ geschrieben? Welcher Text hätte mehr Aufmerksamkeit verdient? Und was für feministische Workshops, Lesungen oder Vorträge stehen in den nächsten Wochen an?


Facebook | |


Sichere Herkunftsstaaten, rechte Bewegungen und eine Empowerment-Konferenz in Hannover – kurz verlinkt

16. November 2016 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 330 von 351 der Serie Kurz notiert

Deutschsprachige Links

weird. interviewt die Autorin Katrin Frank zu ihrem Debutroman „Dienstag: Homobar“, lesbischen Szenen in Mittelhessen und Berlin sowie dem bereits angefangenen Nachfolgeroman.

„Die wichtigste Frau der Türkei“ titelt die tazFigen Yüksekdağ ist Kovorsitzende der türkischen prokurdischen Oppositionspartei HDP – und eine der vielen Personen, die in der Türkei verhaftet wurde.

Die Beratungsstelle Frauennotruf Frankfurt hat eine neue Plakatkampagne.

SeLA – Beratungsstelle für Menschen in der Sexarbeit sucht Studierende der Sozialpädagogik, Erzeihungswissenschaft sowie der Geistes- und Sozialwissenschaften, die im Rahmen ihres Studiums ein Praktikum absolvieren. Bewerbungsfrist: 02.01.2017.

Debatten über Rassismus werden schnell verletzend. Deshalb sind wir geneigt, sie zu vermeiden. Das hilft aber nichts: Amna Franzke sagt in der taz: Wir müssen mittenrein.

Die Rosa-Luxemburg-Stiftung hat eine neue Publikation veröffentlicht: Von wegen sicher. Das Konzept der sicheren Herkunftsstaaten in der Kritik.

Jayrôme C. Robinet feiert WoMANtís RANDom mit dem Text „Art und Weise, Dinge anders zu entscheiden„. WoMANtís RANDoms Buch „gummiband-familien – rubberband families“ ist gerade im Verlag w_orten und meer erschienen.

Bei „The Queer L-Vlog“ (fb-Link) handelt es sich um ein Non-Profit YouTube-Projekt, das sich zum Ziel gesetzt hat, queere, genderqueere, nicht-binäre und lesbische Menschen sichtbar zu machen  und „ihre*“ Themen zu behandeln. Zwei Folgen sind schon veröffentlicht, in dieser Folge geht es um Liebeskummer:

Englischsprachige Link

Weißer Typ möchte definieren, was (nicht) Rassismus ist. Autorin Chimamanda Ngozi Adichie ist wenig begeistert. Ein Video für die Ewigkeit.

Katrin ist euch bestimmt schon bekannt durch ihren fat positiven Blog reizende Rundungen. Nun gibt es neue englischsprachige Artikel auf The Killerqueen über Plus Size Fashion, Feminismus, Sex, Essen und mehr.

Mey Rude präsentierte bereits im letzten Jahr bei Autostraddle: „10 Trans Women Pioneers They Definitely Didn’t Tell You About In History Class„. Ein Artikel, in den man immer wieder reingucken könnte/ sollte.

Und zu guter letzt dieser wichtige Tweet von Flavia Dzodan:

Termine in Berlin, Göttingen, Hamburg und Hanover:

17. in Berlin: Lesung und Projektpräsentation: Jüdische weibliche Identitäten heute. (Anmeldung zu Veranstaltung bis heute, den 16.11.)

18.-20.11. in Berlin: Das Trans*FilmFestival wird in der Werkstatt der Kulturen stattfinden.

24.11. in Berlin: Das EWA e.V. Frauenzentrum stellt im Lesben-Salon Strategien gegen lesbenfeindliche Gewalt vor. (FB-Link)

25.11. in Berlin: Zum 25. November ruft ein Kollektiv alle Frauen* auf, die Straßen zu erobern: „Wir verteidigen uns selbst, wir organisieren uns selbst, wir bestimmen selbst!“ (FB-Link)

25.11. in Hamburg: „Georgisch-deutscher Austausch – ein feministischer Reisebericht„. Präsentation ab 19.30.

25.11. in Göttingen: Vortrag zu sexualisierter Gewalt: „Ich habe überlebt„.

26.11. in Hannover: HOTSPOT OF POWER! Eine Empowerment-Konferenz von und für Jugendliche und junge Erwachsene of Color findet ganztägig statt. (FB-Link)

08.12. in Berlin: Von 18-20 Uhr findet die Präsentation der Expertise „Geschlechterverhältnisse in Fußballfanszenen“ statt.

Zur Mitte der Woche versammeln wir hier regelmäßig Links zu wichtigen Analysen, Berichten und interessanten Veranstaltungen. Was habt ihr in der letzten Woche gelesen/ geschrieben? Welcher Text hätte mehr Aufmerksamkeit verdient? Und was für feministische Workshops, Lesungen oder Vorträge stehen in den nächsten Wochen an?


Facebook | |


Neuer Asylkompromiss und die Mär der „sichere Herkunftsstaaten“

22. September 2014 von Charlott

Am Freitag entschied der Bundesrat über die Einstufung neuer Länder als „sichere Herkunftsstaaten“. Das Ergebnis wird als Asylkompromiss bezeichnet – es ist der zweite so bezeichnete große Kompromiss auf Kosten Asylsuchender. Der letzte Asylkompromiss vor 21 Jahren führte zur de facto Abschaffung des Asylrechts in Deutschland.

Dieses Mal wurden Serbien, Mazedonien und Bosnien-Herzegowina als so genannte „sichere Herkunftsstaaten“ eingestuft.  Von einem Kompromiss wird gesprochen, da in den vorangegangen Verhandlungen Verbesserung hinsichtlich des Arbeitsmarktzugangs, der Residenzpflicht und im Sozialrecht zugesagt wurden. ProAsyl zeigte bereits am Freitag auf, dass aber auch diese Zugeständnisse in der Praxis kaum positiv ins Gewicht fallen werden.

Was sollen darüber hinaus eigentlich „sichere Herkunftsstaaten“ sein? Dass Staaten (egal welche) einfach per Abstimmung einer Reihe äußerst priviligierter Personen als „sicher“ ernannt werden können, widerspricht offensichtlich den Lebenserfahrungen vieler Menschen. Ein Raum, Ort, Staat wird nicht per Proklamation „sicher“. Stattdessen wird es für Menschen, die Gewalt erfahren, um so schwerer diese zu benennen und damit gehört zu werden, da per Definition ja nichts vorliegen dürfte. In Bezug auf Serbien, Mazedonien und Bosnien-Herzegowina wird es in erster Linie LGBTIQ und Roma treffen.

Eines der Argumente, warum die Staaten „sicher“ seien? Es wurden ja auch bisher kaum Asylanträge bewilligt, verkündete zum Beispiel der Grünen-Politiker Kretschmer. Eine Logik, die kruder kaum sein könnte: Die Aussage „Staat x ist sicher“ wird einfach richtig, da bereits zuvor nach dieser Devise gehandelt wurde. Das Argument wird meist mit den unbereinigten Statistiken „belegt“. Dazu schreibt das MiGAZIN:

Wie große die Unterschiede zwischen nicht bereinigten und bereinigten Anerkennungsquoten sein könnten, würden sie errechnet, zeigt eine Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der Linksfraktion aus März. Danach erhielten im Jahr 2013 nur 42 Asylsuchende aus Serbien und Mazedonien einen Schutzstatus. Erst auf Anfrage teilt die Bundesregierung mit, dass 65 weitere Anerkennungen durch die Verwaltungsgerichte erfolgten, ein Plus von 155 Prozent.

Am Schreibtisch ausgehandelte Kompromisse über Menschenleben. Eine Welt, in der es auch sinnvoll erscheint, Armut nicht als legitmen Grund zur Flucht anzuerkennen. Armut wird stattdessen zum Privatproblem, welches auszuhalten ist oder wo eine_r sich nur genug anstrengen muss, um der Armut zu entkommen, und einfach außer Acht gelassen, dass Armut zu meist das Ergebnis rassistischer, hetero_cis_sexistischer, ableistischer etc. Strukturen ist. So werden flüchtende Roma ohnehin meist als „Armutsflüchtlinge“ kategorisiert, einem Begriff bei dem eh immer mitschwingt, dass es ja keine „richtigen“ Geflüchteten seien, ohne dass anerkannt wird, dass Roma rassistisch diskriminiert werden und Gewalt aufgrund von Rassismus erfahren. Dass nun Serbien, Mazedonien und Bosnien-Herzegowina als „sicher“ gelten, wird es den Betroffenen noch schwerer machen.

Zum allgemeinen Weiterlesen: Unser Dossier zu Flucht, Asyl und Protest


Facebook | |



Anzeige