Einträge mit dem Tag ‘Sex’

Ohne Glanz und Glamour

Monday, May 26th, 2008 von Anna
Dieser Text ist Teil 2 von 8 der Serie Auf einen Kaffee mit Anna

Katrin hat ja vor ein paar Wochen schon auf die Ausstellung „Ohne Glanz und Glamour - Prostitution und Frauenhandel im Zeitalter der Globalisierung” hingewiesen, die ich mir letzte Woche dann auch angesehen habe:

Die Ausstellung findet im „Ökumenischen Frauenzentrum Evas Arche“ in Berlin statt. Das Frauenzentrum ist sehr interessant, es ist in einer normalen Altbauwohnung untergebracht, man hat mehr das Gefühl, jemanden zu besuchen, denn zu einer öffentlichen Ausstellung zu gehen. Es gibt eine Küche, zwei Büros, einen Meditationsraum und zwei große Konferenzzimmer, in denen die Ausstellung stattfindet. Hier hängen rundum verschiedene Informationstafeln mit sehr eindrücklichen Texten und Bildern. Es beginnt mit einer allgemeinen Darstellung von Prostitution, geht weiter über Menschenhändler, Schleuser und Zwangsprostitution bis zur Beantwortung der Frage „Was tun?“. Besonders gefallen hat mir die Tatsache, dass explizit die Freier angesprochen wurden. Und zwar nicht mit Schuldzuweisungen, sondern mit einem Appell an ihre Verantwortung. Freier tragen Verantwortung und sie werden ermutigt, der Polizei einen (anonymen) Hinweis zu geben, wenn sie Zwangsprostitution vermuten. Durch den Mut einiger Freier konnten so in der Vergangenheit schon zahlreiche Frauen befreit werden.

(C) Eva Hillreiner, www.evahillreiner.de

Während ich so lese, kommen mir die Gedanken, die ich früher oder später immer habe, wenn ich mit dem Thema Prostitution konfrontiert bin. Ich hatte sie an der Reeperbahn, ich habe sie, wenn ich in Berlin durch die Oranienburger Straße laufe, ich habe sie, wenn ich Dokumentationen über Bordelle sehe und ich habe sie in dieser Ausstellung. Ich denke darüber nach, wie mächtig Sex ist. Und ich frage mich, wie Sex so wichtig sein kann, welches Gewaltpotential er in sich trägt und wie er Menschen dazu verleitet, anderen gar Unmenschliches anzutun.

Ich würde gerne wissen, warum der Sex dieses Potential fast nur bei Männern entfaltet. Warum fast nur Männer vergewaltigen. Liegt es an der körperlichen Überlegenheit? Würden Frauen auch vergewaltigen, wenn sie könnten? Würden Frauen zu männlichen Huren gehen? Würde der Sex im Leben von Frauen den gleichen Stellenwert einnehmen, wie er ihn im Leben mancher Männer hat, wenn wir ihn leichter bekommen könnten?

Ich habe gern Sex, er macht Spaß und ist definitiv ein guter Zeitvertreib, vielleicht der beste. Aber der Gedanke, dass ich ein Anrecht darauf haben sollte, dass ich, wenn ich keinen bekomme, Geld dafür bezahlen würde, ihn zu kriegen, ihn mir vielleicht auch mit Gewalt nehmen würde, der ist mir absolut fremd. Ich weiß, dass das auch vielen, vielleicht den meisten Männern so geht, aber es scheint trotzdem so zu sein, dass Sex, das Anrecht auf Sex, für Männer meist eine größere Rolle spielt als für Frauen.

Ist das nur die Sozialisation? Oder einfach die Tatsache, dass sie es eben können? Oder beides?

Gibt es darauf überhaupt eine Antwort?

Frauen, die pfeifen

Thursday, April 17th, 2008 von Barbara

Die Süddeutsche Zeitung veröffentlichte diese Woche wieder einen Text über Lady Bitch Ray.

“Man muss nicht aussehen wie eine Eule, um für Frauenrechte zu kämpfen”, sagt sie, und dass sie eine Feministin der neuen Generation sei - der nach Alice Schwarzer.

Lady Bitch Ray lobt Charlotte Roches Buch “Feuchtgebiete”. Sie meint, sie lasse sich von keinem Mann etwas sagen. Auch die Münchner Abendzeitung entdeckt Frauen, die derbe sind, Frauen, die auf sich aufmerksam machen, die “pfeifen” - und Frauen, denen dafür nicht der Hals umgedreht wird. Sie kaufen Sexspielzeug und verfassen erotische Manuskripte:

Seit Wochen etwa wird Verlegerin Claudia Gehrke mit Frauen-Manuskripten überschwemmt, die aus schlüpfrigen Emails oder Aufzeichnungen aus Chatrooms bestehen. „Das anonyme Chatten daheim lässt die Schamgrenzen fallen. Plötzlich schreiben Frauen auf, was sie wirklich denken und fühlen“, sagt Gehrke, die seit den 80er Jahren eine erotische Literatursammlung für Frauen („Das heimliche Auge“) herausgibt, „sie formulieren vulgärer, expliziter. Der direkte Zugriff bringt mehr Lust als kuschelige Umschreibungen“.

Und auch die Welt hat die Frau als sexuelles Wesen entdeckt.

Gute Frage

Monday, February 11th, 2008 von Susanne

Kann Feminist sein, wer nach eigenen Angaben schon mit 9.000 Frauen im Bett war?

Jack Nicholson sagt: Ja.

In Indien tanzen die Kondome!

Thursday, January 10th, 2008 von Meredith

In Indien ist Kondomwerbung noch nicht zu einer langweiligen Pflichtübung von Gesundheitskampagnen degeneriert. Nachdem die Dinger dort noch nicht allzu populär sind, müssen sich Hersteller richtig ins Zeug legen. So wie die Kondomfirma Nirodh, die - allerdings vor einer ganzen Weile - ein richtiges kleines Gummimusical produziert haben. Ein rosafarbenes, ein gelbes und ein blaues Kondom-Männchen ziehen durch Indien und erklären den Menschen, warum sie ihre Freunde sind.

Und jetzt alle zusammen: “Never forget me, I am Nirodh, gay people must use me too.”

Via Jezebel

“Scheinheiligkeit wird institutionalisiert”

Thursday, December 13th, 2007 von Susanne

Heute in der Tageszeitung: Ein Gespräch mit der Sexualhistorikerin Dagmar Herzog von der City-University New York. Herzog spricht über die für heute geplante Verschärfung des Sexualstrafrechts, die im letzten Moment wegen “weiteren Beratungsbedarfs” abgesagt wurde.

In Bildern: Das denkt die Welt (4)

Thursday, December 13th, 2007 von Susanne

Über Flickr

Augen auf: Aids

Saturday, December 1st, 2007 von Susanne

Heute ist Welt-Aids-Tag. Anlass, sich mal wieder etwas ausführlicher Gedanken über das eigene Sexualverhalten zu machen. Aids wird von vielen nur noch als Problem der anderen wahrgenommen, so wird der Umgang mit dem Thema Verhütung sorgloser. Deswegen ist Aids auch in Europa immer noch ein ernst zu nehmendes - und vor allem ein vermeidbares - Problem. Seit 2001 stecken sich jährlich wieder mehr Europäerinnen und Europäer mit dem HI-Virus an.

Dieser Tag soll aber auch Anlass sein, sich mit aidskranken Menschen aus aller Welt zu solidarisieren. Vor allem unter Frauen sind die steigenden Aids-Zahlen erschreckend. In Teilen Afrikas sind mittlerweile 60 Prozent der Aids-Kranken Frauen. Wer sich engagieren möchte, kann das zum Beispiel bei der Deutschen Aidshilfe oder der Deutschen Aids-Stiftung.

Benutzt Kondome!!