Einträge mit dem Tag ‘Religion’


Immer noch die Gretchenfrage

10. Juni 2009 von Katrin
Dieser Text ist Teil 5 von 21 der Serie Freitagsgedanken

Eine Tagung der Böll-Stiftung beschäftigte sich mit dem Verhältnis von Religion und Frauenrechten. Entkommt man der patriarchischen Falle, die allen Religionen innewohnt?

Freitagsgedanken

(C) Frl. Zucker - fraeuleinzucker.blogspot.com/

Wenn man zu einer Konferenz mit dem Titel „Religion Revisited – Frauenrechte und die politische Instrumentalisierung von Religion“ geht, dann tut das wahrscheinlich niemand ohne bestimmte Erwartungen. Diese können religiös geprägt sein: Vielleicht erhofft man sich Lösungen für offenkundige Dilemmata innerhalb der eigenen Glaubensgemeinschaft. Oder man erwartet sich ein klares religionskritisches Signal und Wege zu mehr Säkularisierung im eigenen Staat oder in anderen Staaten auf der Welt. Wenn man als FeministIn hingeht, dann möchte man Antworten auf Fragen der Gleichberechtigung, religiös begründeter Gewalt gegen Frauen weltweit, reproduktiver Selbstbestimmung und viele mehr. Denn gerade als FeministIn fühlt man sich in einem kulturkritischen Dilemma: Auf der einen Seite möchte man nicht in kolonialer Manier intolerant mit den eigenen Vorstellungen als Ideal ein Urteil über andere Kulturen fällen. Auf der anderen Seite will man die notwendige Kritik an menschen- und vor allem frauenverachtender, religiös begründeter Gesetze und Handlungen äußern.

Wahrnehmung der Frauen

In den großen Religionen der Welt finden sich hierarchische Strukturen, welche traditionell ein Patriarchat begründen. Nur sehr schleppend und stets auf Druck von außen, nie durch eigene Aktivität, öffnen sich manche ein kleines bisschen, indem sie auch Frauen in hohen religiösen Ämtern akzeptieren. In anderen Religionen hingegen scheint sich entweder gar nichts zu tun, oder sie verschärfen gar ihre Unterdrückung von Frauen, wie dies in einigen islamistischen Staaten, etwa momentan in Afghanistan, der Fall ist. Die internationale Frauenrechts- und Entwicklungsorganisation AWID (Association For Women’s Rights in Development) beobachtet diese Entwicklungen kritisch und hat eine Befragung an über 1.600 Frauenrechts-AktivistInnen durchgeführt, um Auskunft über deren Wahrnehmung der Gefahr religiöser Fundamentalismen für die Rechte von Frauen zu erhalten. Diese Befragung war Basis eines Tagungs-Workshops.

Zusammenfassend: Fundamentalismen gibt es in allen Religionen der Welt – so die Wahrnehmung der Befragten, die aus vielen Ländern der Welt kamen und nahezu alle möglichen, selbst die kleinsten Religionen repräsentierten. Eine Mehrheit der Befragten AktivistInnen empfand religiösen Fundamentalismus als Problem für ihre eigene Arbeit. Als charakteristischste Merkmale nannten sie “absolutistisch” und “intolerant” (42 Prozent der Befragten). 24 Prozent gaben “gegen Frauen” und “patriarchalisch” an. AWID fand in der Beschreibung des Verhaltens verschiedener religiöser Fundamentalismen vor allem eine ganz besondere Gemeinsamkeit: Das Ziel, den Körper und die Sexualität der Frauen auf die eine oder andere Art zu kontrollieren. Ein aktuelles Beispiel ist die Sex-Pflicht in der afghanischen Ehe. Oder die Kontrolle weiblicher Körper durch verschieden starke Verschleierung derselben. Ein drittes Beispiel ist die Kontrolle der weiblichen Sexualität durch strikte Verbote von Verhütungsmitteln und durch ein Abtreibungsverbot. (weiterlesen …)


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Frauenrechte und die politische Instrumentalisierung von Religion

2. Juni 2009 von Katrin

gwi

Am Wochenende findet in der Heinrich-Böll-Stiftung in Berlin ein spannender Kongress statt: “Religion Revisited”. Das Thema ist bis heute brisant: Wir leben zwar in einer Gesellschaft, in der das Grundgesetz die Religionsfreiheit garantiert – und das ist auch gut – aber so manche Religion verbirgt unter ihrem Schleier frauenfeindliche Regeln und Rituale. Wie damit umgehen? Hinzu kommt, dass in den wenigsten Staaten tatsächlich eine Trennung von Kirche und Staat stattfindet. Doch gerade, wenn Religion und Politik allzu sehr miteinander verquickt sind, haben es Frauen in einem Land besonders schwer. Daneben fügen sich viele Frauen ihrem Schicksal, weil sie hinter den Regeln und Ritualen Gottes Willen wissen wollen. Ein Dilemma gerade für westlich geprägte FeministInnen, denn vielen Frauen ist aufgrund dieses Glaubens nicht wirklich zu helfen. Die Fragen auf dieser Konferenz sind deshalb:

“Ist die strikte Trennung von Religion und Politik ein notwendiger Garant für Frauenrechte und Geschlechtergerechtigkeit? Oder können diese auch im Kontext öffentlicher Religionen realisiert werden? Sind religiöse Bewegungen Bedrohung oder Verbündete im Kampf für Frauenrechte?”

Zu Gast sind unter anderem:
- José Casanova (Georgetown University, Washington, DC)
- Anne Phillips (London School of Economics and Political Science)
- Deniz Kandiyoti (University of London)
- Gita Sen (Development Alternatives with Women for a New Era, Indien)
- Sindi Medar-Gould (BAOBAB, Nigeria),
- Maria Consuelo Mejia (Catholics for the Right to Decide, Mexiko)

Beginn ist Freitag, 5. Juni, 16.30 Uhr in der Heinrich-Böll-Stiftung, Schumannstraße 8, Berlin Mitte.
Ende der Konferenz ist Samstag, 6. Juni, 18.15 Uhr.

Für weitere Infos bitte hier klicken.


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Spooky: Buffy Schuld an Kirchenaustritten

27. August 2008 von Susanne

Endlich mal wieder etwas für die Rubrik “Wissenschaftler Quatsch”:

Sarah Michelle Gellar und ihre Fernsehserie “Buffy” ist daran schuld, dass sich immer mehr Menschen der traditionellen Religion abwenden – behauptet zumindest eine britische Studie. (…) Die Autorin Dr. Kristin Aune: “Weil sich die Serie so intensiv mit der weiblichen Selbstbestimmung auseinandersetzt, ist die (heidnische Religion) Wicca so attraktiv für junge Frauen geworden. Kurz gesagt – Frauen verlassen dafür die Kirche.”

Na dann.
Ich meine: Hä?


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