Einträge mit dem Tag ‘Schwule und Lesben’


Gute Nachrichten aus Frankreich – mit kleinen Abstrichen

15. April 2013 von Gastautor_in

Der folgende Text ist ein Gastbeitrag von Henrike Dessaules, die sonst (unter anderem) auf  Discipline and Anarchy bloggt. Vielen Dank dafür!

Aus Frankreich gibt es in letzter Zeit viel Erfreuliches zu berichten. Nicht nur, dass letzte Woche das Gesetz zur Legalisierung “gleichgeschlechtlicher” Ehen und Adoption im Senat durchgewunken wurde, auch die Regelung zur hundertprozentigen Erstattung von Schwangerschaftsabbrüchen und Verhütungsmitteln tritt nun in Kraft.

Was heißt das genau? Seit dem 31. März bekommen alle Frauen, die einen Schwangerschaftsabbruch vornehmen lassen, sämtliche dadurch anfallende Kosten zurückerstattet. Dies war bislang nur bei Minderjährigen der Fall; alle anderen mussten mit Kosten zwischen 80 bis 200 Euro rechnen. In Zeiten, in denen Familienplanungszentren aus Geldmangel schließen müssen und Abtreibungsgegner_innen durch die Pariser Straßen marschieren, ist das auch im liberalen Frankreich keine Selbstverständlichkeit.

Des Weiteren werden für junge Frauen zwischen 15 und 18 Jahren die Kosten für die Verhütung ebenfalls zu 100% übernommen. Hier muss man allerdings betonen, dass es bei dieser Regelung nicht nur eine (etwas willkürlich anmutende) Altersbeschränkung gibt: Erstattet werden nur hormonelle Verhütungsmethoden – die Pille und das Implantat. Sollte es sich aber bei dieser Maßnahme laut Gesundheitsministerin Marisol Touraine tatsächlich um eine „Entscheidung zugunsten der allgemeinen Gesundheit“ handeln, sollten dann nicht auch gerade Verhütungsmittel, die gegen Geschlechtskrankheiten schützen, kostenlos zur Verfügung gestellt werden?

Mir geht das Gesetz daher nicht weit genug. Davon abgesehen, dass junge Frauen auch unter 15 Jahren sexuell aktiv sind, werden alle, die von diesen Vorzügen Gebrauch machen wollen, automatisch zu einer Methode gedrängt, die von Frauenärzt_innen ohnehin schon oft als alternativlos angeboten wird. Auch ist unklar, inwieweit minderjährigen Frauen bei der Beschaffung die Anonymität ermöglicht werden kann. Planning Familial, das französische Pendant zu Pro Familia, kritisierte die Gesetzgebung daher ebenfalls als unzulänglich.

Immerhin, ein Wahlversprechen hat der derzeitig eher unbeliebte französische Präsident Francois Hollande damit eingelöst. Und eins steht außer Frage: Im Vergleich zu Deutschland und vor allem auch Irland ist Frankreich in Bezug auf reproduktive Rechte deutlich um Einiges voraus. Während wir in Deutschland immer noch auf ein Rezept für die „Pille danach“ angewiesen sind und in Irland das Abtreibungsverbot nach dem Tode von Savita Halappanavar nur schleichend abgemildert wird, trifft sich die französische Frauenrechtsministerin Najat Vallaud-Belkacem mit Planning Familial Filialen, um darüber zu diskutieren, wie Jugendlichen der Zugang zu Verhütung und Schwangerschaftsabbrüchen weiterhin erleichtert werden kann.


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Homo-Ehe: Ja. Heteronormativität hinterfragen? Nee.

2. April 2013 von Magda
Support Gay Marriage

Bild: Human Rights Campaign

Mache ich zur Zeit den Computer an, springt mir ein Meer an roten Flaggen entgegen. Auf Facebook und Twitter haben viele meiner Kontakte ihre Profil­bilder gegen ein rotes Bild mit zwei rosa Strichen getauscht – ein Zeichen der Unterstützung für die aktuellen Kämpfe in den USA für die Öffnung der Hetero-Ehe (und die damit ver­bundenen Privilegien) für lesbisch- und schwul-lebende Paare mit Heirats­wunsch.

Konkret geht es um zwei Verfahren, die aktuell vor dem US-amerikanischen Obersten Gerichts­hof (Supreme Court) verhandelt werden. Das eine Verfahren befasst sich mit proposition 8, einer Volks­abstimmung, mit der in Kalifornien gleich­­geschlecht­liche Ehen ver­boten wurden. Das andere befasst sich mit der Verfassungs­mäßigkeit von DOMA (Defense of Marriage Act, zu deutsch: “Gesetz zur Ver­teidigung der Ehe”), welches die Ehe als die Ver­bindung zwischen einem Mann und einer Frau definiert. Das heisst: Auch wenn ein Homo-Paar in einem der neun Bundes­staaten plus Washington DC legalisiert geheiratet hat, wird das Paar auf der Bundes­ebene weiterhin benach­teiligt was Steuer, Ver­sicherung und Erb­schaft angeht.

In der aktuellen Debatte geht es um die Fragen: Was ist eine Ehe? Welche Rechte stehen gleich­geschlecht­lichen Ehen zu? Und: Werden diese Rechte zukünftig durch den Obersten Gerichts­hof durch ein Grund­satz­urteil abgesichert? Dies erscheint relativ un­wahr­scheinlich, aber der Druck der US-amerikanischen Öffent­lichkeit zur Öffnung der Hetero-Ehe ist enorm. Auch der US-Präsident Barack Obama bezieht klar Stellung. Das Bild zur Bewegung (siehe oben) liefert Human Rights Campaign - eine Organisation, die nicht gerade für eine inklusive Bewegung steht.

Der Hype um die Homo-Ehe

Die aktuelle Aufruhr um die Homo-Ehe verwundert mich ziemlich und zwar nicht, weil mich die Forderung über­rascht. Da neben einigen lesbischen und schwulen Aktivist_innen eine Vielzahl meiner Hetero-FreundInnen, die eher selten mit emanzipatorischen Bot­schaften auffallen, öffent­lich für die Öffnung der Ehe plädieren, hat mich das nach­denklich gestimmt. Ich versuche mal, meine Gedanken zu ordnen:

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Falsch reden, richtig rocken – kurz verlinkt

11. Januar 2013 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 179 von 191 der Serie Kurz notiert

Gute Nachricht für eifrige Netsurfer_innen: Da sich zwischen den Jahren, wie man so schön sagt, allerhand Lesenswertes bei uns eingefunden hat, gibt es diese Woche  “Kurz verlinkt” gleich zweimal. Hier Teil 2.

Welche Auffassungen führen zu Street Harrassment? In letzter Konsequenz: die Überzeugung, das Recht dazu zu haben (Text auf Englisch).

Auch wenn die bekannte Zeitschrift Brigitte nicht gerade, hm,  Vorreiterin im Kampf gegen Körper- und Schönheitsnormen ist: In diesem Beitrag wird vieles, was Fat Shaming, aber auch Selbstakzeptanz ausmacht, schön auf den Punkt gebracht. Dazu passt auch das Interview mit der ARGE Dicke Weiber in der aktuellen Progress.

Laina Dawes hat ein Buch über ihre – teilweise ganz schön widrigen – Erfahrungen als Schwarzer weiblicher Metal-Fan geschrieben. Im Interview stellt sie es vor.

DIY, das selbst Herstellen von Dingen, ist hip. Dagegen sei an sich erstmal nichts einzuwenden, so Sarah Brown bei xojane - jedoch sollte man sich darüber im Klaren sein, dass entgegen des teilweise besonders “ethisch” daher kommenden Appeals vieler DIY-Blogs und Webseiten diese kaum einen ernsthaften Widerspruch zu Konsumismus und gängigen Weiblichkeitsvorstellungen bieten (Text auf Englisch).

An US-amerikanischer Pop- und Netzkultur Interessierte haben es wahrscheinlich mitbekommen: den Streit zwischen der – auch von Feminist_innen gefeierten – Rapperin Azealia Banks und Klatschblogger Perez Hilton, in dessen Verlauf Banks mit hetero/sexistischen Beleidigungen aufwartete.  Spannende Perspektiven auf diese Vorfälle, die über ein “Banks vs. Perez”-Tribunal hinaus gehen, gibt es bei  von Janet Mock bei xojane und von Edward Ndopu beim Crunk Feminist Collective (auf Englisch).

Der Freitag übersetzt einen Text von Kira Cochrane über voyeuristisches Paparazzi’eskes Mobbing per Creepshots (heimlich aufgenommene Fotos, in der Regel von sexualisierten Körperteilen/Motiven, die dann im Internet veröffentlicht werden). Fazit: “Da äußert sich Wut gegen eine eigenständige weibliche Sexualität. Sex und Frauen – das ist vollkommen in Ordnung, solange die Frauen passive Objekte sind. Doch sobald sie selbst über ihre Intimität bestimmen wollen und mit wem sie diese teilen, weckt das Hass.”

Sprache ist wichtig. Sprache verändert sich und uns. Und wer bestimmt, was “richtige” Sprache ist? Unter der pointierten Überschrift “Frauen, hört auf zu reden. Alte Männer mögen nicht, wie ihr sprecht” widmet sich Jezebel   dem Dauerbrenner (auf Englisch).

Wie kann sexueller Konsens – also das Herstellen von Einvernehmlichkeit -   in der Praxis aussehen?  Ein Vorschlag dazu sind “Ja, nein, vielleicht”-Listen: Sammlungen von von Tätigkeiten,  bei denen vermerkt werden kann, welche Dinge man sehr gern tut, mal ausprobieren würde oder was gar nicht in Betracht kommt. Ob man diese Listen nun ausfüllt und dann austauscht, gemeinsam ausfüllt und darüber redet oder einfach für sich selbst zur eigenen Inspiration verwendet – eine Fülle von Anregungen zur Kommunikation über Sex und für konkrete Action können sie auf jeden Fall bieten.  Scarleteen hat allerhand Vorschläge (auf Englisch).

Wie der Buchhandel Trivialromane als “Frauenliteratur” vermarktet, beschreibt DieStandard.

Termine:

Am 21. Januar an der Ruhr Universität, Bochum: Die Welt ist komplex – Genau wie du! Workshop zu sozialer Ungleichheit – in intersektionaler Perspektive

Im Jahr 2013 wird der erstmals der Marlies-Hesse-Nachwuchspreis des Journalistinnenbundes für Online-Beiträge vergeben. Alle Informationen dazu findet Ihr hier , Vorschläge werden bis 1. März 2013 angenommen.


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Lesen, tanzen, essen – kurz verlinkt

9. Januar 2013 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 178 von 191 der Serie Kurz notiert

Gute Nachricht für eifrige Netsurfer_innen: Da sich zwischen den Jahren, wie man so schön sagt, allerhand Lesenswertes bei uns eingefunden hat, gibt es diese Woche  “Kurz verlinkt” gleich zweimal. Hier Teil 1.

Das Rosa-Mayreder-College stand stets an der Schnittstelle von akademischem und aktivistischem Feminismus. Warum die Einrichtung nun schließt und wie es weitergeht, erklärt Gründerin Ursula Kubes-Hofmann.

Der Jahresbericht von Hollaback! International ist da und informiert über Street Harrassment, also Belästigung und Übergriffigkeiten im öffentlichen Raum (Text auf Englisch).

MALMOE und Migrazine nehmen in einem gemeinsamen Schwerpunkt die bereits seit den 1990er-Jahren geführte und stark polarisierte Debatte um Homophobie und Sexismus der Dancehall-Szene genauer unter die Lupe, um ein differenzierteres Bild zu zeichnen.

Profeministische Männerbewegungen? Klingt erstmal gut, hat aber mächtige Haken. Amanda Marcotte analysiert, was das Problem ist (Text auf Englisch).

A Propos Männerprobleme: Männer essen einem US-amerikanischen Psychologen zufolge nicht nur mehr Fleisch als Frauen, sie begründen ihr Verhalten auch anders: Der Fleischkonsum mache sie männlich.

Um Schönheitswahn nach der Geburt geht es in der Berliner Zeitung.

Die taz führte ein Interview mit einer Autorin und dem Mitbegründer des NoNo Verlags für nicht normative Kinderbücher.  Ebenfalls in der taz: “Kotzen vor Wut” darüber, dass sexualisierte Gewalt in Deutschland und überall auf der Welt noch zu wenig Empörung hervorruft.

Südkorea hat mit Park Geun-hye seine erste Präsidentin gewählt. In ihrem Wahlkampf kündigte Park an, im Falle ihrer Präsidentinschaft eine “Revolution der Frauen” in Gang zu setzen, versprach finanzielle Unterstützung für Kinderbetreuung und Anreize für Firmen, mehr Frauen einzustellen. Man darf gespannt sein.

Termine:

Das Team von Slutwalk Münster ist in einem Neuausrichtugnsprozess. Welche_r dabei mitmachen will, kann sich auf Facebook über die weiteren Treffen informieren.

Am 10. Januar im Südblock, Berlin: Rosa Radikale – Visionäres und Impulse aus der Schwulenbewegung der 1970er. Buchvorstellung, Diskussion und tanzbare Tuntenlounge

Am 13. Januar im Jubez, Karlsruhe: Tagung / Konferenz Die Care-Seite der Krise. Gesellschaftliche Hintergründe und politische Strategien.

 


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Weltweit wehren und Wissen erwerben (und dabei gute Musik hören) – kurz verlinkt

5. September 2012 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 166 von 191 der Serie Kurz notiert

Contentwarnung: In einigen der folgenden Meldungen und den entsprechenden verlinkten Texten wird sexualisierte Gewalt thematisiert.

Leider beginnen wir heute mit einer traurigen Nachricht: Die Künstlerin, Kunsthistorikerin und Literaturwissenschaftlerin Gudrun Ankele ist verstorben.

Die neue an.schlaege ist draußen zum Thema ”Feministische Arbeitsutopien” inklusive einem tollem Artikel über “Fünf Jahre Mädchenmannschaft!“. Vielen Dank dafür!

Auf xojane schreibt Lesley, warum es ok ist, den eigenen Körper nicht rund um die Uhr zu lieben – und warum diesbezügliche Forderungen nicht automatisch empowernd sind.

Ein neues Projekt namens It gets fatter (“Es wird fetter”) befasst sich aus einer queeren Perspektive mit Körpernormierungen und Dickenfeindlichkeit und kämpft für ein positiveres Körpergefühl. Eines der ersten Videos behandelt das Thema Gesundheit und Dicksein.


It Gets Fatter – Health & Fatness from It Gets Fatter on Vimeo.

Es gibt nun eine Online-Petition zur Anerkennung der Verbrechen gegen die “Trostfrauen”.

In den USA hat der Wahlkampf begonnen. Auf ihrem derzeit laufenden Parteitag werben die Demokrat_innen dabei insbesondere um die Stimmen von Schwulen und Lesben, meint queer.de beobachtet zu haben.

Eigenartig, was der NDR so unter “Gleichstellung von Mann und Frau” zu verstehen scheint, findet die taz. Außerdem berichtet sie über die Pläne von EU-Justizkommissarin Viviane Reding für eine Frauenquote in den Aufsichtsräten von Konzernen. Und die taz zum Dritten: beleuchtet die aggressive maskulistische Kampagne gegen feministische Perspektiven in der Wikipedia.

Wie die ohnehin eher virtuelle Trennung zwischen Online- und “echter” Belästigung von Gamerinnen sich bisweilen auflöst, steht bei npr.

Dass sich Todd Akin den hanebüchenen Mist vom angeblichen Schwangerschaftsabwehrmechanismus des Körpers nach einer Vergewaltigung nicht komplett selber ausgedacht hat, legt dieStandard dar. Außerdem berichtet dieStandard über zwei interessante Untersuchungen und deren Ergebnisse – einmal zum Ehegattensplitting, einmal zu weiblichen Führungskräften.

Die Neuregelung des gemeinsamen Sorgerechts nicht miteinander verheirateter Eltern kommentiert Edith Schwab, Vorsitzende des Verbands alleinerziehender Mütter und Väter.

Wie die Ideen hinter ‘Open Source’ unsere Welt verändern, erläutert Programmiererin und Bloggerin Alex Bayley im Interview mit derStandard.

Einen Unterstützungsbrief an die inhaftierten Aktivistinnen der Band Pussy Riot schreiben? Hier ist eine nützliche Anleitung, wie vorzugehen ist, damit er auch richtig ankommt.

Immer immer wieder: tödliche Gewalt gegen Schwarze Trans*-Frauen. The Root fragt sich: Wo bleibt eigentlich der kollektive Aufschrei?

Professur trotz besserer Qualifikation nicht bekommen – Juristin klagt wegen Diskriminierung. Skandalös dabei auch: Die Gleichstellungsbeauftragte wurde mittels Disziplinarverfahren gezwungen, ihre Aussage zurückzuziehen, dass die Mutter diskriminiert worden sei, berichtet die Zeit Online.

Call for Music: Die nächste Riot Grrrl Berlin-Compilation steht ins Haus, und eure Musik sollte unbedingt dabei sein.

Nach dem Klick noch allerhand Termine: (weiterlesen …)


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Unsichtbare Sportlerinnen und das „natürliche Rasierbedürfnis“ – kurz verlinkt

12. Juli 2012 von der Mädchenmannschaft

Athletinnen aus Saudi-Arabien und die Olympischen Spiele: letzte Woche berichtete die Washington Post von der Angst, der internationale Druck könnte zu Repressionen führen. Inzwischen scheint es aber, als ob doch keine Athletin mitkommt. Das Frugivoremag nahm die Kritik an den Körpern Schwarzer Athletinnen unter die Lupe.

Die Hebammen konnten nun schon mal einen Teilerfolg erzielen: Die letzte Erhöhung von 15 Prozent der Haftpflichtbeiträge wird von den Kranken­kassen getragen. Anders als auch die Sprache der tagesschau-Meldung suggeriert, werden damit aber nicht die massiven Steigerungen der letzten Jahre von 200 Prozent ausgeglichen, warnt Hebammen für Deutsch­land. Bei den Honoraren gibt es auch weiterhin keine Einigung!

“[W]ie die Jungle World ein erneutes Tief an propagandistischen Journalismus erreicht und die Kritik an Pinkwashing mit plumpen Lügen, bewussten Auslassungen und Manipulation von Fakten zum Verstummen zu bringen will”: Darüber haben Yossi und Liad für linksunten letzte Woche einen sehr guten Text geschrieben, in dem es um Pinkwashing geht.

Ein Hinweis auf eine ganz merkwürdige Werbemaßnahme von Gillette: Frauen und ihr “natürliches Bedürfnis zur Rasur”. Häää? Außerdem total beknackt: Zwei Männerparkplätze im Schwarzwald.

Chella Quint spricht im TEDx Talk über Menstruation, sexistische Werbung und die Botschaften, die diese über das Menstruieren in den letzten 100 Jahren verbreitet haben: Scham.

„Frauen erhalten mehr Medikamente für die Seele, Männer mehr für den Körper. Im Ver­ord­nungs­ver­halten von Ärztinnen und Ärzten wirkten ein­ge­fahrene Geschlechter­rollen fort.“ Die Ärztezeitung über die unter­schied­lichen Medi­kamente, die Männer und Frauen verschrieben werden.

Die ISD (Initiative Schwarzer Menschen Deutschland e.V.) hat eine neue Hompage.

Absurde Transphobie hat ein schwedischer Richter gerade gezeigt. Er sprach einen mutmaßlichen Vergewaltiger frei, weil sein Opfer eine Transfrau war, berichtet queer.de. Die Absicht, eine Frau zu vergewaltigen, hätte nur erfüllt werden können, wenn es sich um eine biologische Frau gehandelt hätte.

Ein voller Terminkalender in Braunschweig, Leipzig und Halle, Trier, Köln, Heidelberg und Burg Lutter sowie eine Stellenausschreibung und ein Call for feminist films, nach dem Klick: (weiterlesen …)


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Die türkische Abtreibungsdebatte und lesbische Schundliteratur – kurz verlinkt

27. Juni 2012 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 158 von 191 der Serie Kurz notiert

Der Frage, warum Kinder und Karriere immer noch so unvereinbar sind, hat sich Anne-Marie Slaughter für The Atlantic angenommen. Deutlich weniger gut ist das Titelbild dazu – Jessica Valenti hat die üblichen „trauriges weißes Kind mit überforderter Karrieremutter“-Bilder gesammelt.

Gruselalarm bei Sat.1: „Auf Brautschau im Ausland“ erfüllt so ziemlich jedes eklige sexistische und rassistische Klischee. Sogar bei Spiegel Online ist man entsetzt.

Apropos Rassismus. Anti-rassistische Kampagnen haben nicht das Ziel, dass weiße Menschen sich schuldig fühlen, betont xojane. Es geht darum, den existenten Rassismus aufzuzeigen, sich dessen bewußt zu werden und etwas dagegen zu tun.

Dazu hat auch Jay Smooth mal wieder ein exzellentes Video.

In der Türkei tobte in der letzten Zeit eine Debatte um das Abtreibungs­recht. Ministerpräsident Erdoğan wollte die Frist halbieren, hat nach dem massiven Protest von Frauenrechtler_innen aber die Pläne wieder begraben, berichtet dieStandard.at. Um Moral und Religion ging es in der Debatte dabei nicht, kommen­tiert Die Presse, sondern um die Kontrolle weiblicher Körper. Die kommt immer noch an anderer Stelle, so sollen Kaiserschnitte reguliert und auf „notwendige medizinische Fälle“ beschränkt werden.

Bis vor kurzem galt häusliche Gewalt noch als „Privatsache“. Diese Einstellung ändert sich zum Glück gerade, auch durch das Gewalt­schutz­gesetz. Die Berliner Zeitung berichtet über die Lage in Berlin, wo es immerhin 16.000 Fälle jährlich gibt. Was leider nicht ganz deutlich wird: Das Gesetz gilt auch für gleich­ge­schlecht­liche Paare und weitere häusliche Gemein­schaften, unabhängig vom Geschlecht der Zusammen­wohnenden.

Lesbische Pulp Fiction (also „Schund­literatur“ der 30er bis 50er Jahre) hat Retronaut zusammengetragen.

Die feministische Weltherrschaft, oder zumindest die Medienherrschaft, hatte das Manager Magazin vor kurzem in deutschen Vorstandsetagen ausgemacht. Schlechte Recherche meint dagegen der Verein Pro Quote und hält Zahlen dagegen. Also öfters 0 Prozent Frauenanteil, berichtet Meedia. Not-so-fun-fact: Alle der Vorzeigemedienlenkerinnen sind Töchter oder Ehefrauen von Medienmännern.

Seit diesem Jahr sind nicht nur eingetragene Lebens­partnerschaften sondern auch gleich­geschlechtliche Ehen im US-Bundesstaat Washington legal – so dass Mary Cheney endlich ihre Partnerin heiraten konnte. Dabei war auch ihr Vater Dick Cheney, der als Vize­präsident noch auf dem Verbot solcher Ehen bestanden hatte, so web.de.

Ein Buchtipp vom Nordic Africa Institute ist „Sexuality and Gender Politics in Mozambique“. Die post-kolonialistische Politik in Mosambik berücksichtige vor allem den patrilinear, also an der väterlichen Abstammung orientiert-lebenden Bevölkerungsteil – an den rund 40 Prozent der Bevölkerung in matrilinearen Familien gehe dies aber weitestgehend vorbei.

Erst noch eine gute Nachricht: Der rote Equal Pay Day-Beutel ist wieder erhältlich!

Und nach dem Klick die Termine. (weiterlesen …)


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Vulkane, Weltreisen, weniger Stress – die Blogschau

23. Juni 2012 von Anna-Sarah
Dieser Text ist Teil 163 von 203 der Serie Genderissimi: Die Blogschau

Karnele sieht Verbesserungsbedarf in Sachen Kampagnenarbeit und fordert auf: Frauen, lernt Social Media!

Nach Dänemark will nun auch Frankreich die Ehe für “gleichgeschlechtliche” Paare ermöglichen, berichtet queernews.at.

Melanie von glücklich scheitern macht sich Gedanken über den Umgang mit Kinder­fotos im Internet und weiß selbst noch nicht, wohin das alles führen soll. Danach erklärt sie dann noch, wie Feminismus und Gender Studies eigentlich zusammen hängen – ist nämlich bei weitem nicht dasselbe, auch wenn manche das zu meinen scheinen.

Mierk Schwabe von den SciLogs hat  auf dem Vulkan nicht getanzt, sondern dort astronomische Beobachtungen gemacht. Und zwar auf dem Mauna Kea auf Hawai’i.

Michaela Werner berichtet – auch per Video – über neue Wege im Leistungs­schutz­recht und die ganz konkreten Auswirkungen auf die tägliche Informations- und Meinungs­bildung im Internet – und warum das ganze Thema relevant für alle Netz­nutzer­_innen. ist. (weiterlesen …)


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Der große Unterschied zwischen Lesben und Heten

12. Juni 2012 von Gastautor_in
Dieser Text ist Teil 26 von 27 der Serie Der Kommentar

Nele Tabler lebt mit Frau und zwei Hunden im Odenwald. Sie schreibt Krimis, Liebesgeschichten, Kolumnen, Kurzgeschichten und bloggt seit 2002 auf karnele.de über Feminismus und lesbisches Leben. Dieser Text erschien ursprünglich dort.

Das Ritual am Morgen: Mit einer Tasse Kaffee und einer Zigarette an den PC setzen und die Mails durchgehen, die in der Nacht eingetrudelt sind. Fast immer stoße ich dabei auf einen Link, der mir die Laune vermiest. Vorausgesetzt ich klicke ihn tatsächlich an, manchmal reicht schon die Überschrift, um zu ahnen: »Darüber will ich heute gar nichts wissen!« Doch den Kopf in den Sand zu stecken, hilft meistens nicht. Im Laufe des Tages finde ich auf Twitter oder Facebook garantiert ebenfalls Hinweise auf den verschmähten Artikel und irgendwann gewinnt meine Neugier.

Vor Kurzem machte ein Video von einem Baptistenpfarrer aus North Carolina die Runde. Was der zu sagen hatte, wollte ich zunächst auch weder hören noch bei youtube ansehen. »Steckt Lesben und Schwule ins KZ, damit sie aussterben!« Später entpuppte sich diese »Predigt« neben den homophoben Tiraden allerdings als recht amüsant und führte auf Twitter zu einer Unterhaltung über homosexuelle Fortpflanzungsarten.

Auch die Meldung, dass ein Moskauer Gericht gleich für die nächsten 100 Jahre den CSD verboten hat, gehört im Grunde genommen eher in die Rubrik Satire – wenigstens für mich als eine Lesbe aus Westeuropa. Russische LGBT Menschen finden das wahrscheinlich nicht besonders lustig, selbst wenn sie wissen, dass eine derartige Planung in die Zukunft einfach nur absurd ist. Ganz besonders in einem Land, dessen System vor zwanzig Jahren quasi über Nacht zusammengebrochen ist, hat man doch Erfahrung damit, wie unvorhersehbar politische Entwicklungen sein können. (weiterlesen …)


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Applaus für… Dänemark

8. Juni 2012 von Helga
Dieser Text ist Teil 23 von 25 der Serie Applaus für

Gestern hat Dänemark die gleichgeschlechtliche Ehe ermöglicht, berichteten Konnys Lesbenseiten. Nachdem es bereits vor 23 Jahren Vorreiter bei der Einführung der eingetragenen Lebenspartnerschaften war, haben homosexuelle Paare nun die gleichen Rechte und Pflichte wie heterosexuelle. Ihre Lebenspartnerschaften werden automatisch zu Ehen. In Deutschland, Österreich und der Schweiz gibt es weiterhin eingetragene Lebenspartnerschaften für Lesben und Schwule – in der Schweiz und Deutschland sind gleichgeschlechtliche Ehen aber möglich, wenn in einer bestehenden Ehe ein Mensch seinen Geschlechtseintrag ändern lässt.


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