Einträge mit dem Tag ‘reproduktive Rechte’


Winnetou vergessen, WoC lesen und Wedeln mit Nebelkerzen – kurz verlinkt

18. Januar 2017 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 337 von 337 der Serie Kurz notiert

deutschsprachige Links

Rassistische Nebelkerzen„: Nadia hat auch noch einmal für neues deutschland über die Kölner Silvesternacht geschrieben und stellt fest, über vieles wird diskutiert nur einer Kritik am Patriarchat wird aus dem Weg gegangen.

Bina von WOCreads möchte eine englischsprachige Study Group gründen und akademische Non-Fiction Bücher von Frauen of Color lesen. Interessiert?

Christiane Link formuliert bei der ZEIT, warum Sexualassistenz für behinderte Menschen eine Scheinlösung für Probleme, die ganz woanders liegen ist.

ISD online schreibt über das Projekt (De-)koloniale Bilderwelten.

englischsprachige Links

Einmal gute Nachrichten: Chelsea Manning wird am 17. Mai aus dem Gefängnis freikommen.

Forget Winnetou! ist ein Dokumentarfilm über Stereoytpe und Diskriminierung von Native Americans in Deutschland. Einen Trailer gibt es hier zu sehen:

Meryl Streep hielt bei den Golden Globes eine Rede, die sehr gefeiert wurde. Emily Ladau hingegen schreibt bei The Establishement: „I’m A Disabled Woman Who’s NOT Celebrating Meryl Streep’s Golden Globes Speech

CHOICE/LESS ist ein Podcast von Rewire zu reproduktiver Gerechtigkeit. In der Folge vom 10. Januar spricht Jack RR Evans über Erfahrungen mit Schwangerschaft und Abtreibung als nonbinary trans Person.

Gender (und race) bias führt u.a. dazu, dass einige Menschen wesentlich schlechtere medizinische Versorgung erhalten als andere. NY Times schreibt über das Phänomen und wie Checklisten die Situation verbessern können.

Termine in Berlin, Göttingen, Hamburg, Köln und Stuttgart

19.01. in Berlin: Vortrag von Hannah Tzuberi zu „Die Befreiung der Anderen. Feminismus zwischen Alice Schwarzer und postkolonialer Kritik„. (FB-Link)

19.01. bis 10.03.2017 in Berlin: Protestkörper / Queerfeministische Körperpolitiken im EWA e. V. Frauenzentrum

21.01.-22.01. in Göttingen: „write & fight“ – Empowerment-Workshop für Menschen, die in Deutschland Rassismuserfahrungen machen

26.01. in Köln: Maisha Eggers, Katja Kinder und Peggy Piesche sprechen über „Generation Adefra 30 Jahre Schwarzer Feminismus„. (FB-Link)

30.01. bis 29.5.2017 in Berlin: Der lange Weg zur Gleichheit – Lebensrealitäten lesbischer Frauen weltweit. im EWA e.V. Frauenzentrum.

31.01. in Köln: Lesung „Hegememory“ der Autorin und Ingeborg-Bachmann-Preisträgerin Sharon Dodua Otoo. (FB-Link)

02.02. in Hamburg: Workshop „Queerkommunistische Beziehungsformen“ von 14 bis 18 Uhr mit Bini Adamczak. Anmeldung unter: ich@anti-id.de.

17.02. in Berlin: Fachgespräch: „Wer hat Angst vor Geschlechterforschung? Strategien für ein Forschungsfeld unter Druck„. Anmeldung bis zum 14.02. über die Webseite.

21. bis 25.02. in Stuttgart: meccanica feminale findet statt mit einer ganzen Reihe von Kursen, einige gehen einen Tage, andere eine halbe Woche.

Zur Mitte der Woche versammeln wir hier regelmäßig Links zu wichtigen Analysen, Berichten und interessanten Veranstaltungen. Was habt ihr in der letzten Woche gelesen/ geschrieben? Welcher Text hätte mehr Aufmerksamkeit verdient? Und was für feministische Workshops, Lesungen oder Vorträge stehen in den nächsten Wochen an?


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Racial Profiling, Aktivismus-Tipps und DIY-Abtreibungen – kurz verlinkt

4. Januar 2017 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 336 von 337 der Serie Kurz notiert

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Seit der Silvesternacht wird (vermehrt) über Racial Profiling diskutiert (und dieses leider häufig gerechtfertigt). Das Thema an sich ist natürlich aber nicht neu: Die ISD informiert seit Jahren über diese rassistische Praxis und setzt sich gegen diese ein. Viele Informationen, Aktionen und Unterstützung gibt es zu dem bei der Kampagne für Opfer rassistischer Polizeigewalt. Bei jetzt erzählen aktuell der Autor Temye Tesfu und die Daten-Journalistin Sandhya Kambhampati über ihre Erfahrungen mit Racial Profiling in Deutschland.

Das Gunda-Werner-Institut hat eine Studie zur TV-Berichterstattung in ARD und ZDF über die Silvesternacht 2015/16 in Köln veröffentlicht.

Auf der Webseite der Unabhängige Kommission zur Aufarbeitung des sexuellen Kindesmissbrauchs gibt es auch Informationen in Leichter Sprache. Darauf aufmerksam machte Hurraki in einem Blogbeitrag.

englischsprachige Links

It’s Time to Talk About DIY Abortions„, schreibt Amie Newman bei Medium.

Autostraddle hat fünf Tipps für Aktivist_innen zum Jahresbeginn zusammengestellt: Von der Auseinandersetzung mit Intersektionalismus hin zum Einsatz von Privilegien.

Lindy West hat ihrer Twitter-Account deaktiviert. Beim Guardian erklärt sie warum: „I hate to disappoint anyone, but the breaking point for me wasn’t the trolls themselves (if I have learned anything from the dark side of Twitter, it is how to feel nothing when a frog calls you a cunt) – it was the global repercussions of Twitter’s refusal to stop them. The white supremacist, anti-feminist, isolationist, transphobic “alt-right” movement has been beta-testing its propaganda and intimidation machine on marginalised Twitter communities for years now – how much hate speech will bystanders ignore? When will Twitter intervene and start protecting its users? – and discovered, to its leering delight, that the limit did not exist.“

Und perfekte Vorsätze für’s neue Jahr:

Termine in Berlin, Freiburg, Hamburg und Stuttgart

12.01. in Freiburg: Um 19.15. beginnt ein Vortrag zu „Poly101„.

21.01.-22.01. in Göttingen: „write & fight“ – Empowerment-Workshop für Menschen, die in Deutschland Rassismuserfahrungen machen

02.02. in Hamburg: Workshop „Queerkommunistische Beziehungsformen“ von 14 bis 18 Uhr mit Bini Adamczak. Anmeldung unter: ich@anti-id.de.

17.02. in Berlin: Fachgespräch: „Wer hat Angst vor Geschlechterforschung? Strategien für ein Forschungsfeld unter Druck„. Anmeldung bis zum 14.02. über die Webseite.

21. bis 25.02. in Stuttgart: meccanica feminale findet statt mit einer ganzen Reihe von Kursen, einige gehen einen Tage, andere eine halbe Woche.

Zur Mitte der Woche versammeln wir hier regelmäßig Links zu wichtigen Analysen, Berichten und interessanten Veranstaltungen. Was habt ihr in der letzten Woche gelesen/ geschrieben? Welcher Text hätte mehr Aufmerksamkeit verdient? Und was für feministische Workshops, Lesungen oder Vorträge stehen in den nächsten Wochen an?


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Übergriffige Fragen zur Schwangerschaft und verdiente Preisträgerinnen – kurz verlinkt

2. Dezember 2016 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 333 von 337 der Serie Kurz notiert

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Auch online finden sich bei der taz heute eine Reihe von Texten von behinderten Autor_innen. Ninia LaGrande beispielsweise schreibt über ihre Erfahrungen als schwangere, kleinwüchsige Frau: „Die Frage, die ich am häufigsten gestellt bekomme, wenn ich erzähle, dass ich schwanger bin, lautet: „War es gewollt?“ Und ich kann mir kaum eine Frage vorstellen, die übergriffiger sein könnte als diese.“

Herzlichen Glückwunsch! Die Initative „Women in Exile“ wurde am Sonntag in Berlin mit dem Menschenrechtspreis der Gerhart-und-Renate-Baum-Stiftung ausgezeichnet und Deutschlandradio Kultur berichtet. (Vor zwei Jahren haben wir Women in Exile & Friends interviewt. Die zwei Teile könnt ihr natürlich immer noch nachlesen.)

Für progress schreibt Valentine Auer über den dokumentarischen Kurzfilm „My refugee story“, der als Ergebnis eines Workshops für geflohene LGBTIQ-Personen entstanden ist, und interviewt Mohamed Nour Metwally, der an der Konzeption des Workshops beteiligt war.

Anne Leichtfuß ist Simultan-Dolmetscherin für Leichte Sprache. Bisher die einzige. In der taz wird ihre Arbeit vorgestellt.

Bei Femgeeks gibt es eine super Link-Zusammenstellung mit Analysen und unterschiedliche Perspektiven zur und auf die US-Wahl und zu dem Handlungsmöglichkeiten.

Immer wieder los von Null? Auf Zehenspitzen stellt zeigt, wie Clickbait-Überschriften, die immer besonders auf Neuigkeiten abzielen, verhindern, dass Diskussionen auf Vorangegangenes aufbauen. Das Beispiel: feministische Analysen und Erfahrungen zu Schwangerschaft.

englischsprachige Links

Die aktuelle Ausgabe von HOLAA! kann online gelesen werden. In den 150 Seiten geht es laut den Kurator_innen Tiffany Mugo und Siphumeze Khundayi um folgendes: „This edition has stories of love, stories of heartache. It tackles the political and also the passionate. This issue sought to scratch the surface of the infinite stories that queer African women have deep inside and draw them out for everyone to see.“

In Texas soll ab dem 19. Dezember fötales Gewebe nach Abtreibungen oder Fehlgeburten beerdigt werden müssen. The Austin Chronicle berichtet über die Konsequenzen dieser weiteren Anti-Choice-Entscheidung.

For the white person who wants to know how to be my friend“ und zwei weitere Gedichte von Pat Parker veröffentlichte LitHub.

Termine Berlin, Bochum, Hannover, Marburg Potsdam und Wien

02.12. in Marburg: FaulenzA hält einen Vortrag über Transmisogynie. Danach gibt es ein Konzert. (FB)

03.12. in Wien: SchwarzRund liest im Planet 10 aus ihrem Roman „Biskaya“.

03.12. in Hannover: FaulenzA hält einen Vortrag über Transmisogynie. Danach gibt es ein Konzert. (FB)

06.12. in Potsdam: Vortrag in der Ringvorlesung „How to be a Feminist“ mit Tatiana Bazzichelli: FROM NET PORN TO PORN TUBES – THE DEVELOPEMENT OF SHARED SEXUALITIES.

08.12. in Berlin: Von 18-20 Uhr findet die Präsentation der Expertise „Geschlechterverhältnisse in Fußballfanszenen“ statt.

13.12. in Potsdam: Vortrag in der Ringvorlesung „How to be a Feminist“ mit Sonia Eismann: I CHOOSE MY CHOICE!“ – VOM POPFEMINISMUS ZUM CHOICEFEMINISMUS.

15.12. in Bochum: Die Gruppe about.fem hält beim herrschaftskritischen Kaffeeklatsch einen Vortrag zu „Begrifflichkeiten des Queerfeminismus„.

Zur Mitte der Woche versammeln wir hier regelmäßig Links zu wichtigen Analysen, Berichten und interessanten Veranstaltungen. Was habt ihr in der letzten Woche gelesen/ geschrieben? Welcher Text hätte mehr Aufmerksamkeit verdient? Und was für feministische Workshops, Lesungen oder Vorträge stehen in den nächsten Wochen an?


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Abtreibungen: Ein ganzer Landkreis ohne Zugang nach Krankenhauszusammenlegung

17. November 2016 von Charlott

Kein Zugang zu Abtreibungen und Abtreibungsverbote – da wird sehr häufig auf andere Länder gezeigt (USA, Irland, um nur zwei zu nennen). Immer wieder habe ich in Gesprächen erlebt, wie Menschen – gerade Personen, die nicht in feministischen Kreisen aktiv sind – das Gefühl haben, in Deutschland gebe es eigentlich kein Problem. Wenn eine dann erklärt, dass Abtreibungen in Deutschland rechtswidrig sind und nur unter Umständen nicht strafverfolgt werden, sind viele auch durchaus erstaunt.

Wie gefährlich diese Rechtskonstruktion ist, zeigen Feminist_innen auf seitdem es die entsprechenden Paragraphen gibt. Dass ein Recht auf Abtreibung kein gesellschaftlicher Konsens ist, lässt sich nicht nur aus den juristischen Formulierungen herauslesen, sondern zeigt sich auch bei den großen Protesten von Abtreibungsgegner_innen, deren Präsenz im Netz und beispielsweise Anwesenheit auf Jugendmessen.

Wie in der Praxis der Zugang zu Abtreibungen plötzlich nicht mehr vorhanden sein kann, beschreibt die taz in einem aktuellen Artikel. Im Landkreis Schaumburg in Niedersachsen werden die drei bisher existierenden kleineren Krankenhäuser zusammengelegt zu einem Kreiskrankenhaus. Abtreibungen wurden bisher in zwei der Krankenhäuser durchgeführt (Arztpraxen, die den Eingriff vornehmen gibt es im Landkreis nicht). Das dritte Krankenhaus wird von einem Betreiber (Agaplesion) geführt, der sich auf christliche Grundsätze beruft und nun das neu geschaffene Kreiskrankenhaus betreiben wird. Abtreibungen sollen keine mehr durchgeführt werden (außer in den wenigen Fällen, in denen das Krankenhaus eine „seelische Gefährdung“ anerkennt). Da es kein Recht auf Abtreibung gibt, können Krankenhäuser selbst entscheiden, ob sie die Prozedur anbieten oder nicht und so gehen hier weitere Privatisierung des Gesundheitssektors mit der Einschränkung reproduktiver Rechte Hand in Hand. Betroffene Personen im Landkreis Schaumburg müssen nun also wesentlich weitere Wege auf sich nehmen (was natürlich nicht nur mit mehr Aufwand, sondern auch Kosten und Organisation verbunden ist).

Unter der jetzigen Rechtskonstruktion ist der Zugang zu (sicheren) Abtreibungen immer prekär, jederzeit auf der Kippe. Davon einmal abgesehen, dass die jetzige Fristenregelung und das erzwungene Beratungsgespräch ebenfalls Barrieren herstellen, die vor allem der Schikane dienen.

Beschwerden sind hier an einigen Stellen angebracht, zum Beispiel bei der Agaplesion AG (willkommen@agaplesion.de) oder dem Kreistag, der die Zusammenlegung beschlossen hat (eine Liste der Mitglieder und deren Kontakdaten gibt es hier). Auch macht der Fall einmal mehr als deutlich, warum wir weiter kämpfen müssen für eine Änderung des Abtreibungsparagraphen!


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#BlackLivesMatter, erzwungene Sterilisation und Gerüchte über Geflüchtete – kurz verlinkt

27. Juli 2016 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 322 von 337 der Serie Kurz notiert

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Vielfältige, empowernde Spielzeuge und Bücher gibt’s bei Diversity Spielzeug.

Junge Frauen in ihrem gesellschaftlichen und politischen Engagement zu stärken und bei ihrer beruflichen Orientierung zu unterstützen – das ist das Ziel von  It´s Our Turn! Teilnehmen können Mädchen und junge Frauen zwischen 16 und 20 Jahren. Die Hälfte der Plätze ist für junge Frauen mit Fluchtgeschichte reserviert.

Mit dem Anne-Klein-Frauenpreis ehrt die Heinrich-Böll-Stiftung Frauen, die mutig und hartnäckig für Menschenrechte, Gleichberechtigung und sexuelle Selbstbestimmung eintreten. Bis zum 15. September können Kandidatinnen vorgeschlagen werden.

Seitdem Sharon Dodua Otoo den Ingeborg-Bachmann-Preis gewonnen hat, ist sie viellerorts in den Medien präsent und gibt wunderbare Interviews. Beim boersenblatt sprach sie über das Vorlesen in Klagenfurt, Schreibpläne und die Nicht-Existtenz von apolitischer Kunst. „Wir können sprachlich viel mutiger sein“, sagt sie zu dem in einem wirklich schönem Gespräch mit der Frankfurter Rundschau über emanzipatorische und diskriminierende Sprachformen, den Literaturbetrieb und die Rolle von Aktivismus.

Tove Tovesson schreibt beim Missy Magazine über „die Frage nach einem transfreundlichen Leben in einer transfeindlichen Welt„.

Gerüchte über Geflüchtete gibt es an jeder Straßenecke oder aber auch in Reden von Politikern wie Thomas de Maizière. Der Bayrische Rundfunk sprach mit Medienpädagogin Dr. Sabine Schiffer vom Institut für Medienverantwortung und Karolin Schwarz von hoaxmap über die Enttstehung dieser Gerüchte, wie diese gezielt zur Stimmungsmache eingesetzt werden und mit welchen Folgen.

Magda Albrecht stellt in ihrem Instagram-Account die Broschüre „Wir stehen alleine da“, eine Infobroschüre, die sich mit antisemitischen Ideologien und Alltagserlebnissen befasst, vor.

Noch bis zum Ende der Woche kann sich auf den Nachwuchsförderpreis des Ökonominnen-Netzwerks efas beworben werden.

englischsprachige Links

In der letzten Woche fand in Berlin eine weitere #BlackLivesMatter-Demonstration statt. ADEFRA veröffentlicht Prof. Maisha Auma Eggers Statement, in dem sie unter anderem daran erinnert, dass die Gründer_innen der #BlackLivesMatter Bewegung drei queere Schwarze Frauen sind: „We must stop erasing that! We must stop erasing crucial parts of Ours and Each others Lives! If any of Us Black Folks is not free, then we are all not free.“

Autostraddle stellt zehn Frauen mit Behinderung und deren Aktivismus vor.

Für Kunstliebhaber_innen und solche, die es werden wollen, lohnt sich ein Blick auf den Twitter-Account womens art, auf dem mehrfach täglich Künstlerinnen und ihre Werke vorgestellt werden.

AlJazeera berichtet über ein Theaterstück, in dem Roma Frauen über Erfahrungen mit erzwungener Sterilisation sprechen.

Long Read, der die investierte Zeit sehr lohnt: Kwe Today schreibt über koloniale Rechtstraditionen, Federal Missing and Murdered Indigenous Women and Girls Inquiry, Sexarbeit, indigene feministische Rechtstheorie und mehr.

Termine

Vor zwei Tagen startete die „Women in Exile-Sommerbustour durch Deutschland„. Die nächsten Termine sind: 28.07 in Leipzig, 29. und 30.07. in Nürnberg, 31.07. in Frankfurt/Oberursel, 01.08. Oberursel und 02./03.08. in Köln.

01.08. in Berlin: Das nächste Treffen des Bündnisses für sexuelle Selbstbestimmung findet statt.

06.08. in Berlin: Eröffnung der Ausstellung „WELCOME TO FUTURISTAN„. (FB-Link)

25.-27.08. in Berlin: Unter dem Jahresmotto #hegemoniehacken findet die diesjährige Linke Medienakademie mit besonderem Fokus auf Gender und Medien statt.

Zur Mitte der Woche versammeln wir hier regelmäßig Links zu wichtigen Analysen, Berichten und interessanten Veranstaltungen. Was habt ihr in der letzten Woche gelesen? Welcher Text hätte mehr Aufmerksamkeit verdient? Und was für feministische Workshops, Lesungen oder Vorträge stehen in den nächsten Wochen an?


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Ke$ha, Comics von und für Frauen und Kartoffel-Ein-Mal-Eins – kurz verlinkt

25. Februar 2016 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 309 von 337 der Serie Kurz notiert

Deutschsprachige Links

Magda möchte eine Liste mit Aktivist_innen zusammenstellen, die sich mit Körpernormen und Dickendiskriminierung kritisch auseinandersetzen, um Journalist_innen und Veranstalter_innen eine Auswahl an Menschen in dem Feld zu präsentieren. Willst du mit auf die Liste?
Dann sende folgende Infos an magda(at)maedchenmannschaft(punkt)net: Name / Stadt / Themen / Website bzw. Kontakt/ Du  machst gerne: (Interviews, Workshops…).

Im Jahr 1934 wurden als  jüdisch definierte Namen aus dem phonetischen Alphabet in Deutschland gestrichen. Fortan hieß es: „N wie Nordpol“ statt „N wie Nathan“. Und das ist bekanntlich auch heute noch so…

Hengameh hat jetzt auch eine taz-Kolumne mit dem Titel „Habibitus“ und erklärt in der ersten Ausgabe noch einmal ganz langsam, warum „Kartoffel“ kein rassistischer Ausdruck ist.

In einer weiteren taz-Kolumne („Deutschland, was geht?“) schreibt Nemi El-Hassan: „Ich bin auch so wütend, weil ich meine Eltern in dem Bus von Clausnitz sehe. Wenn ich eines weiß, dann, dass wir alle kollektiv dafür verantwortlich sind, dass Ausschreitungen wie die von Clausnitz ein für alle Mal der Vergangenheit angehören müssen. Sonst haben wir in zwanzig Jahren nichts gelernt.“

Englischsprachige Links

Neela Goshan schreibt bei der Huffington Post über die Präsentation der Studie „Research on the Lived Realities of Lesbian, Bisexual and Queer Women in Kenya“ der Gay and Lesbian Coalition of Kenya (GALCK).

(c) Ed Rhee

(c) Ed Rhee

Warum alle Feminist_innen sich für Kesha interessieren sollten, erklärt Najva Sol bei APW. CBC berichtet vom Gerichtsverfahren um Keshas Vertrag mit Sony und dem Produzenten „Dr. Luke“, dem Kesha sexualisierte und psychische Gewalt vorwirft. Warum Kesha nicht einfach ein Mixtipe veröffentlichen kann und was das über Veträge in der Musikindustrie aussagt, fasste bereits 2015 The Verge zusammen. „#FreeKesha but don’t forget the other women silenced by fear,“ kommentiert Harriet Minter dazu in The Guardian.

„Pro-Life“ ist ein Euphemismus. Wie Think Progress berichtet, gibt es für den Browser Chrome nun eine Erweiterung, die jede Erwähnung von „Pro Life“ in das korrekte „Anti Choice“ ändert.

Bernie Sanders oder Hillary Clinton? Im Prozess der US-amerikanischen Vorwahlen der Demokratischen Partei bezüglich der Präsidentschaftskandidat_innen lautet die Antwort für Schwarze Feminist_innen oft „weder noch“. Warum, zeigt MSNBC.

Beim neuen Podcast von Black Girl Dangerous geht es unter anderem um Beyoncés Super-Bowl- und Kendrick Lamars Grammy-Auftritte – das Transkript findet ihr hier.

Ihr steht auf feministische Comics? „The Complete Wimmen’s Comix“ ist ein über 700-seitiges Comics-Set, mit Werken unter anderem von Trina Robbins, Aline Kominsky-Crumb, Lee Marrs, Alison Bechdel, Willy Mendes, “Hurricane Nancy” Kalish, Malinda Gebbie, Mary Fleener, und Dori Seda. Autostraddle stellt das Sammelwerk vor.

Hammer: Zum Black History Month war die 106-jährige Virginia McLaurin zu Gast im Weißen Haus und veranstaltete eine spontane 30-Second-Dance-Party:

Termine

Auch in diesem Jahr stellen wir für den Frauenkampftag am 8. März Termine in Deutschland, Österreich und der Schweiz zusammen. Ihr wisst schon von Veranstaltungen/Demos/Screenings/Parties, etc., veranstaltet selbst welche oder habt sonstige Tipps? Dann ab damit in die Kommentare – danke!


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Germany’s Next Top Model, Black Metal und heteronormative Fortpflanzungspolitiken – die Blogschau

13. Februar 2016 von accalmie
Dieser Text ist Teil 3 von 295 der Serie Die Blogschau

Neben dem Schreiben an ihrem Roman übt sich Schwarz-Rund gerade im Colorieren – hier gibt es erste Eindrücke.

„Was mir besonders am Herzen liegt ist die Ansicht, dass sozialer Wandel nicht kalkulierbar ist. Revolution ist nicht kalkulierbar. Soziale Bewegungen sind nicht kalkulierbar. Widerstand ist nicht kalkulierbar“: Diaspora Reflektionen schreibt über Aktivismus, Motivationen und Hierarchien.

techno candy hat sich „Germany’s Next Top Model“ gewidmet und resümiert: „Der queere zauber der letzten staffel ist weg, hat keine spuren hinterlassen.“

femtastics führen ein Interview dazu, wie Penelope Kemekenidou die Tamponsteuer abschaffen will.

„Everly und die Frage nach der emanzipatorischen Gewalt“: Lara bei den femgeeks rezensiert den Film.

Den „Fettnapf der konservativen, hetero-zentrierten, ehebasierten bundesdeutschen Fortpflanzungsmedizinpolitik“ – deren ausgesprägter Cissexismus aber leider nicht zur Sprache kommt – kommentiert Maria Wersig auf dem Blog des Gunda-Werner-Instituts.

„Rückgriff auf nordische Mythen “ – Blick Nach Rechts rezensiert den Sammelband „National Socialist Black Metal“ , der Einblicke in (extrem) rechte Ideologien innerhalb der Black-Metal-Szene gibt.

Habt ihr diese Woche etwas geschrieben, gezeichnet oder aufgenommen, das hier nicht verlinkt wurde? Kennen wir eure tolle Webseite/tollen Blogs etwa noch gar nicht? Dann ab damit in die Kommentare. Regelmäßig verlinken wir Text_Wissens_Produktionen aus dem deutschsprachigen Raum.


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Sexualisierte Gewalt in Köln (und anderswo), Abtreibungsrechte und Backlash zu #Campusrassismus – kurz verlinkt

7. Januar 2016 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 306 von 337 der Serie Kurz notiert

deutschsprachige Links

Zur Gewalt in der Silvesternacht in Köln wurde bereits vieles geschrieben (und vor allem vielles, was eine lieber nicht gelesen hätte). Einen Artikel, der eigentlich alle Debatten auf den Punkt bringt, hat Hengameh Yaghoobifarah in der taz veröffenlicht. Dort schließt sie mit der Erkenntnis: „Es sind nicht männliche Geflüchtete, die Vergewaltigungskultur aufrecht erhalten, sondern die sehr selektive Anhörung der Betroffenen und Victim-Blaming, wie es jetzt Kölns Oberbürgermeisterin Henriette Reker anhand von Verhaltensregeln für Frauen à la „eine Armlänge Distanz“ betreibt.“

Im Dezember gab es die Twitteraktion #Campusrassismus (wie wiesen darauf hin). accalmie hat ein Storify mit Tweets angelegt, die aufzeigen, wie (wenig überraschend) mit Rassismus auf diese Aktion reagiert wurde.

englischsprachige Links

Am 02. Januar begann eine Gruppe bewaffneter Männer in Oregon die Besetzung eines staatlichen Gebäudes (im Malheur National Wildlife Refuge), Forderungen umfassen Zugang zu Land und weniger Eingriffe des Staats. The New Yorker schreibt über „The Bundys and the Irony of American Vigilantism„, beim Guardian argumentiert Wajahat Ali „If the Oregon militiamen were Muslim or black, they’d probably be dead by now„, bei Vox gibt es noch wichtige Hintergrundinformationen in „Waco and Ruby Ridge: the 1990s standoffs haunting the Oregon takeover, explained“ und U.S. Uncut erinnert „Here’s What Happened When These Unarmed Native American Sisters Defended Their Land from the Feds„.

Zu den Erfahrungen sexualisierter Gewalt gegen geflüchtete Frauen berichtet die New York Times.

Broadly präsentiert einen Rückblick auf ein nicht besonders gutes Jahr für Abtreibungsrechte in den USA.

Filipino wartime rape victims push for compensation from Japan“ schreibt The Guardian.

Ein Stück bestes Storytelling auf Twitter hat Clutch zusammengefasst: In ihren Tweets erzählt @BlackMajiik über einen weißen Kollegen, der sich weigerte ihren Namen richtig auszusprechen, und wie glorreich sie reagierte.


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Deutscher Antisemitismus, Anti-Abtreibungs-Gewalt, „behindert“ als Schimpfwort – die Blogschau

19. Dezember 2015 von Anna-Sarah
Dieser Text ist Teil 290 von 295 der Serie Die Blogschau

„Viele in Deutschland halten alltäglichen Antisemitismus für kein Problem mehr – Levi sieht das ein bisschen anders“ – und beschreibt bei kleinerdrei, warum.

Beim Feministische Studien Blog gibt es einen Artikel über die Hintergründe von Robert Lewis Dears Anschlag auf Planned Parenthood in Colorado Springs und die Geschichte von Anti-Abtreibungs-Gewalt in den USA.

Auf bento: Ein Rant von Ninia LaGrande in Videoform, und zwar gegen die Verwendung von „behindert“ als Schimpfwort.

Rock Camp München ist „ein gemeinnütziger Verein, der das Selbstbewusstsein junger Mädchen und Frauen durch Musik und begleitende Workshops fördert“. Für das nächste Camp brauchen die Veranstalterinnen noch Geld.

Anlässlich eines Artikels von Andrea Roedig, der kürzlich in der Zeit erschien, klamüsert Teile des Ganzen so einiges  „Über Butches, Transmänner und (nicht nur) lesbische Verlustgefühle“ auseinander.

Habt ihr diese Woche etwas geschrieben, gezeichnet oder aufgenommen, das hier nicht verlinkt wurde? Kennen wir eure tolle Webseite/tollen Blogs etwa noch gar nicht? Dann ab damit in die Kommentare. Regelmäßig verlinken wir Text_Wissens_Produktionen aus dem deutschsprachigen Raum.


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Der freundliche, einzelgängerische Terrorist. Wenn weiße Männer morden.

30. November 2015 von Charlott

In Colorado Springs tötete am Freitag ein Mann drei Menschen und verletzte neun weitere in einer Planned Parenthood Klinik. Eine Tat, die sich einreiht in eine Geschichte von Angriffen gegen Personen und Organisationen, die Abtreibungen vornehmen oder Menschen bei diesen unterstützen. Eine Tat die zum einen im Zusammenhang der konkreten Kampagne gegen Planned Parenthood, welche seit Monaten läuft, zu sehen ist und auch im allgemeinen Kontext all jener Rhetoriken, Gesetzgebungen und Debatten, die Abtreibungen verdammen und Körper, die nicht cis-männlich sind, regulieren wollen. (Und dies ist natürlich auch kein us-amerikanisches Phänomen.)

In Online-Auseinandersetzungen rund um die Morde wurde wieder einmal deutlich, was „Pro Life“/ „Lebensschutz“ eigentlich bedeutet. Es ist eine Ideologie, in der ein Fötus sehr viel wert hat, die austragende Person hingegegen gar keinen, aber darüber hinaus auch wiederum hingenommen wird, wenn schwangere Personen (und ihre Föten) bei Angriffen auf Abtreibungskliniken sterben. Es geht nicht um Kinder (von denen sechs allein durch dieses Attentat ein Elternteil verloren), sondern um Kontrolle.

Und in der medialen Darstellung? Da schrieb die New York Times in einem langen Portrait zum Täter, er sei ein „sanfter umherziehender Einzelgänger, der hin und wieder gewaltätig gegenüber Frauen und Nachbar_innen, die er kannte, wurde“. Und auch wenn das „sanft“ (gentle) mittlerweile aus dem Text herausredigiert wurde, so bleibt die Grundtendenz doch erhalten: (Wieder einmal) wird ein weißer männlicher Attentäter stärker „vermenschlicht“ als dies sogar bei Schwarzen Opfern von Gewalt üblich ist.

Das Einzelgänger-Narrativ ist eines, welches Journalist_innen und Politiker_innen mit Vorliebe herauskramen, wenn es um die Einschätzung von Attentaten ausgeführt von weißen, christlich-säkularen Männern geht. Und dies ist nicht nur ein Erzählung, die eine Lebensgeschichte des Täters zentriert, welche eventuell sogar nich Mitleid erregen soll, sondern vor allem eine, die die Tat außerhalb von Machtverhältnissen und größeren Zusammenhängen rückt. Getötet hat dann eine Person, die keineswegs beeinflusst wurde von sexistischen/ rassistischen/ etc. Denkmustern und Teil einer größeren Gruppe mit eben solchen Vorstellungen ist, sondern eine Person, die „eigensinnig“ ist, vielleicht etwas „verwirrt“. Diese Ausflüche, zu denen auch gehört, dass bei solchen Taten die Motive zumeist als unklar beschrieben werden, tragen zu eben jenem gesellschaftlichen Klima bei, in dem solche Morde ausgeführt werden.

Zum Weiterlesen bei der Mädchenmannschaft:
Utøya. Drei Jahre. (Charlott)
Alle* Leben sind gleichwertig: Ein Notizzettel voller Gedanken (Hengameh)
Ein deutsches Drama (accalmie)
Terroranschlag: Was das Patriarchat versäumt hat (Nadia)
Einzelfall Elliot Rodger. Oder: Wieder sexistisch motivierte Morde. (Charlott)


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