Einträge mit dem Tag ‘Schizophrenie’


Clean Eating, #TeamGinaLisa und jüdisches Leben in Berlin – kurz verlinkt

10. August 2016 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 323 von 340 der Serie Kurz notiert

deutschsprachige Links

Hengameh Yaghoobifarah war am Montag beim weiteren Prozesstag um Gina-Lisa Lohfink, dort sagte einer der Täter aus und der Bericht beim Missy Magazine macht (leider natürlich nicht überraschend) wütend.

Der Bundesgerichtshofes hat einen Antrag auf einen Geschlechtseintrag als „inter/divers“ abgelehnt. Die Kampagnengruppe Dritte Option, die das Verfahren inhaltlich vorbereitet und während der bisherigen Dauer begleitet hat, schreibt in einer Presseerklärung zu dem Fall.

Bei der Trans*Inter*Tagung in München haben 40 Menschen, die sich als nichtbinär oder genderqueer verstehen, Forderungen an Gesellschaft, Medizin und Politik zusammengetragen. Die Ergebnisse dieses ersten Brainstormings hat der Trans Recht e.V. veröffentlich. (Link zu PDF)

In der ZEIT interviewt Mareice Kaiser die Bestatterin Lea Gscheidel. Sie sprechen über den Umgang mit Trauer und Tod, Vertrauen und Seifenblasen.

„Deutschland vermisst jüdische Kultur? Hier sind wir und so denken wir. Ein Gruppenporträt der Dritten Generation, der Enkel von Holocaustüberlebenden in Berlin„, schreibt Mirna Funk ebenfalls bei der ZEIT.

Teresa Buecker hat bei Edition F mit der Fotografin Kirsten Becken über ihr Mutter-Tochter Kunstprojekt zu Schizophrenie „Seeing Her Ghosts – Art Book Project“ gesprochen.

englischsprachige Links

Großartiges Video bei KQED: Die Musikerinnen Michelle Gonzales (frühere Drummerin von Spitboy) und Christine Tupou (Try the Pie) essen Tacos und sprechen über ihre Erfahrungen als Frauen of Colour in der weiß-männlich dominierten Punkszene.

New study finds men are often their own favourite experts on any given subject“ – Eine Überschrift, die quasi alles sagt und hier sicher wenige überrascht. In der Studie ging es um das Zitierverhalten von Wissenschaftler_innen.

Gleich zwei wichtige neue Texte von Flavia Dzodan gibt es bei Medium: Zum einen schreibt sie über „Clean Eating and Dirty Women„, zum anderen geht es in „My feminism will be capitalist, appropriative and bullshit merchandise“ um die kommerzielle Verwertung ihres wahrscheinlich berühmtesten Zitats „My feminism will be intersectional or it will be bullshit.“.

Termine in Berlin, Leipzig und Münster

12. bis 14. August in Münster: Es findet ein queer_feministisches Sommercamp mit Vorträgen, Workshops, Musik und vielem mehr statt.

13. August in Berlin: Um 13 Uhr beginnt die Demonstration zu #NiUnaMenos. (FB-Link) Auf deutsch schrieb Stefany hier über die Hintergründe.

Ab dem 15. August in Leipzig: Los geht es beim Sidekick Leipzig e.V. – Feministisches Thai-/Kickboxen und Selbstbehauptung! Geflüchtete FrauenTransInter können dort kostenfrei trainieren. (FB-Link)

22. August in Münster: Hengameh Yaghoobifarah spricht ab 19 Uhr über die „Abwertung von Femininität in queeren Kontexten„. (FB-Link)

23. August in Berlin: Ab 17 Uhr beginnt das III. M*straßen-Umbenennungsfest. (FB-Link)

Zur Mitte der Woche versammeln wir hier regelmäßig Links zu wichtigen Analysen, Berichten und interessanten Veranstaltungen. Was habt ihr in der letzten Woche gelesen/ geschrieben? Welcher Text hätte mehr Aufmerksamkeit verdient? Und was für feministische Workshops, Lesungen oder Vorträge stehen in den nächsten Wochen an?


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Wer war… Shulamith Firestone?

4. September 2012 von Magda
Dieser Text ist Teil 33 von 51 der Serie Wer war eigentlich …

Als ich „The Dialectic of Sex“ (von 1970, auf deutsch: „Frauen­befreiung und sexuelle Revolution“) von Shulamith Firestone vor ein paar Jahren las, verstand ich nicht viel. Ich hatte damals weder Ahnung von Geschlechter­verhältnissen, noch von Reproduktions­technologien und kritzelte an den Rand einer Seite einfach nur große Fragezeichen. Die Kern­aussage des marxistisch inspirierten Textes, dass das Ziel der feministischen Revolution sein solle, nicht nur männliche Privilegien zu beseitigen, sondern auch gleich biologische Unter­schiede mit, fand ich damals zu abstrakt und unvorstellbar. Für Shulamith war künstliche Re­produktion die Lösung: So könne jede_r ein Kind bekommen und das Kinder­bekommen sei fortan nicht mehr automatisch an bestimmte Körper geknüpft – so die Theorie. Heute finde ich das unglaublich spannend und werde das Buch wohl bald mal wieder raussuchen müssen.

Nun ist Shulamith Firestone – eine der wichtigsten Vertreter_innen des (Radikalen) Feminismus der so genannten Zweiten Welle in den USA – im Alter von 67 Jahren gestorben.

Die letzten Jahre ihres Lebens lebt sie eher zurück­gezogen, malte viel, publizierte hin und wieder Texte und beschäftigte sich mit (ihrer) Schizophrenie und der Institutionalisierung psychiatrischer Anstalten.

Firestone gründete mit anderen radikalen Feministinnen Ende der 1960er in New York drei feministische Organisationen, die sich als Alter­nativen zu etablierten Gruppen wie der unter anderem von Betty Friedan gegründeten National Organization for Women (NOW) verstanden: die „New York Radical Women“, die „Redstockings“ und die „New York Radical Feminists“. Diese Gruppen waren kritisch gegenüber liberalen Stimmen wie NOW, die in ihren Augen viel zu wenig patriarchalische Strukturen in den Blick nahmen und eher reformistisch Politik betrieben.

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