Einträge mit dem Tag ‘Schwule und Lesben’


Diskussionen über sexuelle Gewalt, Körperhaare und Geschlechterrollen – die Blogschau

19. Mai 2012 von Helga
Dieser Text ist Teil 158 von 158 der Serie Genderissimi: Die Blogschau

Mir erst gestern passiert: sexuelle Belästigung auf der Straße. Über die Ein­schränkungen, die dies für Frauen bedeutet, hat HighOnCliches gebloggt. Und setzt gleich noch mal nach, wie Männer auf der Straße Frauen ansprechen sollten, ohne wie ein Arsch rüber zu kommen.

Gegen sexualisierte Gewalt läuft weiter #ichhabnichtangezeigt. Eine der Ini­tia­tor­innen von Kofra über unser Weg­schauen bei den Tätern. Wenig überraschend: das Medien­interesse fokussiert sich nun auf Betroffene.

Auch auf der internationalen Politikbühne ist sexualisierte Gewalt weiter Thema. Flannel Apparel kommentiert die Causa Dominique Strauss-Kahn.

Ebenfalls Thema diese Woche: Körperbehaarung von Frauen. Frau mit Bart hat eine Dokumentation der BBC dazu gefunden.

Über Blockupy in Frankfurt hat sich Karnele Gedanken gemacht.

Menschrechte? Gelten nicht für Teilnehmerinnen von „Germany’s Next Topmodel“, stellt Katrin Schuster fest. Stattdessen lernen wir: Mit einem Mikro vor dem Gesicht muss frau auf Aufforderung Kolleginnen denunzieren.

Wie stark Medien unser Leben beeinflußen, musste Discover the Muslim World erleben. Ihr Vierjähriger will nicht abwaschen, denn „im Fernsehen waschen immer nur Frauen ab.

Ein Manifest zur „Inklusion behinderter Menschen in allen Lebensbereichen“ gibt es jetzt beim Behindertenparkplatz. Bitte direkt an Bundes- und Landesregierungen weitersenden!

Zum 20-jährigen Jubiläum des LSVD erklärt anders deutsch, warum sich nicht alle Lesben und Schwulen vom Verband vertreten sehen.

Mit den Geschlechterverhältnissen im NSU Umfeld hat sich das NSU Watchblog ausführlich auseinander gesetzt.

Seit Sonntag war erst Muttertag, dann Vatertag. Wieder einmal zeigt sich, dass wie unsere Eltern sehr unterschiedlich ehren. Denkwerkstatt über kuriose Be­richt­er­stattung in den österreichischen Medien. Und Mutter­seelen­allein­erziehend hat den Herrentagsritualen hinterhergeforscht.

Von Albaniens erstem „Gay Ride“, einer Fahrraddemo unter Regen und Rauch­bom­ben, berichtete QueerNews.at (eine Gay Pride war verboten worden). Und auch in Burma gab es dieses Jahr erstmals Gay Pride-Veranstaltungen.

Katrin von reizende Rundungen weiß, dass ihr Lebenszweck nicht ist, einem Mann zu gefallen – dennoch fragt sie sich nach einer schönen Partynacht, warum sie keiner angesprochen hat. Und warum ist es ihr eigentlich immer noch so wichtig, Aufmerksamkeit zu bekommen?

Feminismus zum Anhören gibt es diese Woche in der neuen Folge von Nrrrdz. Und Antje Schrupp war zu Gast bei Wir. Müssen Reden. Schon etwas länger läuft überhaupt der Podcast „I’m coming out“.

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Engagieren, diskutieren und kritisieren – die Blogschau

14. April 2012 von Helga
Dieser Text ist Teil 153 von 158 der Serie Genderissimi: Die Blogschau

Auch diese Woche wurde wieder mächtig in die Tasten gehauen.

Ein neues Blog ist Polizei und Sexismus, das sexistische Erfahrungen im Umgang mit der Polizei dokumentiert.

Auch neu: der Labercast von Ryuu. In der ersten Folge geht es um „feministische Zucchini im Weltraum“. Und im Missy Blog sind wieder Studierende der Uni Basel zu Gast. So geht es um die Frage, was in der Schweiz gegen sexistische Werbung getan werden kann.

Die feministische Gruppe FemKo aus Göttingen stellt sich mit einem schmucken Video vor:

Mit der Macht der Sprache beschäftigte sich die Tilde. Unbedachte Wörter verharmlosen Gewalttaten und geben im schlimmsten Fall den Opfern Mitschuld.

Im Fremdwörterbuch hat Kübra zum Tode von Trayvon Martin den US-Präsidenten Obama im Hoodie gezeichnet. Außerdem gibt es einen langen Nachtrag zur Kolumne über den muslimischen „Heiratsmarkt“ und die aktuellen Diskussionen um Religiösität und Geschlechterbilder.

Urmila Goel ist weiter durch Indien gereist und hat u.a. an der Konferenz “Advancing Feminist Debates on Reproductive Technologies” teilgenommen.

Das Grimegrrrl will an ihrer FH eine Hochschulgruppe gründen, um sich mit Sexismus, Rassismus… auf dem Campus auseinanderzusetzen. Das Ergebnis bisher: Abwehrhaltung, warum man denn Sexismus anprangere, und die Bitte, das alles nicht „politisch“ zu nennen.

Storytime bei der Riotmango mit Begegnungen an der U-Bahnhaltestelle: „Ey, seid ihr lesbisch?“ „Das ist ja eklig.“

Das Gespenst der Armut empfiehlt das Buch „Wir müssen leider draußen bleiben“. Ob Hartz IV oder Mikrokredite in Bangladesh, die Strategien gegen Armut seien am Ende auch nur weitere Profitmaximierung.

Eine Liste mit den „100 mächtigsten arabischen Frauen“ ist im CEO Middle East erschienen – die West-Östliche Diva nimmt sie kritisch unter die Lupe.

Auf media-bubble geht es um die Unsichtbarkeit von Lesben in der medialen Berichterstattung.

Nach einigen Anfragen gibt es bei Erlebnisse und Gedanken Ratschläge für die ersten Schritte bei Transidentität und fünf Dinge, die transidente Frauen besser nicht tun sollten. Das größte Problem: Im Deutschen fehlt es derzeit noch an der Sprache, an den passenden und verständlichen Worten und Formulierungen.

Neu im TV: Modern Family. Leider sei an der Serie aber nichts modernes, befindet different needs.

Ein Interview mit Gabriele Winker und Nina Degele zu ihrem Buch „Intersektionalität. Zur Analyse sozialer Ungleichheiten“ gibt es im Dishwasher.

Classless Kulla widmet sich einer zu wenig bekannten Körperregion und verweist auf Betty Dodson, die Clitoris und Vulva beschreibt.

Schließlich (auf Englisch) ein Beitrag von Stop! Talking über die ständige Einordnung nicht-weißer Menschen. Als weiß angesehen zu werden, ist dabei ein zweifelhaftes Vergnügen.

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Flashmob für Pussy Riot, die Zustände in Altenheimen und Größe 36 – die Themen der Blogschau

7. April 2012 von Magda
Dieser Text ist Teil 152 von 158 der Serie Genderissimi: Die Blogschau

Puh, diese Woche wurden wohl dutzende Finger wund ge­bloggt, so viele tolle Blog­beiträge haben wir ge­sammelt! Los geht’s:

Antje Schrupp ist ja bekanntlich eine Unter­stützerin des Bedingungs­losen Grund­einkommens, ist aber immer wieder frustriert, wenn in Büchern zu Grund­einkommen Care- und Fürsorgearbeit fast gar nicht beachtet werden.

engl@absurdum schreibt darüber, wie meckernde Männer und meckernde Frauen gesell­schaftlich unter­schiedlich be­wertet werden.

In Ägypten ist sexuelle Belästigung alltäglich. Auf der Website Harassmap können betroffene Frauen die Über­griffe melden, berichtet soukmagazine. Das Projekt erinnert an Hollaback!, das es auch in Deutsch­­land in Düssel­dorfBerlin und Dresden und Um­gebung (facebook-Link) gibt.

High on Cliches machte sich Ge­danken über die Aneignung von diskriminierenden Wörtern – wer eignet sich die Wörter an und wer sollte diese Wörter lieber nicht be­nutzen?

Ein Wut-Posting zum Thema Frauen­quote findet ihr auf myBeautyBlog: “Frauen in Führung – leckt mich mal am Portemonnaie!

Fuckermothers schreibt über Doing Gender in Kinder­büchern.

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Transphobie, Schwarze Feministen und die Schmerzensmanndebatte – kurz notiert

1. Februar 2012 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 137 von 153 der Serie Kurz notiert

Auf The Root erzählt Byron Hurt, wie er erst den Sexismus seines Vaters weiterlebte – und dann zum Schwarzen Feministen wurde.

Nachdem im kanadischen Vancouver die Anzahl sexualisierter Übergriffe kontinuierlich gestiegen war, ist sie im letzten Jahr erstmals gesunken – und zwar um sage und schreibe zehn Prozent. Von offizieller Seite wird dies zurückgeführt auf eine Ende 2010 gestartete Aufklärungskampagne, die sich – und hier wird es interessant, weil untypisch – unter dem Titel Don’t Be That Guy (Sei nicht dieser Typ) mittels Plakaten an junge Männer wendet und damit den Fokus vom poten­tiellen Opfer von Gewalt zum potentiellen Täter verschiebt.

Das Feuilleton diskutiert, ob wir wieder härtere Typen brauchen. Mit Standpunkten von vorgestern und unnötiger Verbissenheit. Der junge Mann hat seine Rolle ver­loren? Gut so! Auch die FAZ widmet sich der aktuellen Weiche-Männer-Diskussion:
Zum Schießen / Totlachen / auf dem Boden kringeln.

Geodreiecke sind unhandlich und niemand hat sie dabei – aber zum Zeichnen sind sie eigentlich ganz praktisch. Mathematikerin Vi Hart erklärt, wie man sich aus einem Stück Papier schnell bei den verschiedensten Winkeln behilft. Mit einem Angle-a-Tron:

Noch einmal Kanada: Seit einem halben Jahr quasi unbemerkt blieb eine Regelung des kanadischen Verkehrsministeriums. Danach dürfen nur Menschen in Flugzeuge gelassen werden, deren soziales Geschlecht mit dem Eintrag in ihren Ausweispapieren übereinstimmt. Trans­personen, die ihren Pass noch nicht geändert haben oder das noch gar nicht dürfen, dürfen damit in Kanada nicht mehr in Flugzeuge steigen. Ebenso genderqueere Menschen, die auf den ersten Blick nicht klar einem Geschlecht zugeordnet werden können, wie Christin Milloy berichtet.

Inzwischen gibt es schon eine Petition an die kanadische Regierung, Transmänner und -frauen nicht weiter zu diskriminieren. Eine weitere Petition gibt es für das Transmädchen in Berlin, das in die Psychatrie eingewiesen und zwangsweise als Junge erzogen werden soll.

Das Medizinstudium ist inzwischen weiblich dominiert, im Beruf sind Ärztinnen aber deutlich unzufrieden. Das ärzteblatt berichtet, dass fast 80 Prozent Unter­schiede in der Beurteilung ihrer Arbeit sehen; Fast 90 Prozent sind der Meinung, dass Männer schneller befördert werden.

Nach langen Querelen werden im Berliner „Homo-Mahnmal“ nun auch lesbische Paare gezeigt, so Queer.de. Erinnert wird an die von Nationalsozialisten verfolgten Homosexuellen – da Lesben im Gesetz nicht erwähnt wurden, beschränkte man sich bisher auf schwule Paare. Dennoch wurden auch lesbische Frauen als „Asoziale“ eingestuft und verfolgt.

Die Termine wieder nach dem Klick: (weiterlesen …)


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Kweens, Klangfarben und Katholiken – die Blogschau

3. Dezember 2011 von Anna-Sarah
Dieser Text ist Teil 136 von 158 der Serie Genderissimi: Die Blogschau

Die Kweens waren beim “26. Treffen junger Autoren” (bemerkenswerter Titel übrigens, bei einem Mädchen-Jungen-Verhältnis von 17 zu 3) und waren schockiert von all den frauen- und generell menschenfeindlichen Texten, die sie dort zu hören bekamen.

momorulez berichtet, warum die Anwesenheit eines Vertreters der katholischen Kirche bei einer Veranstaltung zur Frage „Warum gehe ich zu St. Pauli?“  für ihn unzumutbar ist und erläutert dabei noch mal die Konzepte trigger und safe space/Schutzraum.

Wie Argumente gegen die kürzlich beschlossene “Herdprämie” rassistisch instrumentalisiert werden, gibt es bei anders deutsch zu lesen.

Lipstick Terrorist beschäftigt sich mit der Hypersexualisierung, die sie  innerhalb der queeren Szene wahrnimmt (in englischer Sprache).

Kürzlich erschienen: die Publikation Frauenin/transFormation. Im Anschluss an die FrauenFrühlingsUni in Graz 2009 greifen Mitwirkende die Inhalte, Themen und Erkenntnisse der Veranstaltung noch einmal auf und lassen sie Revue passieren.

Regina Frey berichtet über Männergedenk- und -feiertage im vergangenen Monat. (weiterlesen …)


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Engagiert protestieren, bewusst konsumieren, politisch feiern – die Blogschau

8. Oktober 2011 von Anna-Sarah
Dieser Text ist Teil 128 von 158 der Serie Genderissimi: Die Blogschau

Nach wie vor schert Facebook sich nicht um den Protest gegen – dezent formuliert – vergewaltigungsverharmlosende Aktivitäten auf ihren Seiten. Das Mädchenblog berichtet (Triggerwarnung).

Die Gleisbauarbeiten rezensieren Basha Mikas “Feigheit der Frauen” – mit viel Wut im Bauch.

Regina Frey dokumentiert und kommentiert ihren Mailwechsel mit dem Piraten-Abgeordneten Xander Dorn zum Thema Geschlechterverhältnisse bei den Piraten und sonstwo.

Anlässlich der  Gay Pride Belgrad (die letztendlich verboten wurde) berichtet bomec über die krasse Homophobie, die in Serbien grassiert.

Der aktuelle Gastblog beim Missy Magazine von Side-Glance thematisiert die oftmals äußerst problematischen Produktionsbedingungen von Unterhaltungselektronik.

Puzzlestücke blickt kritisch zurück auf die Veranstaltung Perspektiven feministischer Organisierung nach dem Slutwalk, die kürzlich auch hier bei der Mädchenmannschaft Anlass zur Diskussion war.

Ein Plädoyer für die Beilegung aller Mütter-Grabenkämpfe gibt es von Rike Drust a.k.a. inFemme unterstellt.

Einem interessanten Vortrag zur Enstehung von sexuellem Begehren hat Antje Schrupp beigewohnt.

An der Uni Paderborn plant der Frauenprojektbereich MIA für Anfang 2012 eine Kunstausstellung zum Thema „!Doing gender Killing gender¿“ und lädt dazu ein, sich mit künstlerischen Ideen daran zu beteiligen.

Ein neuer Blog in der feministischen Blogosphäre: Just Stuff.

Und ein paar wichtige Termine gibt’s natürlich auch noch, nach dem Klick: (weiterlesen …)


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Anstieg von Hassverbrechen in den USA

14. September 2011 von Magda

So ziemlich genau vor einem Jahr er­schütterte eine Reihe von Selbstmorden unter Teenagern in den USA die US-amerikanische Gesellschaft. Rund zehn Jungen zwischen 13 und 19 Jahren nahmen sich innerhalb eines Monats das Leben, weil sie massiven homo­phoben Mobbings ausgesetzt waren. Die Kampagne It gets better, die LGBT-Jugend­lichen Mut machen sollte, ver­sprach, dass “alles besser werden würde” (das Pro­jekt selbst erntete neben einer Menge Lob auch Kritik, z.B. von der queeren Theoretikerin Jasbir Puar).

Vor einigen Wochen veröffentlichte die National Coalition of Anti-Violence Programs (NCAVP) nun ihren aktuellen Hate Violence-Report (PDF), in dem Gewalt­ver­brechen gegen Lesben, Schwule, Bisexuelle, Trans­gender, Queers (LGBT*Q) und HIV-Infizierte in den USA doku­mentiert und als Hassverbrechen – so genannte hate crimes - sicht­bar gemacht werden. Hate crimes sind (Gewalt-)Ver­brechen an Menschen auf Grund ihrer zu­ge­schriebenen oder selbst­ge­wählten Identität.

Der Report zeigt auf, was viele bereits ver­muteten: Im Ver­gleich zu 2009 wurden 2010 13% mehr Hass­ver­brechen gegen LGBT*Q und HIV-Infizierte gemeldet – insgesamt 2.503 Betroffene. Die Zahl der Morde stieg um 23% von 22 auf 27 an. Von hate crimes betroffen sind über­durch­schnitt­lich oft Trans­gender und People of Color¹, ins­besondere Trans­gender of Color. Die Täter_innen, meist zwischen 19 und 39 Jahre alt, setzen sich zu zwei Dritteln aus Männern und einem Drittel Frauen zusammen – nur eine einzige Tat wurde von einer Trans Person verübt. Zu den am häufigsten aus­geübten Über­griffen ge­hören ver­bale Belästigungen, Dis­kriminierung, Ein­schüchterungen und tät­liche An­griffe (mit und ohne Waffen).

Die NCAVP betont jedoch, dass die Statistiken wohl nicht die Realität ab­bilden: Die genaue An­zahl der Ver­brechen gegen LGBT* und HIV-Infizierte lässt sich kaum er­mitteln. In Gefäng­nissen oder in (ländlichen) Ge­genden, in denen es keine oder schwer erreich­bare Anti-Gewalt Anlauf­stellen gibt, können die Taten auch nicht auf­ge­zeichnet wer­den – und landen somit nicht im Report.

via: an.riss international, “Hate Crimes” (an.schläge.at, 9/11).
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¹ Die Bezeichnung People of Color (PoC) ist eine selbst­be­stimmte Be­zeichnung von und für Menschen, die nicht weiß sind.


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Menstruations-Sex, Frauen in den neuen Ländern und weibliche Fans – kurz notiert

9. September 2011 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 120 von 153 der Serie Kurz notiert

Der Kinofilm “Circumstance” schildert das Leben zweier Lesben im Iran. Darüber, dass die Bilder im Film der Realität kaum standhalten, berichtet The Daily Beast.

Black Feminist Working Group veröffentlicht ihren 12-Punkte-Plan “What Sistas Want, What Sistas Believe“. Darunter fallen unter anderem eine Umverteilung von sozialen, ökonomischen und kulturellen Ressourcen, die Repräsentation ihrer Vielfältigkeit genauso wie die Umstrukturierung des Strafjustizsystems.

Die taz hat sich die neuen Sonderhefte für “Mollige” von Brigitte und Freundin angeschaut. Fazit wie bei allem, das es eigentlich abzuschaffen gilt: Sonder­repräsentations­flächen sind kein Zeichen von im-Mainstream-angekommen.

Soso: Räumliches Denkvermögen hängt nicht vom Geschlecht, sondern dem Grad der Bildung ab, schreibt Spiegel.Online.

Und noch mal Spiegel.Online: In Hamburg will ein Gründer­zentrum mehr Frauen zur Freiberuflichkeit verhelfen.

Mit einer (nicht ganz neuen) Slideshow klärt the society pages darüber auf, warum Biologie kein Grund dafür ist, dass es so wenig Frauen im Informatikbereich gibt.

Menstruations-Sex verteidigt feministe. Kann ich nur zustimmen: wirkt wunderbar entkrampfend und schön glitschend ist es auch.

Eine neue Studie will untersuchen, warum junge Frauen so selten Ingenieurs­studiengänge anstreben und was man dagegen tun könnte.

Mit einer ausführlichen Tour durch die Rock’n Roll Jahrzehnte stellt Rachel Rabbit White die Frage, ob Groupie Bashing nicht etwas zu voreilig ist und was dieser Lebens­stil mit Feminismus zu tun haben könnte.

Am 20. September 2011 wird das US-amerikanische Don’t Ask Don’t Tell (DADT) endgültig Geschichte sein. Womanist Musing erinnert daran, dass dieser Tag nicht alle LGBT-Soldat_innen gleichermaßen zum Feiern animiert: Für Trans*menschen bleibt DADT weiterhin intakt.

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Mutterschaft als feministisches Thema

26. August 2011 von Anna-Sarah

Im Themenspecial „Bambini statt Bambule – wenn Linke zu Eltern werden” der Jungle World erschien gestern ein äußerst lesenswerter Artikel von Sonja Eismann, in welchem sie feststellt:

“Während in den siebziger Jahren Feministinnen Kinderläden gründeten, ist Mutterschaft in feministischen und queeren Debatten heute kein großes Thema mehr. Das sollte sich ändern.”

Eismann, u.a. und übrigens gemeinsam mit Mädchenmannschaftskollegin Verena im Team des Missy Magazine, beschreibt treffend und anschaulich die wider­sprüchlichen, aber wirkmächtigen Erwartungshaltungen, die an (werdende) Mütter von verschiedenen Seiten herangetragen werden – und kommt dabei schönerweise  ganz ohne das in diesem Themendunstkreis gerne mal herum­lungernde Femi­nis­mus­bashing aus, was von einer Sonja Eismann aber natürlich auch nicht anders zu erwarten war:

“Während ich im Verlauf der Schwangerschaft mit unzähligen Vorschriften und Regulierungen meines Verhaltens zum Wohl des ungeborenen Kindes als verantwortungsbewusste werdende Mutter vergesellschaftet werden sollte, wurden aus dem »alternativen Milieu« ganz umgekehrte Anliegen an mich herangetragen, die von der Angst zeugten, ich könne mich diesem Prozess widerstandslos unterwerfen. Vorsorgeuntersuchungen, Verhaltensvorschriften, Medikamente, Kurse und massenweise Produkte auf der einen Seite, Ängste vor Verspießerung und Akzeptanz des Status quo durch gezügelten Ausgeh- und Genussmittelkonsum auf der anderen.”

(Full disclosure: Ich selbst beobachte an mir bisweilen duchaus auch das notorisch schlechte Muttergewissen – allerdings weniger meinem Kind gegenüber, weil es seit Jahren auch “fremdbetreut” wird, wie es so bezeichnend heißt, sondern eher meinem feministischen Bewusstsein gegenüber, weil ich überhaupt ein Kind bekommen habe. Schon allein deshalb, wie jede_r, die/der Verantwortung für ein kleines Kind trägt, weiß: Jeglicher Selbstbestimmung im auch nur halbwegs engeren Sinn wird damit erstmal ruckartig der Boden unter den Füßen weggezogen. )

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Alles Schlampen!

23. August 2011 von Silviu
Dieser Text ist Teil 25 von 29 der Serie Neues vom Quotenmann

Paula hat recht: Die Mainstream-Berichterstattung über die Slutwalks ist ein gutes Beispiel jener Art von Sensationsjournalismus, der von seinen LeserInnen wenig hält. Zuspitzung, Vereinfachung und letztendlich die Verstellung der Realität, über die berichtet wird. Schlimmer noch ist, dass, wenn selbst in einem Bericht über dieses Thema ein kleiner Teil des Gesamtbilds gleich als Gesamtbild dargestellt wird, stehen die Chancen äußerst schlecht, dass Stereotype und Vorurteile je überwunden werden können.

Ich möchte aber argumentieren, dass das nur halb so schlimm ist. Tatsächlich passiert jedes Mal, wenn die Mainstream-Medien über den CSD berichten, ein ähnliches Phänomen: Obwohl die überwiegende Mehrheit der TeilnehmerInnen ganz alltäglich gekleidet sind, laufen im Fernsehen immer wieder die gleichen Bilder von „abgefahrenen Kostümen“ und „halbnackten Körpern“. Und insofern, dass dadurch Stereotype und Allgemeinplätze bestätigt, ja verstärkt werden, läuft das nicht nur gegen die minimalen Regeln eines kritischen Journalismus, sondern vor allem gegen die Hauptziele der Veranstaltung selbst. Das ist natürlich ärgerlich, aber auch witzig, denn das heißt, dass die JournalistInnen eigentlich gar nicht verstanden haben, worum es hier geht.

Doch der Grundgedanke von performativen politischen Statements wie den Slut Walks oder den (ursprünglichen) CSDs lautet: Stereotype aneignen und sie durch Zuspitzung und Übertreibung entkräften. Vereinfachung durch den (medial vermittelten) Blick der Anderen gilt hier als wichtiger strategischer Moment in der Kommunikation, und gleichzeitig als Ausgangspunkt für die performative Dekonstruktion dieses Blicks: „Wir sind doch alle Schlampen, aber wie!“

„Schlampe“, genau wie „queer“ oder „Tunte“, funktioniert hier weniger als sachlicher Begriff, der als mögliche Beschreibung auf die Realität zutrifft oder eben nicht. Vielmehr haben diese Wörter von vornherein eine performative Funktion: Wer sie verwendet, gestaltet die soziale Realität.


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