Einträge mit dem Tag ‘Schwarze Geschichte’


Samstagabendbeat mit Beyoncé

13. Februar 2016 von accalmie

Queen Bey. „I got hot sauce in my bag. Swag“, New Orleans und Katrina, Südstaaten-Geschichte und -Kulturen, die Politik Schwarzer Haare, Sex, Black Power und Black Lives Matter: Beyoncés neues Lied und das dazugehörige Video zelebrieren – mitten im Black History Month – Schwar­ze Men­schen in den USA und posi­tionier­en sich gegen Ra­ssis­mus, Po­li­zei­ge­walt und ver­ein­fa­chen­de „re­spect­abili­ty“-Poli­tik.

Was an „Formation“ großartig ist, erklären unter anderem New South Negress, Luvvie und Syreeta MacFadden.

Zugleich zeigen Yaba Blay bei ColorLines und Shantrelle Lewis bei Slate auf, welche Kritikpunkte es an dem Lied und Video gibt.

Bei Dame kommentiert Stacey Patton weiße Protest- und Boykottaufrufe nach der Super-Bowl-Show: „Beyoncés Mittelfinger-Salut an das weiße Amerika“. 

 


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Kampf gegen Ausbeutung, neue Vorbilder und unabhängige Prinzessinnen – kurz verlinkt

8. Juli 2015 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 287 von 362 der Serie Kurz notiert

Deutschsprachige Beiträge

„Am 2. Juli 2015 hat der Bundestag das Gesetz zur Neubestimmung des Bleiberechts und der Aufenthaltsbeendigung verabschiedet“: Über die drohende Ausweitung von Abschiebehaft und erneute Verschärfung der Einreisebestimmung schreibt Pro Asyl.

Die Bloggerin Katrin von Reizende Rundungen ist aktuelles roleUP Vorbild:

Englischsprachige Beiträge

(K)eine typische Prinzessin: A Mighty Girl stellt ungewöhnliche Bücher mit und über unabhängige Prinzessinnen für Kinder und Jugendliche vor.

„My grandmother was born Black and poor in Trujillo’s Dominican Republic. She was only five years old when the state-sanctioned killings of thousands of Haitian migrants widely known as „the Parsley Massacre“ occurred.“ Im Ebony Magazine reflektiert Claudia de la Cruz rassistische Praxen in der Dominkanischen Republik, Haiti und den „Global War on Blackness.“

„Sick and Tired“: Über den Kampf gegen Ausbeutung, Gewalt und für Bürger_innenrechte durch verschiedene Gewerkschaften und Frauengruppen in Sri Lanka berichtet Open Democracy.

Im Fahrwasser der Rachel-Dolezal-Geschichte wurde auch nochmals der Blick auf die Wissenschaftlerin Andrea Smith gerichtet, die sich jahrzehnte lang als Native American präsentierte. Colorlines fasst die wichtigsten Diskussionssträge zusammen und verlinkt auf eine Reihe von Artikeln, z.B. die Liste „cool indigenous feminist scholars to check out“ auf dem Tumblr mé’êško’áe.

Bill Cosby Shows Once Again, We Listen to the Wrong People When It Comes to Sexual Assault„, schreibt Jamilah King bei Mic.

Termine in Berlin

Berlin, am 11. Juli: „Behindert und verrückt feiern“ – die Pride Parade. Start: 16 Uhr, Hermannplatz.

Berlin, 17. – 19. Juli: Female Focus Festivals mit Musik, Podiumsdiskussion und Workshops.

Berlin, bis 16. Juli: Ausstellung queerfeministische Malerei: material matters – bewegte und widerspenstige Körper von Deborah Schmidt. Artist Talk am 11. Juli 2015.


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Die Weißwaschung und Aneignung von Black Studies in Deutschland – Ein Community-Statement

9. Februar 2015 von accalmie

New Black Diaspora Studies, Black Bremen Studies, African American Research – was zunächst als längst überfällige Forschung und Lehre in Deutschland zu Schwarzer Geschichte, Kultur, Literatur, etc. erscheint, entpuppt sich schnell als Teil des Problems: Black Studies, auch die „Black Knowledges Research Group“ („Schwarzes Wissen“-Forschungsgruppe) in Bremen, sind weiss, sowohl personell als auch von der Heran­gehens­weise, dass Schwarze Menschen oft als Forschungs-„Objekte“ und auszuschöpfende Infor­mationsquellen, nicht aber als Kol­leg_in­nen, Impulssetzer_in­nen und Wis­sens­pro­du­zent_in­nen be­trach­tet wer­den. Schwarze Wissenschaftler_innen, Aktivist_innen und Künstler_innen haben am vergangenen Freitag ein Statement veröffentlicht, das gegen die Weißwaschung und Appropriation (Aneignung) von Black Studies in Deutschland protestiert. Mitgezeichnet und unterstützt wird dieses Statement unter anderem vom Braunen Mob e.V., der Initiative Schwarze Menschen in Deutschland (ISD), ADEFRA e.V. (Schwarze deutsche Frauen und Schwarze Frauen in Deutschland), dem Bündnis kritischer Kulturpraktiker_innen, Prof. Dr. Angela Davis, Prof. Dr. Maisha Eggers, Dr. Peggy Piesche, Noah Sow und Sharon Otoo.

Das gesamte Statement und die umfassende Auflistung der Unterstützer_innen könnt ihr beim Present_Tense Scholars Network: Black Perspectives and Studies Germany lesen. Weitere Infos findet ihr auch auf Noah Sows Blog (…generell: Eine ständige Lektüreempfehlung!).

Ein Auszug:

Wir, die hier Unterzeichnenden, verurteilen die Art und Weise, in der Black Studies an der Universität Bremen mobilisiert und in Dienst genommen werden. […]

Angesichts der offenkundigen, proaktiv praktizierten Ausschließungen, den mehr oder minder feststehenden inhaltlichen Ausrichtungen der Arbeitsgruppen der Creative Unit, den diversen personellen Überschneidungen und den bereits laufenden bzw. angegliederten Forschungsprojekten stellen sich außerdem die Fragen, wie und von wem über die im Proposal beantragten Stellen und Gelder entschieden wird und auf welchen Auswahlkriterien diese Entscheidungen beruhen. Immerhin handelt es sich dabei um 1 Postdok-Stelle, 4 Doktoranden-Stipendien, 2 halbe Promotionsstellen und 4 Stellen […] für wissenschaftliche Hilfskräfte. […]

Es ist ein Skandal, dass Schwarze deutsche Wissenschaftler_innen und Aktivist_innen im Zuge der Gestaltung der Unit nicht konsultiert worden sind und ihre Arbeit umfassend entnannt wird, jedoch ihre Namen im Proposal auftauchen, wo sie ohne ihre Zustimmung als aktuelle oder „prospektive“ Kooperationspartner_innen gelistet wurden. Überdies werden die Forschungen von Schwarzen deutschen Wissenschaftler_innen, die in Deutschland seit vielen Jahren zu diesen Themen arbeiten und publizieren, ausschließlich „im Zusammenhang eines basisdemokratischen Aktivismus schwarzdiasporischer Autoren“ verortet.  […]

Mit anderen Worten: Während die finanziellen Ressourcen der Creative Unit dazu genutzt werden, um Stellen für weiße Wissenschaftler_innen zu finanzieren, werden die Namen von Schwarzen Wissenschaftler_innen / Aktivist_innen, wenn sie denn überhaupt Erwähnung finden, ohne die entsprechende Erlaubnis als Token verwendet. Eine solche Vorgehensweise ist nicht nur ungeheuerlich und unethisch, sondern bekräftigt das koloniale Modell der Enteignung: Schwarze Deutsche dürfen weißen Akademiker_innen gern als „Rohmaterial“ und „native informants“ dienen, es wird ihnen allerdings nicht erlaubt, als eigenständige Wissenschaftler_innen zu agieren. Weiße deutsche Akademiker_innen und Aufbaustudierende hingegen stehen bereit, um von noch mehr ökonomischem und symbolischem Kapital als Teil der geplanten Creative Unit zu profitieren. […]

In den USA sind Departments für Black Studies einst ins Leben gerufen worden, weil studentische und community-Gruppen politischen Druck auf die Universitäten ausübten, um die Wissensproduktion über und vor allen Dingen von (!) Schwarzen Menschen anzuerkennen, finanziell zu unterstützen sowie strukturell und personell zu etablieren.

Übrigens: Die Forschungsgruppe „Black Knowledges Research Group“ an der Universität Bremen hat sich im Zuge der Kritik nun innerhalb von zwei Tagen aufgelöst. Hier findet ihr die Stellungnahme (auf Englisch).


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Dicke Bäuche, weiße Profilierungen, Gegen-Perspektiven auf Flucht & Migration – die Blogschau

13. Dezember 2014 von Nadine
Dieser Text ist Teil 268 von 295 der Serie Die Blogschau

Metal Musik zeichnet sich oft durch weißes hetero Mackerverhalten aus. In der neuen Reihe „Metalheads“ auf „Der k_eine Unterschied“ wird nach Brüchen und Subversivem im Metal gesucht. Der erste Teil behandelt Judas Priest und schwules Begehren.

Auf dem „Heimatkunde“-Portal der Heinrich Böll Stiftung sind mehrere Beiträge von und mit der Aktivistin und Künstlerin Noah Sow erschienen, u.a. ihr Vortrag zu weißen Aneignungen Schwarzer Wissensproduktionen.

Auf queer sehen gibt es ein kritisches Review zur Serie „The Fosters“, die zwei lesbische Mütter in den Mittelpunkt rückt.

Das autonome FrauenLesbenReferat Marburg hat die Identität eines gewalttätigen Typen, der in der Wissenschaft und darüber hinaus Anerkennung genießt, auf Wunsch der Betroffenen veröffentlicht.

Eine klassismus- und rassismuskritische Analyse zum Tod von Tuğçe Albayrak ist auf cosas que no se rompen veröffentlicht.

Koloniale Kontinuitäten, kulturelle Aneignung und Muslim-Sein in der Diaspora ist Thema auf Diaspora Reflektionen.

Über die Verantwortung der Medienlandschaft, wenn es um Diskriminierung und Gewaltandrohungen geht, schreibt Karnele.

Die Denkwerkstatt zitiert aus Anja Meulenbelts Klassiker „Scheidelinien. Über Sexismus, Rassismus und Klassismus

Don’t degrade Debs Darling kritisiert unhinterfragte Perspektiven im Kontext Selbstfürsorge und Körperpolitiken.

Women in Exile: Wie das deutsche Asylsystem Flüchtlinge und MigrantInnen spaltet

Bei der ARGE Dicke Weiber gibt es ein Gedicht: Mein dicker Bauch.

Nadia war bei der Zukunftsakademie NRW zu Gast und hat einige ihrer Eindrücke verbloggt, u.a. zum Kollektiv Askavusa, das Objekte von Menschen sammelt, die flüchteten und in Lampedusa angekommen sind.

Habt ihr diese Woche was geschrieben, gezeichnet oder aufgenommen, das hier nicht verlinkt wurde? Kennen wir eure tolle Webseite/tollen Blog etwa noch gar nicht? Dann ab damit in die Kommentare. Jede Woche verlinken wir Text_Wissens_Produktionen aus dem deutschsprachigen Raum.


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Heroische Frauen, mieser Journalismus – kurz verlinkt

10. Juli 2013 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 204 von 362 der Serie Kurz notiert

Minna Salami schreibt auf Ms. Afropolitan über afrikanische Feminismen und ihre Geschichte (englischsprachig)

Der neue Wegbereiterinnen Kalender ist da! Der Wandkalender im Format DIN A 3 präsentiert auch in diesem Jahr zwölf aktive Frauen aus der Geschichte (PDF).

Zwei Musikerinnen des Pussy Riot-Kollektivs sind inkognito auf Tour. Die taz hat sie interviewt.

Laut dem Handelsblatt haben auch konservative Regierungsabgeordnete in Costa Rica für ein neues Ehe-Gesetz gestimmt – allerdings offenbar ohne sich den Text vorher genau durchzulesen, denn das Gesetz erlaubt auch lesbische und schwule Ehen.

Auch im deutschen Bundesrat standen dieser Tage spannende Themen auf der Agenda: erleichterter Zugang zur „Pille danach“, die Gleichbehandlung schwuler und lesbischer Ehen im Einkommenssteuerrecht und die Möglichkeit der vertraulichen Geburt.

Die Filmindustrie schließt Frauen systematisch aus, stellt nun auch die Süddeutsche Zeitung fest.

Der Sportjournalismus ist nicht viel besser: Angesichts des Wimbledon-Erfolgs von Tennisspieler Andy Murray war vielfach zu hören und zu lesen, dass dieser „seit 77 Jahren der erste britische Sieg“ sei – was allerdings nur dann stimmt, wenn man die vier Tennisspielerinnen nicht mitzählt, die in dieser Zeit in Wimbledon gewonnen haben (englischsprachig).

Das superbe US-amerikanische Bitch Magazine macht auch diesmal wieder einige Artikel aus der Print-Ausgabe online zugänglich – darunter eine Kulturgeschichte des Phänomens Junggesellinnenabschied, eine Analyse der Diskussionen um den Feminismus von Popstar Beyoncé und der Erklärung, warum Fett ein queeres und feministisches Thema ist. Welche_r es sich leisten kann: große Abo-Empfehlung!

In ihrem Spoken-Word-Vortrag „Embarrassed“ wendet sich Hollie McNish gegen die doppelmoralischen Einschränkungen, denen sie sich als stillende Mutter im öffntlichen Raum ausgesetzt sah (englischsprachig).

Die New York Times erinnert daran, dass „Rasse“ keine biologische, sondern eine soziale Kategorie ist (englischsprachig).

In Deutschland geht die Kampagne gegen racial profiling in die zweite Runde: „Es handelt sich dabei um eine von der Kampagne Opfer rassistischer Polizeigewalt (KOP) und der Initiative Schwarze Menschen in Deutschland (ISD) initiierte Beschwerdebrief-Aktion an die Bundespolizei, die Menschen auf einem niedrigschwelligen Niveau handlungsfähig machen und das strukturelle Problem des Racial Profiling sichtbar machen soll“.

Vor 20 Jahren wurde die feministische Musikikone Mia Zapata ermordet; ByteFM erinnert.

s.e. smith schreibt bei XOJane: „Ob es euch passt oder nicht – der westliche Yoga-Hype ist ein Paradebeispiel für kulturelle Aneignung“ (englischsprachig).

Über heroische Leistungen von Piloten wird bisweilen viel gesprochen – was aber ist mit dem Kabinenpersonal, deren Fähigkeiten und Einsatz bei Notfällen, fragt Lisa Wade bei Sociological Images (englischsprachig)?

In vielen Regionen hat heute der Ramadan begonnen. Zu diesem Anlass gibt Muslimah Media Watch sechs Tipps für das Schreiben und Sprechen über  muslimische Frauen (englischsprachig). Ramadan Mubarak!

Termine in Berlin, Mainz, Halle/Saale und Hamburg nach dem Klick: (mehr …)


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Sichtbar werden, mitmachen und aufbegehren – kurz verlinkt

31. Januar 2013 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 187 von 362 der Serie Kurz notiert

Am 14. Februar heißt es streiken, tanzen, aufbegehren: One Billion Rising! dieStandard liefert noch mal ein paar Hintergrundinfos zu der Aktion.

Tarantinos aktueller Film ist in aller Cineast_innen Munde. Während der Regisseur selbst  sich im Spiegel als ekelhaft selbstgerechter, unreflektierter Privilege Denying Dude zeigt (und wiederum so manche_r Filmfan wenig überrascht ist), erfahren wir bei Colorlinies zehn Dinge über Sklaverei, die  “Django Unchained” uns nicht lehren wird. (Text auf Englisch)

Agnes Krumwiede hat als Grünen-Politikerin immer wieder Erfahrungen mit Sexismus machen müssen und stellt klar: „Sexismus ist auch ein Macht- und Stilmittel des „seriösen“ Journalismus – nicht nur des Boulevards“.

Umso überraschender: Im NDR ist endlich mal ein Medienbericht zur aktuell aufgegriffenen Sexismus-Debatte erschienen, der einer nicht den Magen umdreht. Auch Merle Stoever ist dort interviewt worden. Mit Anschau-Empfehlung!

Der aktuelle digitale #aufschrei gegen Sexismus ist übrigens nicht der erste seiner Art. dieStandard erinnert an vergangene netzfeministische Aktionen und zieht eine eher düstere Prognose.

[TW: Ausschreibung rassistischer Wörter] Die Berliner Zeitung hat einen überraschend guten Beitrag über ein deutsches Leben veröffentlicht: die Erfahrungen von Abenaa A.s Familie als Schwarze im rassistischen Deutschland.

Nepal führt als erstes Land weltweit ein drittes Geschlecht in offiziellen Dokumenten an.

Angeblich sind Frauen* ja sowieso nicht an Vorstandsposten interessiert. Welche das anders sieht, kann sich auf „Wir stellen uns schonmal an!“ registrieren und bei Interesse einen kurzen Kommentar hinterlassen.

Das POC ZINE PROJECT hat ein neues Zine über Abtreibungen und reproduktive Rechte veröffentlicht. (Englisch)

Eine neue queerfemnistische Zeitschrift für Frauen*, „die sich wider der Heteronormativität definieren“, soll bald an den Start gehen. Dafür wird allerdings noch etwas (finanzielle) Unterstützung benötigt.

Für eine Online-Studie zu unerfülltem Kinderwunsch werden lesbische und bisexuelle Frauen ab 18 Jahren gesucht.

Und gleich noch ein Fragebogen: KulturPLUSLust sucht „Lesben, frauenliebende Frauen, queere Lesben und Transfrauen und -männer der Rhein-Neckar-Region“ für eine Umfrage zu „Freizeitaktivitäten, Wünschen und Visionen für die Freizeitgestaltung“. (Leider sind auch ein paar nicht so tolle Fragen dabei, vielleicht würden sich hier kritische Anmerkungen in der Kommentierspalte lohnen.)

Gesucht wird auch bei BIG e.V. in Berlin. Und zwar nach Darsteller*innen für ein Forumtheaterprojekt mit dem Titel: „Keine Angst vor Hilfe – häuslicher Gewalt entgegentreten“.

Termine: (mehr …)


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Why do you have black dolls?

19. Oktober 2012 von Sabine
Dieser Text ist Teil 8 von 34 der Serie Die Feministische Videothek

„Warum hast Du schwarze Puppen?“, fragt eine Achtjährige, und wird damit zur Inspiration des gleichnamigen Dokumentarfilms von Samantha Knowls. Die Filmemacherin macht sich auf die Suche nach der Bedeutung schwarzer Puppen und interviewt Kinder, Künstlerinnen wie Sammlerinnen dieser Puppen. „Ich liebe schwarze Puppen. Es ist nicht wie Schmuck, den Du verkaufst und „oh“ denkst, nein, schwarze Puppen sind ein Gespräch. Das ist ein Leben“, erzählt eine der Protagonistinnen im Film.

Am vergangenen Sonntag hat Samantha Knowles ihren Film „Why do you have black dolls?“ beim jährlich stattfindenden 15. Reel Sister Film Festival in Brooklyn, New York vorgestellt.

Der Film will die Schönheit, die Geschichte und den Stolz schwarzer Puppen zeigen. Sie sind mehr als ein Spielzeug. Sie sind auch kulturelle Artefakte, Erzählungen, Zeugnisse und ein sich Wiederfinden. Im Interview mit der brooklyn paper sagt Knowles, dass der Film eine Art sei, die Geschichte und das Erbe zurückzugewinnen. Hier ein Trailer (leider nur auf Englisch) zum Film, der hoffentlich auch bald in Deutschland zu sehen ist:


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Wer war… Ella Baker?

14. Dezember 2010 von Magda
Dieser Text ist Teil 23 von 51 der Serie Wer war eigentlich …

Ella Baker war Journalistin, Lehrerin und in der US-amerikanischen Bürgerrechtsbewegung aktiv, die Mitte des 20. Jahrhunderts ihren Höhepunkt hatte. Diese verstand sich als Befreiungsbewegung der afroamerikanischen Bevölkerung und war besonders in der Bekämpfung von gesetzlich verankerter Diskriminierung von Schwarzen erfolgreich.

Ella Baker (ellabakercenter.org, via Creative Commons)

Ella Baker (ellabakercenter.org, via Creative Commons)

Ende der 1930er Jahre begann Baker in der Bürgerrechtsorganisation National Association for the Advancement of Colored People (NAACP) als Sekretärin zu arbeiten. Die NAACP setzte sich bereits seit Anfang des 20. Jahrhunderts für die Rechte von Afroamerikaner_innen in den USA ein. Baker wurde als erste Frau Präsidentin eines NAACP-Zweigverbands, arbeitete mit namhaften Aktivist_innen wie Martin Luther King Jr. oder W.E.B du Bois (Mitbegründer der NAACP) zusammen und war maßgeblich an der Ausbildung von Bürgerrechtler_innen wie Rosa Parks beteiligt.

In Zeiten strikter Trennung zwischen Weißen und Schwarzen arbeitete Baker an der Ausweitung basisdemokratischer Strukturen und setzte insbesondere auf lokalen Aktivismus. In ihren zahlreichen Reisen durch die Südstaaten rekrutierte sie unzählige neue Mitglieder, sammelte Spenden und half bei der Gründung lokaler NAACP-Gruppen. Die Einbindung von Frauen und jungen Menschen lag ihr besonders am Herzen, da ihr Kampf für die Rechte von Afroamerikaner_innen eng geknüpft war an eine Enthierarchisierung und die Inklusion von Mädchen und Frauen. Baker war aktiv an der Etablierung von studentischen Gruppen wie Student Nonviolent Coordinating Committee (SNCC) beteiligt, die gewaltfreien Protest zum Beispiel in Form von Sitzblockaden organisierten.

Ihre letzten Jahre verbrachte Baker in New York, wo sie in sozialistischen Organisationen und diversen Frauengruppen aktiv war. Ella Baker verstarb gestern vor 24 Jahren an ihrem 83. Geburtstag.

Die beeindruckende Aktivistin regte die A-Capella-Gruppe „Sweet Honey in the Rock“ zu einer musikalischen Widmung an (Video und Text nach dem Sprung).
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Wer war… Rosa Parks?

25. Oktober 2010 von Magda
Dieser Text ist Teil 22 von 51 der Serie Wer war eigentlich …

„Die einzige Sache, die mich ärgert, ist, dass wir so lange mit dem Protest gewartet haben.“ (Rosa Parks über den Montgomery Bus Boycott)

Rosa Parks und Dr. Martin Luther King jr. (ca. 1955) via Wikimedia/Commons

Rosa Parks und Dr. Martin Luther King jr. (ca. 1955) via Wikimedia/Commons

Die US-amerikanische Bürgerrechtlerin Rosa Parks (geboren Rosa Louise McCauley) kam am 4. Februar 1913 in einer ländlichen Gegend in Alabama zur Welt. Rosa und ihr Bruder wurden von ihrer Mutter, einer Lehrerin, allein groß gezogen und lange Zeit zu Hause unterrichtet. Parks begann als Näherin zu arbeiten und heiratete mit 19 Jahren Raymond Parks, ein Friseur, der in der National Association for the Advancement of Colored People (NAACP) aktiv war. Die NAACP ist eine Bürgerrechtsorganisation, die seit 1909 bis heute für die Rechte von Afroamerikaner_innen in den USA kämpft.

In den Südstaaten herrschte zu der Zeit noch eine strikte Trennung zwischen Weißen und Schwarzen in öffentlichen Bereichen wie Toiletten, Restaurants und den öffentlichen Verkehrsmitteln. Als sich Rosa Parks am 1. Dezember 1955 weigerte, ihren Platz für einen weißen Mann frei zu machen, wurde sie verhaftet und später zu einer Geldstrafe verurteilt.

Martin Luther King jr., damals ein noch relativ unbekannter Prediger, organisierte mit unzähligen Aktivisten und Aktivistinnen den berühmten Montgomery Bus Boycott. Die von den Afroamerikaner_innen organisierten Fahrgemeinschaften in privaten Autos führten zu enormen finanziellen Verlusten für die Verkehrsbetriebe. Der über ein Jahr lang anhaltende Protest endete mit dem Urteil des US-amerikanischen Supreme Courts, welches die Segregation in den Bussen beendete.

Parks war keinesfalls eine ältere müde Dame, die sich spontan dazu entschied, die rassistische Segregationspolitik herauszufordern. Ihr Handeln erwuchs aus jahrelangem aktiven Engagement in der Bürgerrechtsbewegung. Bereits seit 1943 arbeitete sie ehrenamtlich als Sekretärin für die NAACP.

Gestern vor fünf Jahren verstarb Rosa Parks mit 92 Jahren.

Lesetipp: Belinda Robnett (1997): „How Long? How Long? African American Women in the Struggle for Civil Rights.“ Oxford University Press.


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Wer war… Sojourner Truth?

29. Mai 2010 von Magda
Dieser Text ist Teil 15 von 51 der Serie Wer war eigentlich …

Sojourner Truth, geborene Isabelle (Sklav_innen hatten oftmals keinen Nachnamen), wurde ca. 1797 in New York, USA, geboren und war eine der ersten Aktivist_innen, die sich gleichermaßen gegen die Sklaverei und für die Rechte von Frauen einsetzte. Sie war die Zweitjüngste von zehn bzw. zwölf Kindern (Angaben variieren). Gemeinsam mit Robert, einem Sklaven, bekam sie ihr erstes Kind. Diese Beziehung wurde beiden allerdings untersagt; so heiratete Truth als 14- oder 15-Jährige den Sklaven Thomas, mit dem sie noch weitere vier Kinder hatte.

Foto via Creative Commons: Skulptur in Battle Creek, Michigan http://www.flickr.com/photos/30940619@N05/2981829576/

Foto über Wikimedia Commons: Skulptur in Battle Creek, Michigan

Mit 29 Jahren floh Isabelle aus der Sklaverei und wurde samt ihres einzigen Sohnes von einem Quäker namens Isaac Van Wagenen freigekauft. Während die Töchter bei ihrem Vater blieben, arbeitete sie in New York als Hausangestellte – einer der wenigen Berufe, die freie Schwarze Frauen zu jener Zeit ausüben durften. 1843, mit 46 Jahren, wurde Isabelle Wanderpredigerin und nannte sich fortan Sojourner Truth. 1850 diktierte sie ihre Autobiographie The Narrative of Sojourner Truth. Während des Amerikanischen Bürgerkriegs (1861-1865) predigte Truth gegen rassistische Ungerechtigkeiten und half entflohenen Sklav_innen, Arbeit und Unterkunft zu erlangen.

In ihrer bekanntesten Rede Ain’t I a Woman? bei der Frauenrechtsversammlung in Akron (Ohio) erklärte sie heute vor 159 Jahren, am 29. Mai 1851:

„Ich konnte genau so viel arbeiten und genau so viel essen wie ein Mann … und die Peitsche genau so tapfer ertragen. Und bin ich denn keine Frau? Ich habe 13 Kinder geboren, und fast alle wurden in die Sklaverei verkauft, und als ich laut weinte in meinem mütterlichen Schmerz, hörte mich niemand außer Jesus! Und bin ich denn keine Frau?“

(Es gibt mehrere Versionen dieser Rede. Diese ist die meistzitierte, wiedergegeben von Frances Dana Barker Gage, einer der Mitorganisatorinnen der Frauenrechtsversammlung in Akron. Ungereimtheiten ergeben sich allerdings u.a. aus der Tatsache, dass Truth nur fünf Kinder hatte, nicht 13).

Mit ihrem berühmten Ausspruch And ain’t I a woman? („Und bin ich denn keine Frau?“) machte Truth darauf aufmerksam, dass der Begriff „Frau“ und der Ruf nach „Frauenbefreiung“ versklavte, Schwarze und arme Frauen kaum miteinbezog.

Ende der 1860er zog Truth in den US-Bundesstaat Michigan, war weiterhin als Predigerin in verschiedenen Bundesstaaten im Nordosten der USA unterwegs und traf sogar den damaligen Präsidenten Ulysses S. Grant im Weißen Haus.

Am 26. November 1883 verstarb Sojourner Truth mit ca. 85 Jahren.


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