Einträge mit dem Tag ‘Riot Grrrl’


Grrrl Musik, ein Fischereiverein und heteronormative Lehrbücher – kurz notiert

2. Mai 2012 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 150 von 153 der Serie Kurz notiert

Im Freitag schreibt Ulrike Baureithel über Rollenbilder und Heteronormativität in Lehrbüchern.

Ich musste kurz checken, ob folgende Nachricht wirklich von diesem Jahr ist (und nicht aus dem letzten Jahrhundert), aber es ist wirklich wahr: Der Fischerei­verein Prüfening aus Regensburg beteiligte sich nicht am traditions­reichen Maibaumaufstellen, weil erst­malig Frauen an der Ver­anstaltung teil­nehmen sollten. Ohne Worte.

Yippie, der dritte Riot Grrrl Sampler ist nun zum Downloaden verfügbar! Und: Wer eine Liste mit Frauen- und Grrrlbands sucht, wird auf grrrlish fündig – ideal für Veranstalter_innen, die nicht immer nur Typen auf der Bühne haben wollen.

Leider immer noch schlechte Nachrichten aus Russland: Die Musikerinnen von Pussy Riot sind noch immer in Haft. Nun setzt sich auch Amnesty International für deren Freilassung ein und veröffentlichte Adressen von russischen Behörden, an die ihr eure Protestbriefe schreiben könnt.

Eine neue Folge aus der beliebten Reihe „Wie werden Geschlechter konstruiert“. Cracked.com hat fünf Geschlechterstereotype gesammelt, die vor nicht allzu kurzer Zeit noch völlig anders bewertet wurden – oder gar nicht existierten. Wie Hetero­sexualität erfunden wurde, hat gerade erst Salon.com ausführlich beleuchtet.

Ein Interview mit der US-amerikanischen feministischen und anti­rassistischen Professorin bell hooks über Intersektionalität findet ihr auf anarchylibrary.

Eigentlich liegt das Heirats-Mindestalter in Indien bereits seit 1929 bei 18 Jahren für Mädchen und 21 für Jungen. Dennoch sind Kinder­hochzeiten in einigen Teilen weiter üblich. Den Betroffenen können die Ehe allerdings annullieren lassen – was jetzt erstmals passiert sei, so Jezebel.

Um die Ehegesetze in Indien geht es auch bei der New York Times, allerdings um das Personal­statutgesetz, dass für Muslim_innen gilt. Seit über zehn Jahren versuchen Frauen­rechts­organisationen, das Gesetz zu reformieren – leider bisher noch ohne Erfolg.

Bei Autostraddle gibt es 19 Tips zum Umgang mit transgender Kids. Gleich den ersten sollten sich Eltern überall zu Herzen nehmen: Zeigen, dass Trans­menschen existieren und ganz normal sind.

Und im Guardian gab es vor einiger Zeit einen ausführlichen Artikel über Asexualität.

Termine: (weiterlesen …)


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Samstagabendbeat mit Sleater Kinney

31. März 2012 von Magda

Noch nichts vor heute Abend? Dann könnt ihr doch mal etwas Zeit mit Sleater Kinney verbringen! Live kann man das nicht mehr erleben, denn die Band gibt’s heute leider nicht mehr. Traurig müssen wir aber nicht sein, denn zwei der Bandmitglieder – darunter Carrie Brownstein, Sängerin und Gitarristin und nebenbei auch noch Schauspielerin in der Comedy Serie Portlandia - spielen heute wieder in der Indie/Punk Band Wild Flag. Ein bisschen Nostalgie darf trotzdem sein: Viel Spaß mit ”Jumpers” von Sleater Kinney.


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PETA, VIVA und Swingerclubs: die Blogschau

25. Februar 2012 von Anna
Dieser Text ist Teil 146 von 158 der Serie Genderissimi: Die Blogschau

Babykram & Kinderkacke erklärt uns, wie wir über die Organisation “Adopt a revolution” Revolutions_patinnen für die Aktivist_innen des Syrischen Frühlings werden können (der im Text verlinkte Beitrag aus der ZDF Mediathek ist dort anscheinend leider nicht mehr verfügbar geht wieder).

Theoriehappen gefällig? autotrans* & w.i.r. schreibt über Gewalt durch Sprache und “Verbindungen von Rassismus und Transphobie in LSBTI- Zusammenhängen”.

Ich kann mich denkwerkstatt nur aus vollstem Herzen anschließen: Bitte alle die Golden Girls schauen!

feministisches Bild aus Bügelperlen

Puzzlestücke zeigt, was Bügelperlen auch können

Afrikawissenschaft schreibt über die Dokumentation “Audre Lorde – The Berlin Years 1984 to 1992″, der dieses Jahr bei der Berlinale gezeigt wurde.

Nochmal Berlinale: Ingeborg Boxhammer berichtet in einem Gastbeitrag bei l-talk über die Filme, die sie gesehen hat.

Lena Schimmel analysiert die Frauenfeindlichkeit im neuen PETA Werbespot.

Die 2. Riot Grrrl Compilation zum freien Download verfügbar! Bitte einmal hier entlang.

“Ich sehe was, was du nicht siehst” heißt ein “Lightfaden”, der in Zusammenarbeit mit dem Genderkompetenzzentrum entstanden ist. In diesem werden unter anderem folgende Fragen geklärt: “Wie werden Diversitäten und Machtverschränkungen im Bild hergestellt? Warum ist eine Strichfigur automatisch ein Strichmännchen?” Mehr erfahren und den Comic bestellen könnt ihr bei 123comics

““Schwul” ist keine Beleidigung und sollte als solche auch nicht verwendet werden”, so das Statement vom Musiksender VIVA, nachdem dieser auf der zugehörigen facebook Fanpage hunderte entsprechender Kommentare gelöscht hat. Alexander von Beyme meint “Bravo, Viva”.

Katrin Schuster schreibt auf VOCER anlässlich des Falles eines Münchner Ehepaares, das in einer Sendung über Swingerclubs unverpixelt gezeigt wurde über die im Fernsehen allgegenwärtigen Kuppeleiformate und Sex-”Dokumentationen”.

Die Gitarre als Phallussymbol? Jap! Beweisfotos gibt’s bei ProChange.

milenskaya schreibt über eine etwas seltsame Printkampagne (“get noticed”) und Postfeminismus. Wie das zusammenhängt erfahrt ihr hier.

Termine haben wir wie immer nach dem Klick gesammelt: (weiterlesen …)


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Schminke, Kekse, Schmierereien – die Blogschau

21. Januar 2012 von Anna-Sarah
Dieser Text ist Teil 141 von 158 der Serie Genderissimi: Die Blogschau

Schminktipps mal anders: Lucie von klirrr macht sich Gedanken über die ver­meintlichen Unterschiede zwischen “natürlichem” und “künstlichem” Look und die Auswirkungen auf unser Schönheitsempfinden.

“Heldin des Alltags”: eigentlich ein irgendwie komischer Begriff, aber auf Irmela Mensah-Schramm, die seit 25 (!) Jahren unermüdlich in und um Berlin geklebte und gekritzelte Naziparolen wegkratzt, übermalt und entfernt und dafür nicht selten Ärger mit offiziellen und selbsternannten Ordnungshüter_innen bekommt, passt er dann doch ganz schön gut. Eine kleine Hommage gibt es bei laaleeluu.

Über den Umgang mit von gängigen Normen vermeintlich abweichenden sexuellen Identitäten bei Kindern inklusive krasser Pathologisierung ärgert sich das Mädchenblog. Zu Recht. Eine verstörende Geschichte dazu, erzählt im Interview einer betroffen(gemacht)en Familie, gibt es auch bei ATME e.V. – Aktion Transsexualität und Menschenrecht.

Immer wieder Kackscheiße in der Werbung – hier aufgespießt von kulturindustrie und wahnsinn. (weiterlesen …)


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Der Soundtrack der Riot Grrrls

20. Dezember 2011 von Magda
Dieser Text ist Teil 9 von 13 der Serie Wanna Disco? Listen Up!

Ein bisschen sind die Riot Grrrls nun auch in Deutschland angekommen: Es gibt bereits Gruppen in Berlin (auch auf facebook), in Hamburg (nur auf facebook), im Ruhgebiet (ebenfalls auf facebook) und ganz frisch auch in Bielefeld (auch nur auf facebook). Wer sich einbringen möchte, schreibt einfach eine E-Mail und ist vielleicht schon beim nächsten Treffen dabei (ob virtuell oder real life).

Cover Design von Jenny Eckermann

Die Berliner Riot Grrrl Gruppe hat vor ein paar Monaten eine schöne Aktion ins Lebens gerufen: Gesucht wurden Künstlerinnen und Bands, die gerne auf dem ersten Riot Grrrl Sampler “Riot Grrrl is not Dead (01)” vertreten sein wollten.

Uuund – Trommelwirbel!! – gestern ist sie nun erschienen: Die Compilation beinhaltet insgesamt 53 Bands aus verschiedenen Teilen der Welt (u.a. aus den USA, Grrrlmany, Spanien, Australien, Brasilien…) mit über  2,5 Stunden Musik aus fast allen erdenklichen Musikrichtungen, wie z.B. Punk, Rock, Pop, Electro, Spoken Words und Country. (Zum Öffnen der runtergeladenen .rar-Datei braucht mensch übrigens ein Programm zum Entpacken, falls ihr das noch nicht habt, findet ihr das online, z.B. bei chip oder für Mac-User_innen bei softonic)

Falls du als Künstlerin oder mit deiner eigenen Band Lust hast auf einer zukünftigen Compilation zu sein, findest du alle Infos auf tumblr oder auf facebook. Die zweite Sammlung wird schon im Februar erscheinen.


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Die radikalfeministische Grundschule und Weiße Integrationsverweigerung – kurz notiert

1. Dezember 2011 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 131 von 153 der Serie Kurz notiert

Eine Online-Umfrage der Frauenseiten Bremen hat ergeben, dass “fast 50 Prozent aller befragten Frauen und Mädchen negative Erfahrungen im Internet gemacht und Belästigungen, Anmache und Sexismus erlebt” haben.

In Kairo wurde die äygyptisch-amerikanische Journalistin Mona Eltahawy von der Polizei misshandelt und sexuell belästigt, berichtet derStandard. Sie war während der neuen Proteste gegen das Militärregime auf dem Tahrirplatz gewesen.

In den 1990ern gab es eine radikalfeministische Grundschule für Mädchen in Wien. DieStandard führte ebenfalls ein Interview mit einer ehemaligen Schülerin.

Wenn über Musik von Frauen* geredet wird, fällt immer auch der Begriff “Riot Grrrl” im gleichen Atemzug. Ganz so, als gäbe es EIN Label für Musik von Frauen*, während für die selbstgemachte Musik von Männern* stets viele Labels zur Hand sind. Kritik an dieser Vereinnahmung gibt es bei Pitchfork zu lesen.

“Wann hat es das schon einmal gegeben in unserer nach wie vor verklemmten Vereinbarkeitsrepublik? Eine Frau bekommt einen Führungsjob, nicht obwohl, sondern weil sie Kinder hat!”, schreibt die Berliner Zeitung.

Mutlu Ergün berichtet bei Philibuster über die Ergebnisse neuester Studien: Millionen Weiße Deutsche verweigern die Integration!

In der neuen Ausgabe der feministischen Zeitschrift Anschläge, hat Autorin Leonie einen Kommentar zu konsensualem Sex geschrieben. Lesenswert!

Radio Corax Halle interviewte Gesa Mayer und Robin Bauer zu Monogamie als gesellschaftlicher Norm, nachzuhören bei Freie Radios. Die beiden halten heute im Rahmen der Ringvorlesung “que(e)r_einsteigen” einen Vortrag zum gleichen Thema.

Das Männer-Fußballteam von Amerikanisch-Samoa gewinnt sein erstes offizielles Länderspiel – 2:1 gegen Tonga. Nach dem Sportlichen zur Geschlechterpolitik: Auf dem Platz stand mit Johnny Saelua eine Fa’afafine, die in der Kultur Polynesiens “als Mann geboren … als Frau aufgezogen” werden, wie queer.de berichtet.

Eine aktuelle Kampagne gegen institutionalisierten Rassismus seht ihr hier:

Mann hat nette Ratschläge an Frauen, dieses Mal in der Süddeutschen: Um im Job voranzukommen und sich männlicher Raumnahme zu entziehen, sollen sie einfach die gleichen Verhaltensweisen an den Tag legen. Tipp 1: Nicht mehr lächeln!

Terminhinweise nach dem Klick

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Revolutionäre Mädchen

5. September 2011 von Magda
Dieser Text ist Teil 56 von 60 der Serie Die Feministische Bibliothek

Zwanzig Jahre nachdem Bikini Kill Frontfrau Kathleen Hanna sich das Wort ‘Slut’ quer über den Bauch schrieb und das Riot Grrrl Manifest in einer Ausgabe eines Zines erschien, blicken wir zurück auf eine Bewegung, die ausgehend vom Nordwesten der USA weltweit neue Diskussionen zu Feminismus, weiblicher Selbst­bestimmung und Frauen in männer­dominierten Sphären wie Punk oder Rock Musik entfachte.

Ein Buch aus dem Mainzer Ventil Verlag wagt nun den ersten deutsch­sprachigen Rück­blick auf diese pop­kulturelle Jugend­bewegung, die erst­malig fast aus­schließlich von Mädchen und jungen Frauen ins Leben gerufen wurde: “Riot Grrrl Revisited. Geschichte und Gegen­wart einer feministischen Bewegung”.

Die Herausgeber_innen Katja Peglow und Jonas Engelmann haben eine Reihe an spannenden Interviews, Essays und Kurz­porträts zu­sammen­ge­tragen und teil­weise übersetzt. Aus­ge­stattet mit wunderbaren Illustrationen mutet das Buch selbst streckenweise wie ein liebevoll-selbst­gestaltetes Zine an.

Symphatisch beginnt das Buch mit einer Einleitung, in der sich die Heraus­geber_innen von vermeint­licher Objektivität distanzieren, da sie sich nicht ganz von einer “Nineties-Nostalgie” befreien können. Vielmehr wollen Peglow und Engelmann sich der Bewegung, die nach Europa meist nur in Form eines niedlich-gezähmten Mädchenkults oder als kapitalistisch verwertbare Girl Power rüber­schwappte, mit den Fragen nähren:

Was ist von der Revolution übrig geblieben? Wo sind die Rebel Girls von heute? Denn: Geblieben ist einiges, verändert hat sich für Frauen im Musik­geschäft eher weniger.

Das Buch skizziert die Entstehungs­ge­schichte der Riot Grrrl Bewegung und beleuchtet diese in ihren ver­schiedenen Facetten kritisch: Wer waren die Akteur_innen und wo lebten sie, was waren ihre Ziele und Bot­schaften, welcher Ästhetik bedienten sie sich? Das Themen­spektrum ist viel­fältig und beleuchtet Musik, die Lyrics und die Filme der Riot Grrrls, befasst sich mit Körper­politik, lesbischer Kultur und race/Rassismus innerhalb der Bewegung bis hin zu aktuellen feministischen Aktivitäten wie Ladyfeste oder das Girls Rock Camp. Am Ende haben die Herausgeber_innen noch ein “Who is Who” und ein Riot-Grrrl-ABC zusammengetragen, in denen mensch stöbern kann und erfährt, was ‘Backlash’, ‘Queercore’ oder ‘Zines’ sind.

Einen fetten Minuspunkt gibt es für die in den Übersetzungen verwendete Sprache: Wieder­holt finden sich dort diskriminierende Wörter – selbst im Kapitel “Race & Riot”, das sich kritisch mit den Rassismen innerhalb der Community auseinandersetzt. Es ist schade, dass in einem Buch über Feminismus und Selbst­ermächtigung so wenig Wert auf diskriminierungs­freie Sprache und Selbstbe­zeichnungen gelegt wird.

Obwohl die sprachlichen Fehlleistungen das Lese­vergnügen einschränken, ist das Buch empfehlens­wert. Es bietet einen leicht ver­ständlichen und bilder­reichen Einstieg in die feministische pop­kulturelle Bewegung, die Musiker_innen und Aktivist_innen bis heute prägt und hält auch für all diejenigen unzählige Anekdoten und Insider-Berichte parat, die sich schon jahrelang mit den Grrrls be­schäftigen.

So gilt damals wie heute: Revolution Girl Style Now!

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Das Buch über diesen Link zu bestellen, unterstützt die Mädchenmannschaft.
libri “Riot Grrrl Revisited. Geschichte und Gegenwart einer feministischen Bewegung” jetzt bestellen


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Für das revolutionäre Herz

28. Juli 2011 von Magda
Dieser Text ist Teil 5 von 13 der Serie Wanna Disco? Listen Up!

In unserer neuen Serie “Wanna Disco? Listen Up!” (Le Tigre meets Gossip) stellen wir euch (feministische) Musiker_innen vor, die euren Player zum Grooven bringen. Bereits interviewt haben wir djane mithras (Djane Kurse für Mädchen und Frauen), Sookee (HipHop), The Stattmatratzen (Punk) und Zorro Zensur (New Wave/Punk). Heute sprechen die drei Musikerinnen Mel, Inna und Eve von Monsterbeat and the Immigrant neuerdings Stereowoolf (auch auf twitter und facebook) über weibliche Vorbilder, Sexismus in der Musikszene und warum sie nicht auf allen Konzerten spielen. 

Monsterbeat and the Immigrant

In einer Welt voll Elektro und Indie haben Monsterbeat and the Immigrant ein neues Genre erschaffen – 21st century riot grrrl rock! Erst Oktober 2010 in Marburg formiert, treffen sie das revolutionäre Herz mit Texten über Themen, über die sich nur wenige Leute zu singen trauen, mal offensiv, mal subtiler – untermalt durch Klänge mit Ohrwurmgarantie! Und das alles D.I.Y!

Ihr kommt aus Marburg. Gibt es dort eine feministische (Musik-)Szene?

Eve: Eine feministische Szene gibt es sehr wohl! Und aus genau der kommen wir auch. Das heißt, sie hat uns den letzten Anstoß gegeben, uns als Band zu formieren.

Inna: Eine Musikszene hat aber erst kürzlich angefangen, sich zu entwickeln. Es gab z.B. im Mai den ersten Schlagzeug- und Gitarren-Workshop für Frauen. Außerdem organisieren wir eine Open Stage, zu der jetzt auch immer mehr Frauen kommen und mitspielen.

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„In einer Welt tickender Uhren und grauer Männer ein eigener Platz“

30. Juni 2011 von Helga
Dieser Text ist Teil 73 von 103 der Serie WWW Girls

In jeder Folge der WWW Girls stellen wir euch eine Bloggerin und ihr Weblog vor. Heute:

another visual diary

Wie heißt du?
Manouk.

Seit wann bloggst du?
Ein wenig seit einem Jahr und regelmäßig seit Anfang 2011.

Drei Bloggerinnen mit weißen Laptops auf denen der Venusspiegel prangt, darum der Slogan - Feminists of the WWW: unite

(c) Frl. Zucker, fraeuleinzucker.blogspot.com

Warum hast du damit angefangen?
Die Idee für another visual diary ist aus einer Photoserie für mein Zine Momo entstanden.
Ich blogge um in einer Welt tickender Uhren und grauer Männer einen Platz zu haben, an dem ich Momente, Stimmungen und Ideen aufzubewahren kann und um Bilder, Gedanken, Musik und Kunst mit anderen zu teilen, weil ich, im Sinne der Riot Grrrls und des D.I.Y., denke: Wir alle haben etwas zu sagen und anderen Menschen zu geben. Ich will nicht immer nur Konsument*in sein, ich will selbst etwas machen. Außerdem möchte ich mich mit anderen austauschen und vernetzen.

Worüber schreibst du?
Another visual diary sollte eigentlich ein reiner Photoblog werden, in dem ich einerseits Momente und Arbeiten der letzten Jahre sammeln und miteinander verbinden kann und andererseits einen Platz und einen Ansporn für neue Projekte habe und das alles mit anderen teilen kann.
Meine Bilder und ihre Titel sind persönlich, aber sie geben gleichzeitig viel Raum für eigene Assoziationen. Die Motive sind vielfältig von Street Art, Alltäglichkeiten und Körperlichkeiten bis hin zu Künstlerischen von mir.

Aber auch wenn Bilder sehr viel sagen können, gibt es noch mehr zu sagen und so schreibe ich über die verschiedensten Themen: über Musik und Kunst, die mich berühren, über Dinge die mich umtreiben im Alltag und im Herzkopf, über Reisen und über queer*feministische Themen, denn die brauchen mehr Platz, im Web und auch im alltäglichen Leben.

Was dir ohne Internet nicht passiert wäre:
Immer wieder so viele Projekte, Kunst und Musik zu entdecken und stundenlang still sitzen.

Wovon braucht das Internet mehr:
Riot Grrrls, Kunst und Vernetzung.

Frauen im Web sind…
zu wenig, aber immer besser vernetzt. Interessant und bunt.

Deine tägliche Web-Lektüre:
-

Tipps und Bewerbungen für die WWW Girls an post(at)maedchenmannschaft.net.


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Sexualisierte Gewalt, Männerrechtler und Riot Grrrls

8. Juni 2011 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 107 von 153 der Serie Kurz notiert

Die Friedrich-Ebert-Stiftung hat eine neue Studie herausgegeben: Unter der Leitung von Soziologin Nina Degele hat ein Forscher_innenteam untersucht, wie offen beziehungsweise ausschließend der Fußballsport in Deutschland ist. Ergebnis: Sexismus, Rassismus und Homophobie sind nach wie vor struktur­gebend und betreffen Geschlechter in ganz unterschiedlicher Weise.

Echo Online hat ein Interview mit Darmstädter Musikerinnen geführt. Die Frauen konstatieren: Um sich durchzusetzen, “muss man ein Macho sein”.

Passend dazu hat die New York Times einen Rückblick auf die Riot Grrrl Bewegung in den USA gewagt und deren internationale Errungenschaften und Einflüsse bis heute nachgezeichnet.

Die Monsters of Göttingen interviewen die Initiator_innen des Antifee Festivals, das dieses Wochenende bereits zum fünften Mal stattfindet. Jedes Jahr trifft hier emanzipatorische Politik auf ein musikalisches Bühnen­programm und theoretische Auseinandersetzungen mit den gesellschaftlichen Verhältnissen in Workshops.

Journalistinnen sind während ihrer Arbeit vermehrt sexualisierter Gewalt ausgesetzt, doch sie schweigen darüber, wie eine Studie herausgefunden hat. Jüngstes Opfer ist CBS-Reporertin Lara Logan, die in einem bewegenden Interview ihr Schweigen gebrochen hat (wir berichteten).

Soziologe Andreas Kemper, Autor des Buches “(r)echte Kerle – Zur Kumpanei der MännerRECHTSbewegung”, spricht mit dieStandard.at über seine Einblicke in die deutschsprachige Bewegung. Ähnlich wie Thomas Gesterkamp, der 2010 für die Friedrich-Ebert-Stiftung eine Expertise zum Thema heraus­ge­geben hatte, kommt er zu dem Ergebnis, dass die antifeministische und frauenfeindliche Männerechtsbewegung offen für Rechtsextremismus ist: “Dazu zähle ich die ideologischen Versatzstücke Nationalismus, Ethno­zentrismus, Rassismus, Sozialdarwinismus, Antisemitismus, Verharmlosung des Nationalsozialismus, Befürwortung einer rechts­autoritären Struktur, Chauvinismus und Sexismus.”

Auf Sociological Images kann nachverfolgt werden, wie das Geschlechter­verhältnis in den akademischen Disziplinen, aufgeschlüsselt nach Dis­ser­tationen, aussieht.

Ende Mai hatte die Beauftragte der Bundesregierung zur Aufarbeitung von sexuellem Missbrauch in Institutionen und Familien, Christine Bergmann, ihren Bericht abgeliefert. Dieser zeigte auf, dass die Strukturen für Missbrauchsopfer in Deutschland denkbar schlecht sind. Jetzt wurden die Betroffenen an einen runden Tisch geholt, wie die Taz berichtet.

Die Deutsche Welle rezensiert das Buch “Mädelsache! Frauen in der Neonazi-Szene“. In der NPD bekleiden immer mehr Frauen Ämter, um der Partei ein geschlechterprogressives, bürgerliches Image zu geben.

Anke Domscheit-Berg, die Unternehmen in Sachen Quote, Aufstiegschancen von Frauen und Vereinbarkeit von Familie und Beruf berät, wurde vom Fernsehsender MDR zu ihrer Arbeit interviewt.

Die österreichische Gruppe TransX, die sich für die Rechte von Transsexuellen und Transgender einsetzt, macht auf den Fall der türkischen Transsexuellen Yasar aufmerksam, die in ihr Herkunftsland abgeschoben werden soll.

Etwa eine Woche ist es her, dass Jörg Kachelmann vom Vorwurf der Vergewaltigung freigesprochen wurde (wir berichteten). Schon jetzt wird über sein TV-Comeback spekuliert: “vielleicht als Moderator einer Talkshow über persönliche Schicksalsschläge und große Dramen”.

Zum Schluss noch zwei Termine:

Die argentinisch-mexikanische Band Kumbia Queers tritt am 15. Juni im Münchener Kafe Marat auf. Los geht’s ab 20 Uhr, Eintritt sind schlappe vier Euro.

Am morgigen Donnerstag stellt Franziska Rauchhut in Berlin ihr neues Buch zur Geschichte der Lesbenbewegung in Deutschland vor. Beginn: 20 Uhr im Silverfuture.


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