Einträge mit dem Tag ‘Sexualität’


Jüdische Elternschaft, Lean Out und eine Ode an die „Ungewollten“ – Die Blogschau

28. November 2015 von Charlott
Dieser Text ist Teil 288 von 295 der Serie Die Blogschau

Bei roleUP! wird im aktuellen Video als Rolemodel die Illustratorin Tasnim Baghdadi vorgestellt. Sie beschreibt die Themen mit denen sie sich beschäftigt (z.B. Identitäten, (muslimische) Feminismen) und wie sie arbeitet.

Afrogermanrebel schreibt zu Trauer, Angst und Wut in Zeiten von Paris, Beirut, Baghdad und Syrien.

Today (and everyday) my heart goes out to the unwanted ones.„, schreibt Trouble X anlässlich des Transgender Day of Remembrance.

KrachBumm hat sehr viele Links zum Thema Intersexualität zusammengestellt: Hinweise auf Intersex-Aktivist_innen und Interessensverbände, politische Forderungen und Bücher-Tipps sind unter anderem dabei.

Bei Femgeeks bespricht Melanie das Buch „Lean Out: The Struggle for Gender Equality in Tech and Start-Up Culture“ und kommt zu dem Schluss: „Das Buch zeichnet [durch eine Vielfalt an Erfahrungen und Meinungen] ein weitaus realistischeres Bild von der Tech-Welt als Lean In. Es schafft (Überlebens-)Strategien sichtbar zu machen ohne als „One Size Fits All“ Ratgeber daher zu kommen oder die existierenden Probleme zu beschönigen.“

Wie allein in einer einzigen Unterrichtseinheit Rassismus, Hetero_Sexismus und andere diskriminierende Aussagen passen, illustriert SchwarzRund anhand einer Uni-Stunde

Embrace the Fat schreibt zu (nicht vorhandenen) Erfahrungen mit Sex, Selbstliebe und was dies alles mit dicken Körpern zu tun hat: „Wir sollten mehr Raum schaffen für die unterschiedlichen Erfahrungen, die dicke Menschen in Bezug auf Sex machen.“

Die Queerulant_in freut sich bis zum 01. Januar noch über Beiträge für das nächste Heft rund um das Thema „Einfach mal (nicht) ficken!“.

QueerVanity interviewt Künstler_in Rudy Loewe (Zines! Tshirts!) zu Mode, Mustern und Normen.

Don’t Degrade Debs macht sich Gedanken zu jüdischer Elternschaft zwischen Religionskritik-Keulen, vereinfachten Narrativen dazu was Jüdisch-Sein bedeuten kann und Weihnachtsfesten. Sie fragt: „Warum sollte dieses Kind nur als Projektionsfläche herhalten ohne die Chance zu bekommen das Jüdisch-Sein mit anderen, schönen, kraftvollen, eigenen Inhalten zu füllen, die viel älter sind, als ein deutsches Schuldgefühl und linker Schiksals-Voyeurismus“?

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Skateboard-Fahrerinnen, Selbsthilfe und Suffragetten – kurz verlinkt

7. Oktober 2015 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 296 von 322 der Serie Kurz notiert

deutschsprachige Links

Weiblich, sexy, rechtsextrem„, heißt ein beklemmend eindringlicher Film von Caterina Woj, der sich mit rechtsradikalen Frauen* auseinandersetzt und nun im WDR ausgestrahlt wurde.

Linkspartei und Grüne fordern im Bund mehr Unterstützung für Frauenhäuser, berichtet die taz.

Auch wenn häufig in den Hintergrund gerutscht: Der NSU-Prozess läuft immer noch und die Aktivist_innen von NSU Watch begleiten diesen kritisch, z.B. darüber, dass zahlreiche Beweis- und Beweisermittlungsanträge der Nebenklage zu Netzwerk und Hintergünden vom Gericht nun abgelehnt wurden.

Auf Suck My Trucks findet ihr einen historischen Rückblick auf Frauen auf dem Skateboard. Zum Ende hin gibt es auch noch Hinweise auf heutige Netzwerke für alle Interessierten.

„Sie gab dem Publikum Freiheit“, schreibt die FAZ zum Tod der feministischen Videokünstlerin und Filmemacherin Chantal Akerman (u.a. „Jeanne Dielman, 23, Quai du commerce, 1080 Bruxelles“). Ihr nun letzter Film erschien im letzten Jahr: In „No Home Movie“ setzte sie sich mit ihrer Mutter und deren Erinnerungen an Ausschwitz auseinander.

Das Netzwerk Care Revolution hat nun eine öffentliche Facebook-Gruppe zum Austausch.

englischsprachige Links

Mia Birdsong spricht in einem bewegenden TED-Talk darüber, wie falsch das Denken über Ideen zur Beendigung von Armut (in Amerika) ist.

Eine ausführliche PDF zur Selbsthilfe nach sexualisierter Gewalt für Transmenschen wurde kürzlich von Forge forward veröffentlicht.

Verónica Bayetti Flores bespricht auf Feministing die Publikation „“Take Charge!” A Reproductive Health Guide for Women with Disabilities“.

„I was moved by Serena’s positioning herself in relation to other African-Americans. A crucial component of white privilege is the idea that your accomplishments can be, have been, achieved on your own.“ Die Dichterin Claudia Rankine schrieb für das New York Times Magazine ein Essay über die Bedeutung von Serena Williams.

Im Alter von 100 Jahren verstarb die Aktivistin und Autorin Grace Lee Boggs. Democracy Now erinnert an sie mit einer Zusammenstellung von Videos.

Ab dem 01. November wird es den zwei-wöchentlich erscheinenden Podcast Native Appropriations geben. Darum wird es gehen: „Native Appropriations is a forum for discussing representations of Native peoples, including stereotypes, cultural appropriation, news, activism, and more. The podcast series, hosted by Dr. Adrianne Keene, features Indigenous & non-Indigenous movers and shakers whose work lets us know that EVERY REPRESENTATION MATTERS.“

Meryl Streep und andere (weiße) Schauspielerinnen, die in dem neuen Film „Suffragette“ mitwirken, posierten mit „I’d rather be a rebel than a slave“-T-Shirts. Jamilah Lemieux schreibt bei Ebony über diesen neuen Höhepunkt von „white feminism“.

Termine in Berlin, Hamburg und dem Internet

09. bis 11.10. im Internet: The Fat Activism Conference ist eine virtuelle Konferenz, mit einer Vielzahl von Vorträgen und Diskussionsrunden.

10. bis 11.10. in Berlin: Die Konferenz „Vernetzt euch! – Strategien und Visionen für eine diskriminierungskritische Kunst- und Kulturszene“ findet in der Udk statt.

20. bis 25.10. in Hamburg: Die Lesbisch Schwule Filmtage Hamburg bieten über fünf Tage Kurzfilme, Spielfime, Dokumentationen.


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Fat-Acceptance-Grundlagen, Mono-Kultur-Landschaft und Sex mit Frauen – die Blogschau

30. Mai 2015 von accalmie
Dieser Text ist Teil 279 von 295 der Serie Die Blogschau

Ein neuer Monat, eine neue Fatty Fun Fashion Challenge, in der dicke_fette Modebegeisterte Fotos von ihren Outfits teilen: Im Mai ist das Motto ganz frühlingsgerecht „Grün“.

„Es ist ja so, als dicke Frau, die sich weigert sich verschämt ganz unten in die Hierarchie von Körpern und Schönheit einzuordnen, die kein Interesse daran hat ihr Gewicht zu reduzieren, die sich nicht verstecken will, da passe ich einigen Leuten nicht in den Kram.“ Alex kommentiert bei Some girls* are bigger than others dickenfeindliche Debatten, die unter dem Mantel plötzlich verspürter Gesundheitsbedenken (anderer, unbekannter Leute) daherkommen, und erklärt in einem weiteren Beitrag auch noch einmal ein paar Fat Acceptance-Grundlagen.

Auch Katrin von Reizende Rundungen stellt noch einmal eine Fat Acceptance-101-Service-Leistung zur Verfügung: „Fat Acceptance möchte dicke_fette Menschen dabei unterstützen wieder selbstständige Entscheidungen für sich und ihre Körper treffen zu können.

Zwischengeschlecht kritisiert die „Unsichtbarmachung der realen, zwangsoperierten Zwitter und ihrer spezifischen Anliegen“, unter anderem im Zuge des #IDAHOT.

Über den Umgang mit chronischen Krankheiten, die Frage, was es überhaupt bedeutet „krank“ zu sein und die (Re-)Aktion von und auf Mitmenschen schreibt samchills.

Merle Stöver analysiert die oft von Panik und_oder Wut gezeichneten Debatten um Lust und Begehren bei Frauen*, lesbischen Sex und Sexarbeiterinnen.

umstandslos, magazin für feministische mutterschaft, diskutiert „Der Staat im Uterus. 40 Jahre Fristenlösung in Österreich“.

Im Blog In_Frage_Stellen: Musik findet ihr eine tolle Übersicht über Musik_Kunst-Veranstaltungen im Mai und Juni 2015, und weitere Tipps können gerne gegeben werden, um die Liste noch zu vergrößern.

„Ein Paradigmenwechsel mit Hindernissen“: Zum (Mangel an) Diversität in der deutschen Kulturlandschaft machen Lisa Scheibner und Bahareh Sharifi vom Bündnis kritischer Kulturpraktiker*innen eine Bestandsaufnahme bei Mind The Trap.

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Assistierter Sex, politisches Putzen – die Blogschau

21. März 2015 von Anna-Sarah
Dieser Text ist Teil 274 von 295 der Serie Die Blogschau

„Sex – Kann ich meine persönliche Assistenz um Hilfestellung bitten?“ – Katja berichtet in ihrem Blog einfach katja über ihre Erfahrungen mit und Gedanken zu Support beim Ausleben sexueller Bedürfnisse.

„Verunsicherung eröffnet Raum zum Überlegen und Nachfragen. Es ist ok, unsicher zu sein.“ – Joy schreibt als Wurzelfrau über Konsens und seine Bedingungen.

„Putzen ist politisch“ – der neue Podcast von heiter scheitern klärt auf über die Un_Sichtbarmachung von Tätigkeiten und bunte Reproräder.

Ebenfalls hörenswert: Viele Sein – ein Podcast über das Leben mit dissoziativer Identitätsstruktur mit Folge 3: „Sichtbarkeit“.

Bei Reizende Rundungen stellte Katrin ihr neuestes Outfit vor.

„Zschäpes Vorgängerinnen“: Das Antifa Infoblatt informiert über (die Geschichte von) Frauen in extrem rechten Terrorgruppen. Weitere Infos zum Thema findet ihr übrigens auch in unserer Reihe „Gender und Rechts(extremismus)“.

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Dickes_Fettes Empowerment, Nice-Guy-Seximus und Asylpolitik – kurz verlinkt

14. Januar 2015 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 268 von 322 der Serie Kurz notiert

Deutschsprachige Links

Magda spricht im Interview mit Raum für Notizen (ALEX Berlin) über Dickenfeindlichkeit, Queer_Feminismus und das Musikmachen.

Wenn rechtspopulistische Kreise gewinnen: Zu den Debatten um Sexualpädagogik und Antidiskriminierung“ schreibt Heinz-Jürgen Voß auf Das Ende des Sex.

kritisch-lesen.de hat ein Interview mit der Wissenschaftlerin und Aktivistin Silvia Federici übersetzt und veröffentlicht. Es geht um Care-Arbeit und ihren Stellenwert in emanzipatorischen Debatten.

Und noch ein tolles Interview: Christine Stonat von Weird hat mit Künstler_in Yori Gagarim über seine_ihre Arbeit gesprochen.

Interview Nr. 4 in der heutigen Linksammlung: ein kurzes Gespräch mit Undine de Rivière, Pressesprecherin des Berufsverbandes erotische und sexuelle Dienstleistungen, hat Anne Hünninghaus für pressesprecher.com geführt.

Fußballschiedsrichterin Bibiana Steinhaus ist vergangene Woche zur Weltschiedsrichterin gewählt worden, berichtet die HAZ. Herzlichen Glückwunsch!

Das Migazin erläutert, welchen Einfluss die angestrebten Staatsverträge mit muslimischen Religionsgesmeinschaften in Berlin und Niedersachsen auf das Kopftuchverbot für Lehrerinnen haben könnten.

Der rbb berichtet: Hunderte Geflüchtete protestierten jahrelang in Berlin gegen die deutsche Asylpolitik – auf dem Oranienplatz und in einer besetzten Schule. Im vergangenen Jahr sagte der Senat ihnen eine umfassende Prüfung ihrer Einzelfälle zu. Das vorläufige Ergebnis: Nur drei der Geflüchteten erhalten Bleiberecht. (Siehe dazu auch unser Dossier Asyl, Flucht und Protest.)

„Charlie Sein oder Nichtsein?“ – die Süddeutsche Zeitung trägt Stimmen zusammen.

Englischsprachige Links

Ein sehr beeindruckender Poetry Slam von drei Teenagern, die in 3,5 Minuten (fast) alle Themen auf den Tisch packen: Armut, Rassismus, Ausbeutung, Homofeindlichkeit und (sexualisierte) Gewalt.

Vom 15. bis 21. Juni findet das ShanghaiPRIDE Film Festival statt. Beiträge können eingereicht werden!

Michael Tedder schreibt bei Pitchfork über „Nice Guy“-Sexismus im (Alternative/Indie)Rock – propagiert auch von dem extrem erfolgreichen Popmusiker Ed Sheeran.

Unterschiede in medialen Berichterstattungen zu den Anschlägen in Paris und den Anschlägen in Nigeria kommentiert Matt Schiavenza bei The Atlantic.

Termine in Berlin und Frankfurt am Main

15.01. in Berlin: „„…dass Frauen da nicht viel zu sagen haben und eigentlich an den Kochtopf gehören.“ – Geschlechterstereotype im Blick auf das Netzwerk des NSU“: NSU-Watch lädt ein zu einer Diskussionsveranstaltung im Projektraum/Hermannstr. 48 (Facebook-Link).

17.01. in Berlin: „Oury Jalloh – Oranienplatz – Ohlauer Strasse. The Impact of European Refugee Policy in Europe„. Anlässlich des zehnjährigen Jahrestages des Todes von Oury Jalloh findet eine szenische Lesung von The Most Unsatisfied Town von Amy Evans und eine Podiumsdiskussion statt.

22.01. in Berlin: Lesung der senegalesischen Schriftstellerin Ken Bugul. (FB-Link)

30.01. in Frankfurt: Storytelling Salon – Vier Geschichten über „Bewegung“: Eine Auftaktveranstaltung zum dritten Black History Month in Frankfurt.


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„My Body, My Choice – Raise Your Voice!“ Proteste gegen den „Marsch Für Das Leben“

23. September 2014 von accalmie

In Berlin marschieren jedes Jahr christ­li­che Fun­da­men­ta­list_innen, Konservative und ex­tre­me Rech­te aus dem ge­sam­ten Bun­des­ge­biet „für das Leben“. Für „das Leben“ heißt für den „Bun­des­ver­band Le­bens­recht“, der zur De­mon­stra­tion auf­ruft, ge­gen das Recht auf kör­per­liche Selbstbestimmung, die Straffreiheit der durch §218 immer noch illegalisierter Schwangerschaftsabbrüche, Sterbehilfe und Prä­natal­diag­no­stik (PND) zu pro­testieren. Ei­nes der Pla­ka­te, das „Le­bens­schützer_innen“ [sic] am ver­gangenen Sams­tag mit sich trugen, fasste die Zielsetzung jener Bewegung prägnant zusammen: „Selbstbestimmung hat Grenzen“ – prak­ti­scher­wei­se genau dort, wo die „Le­bens­schützer_innen“ über die Kör­per an­der­er Men­schen verfügen wollen.

Der „Marsch Für Das Leben“ tritt nicht nur für anti­femi­nisti­sche Politik ein, sondern fusst auf und ver­breitet eine sexist­ische, hetero­sexistische, cis­sexistische und völkisch-nationalistische Ideo­logie (weitere In­for­mationen zu der „Lebensschutz“-Bewegung finden sich zum Beispiel hier). Demonstriert wird für reaktionären Geschlechteressentialismus und den als deutsch de­fi­nier­ten, wei­ßen „Volks­nach­wuchs“. Es sind diese Ziele, für die Poli­tiker_innen und Kir­chen­ver­tre­ter_innen jähr­lich Gruß­wor­te senden; in diesem Jahr auch der CDU/CSU-Bundes­tags­fraktions­vor­sitzende Vol­ker Kauder und der katholische Erzbischof Rainer Wölki. Bea­trix von Storch, Mitglied des Europa-Parlaments für die AfD, lief direkt mit. Nach ei­genen An­ga­ben hat der „Marsch für das Leben“ am Sams­tag  4500 bis 5000 Teil­nehmer_innen mobilisiert.

Eben­falls je­des Jahr rufen femi­nisti­sche Bünd­nisse zu Pro­tes­ten ge­gen den „Marsch für das Le­ben“ auf – in diesem Jahr unter an­der­em das What The Fuck-Bünd­nis und das Bünd­nis für se­xuel­le Selbst­be­stim­mung. Nach er­sten Schätzun­gen ha­ben bis zu 1500 Men­schen an den ver­schie­denen Aktionen gegen die Funda­menta­list_innen teil­ge­nom­men: mit Tril­ler­pfei­fen, Sprech­chö­ren, Sitz­block­aden, Flash­mobs, Glitzer­kon­fet­ti, auf­ge­blasenen Kon­do­men, Mu­sik, Rede­bei­trä­gen, Per­for­man­ces und vie­len weiteren Aktionen wur­de pro­testiert. Wir haben ei­ni­ge Bil­der der De­mon­stration(en) für euch zu­sam­men­ge­stellt – wei­tere Fotos fin­det ihr auch hier, hier, hier und bei Twit­ter unter #NoFundis.

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Historische Drag Kings, safere Sextipps, eindimensionale Medienschablonen – die Blogschau

29. März 2014 von Anna-Sarah
Dieser Text ist Teil 243 von 295 der Serie Die Blogschau

Wichtige Geschichte(n): Das ButchBlog über „historische Drag Kings in den USA„.

Was an der verharmlosenden Berichterstattung über die Hebammenkrise falsch und problematisch ist, fasst Anja bei Von guten Eltern zusammen. Dazu auch noch passend: Auf der Seite selbstgeboren.de werden Geburtsberichte von Personen gesucht, die eine “kraftvolle und selbstbestimmte Geburt erlebt haben” haben. Nicole analysiert auf literatier, welche fraglichen Bilder durch diesen Aufruf (und dem Diskurs um „selbstbestimmte, natürliche Geburten“) transportiert und verstärkt werden.

Über Safer Sex für Trans*-Menschen (und andere) gibt es viel zu lesen und verlinkt bei wunder2welt.

Auf unregelmäßige Gedankensplitter wird dargestellt, warum (queer_)feministisches Wissen gespeichert werden sollte. Der Artikel ist Teil einer längeren (geplanten) Serie zum warum und wie des Archivierens von feministischen Wissen.

Einen Mangel an sexueller Bildung und was partriarchale Strukturen und die Pille danach damit zu tun haben, beschreiben Franziska Barth und Anna Wegricht bei wildwuchsutopien.

Steinmädchen schreibt über das beklemmende Gefühl des Kontrollverlusts, wenn das Geld nicht reicht.

Bloggerin Katrin (Reizende Rundungen) hat dekaderei ein Interview gegeben – „über den persönlichen als auch kollektiven Kampf gegen Fatshaming, das von “Frauenzeitschriften” propagierte Schönheitsideal, die Zerschlagung von Mode und Körperregime und ihren Umgang mit anonymer Hate-Speech“.

„Warum wir auf diese Art Bezeugungen verzichten können, bei denen sich weiße Hetero-Männer für möglichst viel Publicity gegenseitig dafür auf die Schultern klopfen, wie unfaßbar fucking tolerant sie sind, ja, ganz von sich selber gerührt, ohne zu checken, dass genau diese Kultur das Problem stärkt, vom dem sie sich so stolz abheben wollen“ erklärt Eve Massacre auf Breaking The Waves.

Hilfreiche Tipps wanted: Das FemCamp Wien braucht eine Location! 120 Leute sollen sich am 20. und 21. Juni in Wien zur feminstischen Vernetzung treffen können.

Die österreichische feministische Online-Zeitschrift diestandard (von der Mädchenmannschaft sowohl häufig verlinkt als auch kritisiert) steht angesichts drohenden Ressourcen-Entzugs vor dem Aus. Was das bedeutet, erklärt Lea Susemichel in der an.schläge.

(Post-)Schwangere Körper in den Medien – aufZehenspitzen bietet eine gruselige Zitatezusammenstellung.

Über „Neues zu schädlichen Arbeitsumfeldern in der IT-Branche“ anhand der Beispiele GitHub und Mozilla schreibt Melanie bei femgeeks.

Kurzfristiger Demo-Tipp: Eine Kneipe im Wrangelkiez in Berlin hat Schwarzen Menschen Hausverbot erteilt. Dagegen wird am Sonntag (morgen) um 17 Uhr demonstriert: Hier das Facebook-Event und der Demo-Aufruf der Initiative Schwarze Menschen in Deutschland (auf Englisch).

Für eine bessere Vernetzung der feministischen Blogosphäre listen wir jede Woche auf, was unsere Kolleg_innen über die Woche so melden und tun. Haben wir etwas vergessen oder übersehen? Kennen wir dein brilliantes Blog etwa noch gar nicht? Dann sag uns bitte Bescheid!


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Samstagabendbeat mit Angel Haze

26. Oktober 2013 von Sabine

Angel Haze Bild: Flickr CC/ Phillip Nguyen http://www.flickr.com/photos/pnguyen83/Es ist die letzte Abfahrt. Wer die großartige US-amerikanische Rapperin Angel Haze nicht kennt, sollte spätestens jetzt reinhören. Anschnallen bitte nicht vergessen. Ihr aktuellster Remix von Mackelmores & Ryan Lewis „Same Love“ Version stellt die Frage, wer für wen sprechen kann und welche Stimme fehlt. Mackelmores Lied „Same Love“ wurde zu großen Teilen als Hymne für die gleichgeschlechtliche Liebe und Ehe gefeiert. Schöne Sprache, schönere Bilder und die Liebe eines schwarzen Mannes, der schwul ist und am Ende des Musikclips sehen wir Trauringe. Macklemore selbst ist weiß und heterosexuell. Irgendwie ist es nett.

Und dann kommt Angel Haze. Ihre Version von „Same Love“ knallt und sofort ist klar, was fehlte. Ihre Wörter sind gewaltig, sie schießen ins Herz. Es ist ihre Geschichte, ihre Sexualität, ihr Finden zu sich, dem Begehren und den damit verbundenen Ausschlüssen, und der homophoben Gewalt. Es ist Tagebuch, nicht so schön wie wir uns das Leben vielleicht wünschen, sondern verletzlich, intim und zart.

Wir bekommen es zu spüren, wenn sie in ihren Zeilen rappt:

“Hi Mom/ I’m really scared right now but I have to…/ At age 13 my mother knew I wasn’t straight/ She didn’t understand but she had so much to say/ She sat me on the couch, looked me straight in my face/ She said, ‘You’ll burn in hell or probably die of AIDS,”

„Hi Mom/ Ich habe gerade richtig Angst, aber ich muss…/ Mit 13 Jahren wusste meine Mutter, dass ich nicht Hetero war/ Sie verstand es nicht, aber hatte so viel zu sagen / Sie setzte mich auf das Sofa, schaute mir direkt ins Gesicht/ Sie sagte: „Du wirst in der Hölle brennen oder wahrscheinlich an AIDS sterben,“

Worte, die in der Seele brennen, Luft anhalten lassen, weil es weh tut. Haze lässt sich nicht in Identitäten eingrenzen und rappt gegen Kategorisierungen ohne wegzuwischen, was da an Schmerz und Verletzungen ist:

“No, I’m not gay/ No, I’m not straight/ And I sure as hell am not bisexual/ Damn it, I am who I am when I am it.”

„Nein, ich bin nicht homosexuell/ Nein, ich bin nicht heterosexuell/ Und ich bin todsicher nicht bisexuell/ Verdammt, ich bin wer ich bin, wenn ich es bin.“

Haze ist versöhnlich, weil sie an den Wandel glaubt, dass sich Einstellungen ändern und Akzeptanz kommen wird. „Same Love“ hat diese Interpretation gebraucht, nicht weil sie die beste Version wäre, sondern weil eine Stimme fehlte. Angel Haze nimmt uns in ihren intimen Ort, in ihre Kindheit, und legt sie offen.

Es ist sicherlich nicht voreilig zu sagen, dass mit diesem Lied, das Lied des Jahres geschrieben wurde. Die Rapperin ist ZWEIUNDZWANZIG! Das ist irgendwie krass, weil ihre Texte so viele Leben spiegeln und Tiefe haben. Und vielleicht ist das so, wenn Menschen nicht in normierten Bereichen leben. Vielleicht auch nicht. Sie ist zumindest eine Rapgöttin. Ihr neues Album „Dirty Gold“ steht schon in den Startlöchern.

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Mit Kindern über Sex reden, #schauhin und Janelle Monáe im Portrait – kurz notiert

10. Oktober 2013 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 215 von 322 der Serie Kurz notiert

In der vergangenen Woche haben sich allerhand spannende Linktipps angesammelt – daher gibt es diese Woche “Kurz notiert” gleich zweimal. Hier Teil 2.

Beiträge auf Deutsch

Im aktuellen De:Bug Magazin findet ihr einen Bericht über Janelle Monáe. Der Afrofuturismus, den sie als Künstlerin vertritt, ist hierbei mehr als eine Stilrichtung, schreibt das Magazin: „Das uniforme und disziplinierte Auftreten fordert den Respekt, der Schwarzen Frauen im Popbusiness nicht entgegengebracht wird, sondern – wie bei Monáe ersichtlich – hart erarbeitet und ständig verteidigt werden muss. Ihre Inszenierung ist eine Antwort auf die alltäglichen Diskriminierungen, denen Frauen, Schwarze und Angehörige der working class andauernd ausgesetzt sind“.

[Triggerwarnung: Detailierte Beschreibung von antisemitischer Gewalt und mehreren Morden.] An dem grausamen Mord von sechs Millionen Juden während des Holocaust sind nicht nur Männer beteiligt gewesen. Ein jüngst veröffentlichtes Buch zeichnet nun die Rolle der Frauen nach, die sich an dem Massenmord auf nicht minder brutale Weise beteiligt haben.

Jamie Schearer von der Initiative Schwarze Menschen, Journalistin Kübra Gümüsay und andere sprechen bei 3sat über Rassismus und #schauhin.

Im MIGAZIN ist ein Beitrag darüber erschienen, was es bedeutet, als geflüchtete Person in Deutschland zu leben; „In Deutschland leben über 200.000 geduldete Menschen, über die Hälfte von ihnen schon seit mehr als 10 Jahren. Ihr Leben ist von Fremdbestimmung, Rechtlosigkeit und staatlicher Kontrolle geprägt“. Von der Unterbringung in Containern am Stadtrand, über Residenzpflicht und Gutscheine statt Bargeld bis hin zu Kettenduldungen kommt die Autorin zu nur einem Schluss: Menschrechte scheinen für Asylsuchende in Deutschland nicht zu gelten.

In dem Film Klänge des Verschweigens versucht der Regisseur Klaus Stanjek der Geschichte seines Onkels Willi Heckmann nachzuspüren, der 1937 als Homosexueller in das KZ Dachau deportiert worden ist.

Die Stadt Frankfurt will die Förderung für das Archiv Frau und Musik, einer weltweit einmaligen Einrichtung und wichtigen internationalen Forschungsstätte, einstellen. Um das zu verhindern ist nun eine Petition erstellt worden. Unterschreiben könnt ihr hier.

„Die Menschen, „die vor Lampedusa ihr Leben verloren haben, sind ab sofort italienische Staatsbürger“, hat Italiens Premierminister Enrico Letta erklärt – und wollte damit offenbar Mitgefühl bekunden. Gleichzeitig gelten die Überlebenden der Katastrophe gemäß des von Silvio Berlusconis rechter Regierung eingeführten Migrationsgesetzes als „heimliche Immigranten“, müssen Strafen bis zu 5000 Euro zahlen und werden abgeschoben. Das kann man auch mit „nur ein toter Flüchtling ist ein guter Flüchtling“ übersetzen.“, schreibt SpiegelOnline und nimmt damit Bezug auf die Geflüchteten, die vor der Küste Lampedusas ihre Leben verloren haben.

Beiträge auf Englisch (mehr …)


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Nervige Gleichberechtigung, gläserne Decken, geschlechtsneutrale Menstruationskalender – kurz notiert

3. Oktober 2013 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 213 von 322 der Serie Kurz notiert

Beiträge auf Deutsch

Die Süddeutsche Zeitung berichtet über eine „Studie: Jeden vierten Mann nervt Gleichberechtigung„. Eine repräsentative Umfrage bei mir hingegen hat ergeben: Mich nervt jeder vierte Mann (konservative Schätzung).

Außerdem vermeldet die Süddeutsche: „Uni Potsdam führt weibliche Sammelbegriffe ein„. Die Begründung für diese Neuerung ist allerdings ziemlich mies.

Bei arte Yourope gab es kürzlich einen (leider nicht ohne sexistische Re_produktionen auskommenden) Beitrag über Sexismus im Alltag. Welche_r heute morgen um 1:45 die Wiederholung nicht anschauen konnte, aber trotzdem interessiert ist: Der Beitrag befindet sich derzeit noch in der arte-Mediathek.

„Ein lesbischer, poetischer, erotischer Roman voller Intrigen und intimer Details“ – das neue Buch „Küss mich, Libussa“ von Sophie Strohmeier. Auf youtube gibt es den Buchtrailer.

Ein Forschungsteam aus der Schweiz untersucht die Geschlechterungleichheiten in Ausbildungs- und Berufsverläufen.  Ein Befund:  „Krankenpfleger und Kapitäninnen sind weiterhin eine Rarität“. Ein Interview dazu mit Andrea Maihofer, Forscherin und Leiterin des Zentrum Gender Studies, und Sandra Hupka-Brunner, Forscherin am Institut für Soziologie in Basel, gibt es hier.

„Wir wissen alle, dass Gletscher schneller schmelzen als Frauen in Führungspositionen kommen“ – auch im Journalismus. Bei dieStandard erklären Expert_innen wie Vina Yun, u.a. Redakteurin der an.schläge, was sich ändern muss.

Die Stadt Nürnberg hat letzten Sonntag den 10. Internationalen Menschenrechtspreis an Kasha Jacqueline Nabagesera verliehen. Sie setzt sich „für die Rechte von Schwulen, Lesben, Bi- und Transsexuellen in Uganda“ ein.

Im Tagesspiegel erzählt ein 15jähriger Berliner, wie Alltagsrassismus seit jeher sein Leben begleitet: „Afrodeutsche stehen in Berlin immer unter Verdacht“.

Im vergangenen Winter haben wir in mehreren Beiträgen über die Tagung „Schneewittchen rechnet ab. Feministische Ökonomie für anderes Leben, Arbeiten und Produzieren“ berichtet. Nun ist das gleichnamige Buch erschienen. Es beleuchtet die Zusammenhänge zwischen aktuellen ökonomischen Entwicklungen und privaten Lebensbedingungen aus feministischer Perspektive. Übrigens: Auf der Infoseite zum Buch gibt’s auch ein Video.

Beiträge auf Englisch

Gegen Genitalverstümmelungen an Kindern: Die Gründer_innen von zwischengeschlecht.org rufen anlässlich eines anstehenden internationalen Ärzt_innenkonkress in Berlin zu Aktionen auf.

Hier kann man eine Petition an UN-Generalsekretär Ban Ki Moon unterzeichnen, die den weltweiten Zugang zu sicheren und legalen Abtreibungen fordert. Initiatorin ist die Kampagne My Body is Mine.

In einem Interview wurde die Musikerin Janelle Monaé nach ihrer „sexuellen Orientierung“ befragt. Was sie antwortete, ist in diesem Video zu sehen, welches sich bei Colorlines findet.

Was sich aus der bisher umfangreichsten UN-Studie über Vergewaltigung lernen lässt, fasst Tara Culp-Ressler auf Thinkprogress zusammen. Der Punkt der faktischen Straflosigkeit gilt übrigens genauso wie die anderen auch für „hier“.

Über Fluch und Segen staatlicher Förderung berichten kanadische Aktivistinnen, die eine Datenbank zur Dokumentation von Morden an indigenen Frauen ins Leben gerufen haben.

Discipline and Anarchy fragt: Brauchen soziale Bewegungen ein mainstreamgerechtes Image? Und liefert eine überzeugende Antwort gleich mit.

Für alle die Android-Devices nutzen, gibt es nun eine geschlechtsneutrale Menstruationskalender-App. Die Entwicklung einer IOS-Version (für iPhones) soll demnächst per Crowdfunding angegangen werden.

Im Sommer wurde in Tiflis die erste georgischsprachige Produktion von Eve Enslers „The Vagina Monologues“ aufgeführt. Im New Statesman berichten Beteiligte von den lokalen Kontroversen um das Theaterstück.

Das bitch magazine hat JD Samson interviewt, ehemaliges Mitglied von Le Tigre und nun bei der Band MEN.

Warum sie das Wort „Ally“ (Verbündete_r) künftig nicht mehr verwenden wird, erklärt Mia McKenzie von Black Girl Dangerous:  „Taten zählen. Etiketten zählen nicht.“

Kelly Rose Pflug-Back beschreibt bei The Feminist Wire, warum sexuelle Befriedigung kein zuverlässiger Gradmesser für „sexuelle Befreiung“ ist [Content note: grafische Selbstverletzungsfantasien].

Muslimah Media Watch fragt: Wie sieht eigentlich eine Terroristin aus?

Weitgehend unbeachtet von globalwestlichen feministischen Bewegungen erlangen in afrikanischen Ländern immer mehr Frauen einflussreiche Positionen, schreibt Minna Salami im Guardian.

Ebenfalls im Guardian: Lauren Mayberry, Sängerin der Band CHVRCHES, über ihren Umgang mit Online-Misogynie.

Der Modedesigner Rick Owens erhielt für die Präsentation seiner kommenden Frühjahrkollektion  ziemlich viel Jubel aus progressiven Kreisen. Tamara Winfrey Harris fragt bei Racialicious: Zu recht?

Termine in Basel, Berlin, Dortmund, Frankfurt/Main, Hüll, Karlsruhe, Wien: (mehr …)


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