Einträge mit dem Tag ‘sexualisierte Gewalt’


Stimmen zur Öffnung der Ehe in Amerika, #AntiPride, widerliche Zwangsuntersuchungen – kurz verlinkt

2. Juli 2015 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 284 von 284 der Serie Kurz notiert

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Am 22.6. startete ein bundesweites Modellprojekt zum Schutz von Kindern mit Behinderungen vor sexualisierter Gewalt in Institutionen. Die Ausschreibung richtet sich an (teil-) stationäre Einrichtungen.

Hengameh Yaghoobifarah hat Alok Vaid-Menon und Janini Balasubramanian von DarkMatter anlässlich ihrer #AntiPride-Europa-Tour für das Missy Magazine interviewt Dabei geht es um radikale queere und trans* Politiken, Transmisogynie und Exotismus, sowie ihre Erfahrungen auf der Tour und weißen Feminismus.

Der Verein Frauen gegen Gewalt (bff) in Berlin sucht eine neue Kollegin für das Suse Projekt. Die Ausschreibung richtet sich offen an behinderte Frauen* und Frauen* mit Migrationshintergrund.

Wenn  auch unter einer ziemlich danebenen Überschrift berichtet die taz über widerliche Zwangsuntersuchungen an jugendlichen Geflüchteten – zwecks Beuteilung, ob sie im weiteren Prozedere nach den Richtlinien für Minder- oder Volljährige behandelt werden. Bleiben medizinische Leistungen geflüchteten Menschen ansonsten weitgehend verwehrt, werden hier keine Mühen gescheut, um möglichst viele Personen dem basalen Schutz, den der Status minderjährig gewährt, zu entreißen.

„Seit Jahren gibt es in Deutschland eine große Diskrepanz zwischen den offiziellen Opferzahlen [rechter Gewalt] und Recherchen von Journalisten sowie Verbänden.“, schreibt die Süddeutsche und berichtet über den aktuellen Forschungsbericht des Moses Mendelssohn Zentrums der Uni Potsdam, die für das Land Brandenburg eine Analyse von vorliegenden Fällen durchgeführt haben.

Noah Sow erklärt in einem offenen Brief, was problematisch am Namen und Konzept von „Schule ohne Rassismus“ ist.

Der Redebeitrag von LesMigras auf dem diesjährigen Kreuzberger CSD in Berlin ist online hier nachlesbar.

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Auf Queer Fat Femme erklärt Bevin Branlandingham, warum es schädlich ist, Essen permanent zu bewerten, und gibt praktische Tipps, um „OMG ich sollte dieses ungesunde Zeug gar nicht essen!“-Situationen zu begegnen.

Aditya Chakrabortty schreibt im Guardian über Griechenland und die EU. Seine These: Deutschlands seit Jahrzehnten stagnierende und sinkende Reallöhne sind schuld an Europas kriselnden Wirtschaften. Der Text ist auch in einer deutschen Übersetzung lesbar.

Dr. Chenjerai Kumanyika, Professor an der Clemson University in South Carolina, schrieb einen Text über den rassistischen Alltag in den USA, weißen Trost und warum es ihm schwer fällt, gemeinsam mit einer weißen Person zu trauern.

Bei Riot Nrrd Comics gibt es eine ausführliche Ressourcenliste zu „nerd stuff, queer stuff, girl stuff, radical stuff, and queer girl nerd radical stuff„.

Misty Copeland wurde am Dienstag als erste Schwarze Tänzerin in der 75-jährigen Geschichte der Company zur ‚principal dancer‘ des American Ballet Theater befördert. Die New York Times berichtet.

Ein Comic von everydayfeminism zeigt auf, wie absurd die „Argumente“ sind, die ständig für das Rechtfertigen sexualisierter Übergriffigkeiten heran gezogen werden.

Der Supreme Court in den USA hat entschieden: Schwule und Lesben haben ein Recht auf Eheschließung. Die New York Times berichtet.

„And as the LGBTQ movement wins victories like same-sex marriage, black folks, including black LGBTQ folks, are still engaged in a struggle for our lives.“, schreibt Darnell L. Moore im identities.mic

Auf Washington Blade schreibt Jennicet Gutiérrez, warum sie Obama beim großen LGBTQ-Get-Together im Weißen Haus in seiner Rede unterbrochen hat.

Auf Guerilla Feminism gibt es eine weitere Kritik am Recht auf Eheschließung als vorrangiges Thema in weißen privilegierten LGBTQ-Bewegungen.

Termine

Berlin: kostenlose Schnupperkurse zum Comiczeichnen und zur Betrachtung weiblicher* Figuren in Comics werden an verschiedenen Tagen und Orten in Berlin angeboten – keine Vorkenntnisse erforderlich

Berlin: Am Sonntag um 15 Uhr gibt es die Filmvorführung von Transgender Parents von Rémy Huberdeau (FB-Link)

Berlin: Noch den ganzen Monat steht finden im Rahmen des TransInterJuli in Berlin verschiedene Veranstaltungen statt. Mehr Infos bekommt ihr auf der Webseite.

Berlin: Am 7. Juli lädt Berlin Postkolonial zu Gedenkveranstaltungen mit dem Titel „Remembering Resistance“ anlässlich des Genozids in Namibia an OvaHerero und Nama 1904-1908 durch deutsche Kolonialmächte ein. (FB-Link)

Halle: Que(e)r_einsteigen lädt am 4.7.2015 zu einem queerfeministischen Kleinkunstabend ein. Der Eintritt ist frei.


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Männerfußball, Welfare Queens und Islamfeindlichkeit – kurz verlinkt

4. Juni 2015 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 1 von 284 der Serie Kurz notiert

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In Dresden soll eine Installation der Künstlerin Nezaket Ekici an die Ermordung von Marwa El-Sherbini erinnern. Nachdem sie mit islamfeindlichen Sprüchen beschmiert wurde, baute die Feuerwehr sie erstmal ganz schnell ab: „Nun löscht die Feuerwehr für gewöhnlich Brände. Hier wohl sollte sie ein schlechtes Gewissen auslöschen. Oder Scham.“ Der Freitag berichtet über den Fall und ordnet ihn ein.

„Worauf beruht die Assoziation von Fußball und Männlichkeit?“ Bei Spunk untersucht Jamila Schaefer „die Zusammenhänge zwischen den Werten der Fankultur und Männlichkeitsidealen und Möglichkeiten, diese zu dekonstruieren“.

Das Onlinemagazin Lizzynet veranstaltet gemeinsam mit dem Wissenschaftsjahr 2015 –  Zukunftsstadt  einen Schreib- und Kreativwettbewerb für Mädchen und Frauen zum Thema „2050 – Stadt meiner Träume“. Der Wettbewerb will die Perspektive von Mädchen und Frauen auf lebenswerte Städte der Zukunft sichtbar machen. Einsendeschluss ist der 5. Oktober.

Nadia hat Magda zu ihrer „(Mein) Fett ist politisch“-Tour für das weird Magazin interviewt.

Mindestens 277 Frauen wurden im vergangenen Jahr in Argentinien ermordet. Zur Protestbewegung gegen Gewalt gegen Frauen berichtet die Tagesschau.

Die Journalistin Ok-Hee Jeong schrieb, dass sie vor ihrer journalistischen Tätigkeit „lange Jahre Präventionstheaterstück gegen sexuellen Missbrauch an Kindern gespielt und auch ein eigenes Theaterstück dazu geschrieben“ hat, das bundesweit aufgeführt wurde. Das Theaterstück „What’s the price of the star filled sky?“ (deutsch, englische Untertitel) ist nun auf youtube verfügbar [Inhaltshinweis: Graphische Beschreibung sexualisierter Gewalt].

englischsprachige Links

„In the 19th century, the Canadian government developed a policy of „aggressive assimilation“ calling for aboriginal children to be taught at church-run, government-funded residential schools.“ Eine Komission arbeitet nun die Geschichte dieser Schulen, von denen die letzten erst im Jahr 1996 schlossen, auf. Dabei geht es auch um die Kinder, die in diesem System starben. Die aktuelle (und wahrscheinlich immer noch am unteren Ende angelegte) Schätzung beläuft sich auf über 6000 Tote, berichtet CBC.

Sandra Lawson ist eine der ersten Schwarzen, lesbischen Rabbiner_innen.

In einem Interview mit Cristan Williams spricht Judith Butler über TERFs (Trans-Exclusionary Radical Feminists).

Wie die Intersektion von Rassismus, Sexismus und Klassismus Schwarze Frauen in den USA zu „Welfare Queens“ abstempelt, erklärt For Harriet.

Der Supreme Court der USA hat geurteilt, dass Abercrombie & Fitch gegen den Gleichbehandlungsgrundsatz des Civil Rights Act 1964 verstieß, als die Kleidungs-Kette Samantha Elauf eine Anstellung aufgrund ihres Kopftuchs verweigerte, berichtet Color Lines.

Janet Mock hat sich Gedanken zum Coming-Out von Caitlyn Jenner (wir berichteten) gemacht und zeigt anhand der Bereiche Medien, Privilegien, Zugang zu Gesundheitsversorgung und Glamour, wie unterschiedlich Sichtbarkeit, Anerkennung, Sicherheit und Ressourcen im Kontext von Trans* verteilt sind.

Ein Mädchen wird in der Schule sexuell belästigt und geht entschlossen dagegen vor. Sehr zum Missfallen der Schulleitung. Die Reaktion ihrer Mutter auf die Situation ist grandios.

Termine in Berlin und Wuppertal

Für Kurzentschlossene: Heute in BerlinSoLiDaRiDaNcE #8 – early summer dance – Soli for medical support (Facebook-Event).

5. Juni in Berlin: Die Künstlerin Deborah Schmidt stellt in der Alpha Nova Kulturwerkstatt bis Mitte Juli ihre Malereien zum Thema „Material Matters. Bewegte und widerspenstige Körper“ aus.

9. Juni in Berlin: „Wie Lesben weltweit sichtbar werden. Vorbild Masakhane Projekt“: Ein internationales Gespräch über lesbische Präsenz in politischen Netzwerken und Kampagnen: mit Dawn Cavanagh (Coalition of African Lesbians), Uta Schwenke (LSVD), Manuela Kay (L-Mag) und Birgit Bosold (Schwules Museum) in der Werkstatt der Kulturen, Wissmannstr. 32.

11. Juni in Wuppertal: Aus der Vortragsreihe „Geschlecht in Szene“ der Rosa-Luxemburg-Stiftung:  Nadia Shehadeh diskutiert zum Thema „Feminismus im Netz an der Universität Wuppertal. Weitere Informationen findet ihr hier.

11. Juni in Berlin: Aus der Reihe „Widerstandsbewegungen von geflüchteten Frauen* in Berlin und Deutschland“: LSBT*I*Q Perspektiven im Kontext der Asyl- und Flüchtlingspolitik Deutschlands. (Facebook-Event)

13. Juni in BerlinBerlin Postkolonial veranstaltet einen Stadtrundgang zum Thema „Frauen im Kolonialismus.“ (Facebook-Event) Eine Übersicht über weitere Veranstaltungen findet ihr hier.

21. Juni in BerlinLesMigras-Workshop mit Dark Matter: „Protect me from what I want / Bewahre mich vor dem was ich will“. (Facebook-Event)

26. Juni in Berlin: Frauenkreise-Workshop: „Wo hört Solidarität auf und wo fängt Paternalismus an?“

Juni in Berlin: Eine Übersicht zu den Veranstaltungen des Interkulturellen Frauenzentrums S.U.S.I., mit Workshops, Buchpräsentationen und Vorträgen, findet ihr hier.

12. Juli in Berlin: „Die Widerständigen“: Ein Film über die letzten noch lebenden Zeitzeug_innen aus der Widerstandsbewegung der Weißen Rose.


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Pick Up Feminism: Aufruf zur Protestaktion in Hamburg am 7. Mai 2015

5. Mai 2015 von Gastautor_in

Dies ist ein Gastbeitrag des Bündnis‘ „Pick Up Feminism – Take down RSD“ (Die Firma „Real Social Dynamics“). Weitere Infos zum Bündnis Pick Up Feminism und „Flirten ohne Creepen“ findet ihr bei Facebook und bei Feminismus 101.

Am Donnerstag, den 7. Mai, soll in Hamburg ein „Schnupperabend“ (Freetour) für sogenannte Pick Up-Artists stattfinden. Dabei soll Männern beigebracht werden, wie sie am besten Frauen* aufreißen können. Veranstalter der Freetour ist die Firma RSD (Real Social Dynamics), zu deren Pick Up-Methoden neben sexueller Übergriffigkeit auch ein Bild von Frauen* als Objekte gehört, die es zu manipulieren gilt um sie gegebenenfalls auch zu sexuellen Handlungen zu nötigen.Bekanntestes Mitglied von RSD ist Julien Blanc, der mit seinen sexistischen, rassistischen und gewaltverherrlichenden Aufreißtipps letztes Jahr negative Schlagzeilen machte. In verschiedenen Ländern erhielt er nach massiven medialen Protesten Einreiseverbot.

Wir, das Bündnis „Pick UpFeminism – Take Down RSD“, wollen diese sexistischen Praktiken und Verherrlichungen einer Rape Culture nicht dulden! Deshalb laden wir alle, denen es genauso geht, ein mit uns gegen das Pick Up-Seminar von RSD vorzugehen. Wir treffen uns am Donnerstag, den 7. Mai um 17:30h am Hamburger HBF (Heidi-Kabel-Platz gegenüber vom Schauspielhaus) für eine gemeinsame Anreise zum Tagungsort der vermeintlichen Pick Up-Artistsum unseren Protest dagegen auszudrücken. Wir wollen dabei auch Passant_innen, Hotelbetreiber_innen und Presse klar machen, dass wir solche Schnupperabende und Seminare in Hamburg oder anderswo nicht dulden werden. Kommt zahlreich und sagt es weiter! Die Aktion ist offen für alle Geschlechter.

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Handeln gegen Antisemitismus, armutsgefährdete Frauen, Diskriminierung im Musikbiz – kurz verlinkt

5. März 2015 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 4 von 284 der Serie Kurz notiert

Deutschsprachige Links

Die Amadeu-Antonio-Stiftung hat ein aktuelles Lagebild zu Antisemitismus in Deutschland veröffentlicht. Eine Zusammenfassung sowie das ausführliche Lagebild mit Handlungsvorschlägen findet ihr hier.

Maiki* hat eine Liste mit den Female MCs, die sich bei der III: RAPutation beworben haben, angelegt.

„Vor 130 Jahren ging die Berliner „Kongo-Konferenz“ zu Ende. Sie war der Auftakt für die koloniale Eroberung Afrikas. Die damals willkürlich auf dem Reißbrett gezogenen Grenzen prägen den Kontinent bis heute„, schreibt die deutsche Welle (DW).

Jede elfte Frau gilt als armutsgefährdet. Dies sei der Fall, da der Anteil von Teilzeitarbeit stark ansteigt (unter anderem aufgrund der andauernden Verantwortung für care-Arbeit) und selbst Frauen mit Vollzeit-Jobs nicht genügend verdienen – so die Antwort des Bundesarbeitsministeriums auf eine Kleine Anfrage.

Englischsprachige Links

Vergangene Woche verstarb Leonard Nimoy. The Militant Baker erinnert (auch) an seinen weniger bekannten body acceptance-Aktivismus durch Fotografie.

Elon James White von This Week in Blackness fasst in einem Storify noch einmal Grundlegendes zu den schon lange andauernden Debatten um „Toxic Twitter“ zusammen.

Bekannte Musikproduzentinnen sind aus Gründen eher rar –  wodurch sich das ändern könnte, dazu geben 13 profilierte Produzentinnen ihre Antworten bei The Fader (leider eingeleitet mit einer überflüssigen „Genitalien“-Bemerkung).

Bei Frauen werden Herzinfarkte seltener erkannt und oft nicht direkt richtig behandelt, erläutert ein Artikel auf npr.

Besonders wichtig angesichts des bevorstehenden Frauenkampftages: ein neuer Cartoon von Trouble X:

 Termine in Berlin und Leipzig

Am 11. März in Berlin, 17 Uhr, Lesbenberatung (Kulmer Str. 20a), findet die Veranstaltung „Release: Das ‚Safer Sex Handbuch stellt sich vor“ statt. Der Eintritt ist frei und „open for alle genders“.

Am 19. März in Berlin, 18 Uhr, beim Interkulturellen Frauenzentrum S.U.S.I, findet die Auftaktveranstaltung der neuen Workshop-Reihe „Widerstandsbewegungen von Geflüchteten Frauen* in Berlin und Deutschland: Information – Austausch – Vernetzung – Empowerment“ statt. Die Workshop-Reihe wird von Frauenkreise, S.U.S.I., dem Migrationsrat Berlin-Brandenburg und Krik TV organisiert und umfasst mehrere Veranstaltungen bis Juni. Weitere Infos zu dieser und den kommenden Veranstaltungen findet ihr hier (PDF).

Vom 7. bis 10. April findet in Grillensee (in der Nähe von Leipzig) ein Seminar statt, bei dem sowohl von Referent_innen als auch in Workshops die „Schnittfläche von Sexarbeit und Feminismus“ kennengelernt, diskutiert und weiterentwickelt werden soll.


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Renate Künast, der Vergewaltigungsparagraph 177 und die Unzulänglichkeiten des Rechtsstaats

18. Februar 2015 von Nadine

Renate Künast, Bundestagsabgeordnete der Grünen und Vorsitzende des Bundestagsausschusses für Recht und Verbraucher(sic!)schutz, hat auf Zeit Online eine Replik auf Thomas Fischer, Richter am Bundesgerichtshof und Strafrechtsexperte, veröffentlicht. Fischer war eineR von sieben Sachverständigen, die zu einer öffentlichen Anhörung in eben jenem Ausschuss geladen waren, deren Vorsitzende Künast ist, um vor Abgeordneten Bundestag und Bundesrat darüber zu referieren, ob der §177 StGB nach der Istanbul-Konvention reformbedürftig sei oder nicht.

Die Konvention sieht in ihrem Artikel 36 vor, dass jede sexuelle Handlung an einer Person unter Strafe zu stellen ist, die nicht mit ihrem Einvernehmen erfolgt. Rechtsexpert_innen, darunter der Deutsche Juristinnenbund, der Bundesverband der Frauenberatungsstellen und Frauennotrufe bff e.V. sowie viele Feminist_innen sind der Ansicht, dass der derzeitige Tatbestand im §177 die Vorgaben der Konvention nicht erfüllt, die Deutschland umzusetzen sich vertraglich verpflichtet hat.

Im Rechtsausschuss des Bundestages wird derzeit eine mögliche Reform des Gesetzes beraten. Neben Fischer waren zwei Rechtswissenschaftler, die Vorsitzende des bff e.V., eine Rechtsanwältin und zwei OberstaatsanwältInnen aus München und Dortmund geladen. Die Wortbeiträge waren allen im Raum Anwesenden vorher zugänglich gemacht worden. Im Mittelpunkt standen also die Beantwortung der Fragen der Abgeordneten, die übrigens nicht nur dem Rechtsausschuss angehörten, sondern es nahmen auch Mitglieder des Ausschusses für Familie, Frauen, Senioren und Jugend teil, ein Staatssekretär aus dem Justizministerium und eine Staatssekretärin des BMFSFJ. Künast leitete als Vorsitzende des zuständigen Ausschusses die Sitzung.

Anders als Fischer in seinem Beitrag behauptet und Künast ihm zugesteht, war er mit seinem Statement nicht unbedingt die ganze Zeit allein auf weiter Flur. Die Reformbedürftigkeit von §177 verneinten neben ihm noch drei weitere Sachverständige. Lediglich die Rechtsanwältin, die Vorsitzende des bff e.V. und ein Rechtswissenschaftler unterstrichen die Lücken im Strafrecht und mahnten Verbesserungen an, teilweise mit konkreten Vorschlägen und Beispielen. Halten wir also fest, dass vier von sieben Sachverständigen die Fehlurteile wegen Vergewaltigung und die geringe Verurteilungsquote nicht auf das Gesetz oder die Konzeption des Sexualstrafrechts allgemeiner zurückführten, sondern auf „mangelnde Beweislagen“, „Fehlurteile im Rahmen des Erträglichen“,  und Vergewaltigungsmythen. Dem öffentlichen Vorschlag vom Deutschen Juristinnenbund wurde argumentativ wenig entgegengehalten. Stattdessen wurde sich immer wieder auf die bestehende Rechtsdogmatik, Beweisaufnahmeverfahren und Prozessführung zurückgezogen. Obendrein gab es krude Vergleichen zu Straftaten, die nicht die körperliche Integrität von Menschen verletzen (Diebstahl und mutwillige Beschädigung von Eigentum wird gern genutzt).

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Özgecan Aslan, Trans*Frauen of Color und dickes Sexappeal – kurz verlinkt

18. Februar 2015 von der Mädchenmannschaft

Deutschsprachige Artikel

Im Missy Magazine stellen sechs Schwarze Feministinnen anlässlich des Black History Month ihre Vorbilder vor – von Yaa Asantewaa bis Nina Simone.

Beim Feministischen Institut Hamburg schreibt Joke Jansen über queere Kinderbücher, denn „Erzählungen sind überproportional aus der Perspektive weißer Jungen geschrieben, zentrieren ein Zwei-Eltern-Kernfamilienmodell oder sind beiläufig fett- oder femininitätsfeindlich.“.

Hier findet ihr Freizeitangebote für trans*, queere, lesbische, schwule, bisexuelle und andere Jugendliche, unter anderem in Hannover und München.

Am 20. Februar wird der Purple Velvet Souvenir Sampler veröffentlicht, auf dem ihr 24 Tracks von internationalen weiblichen und queeren HipHop-Künstler_innen findet.

Die Rosa Luxemburg Stiftung hat unter Mitwirkung vieler Autor_innen vor einiger Zeit ein Dossier zu Antirassismus und Empowerment erstellt, das ständig weiter befüllt wird.

Englischsprachige Artikel

[Inhaltshinweis: Sexualisierte Gewalt, Mord] Die 20-jährige Studentin Özgecan Aslan wurde vergangene Woche durch den Fahrer des Busses, in dem sie auf ihrem Nachhauseweg saß, attackiert und ermordet. Unter dem Hashtag berichten (insbesondere) türkische Frauen auf Twitter über ihre Erfahrungen mit und Kampf gegen sexualisierte Gewalt und religiös-fundamentalistische Misogynie.

Dicke Menschen können nicht sexy sein? „WTF?!“ dachte sich Hartbeat und lieferte die beste getanzte Antwort.

Das kenianische Künstler_innen-Kollektiv The Nest sammelt im Projekt „Stories of Our Lives“ Geschichten von LGBTIQ-Personen in Kenia. Fünf dieser Geschichten haben sie fiktionalisiert und zum gleichnamigen Film verarbeitet, der letzte Woche auf der Berlinale den Special Jury Award der Teddy-Jury gewann. Bei Design Indaba erzählt das Kollektiv von dem Projekt, der Verhaftung ihres Produzenten und ihren kollaborativen, nicht hierarchischen Arbeitsweisen.

[Inhaltshinweis: Cissexismus, Mord] Janet Mock schreibt über die mangelnde Sichtbarkeit von Trans*Frauen of Color, insbesondere im Hinblick auf die hohe Zahl an Mordfällen zu Beginn des Jahres in den USA.

Beim African Women in Cinema-Blog stellt Nassima Guessoum ihren Film „10949 Femmes“ (10949 Frauen) zur Algerischen Revolution vor.

Termine in Berlin, Leipzig, Münster und Potsdam

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Über Männerfantasien. Vergewaltigungsmythen in Bildern.

11. Februar 2015 von Gastautor_in

Das Steinmädchen bloggt auf Identitätskritik an gegen Patriarchat und Psychiatrie. Das Freundlichsein hat sie schon eine Weile aufgegeben und findet Gewalt klar zu benennen einen ziemlich guten Ansatz. Dieser Artikel ist ein Crosspost.

Aktuell wird viel über die Veränderung des Strafrechts im Bezug auf sexualisierte Gewalt debattiert. Gut. Es wird sicherlich Zeit, dass Deutsche sich mal mit dem Gedanken auseinandersetzen, dass ein Nein ein Nein ist. Klingt ziemlich simpel, scheint in diesem Land jedoch ein großes Problem zu sein, grundlegende Rechte anzuerkennen. Doch eine Auseinandersetzung mit dem Strafrecht reicht nicht, solange unsere gesellschaftlichen Bilder über Vergewaltigung Männerfantasien entspringen. Männerfantasien haben in unserer Gesellschaft die seltsame Eigenschaft, zu Objektivität zu werden. Immer wieder wird diese mit allen Mitteln hergestellt, Realität geschaffen. Nicht nur Sprache schafft Wirklichkeit, sondern auch Bilder.

Die Bilder, die es im Internet gibt, sind auch die Bilder in unseren Köpfen. Sie kommen harmlos daher, sind scheinbar nur dazu da, einen Text ansprechender zu gestalten. Dabei sind die gesellschaftlichen Vorstellungen, von dem, was sexualisierte Gewalt und Vergewaltigung bedeutet, tief verankert.

Wie, wo und wann finden Vergewaltigungen statt?

Unsere Gesellschaft bringt uns immer wieder bei: Gefährlich sind Unterführungen und besonders Parks.

3-Sat Sendung Scobel, Januar 2015.

3-Sat Sendung Scobel, Januar 2015.

Natürlich immer nur nachts. Also wenn ich um fünf nach Hause komme, ist das gefährlich, wenn ich aber um die Zeit zur Arbeit gehe, ist es morgens, und morgens ist nicht gefährlich. Gar nicht so leicht, das alles zu verstehen. Nachts alleine im Dunkeln durch den Wald? Geht gar nicht! Beleuchtete Parks? Schon besser! Das ist ein Konzept, das mir noch nie einleuchten wollte. Im Dunkeln bin ich doch gar nicht sichtbar und fühle mich viel wohler. Aber Vergewaltigungsmythen sind nicht logisch. Sonst würden auf den Bildern auch nicht Parkbänke und Schummerlicht im Dunkeln zu sehen sein, sondern Wohnungstüren.

Heimwegtelefon, Screenshot Juni 2014

Heimwegtelefon, Screenshot Juni 2014

Geschlossene Räume müssten auf den Bildern sein und der liebende Boyfriend. Aber unsere Gesellschaft lehrt uns immer wieder: Nur das Fremde ist gefährlich. Andere Bilder würden sich nicht so gut verkaufen, sie würden zu tief reingreifen in unsere patriarchale und rassistische Gesellschaftsstruktur. Es ist Teil einer Männerfantasie, wie unsere Gesellschaft aufgebaut ist, Teil einer Fantasie, in der im nur der Andere ein Täter sein kann, in der sexualisierte Gewalt ihre eigene Frauen, ihren Besitz angreift. Das kann natürlich nur im Außen passieren.

So sind (vergewaltige) Frauen™

Eine Frau, die vergewaltigt wird, ist immer sehr feminin dargestellt. Sie entspricht den gesellschaftlichen, heteronormativen Vorstellungen von Weiblichkeit. Sie ist jung und schlank, hat keine sichtbaren körperlichen Einschränkungen, meist lange Haare und ist niemals androgyn, burschikos, gar trans – nichts an ihr stellt Weiblichkeitskonzepte in Frage. Das sind in diesen Bildern Frauen, bei denen sich vorgestellt werden kann, dass sie vergewaltigt werden. Hässlichkeit und Abweichung von Geschlechtsvorstellungen wirkt in diesen Bildern letztendlich als Gegenbild – geschützt vor Vergewaltigung und sexualisierter Gewalt durch Abnormitäten. Dass dies mit der Realität nichts zu tun hat, hindert nicht daran, diese Bilder immer wieder zu verbreiten. Denn sie sind Teil einer Männerfantasie, in der Vergewaltigung immer etwas Erotisches hat und das würde gestört werden, wenn deutlich werden würde, wer alles vergewaltigt wird.

Bild zu Artikel auf jetzt.de von der Süddeutschen Zeitung zur EU-Studie März 2014

Bild zu Artikel auf jetzt.de von der Süddeutschen Zeitung zur EU-Studie März 2014

Auch die Haltung vergewaltigter Frauen ist nach diesen Bildern immer eindeutig: Zusammengekauert, mit den Armen die Beine umschlungen. (Habt ihr das mal probiert? Es ist keine so einfache Position! Ich schwöre, mit ein paar Fettfalten dazwischen funktioniert das zusammenkauern einfach nicht mehr.) Immer wieder werden diese Bilder reproduziert.

Screenshot taz, Januar 2015

Screenshot taz, Januar 2015

Das Gesicht der Frauen bleibt fast immer unsichtbar, ihre Augen sind bedeckt von Händen – oder der ganze Kopf ist gebeugt. Oft sind es eben auch die Bilder wie oben, der Blick des Mannes und Täters wird zur Blickrichtung auf die Frauen, die Bilder zeigen Männerfantasien. In den Bildern wir eins immer und immer wieder klar: Die Frau ist in sich passiv.

Screenshot Kreiszeitung, Feburar 2013.

Screenshot Kreiszeitung, Feburar 2013.

Wenn das Wehren erfolgreich ist, wird dies in der Zeitung nicht so kommuniziert. Die Frau bleibt Opfer. Es ist, als könnte sie nichts anderes sein. Selbst wenn ein Täter in die Flucht geschlagen wird, er bleibt das Subjekt, sie flieht. Er bleibt immer Subjekt, sie Objekt. Es wäre leicht zu schreiben: Frau schlägt Vergewaltiger in die Flucht. Aber das ist nicht der Text, nicht das Bild. Ihr passiert, er tut. Manchmal kommt die Tat in den Fokus. Niemals ist es ihr Blick, der zählt.

Glaubhaftigkeit ist lebendig schwer zu erreichen

Es ist kein Wunder, dass in unserer Gesellschaft Vergewaltigung nicht verurteilt wird, wenn das die Bilder sind, die davon gepredigt werden, immer und immer wieder. Man kann noch so oft rufen: Vergewaltigern auf’s Maul, denn es gibt doch keine Täter. Vergewaltiger können dank dieser Bilder sagen: Das bin nicht ich, ich habe nicht in einer Unterführung gestanden und bin brutal über ein Frau hergefallen. Das war halt eine Freundin, die es eigentlich ja auch wollte.

Dank dieser Bilder können Betroffene sich keinen Glauben schenken. Es war ja nicht wie auf den Bildern. Also kann es nicht echt gewesen sein. Denn wahrhaft glaubhaft kann eine Vergewaltigung nur sein, wenn alle Mythen erfüllt werden, der Täter in rassistische Schemata passt, massive Verletzungen vorliegen – und am besten tödlich geendet hat. Denn wenn es im eigenen Zimmer war, wenn sich nicht „genug gewehrt“ ™ wurde, dann muss sie es ja doch gewollt haben. Der Tod bietet die Gewissheit, dass sie es wirklich nicht gewollt hat. Vorher bleiben immer diese Zweifel, ob die Frau es nicht doch gewollt hat, die Tat herbeigeführt, provoziert hat. Eine seltsame Vorstellung, kombiniert mit der Vorstellung der absoluten Passivität gibt es hier eine Männeropferfantasie, die Hure, das Monster, die alle Männer ihrer Kontrolle beraubt.

Da der gesamte Diskurs mehr von Männerfantasien geprägt ist als von Realitäten, ist es kein Wunder, dass Vergewaltigung nicht verurteilt wird. Diese Bilder, die täglich in Berichten zu sehen sind, halten diese Mythen aufrecht, sie sind Teil der Fantasien.

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Konsens Karneval – Ein Kostüm ist keine Einladung

5. Februar 2015 von Melanie

Alaaf und Helau liebe Jeck_innen! Oder was man sonst so bei Euch ruft, wenn Karneval/Fasching ist. Als ich vor über 5 Jahren aus dem Ruhrgebiet nach Köln zog, hat mich diese Omnipräsenz des Karnevals, der hier ja schon am 11.11. beginnt, geschockt. Und wie ich – damals noch im Ruhrgebiet arbeitend – versuchte, an Weiberfastnacht mit öffentlichen Verkehrsmittel aus Köln heraus zu kommen…

Das ist aber nicht das Problem mit Karneval. Sich Verkleiden, Feiern, Fröhlich sein – ok. Gern. Und in diesem Beitrag geht es auch erst mal nicht um die militärischen/katholischen-was-auch-immer Bezüge, die Karneval hat. An dieser Stelle geht es auch nicht um Rassismus in Sachen Verkleidung. In diesem Beitrag geht es darum, dass Sexismus und sexuelle Gewalt im Karneval einer die Feierei ganz schön vermiesen können, dass Frauen* darauf achten müssen, wie sie sich verkleiden, wie viel sie trinken… also alles, was an victim blaming und rape culture auch sonst existiert, im (Kneipen)Karneval dann noch mal geballt auftaucht.

Oder kurz: Ich möchte auf meine Kampagne „KonsensKarneval – Ein Kostüm ist keine Einladung“ aufmerksam machen (hier zur facebook-Seite und zum twitter-Account). Vorbild war die Kampagne „I frog di„, die sich auf das Oktoberfest konzentriert.

Für diejenigen, die mit Karneval/Fasching eher wenig zu tun haben: Beim (Kneipen)Karneval ist es durchaus gang und gebe, dass Menschen offener als sonst auf andere Menschen zu gehen. Oder schlicht: dass diese Kontaktaufnahme dank Kostümierung und Alkohol leichter von statten geht. Hier in Köln ist das so gang und gebe, dass „Seitensprünge“ an Karneval normalisiert sind (die werden bei der Nubbelverbrennung an Karnevalsdienstag gebeichtet und gesühnt. Dafür wird stellvertretend eine Strohpuppe – der Nubbel – verbrannt. Parallelen zur Hexenverbrennung sind an den Strohhaaren herbei gezogen). Ich war auf einer Hochzeit, auf der der Pfarrer den Hochzeits-/Treueschwur „treu sein, einander lieben und ehren“ mit einem augenzwinkernden „Karneval ausgenommen“ ergänzte. Für manche Touristen ist Karneval einzig dazu da, „Sexabenteuer“ zu erleben.

Nun gut, so lange das in beiderseitigem Einverständnis erfolgt ist daran nichts falsch. Aber kommt es zu Übergriffen, wird es insbesondere den Frauen angelastet: Zu viel getrunken, zu freizügiges Kostüm und dann hat sie (™) auch noch mit einem „Bützchen“ angefangen! (Bützchen sind Küsschen auf die Wange, die gerne auch als Gegenleistung für ein „Strüßje“ erwartet werden, also Blümchen, das überreicht wird).

Hier möchte die Kampagne KonsensKarneval – Ein Kostüm ist keine Einladung ansetzen: Darauf aufmerksam machen, dass NIE die Betroffenen Schuld sind und dafür sensibilisieren, dass Vorsichtsmaßnahmen eher bei den „Tätern“ gefragt sind.

Ihr wollt mitmachen? Sehr gerne! Wenn ihr selber Karneval feiert, schickt mir Fotos von Euch in Verkleidung, die ich mit dem Text „Mein Kostüm ist keine Einladung!“ auf dem tumblr veröffentlichen werde. (WIE ihr verkleidet seid, ist völlig egal und ihr teilt mir mit, ob ihr eine Veröffentlichung mit oder ohne Namen wollt oder ob ich noch einen Balken über die Augen machen soll. Ich kann auch sehr gut nachvollziehen, wenn man KEIN Foto von sich veröffentlicht sehen möchte). Gerne könnt ihr mir auch Berichte über Erfahrungen (anonym, wenn ihr wollt) mit übergriffigen Menschen, abweisenden Beratungs-/Polizeidienststellen an konsens.karneval@gmail.com schicken. Oder ihr sammelt mit mir Ideen, wie das „Kölsche Grundgesetz“ oder Karnevalssprüche/-lieder umgetextet werden können in Sätze, die sich insbesondere an „Täter“ richten. Z.B. mit Postkarten auf denen „Darf ich Dich bütze*? (*küssen) steht und lediglich die Antwortmöglichkeiten: „Ja, aber nicht mehr“ und „Nein“ enthalten. Oder ihr teilt, liked und verbreitet einfach die Kampagne.

Ein Kostüm ist keine Einladung!


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Weiße Wut, Körpernormierungen und geduldete Gewalt – kurz verlinkt

27. November 2014 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 261 von 284 der Serie Kurz notiert

Deutschsprachige Artikel

Magda hat in Leipzig ihren Vortrag „Mein Fett ist Politisch“ gehalten. Dazu hat der Leipziger Studi-Radiosender mephisto 97.6 einen kurzen Radiobeitrag gemacht.

Das Migazin interviewte Dr. Yasemin Shooman zur wissenschaftlichen Untersuchung der Repräsentation migratisierter Menschen in den Medien.

Die Initiative in Gedenken an Oury Jalloh ruft unter dem Motto „900 x 10 Euro“ zu Spenden auf für pathologische und toxikologische Nachuntersuchungen, um die Brand- und Todesursache von Oury Jalloh aufzuklären.

Der Verband alleinerziehender Mütter und Väter e.V. (VAMV) weist in einer Pressemitteilung darauf hin, dass bei der aktuellen SGB II-Reform Kürzungen zu Lasten der Kinder von Alleinerziehenden drohen. So heißt es: „Die geplante ‚Klarstellung‘ führt unterm Strich dazu, dass die Existenz des Kindes nicht gedeckt wäre.“

Noch/ schon auf der Suche nach einem Kalender für das Jahr 2015? Die Mädchengruppe um den Mädchenjahreskalender gibt nun im zweiten Jahr ihren politisch-feministischen Taschenkalender heraus.

Englischsprachige Artikel

Bei der Washington Post erklärt Carol Anderson, warum es in Ferguson nicht um Schwarzen Ärger gegen Polizeibeamt_innen geht, sondern um weiße Wut und einen Backlash gegen antirassistische Fortschritte.

Auch Mia McKenzie bei Black Girl Dangerous schreibt über Ferguson, die Ausschreitungen, und was Gewalt in diesem Zusammenhang wirklich bedeutet.

Absolut lesenswert: „So You Can Fuck Us; What’s Next? Going Beyond Sex With Trans Women„.

Roxane Gray kommentiert beim Guardian die Debatte um Bill Cosby und rape culture und fordert auf endlich Betroffenen zu glauben.

Bei The Daily Beast erinnert Asawin Suebsaeng daran, wie viele Film- und Popstars bereits Übergriffe und sexualisierte Gewalt verübt haben – was ihrer allgemeinen Beliebtheit aber keinen Abbruch tut.

„A really bad month“: Einen kurzen Bericht über eine ungeplante und dann beendete Schwangerschaft in gezeichneter Form gibt es bei The Hairpin.

Termine in Berlin und Frankfurt am Main nach dem Klick:
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Lena Dunham, Street Harassment und eine verdeckte Ermittlerin in Hamburgs linken und queeren Szenen – Kurz Verlinkt

6. November 2014 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 5 von 284 der Serie Kurz notiert

Deutschsprachige Links

Letzte Woche fand am Brandenburger Tor in Berlin eine Protestaktion gegen das Abtreibungsverbot in Irland anlässlich des zweiten Todestages von Savita Halappanavar (wir berichteten) statt, die in Folge des Abtreibungsverbots starb. Organisiert von Berlin-Irish Pro Choice Solidarity (Facebook-Seite). Bei der Aktion wurden auch Fotos geschossen.

Die Mädchenmannschaft ist offenbar auch einigen Frauen- und GleichstellungsministerInnen und -senatorInnen der Länder ein Begriff. Auf ihrer jährlichen stattfindenden Konferenz hieß es in diesem Jahr zum Thema „Cybergewalt und Cybermobbing“ (PDF, unter Seite 36, 4. des Beschlusspapieres): „Bemerkenswert ist, dass sich im Netz selbst verschiedene Gegenbewegungen formiert haben. Besonderer Erwähnung bedarf im deutschsprachigen Raum der Blog Mädchenmannschaft, der Impulse für weitere Initiativen gegeben und sich als Knotenpunkt digitaler feministischer Vernetzung etabliert hat.“

Die „Freeugees“ aus Berlin – eine Band aus Geflüchteten, begleitet von einem Filmemacher – suchen einen Proberaum möglichst in Berlin Kreuzberg.

[Inhaltshinweis: Beschreibung sexualisierter Gewalt im Link] Eine Frau wird in ihrem Wohnhaus in München vergewaltigt. Ihre Vermiterin kündigt daraufhin den Mietvertrag, sie hätte schließlich Ärger ins Haus gebracht. Die Süddeutsche berichtet über diesen unglaublichen Fall.

Die Frankfurter Rundschau berichtet über eine LKA-Beamtin, welche sechs Jahre lang als verdeckte Ermittlerin in linken und queeren Kontexten Hamburgs agierte.

Die Initiative Schwarze Menschen in Deutschland (ISD) veröffentlichte gemeinsam mit der Kampagne für Opfer rassistischer Polizeigewalt (KOP) einen Zwischenbericht zur Verhandlung des Falls von Kläger Derege Wevelsiep am 30. Oktober in Frankfurt/Main. Dort geht es um Körperverletzung und „Racial Profiling“. Der nächste Prozesstag ist heute.

Das neue an.schläge-Magazin ist erschienen und die Novemeberausgabe widmet sich im Schwerpunkt dem Thema Geschlecht und Suizid. Einige Texte gibt es wie immer auch online zu lesen, so das Interview zum Themenschwerpunkt mit Soziologin Eva Eichinger, in der sie über Ungleichheiten im Suizid-Diskurs spricht und ein Interview mit LGBT-Aktivistin Elena Kostyuchenko über kritischen Journalismus in Russland.

Das feministische Monatsmagazin Anschläge feiern ihren 30. Geburtstag! Yay! Wir gratulieren ganz herzlich. Anlässlich des Jubiläums interviewte diestandard.at zwei Macherinnen.

In der neuen Ausgabe der Lotta geht es um aktuelle antifeministische Erscheinungsformen und Diskurse.

Englischsprachige Links

Ein kritischer Artikel zu dem Street Harrassment Video von Hollaback!, welches in den letzten Tagen viel in feministischen Kreisen rumging: On Street Harassment And Classic White Dudery. Ebenfalls lesenswert: „What you NEED to know about street harassment„.

Alok Vaid-Menon veröffentlichte auf Return The Gayze das Gedicht „Transmisogyny„.

Eine Erklärung der geflüchteten Frauen in Berlin-Kreuzberg des Internationalen Frauen-Space an Herr Panhoff und Frau Hermann.

Lena Dunham beschreibt in ihrem Buch „Not that kind of girl“ den Missbrauch an ihrer Schwester als witzig-provokante Sidenote. Zu der Dunham-Geschichte und darüber, was die Veröffentlichung über Dunhams _jetziges_ Verständnis von consent (Einverständnis) aussagt, schreibt Melissa McEwan auf shakesville.

In den USA gab es vorgestern die Midterm Elections. Autostraddle schreibt über die herben Verluste der Demokraten, aber auch über ein paar gute Dinge, die passiert sind.

Termine

Ab dem 7. November wird Magda in verschiedenen Städten in Deutschland ihren Vortrag „Mein Fett ist Politisch“ halten und Fat Empowerment Workshops geben. In Oldenburg am 8. November sind noch Plätze im Workshop frei! Meldet euch unter femref[at]uni-oldenburg.de an.

Am 26. November hält die Selbstorganisation von Geflüchteten, Karawane, einen Vortrag zu flüchtenden Frauen in Bochum.

Ebenfalls in Bochum beginnt heute der Linux/Debian-Kurs für Frauen.


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