Einträge mit dem Tag ‘Sex sells’


x-treme unscharf

16. November 2010 von Verena

Mit ihrer neuen Werbekampagne, dessen Plakat sich auf der Internetseite des Herstellers auch als Wallpaper runterladen lässt, hofft eine gewisse Chips-Marke wohl auf einen besonders heißen Reifen.

Auch nicht besser, dass sie über gewisse ‘Frauenportale’ wie Erdbeerlounge Empfehlerinnen suchen, die den “scharfen Knabberspass” testen sollen. Dafür wird sogar Prosseco spendiert. Trinkt die rasante-Hotpants-Motorradbraut denn kein Bier?


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I ♥ Charlotte Roche

15. November 2010 von Verena

Sex sells, dass weiß auch Charlotte Roche und bietet Bundespräsident Christian Wulff ihren Körper für den guten Zweck an. Im Spiegel verlangt sie als Gegenleistung, die staatsoberhauptliche Verweigerung des Atomvertrags. Setzt Wulff nämlich nicht seine Unterschrift unter den Gesetzesentwurf zur Verlängerung der AKW-Laufzeit, ist erst mal Schicht im Atomschacht.

Roche ist Attac-Mitglied und inzwischen auch in der Anti-Atom-Bewegung aktiv. Von den Globalisierungsgegnern war sie zu den Castor-Demonstrationen ins Wendland eingeladen worden und hatte dort an einer Kundgebung teilgenommen. ‘Es reicht nicht, einfach nur dagegen zu sein’, sagte Roche. ‘Man muss das auch öffentlich zeigen – und die Leute im Wendland sehen, die betroffen sind.’

Eine schöne Idee, zumal die Roche mit ähnlichen körperlichen Attributen punkten will wie Wulffs Ehefrau Bettina: “Ich habe auch Tattoos”. Roches ironische Charme-Offensive dürfte aber wahrscheinlich nicht jede_r toll finden. Zum Beispiel die Welt, wo es heißt:

Charlotte Roche, die sich wegen ihres Machwerks “Feuchtgebiete” für eine wichtige Person der Zeitgeschichte hält. Neben dem Sex hat sie die Atomenergie entdeckt und in Gorleben dagegen protestiert. Nun will sie gar dem armen Bundespräsidenten Wulff eine Nacht mit ihr schenken – wenn er den Atomvertrag nicht unterzeichnet. Merke: Die Zeiten, in denen Bildung und Klugheit die Erfolgreichen auszeichneten, sind vorbei. Wulff sollte aus putativer Notwehr schnellstens unterschreiben.


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Maskiert oder doch lieber stereotyp in Unterwäsche?!

30. Oktober 2010 von Verena
Dieser Text ist Teil 59 von 158 der Serie Genderissimi: Die Blogschau

Die Denkwerkstatt veröffentlicht den zweiten Teil des Interviews mit der Literaturwissenschaftlerin Anna Babka. Es geht um Binnen-I, Unterstrich und andere Sprachreinheiten.

Girls Can Blog wirbt für die Onlineumfrage der FH Bielefeld zum Forschungsprojekt „Migrantinnen in Führungspositionen“

Bei scienceblogs wird Bingo! gerufen. Die liebsten Bullshit-Argumente zur geschlechterneutralen Sprache wurden da zusammen getragen. Das ein oder andere habe ich doch schon mal irgendwo gehört…

Den Protest “1000 Kreuze in die Spree” gegen die im September in Berlin versammelten Abtreibungs-GegnerInnen kommentiert Koerpermacht, zusammen mit diesem Video

Antje Schrupp liest Angela McRobbie und stellt der postfeministischen Makerade ein paar grundlegende Fragen.

In eine ähnliche Richtung denkt Nana Adusei-Poku auf stylemag.net aktuelle Popmusikerinnen und ihren Popporn betreffend.

standard.at berichtet über den Wahlsieg Susana Villarán als erste Bürgermeisterin Limas

Die Klamottenmarke Diesel hat eine neue Unterwächenkampagne, der sounds-like-me mal auf den heterosexuell normierten Hintern blickt.

Für eine bessere Vernetzung der (weiblichen) Websphäre listen wir jede Woche auf, was unsere deutschsprachigen Kolleginnen und Kollegen über die Woche so melden und tun. Wenn du selbst ein Blog zu Gender- und Feminismusthemen hast, sag unter post(at)maedchenmannschaft.net Bescheid.


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Tu IHN unten rein

27. Oktober 2010 von Verena

Fragwürdiges Merchandising betreiben die Stuttgart-21-Befürworter, wie Dora Asemwald freundlicherweise in ihrem virtuellen Tagebuch kommentierte. Danke Dora!

Auf einem weißen T-SHirt, das die Stuttgart-21-Befürworter am Rande einer Demonstration verkauften, ist der Umriss einer knienden Frau zu erkennen, die eine Handbewegung macht, als würde sie sich einen wie auch immer gearteten Gegenstand einführen.

Vielleicht kann jemand Doras Fragen, ‘wen’ und ob ‘hinten’ oder ‘vorne’ beantworten?


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Nicht Gott schenkte uns Brüste, Hugh Hefner wars…

14. Juni 2010 von Verena

Die Zeiten ändern sich. Weibliche Brüste auch. Zumindest, wenn man dem Playboy glauben will, der eine nostalgische Rückschau auf Busenformen und Brustwarzen-Stile im Lauf der Jahrzehnte zeigt. Jezebel-Autorin Margaret Hartmann hat sich dort mal umgesehen und entdeckt, dass die Nachkriegsbrust „natural, wholesome, fun“ war, während man in den 60er Jahren als Reaktion auf den angespannten Ost-West-Konflikt und seiner atomaren Bedrohung gerne Raketen-Brüste in Szene setzte. Die kamen in den 70ern aber wieder schnell aus der Mode, da, dank feministischer Bewegung und Büstenhalter-Scheiterhaufen, der Busen auch mal hängen durfte. Wow, es lebe die Vielfalt – so lange sie nackt und in Verbindung mit einer schlanken Blondine daher kommt, wie Hartmann bemerkt

Was  die Autorin aber wirklich nervt: Weibliche Brüste gibt es seit jeher in allen erdenklichen Erscheinungsformen. Bloß gäbe der Pin-Up Markt vor, welche gerade in Mode sind und schon müssen sich alle anderen Brüste als unmodern aussortieren lassen. Nicht die Launen der Natur entscheiden, wie Frauen nackt auszusehen haben, Hugh Hefner tut es. Mit kleinen Brüsten warst du in den 50er Jahren uninteressant, große Brüste hatten in den 90ern kein gutes Standing. Wer denkt, dass der Einfluss von Playboy und Co. sich doch in Grenzen halte, dem erzählt Hartmann die Geschichte ihrer in den spitz-aufgerichteten 60ern verwurzelten Mutter, die sich nur schwer damit abfinden konnte, dass die Brüste ihrer Tochter „zu rund“ seien.

Ferner ist Hartmann der Meinung, kein Körperteil werde so obsessiv bewertet, wie die weibliche Brust. Naja, die Big-Butt-Revolution, die einst Jennifer Lopez auslöste hat sich genauso in den Schönheitsidealmaßen nieder geschlagen, wie der metrosexuelle David Beckham auf die Jungs aus Wanne-Eickel. Und auch wenn es keine offensichtlichen Diskussionen um den Ideal-Penis gibt, die Size-Matters-Frage hat durchaus so ihre Anhänger – auch wenn deren Beantwortung seit den 50ern weniger abwechslungsreich war als die Playboy-Cover

Hartmann findet die Idee von In-Körperformen nicht nur verrückt, weil es nun mal nicht im geringsten abbilde, wie Menschen wirklich aussehen sondern auch, weil es oft nicht das repräsentiere, was Menschen anziehend fänden. Nur weil der Playboy die Dekade der kleinen Brüste feiere, würde wohl kaum ein Mann großbusigen Frauen aus dem Weg gehen.


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Gezwitscher

1. Mai 2010 von Anna

Das mit Twitter ist ja eine lustige Sache. Ich selber habe noch nicht lange einen Account da und habe vielleicht auch deswegen die Präsenz von zahlreichen kommerziellen Twitterern einfach unterschätzt.

Umso überraschter war ich, als ich auf meinen eher nebenbei rausposaunten Tweet:

Lieber #Otto-Katalog, warum genau muss diese Frau nackig sein, wenn sie eure Unterröcke präsentiert? http://bit.ly/cHS4Ch #wassolldiescheiße

tatsächlich eine Antwort bekam:

@bergdame Liebe Anna, das liegt wahrscheinlich an daran, dass Lascana Dessous macht, aber frag sie doch am Besten selbst: @LASCANA Gruß ^SN

Gut dachte ich, warum eigentlich nicht? Ich bedankte mich bei den Otto-Leuten und schrieb an @LASCANA:

@LASCANA @otto_de sagt, ich soll euch fragen, warum diese Frau nackig sein muss, um einen Unterrock (!!) zu zeigen: http://bit.ly/cHS4Ch

Ich rechnete nicht wirklich mit einer Reaktion, aber Tatsache, sie kam:

Gute Frage! @bergdame @otto_de um zu vermeiden, dass man denkt, man bekäme z.B. den BH/das Oberteil bei der Bestellung dazu!

Ich habe zu der Frage “warum muss die Frau denn nackt sein?” wirklich schon einige Antworten und Begründungen gehört, aber das war tatsächlich mal eine neue Variante!

Auf meine Antwort

@LASCANA @otto_de Das halte ich, mit Verlaub, für eine extrem lahme Begründung/Ausrede. Das kann man sicher auch anders kennzeichnen!

meldete sich @LASCANA aber leider nicht mehr.

Und jetzt frage ich mal in die Runde:
Glauben die das wirklich? Oder halten die mich für ein bisschen doof (Stichwort “simple lady mind”), weil sie denken, ich würde ihnen das ernsthaft abnehmen?

Was meint ihr?


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Was der „Stern“ mit einer vollen Kirche zu tun hat

9. März 2010 von Anna

Eigentlich ist es mir wirklich zu doof, mich noch über Stern Titelbilder aufzuregen. Weswegen ich zwar am Kiosk doch immer wieder den Kopf darüber schüttele, wie mal wieder egal-welches-Thema mit nackten Brüsten (meistens weiblich), Popos (männlich und weiblich), Bäuchen (ich glaube, eher weiblich) … verknüpft wird, das aber meistens bis ich daheim bin dann auch schon wieder vergessen habe.

So ging es mir auch beim aktuellen Titel, der so aussieht:

alternativer text

Aktuelles Titelblatt des Stern (Bild über stern.de)

Dann las ich aber eben dieses Interview mit Andreas Petzold und Thomas Osterkorn (den beiden Chefredakteuren) in der taz. Da geht es eigentlich um andere Themen, aber auch kurz um besagtes Titelbild und wie das mit dem Selbstverständnis des Stern zusammen geht:

Petzold: [...] der Stern ist ein wöchentlich erscheinendes, aktuelles Magazin, das relevante Themen aufgreift. Man kann auch gern sagen: Illustrierte – ich hab überhaupt nichts gegen dieses Wort. Aber die Inhalte von Stern und Bunte sind grundverschieden. Wir konkurrieren mit Focus und Spiegel – auch mit solchen Enthüllungsgeschichten.

Gut, dass Sie selbst auf die aktuelle Ausgabe zu sprechen kommen: Wie passt das Bild einer nackten Frau bei der Selbstbefriedigung, der ein Stethoskop über die Brüste baumelt, zu dem eben formulierten Anspruch?

Petzold: Henri Nannen hat immer gesagt: “Man muss die Kirche erst voll machen und dann predigen.” Und genau das machen wir. Wenn Sie sich die Inhalte der aktuellen Ausgabe anschauen, ist dem nichts hinzuzufügen. Die fängt an mit einer aktuellen Reportage aus Griechenland, die das bekannte Problem mit einer guten Recherche, einer exzellent geschriebenen Geschichte aufgreift…

… die sich aber nur mit einem kleinen Textankündiger auf dem Titel wiederfindet.

Petzold: Wo ist das Problem? Es geht doch um die Inhalte im Heft.

Aber es muss doch wohl die Frage erlaubt sein, wie Sie diese vorne präsentieren.

Osterkorn: Wir versuchen mit einem durchaus erotischen Bild, das wollen wir gar nicht in Abrede stellen, Interesse zu wecken für ein schwieriges Thema: Vorsorgeuntersuchungen und Früherkennungsdiagnostik. Was bitte will man da sonst zeigen? Eine Darmspiegelung? Ein Titelbild ist ja immer auch ein Werbeplakat für uns.

Und deswegen zeigen Sie so häufig Nackte?

Petzold: Im ganzen Jahr 2009 finden Sie bei 53 Ausgaben nur eine einzige Barbusige auf dem Titel.

Osterkorn: Da sind Sie Opfer Ihres Vorurteils, aber das kennen wir schon. Ich räume ein: In den 80ern war jeder zweite Titel so freizügig. Heute machen wir das höchstens zweimal im Jahr, und es bleibt trotzdem in den Köpfen hängen.

Ich seh die Redaktion des Stern richtig vor mir, wie sie sich seit Stunden die Köpfe heiß reden:

„Leute, der Titel über Früherkennung, also wir haben nur exakt zwei Möglichkeiten, das zu illustrieren: Nackte Frau oder Darmspiegelung. Eine andere Alterntive gibt es nicht. Wir stimmen jetzt einfach ab: Wer ist für die nackte Frau? …“

Lieber Stern, unter diesen Umständen verstehe ich das natürlich, dass Ihr Euch für die Nackte entschieden habt. Ihr hattet wirklich keine andere Wahl!


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wild und abwaschbar

20. Januar 2010 von Verena
Dieser Text ist Teil 22 von 25 der Serie Wilde Mädchen

Die besten Weihnachtsgeschenke kommen leider immer erst im Januar. Zum Beispiel Roxxxy – die Gummipuppe mit Sprachfunktion. Nein, nicht was ihr jetzt denkt. Kein „uhhh jaa“ oder „Gib mir Tiernamen“. Nein, „ich mag es, mit dir Händchen zu halten“, soll die Dame sagen.

(C) Eva Hillreiner, www.evahillreiner.de

Als erster Sex-Roboter der Welt wird das Silikonspielzeug mit Computersteuerung vorgestellt und Spiegel Online erklärt die Feinheiten:

Die Kabel aus dem Rücken führen zu einem Laptop, auf dem mehrere Charaktere gespeichert sind, von der “wilden Wendy” über “S&M Susan” bis zur “reifen Martha”. Benutzer haben also die Wahl.

Dazu soll es auch Updates geben, die aus dem Internet “herunter geholt“ werden können, um Fähigkeiten und Vokabular zu erweitern.
Ob Roxxxy auch Bier aus dem Kühlschrank holen kann? Geschickt gestapelte Flaschen könnten das Mädchen gar zum Bücken nötigen. Womit wir wieder bei der eigentlichen Funktion der Gummimuschi-Tägerin sind: sexueller Zeitvertreib.
Aber Gummipuppen stehen ja schon länger im Verdacht, für manchen Mann auch auf der Wohnzimmercouch beim Fernsehgucken einen Partnerinnenersatz zu liefern. Und darauf zielen die Hersteller laut Eigenaussage sogar ab:

“Das Sex-Ding ist nur Marketing”, sagt er. “In Wahrheit geht es darum, einen Begleiter zu erschaffen.” Ziel sei es, künstliche Persönlichkeiten kreieren, die zum Beispiel auch älteren Menschen helfen können.

Ach klar, genauso wie Brot, Abflussreiniger und Schuhcreme gerne mit unterbekleideten Damen beworben werden. Und ja, besonders ältere Herren haben wahrscheinlich gerne eine „wilde Wendy“, die den neuen Rollator auch verbal bejubeln kann. Denn, wie der Hersteller auf seiner Internetseite erklärt, kennt Roxxxy den Namen des Partners, seine Vorlieben und Abneigungen und kann ihre Liebe zu ihm zum Ausdruck bringen. Aha – all das, was moderne Frauen immer weniger tun, weil ihnen zum devoten Anhimmeln die Zeit, die Lust oder auch einfach nur das Update fehlen?! Und wenn Wendy zu wild wird, einfach Stecker ziehen und aus – ganz so, wie ihr Partner es sich wünscht.

Und welchen Gummidödel stellen wir uns neben den Herd? Vielleicht gebe ich gleich mal eine Jobanzeige bei Beate Uhse auf. Suche SprachtrainerIn für meinen Vibrator – Sätze wie, „ich bin immer hart“ oder „ich besorge es dir stundenlang“ wären doch ein guter Anfang. Wobei das Sex-Geplänkel natürlich reines Marketing für den Gunmmischwanz wäre, der doch meinen Freund als Partner auf allen Ebenen ersetzen soll…

Und deshalb gibt es letztlich noch eine gute Nachricht: Bust tröstet uns, der männliche Gegenpart zur sprechenden Gummigefährtin sei in der Mache. Rocky soll er heißen und ich bin gespannt, ob die Hersteller den aus einer der Gummirippen Roxxxys erschaffen…


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Lara Croft oder “damsel in distress”

20. November 2009 von Helga

Auf einen interessanten Artikel weist Kommentator_in efeu hin:

Die Gamestar nimmt in einem Artikel die Frauenbilder in Computerspielen auseinander. Frauen sind, neben älteren Semestern, die am schnellsten wachsende Zielgruppe für neue Spiele. Meist sind es klassische Browsergames oder eines der vielen Facebookspiele, in die man kurz in der Mittagspause schauen kann.

Mit den sogenannten Click-Management-Spielen existiert ein ganzes Genre, dessen simple Handlungsstränge fast immer davon erzählen, wie eine Frau durch Ehrgeiz und Cleverness zur Managerin einer eigenen Farm, Boutique oder Immobilienfirma aufsteigt. […]
In der Welt der Männerspiele nehmen Frauen in der Regel eine festgefügte Rolle ein, und das ist nur in Ausnahmen die der Heldin. Diese Rollen zeichnen sich in den meisten Fällen durch eines aus: ihre Klischeehaftigkeit.

Neben der Heldin gibt es noch die Begleiterin, die Gegenspielerin, das Opfer oder einfach das Accessoire. Ihnen gemein ist (bis auf wenige Ausnahmen) die unrealistische Darstellungsform. Möglichst wenig Rüstung über den ausladenen Dekolletés – kein Wunder, dass die Spiele mit Protagonistinnen häufig mit der Verfolgerperspektive arbeiten. Stereotyp ist übrigens auch die Hautfarbe, nicht-weiße Charaktere sind selten. Wenn es denn überhaupt eine Protagonistin gibt, denn die sind vergleichsweise selten.

Wichtig ist die Diskussion auf jeden Fall, denn Computerspiele werden im Leben von Jugendlichen und Erwachsenen immer wichtiger:

Menschen lernen durch das Beobachten und Imitieren von Vorbildern, und starke Figuren in Computerspielen sind solche Rollenmodelle. Welche Vorbilder die Frauen in Computerspielen sind, hängt davon ab, welche Positionen sie im Spiel einnehmen und wie ihre Charaktere gezeichnet sind: Heldin? Opfer? Biest? Oder spielen sie am Ende überhaupt keine Rolle, weil alle wichtigen Handelnden sowieso Männer sind?


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Kill, Vagina Kill!

18. November 2009 von Verena
Dieser Text ist Teil 20 von 25 der Serie Wilde Mädchen

Applaus für Megan Fox! Wo? Bei mir zuhause. Denn nachdem die Presse spitz gekriegt hat, dass die Schauspielerin nicht nur ihre Kurven sondern auch ihr Mundwerk in Szene zu setzen weiß, erschlafft der Hype. Sätze, in denen Fox die Macht ihrer Vagina preist oder die weibliche Sexualität demonstrativ in Szene setzt verstört die Welt nun mal mehr als dass sie sie verführt. So fragt sich spiegel.de, ob Hollywood überhaupt so viel Sex verträgt und im Rolling Stone wird überlegt, was diese Frau eigentlich will.

(C) Eva Hillreiner, www.evahillreiner.de

Ein freches Mundwerk mag man noch durchgehen lassen, in Verbindung mit einem sexuellen Selbstbewusstsein aber wohl lieber nicht.

Wenn man in dieser Stadt {Hollywood} eine Vagina und eine Haltung hat, dann ist das eine tödliche Kombination,

wußte schon Sharon Stone zu berichten und die Schriftstellerin Margaret Atwood ergänzt um den Hinweis:

Es ist eine irgendwie freudianische Haltung,nehme ich an: Frauen, die zu aktiv oder zu intelligent sind, sollten sich nicht auch noch ausziehen, weil Männer sonst Teile ihres Körpers verlieren

Atwood spielt damit auf Sigmund Freuds Idee der gezähnten Vagina an, die wohl auch im 21. Jahrhundert nicht an Beißpotential verloren hat. Um so beängstigender, dass Megan Fox in ihrer aktuellen Rolle in „Jennifer’s Body“ eine männerverschlingende Vampirin spielt. Zum Entsetzen von spiegel.de Autor Lars-Olav Beier:

In “Jennifer’s Body” verführt sie die Männer nach Strich und Faden – doch statt dann mit ihnen zu schlafen, frisst sie sie auf. Fürs männliche Publikum ist das ein frustrierender Coitus interruptus exitus. {…} Selten wurde ein Film so gänzlich am Publikum vorbeikonzipiert wie “Jennifer’s Body”. Die Frauen kann sie mit diesem Film von vornherein nicht gewinnen; und Männer fühlen sich übel getäuscht.

Warum sich Frauen mit diesem Film nicht gewinnen lassen, sieht der Autor so begründet:

Achtung, die beißt! (Foto AP)

Achtung, die beißt! (Foto AP)

Diese Sinnlichkeit, die Fox nach eigenem Bekunden “aus jeder Pore verströmt”, macht Männer zu ihren glühenden Verehrern und Frauen zu ihren Feindinnen. Fox verkörpert genau jene Schlampe, die einer anderen Frau in null Komma nichts den Mann wegschnappt – und sei es nur, um zu beweisen, dass sie mehr Sex-Appeal hat. Deshalb hat es Megan Fox beim weiblichen Publikum so schwer. Wer geht schon ins Kino, um seinem Freund dabei zuzusehen, wie er erregt auf die Leinwand stiert?

Als ob die Welt immer aus rasend eifersüchtigen Frauen bestände… um ehrlich zu sein, ich wäre selber so damit beschäftigt, auf die Leinwand zu starren – was interessiert mich da mein Freund? Noch besser gefällt mir aber die Argumentation von SZ-Autorin Ulrike Bretz, die in Megan Fox weniger eine Gefahr für Männer oder einen Grund für Eifersuchtsszenarien sieht. Vielmehr findet sie Megan Fox nur sympathisch solange sie Sätze sagt, wie „Man kann nicht 24 Stunden am Tag ein Sexsymbol sein“, oder zugibt, eine Phobie vor den eigenen Fotos zu haben. Denn sexy aussehen reicht ja für die Titelblätter. Bloß bitte nicht drüber reden. Auch im 21. Jahrhundert nicht. Höchstens, um zu sagen, das frau privat ganz anders sei, schüchtern und so. Warum? Aus Gründen der Vorbildfunktion:

Nur leider hat Fox nicht daran gedacht, dass auch sie eine Vorbildfunktion hat – vor allem für all die anderen Mädchen aus der Provinz, die bei Talentshows ihr Glück suchen. Und bei denen kommt nun vor allem eine Botschaft an: Es ist egal, wenn Frauen nicht viel können – so lange sie dabei nur gut aussehen.

Ich lache mich schlapp. Ein „Ich finde mich gar nicht sexy, lasse mich bloß so fotografieren oder spiele das auf der Leinwand“, ist nach wie vor der Satz, den Frauen wie Männer von wilden Mädchen hören wollen. Dass Megan Fox dem bewusst widerspricht und dafür journalistische Schelte in Kauf nimmt, verdient meinen Beifall.


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