Einträge mit dem Tag ‘schwul/lesbisch’


Aktionen und Empowerment – kurz verlinkt

13. Juni 2013 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 193 von 230 der Serie Kurz notiert

Nach Frankreich sollen auch in Großbritannien bald lesbisch und schwul lebende Paare heiraten können.

Die Hamburger Inititative Ohren Auf Im Kiez mobilisiert zu gegenseitiger Unterstützung in Notsituationen oder bei Hilfebedürftigkeit – inklusive praktischer Tipps.

Eine 86 Jahre alte Frau hat es geschafft, aus dem Kriegsgebiet in Syrien herauszukommen.  Obwohl ihr Sohn garantiert, für sie finanziell zu sorgen, hat das deutsche Konsulat sie “mangels Kompetenzen” abgewiesen und schickt sie auf eine internationale Bürokratie-Odyssee. 

Das österreichische Online-Medium dieStandard wurde vor kurzem scharf für eine Kolumne zu “feministischem Sex” und nicht weniger für ihren Umgang mit den Einwänden dagegen kritisiert – nun hat das Team der Zeitschrift an.schläge eine Replik auf den Artikel bei dieStandard veröffentlicht, in dem einige der vorgebrachten Kritikpunkte ausgeführt werden.

Auf der weltgrößten Videospielekonferenz Electronic Entertainment Expo, kurz  E3, kam eine Präsentation von Microsoft nicht ohne Vergewaltigungs”witze” aus. Warum sowas ein Problem ist, muss offenbar immer wieder erklärt werden (Artikel auf Englisch; bemerkenswert, dass auf den Bestelllink für die Xbox dort nicht einfach verzichtet wurde).

Michelle Obama, “First Lady” der USA, wurde während einer Rede von einer weißen Aktivistin unterbrochen. Ihre Reaktion darauf  fand in der feministischen US-Blogosphäre einige Beachtung – denn Michelle Obama widersetzte sich damit gängigen Stereotypen über Schwarze Frauen [Englisch].

Es gibt ein Medikament, mit welchem sich Schwangerschaften verhältnismäßig sicher abbrechen lassen: Misoprostol. Dass das wenig bekannt und verfügbar ist, hat Gründe [Englisch].

Über die feministische Beteiligung an den anhaltenden Protesten und Auseinandersetzungen in der Türkei berichtet Frollein Europa [Englisch].

Im Zentrum Berlins soll für mehrere hundert Millionen Euro ein neues Ausstellungsgebäude entstehen: das Humboldt-Forum. Für Berlins „außereuropäische Sammlungen“, wie es so schön heißt. „Das vorliegende Konzept verletzt die Würde und Eigentumsrechte von Menschen in allen Teilen der Welt, ist eurozentrisch und restaurativ“, sagt Tahir Della von der Initiative Schwarze Menschen in Deutschland. Zur Petition gegen das Humboldt-Forum geht es hier.

Seit vier Jahrzehnten übersetzt und publiziert der Berliner Orlanda Verlag essenzielle Werke afro-amerikanischer und afro-deutscher Feministinnen. Im Interview mit migrazine.at erzählt Anna Mandalka von den Anfängen und den aktuellen Schwerpunkten bei Orlanda: “Schwarze Frauen sind sichtbar geworden”.

Ragen von Dances With Fat gibt Lebenshilfe – für Blogkommentatoren, die unter Dickenhass leiden [englisch]. Zu Dickenfeindlichkeit und Body Policing in akademischen Diskursen/Praxen schreibt Melonie Fullick [Englisch].

Unter dem Deckmantel des Schutzes wird oftmals der Weg frei gemacht für Repressionen, das gilt nicht zuletzt in Sachen Prostitution. Eine Petition für Respekt und Rechte für Sexarbeiter_innen wendet sich dagegen.

Über Proteste gegen die “Frauen-Nacktfußball-EM” – die eben kein nudistisches Sportereignis, sondern eine kommerzialisierte male-gaze-Erotikshow ist – berichtet die Siegessäule.

Deborah Copaken Kogan, Bestsellerautorin und Kriegsfotografin, geht einen mutigen Schritt und packt über den Sexismus im Literaturbetrieb aus. Sie erzählt von sexistischen Buchtiteln und -covern, die ihr im Laufe ihrer Karriere aufgedrängt worden sind; von der wiederholten Betitelung als “Mutter” und “Barbie”, wo es eigentlich um ihre Arbeit als Schriftstellerin oder Fotografin gehen sollte; von Autorinnen, die aus Gründen nicht unter ihrem weiblichen Vornamen veröffentlichen; davon, dass die meisten Rezensenten Männer sind und auch in erster Linie Bücher von Männern rezensieren; dass genau aus diesem Grund auch fast nur Männer für Literaturpreise nomiert werden. Und dass sie erst jetzt auspackt, wo sie laut eigener Aussage nichts mehr zu verlieren hat, weil ihr immer gesagt worden ist: “Die werden dich fertig machen”. Ein ernüchternder, ein wichtiger Artikel.

Der Verband Alleinerziehender Mütter und Väter hat zehn Forderungen zur Verbesserung der Situation von Ein-Eltern-Familien formuliert.

Über das nach wie vor problematische Verhältnis vom Feminismus(tm) zu Trans*positionen, die Wichtigkeit diese mitzudenken und “Gender” genauer zu analysieren schreibt Jos auf Feministing [Englisch]

Zum Tod der Fotojournalistin  Abigail Heyman gibt es einen Beitrag bei der New York Times [Englisch].

Die indische Filmemacherin Nishtha Jain hat die Mitglieder der Gulabi Gang mit ihrer Kamera begleitet. In der Jungle World spricht über die Revolte indischer Landfrauen, die von häuslicher und polizeilicher Gewalt besonders betroffen sind.

Eine Petition an die öffentlich-rechtlichen Fernsehprogramme fordert: Klärt endlich angemessen über den Sexismus in dieser Gesellschaft auf! Inzwischen gab es von den Verantwortlichen der öffentlich-rechtlichen Sender Stellungnahmen zu den  Forderungen – von denen leider keine zufriedenstellend war.   Die Antwort an das ZDF  gibt’s hier. Da eine Behandlung der Beschwerde im Fernsehrat nach § 21 der Beschwerdeordnung gefordert wird, können die Initiatorinnen der Petition weiterhin jede Unterstützung gebrauchen.

Im Nachgang zu der Debatte um Angelina Jolies Brust-OP schreiben Duchess Harris und Christine Ohenewah für the feminist wire über den Zugang zu genetischen Krebsrisikotests – und was Faktoren wie race und class damit zu tun haben [Englisch].

Langzeitstudien verstärken die Zweifel am flächendeckenden Nutzen von Mammographiescreenings in der Brustkrebsvorsorge, schreibt die Süddeutsche Zeitung.

Bei der Heinrich Böll Stiftung ist ein Dossier über antirassistisches Empowerment erschienen, das auch als PDF herunter geladen werden kann.

Am 21. Juni in Berlin: die Fête de la Ruby – queer_feministisches Konzert und Party im Trixxxta, Oberbaumstr. 11 Kreuzberg.  Um 16 Uhr gehen die Konzerte los,  dannach wird aufgelegt.  Hier geht es zum Facebook-Event.


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Kunstvolle Schwangerschaft, testosteronvernebelte Politik – die Blogschau

26. Mai 2012 von Anna-Sarah
Dieser Text ist Teil 158 von 242 der Serie Die Blogschau

Über “die männliche Kunst der Schwangerschaft” schreiben fuckermothers.

Über die Funktion der Integrationsbeauftragten im Wandel der Zeiten und Politiken berichtet Urmila auf  anders deutsch.

Bei FIFTITU% gibt es ein Interview  mit der ARGE Dicke Weiber zu hören.

Der Neckar-Odenwald-Kreis in Baden-Württemberg: Karnele sieht eine Landschaft im Testosteronnebel.

i heart digital life schreibt über die politische Bedeutung der Reproduktionsarbeit und ihrer Analyse – und erklärt, was das überhaupt ist.

Manu bloggt und fragt mal den Markt, warum es eigentlich keine Technikrubriken in Frauenzeitschriften gibt. Und ob das eigentlich so clever ist. Doch womöglich tut sich was

Sexismus galore, mangelnde Transparenz, fragwürdige politische Kultur: Jan schreibt auf Spektrallinie seinen ersten Piraten-Rant.

Beim kotzenden Einhorn gibt es ein handliches Schaubild, das bei der Entscheidungsfindung hilft, ob “schwul” gerade wirklich der passende Ausdruck ist.

In den letzten Tagen ging es durch die Medien: TV-Frau und Autorin Sarah Kuttner wurde im Anschluss an eine Lesung von einem Mann aus dem Publikum wegen rassistischer Äußerungen angezeigt. Wie sie im medialen Nachgang dieses Ereignisses zum Opfer eines fiesen Shitstorms umgedeutet wurde, ist nachzulesen bei Afrika Wissen Schaft.

Die Aktion #ichhabnichtangezeigt geht in die Verlängerung: Bis zum 16. 15. Juni können von sexualisierter Gewalt Betroffene jeglichen Geschlechts anonym berichten, warum Sie eine Vergewaltigung oder sexuelle Nötigung (noch) nicht angezeigt haben. Mit der Aktion soll das immer noch tabuisierte Ausmaß sexualisierter Gewalt in die Öffentlichkeit gebracht werden.

Termine: (mehr…)


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Film, Fernsehen, feministische Forschung – kurz verlinkt

25. Januar 2012 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 136 von 230 der Serie Kurz notiert

In Computerspielen ist der Standardcharakter meist … standard. Weiß, männlich, durchtrainiert. Aber genau wie Gamerinnen die Nase voll haben von leicht bekleideten Busenwundern, sind auch Computerspieler langsam angenervt vom 08/15-Helden. The Mary Sue über Vorlieben bei der Wahl von Spielcharakteren.

Nach Korruptions- und Manipulationsskandalen ist die südkoreanische Parteienlandschaft in Bewegung geraten, berichtet Bikya Masr. Gleich drei Parteien werden nun von Frauen geführt, die zusammen 262 der 299 Sitze der Nationalversammlung kontrollieren. Trotz enormer Fortschritte in den letzten Jahren ist der Anteil von Politikerinnen in Süd-Korea noch relativ niedrig.

Zehn Autoren, die mal so richtig gegen das Literaturestablishment rebelliert hätten, stellte neulich Flavorwire vor. Ob man wen vergessen habe, fragte man immerhin auch. Hatte man: Keine einzige Autorin erschien in der Liste! Aufgrund der Kritik zog die Seite dann nach und stellte zehn „Bad Girls“ der Literaturgeschichte vor.

Nichts wirklich Neues bei Disney: Jungs sind clever, Mädchen werden nach ihrem Aussehen beurteilt, zumindest wenn es nach einer neuen T-Shirt-Kollektion geht. Goofy, Micky und Donald werden nach ihrem Charakter dargestellt, Minnie ist einfach nur “hot”, so Shine.

Sexuelle Belästigung ist, trotz Gesetzen, in Indien weiter ein großes Problem. Care2 berichtet von einem Vater, dessen Sohn erstochen wurde, als er Frauen schützen wollte. Er appelliert an die Regierung, endlich entschlossen gegen Belästigung vorzugehen.

Wahrscheinlich klettern die meisten von uns nicht unbedingt voller Vorfreude auf den gynäkologischen Stuhl. Aber für Frauen, die eine Vergewaltigung erlebt haben, sind diese Untersuchungen nicht selten einfach nur der blanke Horror. Bei Jezebel gibt es  einen Erfahrungsbericht über die  nötigen Vorbereitungen, damit die Untersuchung dennoch so erträglich wie möglich verläuft.

Der Jahresreader 2011 vom Feministischen Institut in Hamburg ist da.

Warum der Gebrauch des vermeintlich cool-subversiven Begriffs “tranny” problematisch ist, ist nachzulesen bei funkyfest.

Sex and the City-Star Cynthia Nixon hat für Kontroversen gesorgt, als sie in einem Interview verkündete, ihre eigene Homosexualität sei frei gewählt.

Die Historikerin Yasemin Shooman hat für die Deutsche Islamkonferenz die Stereotypisierung muslimischer Frauen in öffentlichen Diskursen untersucht.

2012 geht der Marburger Kamerapreis an die Französin Agnès Godard. Godard wurde für ihre exzellente Arbeit in den vergangenen 20 Jahren sowie für ihren Einfluss und ihren Beitrag zum europäischen Kino ausgewählt. Am 2. März wird der Preis im Rahmen der 14. Marburger Kameragespräche verliehen. Die Vorreihe zu den Kameragesprächen beginnt am 8. Februar mit der Vorführung von Zusammen ist man weniger allein (Ensemble, c’est tout) im Marburger Filmkunsttheater.

Allerhand wissenswertes über die explizit antifeministische,  gerne mal am äußeren rechten Rand entlanglavierende Männerrechtsbewegung und ihre Aktivitäten hat das Gunda Werner Institut der Heinrich Böll Stiftung in einer umfangreichen Studie  zusammen getragen. Die komplette Publikation ist als pdf gratis herunterzuladen. Auch der österreichische derstandard berichtet und zitiert einen beteiligten Wissenschaftler: “Es geht den Akteuren – und das sind nicht nur Männer – um die Stärkung oder zumindest den Erhalt männlicher Vorrechte und das Zurückdrängen feministischer Argumentationen bzw. Institutionen. Dies gipfelt teilweise in Vernichtungsphantasien gegen den Feminismus und auch gegen einzelne feministische Personen.”

Und noch ein paar Termine: (mehr…)


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Gute Nachrichten und zu viel Sexismus – kurz notiert

4. Januar 2012 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 2 von 230 der Serie Kurz notiert

Skepchick Rebecca Watson hat wieder einmal Sexismus in der atheistischen Community angekreidet. Diesmal wurde ein 15-Jähriges Mädchen mit Kommentaren zu ihrer „Fickbarkeit“ überschüttet, nachdem sie versucht hatte, sich einzubringen (auch unter Atheist_innen kommt regelmäßig die Frage auf, wo „die Frauen“ sind. Kate Harding führt die Antwort auf „was soll’s? Im Internet sind halt blöde Leute unterwegs“ noch einmal genauer aus. (Das Beispiel kam auch in Helgas Vortrag bei dem Kongress zum „Ende der Privatsphäre“, der Spackeriade, vor.)

Zwischen Weihnachten und Neujahr trafen sich in Berlin wieder einmal Haecksen und Hacker zum Chaos Communication Congress – Sexist_innen und Nazis waren leider auch dabei. So entwickelte sich eine Diskussion um den „Balls of Steel“-Award von Fefe. Auch side-glance war dabei und hat darüber gebloggt.

Ein tolles neues Projekt ist “I’m feminist enough to…” das schwarzen Frauen eine Stimme gibt:

Der Kinofilm „Romeos“ darf nun doch bereits ab 12 gezeigt werden. Die FSK hatte zuerst Angst, die homosexuellen und transgender Charaktere könnten hetero­sexuelle, cisgender Teenager verwirren (wir berichteten). Nach ernomer Kritik wurde die Entscheidung nun revidiert, so queer.de – allerdings mit der Einschränkung, den Film nicht an stillen Feiertagen zu zeigen.

Das Magazin der österreichischen HochschülerInnenschaft, Progress, blickt hinter die Kulissen des Missy Magazines und porträtiert Mitbegründerin Sonja Eismann.

Der NDR berichtet über ein Hamburger Mädcheninternat, das technikbegeisterte Abiturientinnen ein Jahr in verschiedene Studiengänge und Hochschulen reinschnuppern lässt.

Schon mal vormerken: Am 25. Januar geht es bei den Berliner Grünen um die „Situation in Deutschland 10 Jahre nach Verabschiedung des Gewalt­schutz­gesetzes“. Anmeldeschluss ist allerdings schon der 11. Januar!

Vom 20. bis 22. Januar steigt in Wien das „Make me Eclectic“-Festival zu Hard- und Software Hacking.

Am 2. Februar feiert Sookee in Berlin die Release-Party zu ihrem neuen Album Bitches Butches Dykes & Divas.


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Geld, Aussehen und (fehlende) Inklusion – die Blogschau

17. Dezember 2011 von Helga
Dieser Text ist Teil 140 von 242 der Serie Die Blogschau

Heute ist der Internationale Tag gegen Gewalt an Sexarbeiter_innen. Über die Hintergründe berichtet menschenhandel heute.

In der Blogosphäre ging es diese Woche hoch her, *das* Thema war Lookism – die Abwertung von Menschen und besonders Frauen aufgrund ihres Aussehens. Den Anfang machte Unter der Glasglocke mit Vom Mobbing in der Schule zu Femininitäts”feindlichkeit” in linken/queeren/feministischen Zusammenhängen, Medienelite und ryuus hort kommentierten.

Die ARGE Dicke Weiber stellt weiter die Gastbloggerinnen beim Missy Magazine und plädiert, sich das Wort „Essstörung“ einmal ganz genau anzusehen. Apropos Sprache. Frauen werden beim generischen Maskulinum leider nicht mitgedacht und geschlechtergerechte Sprache ist sehr wohl verständlich und lesbar, so der Sprachlog.

Bücherlesestoff gesucht? L-Talk rezensiert „Schön! Stark! Frei! Wie Lesben in der Presse (nicht) dargestellt werden“ Fazit: In der Presse kommen Lesben leider nicht vor, der Kauf des Buches lohnt aber. Um Kinderbücher mit diversen Familienbildern und sexuellen Identitäten geht es bei den Fuckermothers. Kein Buch aber auf Papier: Die dritte Ausgabe von Outside the Box – Zeitschrift für feministische Gesellschaftskritik gibt’s zu kaufen. Das Thema: Gebären.

Inklusion im Schulsystem fällt mal wieder dem Sparzwang zum Opfer. Obwohl die UN-Konention dazu seit einigen Jahren auch in Deutschland gilt, weigern sich in Bayern die Ämter, zwei gehörlosen Mädchen Dolmetscher_innen zu bezahlen. Mehr dazu bei Die Welt mit den Augen sehen, die doch weiter bloggen wird, juchu.

Aus dem Hamsterrad „Uni, Arbeiten, Engagieren, Ziel: irgendwann ein vernünftiger Job“ berichtet Puzzlestücke. Trotz immer noch zuwenig Geld, bleibt dabei zunehmend die Freizeit auf der Strecke. Explizit auf die Abwertung von Menschen mit wenig materiellen Mitteln als Trash und „Unterschicht“ geht ClassMatters ein.

Thema Geld: Das braucht leider auch ihollaback, um im nächsten Jahr den alltäglichen Belästigungen weiter den Kampf anzusagen. Ganz neu ist dagegen das Blog TraumaReport, in dem es um das Leben nach traumatischen Erlebnisse geht.

Den Anne-Klein-Frauenpreis bekommt in diesem Jahr Dr. Nivedita Prasad für ihren Einsatz für Frauen- und Menschenrechte. Sie kämpft z.B. gegen moderne Sklaverei und Gewalt gegen Migrantinnen, so anders deutsch. Über die (sexistische) Berichterstattung um ihre Person macht sich die Geschäftsführerin der Piratenpartei, Marina Weisband, auf Marinas Lied Gedanken.

Im Herstory-Adventskalender von different needs ging es u.a. um Grace Jones. Über sein Austauschsemester bei einem schwulen Paar schrieb Armin Soyka.

Für eine bessere Vernetzung der (feministischen) Blogosphäre listen wir jede Woche auf, was unsere deutschsprachigen Kolleginnen und Kollegen über die Woche so melden und tun. Haben wir etwas vergessen oder übersehen? Kennen wir dein brilliantes Blog etwa noch gar nicht? Dann sag uns bitte Bescheid!


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Rocken, Lieben, Arbeiten – kurz verlinkt

15. Dezember 2011 von der Mädchenmannschaft

Die Haftpflichtbeiträge der Hebammen sind in den vergangenen Jahren bekanntlich deutlich gestiegen, 2012 werden sie fast das doppelte im Vergleich zu 2009 betragen. Bei den Verhandlungen mit den Krankenkassen sieht es dabei düster aus, so der Hebammenverband: Für Geburten im Geburtshaus bleibt alles wie es ist, für alle anderen Leistungen soll es nicht einmal 2 Prozent mehr Geld geben. Protestbriefe gibt es auf www.hebammenverband.de.

Das Ruby Tuesday Rock Camp 2012, ein einwöchiges Musik- Ferienlager in Berlin für 35 Mädchen von 12 bis 18 Jahren, zu supporten geht auch, ohne fragwürdige Banken und deren Anliegen zu bewerben –  hier der Spendenaufruf inklusive handlichem Spendenbutton.

Anlässlich der Veröffentlichung des Abschlussberichts des Runden Tisches Kindesmissbrauch hat der Verband alleinerziehender Mütter und Väter eine Pressemeldung (PDF) herausgegeben und zieht ein durchwachsenes Fazit.

Die Lausitzer Rundschau berichtet: “Ostdeutsche Frauen streben bei ihrer Rückkehr ins Berufsleben weitaus häufiger eine Vollzeitstelle an als westdeutsche Frauen. Während 80 Prozent der Frauen aus Ostdeutschland bei der Wiederaufnahme ihres Berufes eine Vollzeitstelle wollen, sind es in Westdeutschland weniger als 30 Prozent, wie aus einer am Donnerstag veröffentlichten Studie des Nürnberger Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) hervorgeht.”

Väter arbeiten offenbar im Durchschnitt wesentlich länger als kinderlose Männer.

Das ist doch voll schwul“ heißt eine Reportage in der ZDF Mediathek, in der drei Jugendliche über ihr Coming-Out berichten. (mehr…)


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„Ich habe noch gar nicht alles im Internet entdeckt“

15. Dezember 2011 von Helga
Dieser Text ist Teil 88 von 115 der Serie WWW Girls

In jeder Folge der WWW Girls stellen wir euch eine Bloggerin und ihr Weblog vor. Heute:

Rummotzen

Wie heißt du?
Bäumchen

Seit wann bloggst du?
Seit November 2010.

Drei Bloggerinnen mit weißen Laptops auf denen der Venusspiegel prangt, darum der Slogan - Feminists of the WWW: unite

(c) Frl. Zucker, fraeuleinzucker.blogspot.com

Warum hast du damit angefangen?
Es gibt in der kleinen Stadt, in der ich wohne, keine ausreichend feministische Vernetzung, und das, obwohl ich so begierig drauf war, endlich politisch aktiv zu werden. Ich habe mich politisieren lassen durch eine Tierrechtsgruppe hier vor Ort und spürte bald, dass ich umfassender werden musste. Feministin bin ich schon seit jüngeren Jahren, aber eher abgeschottet und für mich, da ich nie eine andere kennengelernt habe (außer natürlich in den Klassikern, aber die sind ja alle schon tot). Das Schreiben war für mich eine Möglichkeit, herauszukommen, den vielen Gedanken in meinem Kopf Geburtshilfe zu leisten und mich selber auch in dem zu finden, was ich schrieb. Fast zur gleichen Zeit entdeckte ich auch den Mädchenblog und schrieb dort meinen ersten Post. Es war alles sehr spannend, auch weil ich noch recht unbedarft war.

Worüber schreibst du?
Grundsätzlich ist mein Blog feministisch und links ausgerichtet und ich beschäftige mich mit vielen Gedanken, tagesaktuellen Themen, Medienbildern. Wichtig ist mir dabei die Verbindung mit anderen Themen, die eine Bedeutung in meinem Leben haben. Darum musste ich in meinen letzten Postings das eine oder andere Mal sehr persönlich werden, etwas, was mir ehrlich gesagt, zuerst sehr schwer fiel. Tierbefreiung, Religiösität, mein Leben als „Frau mit Migrationshintergrund“ (sehr hintergründig), Lesbisch-sein – all das sind Aspekte von mir, die zur Sprache kommen wollen und die ich nicht ausschließen kann aus meiner Betrachtung der Welt. (mehr…)


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Feministische Bloggerin in Syrien verhaftet

9. Dezember 2011 von Hannah

Am 4. Dezember haben syrische Sicherheitskräfte die Bloggerin Razan Ghazzawi verhaftet. Helga und ich trafen Razan im Mai bei einer Blogger-Konferenz in Kairo.

„Blogger werden überschätzt“, schrieb Razan Ghazzawi im Oktober auf ihrem Blog razanghazzawi.com. Razan ist eines der Gesichter der Revolte in Syrien: Scharfzüngig formuliert sie ihre Thesen und fährt gerne ihren Gastgebern über den Mund. Wenn das Essen nicht schmeckt genauso wie wenn sie sich von westlichen NGOs benutzt fühlt. Das kam in letzter Zeit häufiger vor.

Links Razans Gesicht, eine junge Frau mit braunen Locken, rechts auf gelb-weißem Hintergrund FREE RAZAN - Freedom Advocate Detained in Syria

Sie reiste von Konferenz zu Konferenz, sah aber zunehmend kritisch, dass gerade sie mit ihrem perfekten Englisch dorthin eingeladen wurde. „Aus irgendeinem Grund glauben die Leute, meine Anwesenheit auf Konferenzen sei nützlich“, schreibt sie. „Der arabische Frühling macht viele NGOs reich und diese NGOs müssen sich engagieren.“

Andere, mutigere sollten an ihrer Stelle auf den Konferenzen sitzen, fand Razan und verwies auf all die syrischen Aktivisten, die unbekannt in syrischen Gefängnissen gefoltert werden. Laut Amnesty International sind mindestens 180 politische Häftlinge seit Beginn der Revolte im Februar zu Tode gekommen.

Dabei war sie von Anfang an eine der Mutigsten. Als eine der wenigen benutzte sie ihren Klarnamen. Bis die Menschen in Syrien gegen das Assad-Regime auf die Straße gingen, schrieb sie in ihrem Blog über feministische Themen, auch über Homosexualität und wagte sich damit an ein Tabu in der syrischen Gesellschaft. Viele ihrer Freunde reagierten damals ablehnend. „Ich denke mittlerweile, dass es ein Fehler war über Lesben- und Schwulenthemen zu sprechen, bevor man Gender und Sexualität thematisiert, besonders in einem Land, wo es keinen Raum gibt, Tabus und Fehlinterpretationen zu dekonstruieren,“ sagte sie im Sommer in Kairo.

Seit Beginn der Revolte bloggt sie über das neue Syrien, das sie sich wünscht und setzt sich für die Opfer des Regimes ein. Eins ihrer wichtigsten Anliegen ist die Überwindung nationaler und ethnischer Identitäten. „Wenn wir uns als Syrer definieren, fördern wir damit nicht eine rassistische, nationale Identität als reine Araber?“ schreibt sie. Zusammen mit ihrem Mitstreiter Hussein Ghrer, der gerade nach einer 37tägigen Haft entlassen wurde, diskutierte sie in Kairo, wie man die Allawiten in die Revolte einbeziehen könne.

Nun ist sie selbst verhaftet worden. Ausgerechnet auf dem Weg zu einer Konferenz über Medienfreiheit in Amman, wurde sie an der syrisch-jordanischen Grenze festgenommen und am Mittwoch in das berüchtigte Adra Gefängnis in Damaskus überstellt. Dort wurde ihr Prozess erstmal auf morgen verschoben. Die Kampagne Free Razan ruft zu ihrer Freilassung auf.


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Schreibt Kontaktanzeigen: @cassiop_80

3. Oktober 2011 von Helga
Dieser Text ist Teil 81 von 115 der Serie WWW Girls

In jeder Folge der WWW Girls stellen wir euch eine Bloggerin und ihr Weblog vor. Heute:

Authentische Begegnungen

Wie heißt du?
Doreen Röder (@cassiop_80)

Seit wann bloggst du?
Seit August 2009.

Drei Bloggerinnen mit weißen Laptops auf denen der Venusspiegel prangt, darum der Slogan - Feminists of the WWW: unite

(c) Frl. Zucker, fraeuleinzucker.blogspot.com

Warum hast du damit angefangen?
Ich hatte den Wunsch mich und meine Gedanken auszudrücken. Eigentlich wollte ich gewaltfrei-koeln.com für eine weitere berufliche Perspektive nutzen, was ich aber schnell verworfen habe bzw. hat es sich anders entwickelt. Mir war es wichtiger über Themen, die mich bewegen zu schreiben und zu berichten, als an einem zweiten beruflichen Standbein zu arbeiten. Ich wollte zunächst die Domain eher nutzen, um Mediation anzubieten. Gleichzeitig fragte ich mich, was ist wichtig, wenn Menschen sich begegnen.

Worüber schreibst du?
Ich habe mit dem Bloggen begonnen seitdem ich in Köln gelandet bin. Am Anfang hat mich erstaunlicherweise die Ost-West-Geschichte „eingeholt“. Mich bewegen viele Themen, insbesondere Fragen zum Feminismus, Ausgrenzung, queer, lesbisch und die damit verbundenen Stigmatisierungen. Außerdem hatte ich mal vor einer Ewigkeit die Idee, je nach Stimmung und Laune eine Kontaktanzeige zu schreiben – als eine Art Gradmesser für meine persönlichen und alltäglichen Stimmungs­schwankungen, Wünsche und Hoffnungen. Dies versuche ich über den Blog auch zu realisieren. Das macht Spaß!

Was dir ohne Internet nicht passiert wäre:
Ohne das Internet und meinen Blog hätte ich nie Jennifer Jäckel kennengelernt, was sehr traurig wäre. Ich hatte ihren Vortrag von AG Queer Studies verlinkt und so hat sie mich gefunden. Heute kennen wir uns persönlich. Und ohne das Internet wäre ich nicht auf das 2. bundesweite Netzwerktreffen junger Feminist_innen (ju_fem_netz) aufmerksam geworden.

Wovon braucht das Internet mehr:
Engagierten Feminist_innen, die sich weltweit vernetzen.

Frauen* im Web…
…haben Mut!

Deine tägliche Web-Lektüre:
Hmm. Täglich ist manchmal schwierig, aber auf jeden Fall Mädchenmannschaft, Missy Magazine, Lantzschi, Nur ein Blog, ag queer studies, Comicleserin und vieles mehr …

Tipps und Bewerbungen für die WWW Girls an post(at)maedchenmannschaft.net.


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Kosten/Nutzenrechnung beim Coming-out

24. Juni 2011 von Helga

Ist ein Coming-Out als lesbisch, schwul oder bisexuell wirklich für jede_n eine erstrebenswerte Sache? Wissenschaftler_innen der University of Rochester sind der Frage auf den Grund gegangen. Tatsächlich können die positiven Effekte deutlich stärker sein als bisher angenommen – wenn das Umfeld mitspielt. Bei verurteilenden, negativen Reaktionen können die förderlichen Effekte, wie Authentizität und ein positives Selbstbild wieder aufgehoben werden. Manchmal ging es den Betroffenen nach dem Coming-Out sogar schlechter als vorher.

Die Forscher_innen bezogen die Angaben auf verschiedene Umgebungen: kirchliches Umfeld, Familie, Freund_innen und Arbeit. Dabei fiel auch auf, dass ein Coming-Out z.B. vor Freunden nicht zwangsläufig mit einem Coming-Out bei der Arbeit einherging. (Den Gedanken, dass ein Coming-Out nicht immer und überall gilt, beschrieb vor kurzem sehr eindrücklich Veroinca Rhodes von ParentDish in Coming Out Again and Again.) Abhängig machten die Proband_innen das von der Einstellung des jeweiligen Umfelds. So hatte sich über die Hälfte nicht in ihrer Kirche geoutet, aber die überwiegende Mehrheit gegenüber Freund_innen. Solch „partielles“ Outing führte nicht zu psychologischen Problemen.


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