Einträge mit dem Tag ‘Sexarbeit’


Elektro, Herrenclubs und die Krise der Männlichkeit – kurz notiert

24. April 2013 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 187 von 191 der Serie Kurz notiert

10 Pionierinnen elektronischer Musik und queere Musik_erinnen of Color, die ihr unbedingt kennen solltet.

In Boston sind durch einen Terroranschlag auf den Boston Marathon mehrere Menschen gestorben. Die Medien berichteten ohne Unterlass – leider nicht ohne Rassismen zu bemühen, wie Bitch Magazine berichtet.

Obwohl immer behauptet wird, dass wir in einer hypersexualisierten Gesellschaft leben, wird anscheinend nur sehr selten ehrlich über Sex gesprochen. Eine neue Webseite soll dem entgegenwirken, berichtet Salon.com.

Der Guardian widmet sich “The Sessions“, einem Film, der Behindertwerden und Sex thematisiert. Ebenfalls im Guardian: Ein Bericht über #ShoutingBack, das Pendant zu #Aufschrei in Großbritannien.

Eine neue Ausgabe des Zines Masculine Femininities wurde veröffentlicht.

In Oldenburg wurde einer Frau der Wunsch auf die “Pille danach” verwehrt.

100 Prozent Mann sammelt Positionen, die noch nie von Frauen eingenommen wurden. Welcome to the Herrenclubs!

Der Guardian hat einen Nachruf auf Bi Kidude, der ersten Sängerin Zanzibars, veröffentlicht.

“Die im Anschluss an den #Aufschrei geführte Debatte über die Krise von Männlichkeit ist eine Form altbewährten Konservatismus”, schreibt Claire Horst für Analyse & Kritik.

Disney hat die hauseigenen Prinzessinnen einem Redesign unterzogen: Nach wie vor finden sich kaum Charaktere of Color unter den Figuren und Heldinnen wie Mulan oder Pocahontas wurden mit dem neuen Make Over weiß “gewaschen”, kritisiert sparksummit.com.

Eine Modelagentur warb vor einer Klinik für Essstörungen in Schweden um neue Klientinnen, berichtet dieStandard.at.

In Hamburg fand vergangenes Wochenende erstmals eine Frauenflüchtlingskonferenz statt. Die Junge Welt sprach mit Eylem Silan, die sich in der Vorbereitungsgruppe engagierte.

Eine Highschool-Studentin wurde von ihrem Direktor bedroht, weil sie eine Anti-Verhütungsmittelveranstaltung an ihrer Schule öffentlich kritisierte.

Servicepost für Cis-Frauen auf autostraddle.com: Mit Trans*frauen interagieren, ohne ständig Transphobie zu reproduzieren.

Zimbabwe hat mit einer überwältigenden Mehrheit für einen Entwurf gestimmt, nach der nun Geschlechtergerechtigkeit und Frauenrechte in der Verfassung Eingang findet.

Auf addicting.info finden sich zehn verschiedene Begriffe, die eigentlich viel besser passen würden als “Pro Life“, ein Begriff mit dem sich Abtreibungsgegner in den USA schmücken.

Body Love Wellness kritisiert den aktuellen Werbeclip von Dove.

Termine in Berlin und Gießen findet ihr nach dem Klick

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Von und mit anderen lernen und kämpfen – kurz notiert

13. Dezember 2012 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 177 von 191 der Serie Kurz notiert

Die bsz berichtet in einem dreiteiligen Beitrag über die Ergebnisse der Jahrestagung des Bündnisses der Fachberatungsstellen für Sexarbeiterinnen und Sexarbeiter (bufas): Von Rechten und Pflichten, Internationale Rechte und Pflichten, Straßenstrich – Situation und Zukunft.

(Triggerwarnung: sexualisierte Gewalt.) In Frankreich haben 343 vergewaltigte Frauen* ein Manifest gegen das Schweigen veröffentlicht, in dem sie ihre Betroffenheit öffentlich machen.

Die Berichterstattung über den Vergewaltigungsfall Dominique Strauss-Kahn ist von Beginn an ein Graus und scheint sich leider in derselben Art und Weise fortzusetzen, wie Africa Is A Country belegt. (englisch)

Die Petition gegen Racial Profiling braucht noch mehr Unterstützer_innen:

(englisch)

Die zimbabwische Aktivistin Fungai Marichori schreibt über herrklären durch einen weißen Mann, aber auch über ihre Kritik an vielen global orientierten feministischen Bewegungen. Gegenstand ihrer Kritik sind weiß-angeführten Bewegungen, deren Aktivistinnen zwar mit Frauen im globalen Süden zusammenarbeiten wollen, aber keinerleit Anstrengungen eingehen, mit Women of Color bei ihnen zu kooperieren. (englisch)

Frauen* arbeiten nicht nur unter schlechteren Arbeitsbedingungen als Männer*, sondern sind auch stärker von Arbeitslosigkeit betroffen, berichtet dieStandard.

In Ilmenau hat die AG Diversity und Amnesty eine Soliaktion für Pussy Riot veranstaltet. (PDF)

Termine

19. Dezember 2012 im Landgericht Frankfurt: um 13:00 Uhr beginnt der nächste Teil des Prozesses gegen Kachelmann und die Initiative für Gerechtigkeit bei sexueller Gewalt plant wieder Aktionen. Macht mit! [Edit: Die Verhandlung wurde auf den 30. Januar verschoben.]

09. Januar 2013 in Berlin: das Spinnboden Lesbenarchiv & Bibliothek e.V. bietet einen Kurs zum kreativen Schreiben an.


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Sex-arbeitende Mütter

5. Dezember 2012 von Lisa

Der folgende Text erschien letzten Sonntag bei fuckermothers.

Die feministischen Sex-Kriege waren lang und blutig. Naja, wirklich blutig waren sie nicht, aber ich fand den Eingangssatz so schön dramatisch. Lang, das waren sie jedenfalls. Sie begannen Ende der 1970er Jahre, endeten offiziell  in den neunzigern, einzelne Scharmützel gibt es aber heute noch. Eine verkürzte Darstellung der Fronten: Auf der einen Seite standen diejenigen, die gegen Pornographie und Prostitution waren, weil diese per se ein Ausdruck patriarchaler Unterdrückungsverhältnisse und männlicher Sexualität darstellen sollten. Zu ihnen gehörte unter anderem Catherine MacKinnon und auch Alice Schwarzer mit ihrer PorNo-Kampagne.

Auf der anderen Seite standen die sex-positiven Feministinnen, zu denen unter anderem Gayle Rubin gehörte. Sie betonten Individualismus, Handlungsfähigkeit und Selbstbestimmtheit von Frauen. Während erstere Prostituierte in erster Linie als beklagenswerte Opfer sahen, waren sie in den Augen der zweite Gruppen (meist) aktiv entscheidende und handelnde.

Ich finde das wichtig, um die Debatte um sex-arbeitende Mütter einordnen zu können. Denn Eva Schless richtet sich in ihrem Artikel ‘Sex worker & mother‘ gegen die erste Position. Ausgangspunkt des Textes war ein Bemerkung, dass Sex-Arbeit Ausbeutung sei und nie wirklich selbstbestimmt sein könne, da eine sex-arbeitende Mutter schließlich niemals ihrer Tochter zu diesem Job raten würde. Schless erklärt, sie wolle ihre Tochter ermutigen den Beruf zu ergreifen, den sie sich wünsche.

Ihre Ansicht: “ I cannot stand the uninformed and ignorant rant that sex work is not empowering or a real ‘choice’. I am going to put it in a very simple way: I love sex. I f*cking LOVE it. I have loved it before I even knew what it was or that there was such a thing as the patriarchy. All I knew was that something down there felt really good. As I grew up and learned more about it – I loved it even more. And as I started to do it… I realised I was really, really good at it. So, something I really enjoy, am good at and can be paid to do is somehow NOT my choice?”

Eine ähnliche Meinung  vertritt ‘ThisIsYourDaughter’: “Es gibt Menschen, die wollen Sexarbeiter sein. Und es gibt Menschen, die diese Dienstleistung in Anspruch nehmen. Und wenn diese Menschen miteinander Verträge schliessen, wenn Dienstleistungen gegen eine angemessene Vergütung zu fairen Konditionen erbracht und bezahlt werden, wenn das zwischen zwei erwachsenen Menschen bewusst und klar umrissen geschieht, dann ist für mich nichts Schlimmes daran. Im Gegenteil. Das ist anständige Arbeit gegen anständiges Geld, und damit ist es in meinen Augen eine gute Sache.Das ist anständiger, als Leiharbeiter für sechs, sieben Euro auszubeuten. Das ist anständiger, als Frauen, weil sie Kinder haben immer nur von einem befristeten Arbeitsverhältnis ins nächste zu hetzen.”

‘Mutterseelenalleinerziehend’ sieht das mit der Wahl dennoch k0mplizierter und betont gesellschaftliche Strukturen: “Die heterosexuelle Prostitution ist in der Regel weiblich und sie bedeutet, dass das Geld eines Anderen über den Körper einer anderen verfügen darf. (…) Ich respektiere diese Frauen als Menschen. Ich will sie weder stigmatisieren, noch für verkehrt erklären. Aber ich bin eine Visionärin und möchte klarstellen, dass es in einer Welt mit größerer Statusgleichheit und weniger Geldsorgen vermutlich gar keine Prostitution geben würde. Das ist in meinen Augen die einzig wichtige Frage: Würdest Du diesen Beruf auch machen, wenn ich Dir jeden Monat 8000 Euro überweise?”

Ich frage mich, ob man bei der Diskussion um ‘Sex-Arbeit’ weniger auf den ‘Sex’ und mehr auf die ‘Arbeit’ und deren Bedingungen schauen sollte. Wenn die Arbeitsbedingungen allein von Kapitalismus und Ausbeutung geprägt sind, ist die Arbeit wohl kaum selbstbestimmt und empowering. In anderen Kontexten jedoch ist sicherlich eine freie und befriedigende Arbeit möglich. Ich schliesse also mit einer Banalität: Sex-Arbeit ist nicht gleich Sex-Arbeit und sollte, wie alles, differenziert betrachtet werden.


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Hollaback! und Pinikifizierung – kurz notiert

28. November 2012 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 173 von 191 der Serie Kurz notiert

Das ZDF zeigt einen Beitrag zum Thema Begehren und Behinderung, in dem drei Frauen potraitiert werden.

Uganda ist in den letzten Jahren immer wieder mit repressiven Gesetzen gegen Homosexuelle in die Schlagzeilen geraten. Jetzt steht wieder das so genannte “Kill the Gays”-Gesetz auf dem Plan – und es gibt eine internationale Petition dagegen.

Bei der FAZ geht es um rosa und pink und all das im Kinderzimmer.

Eine schöne Aktion dokumentiert das deutsch türkische journal: Eine Gruppe überklebte Buschkowsky-Bücher mit “Das Problem ist Rassismus”-Aufklebern.

Die Huffington Post schreibt über die Repräsentation verschiedener Körper und welche Auswirkungen das hat. (Englisch)

Schreib es in die Welt!” – Der Freitag schreibt über die Hollaback!-Bewegung. (Die Kommentare wie üblich lieber nicht angucken.)

Habt ihr euch auch schon über sexistischen Unicum-Tüten geärgert, die fast schn traditionell auf dem Uni-Campus verteilt werden. Das Free Education Movement Marburg will dagegen vorgehen und hat eine Petition angelegt.

Eine Tagung in Bochum beschäfftigte sich mit der Situation von Sexarbeiter_innen in Europa und dieStandard berichtet.

Ebenfalls bei dieStandard gibt es einen Artikel, der sich mit Rihanna auseinandersetzt und wie sie portraitiert wird. (Inhaltswarnung: (sexualisierte) Gewalt)

Für diesen Samstag (01.12.2012) erreichte uns ein Interviewaufruf von Sabrina, der sich an alle queere Femm(e)ininitäten und thematisch Interessierte wendet. Um 16 Uhr findet im Spinnboden Lesbenarchiv in Berlin eine Gruppendiskussion statt. Thematisch geht es um Femmeness, um Inszenierung(en) und die Anerkennung von Femm(e)ininität(en) in queeren Kontexten. Es sind alle, die sich schon mal mit diesen Themen auseinandergesetzt haben herzlich eingeladen mitzudiskutieren. Eure Daten werden vertraulich behandelt und die Interviews anonymisiert. Wenn ihr so kurzfristig Zeit und Interesse habt meldet euch bitte unter:  diplomarbeit_femmes[at]gmx.de.

Weitere Termine findet ihr nach dem Klick:

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Racial Profiling, Sexarbeit, Lesetipps und mehr – Kurz notiert

24. Oktober 2012 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 171 von 191 der Serie Kurz notiert

Bereits im März entschied das Arbeitsgericht Berlin zu Gunsten einer Frau, die ihre Ausbildung nicht antreten durfte, da sie ihr Kopftuch nicht ablegen wollte. Erst jetzt wird die Entscheidung berichtet, u.a. schreibt dieStandard zum Thema.

Was hat Radiohören mit einer nackten Frau* zu tun? Richtig: Gar nix! Aber Antenne MV denkt da wohl anders. Sexismus soll in Mecklenburg Vorpommern wohl Radiozuhörer_innen locken, oder was hat ein nackter Rücken einer normschönen Frau* (facebook-Link) [Edit: Das Bild wurde mittlerweile von FB entfernt.] auf dem Plakat zu suchen? Antenne MV schreibt selbst: “Ihre Meinung ist uns wichtig“. Also ran an die Tasten und den Radiomenschen die Meinung gegeigt! (Danke an Tom für den Hinweis über unsere facebook-Seite).

Vor einigen Tagen fand in Berlin die Tagung “Racial Profiling Reloaded” statt. Wer_welche nicht da war, kann nun im bereitgestellten PDF-Reader allerhand Texte auf 65 Seiten nachlesen. (teilweise Englisch)

[Content warning: Beschreibung von fatshaming] Stella Boonshoft hat ein Selbst-Potrait veröffentlicht – für all jene Leute, die sie aufgrund ihres Körpers diskriminiert haben, aber in allererster Linie für sich selbst. (Englisch)

Sybille Berg hat diese Woche beim SpiegelOnline zum Thema Sexarbeit geschrieben. Im Forum von und für SexarbeiterInnen gibt es eine prägnante Antwort: “Sie verwechseln da etwas Frau Sibylle Berg“.

[Triggerwarnung: Auschreiben und Thematisieren von V*rg*w*ltigung/ r*p*] Comedy ohne Frauenhass, das ist doch wirklich nicht zu viel verlangt, findet Suzanne Beishon und schreibt darüber, warum Vergewaltigung einfach kein Witzthema ist. (Englisch)

DieStandard berichtet über Kritiken am afghanischen Präsidenten Karzai durch Politikerinnen. Sie werfen ihm vor, dass er die Ereignisse um Malala Yousafzai instrumentalisieren würde.

Auf der Suche nach Lesestoff? Bei zahrawithaz gibt es eine Leseliste mit mittlerweile 66 Büchern von queeren Autor_innen of Colour. (Englisch)

In Wien lief diese Woche ein Theaterstück zu Julian Assange. Alles wichtige dazu hat Vina Yun analysiert. Der Teaser zum Text ist schon einmal so passend, dass er hier zitiert werden soll: “Warum Theaterregisseurin Angela Richter Täter und Opfer verwechselt und im Bett nur Konsens wirklich sexy ist”!

[Triggerwarnung: Auschreiben und Thematisieren von V*rg*w*ltigung/ r*p*] Einen Abend vor der letzten Präsidenten-Debatte haben Aktivist_innen in Anspielung an das Zitat von Todd Akin von “legitimer Vergewaltigung” mit einer Lichtinstallation u.a. den Satz “Rape is Rape” ans Kapitol in Washington D.C. (USA) projeziert.

In Berlin findet ab heute das Pornfilmfestival 2012 statt. DieStandard berichtet zu diesem Anlass über Pornos fernab des Mainstream und neue feministische Filmemacherinnen.

Termine in Berlin, Bonn, Düsseldorf, Gießen, Halle, Hamburg und Paderborn nach dem Klick:

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Mit “Frischfleisch” gegen Frauenhandel?

23. Oktober 2012 von Anna-Sarah

Anmerkung: Es geht im Folgenden um ein Bild, das ich als ziemlich gewaltvoll, sexistisch und erniedrigend beurteile. Es ist zu sehen, wenn man die blau markierten Links in den ersten beiden Absätzen anklickt. Eine Beschreibung folgt im dritten Absatz.

Die Frauenrechtsorganisation TERRE DES FEMMES (TDF) hat letzte Woche eine Kampagne zur Verbesserung des Aufenthaltrechtes für Opfer von Zwangsprostitution gestartet. Gefordert wird, “dass Opfern von Zwangsprostitution ein unbefristeter Aufenthaltstitel erteilt wird, der unabhängig von ihrer Bereitschaft, vor Gericht auszusagen, gelten muss”. Zusätzlich soll Betroffenen eine geeignete Betreuung und Entschädigung garantiert werden. Mal abgesehen von (der bei weitem nicht erschöpfenden) Kritik, dass auch bei TDF Prostitution und Menschenhandel gerne in einem Atemzug diskutiert werden: so weit, so für sich genommen richtig – Abschiebung gehört abgeschafft, zumal wenn es um traumatisierte, stigmatisierte, von Gewalt betroffene Menschen geht. Frauen, denen Gewalt angetan wurde, gehören geschützt und unterstützt, ohne wenn und aber.

Flankiert wird die Aktion allerdings von einem Postkartenmotiv, derzeit auch das Titelbild der TDF-Facebookseite, das mich vorsichtig formuliert schlucken lässt – wer keine Lust hat, es sich anzugucken, kann es sich in etwa folgendermaßen vorstellen:

Abgebildet ist eine handelsübliche SB-Fleischverpackung, so à la Styroporschale mit Frischhaltefolie drüber und aufgeklebtem Preisetikett, nur dass diese statt Hähnchenflügeln oder Koteletts zehn Frauen* (drei verschiedene Personen, mehrfach reproduziert) enthält, die unbekleidet und in Seitenlage zusammengekauert dort “verpackt” sind; die Gesichter werden mit den Händen abgeschirmt und sind nicht zu erkennen, die Körperhaltung ist bei allen nahezu identisch. Die Botschaft dürfte klar sein. (weiterlesen …)


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Gute Vorbilder und Widerstand, der sich nicht unterkriegen lässt – kurz verlinkt

22. August 2012 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 165 von 191 der Serie Kurz notiert

Im Nono Verlag ist ein neues Buch erschienen. Es trägt den Titel “Trans*_Homo. Differenzen, Allianzen, Widersprüche” und ist ein Begleitbuch zu einer Ausstellung, die von August bis November 2012 im Schwulen Museum in Berlin zu sehen sein wird.

Eine Nachricht, die wütend macht: Da in den letzten Jahren mehr Frauen als Männer Abschlüsse an iranischen Universitäten gemacht haben, sollen dort ab dem kommenden Jahr über 70 Bachelorstudiengänge nur noch für Männer zugänglich sein, berichtet dieStandard.at.

Der US-amerikanische Republikaner und Abtreibungsgegner Todd Akin hat mit bizarren Aussagen über Vergewaltigungen für Entrüstung gesorgt. (Hier gilt eine Triggerwarnung: Verharmlosung von sexualisierter Gewalt.) Jessica Valenti hat passende Reaktionen dazu zusammengestellt. Kate Clancy hat dazu noch etwas „wirkliche“ Wissenschaft zu Schwangerschaften nach Vergewaltigungen.

Nerdy Feminist hat darüber reflektiert, dass dicke Charaktere in Kinderserien und -filmen so gut wie immer negativ besetzt sind, und Kinder dadurch schon früh an Fatshaming heran geführt werden.

Trotz der Verurteilung zu zwei Jahren Lagerhaft lassen sich Pussy Riot nicht unterkriegen. Weitere Mitglieder der Band haben am Wochenende ein Lied zu dem Urteil ins Internet gestellt:

Apropos Pussy Riot: Die New York Times wirft die Frage auf, weshalb Pussy Riot in der “westlichen” Berichterstattung eigentlich so gut wegkommen, obwohl sie gegen Dinge protestieren, die auch im “Westen” noch zum Alltag gehören.

Die Herrenpflegeproduktmarke Axe macht wieder die Art von Werbung, die wir von ihr kennen (und kein bisschen lieben).

Die ARD wirft einen Blick in die Zeit um 1900. Die Ausstellung „Der Gelbe Schein“ behandelt Frauenhandel, Zwangsprostitution und Sexarbeit aus wirtschaftlicher Not zu dieser Zeit.

Jezebel berichtet anhand eines Interviews mit Rihanna, wie kompliziert die Gefühle von Personen sein können, die Gewalt in Beziehungen erleben mussten – und rät dazu, dass wir besser hinhören sollten, auch wenn uns das Gesagte vielleicht nicht immer gefällt.

Noch etwas Schönes zum Schluss: Weil sein fünfjähriger Sohn gerne Kleider und Röcke trägt, und damit in der Süddeutschen Provinz relativ allein darsteht, hat Nils Pickert beschlossen, sich ihm anzuschließen um ein gutes Vorbild für sein Kind darzustellen. Bitte mehr davon!

Terminhinweis für morgen, den 23. August. In Kiel ist Tag der Offenen Tür beim Frauennotruf.


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Fleischmarkt – Weibliche Körper im Kapitalismus

31. Juli 2012 von Magda
Dieser Text ist Teil 64 von 72 der Serie Die Feministische Bibliothek

„Dressiert von der umfassenden Propaganda der Mode-, Diät, Schönheits-, Musik-, Medien- und Porno­industrie, haben die Frauen im früheren 21. Jahr­hundert gelernt, ihr eigenes Fleisch zu ver­achten.“

Graues Titelbild von Fleischmarkt

Schon seit einer Weile wollte ich das in diesem Jahr auch auf deutsch erschienene Buch des „Stars der englischen Blogger­szene“ lesen. Die Kritiken waren viel­­ver­sprechend: Schnungs­­los, polemisch und gut recherchiert sei „Fleischmarkt – Weibliche Körper im Kapitalismus“ von Laurie Penny, der be­kannten feministischen Bloggerin, so Deutschland­radio.

Wie die kapitalistische Kontrolle über den als weiblich klassifizierten Körper wirkt, ver­­an­­schau­licht Penny in insgesamt vier Kapiteln zu Sexualität, Ess­­störungen, Sex­­arbeit und (Re­pro­duk­tions-)Arbeit / Konsum. In jedem Kapitel ana­ly­siert Penny die kapi­ta­listischen und patriar­chalischen Zu­richtungen an Frauen*­Körpern mit einer bewunderns­­werten analytischen Schärfe und einer er­­frischenden Sprache.

Ich muss gestehen, dass ich beim Lesen eines Buches selten so oft auf ein und der selben Seiten „Ja, so ist’s!“ und „Nein, nein, neiiiin!“ an den Rand gekritzelt habe. Die Stärke des Buches ist sicher­lich der Tatsache geschuldet, dass Penny kein Blatt vor den Mund nimmt und sich nicht vor starken Thesen scheut. Empfehlen würde ich das Buch auf jeden Fall, denn die Ver­bindungen von Patriarchat, Körpernormen, Konsum und Kapitalismus wurden für mich nachvollziehbar dar­gestellt.

Meine Begeisterung durchlief in diesem Buch aller­dings eine schwindel­­erregende Achter­­bahn­­fahrt. (weiterlesen …)


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Endlich Feminismus 101 auf deutsch, aber keine Kekse mehr – die Blogschau

14. Juli 2012 von Helga
Dieser Text ist Teil 166 von 203 der Serie Genderissimi: Die Blogschau

Diese Woche nicht nur hier Thema war „50 Shades of Grey“. Mina hat versucht es zu lesen und befindet: Dass Mädchen ihre Wünsche ignorieren müssen, nur um mit einem Jungen zusammen zu sein, ist eine furchtbar schlechte Botschaft. Les petits Plaisirs nimmt die „Satire“ von Spiegel Online auseinander.

In Frankreich haben Sexarbeiter_innen gegen die neuen Vorschläge in der Prostitutionspolitik protestiert. menschenhandel heute berichtet.

Erst 14 Jahre aber ein großes Vorbild: Julia Bluhm hat erfolgreich ans Teenie-Magazin Seventeen appelliert, in Zukunft auf durch Photoshop verschlankte Models zu verzichten. Mehr bei den Geeksisters.

Auch die Debatte ums Betreuungsgeld und Vereinbarkeit von Familie und Beruf geht weiter. Deus ex Machina über den Wunsch nach mehr Selbstbestimmung in der Arbeitswelt und Feministmum über den Alltag mit (geschlossenen) Kinderkrippen.

Bollocks and Bitches erzählt, wie sie zur Dickenaktivistin wurde und die Vor­speisen­platte sinniert über die Sätze, mit denen schon kleine Mädchen lernen, dass Frauen sich scheiße finden müssen.

Mit Mitte 20 noch nicht verheiratet und kinderlos, aber aufs Festival jetzt nur noch mit rückenschonenden Isomatten. Sind wir schon alt oder noch zu jung, fragt Ninia LaGrande.

Die Nerd-Songwriterin Marian Call will in Eurapa touren. Die Femgeeks wissen mehr. Ein kleiner Vorgeschmack:

Rassismus im deutschen Kinderfernsehen hat Joe Dramiga in den Sankoré Schriften dokumentiert und fragt sich, ob jemand das mit einer Master-Arbeit mal genauer untersuchen möchte.

Auf die Porträtserie afrikanischer, ferministischer Bloggerinnen im Ms. Magazine verweist derblogderkleinenethnologin.

Warum „es gut zu meinen“ nicht vor Kritik schützt, wenn mensch sich sexistisch und rassistisch verhält, erklärt stop! talking. Keine Kekse für Selbstverständliches.

Nachdem der „1000 Kreuze Marsch für das Leben“ sich einen neuen Namen gegeben hat, sucht auch das Gegenbündnis „1000 Kreuze in die Spree“ ein neues Motto!

In Syrien hat der Aktivist Hussein Ghrer nun einen Hungerstreik begonnen, um gegen seine Haft zu protestieren – seit vier Monaten ist er bereits ohne Verhandlung im Gefängnis. anders deutsch erklärt sich solidarisch mit dem Aufruf von Razan Ghazzawi, die selbst vor einiger Zeit verhaftet wurde (wir berichteten).

Finally Feminism 101 ist ein guter Startpunkt, über Feminismus zu lernen – auf Englisch. Inzwischen arbeitet aber das antiblog an der Übersetzung ins Deutsche. Acht Teile sind schon entstanden, jetzt ist die Frage, welcher Text der nächste wird?!

Und nach dem Klick noch die Termine, in Wuppertal und für Informatik-Interessierte: (weiterlesen …)


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Macho-Politiker, Fahrräder und Homofeindlichkeit beim Katholikentag – kurz notiert

30. Mai 2012 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 154 von 191 der Serie Kurz notiert

Pascale Müller hat uns per E-Mail seinen_ihren Artikel “Willkommen im Mittelalter” (PDF) über die homofeindlichen Vorkommnisse beim Katholikentag geschickt, der vor einigen Tagen in Mannheim stattgefunden hat. Innerhalb der lokalen LGBTI-Szene gab es spontanen Protest, weil sich dort ein Stand des BkÄ (Bund katholischer Ärzte) präsentiert hat, der unbehelligt Homoexualität als „heilbare Krankheit“ dargestellt hat.

Im Bundestag hat der LINKE-Politiker Jan van Aken kräftig gegen FDP-Mann Martin Lindner ausgeteilt. Er schimpfte den Liberalen einen „unerträglichen Macho“, so Spiegel Online.

Konsequent und cool! Eine Pilotin einer brasilianischen Airline hat einen Fahrgast aus dem Flugzeug geworfen, weil dieser sexistische Kommentare über Pilotinnen abließ.

Die ARGE Dicke Weiber hat am 12.Mai 2012 an der Zeltstadt der Frauen in Wien teilgenommen, um öffentlich auf Gewichtsdiskriminierung aufmerksam zu machen.

Die neue Ausgabe der US-Vogue legt den Fokus auf die Olympischen Spiele in London und zeigt Sportler_innen in den Modestrecken. Damit sind immerhin verschiedene Körperformen und auch Schwarze Frauen zu sehen – leider werden die Sportlerinnen wieder einmal sehr statisch dargestellt, während die Sportler in Aktion zu sehen sind, so der Vancouver Observer.

In Köln hat ein Pfarrer einen Themengottesdienst über Sexarbeiterinnen in Deutschland gehalten. „Wir sind Menschen“ so der Titel. Auf der Webseite der Lutherkirche redet Pfarrer Mörtter über seine Beweggründe für den Gottesdienst und den kirchlich-gesellschaftlichen Umgang mit Sexarbeit.

Auf Radical Faggot findet ihr einen Artikel zu Femininitätsfeindlichkeit und queerer Solidarität.

Gazale Salame kam als Flüchtlings-Kind nach Deutschland, lebte hier bis zum Zeitpunkt der Abschiebung 17 Jahre und wurde 2005, im dritten Monat schwanger, zusammen mit der damals einjährigen Tochter Schams in die Türkei abgeschoben. In ein Land, dessen Sprache sie nicht sprach – und das nicht ihre Heimat ist. „Grund“ der Abschiebung: Die Eltern (!) von Gazale Salame hätten bei ihrer Einreise 1988 möglicherweise falsche Angaben gemacht. Eine Petition fordert eine Überprüfung dieser Entscheidung.

Die neue an.schläge ist da! Es geht wie immer um Feminismus – und um Fahhräder!

Seit 2008 ist die Genitalverstümmelung von Frauen in Ägypten verboten – wenn Ärzt_innen die „medizinische Notwendigkeit“ bescheinigen, gilt allerdings eine Ausnahmeregelung. Terre des Femmes sammelt Unterschriften gegen diese Praxis.

Und in Wien gibt es morgen abend ein queeres Stadtgespräch zu homophober und transfeindlicher Gewalt.


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