Einträge mit dem Tag ‘Rezension’


Who you gonna call? GHOSTBUSTERS!

12. August 2016 von Magda
Dieser Text ist Teil 26 von 27 der Serie Die Feministische Videothek

Zu meinen Kindheitserinnerungen gehört der grün-klebrige Schleim der Ghostbusters. Hilfreich dabei war wahrscheinlich auch der gleichnamige Hit von Ray Parker, Jr., der auch heute noch Glücksgefühle in mir auslöst. Deshalb habe ich mich riesig gefreut, als ich hörte, dass in diesem Jahr ein Remake erscheinen soll. Und bitte festhalten, denn dieses Mal soll es nicht vier Helden, sondern vier Heldinnen geben. Das hat ziemlich viele Leute (hust, hust, Typen) aufgeregt, weil die Kindheitserinnerungen nun anscheinend entheiligt würden. Jetzt wollen Frauen auch noch Ghostbusters sein!!!1 Was bleibt da noch übrig für die Jungs? Traurig, aber wahr: Kein anderer Trailer in der Geschichte von YouTube erhielt mehr Dislikes. Die Jungs sind sauer.

Gestern habe ich dann endlich Ghostbusters geschaut, seit über einer Woche läuft er in den deutschen Kinos. Überraschend fand ich den erstaunlich leeren Kinosaal. Wie kann es denn sein, dass so viele den Titelsong nachts um drei besoffen auswendig schmettern können – den Film also sehr wohl kennen – aber keinen Bock haben in den Remake reinzugehen? Sind weibliche Hauptfiguren für die deutschen Befindlichkeiten zu boring? Wahrscheinlich, denn der deutsche Trailer gibt der männlichen Nebenrolle eine echt große Bühne, während der englische Trailer darauf verzichtet und ausschließlich mit den vier Hauptdarstellerinnen glänzt: Kristen Wiig, Melissa McCarthy, Kate McKinnon und Leslie Jones.

Eine umfassende Rezension kann ich leider nicht bieten (dazu bin ich zu wenig Film-Nerd), aber zwei Aspekte, die ich erwähnenswert finden, möchte ich gerne anreißen: Zum einen die Rolle von Patty (gespielt von Leslie Jones) und zum anderen das queere Potential des Films. Es folgen ein paar kleinere Spoiler.

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Migrationshintergrund am Arsch, Fatshaming im TV, Hilfe für’s Ego – die Blogschau

19. September 2015 von Anna-Sarah
Dieser Text ist Teil 284 von 295 der Serie Die Blogschau

Fuck your Migrationshintergund“: Um Othering, Ausgrenzungserfahrungen und Ver-Migrationshintergrund-isierung geht es auf dem Blog mit Herz.

Bei Too Dark To Be Seen werden rassistische Erlebnisse mit Behörden und Institutionen von People of Color gesammelt und sichtbar gemacht. Sandra Karangwa berichtet von der Unmöglichkeit, als Schwarze Person ein Passbild nach biometrischen Anforderungen zu erstellen.

Nicola Hinz hat für Das Lied der dicken Dame fat-shamende Off-Kommentare aus Fernsehreportagen und -dokumentationen gesammelt und stellt fest: „Beim Thema Körperfett schenken sich die Kanäle und Formate im Bullshit Bingo und beim Body Shaming nicht wirklich viel.“

Raul Krauthausen erklärt, warum vermeintliche Awareness-Projekte wie „Ein Tag im Rollstuhl“ mehr Schaden als Nutzen anrichten können. In einem anderen Blogpost berichtet er über die Rolle, die seine Behinderung in seinem Leben einnimmt.

Wenn Heteropaare versuchen, die Verantwortung für gemeinsame Kinder gerecht zwischen beiden Eltern zu verteilen, kommt es oft zum Clash zwischen Idee und Umsetzung – wie auch Suse von femilyaffair feststellt.

Auf Ein Blog von Vielen schreibt Hannah über die Abwertung von Armut und das von ihr Betroffensein. Ein weiterer aktueller Blogpost anlässlich des „Tags der Suizidprävention“ hinterfragt genau dieses Konzept.

Olja Alvir berichtet über ihre Erfahrungen während der selbstorganisierten Hilfe für geflüchtete Menschen am Wiener Hauptbahnhof – über schöne Überraschungen, aber auch über die „Schattenseiten des Helfens“.

Zu letzteren äußert sich auch antiprodukt: „Flucht und die Flüchtenden werden romantisiert, eventisiert, instrumentalisiert, fotografiert und monetarisiert.“

Und Betül Ulusoy bemerkt, dass beim Spenden nicht immer die Würde derjenigen geachtet wird, denen geholfen werden soll.

Renate Straetling bespricht das Buch Care Revolution – Schritte in eine solidarische Gesellschaft von Gabriele Winker.

Das Projekt roleUP stellt aktuell die Rapperin Tice vor.

Habt ihr diese Woche etwas geschrieben, gezeichnet oder aufgenommen, das hier nicht verlinkt wurde? Kennen wir eure tolle Webseite/tollen Blog etwa noch gar nicht? Dann ab damit in die Kommentare. Regelmäßig verlinken wir Text_Wissens_Produktionen aus dem deutschsprachigen Raum.


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Goodbye Gender, Frauen in der Computergeschichte, Hot Girls – kurz verlinkt

9. September 2015 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 292 von 340 der Serie Kurz notiert

Deutschsprachige Beiträge

Tanja Parr schrieb in diestandard eine Buchrezension zum „Goodbye Gender“ von Ivan E. Coyote und Rae Spoon.

Seit letzter Woche ist im Paderborner Heinz Nixdorf MuseumsForum die große Sonderausstellung „Am Anfang war Ada. Frauen in der Computergeschichte“ geöffnet. Sie zeigt auf 700 Quadratmetern nicht nur Leben und Leistung der ersten Programmiererin der Geschichte Ada Lovelace (1815-1852), sondern würdigt auch die Arbeiten zahlreicher anderer Frauen in der Computerentwicklung bis in die Gegenwart.

Englischsprachige Beiträge

Anna Merlan bespricht auf Jezebel den Film „Hot Girls Wanted“, der über ausbeuterische Praktiken der Porno-Industrie aufklären will, und einige seiner Hintergründe.

Im Guardian äußert sich Doris Akrap skeptisch zur aktuell gefeierten „Willkommenskultur“ in Deutschland.

Auf Many Voices berichtet die CeCe McDonald über ihre Perspektive auf Religion und Spiritualität.

 


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Ganz viel Feminismus in einem kleinen Comic

20. Juli 2015 von Magda
Dieser Text ist Teil 106 von 125 der Serie Die Feministische Bibliothek

Ich liebe bilderreiche Darstellungen und ich liebe es, wenn komplexe Dinge möglichst verständlich erklärt werden. Und so konnte ich auch viel Liebe für das erst kürzlich im Unrast-Verlag erschienene Büchlein „Kleine Geschichte des Feminismus im euro-amerikanischen Kontext“ der Künstlerin Patu und der Politikwissenschaftlerin und Autorin Antje Schrupp entwickeln.

Feminsmus_Patu_SchruppDas knapp 80-seitige Büchlein stellt die politischen Ideen und Botschaften einiger Feminist_innen von der Antike bis in die Gegenwart vor. Die damals zu größten Teilen weitaus bekannteren Männer bilden zwar den patriarchalen Kontext, nehmen allerdings meist den Platz in der zweiten Reihe ein. Gespickt mit absurden Zitaten („Die Frau ist eigens dafür geschaffen, dem Mann zu gefallen“ – Jean-Jacques Rousseau) wirken sie lediglich wie karikaturähnliche Laiendarsteller der Geschichte. Die Bilder sind nie bloßes Beiwerk, im Gegenteil: Ohne sie würden die einzelnen Anekdoten nicht funktionieren. Die Zeichnungen sind sehr intelligente, kreative und mitunter witzige Geschichten für sich. Es lohnt sich genau hinzuschauen: die Mimiken, die kleinen aussagekräftigen Details im Hintergrund, und die eingebauten „Hacks“. Auf die Darstellung von Gott dürft ihr auf jeden Fall gespannt sein!

Die Inhalte des Buches sind in europäischen und US-amerikanischen Feminismen verortet, obwohl europäisch überwiegend bedeutet: Deutschland, Frankreich und England (zumindest ab der so genannten Moderne). Angefangen von der Antike über das Mittelalter bis in die Neuzeit, gefolgt von der so genannten „Aufklärung“ bis zu den frühsozialistischen Feminismen: Im Galopp reiten wir durch die Geschichte der politischen Ideen und lernen viele Feminist_innen sowie ihre Ideen und Kämpfe kennen. Schon einmal von der Mathematikern Hypatia gehört? Oder von den Saint-Simonistinnen? Oder von Sojourner Truth? Oder von der Sozialistin und Gegnerin der Sklaverei Flora Tristan, die bereits fünf Jahre vor dem „Kommunistischen Manifest“ mit ihrem Werk „Arbeiterunion“ (1843) für ein Bündnis von Arbeiter_innen über Zünfte und Berufszweige hinweg eintrat? Ihr werdet sie kennenlernen!

Erschienen ist das Buch im linken Unrast-Verlag. So sind sozialistische, anarchistische und linke feministische Ideen zentral, oder wie Antje Schrupp bei der Buchvorstellung in Berlin klarstellte: „Hier geht es nicht um Gleichstellung“. Interessant finde ich, dass sozialistische Frauen und ihre Ideen oftmals Ausgangspunkt sind, und die Ideen der bürgerlichen Frauen dem gegenüber gestellt werden, was für eine dominante feministische Geschichtsschreibung einen Perspektivwechsel bedeutet.

So finde ich es konsequent, dass die sehr verbreitete Einordnung von feministischen Kämpfen in Wellen nicht unnötig wiederholt wird, sondern von Anfang an klar ist: Auch jenseits der großen feministischen Wellen gab es immer Feminist_innen, die ganz unterschiedliche Ideen von „Frauenbefreiung“ oder Gesellschaftswandel hatten: Während die bürgerliche Frauenbewegung in Frankreich und England Mitte des 19. Jahrhundert z.B. einen Fokus auf die Reformierung der Ehe- und Scheidungsgesetze legte, war dies für viele Frauen aus der Arbeiter_innenschicht weniger zentral, da diese auch häufig unverheiratet zusammenlebten (es gab ja eh nichts zu vererben!). So sind die Kapitel ab „Anfänge der organisierten Frauenbewegung“ eher thematisch geordnet, z.B: „Freie Liebe / Kritik an der Ehe“, „Hausarbeit / Care“, „Womanism / Intersektionalität“ oder „Queer-Feminismus“, wobei anti-rassistische Positionen bei vielen Querschnittsthemen immer wieder thematisiert werden.

Auf der Buchvorstellung in Berlin diskutierten wir auch die Leerstellen des Buches: Angemerkt wurde der fehlende Bezug auf osteuropäische feministische Kämpfe und speziell auf Ost/West-Feminismus in Deutschland. Auch fehle die Darstellung der zentralen Rolle von Lesben in der so genannten „2. Frauenbewegung“, worauf Patu und Antje Schrupp bereits reagiert haben: In der bald erscheinenden 2. Auflage wird es zwei weitere Seiten dazu geben. Es gibt weitere Leerstellen, über die wir sprechen können, aber wie es auf den letzten Seiten so schön heißt: to be continued!

Das Büchlein ist eine gute Erinnerung daran, dass manche Themen wie z.B. (fehlende) Solidarität von weißen, bürgerlichen Feminist_innen oder der Rassismus unter weißen Feminist_innen keine neuen, aktuellen Erscheinungen sind, sondern historisch gewachsen. Es zeigt auf, dass die komplexen feministischen Geschichten niemals in ein Büchlein passen werden. Dieses Buch ist ein schöner, niedrigschwelliger Versuch, einige dieser Geschichten ohne lange, komplizierte Texte zu erzählen. Daumen hoch!

Bestellen könnt ihr das Buch zum Beispiel bei Fembooks.


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Ein Buch nach dem anderen: Gelungene und weniger gelungene Jugendbücher

12. Juni 2015 von Charlott
Dieser Text ist Teil 102 von 125 der Serie Die Feministische Bibliothek

Auf Papier gelesen

Poisoned Apples: Poems for You, My Pretty (2014, Greenwillow Books) von Christine Heppermann versprach eigentlich eine interessante Prämisse: Gedichte, die feministische Ideen und fantastische, märchenhafte Stoffe miteinanderverweben und direkt an Teenager-Mädchen gerichtet sind. Doch wirklich weiter empfehlen kann ich es leider nicht, denn letzten Endes wiederholen sich die Inhalte sehr, manche Gedichte sind kaum unterscheidbar und (der wichtigere Aspekt) Heppermanns zugrundeliegenden Analysen von Körperbildern und Essgewohnheiten sind sehr stark simplifizierend. Ich wurde das Gefühl nicht los, dass Heppermann beim Schreiben eine ganz konkrete Gruppe von Mädchen im Kopf hatte: weiß, hetero (Hallo, Mächenprinzbezug) und konventionell hübsch, die sich aber auch mit den dominanten Vorstellungen von guten, schönen Körpern herumschlagen.

Wenn etwas aus der Jugendbuch-Ecke, dann doch lieber das großartige Akata Witch (2011, Viking Children’s) von Nnedi Okorafor. In diesem dreht sich alles um die zwölf-jährige Sunny. Geboren wurde sie in den USA, aber seit drei Jahren lebt sie mit ihrer Familie in Nigeria. Sie ist eine herausragende Fußballerin, da sie aber Albinismus hat, kann sie meist nur abends mit ihren Brüdern kicken. Als sie dann eines Tages eine dystopische Szene im Licht einer Kerze sieht, ist dies nur das erste Zeichen, dass sich für Sunny bald eine magische Welt eröffnen wird. Das Buch ist nicht nur spannend und voller großartiger Einfälle, sondern immer auch gesellschaftskritisch, so werden Themen wie Stigmatisierung von Menschen mit Behinderungen und rassistische Polizeigewalt gegen Schwarze Jugendliche thematisiert und gleichzeitig gezeigt, dass auch die magische Welt keine ohne Machtgefälle ist. Besonders gut: Nächstes Jahr wird der zweite Teil erscheinen.

Schon länger wollte ich mal etwas ausführlicheres zum Thema Impfen lesen. Letztes Jahr auf vielen us-amerikanischen Bestenliste landete On Immunity: An Inoculation (2014, Graywolf Press) von Eula Biss und ich habe es nun gelesen. Biss hatte sich vor der Geburt ihres ersten Kinds angefangen intensiver mit der Thematik zu beschäftigen und entstanden ist ein Buch, welches differenziert und tiefgehend ist, Ängste und Gefühle ernst nimmt, aber vor allem auch Diskursen rund um Impfungen nachspürt. Sie zeigt, wie Impfungen entstanden und durchgesetzt wurden (und wer dabei – in einer Zeit, wo Impfungen noch wesentlich gefährlicher waren als heute – die Bevölkerungsgruppen waren, die zwangsgeimpft wurden), geht verschiedenen Studien nach, spricht mit Wissenschaftler_innen und verknüpft dies mit eigenen Erfahrungen (so z.B. der Aussage ihres Arztes, dass eine bestimmte Impfung für „Leute wie sie“ nicht nötig sei – und ihre Erkenntnis, dass er damit nur weiß und Mittelklasse gemeint haben kann). Zum Ende hin verliert das Buch etwas den Fokus und sicher werden nicht alle Aspekte beleuchtet, aber ein interessanter Einstieg ist es auf jeden Fall.

Noch ziemlich neu ist Das Licht ist weder gerecht noch ungerecht (2015, w_orten und meer) von Jayrôme C. Robinet, der auch Mädchenmannschafts-Autor ist und hier bereits das Buch vorstellte. In dem Buch (und auf der dazugehörigen CD) sind kurze Geschichten, Gedichte, ein Theatermonolog und Spoken Word Stücke versammelt, die nachdenklich, humorvoll, präzise und poetisch ganz schnell ins Herz gehen.

Außerdem habe ich endlich auch Janet Mocks Redefining Realness: My Path to Womanhood, Identity, Love & So Much More (2014, Atria Books) gelesen und möchte die Chance nutzen, allen nochmals Magdas Rezension ans Herz zu legen.

Ein von @half_book_and_co gepostetes Foto am

Im Netz gelesen

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Rebel Girls, Gedichte und ein lesbischer Kurzfilm – die Blogschau

5. Oktober 2013 von Viruletta
Dieser Text ist Teil 222 von 295 der Serie Die Blogschau

Passend zum 3. Oktober hat ihollaback!Berlin einen Text von May Ayim zitiert: „grenzenlos und unverschämt – ein gedicht gegen die deutsche sch-einheit„. Das Missy Magazine war aus dem selben Anlass im Frauenzentrum EWA in Berlin, und hat sich dort auf die Suche nach den feministischen Frauen gemacht, die bei den Erzählungen über die Bürger*innenbewegung der DDR meist vergessen werden.

30. Jahre an.schläge und wir schließen uns den Glückwünschen an: Happy Birthday! Und weil die Redaktion auch nach 30 Jahren noch viel Wert auf euer Feedback legt, gibt es hier noch eine Umfrage: was würde das Magazin für euch noch besser machen?

Polychromatisch schreibt über alltägliche Trans*phobie und die Schwierigkeit, die das reclaimen von Begriffen oft mit sich bringt: „Ich will niemenschem Worte wegnehmen und somit ungewollt meine Privilegien als weißer, wahrgenommener Trans*mann ausspielen. Gleichzeitig habe ich das Gefühl, dass in meiner individuellen Position mir diese Reclaming eigentlich zustände, denn schließlich bin ich durch die trans*phobe Verwendung dieses Wortes direkt betroffen“. Über Ideen und Anregungen in den Kommentaren freut er sich.

Die queere Jugendgruppe Youngstars Hochrhein hat einen lesbischen Kurzfilm gedreht:

Zum Thema Privilegien gibt es viele Meinungen und Vorannahmen. Nadine hat auf ihrem Blog Medienelite einige davon aufgegriffen. Aber Vorsicht: Der Beitrag kann Spuren von Sarkasmus enthalten.

Alis Afrika-Blog schreibt darüber, wie ätzend es ist, in Deutschland als Schwarzer Mensch ständig gleichzeitig demonstrativ übersehen und überwacht zu werden: „Das typische am Rassismus ist, dass Leistungen von rassistisch Ausgrenzten individualisiert, (vermeintliche) Fehltritte jedoch kollektiviert werden“.

„Mädchen? Junge? Pony?“ ist der Titel einer Broschüre der trans*genialen f_antifa, die versucht in verständlicher Sprache verschiedenste Fragen rund um das Thema trans* zu beantworten. Auf der Homepage der Gruppe steht sie nun zum Download bereit.

Die denkwerkstatt hat ein Interview mit der feministischen Ökonomin Gabriele Michalitsch geführt. Resüme: Feminismus kann niemals Lifestyle sein, Feminismus ist immer politisch“.

Die Musikjournalistin und Autorin Tine Plesch hat zu Lebzeiten eine Menge eigener Gedanken zu Pop und Feminismus, Musik und Literatur zu Papier gebracht. Beim Ventil-Verlag ist nun unter dem Titel Rebel Girl – Popkultur und Feminismus eine Sammlung dieser Texte erschienen. different needs hat sie gelesen und rezensiert: „Wer wissen möchte, wie sich Lesereisende auf Tour fühlen, warum schreibende Frauen mitunter die „Heldin als Verrückte“ dargestellt haben und warum „Mädchenband“ kein gewinnbringender Begriff ist, dem_der sei dieses wunderbare Buch ans Herz gelegt“.

Das Ende des Sex hat ebenfalls eine Lektüreempfehlung für euch: “Eine afro-deutsche Geschichte: Zur Lebenssituation von Afrikanern und Afro-Deutschen in Deutschland von 1884 bis 1950″ von Katharina Oguntoye.

Die lesbische ugandische Menschenrechtsaktivistin Kasha Nabagesera hat kürzlich den Internationalen Nürnberger Menschenrechtspreis erhalten. „Die Entscheidung der Jury, mit der Wahl der Preisträgerin die weltweite Diskriminierung von LSBTI-Personen sichtbar zu machen, ist ein Meilenstein und ein starkes politisches Signal: Homophobie ist ein Menschenrechtsthema, weltweit“ schreibt L-talk.

Tea-riffic hat ein wunderbares Gedicht geschrieben, dass sie völlig unnötiger Weise sehr schüchtern präsentiert; es heißt „Feminist Killjoy“.

Auf fatshaming Kommentare schlagfertig zu reagieren, kann empowernd sein. Der Dicke Verein liefert deshalb ein paar Vorschläge für Erwiderungen, die zwar nicht alle toll sind, aber einige Gute sind dabei.

Sina’s Blog bildet eine Debatte darüber ab, inwiefern Missionar*innen die Notlagen von Sexarbeitenden ausnutzen.

Termine:

Es lohnt sich einen Blick in den Veranstaltungskalender von Antje Schrupp zu werfen.

Für eine bessere Vernetzung der feministischen Blogosphäre listen wir jede Woche auf, was unsere Kolleg_innen über die Woche so melden und tun. Haben wir etwas vergessen oder übersehen? Kennen wir dein brilliantes Blog etwa noch gar nicht? Dann sag uns bitte Bescheid!


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Gefühle offenbaren, Ableismus und Fat Empowerment – die Blogschau

21. September 2013 von Nadine
Dieser Text ist Teil 220 von 295 der Serie Die Blogschau

Differentneeds rezensiert auf ihrem Blog das aktuelle Buch von Chris Köver, Sonja Eismann und Daniela Burger „Glückwunsch, Du bist ein Mädchen – Eine Anleitung zum Klarkommen

W_Ortfindungen schreibt über Gefühle offenbaren.

Leidmedien haben die Wahlprogramme der Parteien zur Bundestagswahl in Leichter Sprache zusammengefasst und visualisiert.

Das Heiter Scheitern Kollektiv podcastet über Regenbogenfamilien.

Die Asperger Frauen haben einen Offenen Brief an Stefan Niggemeier verfasst, in dem sie seine ableistischen Sprachhandlungen kritisieren. Niggemeier hat sich daraufhin entschuldigt.

Die Wichtigkeit von geschlossenen bzw. Schonräumen für Frauen, Lesben, Trans im Geek- und Techbereich erörtern Femgeeks.

Riotmango will einen Satz nicht mehr hören: „Übergewichtige Frauen sind auch schön

Anna Heger veröffentlicht den Comic über sogenannte geschlechtsneutrale Pronomen.

Kritik an Gesellschaft nimmt sich die Grünen und ihre Nicht-Aufarbeitung sexualisierter Gewalt vor.

… und noch ein Veranstaltungshinweis für Berlin heute: Für Abtreibungsrechte und gegen menschenverachtenden christlichen Fundamentalismus auf die Straße gehen! Es rufen auf: Das „What the Fuck“ Bündnis mit vielen kreativen Aktionen vor dem Bundeskanzler_innenamt und das Bündnis für sexuelle Selbstbestimmung mit einer Kundgebung vor dem Brandenburger Tor.


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Zum komplexen Verhältnis von Kapitalismus, Rassismus und Sexismus. Rezension zu »Queer und (Anti-)Kapitalismus«

12. September 2013 von Gastautor_in
Dieser Text ist Teil 70 von 125 der Serie Die Feministische Bibliothek

Wir freuen uns über diesen Gastbeitrag von Lisa! Die Autorin hat Gender Studies in Bielefeld studiert und versucht nun Fuß zu fassen im Wissenschaftsbetrieb. Politische Aktionen und Aktionismus dürfen ihr dabei aber nicht zu kurz kommen, denn Lisa ist seit langem in verschiedenen queer-feministischen Projekten aktiv.

Im kürzlich veröffentlichten Band „Queer und (Anti-)Kapitalismus“ knüpfen Heinz-Jürgen Voß und Salih Alexander Wolter an die Debatte über queere Ökonomiekritik und setzen dabei zwei Aspekte zentral: Erstens zeigen sie kontinuierlich anhand verschiedener historischer und politischer Beispiele die Verknüpfung von Kapitalismus, Sexismus und Rassismus auf und betonen zweitens, dass es bereits seit den 1960er Jahren ein Anliegen Schwarzer Queers und Women of Color ist, auf diese Verschränkungen hinzuweisen, sie jedoch bis heute kaum wahrgenommen werden. Das Buch weist eine komplexe Analyse dessen auf, wie sich verschiedene Ausschlussfaktoren (v.a. Klasse, Geschlecht und ‚Rasse‘) gegenseitig bedingen und eine funktionale Rolle im globalen Kapitalismus spielen. Dabei nehmen die Autor_innen Bezug auf marxistische Theorie und postkolonialen Feminismus, betonen aber vor allem weitreichende theoretische Erkenntnisse und politische Erfahrungen von People of Color.

Queer und (Anti-)Kapitalismus

Heinz-Jürgen Voß, Salih Alexander Wolter: Queer und (Anti-)Kapitalismus

Die Leser_innen tauchen direkt ein in die vielschichtigen Zusammenhänge der Entstehung eines globalen Kapitalismus, historischer Kolonialisierung und aktueller Migrationspolitik sowie sich wandelnder Geschlechter- und sexueller Verhältnisse. Auf knappen 158 Seiten – inklusive Literaturverzeichnis, das neben der zitierten Literatur zusätzlich empfohlene Literatur von Schwarzen Personen und Women of Color enthält – gelingt den Autor_innen eine tiefgehende Untersuchung und erkenntnisreiche Abhandlung, die aufgrund ihrer Komplexität und Fülle an Aspekten und Perspektiven ein breites Publikum anspricht und auch ein zweites und drittes Lesen nicht weniger interessant macht.

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Unterstützung zum anrufen, Sexismus zum anziehen – die Blogschau

9. März 2013 von Anna-Sarah
Dieser Text ist Teil 196 von 295 der Serie Die Blogschau

Mehr Monoagapanie und die Möglichkeit diese zu genießen!  Moment: Monowas?  Don’t degrade Debs, Darling! erklärt, was es damit auf sich hat und welcher Zusammenhang zur allgegenwärtigen Paarnormativität besteht: „Ich habe Liebeskummer, weil die Liebe wie sie in unserer Gesellschaft verlangt und erwartet wird, in mir diesen Kummer verursacht!“

Zwei algerische Feministinnen im Dialog über Solidarität, Bündnismöglichkeiten, weiße Dominanzen und Aneignungen: Global sisterhood – work in progress.

Selbstfürsorge: Kniffs & Tricks & Tipps – Melanie schreibt bei den femgeeks über feministisches Burnout und aktivistische Erschöpfung.

A propos: Eine praktische Idee, wie sich Menschen in Online-Debatten gegenseitig unterstützen und Kräfte gespart werden könnten, baldowert derzeit Dr. Indie aus. Wer macht mit?

In einer Pressemitteilung anlässlich des gestrigen Internationalen Frauen(kampf)tags ergeht vom Netzwerk female:pressure ein dringender Appell: Mehr Raum für Frauen in elektronischer Musik und digitaler Kunst! Die Initiative:  „Nach der kürzlich entbrannten Sexismusdebatte ruft female:pressure zur gründlichen Revision weiblicher Beteiligung in elektronischer Musik und digitaler Kunst auf. Dazu wollen wir mit einer Analyse unserer Arbeitsbedingungen beitragen.“

Dr. Daniele Daude hat für kritisch-lesen.de eine Rezension zu bell hooks‘  Standardwerk Black Looks verfasst.

OTTO? Find ich nicht gut. Mit einem sexistischen Kinder(!)-T-Shirt begibt sich der bekannte Versand gepflegt ins Stereotypen-Aus.

Für eine bessere Vernetzung der feministischen Blogosphäre listen wir jede Woche auf, was unsere Kolleg_innen über die Woche so melden und tun. Haben wir etwas vergessen oder übersehen? Kennen wir dein brilliantes Blog etwa noch gar nicht? Dann sag uns bitte Bescheid!


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Mach’s Selbst – Do it Yourself für Mädchen

7. September 2012 von Magda
Dieser Text ist Teil 64 von 125 der Serie Die Feministische Bibliothek

Beim Lesen des Buches habe ich eine Menge Beiß­reflexe ent­wickelt: Als ich es bestellte, dachte ich mir, dass das ja ein tolles Buch zum Weiter­ver­schenken sei. Nun muss ich leider sagen: Nee, das gebe ich nicht mehr her!

Das gerade bei Beltz erschienene Buch „Mach’s Selbst – Do it Yourself für Mädchen“ der Missy Magazine-Macherinnen Sonja Eismann und Chris Köver gibt nicht nur die Grund­lagen für’s Selber­machen zur Hand, sondern be­sticht auch durch die liebe­volle Ge­staltung der Grafikerin Daniela Burger.

Die neun Kategorien „Musik Machen“, „Senden und Schreiben“, „Crafting“, „Protestieren und Organisieren“, „Ver­­kabeln und Sichern“,  „Kochen“, „Reparieren und Bauen“, „Pflanzen“ und „Reagieren und Analysieren“ be­handeln die ganze Band­breite des Selber­machens. Ob mit grünem Daumen aus­ge­stattet, technisch interessiert oder politisch en­gagiert, in diesem Buch ist für fast jede etwas dabei: Hier lernst du, wie du ein WLAN sicher machst, eine Milch­karton-Vase bastelt, im Alltag gegen Rassismus kämpfst oder Ohrringe aus Computer­teilen baust. Dahinter steckt die einfache Idee, durch das Selber­machen ein Stückchen Autonomie zu be­wahren.

In ihrer Rezension fasst Anna von different needs diese Idee sehr schön zusammen:

Die DIY-Kultur wird hier wieder in einen politischen Zusammen­hang gerückt, der bei bloßen Etsy- und DaWanda-Einkäufen wohl eher außen vor bleibt, wenn auch da oft mit einem DIY-Begriff hantiert wird. Chris Köver und Sonja Eismann ver­suchen, gemeinsam mit Daniela Burger und all den Beiträger_innen, ein Bewusst­sein für gestalterische und letzt­lich eben auch politische Autonomie zu schaffen. All das nie mit dem berühmten er­hobenen Zeige­finger, sondern ermutigend und kooperativ.

Auch wenn der Titel es suggeriert: Für dieses Buch gibt es weder eine Altersbeschränkung noch eine Eingrenzung hinsichtlich des Genders. Strengstens empfohlen zum Selberschmökern und Verschenken.


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