Einträge mit dem Tag ‘Schwangerschaft’


Worüber ich will!

26. April 2010 von Helga
Dieser Text ist Teil 36 von 103 der Serie WWW Girls

In jeder Folge der WWW Girls stellen wir euch eine Bloggerin und ihr Weblog vor. Heute:

INFEMME.twoday.net

Wie heißt du?
Rike Drust

Seit wann bloggst du?
Seit 2006.

Drei Bloggerinnen mit weißen Laptops auf denen der Venusspiegel prangt, darum der Slogan - Feminists of the WWW: unite

(c) Frl. Zucker, fraeuleinzucker.blogspot.com

Warum hast du damit angefangen?
Weil mir langweilig war. Die Schreiberei für meinen Werbetexterinjob hat mich nicht ausgefüllt und ich habe nach einer anderen Möglichkeit gesucht. Einem Platz, in dem ich statt „Jetzt neu!“ und so weiter schreiben kann, was ich will.

Worüber schreibst du?
Worüber ich will :) Am häufigsten antworte ich Franz Josef Wagner, dem schlimmen Kolumnisten der BILD-Zeitung, auf seine unsäglichen Briefe. Die schicke ich ihm parallel auch häufig per Email, aber er hat noch nie geantwortet. Ansonsten schreibe ich über alles, was mich beschäftigt. Sonderbare Werbung und Fussball zum Beispiel. Oder Promis. Oder Hautärzte. Oder Politisches. Und seitdem ich ein Kind habe und mich als Gastbloggerin beim Missy Magazine vermehrt mit dem Thema auseinandergesetzt habe, geht es auch vermehrt wieder um Frauenthemen, weil ich schon ab der Schwangerschaft gemerkt habe, dass es ganz schön schwierig und scheisse sein kann, Feministin und Mutter gleichzeitig zu sein. Dass ich mich vorher so wenig mit Feminismus auseinandergesetzt habe, liegt an der Uni. Ich habe in Bristol einen MSc in Women‘s Studies gemacht, meine Magisterarbeit über Prostitution geschrieben und hatte ein Promotionsangebot zum selben Thema. Aber zu dem Zeitpunkt hatte ich genug von Theorie und Diskussion. Außerdem eckte ich mit meinem Pragmatismus und meiner zu „saloppen“ Art zu schreiben an. Das ist übrigens heute noch so. Ich schreibe meistens ziemlich aufgebracht, aber so, dass es etwas zu Lachen gibt. Dafür lange ich verbal dann auch gern etwas härter zu. Mein Mann hat deshalb öfter mal Angst, dass hier irgendwann Rechtsradikale oder religiöse Fanatiker vor der Tür stehen und mir auf die Fresse hauen wollen, ist aber bis jetzt nicht passiert.
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Schwangerschaftsblues: Klappe die Zweite

4. Januar 2010 von Erna
Dieser Text ist Teil 7 von 36 der Serie Muttiblog

Frau in High Heels und Bluse, Minirock und Leggins, die eine Aktentasche, Pfanne und Staubwedel mit drei Armen hält, sowie ein Baby in einem kleinen Wagen hinter sich herzieht

(C) Eva Hillreiner, www.evahillreiner.de

Eine schwangere Frau hört auf, sich selbst ganz allein zu gehören. Das ist zu einem Teil logisch und auch gut so. Das Wesen im Bauch beansprucht Raum, Energie und verursacht “Folgeschäden”, um die man sich kümmern muss (den Bauch viel cremen, eventuell spezielle Behandlungen gegen Rückenschmerzen, eine neue Ernährung wegen Übelkeit etc…). Ich möchte das nicht schönreden, aber ich muss sagen: So weit, so okay. Die andere Form des Eingriffs ist für mich hingegen nicht mehr okay und bisweilen mehr als nur nervig: Sie kommt von anderen Menschen. Diese wissen vor allem sehr viel und reden einem derart in den Alltag rein, dass es manchmal kaum auszuhalten ist. Z.B. die künftigen Omas. Sie meinen es ja immer nur gut. Aber wenn ich zum dritten Mal gefragt werde, ob ich wirklich IMMER NOCH Fahrrad fahre??? – dann ist irgendwo eine Grenze erreicht. “Mama! – ja. Und ich werde das auch weiterhin tun. Es gibt keinen Grund, es zu lassen.” – “Aber du weißt doch, dass du damals zu früh auf die Welt kamst, weil ich noch Fahrrad gefahren bin!” Die Zweite im Bunde ist die künftige Uroma: “Du darfst nicht mehr so viel arbeiten. Das ist doch nicht gut!” – “Oma! Mir geht es prima. Mach dir mal keine Sorgen.”

Harmlos. Ich weiß.  Anstrengender: völlig Fremde. In der Kantine beim Kauf einer Cola ermahnt zu werden: “Das ist aber nicht gut für das Baby!” hat mir zunächst ein bisschen die Sprache verschlagen. Ich stammelte etwas von Müdigkeit und dass “die Mama” das eben braucht – und kam mir ziemlich beknackt vor dabei. Aber in Sachen Ernährung gibt es für Schwangere nicht viel zu lachen. Ob gewollt oder unbewusst: Von allen Seiten gibt es Kontrolle. Schönstes und aber erschreckendes Beispiel: Eine Tabelle in der Zeitschrift Ökotest*, die genaue Angaben darüber enthält, wovon eine Schwangere wie viel pro Tag essen darf. Natürlich: Es ist wichtig, ein bisschen auf die Ernährung zu achten – denn der Bedarf ist einfach ein anderer. Aber muss ich mir wirklich vorschreiben lassen, wie viel Zucker ich am Tag zu mir nehmen darf? Bis aufs Gramm genau? Aber auch das: lässt sich ignorieren und als nervig, aber nicht wirklich übergriffig abtun. (weiterlesen …)


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