Einträge mit dem Tag ‘Schönheitsterror’


Fat Girl Casualness

10. Dezember 2014 von Gastautor_in
Dieser Text ist Teil 32 von 33 der Serie (Mein) Fett ist politisch

Katrin bloggt bei Reizende Rundungen über Plus Size Fashion, Fat Acceptance und alltäglichen Flitterkram, und twittert auch unter @fresheima. Mit ihrer freundlichen Genehmigung dürfen wir ihren Blogpost hier zweit-veröffentlichen.

Die Abbildung zeigt einen Ausschnitt aus einer Fotografie eines auf der Seite liegenden Körpers. das Bild ist von vorn aufgenommen. Die abgebildete Person ist offenbar bekleidet mit einem Slip und einem Sweatshirt.

(c) Katrin Lange

Wer kennt nicht diese hübschen Tumblr-Bildchen von dünnen, meist weißen Mädchen, mit wilden Haaren, als wären sie grade aus dem Bett gekommen. Kein Make-Up und schlodderige Kuschelpullis. Sie sind süß und zart und wunderschön, sie sind “effortless” und natürlich, sie sitzen mit Tea und Buch den ganzen Tag im Bett oder haben eine Katze aus dem Schoß. Draußen regnet es uns alles ist irgendwie ein kleines bisschen mystisch.

Irgendwann letzte Jahr habe ich mal ein Foto bei tumblr gepostet (das da oben), dazu schrieb ich, dass ich grade im Bett liege und den ganzen Tag nur Supernatural gucke. Darauf hin erreichten mich 3 anonyme Tumblr Nachrichten darüber, dass ich meine Zeit lieber im Fitness Studio verbringen sollte, und es nicht verdient hätte nichts zu tun, so wie ich aussehen würde.

Worauf ich damit hinaus will ist, dass ich als fette Frau das Gefühl habe, dass ich immer so aussehen muss, als hätte ich jede Menge Zeit und Muße für mein Aussehen aufgewendet. Dieser Gedanke kommt nicht weniger von Außen als auch von einer selbst. Schon bevor ich einen Blog führte oder mich wirklich für Mode interessierte ging ich fast niemals ungeschminkt aus dem Haus. Das hat natürlich zum einen was damit zu tun, dass ich meine eigene Unsicherheit verdecken wollte, zum anderen war es für mich ein Muss, weil ich so zeigen konnte, dass, obwohl ich fett bin, ich mich nicht hängen gelassen habe. Ich habe schon oft darüber geschrieben, dass Mode für mich der erste Schritt zu einem befreiterem Leben war, der erste Berührungspunkt mit Fat Acceptance und mit einem besseren Selbstwertgefühl. Trotzdem kann ich nicht verleugnen, dass lange Zeit der Gedanke bestimmend war, dass ich, wenn ich hübsch angezogen und nett geschminkt bin, doch jetzt bestimmt besser behandelt werden müsste, anders wahrgenommen werden sollte, weil ich nach außen zeige, dass ich mir Mühe gebe. (mehr …)


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Gefühle offenbaren, Ableismus und Fat Empowerment – die Blogschau

21. September 2013 von Nadine
Dieser Text ist Teil 217 von 265 der Serie Die Blogschau

Differentneeds rezensiert auf ihrem Blog das aktuelle Buch von Chris Köver, Sonja Eismann und Daniela Burger “Glückwunsch, Du bist ein Mädchen – Eine Anleitung zum Klarkommen

W_Ortfindungen schreibt über Gefühle offenbaren.

Leidmedien haben die Wahlprogramme der Parteien zur Bundestagswahl in Leichter Sprache zusammengefasst und visualisiert.

Das Heiter Scheitern Kollektiv podcastet über Regenbogenfamilien.

Die Asperger Frauen haben einen Offenen Brief an Stefan Niggemeier verfasst, in dem sie seine ableistischen Sprachhandlungen kritisieren. Niggemeier hat sich daraufhin entschuldigt.

Die Wichtigkeit von geschlossenen bzw. Schonräumen für Frauen, Lesben, Trans im Geek- und Techbereich erörtern Femgeeks.

Riotmango will einen Satz nicht mehr hören: “Übergewichtige Frauen sind auch schön

Anna Heger veröffentlicht den Comic über sogenannte geschlechtsneutrale Pronomen.

Kritik an Gesellschaft nimmt sich die Grünen und ihre Nicht-Aufarbeitung sexualisierter Gewalt vor.

… und noch ein Veranstaltungshinweis für Berlin heute: Für Abtreibungsrechte und gegen menschenverachtenden christlichen Fundamentalismus auf die Straße gehen! Es rufen auf: Das “What the Fuck” Bündnis mit vielen kreativen Aktionen vor dem Bundeskanzler_innenamt und das Bündnis für sexuelle Selbstbestimmung mit einer Kundgebung vor dem Brandenburger Tor.


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Samstagabendbeat mit Etta Bond

7. September 2013 von Anna-Sarah

Auf ihrer Facebook-Seite beschreibt die Londoner Sängerin und Rapperin Etta Bond ihren Sound als “Soul with a bit of Weird”. Den Song “Under the Knife”, in dem sie – wenn ich das richtig verstehe – kraftvoll und persönlich über Schönheitsdruck und Body Issues singt, finde ich allerdings gar nicht so weird, sondern ziemlich berührend.

Etwas ambivalent hingegen kommt dieses Thema im Song “Big Girls Vogue” daher – Botschaften wie “Big girls vogue if you wanna, wear less clothes in the summer, love your shapes” oder “If I’m hungry, then I’ll fucking eat”  sind zwar an sich prima und teilweise auch in Systemkritik eingebettet (“We’re split into categories / mixed race, pedigree / ticking boxes, label me”). Sie bekommen jedoch durch die Tatsache, wer hier wem “Hey, wir sind doch alle gleichschön!” zuruft, einen leicht sauren Beigeschmack, zumal die “big girls” in dem Video eher wie dekorative Statistinnen denn als aktiv Mitwirkende erscheinen, obwohl es ja eigentlich ziemlich zentral um sie geht. Allzu reflektiert ist das trotz begrüßenswerter Stoßrichtung wohl nicht gerade, aber die Pop-untypischen Bilder und Worte tun gut, und der knallige Sound auch.

Mehr von Etta Bond, die sich im U.K. Grime-Umfeld tummelt, gibt es auf ihrem Soundcloud.


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Lesen, tanzen, essen – kurz verlinkt

9. Januar 2013 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 178 von 260 der Serie Kurz notiert

Gute Nachricht für eifrige Netsurfer_innen: Da sich zwischen den Jahren, wie man so schön sagt, allerhand Lesenswertes bei uns eingefunden hat, gibt es diese Woche  “Kurz verlinkt” gleich zweimal. Hier Teil 1.

Das Rosa-Mayreder-College stand stets an der Schnittstelle von akademischem und aktivistischem Feminismus. Warum die Einrichtung nun schließt und wie es weitergeht, erklärt Gründerin Ursula Kubes-Hofmann.

Der Jahresbericht von Hollaback! International ist da und informiert über Street Harrassment, also Belästigung und Übergriffigkeiten im öffentlichen Raum (Text auf Englisch).

MALMOE und Migrazine nehmen in einem gemeinsamen Schwerpunkt die bereits seit den 1990er-Jahren geführte und stark polarisierte Debatte um Homophobie und Sexismus der Dancehall-Szene genauer unter die Lupe, um ein differenzierteres Bild zu zeichnen.

Profeministische Männerbewegungen? Klingt erstmal gut, hat aber mächtige Haken. Amanda Marcotte analysiert, was das Problem ist (Text auf Englisch).

A Propos Männerprobleme: Männer essen einem US-amerikanischen Psychologen zufolge nicht nur mehr Fleisch als Frauen, sie begründen ihr Verhalten auch anders: Der Fleischkonsum mache sie männlich.

Um Schönheitswahn nach der Geburt geht es in der Berliner Zeitung.

Die taz führte ein Interview mit einer Autorin und dem Mitbegründer des NoNo Verlags für nicht normative Kinderbücher.  Ebenfalls in der taz: “Kotzen vor Wut” darüber, dass sexualisierte Gewalt in Deutschland und überall auf der Welt noch zu wenig Empörung hervorruft.

Südkorea hat mit Park Geun-hye seine erste Präsidentin gewählt. In ihrem Wahlkampf kündigte Park an, im Falle ihrer Präsidentinschaft eine “Revolution der Frauen” in Gang zu setzen, versprach finanzielle Unterstützung für Kinderbetreuung und Anreize für Firmen, mehr Frauen einzustellen. Man darf gespannt sein.

Termine:

Das Team von Slutwalk Münster ist in einem Neuausrichtugnsprozess. Welche_r dabei mitmachen will, kann sich auf Facebook über die weiteren Treffen informieren.

Am 10. Januar im Südblock, Berlin: Rosa Radikale – Visionäres und Impulse aus der Schwulenbewegung der 1970er. Buchvorstellung, Diskussion und tanzbare Tuntenlounge

Am 13. Januar im Jubez, Karlsruhe: Tagung / Konferenz Die Care-Seite der Krise. Gesellschaftliche Hintergründe und politische Strategien.

 


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Die Politik Schwarzer Haare

5. September 2012 von accalmie

Inhaltshinweis: Rassismus

[Hinweis zu den Links: da ich fast keine (adäquate) Berichterstattung in deutschsprachigen Medien zu den angesprochenen Themen finden konnte, führen die meisten Links zu englischsprachigen Seiten.]

Mein erster Friseur_innenbesuch in Berlin war interessant. Während andere Kund_innen danach gefragt wurden, was sie sich denn wünschten, fand meine Friseurin es angemessen, mir erst einmal zu den „schönen N—löckchen“ zu gratulieren. Auch meine Haut fand sie toll, „milchkaffeefarben“ und „nicht so dunkel”, denn das könnte ja auch mal passieren bei „Mischlingen“ wie mir. Bevor mir eine passende Antwort einfiel, fragte sie mich schon, ob ich eigentlich meinen Vater kennen würde, denn „die meisten Schokobabies“ täten das ja nicht. Auch in England wurde ich wieder nach Hause geschickt, als der Salon meine Haare live sah – man hätte einfach niemanden, der_die sich „sowas“ zutrauen würde; man habe eher mit „Haaren von Weißen“ zu tun. Ein Friseur einer hessischen Kleinstadt hat sich selbst „ganz schönen Mut“ bestätigt, meine Haare überhaupt zu schneiden (nicht, dass das mir Mut gemacht hätte…). Die Auszubildende, die zuschaute, fragte dann gleich, ob das „überhaupt noch europäische Haare“ seien mit dieser „Krause“ oder schon eher ein „Afro“ (…ich habe keinen Afro, aber ziemlich viele Locken)?

Ich kenne keine Person mit als „europäisch“ definierten, also wohl glatten oder leicht gelockten Haaren, die jemals solche Erlebnisse beim Haare­schneiden­lassen gehabt hat. Gewisse äußerliche Merkmale sind für die Fremd­­­­zu­schreibung von „Schwarzsein“ offenbar un­um­stößlich, und dazu zählen neben Variationen willkürlich definierter Hautfarben und Gesichts­­­merkmale auch Haare – Weißsein erstellt sich selbst also nicht nur im, sondern auch auf dem Kopf. Schwarze Haare, hier also als Haare von Schwarzen Menschen gemeint, sind politisch, und sie sind ein Zeichen persönlicher Identität und gesellschaftlichen Status’ (ob das Träger_innen der Schwarzen Haare beabsichtigen oder nicht). Schwarze Haare sind auch politisch, weil sie dem gängigen Ideal „weißer Schönheit“ widersprechen, das Gesellschaften aufgrund von Rassismus (und Sexismus und Ableismus, … ) durchzieht.

Illustriert und zugleich forciert werden weiße (oder auch als „europäisch“ definierte) Schönheits­­ideale durch weltweite Kampagnen des „white washing,“ also der sprichwörtlichen „Weißwaschung,“ die dafür sorgen, dass selbst wenn schon selten vertretene People of Color inkludiert werden, deren Portraits oftmals als weiß definierten Körper­­­­merkmalen künstlich angeglichen werden. Die Botschaft ist klar: Weiß­sein wird gleichgesetzt mit „schön“ und attraktiv sein, und das Produkt­­­marketing verspricht, dass mithilfe diverser Mittelchen als negativ-„ethnisch“ definierte äußerliche Merkmale gemindert werden könnten.

Es ist die konstante (Re­­-)affirmation von Weißsein als uni­versellem, er­strebens­­­­­werten (Schönheits-)­Standard und eine Verkaufs­­­­­strategie, die People of Color sowohl deren vermeintliche (nicht nur) äußerliche Minder­­­­wertigkeit als auch eine angebliche Lösung für jenes „Problem“ durch gezielten Konsum vermittelt. Schwarze Haare spielen hierbei eine zentrale Rolle: Dieses exemplarische Pflege­­­­produkt verspricht nicht nur eine drastische Auf­­hellung der Hautfarbe und Veränderung von als „afrikanisch“ definierten Gesichts­merkmalen wie einer breiten Nase, sondern eine Auf­hellung und Veränderung der Textur von Haaren, wie bei Beyoncé zu sehen ist (deren Haare bereits im neben­stehenden Bild „relaxt“, also chemisch geglättet sind).  (mehr …)


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Fleischmarkt – Weibliche Körper im Kapitalismus

31. Juli 2012 von Magda
Dieser Text ist Teil 63 von 89 der Serie Die Feministische Bibliothek

„Dressiert von der umfassenden Propaganda der Mode-, Diät, Schönheits-, Musik-, Medien- und Porno­industrie, haben die Frauen im früheren 21. Jahr­hundert gelernt, ihr eigenes Fleisch zu ver­achten.“

Graues Titelbild von Fleischmarkt

Schon seit einer Weile wollte ich das in diesem Jahr auch auf deutsch erschienene Buch des „Stars der englischen Blogger­szene“ lesen. Die Kritiken waren viel­­ver­sprechend: Schnungs­­los, polemisch und gut recherchiert sei „Fleischmarkt – Weibliche Körper im Kapitalismus“ von Laurie Penny, der be­kannten feministischen Bloggerin, so Deutschland­radio.

Wie die kapitalistische Kontrolle über den als weiblich klassifizierten Körper wirkt, ver­­an­­schau­licht Penny in insgesamt vier Kapiteln zu Sexualität, Ess­­störungen, Sex­­arbeit und (Re­pro­duk­tions-)Arbeit / Konsum. In jedem Kapitel ana­ly­siert Penny die kapi­ta­listischen und patriar­chalischen Zu­richtungen an Frauen*­Körpern mit einer bewunderns­­werten analytischen Schärfe und einer er­­frischenden Sprache.

Ich muss gestehen, dass ich beim Lesen eines Buches selten so oft auf ein und der selben Seiten „Ja, so ist’s!“ und „Nein, nein, neiiiin!“ an den Rand gekritzelt habe. Die Stärke des Buches ist sicher­lich der Tatsache geschuldet, dass Penny kein Blatt vor den Mund nimmt und sich nicht vor starken Thesen scheut. Empfehlen würde ich das Buch auf jeden Fall, denn die Ver­bindungen von Patriarchat, Körpernormen, Konsum und Kapitalismus wurden für mich nachvollziehbar dar­gestellt.

Meine Begeisterung durchlief in diesem Buch aller­dings eine schwindel­­erregende Achter­­bahn­­fahrt. (mehr …)


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Mit Sixpack und Gitarre ins All – die Blogschau

28. Juli 2012 von Anna-Sarah
Dieser Text ist Teil 169 von 265 der Serie Die Blogschau

L-talk hat Bilder vom CSD in Frankfurt am 21. Juli 2012.

Unter den „100 Greatest Guitarists of All Time“  nur zehn Gitarristinnen – Mädchenmusik überlegt, wie das wohl kommt.

Einen Nachruf auf Sally Ride, die erste US-Astronautin, gibt es bei den femgeeks.

Bei Twitter war neulich die Entrüstung groß: Wurden da etwa Knutschverbote für Heteropärchen gefordert?! Mitnichten. Warum Nichtknutschen aber durch­aus ein Akt der Solidarität sein kann (und mehr knutschen auch nicht unbedingt hilft), erklärt sanczny. A propos nicht knutschen: Ryuu nimmt die Debatte zum Anlass, den privilegierte Status von romantischen Zweier­be­ziehungen in Frage zu stellen, nicht zuletzt aus ganz persönlicher Perspektive.

Um sich darüber auszutauschen und erste Gründe herauszufinden, warum Frauen Zeit und Mühe in Wikipedia stecken, und warum eben nicht, trafen sich Mitte Mai Frauen aus aller Welt in Buenos Aires zum WikiWomenCamp. Interviews mit beteiligten Expertinnen können als Videos angesehen werden.

Danger!Bananas findet: ihr Bauch gehört ihr – mit Sixpacks oder ohne.

Wieder „ein Spielzeug mehr auf dem Markt, das Mädchen vermittelt, dass ihre Hauptaufgabe ist, schön auszusehen, während Jungen gefährliche, kluge, aktive Wesen sind, die die Welt verändern“ – das ist das Fazit von Dr. Mutti zu Mattels jüngster Produktlinie „Monster High”.

Auf Graubrot ärgert sich Björn Grau über die Nachrufe auf die Schauspielerin Susanne Lothar, voll von „Chauvinismus, Sexismus und Pietätlosikeit“.

Am 7. September beginnt das 1. Essen Unplugged Festivals (Link führt zum Facebook-Event). Dort gibt es am 9.9. von 20 bis 21 Uhr  eine Lesung, die „Skurriles, Sinnliches, Lustiges und Kritisches rund um Sex und Erotik wiedergibt“ von Les petits Plaisirs.

Das LaDIYfest Berlin sucht Menschen, die zum LaDIYfest 2012 im August Schlafplätze zur Verfügung stellen.

Für eine bessere Vernetzung der (feministischen) Blogosphäre listen wir jede Woche auf, was unsere deutschsprachigen Kolleginnen und Kollegen über die Woche so melden und tun. Haben wir etwas vergessen oder übersehen? Kennen wir dein brilliantes Blog etwa noch gar nicht? Dann sag uns bitte Bescheid!


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Unsichtbare Sportlerinnen und das „natürliche Rasierbedürfnis“ – kurz verlinkt

12. Juli 2012 von der Mädchenmannschaft

Athletinnen aus Saudi-Arabien und die Olympischen Spiele: letzte Woche berichtete die Washington Post von der Angst, der internationale Druck könnte zu Repressionen führen. Inzwischen scheint es aber, als ob doch keine Athletin mitkommt. Das Frugivoremag nahm die Kritik an den Körpern Schwarzer Athletinnen unter die Lupe.

Die Hebammen konnten nun schon mal einen Teilerfolg erzielen: Die letzte Erhöhung von 15 Prozent der Haftpflichtbeiträge wird von den Kranken­kassen getragen. Anders als auch die Sprache der tagesschau-Meldung suggeriert, werden damit aber nicht die massiven Steigerungen der letzten Jahre von 200 Prozent ausgeglichen, warnt Hebammen für Deutsch­land. Bei den Honoraren gibt es auch weiterhin keine Einigung!

“[W]ie die Jungle World ein erneutes Tief an propagandistischen Journalismus erreicht und die Kritik an Pinkwashing mit plumpen Lügen, bewussten Auslassungen und Manipulation von Fakten zum Verstummen zu bringen will”: Darüber haben Yossi und Liad für linksunten letzte Woche einen sehr guten Text geschrieben, in dem es um Pinkwashing geht.

Ein Hinweis auf eine ganz merkwürdige Werbemaßnahme von Gillette: Frauen und ihr “natürliches Bedürfnis zur Rasur”. Häää? Außerdem total beknackt: Zwei Männerparkplätze im Schwarzwald.

Chella Quint spricht im TEDx Talk über Menstruation, sexistische Werbung und die Botschaften, die diese über das Menstruieren in den letzten 100 Jahren verbreitet haben: Scham.

„Frauen erhalten mehr Medikamente für die Seele, Männer mehr für den Körper. Im Ver­ord­nungs­ver­halten von Ärztinnen und Ärzten wirkten ein­ge­fahrene Geschlechter­rollen fort.“ Die Ärztezeitung über die unter­schied­lichen Medi­kamente, die Männer und Frauen verschrieben werden.

Die ISD (Initiative Schwarzer Menschen Deutschland e.V.) hat eine neue Hompage.

Absurde Transphobie hat ein schwedischer Richter gerade gezeigt. Er sprach einen mutmaßlichen Vergewaltiger frei, weil sein Opfer eine Transfrau war, berichtet queer.de. Die Absicht, eine Frau zu vergewaltigen, hätte nur erfüllt werden können, wenn es sich um eine biologische Frau gehandelt hätte.

Ein voller Terminkalender in Braunschweig, Leipzig und Halle, Trier, Köln, Heidelberg und Burg Lutter sowie eine Stellenausschreibung und ein Call for feminist films, nach dem Klick: (mehr …)


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Gender konstruieren in 42 Posen

17. April 2012 von Helga

Einen schönen Einblick in die Konstruktion von Geschlecht liefern die Vorschläge für Fotografien der „Digital Photography School“. Die 42 Beispielposen könnten auch als Illustration für „Frauen sind Sexobjekte und Männer sind Personen“ dienen – auch wenn die Überschriften etwas irreführend von Männern und „weiblichen Subjekten“ reden.

Eine gezeichnete Frau im Bikini, ein Bein etwas angewinkelt, die Hüfte schräg. Daneben ein gezeichneter Mann, die Beine etwas auseinander, die Hände in den Taschen.

Genderkonstruktion: Frauen balancieren auf einem Bein, Männer stehen breitbeinig.

Männer sollten ganz klassisch in Szene gesetzt werden: Verschränkte Arme, Blick in die Kamera, das Ganze fotografiert von vorne mit dem ganzen Körper im Bild. Gegenstände, die als Accessoires dienen könnten, sind vor allem Schreibtische und Bürostühle, aber auch Laptops, Bücher oder sogar Werkzeug! Die Vorschläge gelten dabei für offizielle und lockere Aufnahmen. Entsprechend sind die abgebildeten Männer immer in Freizeitkleidung oder sogar Anzügen gezeigt.

Dagegen gibt es wenig Ideen, wie Frauen in formaler Kleidung oder gar an ihrem Arbeitsplatz fotografiert werden könnten, aber jede Menge Bikiniposen. Ganz­körper­bilder von stehenden Frauen gibt es – wenn – nur mit geknickter Hüfte und angewinkelten Beinen, der feste Stand bleibt den Herren vorbehalten. Außer­dem funktionieren sie laut Angabe nur mit schlanken, athletischen Frauen, wie auch einige andere Posen. Unendlich scheinen dagegen die Möglichkeiten, sich auf dem Boden zu wälzen, an den Brüsten, den Haaren oder im Gesicht zu spielen; einmal wird sogar ausdrücklich darauf verwiesen, frau sollte ihren Körper ständig verdrehen.

Natürlich kommen diese Vorschläge nicht aus dem luftleeren Raum, sondern sind einfach Beispiele für den Sexismus, der uns jeden Tag überall begegnet. Auch in Schulbüchern und Fernsehserien werden Frauen seltener bei der Arbeit gezeigt als Männer. In Frauenzeitschriften und Makeover-Shows lernen wir, unsere Kurven zu betonen – aber nur wenn wir schlank genug sind, alle anderen haben ihre ver­meintlichen Fehler zu kaschieren. Schließlich könnten Frauen auch in den Männer­posen foto­grafiert werden, während die umgekehrte Version ungewohnt ist, wie zuletzt die Men Ups von Rion Sabean dokumentierten.


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Hört auf Körper in ‚gut’ und ‚schlecht’ einzuteilen

25. Januar 2012 von Magda
Dieser Text ist Teil 39 von 55 der Serie Meine Meinung

In letzter Zeit schwirrt im Netz ein Bild umher, welches mit den immer gleichen Kommentaren gelobt wird: „Keine Frau sollte sich runterhungern!“ und „Esst mal wieder mehr! Das sieht besser aus als diese abgemagerten Models“ oder „Richtige Männer stehen auf Frauen mit Rundungen!“

Das Bild zeigt insgesamt 8 Frauen*: Die oberen vier sind prominente und nach gängiger Definition schlanke Schauspielerinnen oder Models, die Dritte von rechts zum Beispiel Keira Knightley. Die unteren vier Persönlichkeiten sind Prominente aus vergangenen Zeiten, darunter die Schauspielerin und oft als ‘Sexsymbol’ bezeichnete Marilyn Monroe. Verziert wird die Collage mit dem Spruch „Wann wurde dies… attraktiver als das?“

When did this become hotter than this? ("Wann wurde dies... attraktiver als das?")

Die Kommentare zu diesem Foto veranschaulichen exakt, was mir an diesem Bild gewaltig stinkt: Hier werden bestimmte Körperformen als ‘ideale weibliche Figur’ propagiert, die in jedem Fall ‘schöner’, ‘begehrenswerter’ und ‘gesünder’ seien als die oberen vier Körper, getreu dem Motto: “Gegen Schlankheitswahn, für gesunde, schöne Körper!“

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