Einträge mit dem Tag ‘Sexarbeit’


Wichtige Wegbereiterinnen, weiße Feministinnen, wahre Feminazis – kurz verlinkt

30. September 2015 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 293 von 307 der Serie Kurz notiert

Deutschsprachige Links

Das geplante „Prostituiertenschutzgesetz“ soll eine staatliche Registrierung aller Sexarbeiter*innen einführen. Hydra e.V. ruft alle Kolleg*innen und Unterstützer*innen dazu auf, ihren Protest dagegen zu erklären: „Wir lassen uns nicht registrieren! Eine Zwangsregistrierung birgt die Gefahr von Outing und drängt uns in die Illegalität.“ Alle Infos in mehreren Sprachen und die Petition findet ihr auf der Webseite von Hydra e.V.

Der Wegbereiterinnen XIV Kalender für 2016, herausgegeben von Gisela Notz, ist nun da! Jeden Monat wird eine spannende Wegbereiterin vorgestellt: „Kennen Sie Nuriye Ulviye Mevlancivelek, die Gründerin der ersten muslimischen feministischen Frauenzeitschrift im Osmanischen Reich? Und wer war Germaine Tillion? Oder Lucy Parsons?“

Bei derStandard schreibt Oona Kroisleitner über geschlechtsspezifische Erfahrungen von Flucht: „Warum Flucht von Frauen anders ist„.

Nächsten April findet in Köln das 33. Internationale Frauenfilmfestival statt – Einreichungen sind ab sofort möglich.

Englischsprachige Links

Den Begriff „Feminazi“ kennen wir alle als Beschimpfung feministischer Personen. Broadly aber hat sich gefragt, was ist eigentlich mit wirklichen „Feminazis“, also rechten Frauen, die sich selbst als Feministinnen bezeichnen.

Weiße Feminist_innen möchten oft wissen, wie sie Frauen auf Color in ihren Aktivismus einbeziehen können. Warum das die falsche Frage ist, erklärt Mia McKenzie auf Black Girl Dangerous.

Das Künstler_innenkollektiv The Nest hat queere Menschen in Kenia zu ihren Lebensrealitäten und Erfahrungen befragt. Daraus entstand der fiktionalisierte, viel gefeierte Episodenfilm „Stories of our Lives“. Da in diesem nur ein winziger Bruchteil der gesammelten Narrative einfließen konnte, haben sie jetzt ein Buch herausgegeben. Für dieses gibt es auch einen wunderbaren Trailer:

afriPOP! stellt die Posterreihe „Sibahle“ vor, in der die simbabwische Künstlerin Ruramai Musekiwa großartige afrikanische Frauen feiert.

Termine in Berlin, Frankfurt/Main, Weimar

1.Oktober in Berlin: Das geplante „Prostituiertenschutzgesetz“ soll eine staatliche Registrierung aller Sexarbeiter*innen einführen. Dagegen wird ab 11.30 protestiert (Link zum Facebook-Event).

12. Oktober in Frankfurt: Schülerinnen-Demo zum Internationalen Mädchentag

Vom 12. bis 18. Oktober in Weimar: das Festival unerhört! Erste feministische Radiotage Weimar. Dort wird es u.a. Workshops, Vorträge und ein großes Abschlusskonzert geben.

20. und 21. November in Berlin: Kongress Was ist Leistung II? – Care-Arbeitsbedingungen der Frauen der Überparteilichen Frauenintitiative Stadt der Frauen e.V.

 


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Goodbye Gender, Frauen in der Computergeschichte, Hot Girls – kurz verlinkt

9. September 2015 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 291 von 307 der Serie Kurz notiert

Deutschsprachige Beiträge

Tanja Parr schrieb in diestandard eine Buchrezension zum „Goodbye Gender“ von Ivan E. Coyote und Rae Spoon.

Seit letzter Woche ist im Paderborner Heinz Nixdorf MuseumsForum die große Sonderausstellung „Am Anfang war Ada. Frauen in der Computergeschichte“ geöffnet. Sie zeigt auf 700 Quadratmetern nicht nur Leben und Leistung der ersten Programmiererin der Geschichte Ada Lovelace (1815-1852), sondern würdigt auch die Arbeiten zahlreicher anderer Frauen in der Computerentwicklung bis in die Gegenwart.

Englischsprachige Beiträge

Anna Merlan bespricht auf Jezebel den Film „Hot Girls Wanted“, der über ausbeuterische Praktiken der Porno-Industrie aufklären will, und einige seiner Hintergründe.

Im Guardian äußert sich Doris Akrap skeptisch zur aktuell gefeierten „Willkommenskultur“ in Deutschland.

Auf Many Voices berichtet die CeCe McDonald über ihre Perspektive auf Religion und Spiritualität.

 


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Suruç, heteronormative Asylpolitk und Zwangsregistrierung für Sexarbeit_innen – kurz verlinkt

22. Juli 2015 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 288 von 307 der Serie Kurz notiert

Deutschsprachige Beiträge

Die ZEIT veröffentlichte den Schlussvortrag der Rechtsanwälte Ernst Freiherr von Münchhausen, Onur Özata und Dr. Mehmet Gürcan Daimagüler im Strafverfahren gegen Oskar Groening am 14. Juli 2015.

„Auf dem Weg in eine gerechtere Gesellschaft kann wohl kaum mehr falsch gemacht werden als damit, Väter in ihrer bisherigen Interpretation ihrer Vaterrolle zu bestärken.“ – Jochen König kritisiert den Familienbericht 2015 für den Berliner Senat.

Im August findet in Helmarshausen das Bundestreffen der Initiative Schwarze Menschen in Deutschland statt. Dafür kann auch noch gespendet werden, um Menschen, die wenig Geld haben, die Teilnahme zu ermöglichen.

Seit Montag gibt es eine Online-Meldestelle (deutsch- und englischsprachig) für antisemitische Äußerungen_Angriffe in Berlin. Das Projekt, das unter anderem von der Amadeu-Antonio-Stiftung gefördert wird, hat auch zum Ziel, auf Antisemitismus im Alltag aufmerksam zu machen.

„Aggressive für Deutschland“ – das LOTTA-Magazin analysiert den Machtwechsel innerhalb der „Alternative für Deutschland“ (AfD).

„Frauen, die lange Haare haben und „weiblich“ wirken, wird ihr Lesbischsein häufig nicht geglaubt; genausowenig Frauen, die Kinder haben.“  – in einem Interview mit dem Tagesspiegel berichtet LesMigras-Mitarbeiterin Saideh Saadat-Lendle über die Situation lesbischer und schwuler Geflüchteter in Deutschland.

„Die Zwangsregistrierung für Prostituierte gab es zuletzt 1939.“: Bereits im Juni hat die Jungle World ein Interview mit Juanita Henning, Vorsitzende der Organisation Doña Carmen, zum geplanten und perfide betitelten Prostitutiertenschutzgesetz geführt.

Dr. Jamie Pax Abad hat einen Erfahrungsbericht und weitere Informationen zur Vornamensänderung in ausschließlich geschlechtsneutrale Vornamen nach dem Namensänderungsgesetz für Personen, die sich ausserhalb der binären Geschlechterkategorien identifizieren, zusammengestellt (PDF).

Noah Sows „Deutschland Schwarz Weiss“ ist seit gestern auch in neuester, überarbeiteter Version als E-Book erhältlich.

Englischsprachige Beiträge

Bei einem Bombenanschlag in der türkischen Grenzstadt Suruç wurden am Montag mindestens 32 Aktivist_innen, die einen Hilfseinsatz in Kobane (Syrien) geplant hatten, getötet und über 100 Menschen verletzt. Die New York Times, Neues Deutschland und Publikative.Org berichten über die Geschehnisse und Hintergründe. Trauer- und Protestdemonstrationen wurden derweil in der Türkei massiv von der Polizei angegriffen.

Über die spezifische Rolle weißer Frauen bei der Aufrechterhaltung von Rassismus schreibt der Atlanta Black Star.

„Vier Dinge, die du deinen Kindern genau jetzt zu Rassismus beibringen solltest“: Black Girl Dangerous listet sie auf.

BBC News berichtet über die britische Politikerin Liz Kendall, die sich gegen das Boulevard-Blatt Mail on Sunday wehrt, das sie nach ihrem Gewicht fragte: „Can you imagine the Mail on Sunday asking the weight of the prime minister, George Osborne or any other leading politician?“

Termin in Göttingen

31.07. in Göttingen: SchwarzRund liest im Kabale: Quasi, Schwarzer Frost und Poesie (Facebook-Link).


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40 Jahre Internationaler Hurentag

2. Juni 2015 von Anna-Sarah

Heute vor 40 Jahren haben Sexarbeiter_innen eine Kirche im französischen Lyon besetzt, um auf ihre Situation – vor allem auch staatliche Repressalien, Polizeigewalt etc. – aufmerksam zu machen. Dieses Datum gilt als wichtiger Moment der Sexarbeiter_innenbewegung. Seit 1975 ist daher der 2. Juni der Internationale Hurentag/Internationale Sexarbeiter_innen Tag.

no-racism.net schreibt dazu:

Am 2. Juni 1975 streiken Sexarbeiterinnen in Frankreich und bezeichnen in diesem Zusammenhang den Staat als den größten Zuhälter. 150 Frauen besetzen 10 Tage lang die Kirche Saint-Nizier in Lyon und schaffen damit eine internationale Öffentlichkeit für ihre Situation und ihre Forderungen. Als Aktionskollektiv wenden sie sich gegen die staatliche Diskriminierung und gegen polizeiliche Repressionen, die vorgeblich dem Kampf gegen Zuhälterei dienen sollen: ständige Kontrollen und Verhaftungen, Beleidigungen, Schikanen, unverhältnismäßige Strafen, willkürliche Steuerbescheide sowie Tatenlosigkeit der Polizei gegenüber Morden, Misshandlungen und anderen Formen von Gewalt gegen Sexarbeiterinnen. Die Sexarbeiterinnenbewegung von Lyon wehrte sich damit auch gegen die Stigmatisierung von SexarbeiterInnen und gegen die staatlich institutionalisierte Doppelmoral.

Wie Verena hier bei uns im Blog anlässlich des Internationalen Hurentags 2010 schrieb, demonstrieren an diesem Tag Sexarbeiterinnen weltweit gegen Diskriminierung ihres Gewerbes und verteilen Kondome, Informationen für alle und Ratschläge für Freier. Seit 2001 gilt ein roter Regenschirm als Symbol des Widerstandes gegen Unterdrückung und Diskriminierung.


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Frauenkampftag, Germany’s Next Top Model und Punk – die Blogschau

7. März 2015 von accalmie
Dieser Text ist Teil 270 von 290 der Serie Die Blogschau

Die trans*geniale f_antifa ruft zum Inter*- und Trans*-Block auf der Demonstration zum Frauenkampftag in Berlin auf und kritisiert die mangelnde Intersektionalität des Demonstrationsaufrufs des Organisationsbündnisses. Treffpunkt des Inter*- und Trans*-Blocks sowie des Sexarbeiter_innen-Blocks ist morgen, 8. März, an der Ecke Rosa-Luxemburg-Str. / Hirtenstr. (vor dem Kino Babylon), um 13 Uhr.

Die Stiftung Zurückgeben (Stiftung zur Förderung jüdischer Frauen in Kunst und Wissenschaft) gab ihre Stipendiatinnen des Jahres 2015 bekannt, deren Projekte mit insgesamt 30.000 Euro gefördert werden.

Noah Sow plädiert für mehr Kontinuität und gegen vermeidbare Unterbrechungen in der Community-Arbeit.

10 Jahre Germany’s Next TopmodelCandy Techno schreibt über die „Lieblingsorgie des Neoliberalismus (= Castingshow)“, Paris Teilnahme, Cisnormativität und Empowerment.

Ein Fest queerer Femininitäten: In Wien fand die Veranstaltung „Purrr! _Femme!-ance!: Queer Feminities in Action“ statt – Sugarbox berichtet.

Punk ist nicht nur was für heterosexuelle, weiße Typen In_Frage_Stellen: Musik stellt den Comic von Suzy X vor.

Genderfail analysiert die „Hart aber fair“-Sendung zum Thema „Gender Mainstreaming“ und resümiert, dass die Ausgabe „eine Machtdemonstration par excellence und ein Tiefpunkt des Journalismus im öffentlich-rechtlichen Fernsehen“ war.

Die Initiative Schwarze Menschen in Deutschland (ISD) fordert Gesetzgeber_innen in Bund und Ländern zur Streichung des Begriffs „Rasse” aus dem Grundgesetz, den Landesverfassungen und allen Gesetzestexten auf.

Die Bundesagentur für Arbeit plant offenbar, soziale Medien mithilfe eines Social Media Monitoring-Programms auszuwerten und so die Aktivitäten von bestimmten Personen, die zum Beispiel Kritik an Hartz IV oder der Bundesagentur üben, gezielt verfolgen und potenziell sanktionieren zu können. Christel T.’s Blog analysiert dieses Vorhaben und bereits vergangene Vorfälle.

Habt ihr diese Woche etwas geschrieben, gezeichnet oder aufgenommen, das hier nicht verlinkt wurde? Kennen wir eure tolle Webseite/tollen Blog etwa noch gar nicht? Dann ab damit in die Kommentare. Regelmäßig verlinken wir Text_Wissens_Produktionen aus dem deutschsprachigen Raum.


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Mehr Zwang und Kontrolle statt Selbstbestimmung in der Sexarbeit – Union und SPD einigen sich auf Reform des Prostitutionsschutzgesetzes

4. Februar 2015 von Nadine

Menschenhandel zum Zweck der sexuellen Ausbeutung und sogenannte „Zwangsprostitution“ sei durch das 2002 von der rot-grünen Regierung verabschiedete Prostitutionsschutzgesetz nicht eingedämmt, sondern befördert worden. So zumindest die Meinung der Regierungskoalition von Union und SPD. Bereits im vergangenen Sommer hatten sich die Parteien auf eine Novellierung des Gesetzes verständigt, das in seiner geplanten Änderung unter anderem eine Anmeldepflicht für Sexarbeiter_innen, eine Kondompflicht für Freier, eine Heraufsetzung des Mindestalters von 18 auf 21 für Sexarbeiter_innen und Zwangsuntersuchungen vorsah. Zum damaligen Zeitpunkt gab es bereits Kritik am Eckpunktepapier, z.B. vom Berufsverband Sexarbeit und dem Deutschen Juristinnenbund und vor kurzem einen Offenen Brief von Verbänden und Beratungsstellen an die Bundesregierung. Offensichtlich ohne großen Erfolg.

Gestern Abend haben sich Vertreter_innen der Koalitionen geeinigt. Die „angenehmen“ Ergebnisse zuerst: Es wird keine Zwangsuntersuchungen geben und das Mindestalter wird auch nicht heraufgesetzt. Trotzdem sind die Pläne mit Pferdefüßen versehen. Statt der verpflichtenden gesundheitlichen Untersuchungen, müssen sich Sexarbeiter_innen nun einmal jährlich zu einer gesundheitlichen Beratung melden. Und es gibt Sonderauflagen für unter 21-Jährige, die in der Sexarbeit beschäftigt sind. Sie müssen doppelt so häufig zu den Beratungen, die gleichzeitig Voraussetzung für die Anmeldung sind. Während sich jüngere jedes Jahr neu anmelden müssen, ist dies für über 21-Jährige alle zwei Jahre vorgesehen.

Betreiber_innen von Bordellen und Clubs, die kostenpflichtige sexuelle Dienstleistungen anbieten, benötigen in Zukunft nicht nur einen Gewerbeschein, sondern eine besondere Erlaubnis zum Betrieb. Damit soll nach Meinung der Regierung sichergestellt werden, dass an diesen Orten kein Menschenhandel zum Zweck der sexuellen Ausbeutung stattfindet und sichere Arbeitsbedingungen vorherrschen. Selbstorganisationen, Aktivist_innen und Verbände kritisieren allerdings, dass noch völlig unklar ist, welche Arbeitschutzrichtlinien gelten sollen oder ob es einen Bestandsschutz für bestehende Wohnungsbordelle geben wird. Außerdem täten Menschenhändler alles dafür, einen legalen Eindruck zu erwecken, zur Prostitution gezwungene Menschen würden ordnungsgemäß angemeldet und führten Steuer ab, heißt es von Seiten der Verbände.

Weiterhin wird eine Kondompflicht für Freier eingeführt, die nicht mit Bußgeldandrohungen für Sexarbeiter_innen verbunden sind. Trotzdem ist unklar, wie Verstöße kontrolliert und sanktioniert werden. Die Bundesregierung will die Umsetzung des Gesetzes komplett in die Verantwortung der Länder übergeben.

Cornelia Möhring, frauenpolitische Sprecherin der Bundestagsfraktion der Linken, fand heute deutliche Worte:

„Unter dem Vorsatz, den Menschenhandel zu bekämpfen, hat die Koalition sich auf Kernpunkte eines Prostituiertenschutzgesetzes verständigt, das diverse Maßnahmen vorsieht, um den staatlichen Zugriff auf den Bereich sexueller Dienstleistungen auszuweiten. SexarbeiterInnen werden durch das Gesetz nicht etwa geschützt, sondern vielmehr entrechtet und in ein Schattendasein zurückgedrängt, in dem sie verstärkt Ausbeutung und Gewalt ausgeliefert sind. Die vorgesehenen Maßnahmen sind Ausdruck der fortdauernden Stigmatisierung von Prostituierten“

Fraglich bleibt, ob das Gesetzesvorhaben in seiner jetzigen Form überhaupt legal ist. In den Niederlanden scheiterte die Anmeldepflicht für Sexarbeiter_innen am Datenschutz. Auch der Deutsche Juristinnenbund äußerte Bedenken, ob die Pläne der Regierung überhaupt verfassungskonform seien (siehe Stellungnahme und Offener Brief oben).

In den Diskussionen um die Neuerung des „ProstSchG“ von 2002 hatten Sozialarbeiter_innen, Sexarbeiter_innen und Aktivist_innen immer wieder betont, dass Zwang und Kontrolle zu einer weiteren Verschärfung der Arbeits- und Lebensbedingungen der Menschen führt, die in der Sexarbeit tätig sind, egal ob freiwillig, legal oder per Zwang und/oder illegalisiert. Der Ausbau von und die finanzielle Ausstattung freiwilliger Angebote, Beratungsstellen, aufsuchender Sozialarbeit, Notunterkünfte und soziale wie rechtliche Absicherung von in der Sexarbeit tätigen, müssten im Vordergrund stehen.


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Dickes_Fettes Empowerment, Nice-Guy-Seximus und Asylpolitik – kurz verlinkt

14. Januar 2015 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 267 von 307 der Serie Kurz notiert

Deutschsprachige Links

Magda spricht im Interview mit Raum für Notizen (ALEX Berlin) über Dickenfeindlichkeit, Queer_Feminismus und das Musikmachen.

Wenn rechtspopulistische Kreise gewinnen: Zu den Debatten um Sexualpädagogik und Antidiskriminierung“ schreibt Heinz-Jürgen Voß auf Das Ende des Sex.

kritisch-lesen.de hat ein Interview mit der Wissenschaftlerin und Aktivistin Silvia Federici übersetzt und veröffentlicht. Es geht um Care-Arbeit und ihren Stellenwert in emanzipatorischen Debatten.

Und noch ein tolles Interview: Christine Stonat von Weird hat mit Künstler_in Yori Gagarim über seine_ihre Arbeit gesprochen.

Interview Nr. 4 in der heutigen Linksammlung: ein kurzes Gespräch mit Undine de Rivière, Pressesprecherin des Berufsverbandes erotische und sexuelle Dienstleistungen, hat Anne Hünninghaus für pressesprecher.com geführt.

Fußballschiedsrichterin Bibiana Steinhaus ist vergangene Woche zur Weltschiedsrichterin gewählt worden, berichtet die HAZ. Herzlichen Glückwunsch!

Das Migazin erläutert, welchen Einfluss die angestrebten Staatsverträge mit muslimischen Religionsgesmeinschaften in Berlin und Niedersachsen auf das Kopftuchverbot für Lehrerinnen haben könnten.

Der rbb berichtet: Hunderte Geflüchtete protestierten jahrelang in Berlin gegen die deutsche Asylpolitik – auf dem Oranienplatz und in einer besetzten Schule. Im vergangenen Jahr sagte der Senat ihnen eine umfassende Prüfung ihrer Einzelfälle zu. Das vorläufige Ergebnis: Nur drei der Geflüchteten erhalten Bleiberecht. (Siehe dazu auch unser Dossier Asyl, Flucht und Protest.)

„Charlie Sein oder Nichtsein?“ – die Süddeutsche Zeitung trägt Stimmen zusammen.

Englischsprachige Links

Ein sehr beeindruckender Poetry Slam von drei Teenagern, die in 3,5 Minuten (fast) alle Themen auf den Tisch packen: Armut, Rassismus, Ausbeutung, Homofeindlichkeit und (sexualisierte) Gewalt.

Vom 15. bis 21. Juni findet das ShanghaiPRIDE Film Festival statt. Beiträge können eingereicht werden!

Michael Tedder schreibt bei Pitchfork über „Nice Guy“-Sexismus im (Alternative/Indie)Rock – propagiert auch von dem extrem erfolgreichen Popmusiker Ed Sheeran.

Unterschiede in medialen Berichterstattungen zu den Anschlägen in Paris und den Anschlägen in Nigeria kommentiert Matt Schiavenza bei The Atlantic.

Termine in Berlin und Frankfurt am Main

15.01. in Berlin: „„…dass Frauen da nicht viel zu sagen haben und eigentlich an den Kochtopf gehören.“ – Geschlechterstereotype im Blick auf das Netzwerk des NSU“: NSU-Watch lädt ein zu einer Diskussionsveranstaltung im Projektraum/Hermannstr. 48 (Facebook-Link).

17.01. in Berlin: „Oury Jalloh – Oranienplatz – Ohlauer Strasse. The Impact of European Refugee Policy in Europe„. Anlässlich des zehnjährigen Jahrestages des Todes von Oury Jalloh findet eine szenische Lesung von The Most Unsatisfied Town von Amy Evans und eine Podiumsdiskussion statt.

22.01. in Berlin: Lesung der senegalesischen Schriftstellerin Ken Bugul. (FB-Link)

30.01. in Frankfurt: Storytelling Salon – Vier Geschichten über „Bewegung“: Eine Auftaktveranstaltung zum dritten Black History Month in Frankfurt.


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Die Mär von solidarischer Umverteilung und warum Toleranz scheiße ist – die Blogschau

15. November 2014 von Nadia
Dieser Text ist Teil 262 von 290 der Serie Die Blogschau

Deutscher Patriotismus und warum der 9. November kein Tag zum Feiern ist/war: Dazu gab es einen Text auf Spunk, dem Blog der Grünen Jugend.

Hengs erstes Zine-Projekt „My Body, My House“ ist online.

Respect my Fist stellten Überlegungen zu Freiheitskonzepten, Schwesterlichkeit und Wir-Bezügen an.

Toleranz? Toleranz ist scheiße, sagt sanczny.

Freiwillige, solidarische Umverteilung? Clararosa nimmt ein Ideal unter die Lupe.

Es gibt ein neues Classmatterszine, tada!:

Ein Interview zu Sexarbeit und Mutterschaft führte umstandslos.

Maisha Eggers schrieb über Schwarze Frauen im ‚Shondaland‘ und die feministische Kulturpolitik einer digitalen Diaspora.

Schutzräume nur „für Frauen*“ – wer ist willkommen, wer nicht? Ein sehr lesenswerter Text (zu einem immer noch aktuellen Thema) dazu erschien auf progress-online.

Querulant_ins erste Lesetour in Audio und Bild gibt es hier zum Angucken und Anhören.

Habt ihr diese Woche was geschrieben, gezeichnet oder aufgenommen, das hier nicht verlinkt wurde? Kennen wir eure tolle Webseite/tollen Blog etwa noch gar nicht? Dann ab damit in die Kommentare. Jede Woche verlinken wir Text_Wissens_Produktionen aus dem deutschsprachigen Raum.


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Rosa Ballons – Feminismus ins Parlament?

15. September 2014 von Gastautor_in

Frederik bloggt auf  Techno Candy und twittert auch. Kürzlich crossposteten wir hier seinen Text über Die Kulturhete. Tusch und Trommelwirbel:  Frederik wird hier nun häufiger etwas veröffentlichen!

Am Sonntag wurde in Schweden die Abgeordneten des Riksdag gewählt, außerdem die Regierungen der Länder und Kommunen. Die feministische Partei F! (Feministiskt Initiativ) schaffte die benötigten 4% nicht, um ins Parlament zu kommen, hat aber vor allem im letzten Jahr ohne finanzielle Ressourcen viele Menschen mobilisiert und ihre Mitgliederanzahl fast verzehnfacht.

Postergesicht war und ist immer noch vor allem Gudrun Schyman, die früher Chefin der Linkspartei war und 2005 den Schwerpunkt auf Feminismus legen wollte und mit anderen Feminist_innen zusammen F! gründete.

Die Partei, deren Kraft und Reichweite vor allem von ihren über 20 000 Mitgliedern und noch mehr nicht-organisierten Aktivist_innen kommt, mobilisierte mit für Parteipolitik ungewohnten Mitteln: Gudrun persönlich und viele andere reisen durchs Land und veranstalten Homeparties, bei denen sie Interessierten eine Einführung in ihre Analyse geben: Gudruns Vortrag, den ich gesehen habe, beginnt z.B. mit Ökonomiekritik, schwappt in Feminismus, streift LGBT*-Rechte und Umweltfragen und hebt die Rolle von Rassismus in den Machtgefügen hervor. Für viele was dabei. Außerdem claimt F!, dass große Teile des schwedischsprachigen Netzfeminismus aus ihrer Bewegung gewachsen seien, mischt in Debatten mit und organisiert politische Eyecatcher im öffentlichen Raum.

F! steht für feministische Selbstverständlichkeiten, die aus den aktivistischen Ecken und Nischen in die Mainstreamdebatten gepusht wurden: Alte weiße Männer wissen nicht Bescheid über unsere Leben, deshalb sollen weiße und rassifizierte Frauen, cis und trans Personen, queers und LGBT*I über ihre Körper und Leben selbst entscheiden dürfen. Von Menschenrechten ist oft die Rede, und dass diese endlich „für alle“ gelten sollen. Es geht in den großen Reden um Liebe und eine Welt ohne Grenzen. Am besten: Liebe kennt keine Grenzen. Ich sitze bei meiner Recherche für diesen Text vor unzähligen Videos, Texten und Tweets, die mich zu Tränen rühren und deren rosa-Ballon-Ästhetik mein Herz ganz weit aufreißen und mit Zuckerwatte vollstopfen will. Ja, ich bin auch ein rosa Ballon! Lasst mich mit euch fliegen! (mehr …)


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Geschlechtseintrag in der Geburtsurkunde, feministische Sprachinterventionen und Women in Exile – kurz verlinkt

24. Juli 2014 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 249 von 307 der Serie Kurz notiert

deutschsprachige Links

Über die in Österreich „fehlenden Töchter in der Forschung“ schreibt dieStandard.  Dort wird zum einen aufgezeigt, wie lange Frauen wissenschaftliche Karrieren verunmöglicht wurden und die, die sich trotzdem durchsetzten, nachträglich unsichtbar gemacht wurden. Darüberhinaus ein wichtiger Aspekt: Viele der wissenschaftlichen Vorreiterinnen waren Jüdinnen, die verfolgt und ermordet wurden.

Vor 150 Jahren wurde Ricarda Huch geboren. Das Deutschlandradio Kultur erinnert an die Historikerin und Schriftstellerin.

Die taz findet, wer sich an „Babyspinat-Mangold-Smoothies gewöhnen [kann], [wird] sich mit der Zeit auch an neue Sprachformen gewöhnen“. Und auch bei derStandard geht es um feministische Sprachinterventionen und den Widerstand gegen diese. Im Interview spricht Sprachwissenschaftlerin Claudia Posch über (un)ästhetische Binnen-I-s und Sprachnormierungen.

Ein kurzes Interview mit der Modebloggerin und Aktivistin Alexandra Sandkühler zu Fat Empowerment und Fat Acceptance beim Freien Radio.

Dritte Option berichtet, dass am 28. Juli 2014 soll ein Antrag auf Änderung einer Geburtsurkunde eingereicht werden, die den Geschlechtseintrag “inter*/divers” enthalten soll.

Die taz schreibt über die Arbeit von Women in Exile und stellt dabei auch drei der Aktvistinnen vor: Damarice Okore, Elisabeth Ngari und Fatuma Musa.

Termine in Berlin und Hamburg:

1. bis 3. August in Berlin: LAD.I.Y.FEST Berlin 2014. (FB-Link)

2. August in Hamburg: Queer Flora Party.

8. bis 10. August in Hamburg: MISSY-Konferenz: Fantasies that matter. Images of Sexwork in Media and Art.

 


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