Einträge mit dem Tag ‘Sharon Dodua Otoo’


Der Cis-Begriff, Sexismus und Rassismus im Kulturbetrieb und Chelsea Manning – kurz verlinkt

22. September 2016 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 327 von 327 der Serie Kurz notiert

Laura Gelhaar hat ein Buch geschrieben. Es trägt den Titel „Kann man da noch was machen? Geschichten aus dem Alltag einer Rollstuhlfahrerin.“. In der Welt wurde sie porträtiert.

Beim Missy Magazine schreibt Tove Tovesson über Chelsea Manning, den Einsatz von Isolationshaft und einem fragwürdigen Justizsystem.

Laufmoos schreibt über die Herkunft des Begriffs „cis“.

Die aktuelle an.schläge ist mit dem Titelthema „Kulturarbeit. Kunst und Sexismus“ erschienen. Dieses Mal können alle Artikel des Schwerpunkt online nachgelesen werden. Gabi Horak schreibt beispielsweise über die Arbeitsbedingungen von Kartenverkäufer_innen und Museums-Guides und Lea Susemichel geht der sexistischen Tradition des Kulturbegriffs auf den Grund.

Dazu passend weiter: Mit der analyse&kritik spricht Sharon Dodua Otoo über Rassismus und den deutschen Literaturbetrieb und sagt: „Literatur ist für mich eine Intervention, an den jetzigen Zuständen zu rütteln.“

Jutta Limbach, die als erste Frau die Präsidentschaft des Bundesverfassungsgerichts übernommen hatte, ist verstorben. Der rbb würdigt sie mit einem Nachruf.

Magda wurde für ein halbstündiges Radio-Feature von Deutschlandradio Kultur interviewt: „Dick und stolz drauf.

Arge Dicke Weiber aus Wien (Österreich) suchen dickenfreundliche Mediziner_innen, egal welchen Faches, um eine Liste zu erstellen.

Hannah Rosenblatt rantet auf Ein Blog von Vielen über die Forderung den Mut zu haben die eigene Stimme zu benutzen und wie unterschiedlich gewertet wird, je nach dem in welchem Kontext Personen ihre Gewalterfahrungen schildern.

Stark und selbstbewusst durch Musik! – Das Rock Camp München für Mädchen freut sich über Spenden.

Anhören könnt ihr einen Audio-Mitschnitt der Podiusmsdiskussion „One Solution: Feminism? Feministische Strategien Gegen Den Rechtsruck Und Die AfD„, an denen Vertreter_innen der Interventionistische Linke Berlin (IL), Women in Exile & Friends, des Marsch für das Leben? What the Fuck-Bündnis und des Forschungsnetzwerks „Frauen und Rechtsextremismus“ teilnahmen.

Termine in Berlin, Karlsruhe, Nordrhein-Wetsfalen und Traun (Österreich)

23. bis 25. September in Karlsruhe: Lady*fest Karlsruhe.

24. – 25. September in Nordrhein-Westfalen: Die Nacht der Jugendkultur.

01.10. in Berlin: „Voll Fett!“ Sensibilisierungsworkshop und Ideenwerkstatt für Fachkräfte der sozialen Arbeit von Magda Albrecht

01.10. in Traun (Ö): Theateraufführung „Geheimsache Rosa Luxemburg

Zur Mitte der Woche versammeln wir hier regelmäßig Links zu wichtigen Analysen, Berichten und interessanten Veranstaltungen. Was habt ihr in der letzten Woche gelesen/ geschrieben? Welcher Text hätte mehr Aufmerksamkeit verdient? Und was für feministische Workshops, Lesungen oder Vorträge stehen in den nächsten Wochen an?


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10 Bücher für die Freibad-Tasche

15. August 2016 von Charlott
Dieser Text ist Teil 118 von 118 der Serie Die Feministische Bibliothek

Die Sonne scheint. Das Freibad ist geöffnet. Auf der Decke liegen und feministisch inspiriert lesen. Das klingt doch ziemlich super, oder? Um zu mindestens den letzten Teil dieses Bildes erfolgreich zu erfüllen, gibt es heute diese Liste. Und ob ihr dann mit dem Buch einfach im Bett liegen bleibt, sei natürlich ganz euch überlassen.

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Die Preisträgerin

Dass Sharon Dodua Otoo den diesjährigen Ingeborg-Bachmann-Preis gewonnen hat, ist nun wahrscheinlich die Standardeinleitung, aber habt ihr auch alle ihre 2011 erschienene Novelle „die dinge, die ich denke, während ich höflich lächle…“ gelesen? In diesem Buch seziert Otoo das Ende der Liebesbeziehung einer Schwarzen Frau in Berlin. Das ist mal berührend, mal komisch; ganz nah an einer Figur, ohne gesamtgesellschaftliche Kontexte auszublenden.

Und wer lieber zu einer Lesung als an den Schwimmbeckenrand möchte, kann sich zum Beispiel auf den 19.08. freuen, denn da liest sie im Kino Babylon in Berlin. (FB-Link)

Sharon Dodou Otoo. 2011. die dinge, die ich denke, während ich höflich lächle… (edition assemblage)

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Der historische Roman

Yaa Gyasi hat mit „Homegoing“ eine epische Familiensaga erschaffen, die zwar über 300 Jahre umspannt aber gerade einmal etwas mehr als 300 Seiten einnimmt. Ihr Debut-Roman erzählt die Geschichte der beiden Halbschwestern Effia und Esia und ihrer Nachkomm_innen. Beide Frauen werden im 18. Jahrhundert im heutigen Ghana geboren, sie treffen sich nie direkt und ihre Leben könnten kaum unterschiedlicher verlaufen: Effia wird mit einem britischen Offizier verheiratet, der in den Versklavungshandel involviert ist, und bleibt ihn Ghana. Esi hingegen wird nach einem Konflikt gefangen genommen, versklavt und nach Amerika verschifft. In wechselnden Kapiteln wendet sich Gysasi jeweils einem Familienmitglied einer der Familienlinien zu, alle zwei Kapitel wird zu einer neuen Generation gesprungen. Themen wie Sklaverei, Kolonialismus, Jim Crow, Civil Rights Bewegung, sexualisierte Gewalt, den Gefängniskomplex und vieles mehr anschneidend, zeigt sie wie sich Trauma durch die Familien zieht und sich in weiter bestehenden rassistischen Systemen addiert. Sie gibt den Leser_innen aber auch Charaktere, die tief für einander empfinden, sich um einander sorgen, die aufsässig und widerständig sind. Das Romanende mag etwas zweckmäßig, „einfach“, erscheinen, doch nimmt es nichts von der Schlagkraft dieses wunderbaren Erstlings. In deutscher Übersetzung ist es leider noch nicht erschienen.

Yaa Gyasi. 2016. Homegoing. (Knopf)

Hinweis: Um so schöner, dass dafür Chimamanda Ngozi Adichie’s historischer Roman über den Biafrakrieg, „Die Hälfte der Sonne“, nun wieder auf deutsch erhältlich ist. Der Fischer-Verlag hat vor zwei Wochen die Übersetzung herausgebracht.

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#BlackLivesMatter, erzwungene Sterilisation und Gerüchte über Geflüchtete – kurz verlinkt

27. Juli 2016 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 322 von 327 der Serie Kurz notiert

deutschsprachige Links
Vielfältige, empowernde Spielzeuge und Bücher gibt’s bei Diversity Spielzeug.

Junge Frauen in ihrem gesellschaftlichen und politischen Engagement zu stärken und bei ihrer beruflichen Orientierung zu unterstützen – das ist das Ziel von  It´s Our Turn! Teilnehmen können Mädchen und junge Frauen zwischen 16 und 20 Jahren. Die Hälfte der Plätze ist für junge Frauen mit Fluchtgeschichte reserviert.

Mit dem Anne-Klein-Frauenpreis ehrt die Heinrich-Böll-Stiftung Frauen, die mutig und hartnäckig für Menschenrechte, Gleichberechtigung und sexuelle Selbstbestimmung eintreten. Bis zum 15. September können Kandidatinnen vorgeschlagen werden.

Seitdem Sharon Dodua Otoo den Ingeborg-Bachmann-Preis gewonnen hat, ist sie viellerorts in den Medien präsent und gibt wunderbare Interviews. Beim boersenblatt sprach sie über das Vorlesen in Klagenfurt, Schreibpläne und die Nicht-Existtenz von apolitischer Kunst. „Wir können sprachlich viel mutiger sein“, sagt sie zu dem in einem wirklich schönem Gespräch mit der Frankfurter Rundschau über emanzipatorische und diskriminierende Sprachformen, den Literaturbetrieb und die Rolle von Aktivismus.

Tove Tovesson schreibt beim Missy Magazine über „die Frage nach einem transfreundlichen Leben in einer transfeindlichen Welt„.

Gerüchte über Geflüchtete gibt es an jeder Straßenecke oder aber auch in Reden von Politikern wie Thomas de Maizière. Der Bayrische Rundfunk sprach mit Medienpädagogin Dr. Sabine Schiffer vom Institut für Medienverantwortung und Karolin Schwarz von hoaxmap über die Enttstehung dieser Gerüchte, wie diese gezielt zur Stimmungsmache eingesetzt werden und mit welchen Folgen.

Magda Albrecht stellt in ihrem Instagram-Account die Broschüre „Wir stehen alleine da“, eine Infobroschüre, die sich mit antisemitischen Ideologien und Alltagserlebnissen befasst, vor.

Noch bis zum Ende der Woche kann sich auf den Nachwuchsförderpreis des Ökonominnen-Netzwerks efas beworben werden.

englischsprachige Links

In der letzten Woche fand in Berlin eine weitere #BlackLivesMatter-Demonstration statt. ADEFRA veröffentlicht Prof. Maisha Auma Eggers Statement, in dem sie unter anderem daran erinnert, dass die Gründer_innen der #BlackLivesMatter Bewegung drei queere Schwarze Frauen sind: „We must stop erasing that! We must stop erasing crucial parts of Ours and Each others Lives! If any of Us Black Folks is not free, then we are all not free.“

Autostraddle stellt zehn Frauen mit Behinderung und deren Aktivismus vor.

Für Kunstliebhaber_innen und solche, die es werden wollen, lohnt sich ein Blick auf den Twitter-Account womens art, auf dem mehrfach täglich Künstlerinnen und ihre Werke vorgestellt werden.

AlJazeera berichtet über ein Theaterstück, in dem Roma Frauen über Erfahrungen mit erzwungener Sterilisation sprechen.

Long Read, der die investierte Zeit sehr lohnt: Kwe Today schreibt über koloniale Rechtstraditionen, Federal Missing and Murdered Indigenous Women and Girls Inquiry, Sexarbeit, indigene feministische Rechtstheorie und mehr.

Termine

Vor zwei Tagen startete die „Women in Exile-Sommerbustour durch Deutschland„. Die nächsten Termine sind: 28.07 in Leipzig, 29. und 30.07. in Nürnberg, 31.07. in Frankfurt/Oberursel, 01.08. Oberursel und 02./03.08. in Köln.

01.08. in Berlin: Das nächste Treffen des Bündnisses für sexuelle Selbstbestimmung findet statt.

06.08. in Berlin: Eröffnung der Ausstellung „WELCOME TO FUTURISTAN„. (FB-Link)

25.-27.08. in Berlin: Unter dem Jahresmotto #hegemoniehacken findet die diesjährige Linke Medienakademie mit besonderem Fokus auf Gender und Medien statt.

Zur Mitte der Woche versammeln wir hier regelmäßig Links zu wichtigen Analysen, Berichten und interessanten Veranstaltungen. Was habt ihr in der letzten Woche gelesen? Welcher Text hätte mehr Aufmerksamkeit verdient? Und was für feministische Workshops, Lesungen oder Vorträge stehen in den nächsten Wochen an?


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Sharon Dodua Otoo beim Bachman-Preis – Und ihr könnt abstimmen!

30. Juni 2016 von Charlott

Gestern Abend wurden in Klagenfurt die 40. Tage der Deutschsprachigen Literatur eröffnet und damit auch das Wett-Vorlesen um den Ingeborg-Bachmann-Preis eingeläutet. Neben den üblichen vielen Redebeiträgen durften die Autor_innen ihre Startplätze ziehen, denn das öffentliche Vorlesen bisher unveröffentlichter Texte (mit der daraufolgenden live Jury-Kritik) wird sich nun über drei Tage ziehen. In alphabetischer Reihenfolge traten die Kandidat_innen nach vorn und zogen ein Kärtchen mit Datum und Uhrzeit – und auch wenn der Moderator versuchte zu beruhigen, dass statistisch kein Platz die Chancen automatisch verschlechtere, wollte wohl niemand so gern direkt heute um 10 Uhr den Anfang machen.

Mit dabei: Sharon Dodua Otoo

Mit dabei: Sharon Dodua Otoo

Mit dabei beim diesjährigen Preis ist auch Sharon Dodua Otoo, die viele wunderbare Dinge tut, u.a. auch für die Mädchenmannschaft schreiben. Als siebente trat sie an die Lostrommel und zog den Zuschauer_innen-freundlichen Leseplatz Samstag um 11 Uhr! Falls ihr in Berlin zugegen seid und Sharon nicht nur allein zujubeln wollt, dann gibt es auch die Möglichkeit zum Public Viewing. Unter dem Motto „go sharon! berlin schaut nach klagenfurt“ geht es ab 10 Uhr im xart splitta los (FB-Event).

Ansonsten wird die Veranstaltung auch live im Fernsehen bei 3sat und im Livestream online vom ORF übertragen. Ein gutes Zuhören lohnt sich auch, denn am Samstag von 15 bis 20 Uhr wird über den Publikumspreis abgestimmt. Ein einfacher Klick reicht hier aber nicht, stattdessen müsst ihr eine Email einsenden, in der ihr in maximal 400 Zeichen eure Wahl begründet.


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Sharon Dodua Otoo ist Kandidatin für den Ingeborg-Bachmann-Preis!

24. Mai 2016 von Charlott
Dieser Text ist Teil 39 von 39 der Serie Applaus für

Heute Vormittag war es soweit, die vierzehn Kandidat_innen für den diesjährigen Ingeborg-Bachmann-Preis wurden auf einer Pressekonferenz bekannt gegeben. Der Preis wird seit 1977 jährlich in Klagenfurt verliehen und in diesem Jahr ist Mädchenmannschafts-Autorin Sharon Dodua Otoo unter den potentiellen Preisträger_innen.

IMG_20160524_125246Sharon schreibt nicht nur wunderbare Texte für die Mädchenmannschaft, sondern hat bereits eine ganze Reihe von Büchern geschrieben und herausgegeben. Ihre Debüt-Novelle the things i am thinking while smiling politely erschien 2012 und im darauffolgenden Jahr in deutscher Übersetzung. Es folgte im Jahr 2014 die wunderschön illustrierte Novelle Synchronicity. Seit 2012 ist Sharon zu dem Herausgeber_in der Reihe Witnessed, in der sich Autor_innen in unterschiedlichsten Formen (Fotografie, Theaterstücke, Aufsätze, Kurzgeschichten) mit Schwarzen Lebensrealitäten im deutschsprachigen Raum auseinandersetzen. Das erste Buch in der Reihe war The Little Book of Big Visions. How to Be an Artist and Revolutionize the World und ich besprach es hier auf dem Blog. Auf der Seite des Bachmann-Preises könnt ihr euch einen kleinen Portrait-Film zu Sharon angucken.

Die diesjährigen Kandidat_innen werden ihre eingereichten Texte zwischen dem 30. Juni und 2. Juli im Rahmen der Tage der deutschsprachigen Literatur vorlesen. Nach den Lesungen werden die Texte jeweils direkt auch online zugänglich sein. Dies ist wichtig, denn am 2. Juli von 15.00 bis 20.00 Uhr wird zudem über den Publikumspreis abgestimmt und eine Stimme gilt nur, wenn eine Begründung für die Textwahl vorliegt!


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Ein Buch nach dem anderen: Kurzgeschichten aus Nigeria; Coming-of-Age in Portland

30. Oktober 2015 von Charlott
Dieser Text ist Teil 112 von 118 der Serie Die Feministische Bibliothek

Auf Papier gelesen

IMG_20150921_175406-1Fates and Furies (Riverhead Books, 2015) von Lauren Groff war sicher eines der heiß-erwartesten Bücher der Herbstsaison – und wurde kurz nach der Veröffentlichung auch direkt belohnt mit einem Platz auf der Shortlist für den (us-amerikanischen) National Book Award. Der Roman seziert die Ehe zwischen Lotto und Mathilde, dem Traumpaar auf jeder Party, er erst Schauspieler, dann erfolgreicher Dramatiker, sie erst in einer Gallerie arbeitend, dann ihn unterstützend. Zwischen Anspielungen auf griechische Mythologie erzählt der erste Teil zunächst die Geschichte aus Lottos Perspektive, um dann im zweiten Teil Mathildes – weitaus andere – Sichtweise und Erleben nachzutragen. Bereits im ersten Teil, in dem lange das perfekte Bild entworfen wird, zebröselt dieses auch schon wieder langsam. So sitzt Lotto auf einer Podiumsdiskussion zur „Zukunft der Literatur“ und führt – zum Erschrecken seiner Mit-Diskutant_innen – bräsig aus, dass Männer Literatur schaffen und Frauen ihren Kreativität ins Kindergebären stecken. Das Publikum ist aufgebracht, Mathilde verlässt den Raum. Genau in diesen Aspekten fand ich den Roman, in den ich ich erst nicht wirklich reinkam, am stärksten, wenn die Vorstellung des „männlichen Genies“ langsam entblößt wurde und stattdessen Groff die weibliche Arbeit hinter diesem offenbarte. Doch das Ende, welches stark auf eine Beziehungsebene zurückfällt, enttäuschte mich.

IMG_20150918_031443Weitaus mehr gefiehl mir das ebenfalls im September erschienene Dryland (Tin House Books, 2015) von Sara Jaffe (die auch in der Band Erase Errata spielt). Es ist das Jahr 1992 und die fünfzehn-jährige Julie Winter lebt im Portland. Regelmäßig geht sie in Zeitungsgeschäfte und blättert sich durch Schwimm-Magazine – nicht etwa, weil sie Schwimmerin ist, sondern weil sie immer auf der Suche nach Informationen über ihren ältern Bruder ist, der einmal sogar Teil des olympischen Teams war, nun aber in Berlin lebt und über den in ihrer Familie nicht gesprochen wird. Das Buch ist eine Coming-of-Age-Geschichte, die ihren ganz eigenen Charme und gleich eine Reihe queerer Charaktere mit sich bringt.

IMG_20151014_082600 Ein Buch, welches ich in nächster Zeit sicher häufig empfehlen werde, ist die Debut-Kurzgeschichten-Sammlung Happiness, Like Water (Mariner Books, 2013) von Chinelo Okparanto. Die meisten der Geschichten drehen sich um weibliche Charaktere in Nigeria oder der Diaspora (hier USA). Ihre Geschichte „America“ war bereits nominiert für den Caine Prize for African Writing, aber auch die anderen sind allesamt preiswürdig. Okparanta ist eine wundervolle Erzählerin, ihre Sprache ist gleichermaßen zugänglich und poetisch. In den Geschichten widmet sie sich einer ganzen Reihe großer „Themen“ (wie häusliche Gewalt, Reliogion, lesbisches Begehren, Schönheitsstandards), ohne dass sie ins Didaktische abruscht. Stattdessen schafft sie glaubhafte Charaktere und nicht jede Geschichte endet mit einer sauberen, einfachen Lösung – ganz so wie im Leben.

Okparantas Debut-Roman Under the Udala Trees, in welchem sich zwei Mädchen während des Biafra-Kriegs verlieben, erschien jetzt im September.

Im Netz gelesen

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Literatur gegen das Herbstgrau: Crowdfunding für Synchronicity unterstützen

16. Oktober 2015 von Charlott

Im letzten Jahr erschien Sharon Dodua Otoos Novelle Synchronicity auf Deutsch. In 24 kurzen Kapiteln wird die Geschichte von Cee erzählt, die als Grafikdesignerin in Berlin arbeitet, aber nach und nach ihre Farben verliert. Sie kann sie zunächst einfach nicht mehr sehen. Dann kommen die Farben in ganz neuen Formen (und Sinneswahrnehmungen) wieder. Cee ist dabei nicht vollkommen von den Entwicklungen – denn sie ist nicht die erste in ihrer Familie, der es so ergeht. Die Geschichte verhandelt auf poetische, einfühlsame und auch ironische Art und Weise Fragen rund um Traditionen, zwischenmenschliche Beziehungen, Ängste und Wandel. Begleitet wird der Text von stimmungsvollen Illustrationen von Sita Ngoumou.

Nun soll das Buch auch in der Orginalfassung, auf Englisch, erscheinen, aber dafür benötigt es – wie so oft – Geld. Damit ihr das Buch, dessen Texte ursprünglich als eine Art Weihnachtskalender an Freund_innen geschickt worden war, pünktlich zur grauen Jahreszeit lesen und an Familie, Freund_innen, Bekannte verschenken könnt, gibt es eine Crowdfunding-Kampagne. In den ersten drei Tagen kamen bereits 15% der benötigten Summe zusammen. Mit deinem Geld kannst nur nicht nur das Buch bereits vorbestellen, sondern es gibt auch weitere lohnenswerte Perks wie Poster der Illustrationen oder gar signierte Kunstdrucke.

Organisiert wird die Kampagne von einem Unterstützer_innen-Kreis. Dieser formiert sich zur Zeit noch (und Interessierte können sich unter ukreis@edition-assemblage.de melden). Auf der Kamapgneseite heißt es:

Der Unterstützer*innen-Kreis supportet insbesondere rassismuskritische Bücher mit dem Ansatz des Empowerments. Weder bei diesem Projekt noch beim Crowdfunding wird es aufhören: Es sollen Büchertische organisiert, weitere Kampagnen gestartet, Solipartys gemacht, auf Zuschussmöglichkeiten geachtet und Zuschüsse eingeworben werden. Außerdem sollen Vorbestellungen gesammelt und Lesungen organisiert werden. Buchprojekte können auch selbst initiiert und Manuskripte geprüft und eingereicht werden.

Falls ihr derzeitig kein Geld zur Verfügung habt, gibt es also Möglichkeiten zu unterstützen: Entweder direkt im Unterstützer_innen-Kreis oder auch erst einmal durch das Teilen dieser Kampagne!


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Rabenmütter, Meerjungfrauen, (keine) Lichterketten – kurz verlinkt

14. Oktober 2015 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 297 von 327 der Serie Kurz notiert

Deutschsprachige Links

Wenn eine Mutter nicht mehr mit Kind(ern) leben möchte: Im ZDF gibt es einen Bericht über die Gründerin von Rabenmütter e.V.

Bei ZeitOnline schreibt Simone Dede Ayivi über Hilfe für Geflüchtete und Rassismus: „Hilfsbereitschaft schafft es leider nicht, unsere Köpfe von exotisierenden Bildern vom „Orient“, Vorurteilen über „die Araber“ und Ängsten vor „dem Islam“ zu befreien. Kuscheltiere zu überreichen und im Chor Ärzte-Lieder zu singen ist kein besseres Austreibungsritual als eine Lichterkette.“

Unterstützt die Kampagne zur Finanzierung des Drucks von Sharon Dodua Otoos Buch Synchronicity im englischen Original.

Der zweite Gleichstellungsbericht der Bundesregierung ist online.

Englischsprachige Links

Bald ist Halloween. Und anstatt diskriminierender Kostüme empfehlen wir ein Meerjungfrauen-Makeup!

Eine der bekanntesten Trans*-Aktivist_innen Ecuadors, Diane Rodriguez, gab bekannt, dass ihr Freund schwanger ist und beide ihr erstes Kind erwarten.

Eine lesenswerte Liste bei Autostraddle: „12 Incredible Indigenous LGBTQ Women and Two-Spirit People You Should Know„.

Anlässlich des #NationalComingOutDay verlinkte die Aktivistin und Filmemacherin („NO! The Rape Documentary“) Aishah Shahidah Simmons ein Video von 1996: „In My Father’s House„. Im Video kommen Familie und Freund_innen zu Wort und Simmons bespricht (internalisierte) Homofeindlichkeit, Sexismus, sexualisierte Gewalt und ihre Abtreibung.

Why intersectionality can’t wait“ argumentiert Kimberlé Crenshaw bei der Washington Post fast dreißig Jahre, nachdem sie erstmals über das Konzept schrieb.

Termine in Frankfurt a.M. und bundesweit

Am 30. Oktober 2015 findet ALICE – Die LGBTI Karrieremesse für Juristen & Juristinnen in Frankfurt/Main statt.

Vom 26.10. bis 30.10.15 findet eine bundesweite Aktionswoche statt, in der an möglichst vielen Hochschulen und anderen öffentlichen Einrichtungen die öffentlichen Toiletten in all gender welcome Toiletten umgelabelt werden sollen.


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Ein Buch nach dem Anderen: Trauerspiele zum Deutschen Buchpreis und Poesie

1. September 2014 von Charlott
Dieser Text ist Teil 83 von 118 der Serie Die Feministische Bibliothek

Ich könnte den ganzen Tag über Bücher, Autor_innen und Bibliotheken reden, aber leider ist das ja nicht immer möglich. Zu mindestens einmal im Monat werde ich jetzt hier mit euch teilen, welche Bücher ich aktuell gelesen habe (und ob ich sie euch weiterempfehlen würde), welche spannenden Texte im Netz rund um Literatur erschienen und auf welche Neuerscheinungen sich gefreut werden könnte.

Gelesen auf Papier

„Nach der Revolution kommt die Abrechnung. […] Was genau wurde erreicht, was hat sich verändert?“ Dieser Frage – mit einem weiten Blick in die Kunstszene(n) – widmet sich der Band The Reckoning: Women Artists of the New Millenium von Eleanor Heartney, Helaine Posner, Nancy Princenthal, Sue Scott. Die vorgestellten Künstlerinnen hinterfragen weiblich-konnotierte Passivität, setzen sich mit Sexualität,  dem häuslichen Alltag und weiteren aktuellen politischen Fragen auseinander. Die Autorinnen schaffen es auch für Einsteiger_innen fesselnd die unterschiedlichen Strömungen und Herangehensweisen aufzuzeigen und zu illustrieren. (Das  Buch werde ich demnächst hier noch ausführlicher besprechen.)

Vor ein paar Jahren habe ich wieder angefangen vermehrt Poesie zu lesen – und siehe da, es gibt vieles, was mich so viel mehr anspricht als jene Verse,  durch die wir im Schulunterricht gequält wurden. Den Tod von Maya Angelou habe ich zum Anlass genommen, wieder einmal Veröffentlichungen von ihr in die Hand zu nehmen.  And Still I Rise (Virago, erstmals 1986 publiziert) beinhaltet die Bände And Still  I Rise (1976) und Shaker, Why Don’t You Sing (1983). Mit Phenomenal Woman, Life Doesn’t Frighten Me und dem titelgebenden Gedicht eigentlich die perfekte Lektüre für jeden Tag wieder und wieder. Außerdem gelesen und weiter empfehlenswert: Mural von Mahmoud Darwish mit einem Vorwort von Rema Hammami und Illustrationen von John Berger (Verso) und sowie Proxy von R. Erica Doyle (Belladonna).

Wie entscheidet sich eigentlich ob eine Kurzgeschichte von Alice Munro im New Yorker gedruckt wird? Und wie werden die Vorschüsse für Autor_innen in Verlagen berechnet? Das und mehr erzählt Daniel Menaker sehr unterhaltsam in seiner Autobiographie My Mistake (Houghton Mifflin Harcourt). Als ehemalige Faktenchecker und (Literatur-)Redakteuer des New Yorkers und leitender Angestellter verschiedener Verlage bietet er einen guten Einblick in den (us-amerikanischen) Literaturbetrieb der letzten Jahrzehnte und wirft zu mindestens auch hin und wieder einen (sicher sehr ausbaufähigen) kritischen Blick auf die weiß-männliche Dominanz.

Land is the only thing that lasts life to life. Money burns like tinder, flows off like water. And as for government promises, the wind is steadier. (Tracks, S. 33)

Land ist das einzige, was von Leben zu Leben bleibt. Geld verbrennt wie Zundholz, fließt weg wie Wasser. Und zu Regierungsversprechen – der Wind ist beständiger.

Louise Erdrich (die ich hier schon einmal ausführlicher vorstellte) schreibt in ihrem dritten Roman Tracks (Harper Perennial) von 1988 auch zum dritten Mal über die gleiche Gegend in North Dakota: die kleine Stadt Argus und das in der Nähe liegende Reservat. Zwischen 1912 und 1924 verstrickt sie tragische Familiengeschichten, magischen Realismus und den Konflikt um Land zu einer fesselnden Erzählung. Im August gewann Erdrich den Dayton Literary Peace Prize.

The Long Room (In der Bibliothek des Trinity Colleges, Dublin). Funfact: Der Raum war vielleicht oder auch nicht die Vorlage für das Jedi-Archiv in Star Wars Episode II: Attack of the Clones.

The Long Room (in der Bibliothek des Trinity Colleges, Dublin). Funfact: Der Raum war vielleicht oder auch nicht die Vorlage für das Jedi-Archiv in Star Wars Episode II: Attack of the Clones.

Gelesen im Netz

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Eine Frage des Blickwinkels – kurz notiert

4. September 2013 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 209 von 327 der Serie Kurz notiert

Sharon Dodua Otoo erzählt beim an.schläge-Magazin von ihrer komplizierten Beziehung zum Feminismus – und wo jener seinen Blick dringend erweitern muss.

Bahnt sich auch in Deutschland eine größere Bewegung gegen die Gleichstellung von Lebenspartnerschaften an?“ fragt queer.de. Am 23. November findet in Leipzig jedenfalls schonmal ein  Kongress statt, auf dem so illustre Gestalten wie Eva Herman oder Thilo Sarrazin sich der Frage widmen: „Werden Europas Völker abgeschafft? Familienfeindlichkeit, Geburtenabsturz, Sexuelle Umerziehung“ –  Grusel.

Diese zwar nicht brandneue, aber bisher wenig beachtete Erkenntnis erklärt vielleicht so manches: die Organisation FEMEN ist von einem Mann gegründet worden – und wird nach wie vor durch ihn kontrolliert [auf Englisch].

Starkoch Jamie Oliver hat es sich schon vor langer Zeit zur Mission gemacht, die Welt zu einem gesünderen Essverhalten anzuhalten. In seiner neuen Sendung serviert er nun eine gehörige Portion Klassismus, garniert mit einer bunten Auswahl an herkömmlichern Vorurteilen und abgerundet mit dem fehlgeleiteten Glauben, alle könnten gesund essen „wenn sie nur wollen!“ [auf Englisch].

Hope Wabuke hat 99 Möglichkeiten zusammengestellt, Schwarzen Frauen Respekt entgegenzubringen [auf Englisch].

In Albanien ist es für Menschen, die bei ihrer Geburt als Frauen kategorisiert worden sind, unter bestimmten Umständen möglich, ein gesellschaftliches Leben als Mann zu führen. Die Fotografin Jill Peters hat mit einigen von ihnen eine Fotoreihe aufgenommen [auf Englisch].

Auf Racialicious hat die Gastautorin Karishma eine Liste mit 45 Women of Color in Science Fiction- und Fantasy-Filmen veröffentlicht [auf Englisch].

In us-amerikanischen Gefängnissen sitzen viele Frauen, die im Zuge des sogenannten „War on Drugs“ („Krieg gegen Drogen“) unschuldig dort gelandet sind. Der inzwischen verstorbene John Beresford hat im Jahr 2001 ein Buch veröffentlicht, in dem einige von ihnen zu Wort gekommen sind. Viele davon sitzen dort noch immer. Beim VICE-Magazin sind nun Auszüge daraus erschienen, die einige der Frauen vorstellen, die nun seit über zehn Jahren unschuldig gefangen gehalten werden [auf Englisch].

Auf feminspire wird erklärt, was daran so schwierig ist, wenn ein heterosexueller cis-Mann wie Macklemore zum Helden der LBTIQ-Bewegung stilisiert wird, nur weil er mal einen politischen Song geschrieben hat [auf Englisch].

Die Tänzerin Sara Wookey hat einen offenen Brief veröffentlicht, in dem sie einen erschütternden Einblick in ihren Arbeitsalltag gibt und erklärt, warum es wichtig ist, bestimmte Jobangebote auszuschlagen [auf Englisch].

[TRIGGERWARNUNG] Die taz berichtet über einen aktuellen Fall von Sl*tshaming, der gerade im Internet kursiert – und beleuchtet die gesellschaftlichen Hintergründe.

[TRIGGERWARNUNG] A Radical TransFeminist stellt in einem zweiteiligen Artikel nochmal einige Dinge zum Thema Konsens klar [auf Englisch].

[TRIGGERWARNUNG] Auf Free Thought Blog beschreibt eine Betroffene, wie sie trotz riesiger Beweislast durch Victimblaiming, Anschudligungen und übrgriffigen Verhalten von Polizisten dazu gedrängt wurde ihre V*rg*w*alt*g*ngs-Anklage zurückzuziehen. So sei sie nun auch eine der angeblichen „Falschbeschuldigungen“ in der Statistik [auf Englisch].

Termine in Hamburg, Berlin, Mülheim a.d. Ruhr und Dortmund nach dem Klick (mehr …)


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