Einträge mit dem Tag ‘Riot Grrrl’


Ladies, Grrrls and Queers: Ladyfeste in deiner Stadt!

5. Mai 2011 von Magda

Feministisch, queer, unkommerziell, DIY (Do it yourself) – so oder so ähnlich be­schreiben sich die meisten der Lady­feste, die im deutsch­sprachigen Raum or­ganisiert werden.

Ladyfeste sind queer/­feministische Festivals, die seit 2000 haupt­säch­lich in Nord­amerika, Australien und Europa ver­anstaltet wer­den. Seit 2003 gibt es sie auch in Deutschland, wo sie erstmals in Hamburg, Berlin und Leipzig stattfanden. Die Wur­zeln der Ladyfeste sind in der sub­kulturellen und feminis­tischen Riot Grrrl-Be­wegung der 1990er Jahre zu finden. Das erste Lady­fest fand in Olympia (WA, USA) statt.

Im Zentrum der Lady­feste stehen nicht-kommerzielle Kon­zerte, DIY Work­shops, po­litische Vor­träge, selbst­ge­machte Kunst und Filme sowie Dis­kussions­run­den. Sie werden meist von jüngeren FLT (Frauen, Lesben, Trans*) und Queers or­ganisiert, die in Politik, Kunst und Mu­sik be­kanntlich unter­repräsentiert sind und durch solche Ver­anstaltungen ei­nen Raum für ihre politischen und kul­turellen Praxen be­kom­men. Die­ser Raum ent­steht nicht mittels eines “bio­logischen Ge­schlechts”, son­dern durch die vielfältige Thematisierung von in­einander sich ver­schränken­den Unter­drückungs­formen wie Sexismus, Rassismus, Trans­phobie, Homo­phobie und Körper­normierun­gen.

Ladyfeste haben kein festes Format und sind Mit­mach­festivals, die von den Men­schen leben, die ihre indivi­duellen Fähig­kei­ten und Interessen in die Or­ganisation und Durch­führung der oft mehr­tägigen Festivals einbringen. Bei der Pla­nung geht es weniger um bereits vor­handene Professionali­tät, sondern um das gemein­same Or­ganisieren und Er­leben von Kon­zerten, Diskussionen und politisch-kreativem Han­deln. Lady­feste haben sich ohne die Unter­stützung von klassischen Main­stream Medien in den letzten zehn Jahren meist in größeren Städten etabliert und sind dank sozialer Netz­werke und Blogs inter­national gut ver­netzt.

Für Literaturtipps und Links zu Ladyfesten in deiner Nähe, bitte klicken:  (weiterlesen …)


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Riot Grrrls, demonstrierende Frauen und Mütter in Gefahrenzonen – die Blogschau

5. März 2011 von Magda
Dieser Text ist Teil 98 von 158 der Serie Genderissimi: Die Blogschau

Anna von different needs ist die neue Gastbloggerin beim Missy Magazin, wo sie in ihrem aktuellen Posting den offenen Brief von Judith Holofernes an die BILD Zeitung thematisiert. Auf ihrem eigenen Blog hat sie kürzlich ein feines Riot Grrrrl-ABC zusammengestellt, in dem sie Bands, Zines und die Ideale der Riot Grrrl-Szene vorstellt.

Im Mama Blog des schweizerischen Tagesanzeigers beschäftigt sich die Autorin Michèle Binswanger im Kontext der Demonstrationen in Nordafrika mit “Müttern in Gefahrenzonen“. Anlass war die brutale Vergewaltigung der Reporterin und Mutter Lara Logan (Achtung: Trigger Warnung), die aus Ägypten berichtete und am Tag von Mubaraks Rücktritt während der nachfolgenden Freudenparty auf dem Tahrir Square von Schlägertrupps schwer misshandelt wurde. Die Reaktion der Medien war einfach nur ekelhaft: Sexistische Berichterstattung über die “schöne Reporterin”, die auch Mutter ist, und eine ordentliche Portion Victim Blaming (Schuldzuweisung an das Opfer). Auf dem Mama Blog wird nun die Frage verhandelt: “Wie viele Zugeständnisse verlangt die Elternrolle und wie viel persönliches Risiko verträgt sie?

Sandra sucht für ihr Fotoprojekt noch immer Menschen, die eine queere Beziehung führen (wir berichteten). Auf ihrem Blog erfahrt ihr, wo sie gerade unterwegs ist und fotografiert bzw. wie ihr mit Sandra Kontakt treten könnt.

Die Denkwerkstatt führte anlässlich des 100. Internationalen Frauentags zum Thema Frauenbewegung in Österreich ein Interview mit Maria Mesner, Historikerin und wissenschaftliche Leiterin des Bruno-Kreisky-Archivs – Teil eins und Teil zwei. Außerdem auf der Denkwerkstatt ein Beitrag in Bildern: In Wien machten ein paar Dutzend Frauen schon mal auf die große Demo “20.000 Frauen am 19. März aufmerksam

Auf Afrika Wissen Schaft stellt Charlott eine wissenschaftliche Arbeit von ihr zum Thema “Männlichkeitskonzeptionen und der Staat unter Idi Amin” (Uganda) zur Verfügung.

Tanja Gabler ärgert sich auf ihrem Blog über die 100% Männerquote auf der Online Marketing Rockstars in Hamburg.

Das Mädchenblog hat ein Update zu der Situation von afghanischen Frauenhäusern: So wie es aussieht, werden die afghanischen Frauenhäuser nun doch nicht, wie ursprünglich geplant, unter staatliche Kontrolle gestellt (wir berichteten).

Ebenfalls auf dem Mädchenblog ein Aufruf: Die nächste femalepressure Radiosendung des freien Wiener Radiosenders ORANGE fällt genau auf den 8. März. Anlässlich zum Internationalen Frauentag suchen die Macher_innen der Sendung Statements und Sounds, die sich um Feminismus und Emanzipation im Musikgeschäft drehen.

Antje Schrupp schreibt – passend zur Jahreszeit – über die Erfinderin des Karnevals: die brasilianische Komponistin Francesca (alias Chiquinha) Gonzaga.

Für eine bessere Vernetzung der (queer/feministischen) Websphäre listen wir jede Woche auf, was unsere deutschsprachigen Kolleg_innen über die Woche so melden und tun. Haben wir etwas vergessen oder übersehen? Kennen wir dein brilliantes Blog etwa noch gar nicht? Dann sag uns bitte Bescheid!


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Samstagabendbeat mit einer Geschichtenerzählerin

22. Januar 2011 von Magda

Eine kleine feministische Geschichte von Kathleen Hanna über die 90er Jahre, Rebellion, Abtreibungskliniken, Kurt Cobain, Punk Rock und wie es ist, als Stripperin zu arbeiten. Inklusive “Smells Like Teen Spirit” und “Rebel Girl”.

(Wer ein Skript hat, gerne her damit.)


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Samstagabendbeat mit den Riot Grrrls Dominatrix

2. Oktober 2010 von Magda

Boxen aufgedreht und in Luftgitarren-Pose gestellt: Grrrl-Power von der Band Dominatrix aus Brasilien.


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Fleißige Ladies im Web: Die Blogschau

2. Oktober 2010 von Magda
Dieser Text ist Teil 51 von 158 der Serie Genderissimi: Die Blogschau

Anne Roth twitterte Anfang der Woche, dass die Heinrich Böll-Stiftung zur “gänzlich frauenfreien Netzpolitikveranstaltung” lädt. Ein paar Tage später konnte man doch ein paar Frauen unter den Referent_innen finden. Anne Roth resümiert in einem späteren Blogartikel:

Natürlich gibt es ausreichend Frauen, die zu den Themen etwas sagen können. Sicher weniger als Männer, aber auf jeden Fall genug, um so ein Tagesseminar zu füllen. Falls doch mal eine Lücke entsteht, gibt es diese praktische Website: geekspeakr.com.

Der Mädchenblog hat einen grandiosen Buchtipp - Girls to The Front - über die Riot Grrrl Bewegung, empfohlen von den Musikerinnen von Le Tigre Kathleen Hanna und Johanna Fateman.

Onyx schreibt auf Gedankensalat über unhinterfragte Sexismen.

Auf Don’t you Believe the Hype gibt es eine Zusammenfassung der Broschüre “Starke Frauen, schwerer Weg” über die Benachteiligung muslimischer Frauen in der Gesellschaft, herausgegeben vom Interkulturellen Rat in Deutschland.

Gwen Dragon macht sich auf Biblio Draconis über den so genannten gender gap – dem Unterstrich_i - Gedanken und befindet, dass das Binnen-I besser sei.

Auf DieStandard.at gibt es einen kritischen Gastbeitrag von Marina Rauchenbacher zur Frida Kahlo-Ausstellung im Wiener Bank Austria Kunstforum.

Die Stadtpiratin schreibt in ihrem Artikel “Hand aufs Herz, Lady” über Alice Schwarzer, Post-Feminismus und eine neue Weiblichkeit. Mehr zu Schwarzer und ihrem neuen Buch gibt es auf dem Theorieblog.

Zur Zeit findet die Young Media Summit in Kairo statt

Was bedeutet Bloggen in Deutschland, was in der arabischen Welt? Was können Blogger zum interkulturellen Dialog beitragen? Gibt es Gleichberechtigung beim Zugang zum Netz zwischen Männern und Frauen? 18 Blogger aus Deutschland und arabischen Ländern werden vom 2. bis 4. Oktober beim Young Media Summit 2010 in Kairo Antworten auf diese Fragen suchen.

Mit dabei sind Fräulein Tessa (flannel apparel), Annina Luzie Schmid (Girls Can Blog) und Julia Seeliger (Zeitrafferin).

Termine nach dem Sprung (weiterlesen …)

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Riot Grrrl Kathleen Hanna im Interview

23. Februar 2010 von Magda

Auf grit.tv interviewte Laura Flanders Kathleen Hanna, eine der bekanntesten Riot Grrrls und Frontfrau von Bikini Kill und Le Tigre. Hanna spricht über den Sexismus damals und heute in der Punkrock Szene, Riot Grrrl Zines, Rock’n'Roll Camps for Girls, (fehlende) feministische Vorbilder in Politik und Musik, den Mythos der postfeministischen Gesellschaft und der aktuellen Schenkung ihrer Riot Grrrl Zines-Sammlung an eine Bibliothek der New York University.

In diesem kurzen Ausschnitt spricht Hanna über die Gemeinsamkeiten und Unterschiede von Fanzines und Blogs und warum sie Fanzines favorisiert.

Das ganze Video findet ihr hier.


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Sexy Halloween

2. November 2009 von Magda

Mein Halloween Kostüm in diesem Jahr war simpel: Eine Blume im Haar, Unmengen an Glitzer im Gesicht und eine fiese Narbe auf der Wange, aus der noch etwas dramatisch das Kunstblut floß. Die Leute in der U-Bahn fanden es eklig – also war ich zufrieden.

Viele andere Frauen gingen dieses Jahr ganz klassisch als Katzen, Teufel oder Häschen verkleidet, welches Kostüme sind, die mit ihrem simplen Kopfschmuck leicht zu erkennen sind. Traf man nun beispielsweise ein verkleidetes Teufelchen mit knallroten Hörnern, fiel allerdings auf, dass der Rest des Outfits in der Regel recht minimalistisch war – und zwar im wahrsten Sinne des Wortes.

Halloween ist neben der Zeit des Verkleidens nämlich auch die Zeit der nackten Tatsachen.

Auf sociological images bemerkt man, wie die übersexualisierte Darstellung von recht unschuldigen Charaktären – darunter Kinderfiguren wie Rotkäppchen oder Alice im Wunderland – eine weitreichende Konsequenz hat: jene fiktiven Figuren werden mit einer ordentlichen Portion Sex aufgepeppt und die Frauen, die diese Kostüme tragen, wirken gleichzeitig unschuldig, infantil und dennoch verrucht sexy. Und damit gelingt die perfekte Symbiose der Unschuld und Verführung.

Andy Marlette hat die Kommerzialisierung des sexy Kostüms und dessen Vermarktung an die weibliche Kundschaft in einem netten Cartoon dargestellt:

andymarlette.com

andymarlette.com

Da bleibt uns zwar die Auswahl zwischen Krankenschwester, Hexe, Häschen, Vampir, Katze oder Fee, aber kurz muss der Rock schon sein!

halloweencostumes4u.com

halloweencostumes4u.com

Auch die Kleinen sollen da schon üben, und zwar mit einem Riot Grrrl Kostüm (!!), in dessen Beschreibung es heißt:

“She’s sure to turn heads when she wears this stylish Riot Grrrl Child’s Halloween Costume. (..) Add the Camo Girl boot tops as seen below and she’ll be ready to riot in style.”

(zu deutsch: “Sie kann sich sicher sein, dass sie so einige Köpfe verdrehen wird, wenn sie ihr stylisches Riot Grrrl Halloween Kostüm trägt. Füge das Tarnanzug Netz-Top hinzu und sie ist fertig zum stylischen Krawallmachen.”)

Da würden die Riot Grrrls wohl ordentlich rebellieren: Kritisch ist wohl nicht nur, dass die Riot Grrrl Bewegung durchgestylt kommerzialisiert wird, sondern auch, dass dies mit dem Anspruch geschieht, anderen stylisch den Kopf zu verdrehen.

Neben sexistischen Halloween-Kostümen (hier eine Top 10 von The Sexist), gab es dieses Jahr auch jede Menge ausländerfeindliche (via racewire) und rassistische Kostüme (via AngryAsianMan und sociological images).


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