David Jay porträtiert auf The Scar Project Brustkrebs-Überlebende. (englisch)
In Wiesbaden lässt eine Schule eine Gedenkstätte für Sinti und Roma still und heimlich abbauen. Nach Protesten wird behauptet, sie habe nie existiert, schreibt die taz.
Unterstützer_innenInfo hat ein neues Heft herausgebracht. In “Kompass” geht es um Mythen und Realität im Bezug auf sexualisierte Gewalt.
Nachdem eine Jobcenter-Mitarbeiterin einen Mann trotz schwerwiegender Herzerkrankung zur Arbeit gezwungen hatte und dieser daraufhin einen Herzstillstand erlitt, droht ihr nun eine Strafanzeige.
Seit in München der NSU-Prozess läuft, sind mehrere Einrichtungen Zielscheibe von Einschüchterungsversuchen vermutlich aus der rechten Szene geworden. Besonders heftig traf es eine Rechtsanwaltskanzlei, die vor Gericht die Angehörige eines Mordopfers vertritt, so sueddeutsche.de.
Die EU-Grundrechteagentur veröffentlichte am vergangenen Freitag, dem Internationalen Tag gegen Homophobie und Transphobie Ergebnisse ihrer Online-Befragung, an der 93.000 Menschen teilnahmen: Gewalt, Isolation und Angst gehören zum Alltag vieler LGBT.
Raise Our Story teilt Erfahrungen von Menschen, die im Kindes- und Jugendlichenalter als sogenannte “undokumentierte Einwander_innen” in die USA einreisten.
In Boston sind durch einen Terroranschlag auf den Boston Marathon mehrere Menschen gestorben. Die Medien berichteten ohne Unterlass – leider nicht ohne Rassismen zu bemühen, wie Bitch Magazine berichtet.
Obwohl immer behauptet wird, dass wir in einer hypersexualisierten Gesellschaft leben, wird anscheinend nur sehr selten ehrlich über Sex gesprochen. Eine neue Webseite soll dem entgegenwirken, berichtet Salon.com.
Der Guardian widmet sich “The Sessions“, einem Film, der Behindertwerden und Sex thematisiert. Ebenfalls im Guardian: Ein Bericht über #ShoutingBack, das Pendant zu #Aufschrei in Großbritannien.
100 Prozent Mann sammelt Positionen, die noch nie von Frauen eingenommen wurden. Welcome to the Herrenclubs!
Der Guardian hat einen Nachruf auf Bi Kidude, der ersten Sängerin Zanzibars, veröffentlicht.
“Die im Anschluss an den #Aufschrei geführte Debatte über die Krise von Männlichkeit ist eine Form altbewährten Konservatismus”, schreibt Claire Horst für Analyse & Kritik.
Disney hat die hauseigenen Prinzessinnen einem Redesign unterzogen: Nach wie vor finden sich kaum Charaktere of Color unter den Figuren und Heldinnen wie Mulan oder Pocahontas wurden mit dem neuen Make Over weiß “gewaschen”, kritisiert sparksummit.com.
Eine Modelagentur warb vor einer Klinik für Essstörungen in Schweden um neue Klientinnen, berichtet dieStandard.at.
In Hamburg fand vergangenes Wochenende erstmals eine Frauenflüchtlingskonferenz statt. Die Junge Welt sprach mit Eylem Silan, die sich in der Vorbereitungsgruppe engagierte.
Eine Highschool-Studentin wurde von ihrem Direktor bedroht, weil sie eine Anti-Verhütungsmittelveranstaltung an ihrer Schule öffentlich kritisierte.
Servicepost für Cis-Frauen auf autostraddle.com: Mit Trans*frauen interagieren, ohne ständig Transphobie zu reproduzieren.
Zimbabwe hat mit einer überwältigenden Mehrheit für einen Entwurf gestimmt, nach der nun Geschlechtergerechtigkeit und Frauenrechte in der Verfassung Eingang findet.
Auf addicting.info finden sich zehn verschiedene Begriffe, die eigentlich viel besser passen würden als “Pro Life“, ein Begriff mit dem sich Abtreibungsgegner in den USA schmücken.
Sabine hat eigentlich schon alles wichtige zur Maischberger-Sendung dieser Woche geschrieben. Aber da wir finden, dass diese Show die perfekte Quintessenz der Sexismusdebatte™ im deutschen Fernsehen abgab, wollten wir es uns nicht nehmen lassen, nochmal die bezeichnendsten Statements in dieser “Diskussion” zu kommentieren. Da die O-Töne eigentlich für sich sprechen, fallen unsere Kommentare jedoch kurz und knapp aus: GIF-Parade!
Maischberger: “Wir wollen ein Thema aufgreifen, bei dem man zwischendurch das Gefühl hatte, es gibt ein grundsätzliches Missverständnis zwischen Männern und Frauen.”
Dieser Text ist Teil 184 von 191 der Serie Kurz notiert
“Steinzeitmenschen” – deren (angebliches) Verhalten muss ja gern her halten für heutige Geschlechterklischees. Julia Voss geht in der FAZ gegen diese anti-emanzipatorischen Argumente vor und erzählt von aktuellen Forschungen.
[TW: V*rg*w*lt*g*ng ausgeschrieben/ thematisiert] In Schleswig-Holstein tut sich einiges hinsichtlich der Beweissicherungen zu Vergewaltigungen, schreibt die taz.
In der neuen Ausgabe von Kritisch lesen gibt es eine Rezension zum Buch “Kinderkiste“, das Toni Morrison 1999 zusammen mit ihrem Sohn Slade verfasst hat.
ten1000spoons ist genervt von Leuten, die ihr raten, ihren Aktivismus sein zu lassen, um sich zu entlasten. Und stellt klar: “Nicht der Aktivismus schadet mir, sondern, die Dinge, die mich dazu veranlassen, aktivistisch unterwegs zu sein”. Außerdem hat sie ein Bullshit-Bingo mit Sätzen erstellt, mit denen Großfamilien-Kinder viel zu oft konfrontiert werden.
Vor 80 Jahren sind Nina Simone und Yoko Ono geboren worden. popkontext hat das zum Anlass genommen, die Geschichten zweier besonderer Leben zu erzählen.
In der letzten Woche ist die British Plus Size Week über die Bühne gegangen und hat scheinbar viele dazu bewegt, ihre Meinungen über die dort vorgestellten Kollektionen kundzutun. Was als Kritik dargestellt wird, ist aber oftmals nichts anderes als grenzenlose Respektlosigkeit, stellt reizende Rundungen klar: “Es gibt eben den kleinen feinen Unterschied zwischen: “Ich finde das Kleid nicht schön” und “Ich finde mit einem solchen dicken Bauch sollte man niemals so ein enges Kleid anziehen”".
Vor genau einem Jahr (am 21.02.2012) haben Pussy Riot ihr feministisches Punk-Gebet in der Christ-Erlöser-Kathedrale in Moskau performt. Zwei der Aktivistinnen sitzen für die Aktion nach wie vor hinter Gittern. Anlass genug, sich das Ganze nochmal in Erinnerung zu rufen:
Auch Frau Dingens hat den #aufschrei und die Debatten danach verfolgt. Was sie bei letzteren bisher nahezu vergeblich gesucht hat, ist der Respekt. copper, boom! vermisst auch etwas, und zwar “eine fundierte Auseinandersetzung mit dem eigentlichen Problem, der zutiefst verinnerlichten vergeschlechtlichten Zuschreibung (von Frauen und Männern) und Abwertung (von Frauen)”. Genau daran versucht sie sich, am Beispiel der “guten Manieren”.
Raumnehmende, grenzüberschreitende Macker sind auf den allermeisten (Hetero-)Partys leider die traurige Regel. Don’t degrade Debs, darling! hat genau das wieder erleben müssen und ihren Erfahrungen in einem Blogpost Luft gemacht. “Diese Typen gehen nach Hause, fühlen sich gut und befeiern sich nächstes Wochenende wieder auf Kosten einer Hand voll Frauen*, die es zum größten Teil nicht besser wissen. Und ich. Ich merke wieder einmal, dass ich lieber den begrenzen Bewegungsspielraum meiner Bubble hinnehme, als mich von Scheiße erschlagen zu lassen zu müssen”.
Für eine bessere Vernetzung der feministischen Blogosphäre listen wir jede Woche auf, was unsere Kolleg_innen über die Woche so melden und tun. Haben wir etwas vergessen oder übersehen? Kennen wir dein brilliantes Blog etwa noch gar nicht? Dann sag uns bitte Bescheid!
Die Jauch-Sendung, pfui, die fernsehbasierten Sexismus-Debatten, kotz. Zum Glück gibt es viele sehr fähige Blogger_innen: Merle hat einen offenen Brief an Günther Jauch geschrieben, und karnele hat nochmal einiges zu Wibke Bruhns und Sexismus festgehalten. Auf Fabienne`s Blog gibt es eine Review, und auch Sandra Charlotte hat dazu nochmal einiges zu sagen. Helga lässt nochmal Dampf ab und erklärt, was genau an all diesen Diskussionen so problematisch (aka: scheiße) ist. Lenas Aktion: Eine statistische Analyse des Aufschreis.
Eine hilfreiche Argumentation des Maskulinismus gibt es auf Fuck you that`s why – falls wer “mit den großen Hunden pinkeln” oder einfach nur gut lachen will.
Esme legt nochmal zur Problematik der #aufschrei-Debatte nach: “Versteht ihr nicht, was passiert? Die Debatte wird legitimisiert dadurch, dass auch Männer* Sexismus schlimm finden. Das. Ist. Sexismus.” Auch der Mädchenblog legt nochmal nach mit Dear Nice Guys.
“Ich bin nicht hier um Dich glücklich zu machen”: Änns supergute #aufschrei-Medienkritik (Spoken Word) gibt es zum Beispiel nochmal auf hadihiayati.
Post Privacy? Kathrin hat sich ein paar Gedanken zum Open in Public Day gemacht. (weiterlesen …)
Seit mehreren Tagen ist in Deutschland ein #aufschrei zu hören, insbesondere in dem sozialen Netzwerk twitter und in den Mainstream-Medien: Deutschland diskutiert (mal wieder), ob es hierzulande ein Sexismus-Problem gäbe – wie auch gestern auf ARD bei Günter Jauch. Aber mal von vorn: Um was geht es bei der Aktion #aufschrei? Gibt’s da was zu kritisieren? Und was war bei Jauch gestern Abend so los? Ich versuche mich mal an einer Einschätzung:
#aufschrei
Von Donnerstag auf Freitag fingen Frauen* auf twitter an, ihre Erfahrungen mit Sexismus, Grenzüberschreitungen und sexualisierter Gewalt zu teilen – alles in 140 Zeichen, denn mehr Zeichen sind in einer Twitternachricht nicht erlaubt. Alle diese Nachrichten sind einsehbar unter dem Schlagwort #Aufschrei. Zehntausende Geschichten mit teils sehr gewaltvollem Inhalt sprechen eine unmissverständliche Sprache: Sexismus, sexualisierte Gewalt und Übergriffe waren und sind Alltag in Deutschland. Wer das leugnet, ist entweder nicht betroffen oder offen antifeministisch.
Body policing und body shaming sind machtvolle Facetten von Sexismus – damit einher geht das oftmals komplett verinnerlichte Bewusstsein, dass der eigene Körper permanent von anderen wahrgenommen, reguliert, be- und abgewertet wird. Nahezu alle Frauen* sind davon betroffen. Besonders krass erfahren das allerdings dicke Frauen*, denen ihr “Versagen” im Kampf um das Erfüllen bestimmter Normen permanent vor Augen geführt wird. Riotmango rantet gegen das Verleugnen von Privilegien, die schlanke Menschen in diesem Kontext gegenüber dicken haben.
Kotzen über das Erzbistum Köln und Verhütungspolitik: ein offener Brief mit Hintergrundinfos.
Kinder und Jugendliche werden von Erwachsenen mit einer Menge Ansprüchen und Erwartungen konfrontiert – auch in links-alternativen Umfeldern, wie Somlu beschreibt.
Eine Taxifahrerin lehnt die Beförderung eines Fahrgastes ab, der sie bei einer vorherigen Fahrt sexuell belästigt hat. Bald darauf folgt die Kündigung, sie sei nicht „hart genug für diesen Beruf“ – das Mädchenblog berichtet über den unfassbaren Vorfall.
A propos unfassbar: Khaos.Kind schreibt einen offenen Brief an die EMMA, die sich in ihrer letzten Ausgabe in Sachen Bullshit selbst übertroffen hat.
Ein neuer Stern am Bloghimmel: Don’t degrade Debs, darling! startet mit wichtigen Fragen zur eigenen Identität: “Habe ich das Recht Attribute die mir gefallen, die sich für mich erstrebenswert anfühlen anzunehmen oder muss ich dafür etwas erfüllen? Was ist entscheidend? Wie mich andere wahrnehmen? Wohl kaum! Wie ich mich selbst wahrnehme oder was ich mir wünsche zu sein? Kann ich Begrifflichkeiten entwerten oder ihnen die Schlagkraft nehmen, weil ich nicht genug irgendwas bin? Ab wann darf ich mich mit Dingen identifizieren?”
Wie sich diskriminierendes Verhalten erkennen und bekämpfen lässt, darüber schreibt Zweisatz – inzwischen bereits Teil 6.
Dazu passt eine anonyme Online-Umfrage, die Nejra Drljevic im Rahmen ihrer Bachelorarbeit in Sozialer Arbeit durchführt. Diese Befragung richtet sich an Frauen islamischer Religionszugehörigkeit und fragt u.a. nach Diskriminierungserfahrungen und Umgangsformen damit. Die Forscherin freut sich über rege Teilnahme.
Für eine bessere Vernetzung der feministischen Blogosphäre listen wir jede Woche auf, was unsere Kolleg_innen über die Woche so melden und tun. Haben wir etwas vergessen oder übersehen? Kennen wir dein brilliantes Blog etwa noch gar nicht? Dann sag uns bitte Bescheid!
Was verleitet Menschen dazu, Verfasserinnen von Social-Media-Beiträgen zu beleidigen? Wie gehen die betreffenden Frauen damit um und welche Maßnahmen für einen besseren Kommunikationsstil im Netz werden als sinnvoll erachtet? diestandard weiß mehr.
Ein Antrag einer der beiden inhaftierten Frauen der Punkband Pussy Riot auf Haftaufschub ist am Mittwoch von einem russischen Gericht abgelehnt worden.
Pola Kinski hat ihr Buch bei Talkmaster Reinhold Beckmann vorgestellt. Der Spiegel berichtet. Malestreammedialer Raum für Überlebende sexualisierter Gewalt ist selten – daher (mit entsprechender Contentwarnung) hier verlinkt.
Teilnehmerinnen gesucht:Im Rahmen des aktuellen AVIVA-Projektes Lokale Geschichte(n)können jüdische und muslimische Frauen, insbesondere aus Berlin-Kreuzberg, die Biographien jüdischer bzw. muslimischer Frauen (optimalerweise gegenseitig) aus dem Bezirk recherchieren und ihre eigene Reportage zu “ihrer” Frau verfassen.
DIE LINKE lobt anlässlich des Internationalen Frauentages 2013 zum dritten Mal den Clara-Zetkin-Preis aus, mit dem herausragende Leistungen von Frauen in Gesellschaft und Politik gewürdigt werden. Die Mädchenmannschaft war letztes Jahr nominiert, gewonnen hatte das ebenfalls sehr tolle Projekt STAY.
A propos Bücher: 21 Autorinnen, die mensch kennen sollte (hauptsächlich englischsprachig), stellt afriPOP vor (Text auf Englsich).
Typen, die sich selbst als “good guy” (einer von den Guten) bezeichnen, können s.e. smith gestohlen bleiben – bei xojane erklärt sie, warum (Text auf Englisch).
Über den “empathy gender gap”, also das unterschiedlich ausgeprägte gegenseitige Einfühlunsgvermögen von männlich und weiblich sozialisierten Menschen, schreibt Maya Dusenbery bei Feministing. Und was das Problem dabei ist (Text auf Englisch).
Hip Hop ist eine reine Männerwelt und Frauen, die rappen, kann man an einer Hand abzählen? World Hip Hop Women: From The Sound Up beweist das Gegenteil, und stellt ein Mixtape kostenlos zum Download zur Verfügung.
[CW: Thematisierung von sexualisierter Gewalt, ausgeschrieben V*rg*w*lt*g*ng - auch in vielen der verlinkten Texte]
Es ist mal wieder Zeit: Ein “Pille danach”-Artikel bei der Mädchenmannschaft. Zuletzt hatte Helga im April des letzten Jahres zu dem Thema gebloggt, als die Aufhebung der Rezeptpflicht gescheitert war. Wie immer ging es um die Einschränkung der Entscheidungsfreiheit und um einige andere Faktoren, die nicht das Wohl der betroffenen Personen betreffen. So schloss sie:
Tatsächlich sei Geld der Faktor für Ärzt_innen, die Rezeptpflicht beizubehalten, heißt es von der Beratungsorganisation pro familia. Sie fürchteten den Verlust von Patientinnen und finanzielle Einbußen. Ansonsten ist das Gerangel um die Freigabe der Pille danach vor allem ein Machtspiel – ausgetragen auf dem Rücken der Betroffenen.
Wie das dann aussieht, hat sich wieder einmal in der letzten Wochen gezeigt. In Köln wurde ein Fall bekannt, in dem eine Frau von einem Krankenhaus abgewiesen wurde als ihre Behandlung auch die Beratung (und Verschreibung) zur “Pille danach” beinhaltet hätte. Der Kölner Stadtanzeiger stellte in einem der ersten Artikel fest:
Frauen, die Opfer einer Vergewaltigung wurden, werden nach Recherchen des „Kölner Stadt-Anzeiger“ in einigen katholischen Krankenhäusern des Erzbistums Köln nicht mehr behandelt.
Das dies kein Einzefall ist, zeigt sich allein daran, dass nun mehr ähnlich lautende Berichte zu Tage kommen. Und es deckt sich mit dem Wissen vieler Frauen, denen klar ist, dass sie an einigen Orten gar keine Chance haben Notfallverhütung zu erhalten. Aber auch in anderen Praxen geht die Verschreibung oftmals einher mit Untersuchungen und Vorwürfen. Die “Pille danach” zu erhalten – in Deutschland häufig ein Spießroutenlauf.