Einträge mit dem Tag ‘Sauereien’


Doktorspiele im Mutterleib

5. Juli 2010 von Helga

Warum erst an kleinen Babies im Intimbereich herumdoktoren, wenn man bereits während der Schwangerschaft eingreifen kann? So lässt sich die Intention zweier Forscher_innen beschreiben, die seit längerem Schwangeren Medikamente verabreichen, um deren Auswirkungen an Neugeborenen zu testen. Betroffen sind Embyros, bei denen das Adrenogenitale Syndrom (CAH) vermutet wird. Bei dieser genetisch bedingten Krankheit ist die Hormonbildung, vor allem von Kortisol, gestört. Darüberhinaus kann es bei Jungen zur frühzeitigen Pubertätsentwicklung kommen, während Mädchen „vermännlichte” äußere Geschlechtsorgane besitzen, also eine vergrößerte Klitoris. Frühzeitige Hormonersatztherapie ermöglicht den Betroffenen heutzutage allerdings ein beschwerdefreies Leben, auch wenn die Hormone lebenslang genommen werden müssen.

Um den Mädchen mit vergrößerter Klitoris nun die möglichen psychischen Probleme zu ersparen, sowie die Folgen späterer „Klitorisreduktionen”, wird werdenden Müttern schon während der Schwangerschaft das Medikament Dexamethasone verabreicht. Ein Steroid, das eigentlich bei Entzündungs- und Autoimmunkrankheiten eingesetzt wird. Es verhindert einige der Symptome von CAH, vor allem die Vermännlichung weiblicher Embryos. Die weiteren, teilweise lebensgefährlichen Hormonprobleme werden allerdings nicht beeinflußt und die lebenslangen Hormongaben nach der Geburt bleiben weiter nötig. Die einzige Studie, die sich bisher mit den möglichen Nebenwirkungen beschäftigt hat, fand dafür noch Anzeichen leichter geistiger Behinderungen. Mit nur 26 Teilnehmerinnen sind die Ergebnisse jedoch nur begrenzt aussagekräftig.

Trotzdem bekommen Schwangere das Mittel, wenn die Möglichkeit besteht, dass das Ungeborene an CAH leiden könnte. Dabei ist der frühzeitige Einsatz wichtig. Genetische Untersuchungen sind allerdings erst später möglich, so dass im Zweifel völlig gesunde Embryos unnötigen Steroidgaben ausgetzt werden, ebenso Jungen, bei denen diese pränatale Behandlung nicht sinnvoll ist.

Alice Dreger und Ellen K. Feder, die bereits die operativen Klitorisverkleinerungen an jungen Mädchen kritisierten, weisen abermals daraufhin, dass die meisten weiteren Studien und Untersuchungen nie von Institutional Review Boards (IRB) auf ihre ethischen Implikationen untersucht und die Eltern über mögliche Nebenwirkungen nicht aufgeklärt werden. Überhaupt: Dass Kinder mit uneindeutigen Geschlechtsorganen psychische Probleme bekommen, ist nicht bewiesen. Stattdessen geht es eher um elterliche Ängste und ärztliche Normvorstellungen. Welche das genau sind verraten die Forscher_innen Maria New und Heino Meyer-Bahlburg in ihren Veröffentlichungstiteln. (weiterlesen …)


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Weiblich, Kind und Karriere? Haha.

1. Juli 2010 von Helga

Anfang der Woche fand ich bei der FAZ einen Artikel über den Wandel von Krankenhäusern und Universitäten, wenn es um Teilzeitarbeit geht. Die Zukunft der Medizin sei weiblich hieß es, schließlich steigt seit Jahren der Anteil der Medizinstudentinnen. Doch diese bekommen Babies und daher sei es dringend nötig, sich auf die sich verändernden Anforderungen der Mitarbeiter_innen einzustellen. Nicht zu unterschätzen seien natürlich auch die Vorteile:

Dass sich das auch lohnt, zeigt die Prognos-Studie „Betriebswirtschaftliche Effekte familienfreundlicher Maßnahmen“ im Auftrag des Bundesfamilienministeriums. Die Berufsgenossenschaftliche Unfallklinik Murnau hat anhand der Untersuchungsergebnisse erklären können, warum die Fluktuation von 34 Prozent Ende der siebziger Jahre auf 8 Prozent bis 2004 sinken konnte: Wegen vieler Teilzeitangebote schon während der Elternzeit und auch danach kehrten fast alle jungen Eltern zum Krankenhaus zurück. Überbrückungs- und Wiedereingliederungskosten fielen weg, das Krankenhaus machte sogar mit seiner Kindertagesstätte einen Gewinn von 82.000 Euro.

Dies ist übrigens fast der einzige Absatz, der von jungen Eltern spricht, ansonsten dreht es sich um Frauen, Mütter, Ärztinnen. Kinderbetreuung wird weiterhin als Frauenproblem gesehen, dabei wollen junge Väter sich heutzutage ebenfalls um ihre Kinder kümmern. Ein weiterer Artikel auf SpiegelOnline demonstriert aber leider, dass Kinderbetreuung weiter an den Müttern hängt, für die das gleichzeitig das Karriere-Ende bedeutet. Die Vorteile von Teilzeitstellen, Kinderbetreuung und Mitarbeiter_innenloyalität scheinen sich in allen anderen Branchen noch nicht herumgesprochen zu haben. Aus den Horrorstories:

Im Herbst 2006 kam dann unser zweites Kind zur Welt. Jetzt wurde es deutlich kritischer. Mehrfach habe ich Aussagen gehört wie: ‘Na, mit zwei Kindern wirst Du ja wohl nicht mehr arbeiten, oder?’ Und: ‘Das wird ja jetzt viel komplizierter für dich zu koordinieren. Geht das überhaupt?’

Manchmal scheint es sogar zuviel verlangt, wenn frau noch Geld für ihre Arbeit möchte.

Nach meinen ersten Erfahrungen bei der Job-Suche verstehe ich, warum sich Frauen so viel bieten lassen, wenn sie erstmal eine Teilzeitstelle ergattert haben: Die Vertragsbedingungen waren teilweise grotesk. So bot mir eine Agentur ein Gehalt an, das hochgerechnet auf eine Vollzeitstelle geringer war als der Tariflohn eines Auszubildenden.

Es ist das Jahr 2010 aber der Stand unserer Familienfreundlichkeit und Gleichstellung scheint noch in 1950 festzuhängen.


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Facepalm des Tages: Mit Fußbällen Frauen hauen

15. Juni 2010 von Helga

Nicht nur AXE lässt Hand anlegen – Bodog geht im WM-Wahn noch einen Schritt weiter. Im super viralen Flash-Game macht Schießen noch mehr Spaß, wenn man auf Frauen zielt. Im Versuch so ziemlich alles zusammen zu schmeißen, was Männern Spaß machen könnte, stehen sieben Damen auf einem Fußballplatz rum, entkleiden sich ein wenig und fordern einen dann auf, sie mit dem Fußball auf den Hintern zu treffen.

Sieben weiße Frauen stehen in bunten Bikinis auf einem Fußball-Sandplatz vor einem Sonnenuntergang. Im Vordergrund steht eine Brünette in rotem Bikini, die sagt: I bet you can't kick my ass

Im englischen Blogeintrag nennt die Agentur es tatsächlich try to hit the booty, während in der deutschen Version anschießen immerhin in Anführungszeichen gesetzt wurde. Liebe Werbefirmen, ist es wirklich so witzig und erfolgreich, Gewalt gegen Frauen zu propagieren?

Da Bodog eine britische Firma ist, gehen Beschwerden vermutlich an die Advertising Standards Authority (ASA).


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Zwangssterilisationen in China

12. Mai 2010 von Verena

Mit einer Pressemitteilung schlug Amnesty International vor kurzem Alarm, dass mehrere tausend BewohnerInnen der südchinesischen Stadt Puning von Zwangssterilisationen betroffen seien. Um den Vorgaben der staatlichen Familienpolitik zu entsprechen, hatten die Behörden ihr Vorgehen zwar angekündigt, aber gegen den Willen zahlreicher Betroffener durchgeführt – zum Teil mit häuslichen Inhaftierungen.

In der Pressemitteilung von Amnesty International heißt es dazu:

Laut Berichten in den chinesischen Medien haben die Behörden am 7. April 2010 in der Stadt Puning eine Kampagne zur Sterilisation von Eltern eingeleitet, um die lokalen Quoten der Geburtskontrolle nicht zu gefährden. Nach Angaben der Behörden sei das Ziel der 20-tägigen Kampagne bereits am Abend des 11. April 2010 zur Hälfte umgesetzt worden. Einer der eingesetzten Ärzte gab gegenüber den lokalen Medien an, dass sein Team von 8 Uhr morgens bis 4 Uhr nachts Sterilisationen durchführe. Örtliche Berichterstatter vermuten, dass zumindest einige der Betroffenen der Sterilisation nicht freiwillig zustimmen werden. Nach Ansicht von Amnesty International fallen Sterilisationen, die von offizieller Seite angeordnet werden, unter den Tatbestand der Folter. Zudem wirft die Eile, mit der die Kampagne durchgeführt wird, Fragen hinsichtlich der Sicherheit und möglichen Auswirkungen der Eingriffe auf die Gesundheit der Betroffenen auf.

Seit 2002 gilt in China das Gesetz zur Bevölkerungs- und Familienplanung, nach  dem die staatlichen Vorgaben zur Familienplanung mit Strafen und Belohnungen ebenso umgesetzt werden sollen wie mit Sterilisationen.

Kinder, die unter Verstoß gegen die vorgegeben Geburtsquoten zur Welt kommen, können nicht behördlich gemel­det werden. Ohne entsprechende Dokumente, genannt hukou, wird ihnen der Zugang zum Gesundheits- und Schulsystem sowie zu anderen Sozialleistungen verwehrt. Hinzu kommt, dass die Behörden von Puning angekündigt haben, dass sie Bewerbungen von Familien, die ein Haus bauen wollen, aber mehr als die zulässige Anzahl von Kindern haben, nicht annehmen werden. Dasselbe gilt für ihre Angehörigen.


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Blog zurück in die letzte Woche, garantiert Weihnachtsmänner_innen-frei

26. Dezember 2009 von Meredith
Dieser Text ist Teil 22 von 158 der Serie Genderissimi: Die Blogschau

Frauenkörper, Mädchengesichter, Puppen bei Tessa.

Lass es einfach, sagt Fräulein Zucker mit einer überaus charmanten, nonchalanten neuen Illu.

Bei Indymedia gibt es einen Bericht zu der Demonstration für den iranischen Crossdressing Studentenführer Majid Tabakoli in Berlin. (Danke auch an Leser Leo für den Hinweis.)

leonie plädiert für mehr Feminismus in der Klimabewegung und hat damit völlig Recht. Außerdem bringt sie einen interessanten Hinweis zum Thema Gewalttaten von Mädchen: Nämlich, dass deren Zahl nicht so sehr ansteigt, wie die Bereitschaft, sie zur Anzeige zu bringen und gibt dem Papst auch noch schnell aufs Maul. Der hat sich in seiner Weihnachtspredigt einmal wieder für den Schutz ungeborenen Lebens stark gemacht, aber den Schutz von Frauenleben dabei unerwähnt gelassen.

DFB-Präsident kann nicht empfehlen, sich als Profifußballer zu outen, meldet queernews. Für Fußballerinnen gilt das vermutlich nicht. Da is’ wurscht, geht ja auch nicht um Millionenverträge.

die.Standard findet die Tina Fey-Sendung “30 Rock” so gut wie alle anderen auch. Mich würde interessieren, warum diese Sendung diesen Titel hat.

Und Mademoiselle Nocturne mag das neue ANAIS-Buch “Der Gedanke”.

Ich weiß nicht, wer von euch den Militärputsch in Honduras bewusst mitbekommen hat – ich habe es schändlicherweise nicht. Und bin entsetzt zu lesen, dass seit dem 28. Juni (der Tag des Putsches) in dem mittelamerikanischen Land bereits 17 Mitglieder der LBGT-Gemeinschaft dort teilweise brutal ermordet worden sind, zuletzt der 27-jährige Aktivist Walter Tróchez, wie auf dem 1.000 Kreuze in die Spree-Blog gemeldet wird.

Angeblich verklagt die Läuferin Caster Semenya den internationalen Leichtathletikverband IAFF auf 120 Millionen Dollar, und den südafrikanischen Verband ASA auf 18 Millionen Dollar. Was die Begründung für dieses Summe ist, wird aber nicht ganz klar; klar ist nur, dass ASA das Geld nicht aufbringen könnte.


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Eine Woche voller News

27. November 2009 von Katrin
Dieser Text ist Teil 11 von 152 der Serie Kurz notiert

Schon wieder Wochenende. Und wieder ist vieles im Netz passiert:

Verhindern anonyme Geburten die Tötung ungewollter Kinder? Eine ellenlange Debatte ließe sich über diese Frage ausbreiten. Der Ethikrat scheint nicht überzeugt zu sein und empfiehlt daher, Babyklappen wieder abzuschaffen, wie die Netzzeitung berichtet.

Vielleicht habt auch ihr diese Woche einen Fernsehbericht über Sarah Palins neueste Tour durch Amerika gesehen: Stets ihren behinderten Sohn hyperaktiv seine Ärmchen wedelnd in die Kamera zeigend? – nein? Nicht schlimm – im Guardian hat Jessica Valenti das Come-Back der Hockeymom für euch zusammengefasst.

“Nothing tastes as good, as skinny feels,” so lautet – nach eigenen Angaben – das Motto von Model Kate Moss. Auf Feministing kann Jessica dazu nur zu Protokoll geben:

“For the record, here are some things that taste better than skinny (or any weight) feels: Lasagna, cheesecake, nachos, fresh guacamole, grilled cheese, hot chocolate on a cold day, peanut butter, mashed potatoes, mozzarella, oh my god now I’m really hungry. Gotta go eat.”

Oho – das Bundesverfassungsgericht meldet sich wieder einmal in Sachen “Ehe” zu Wort: vielleicht könnte es nötig sein, das Ehegattensplitting endlich auch für homosexuelle Paare zuzulassen. Spiegel Online schreibt dazu:

“Wenn auch Paare, die in der Regel keine Kinder aufziehen, in den Genuss einer Leistung kommen, die immer noch als ein Segen für die Familien gilt, dann könnte das der berühmte Tropfen sein, der das Fass zum Überlaufen bringt. Das Gewähren von Steuervorteilen auch für homosexuelle “Ehe”-Paare könnte zugleich das Ende dieser Privilegien einläuten.”

“Ups, I did it… “ – tja: Bei Britney Spears und Madonna standen die Leute drauf, als sie sich bei den MTV Music Awards küssten. Und wer nicht drauf stand, der wäre trotzdem nicht auf die Idee gekommen, die beiden von irgend etwas auszuladen. Anders erging es Adam Lambert: Er simulierte (!) Oralsex mit und küsste seine Bandmitglieder. Also lud ihn ein TV-Sender aus, wie ebenfalls auf Spiegel Online zu lesen ist. Könnte etwas mit der sexuellen Orientierung des Sängers zu tun haben.

Dabei ist Homosexualität etwas ganz Natürliches, wie uns auch ein Professor der Geschichte der Biowissenschaften erklärt, und zwar auf den Seiten des Humanistischen Pressedienstes. Mehr noch: Homo- und Bisexualität sind sogar evolutionär äußerst wichtig.

http://www.spiegel.de/panorama/leute/0,1518,663266,00.html#ref=rss

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Drag Queens setzen sich zur Wehr

9. Oktober 2009 von Magda

Das hätten die beiden betrunkenen Halbstarken wohl nicht erwartet: Als Dean Gardener (19) und Jason Fender (22) Ende August in in der Innenstadt von Swansea in South Wales auf offener Straße zwei Drag Queens beschimpften und dann auch noch eine von beiden ins Gesicht schlugen, setzten sich die beiden gekonnt zur Wehr – denn das Hobby der Draq Queens ist Kickboxen Kampfsport (genauer: Mixed Martial ArtsDanke für den Hinweis, steve the pirate).

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Völlig überrascht von der Gegenwehr lagen Gardener und Fender erst einmal flach und wurden dann von der Polizeit aufgelesen während die beiden Drag Queens sich ihre Handtaschen schnappten und weitergingen. Gardener und Fender bekamen vier Monate auf Bewährung und eine nächtliche Ausgangssperre.

Tja, unverhofft kommt (glücklicherweise) oft.

Das Video findet ihr auf dailymail.co.uk.


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Unerhörtes und Bedenkenswertes aus einer Woche

21. August 2009 von Katrin
Dieser Text ist Teil 7 von 152 der Serie Kurz notiert

In dieser Woche sind einige seltsame Meldungen und Nachrichten durch das Internet gegangen:

Bild: über feministing.com

Aufhorchen lassen hat mich die Nachricht aus Radio, Fernsehen und Zeitung, dass Caster Semenya, Siegerin im 800-Meter-Lauf,  eine Geschlechtsuntersuchung machen lassen muss, wie auch sueddeutsche.de berichtet. Der Grund sei ihre körperliche Erscheinung. Courtney E. Martin von Feministing kommentiert das Ganze treffend:

“The ambiguity of sex may not even be at play with Caster Semenya, but the public’s reaction to her performance and body are flash points for our continued discomfort with admitting that the world does not come in such simple dichotomies as we safely like to think it does.”

Auch die Netzzeitung schreibt, dass die Bestimmung des Geschlechts häufig schwierig sei und zitiert die Humangenetikerin Prof. Heidemarie Neitzel, es müsse “wie bei jedem Menschen das Selbstbestimmungsrecht gewahrt werden”.

Mit dem Titel “Lidstrich und Leberprellung” findet sich auf Spiegel Online ein Artikel über Gewalt unter Mädchen. Betrachtet wird der Fall eines Mädchens mit dem Namen “Nadine”, das regelmäßig andere Mädchen verprügelt. Eine neue Weiblichkeitsvorstellung beherrsche zunehmend Medien und Köpfe: Verkörpert werde es durch “Black Mamba” im Film “Kill Bill”. Sicher ein spannendes Thema, dem dennoch ein bisschen weniger Effekthascherei gut zu Gesichte stehen würde.

Dass Evangelikale Fundamentalisten und andere streng gläubige Menschen gerne Homosexuelle “heilen” und “umerziehen” möchten, sollte keine große Neuigkeit sein. Gefährlich für die Freiheit und Würde vieler Menschen ist es allemal. Doch noch gefährlicher wird es, wenn sich sogenannte WissenschaftlerInnen für so ein Anliegen hergeben und das ganze “streng wissenschaftlich” unterstützen wollen, wie die Zeit berichtet.

Da passt ganz gut der Artikel aus der Süddeutschen Zeitung, dass deutsche Stiftungen “lieber indische Kinder als Schwule” förderten und ‘Tabuthemen‘ meiden, aus Angst ihnen würde die gesellschaftliche Unterstützung versagt.

Ich mach mich schön, er und sie machen sich schön – alle wollen schön sein und versprechen sich davon so einiges. Aber was? Und warum der ganze Zirkus? Einige Fragen könnte das Interview mit der Soziologin Nina Degele in der taz beantworten. Bleibt nur eine Frage übrig: Wie kriegen wir die blöden Role Models unserer Zeit dazu, sie endlich aktiv am Kampf gegen die überzogenen Schönheitsnormen zu beteiligen???

Zwei weitere interessante Meldungen aus der taz: Die Vorsitzende der Grünen in NRW hat Alice Schwarzer scharfzüngig angegriffen. Zündstoff, vor allem, da es ein bisschen nach Wahltaktik riecht, aber lest doch selbst. Die zweite Meldung betrifft das Gleichbehandlungsgesetz, das nun drei Jahre wirkt – oder wirken sollte.

Striptease! – Das ist das Thema eines Artikels im Freitag und – wir ahnen es: Wenn dieses Thema auch noch mit einer Geschlechterperspektive daherkommt, dann wird es ordentlich Zündstoff bieten. Die Kommentare gehen wieder stark auf die Hundert und mehr zu, denn Autorin Tanya Gold vom Guardian schreibt unverwunden: Wenn Frauen sich Striptease von Männern angucken, wollen sie ein bisschen Spaß. Männern hingegen geht es um Macht und Unterwerfung.


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Zu kämpfen gibt es immer etwas

16. August 2009 von Meredith
Dieser Text ist Teil 22 von 152 der Serie Kurz notiert

Was letzte Woche geschah und wir nicht kommentierten:

Die Welt sang das dröge alte Schlaflied von den kinderlosen Akademiker(inn)en und forderte, dass Fortpflanzung unbedingt wieder natürlicher werden muss. Wie eine derart komplexe Thematik, die von so vielen Faktoren abhängig ist, wäre immer wieder erstaunlich, wenn es nicht so vorherehbar wäre.

Die US-amerikanische Popsängerin Kelly Clarksson ist diesen Monat auf dem so genannten Gesundheitsmagazin Self abgebildet. Die Titelgeschichte des Blattes befasst sich mit der immer wieder brandheißen Frage How die Leserin ihr Dreamgewicht erreichen kann.

Screenshot via Spiegel Online

Screenshot via Spiegel Online

Clarkson, deren Gewicht in der Kategorie “Fluktuierend” zu verorten ist, hat die Redaktion auf das Gewicht gefotoshopped, was ihrer Ansicht nach “Ihre beste Seite” ist – und weil sich darüber wirklich sehr viele Leserinnen ärgern, hat sich Self damit wahrscheinlich dramatische Abo-Einbrüche eingehandelt, wie Spiegel Online berichtete.

Der UNIFEM – also der Entwicklungsfond der Vereinten Nationen für Frauen – hat ein neues Video auf youtube veröffentlicht. Darin wird der wirtschaftliche Zusammenhang zwischen HIV/Aids, Bildung und Frauenrechten erklärt. Laut UN werden bis 2010 25 Millionen Kinder weltweit ihre Mütter an AIDS verlieren. Die Fürsorge für diese Kinder fällt fast immer anderen Frauen in der Familie zu – und das wiederum führt oft zur Verarmung dieser Frauen. Der Film ist voller interessanter Fakten und Frauen, sehr bewegend und unbedingt sehenswert.

Frauenboxen ist ab 2010 olympische Sportart. Hurra!


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Vom Ficken und Lecken

29. Juni 2009 von Helga

[Achtung, dieser Post enthält wirklich viele Schimpfwörter!]
PZ Myers, Professor und Pharyngula-Blogger, ist derzeit in Deutschland unterwegs und bat um Vorschläge für deutsche Schimpfwörter. Dabei fiel mir auf, dass wir zwar “fick dich” aber “leck mich” sagen. “Fick dich”, wie auch “Wichser” scheint noch aus einer Zeit zu stammen, als Masturbation als unmoralisch angesehen wurde, wenn vielleicht auch nicht mehr zwingend als zu Schwachsinnigkeit führend. Bei “leck mich” frage ich mich nun, ob es lediglich als Verkürzung von “leck mich am Arsch” entstanden ist (was auch heute noch die wenigsten toll finden) oder vom lecken (Cunnilingus) herrührt, das auch heute noch nicht die mediale Aufmerksamkeit und Wertschätzung erfährt, die dem Blow-Job seit einigen Jahren zu Teil wird.

Schimpfwörter sind allgemein ein interessantes Thema. Es gibt Hurensöhne, aber keine Zuhältertöchter, mit Nutte, Hure, Schlampe gibt es mehr Wörter für promiskuitive Frauen, als mir für ihre männlichen Gegenparts einfällt…

Zum Abschluss noch einige Schimpfwörter, die nichts mit Geschlechtsteilen zu tun haben, und die viel zu selten verwendet werden: Dreikäsehoch, Teufelsbraten, Himmelarschundzwirn!, Gartenzwerg, Rotzlöffel und Göre.


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