Einträge mit dem Tag ‘rassistische Polizeigewalt’


Förderung für Frauenprojekte, Strafanzeige gegen LaGeSo, Ava-DuVernay-Barbie – kurz verlinkt

10. Dezember 2015 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 305 von 362 der Serie Kurz notiert

Deutschsprachige Beiträge

Die Förderungen zahlreicher Arbeitsmarkt-, Integrations- und Frauenprojekte laufen zum 31. Dezember 2015 aus. Darunter befinden sich auch alle Berliner Frauen-Existenzgründungsprojekte. Eine Petition der Gründerinnenzentrale richtet sich an die Berliner Senatorin Kolat mit der Bitte, dass sich der Senat damit befasst. Update von der Petitionsseite: „Wir haben gerade die Nachricht aus der Senatsverwaltung erhalten, dass eine Intermislösung gefunden ist. Ab 01.01.2016 geht es weiter. Vielen Dank für die Unterstützung!“

Die Stiftung „filia“ unterstützt Projekte, die Mädchen stark machen, mit bis zu 5.000€. Der Inhalt des Projekts muss etwas damit zu tun haben, dass Mädchen und Frauen frei von Gewalt leben können und dass sie in der Gesellschaft mitentscheiden. Die Projekte werden von Mädchen und/oder Frauen für Mädchen und junge Frauen gemacht. Bis zum 1. März 2016 nimmt filias Mädchenbeirat Anträge mit Ideen und Plänen für Projekte an.

„Du wünschst dir manchmal eine Superheldin? Eine, die Gewalt gegen Frauen verhindert? Du bist die Superheldin!“ Der Bundesverband Frauenberatungsstellen und Frauennotrufe (BFF) stellt seine Arbeit vor.

Die re:publica veröffentlicht wieder ein Call for Papers. Das diesjährige Motto ist TEN, da 2016 das 10. Jubiläum der re:publica gefeiert wird.

Mehr als vierzig Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte haben am Montag bei der Berliner Staatsanwaltschaft eine Strafanzeige wegen Körperverletzung und Nötigung im Amt gegen Mario Czaja, Senator für Gesundheit und Soziales des Landes Berlin, und Franz Allert, Präsident des Landesamtes für Gesundheit und Soziales des Landes Berlin (LAGeSo) sowie weitere Verantwortliche eingereicht.

„Mit ihrer Erklärung versucht Frau Zschäpe sich aus der Verantwortung zu ziehen. Dieser Aussage glaube ich kein Wort. Meine von vornherein geringen Hoffnungen, dass mit dieser Erklärung endlich die genauen Umstände des Mordes an meinem Vater aufgeklärt werden, sind enttäuscht.“ – so die Nebenklägerin Gamze Kubasik über die medial groß angekündigte Aussage Beate Zschäpes im NSU-Prozess.

Englischsprachige Beiträge

Der Dozent Steve Locke berichtet von seiner jüngsten Erfahrung mit polizeilichem racial profiling in den USA: „I fit the description…“

Hoffenlich gibt es noch irgendwo eine heimliches Zusatzlager, denn die Ava DuVernay-Barbie, deren Erlös politischen Projekten zugute kommt, war am Montag innerhalb von Minuten ausverkauft…

[Inhaltshinweis: Rape Culture] „If Daniel Holtzclaw’s Victims Were White, Everyone Would Know His Name“: Bei The Root kommentiert Kirsten West Savali die Misogynoir, die das Gerichtsverfahren gegen Daniel Holtzclaw umgibt.

Termine in Berlin, Halle, Linz, Wien

Am 10.12. in Halle/Saale, 19:00 im Audimax: Was hat Präimplantationsdiagnostik mit Eugenik zu tun? Wie kam es in Deutschland zur Legalisierung dieses Diagnoseverfahrens? Und was sagt uns das alles über den aktuellen Stand der feministischen Kämpfe um reproduktive Rechte? Zu diesen und weiteren Fragen spricht die Politikwissenschaftlerin Dr. Susanne Schultz.

Am 12.12. und 13.12. in Berlin, Werkstatt der Kulturen: Dekolonisiert euch! Workshops und Performances zur Selbstreflexion und für kreatives Empowerment.

Am 16.12.in Berlin, Migrationsrat Berlin-Brandenburg, Oranienstr. 34: LGBT*I*Q Perspectives in Self-organised Resistance of Refugees in Berlin and Germany

Am 19. Januar in Linz, AK OÖ, 20.00 Uhr: Uraufführung des Stücks „Geheimsache Rosa Luxemburg.“ Die Wien-Premiere findet am 17. Februar im Theater Akzent statt. In der Bar&CO des Theaters Drachengasse ist das Stück von 29. Februar bis 5. März als Spielserie zu sehen.


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Misandrische Mittelfinger-Mode, Free CeCe, Polizeigewalt gegen Jugendliche – kurz verlinkt

10. Juni 2015 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 282 von 362 der Serie Kurz notiert

Deutschsprachige Links

Seit dem 1. Juni kann man sich zum Inklusionscamp in Hamburg anmelden. Die Veranstaltung ist als Barcamp zum Thema Inklusion, inklusives Leben und Lernen geplant und findet am 25. und 26. September 2015 statt.

Mit Islamfeindlichkeit gegen Antisemitismus: Fabian Köhler analysiert für IslamQ, wie sich ein weißes deutsches Kollektiv mit antimuslimischem Rassismus vom eigenen Antisemitismus freispricht. [Siehe Kommentarbereich – danke für den Hinweis!]

Das JugendtheaterBüro Berlin wurde für die KulTür auf! Kampagne mit dem BKM-Preis für Kulturelle Bildung ausgezeichnet.

Und noch mehr Preise: Das Transgender Film Festival 2015 stellt die dort ausgezeichneten Werke vor.

Dominique Hansell schreibt für das Gunda Werner Institut zu Diversity als politischem Feigenblatt: Anhand der Fashion- und Beauty-Branche seziert sie, wie „das politisch korrekte „Anderssein“ […] hier zum kulturellen Aushängeschild der betreffenden Firmen und Institutionen [wird]“.

Obwohl europäische Rechtsinstanzen immer wieder Vätern mehr Rechte in Bezug auf Besuch, Umgang oder Erziehung von Kindern zuspricht, entschied das Bundesverfassungsgericht jüngst anders: Ein Vater darf ein Umgangsrecht gegen den Willen des Kindes nicht durchsetzen, wie das Online-Magazin Frauensicht berichtet.

Englischsprachige Links

Eine Raum wird nicht allein dadurch trans*inklusiv, in dem er statt beispielsweise Frauenraum zu FrauenLesbenTrans*Raum umbenannt wird. Autostraddle trägt Ansätze zusammen, wie (queere) Räume inklusiver für Trans*Frauen gestaltet werden können.

Endlich Sommermode? Kitty Stryker von Purr Versatility hat den ultimativen Guide für den misandrischen, male-gaze-den-Mittelfinger-zeigenden Look zusammengestellt.

Das Black Youth Project stellt ein Kinderbuch vor, in dem ein queerer Junge seine Geschichte erzählt.

Den Dokumentar-Film FREE CeCe!, der sich mit Gewalt gegen Trans*Frauen of Color beschäftigt und die Geschichte von CeCe McDonald (von dem Angriff gegen sie, ihre Verurteilung und Gefängniszeit und ihren Aktivismus gegen den Gefägnis-Komplex) nachzeichnet, könnt ihr noch finanziell unterstützen. Er benötigt noch Geld für die Post-Produktion.

Das Bitch Magazine stellt zehn Schwarze Komponistinnen/Frauen, die Musik schreiben, vor – von der Harlem Renaissance bis heute.

Eine Pool-Party in McKinney. Erst werden Jugendliche rassistisch beschimpft, dann wird die Polizei gerufen, welche die Jugendlichen angeht, mit Waffen auf sie zielt und Dejerria Becton, eines der anwesenden Mädchen, brutal auf den Boden wirft und fixiert. The Root hat alle Informationen zusammengestellt. Feminist Wire schreibt zu: „Police Criminals and the Brutalization of Black Girls„.

Termine in Berlin, Dortmund, Hamburg, Konstanz und Wien

10.06. in Konstanz: Vortrag zu Racial Profiling von Jamie Schearer.

10.06. in Berlin: Kongress „Respekt statt Ressentiment“ – Strategien gegen eine neue Welle von Homo- und Transphobie.

11.06. in Dortmund: „female energy“: Vernissage verschiedener Künstler_innen im Fachbereich Design der Fachhoschule Dortmund. (FB-Link)

22.06 in Wien: Frigga Haug spricht im Rahmen der Dialogreihe „Gutes Leben für alle“ über die Forderung „Teilzeit für alle“. (FB-Link)

17.07. in Berlin: „Grrrls To The Front: Das Female Focus Festival“, das „viele verschiedene Berliner Rapper*innen und DJ*s“ fördert, „die zusammen mit internationalen Künstler*innen aus Buenos Aires (ARG), Durham (USA), Birmingham (UK) und Johannesburg (RSA) das Festival gestalten. (FB-Link)

01.08. in Hamburg: Queer Flora Soliparty, 23 Uhr, Rote Flora.


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„Oury Jalloh – Das war Mord!“. 10 Jahre nach dem Tod.

7. Januar 2015 von Charlott

Foto: Björn Kietzmann

Wenn es um Polizeigewalt und insbesondere die Gewalt gegen Schwarze Menschen geht, fällt vielen in Deutschland der anklagende Blick in die USA leicht, die Fälle vor der eigenen Haustür werden da noch schneller vergessen und_oder relativiert. Heute vor zehn Jahren, am 07. Januar 2005, starb Oury Jalloh – in einer Dessauer Polizeizelle an Händen und Füßen gefesselt, auf einer feuerfesten Matratze verbrannt. Für die Polizei eindeutig: Selbstverursacht. Für Freund_innen und Aktivist_innen hingegen sind die Indizien schon lange eindeutig und so heißt es auf vielen Demonstrationen: „Oury Jalloh – Das war Mord!“. In einem Kommentar 2012 schrieb die Initiative in Gedenken an Oury Jalloh e.V.:

Das Besondere an den Mordfällen wie Laye Konde, Dominique Kumadjo, Dennis J., Mariama Sarr oder Christy Schwundeck ist, dass die ermittelnden Organe von vornherein die „Wahrheit” der „TäterInnen“ übernehmen und diese bestenfalls mit verschwundenen oder manipulierten Beweismitteln untermauern.

In Dessau wird heute ab 14 Uhr am Hauptbahnhof Dessau-Roßlau eine Demonstration stattfinden, um Oury Jalloh zu gedenken und auf die rassistischen Strukturen in Polizei und Justiz hinzuweisen.

Der BGH hatte im August des letzten Jahres das letzte Urteil im Fall (welches von fahrlässiger Tötung ausging und die Möglichkeit des Einsatzes von Brandbeschleunigern ausschloss) bestätigt und eine Revision abgelehnt. Aktivist_innen arbeiten zudem seit Jahren daran, mit Gutachten den Mord zu belegen. Für die pathologischen und toxikologischen Nachuntersuchungen, um die Brand- und Todesursache abschließend zu beweisen, wird Geld benötigt. Ihr könnt direkt an die Initiative spenden.

Zum Weiterhören:

Oury Jalloh – die widersprüchlichen Wahrheiten eines Todesfalls“ (55 Minuten-Feature beim MDR)


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Esther Bejerano, Stella Young, Tayo Onutor – kurz verlinkt

10. Dezember 2014 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 265 von 362 der Serie Kurz notiert

Deutschsprachige Links

Die 89jährige Esther Bejerano hat den Holocaust überlebt. Heute tritt sie lesend und singend gegen Rassismus auf.

Konsti Knappe braucht eine Rampe, damit sein Rollstuhl ins Auto geschoben werden kann. Dafür könnt ihr spenden.

Die Heinrich Böll Stiftung hat ein neues Dossier veröffentlicht: Perspektiven und Analysen von Sinti und Roma in Deutschland. In diesem gibt es beispielsweise einen Beitrag von Tayo Onutor über ihr Erleben als Afro-Sintezza und die „Bitte um Vorstellung„.

Englischsprachige Links

Die australische Disability-Aktivistin, Journalistin und Komödiantin Stella Young ist am Wochenende im Alter von 32 Jahren verstorben. ABC schreibt über ihr Leben und die  Themen, die sie voran gebracht hat.

Fat rights are reproductive rights„, stellt Ali Thompson fest und führt im Text aus, wie dicke_fette Personen mit schlechter medizinischer Versorgung (von Vorsorge, über die Wirkung von hormoneller Verhütung etc.) konfrontriert sind, bei Adoptionen als unpassendere Kandidaten gelten und schneller als schlechte Eltern kategorisiert werden.

Am 6. Dezember vor 25 Jahren wurden 14 Frauen an der École Polytechnique de Montréal erschossen. Ms. Magazine erinnert an die Opfer. Und Bitchmagazine verweist insbesondere auf die Tatmotive sowie den Ausruf „You’re all a of bunch of feminists! And I hate feminists!“ des Täters und verlinkt eine Dokumentation.

Diskussionen rund um #BlackLivesMatter und Polizeigewalt gegen Schwarze Menschen sind häufig sehr zentriert auf Männer. Princess Harmony Rodriguez fragt darum bei BlackGirlDangeroursWhose Lives Matter?: Trans Women of Color and Police Violence“ und Danielle Stevens gibt auf Elixher unter „Ain’t I a Human?: Ferguson and the Neglect of Black Women, Femmes, and Girls“ konkrete Hinweise zur Neuausrichtung der Debatte.

Termin in Berlin

12.Dezember: Sister-Wellness. Ein Themen- und Austauschabend für und von Schwarzen Frauen*InterTrans und Frauen*InterTrans of Color, zu Wellness als Selbstermächtigung und Widerstand. Mit Noah Sow, Diana Hartmann und Pasquale Virginie Rotter.


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#FergusonIsEverywhere – Solidaritätskundgebung in Berlin

1. Dezember 2014 von Charlott

Am 09. August dieses Jahres wurde der Schwarze Jugendliche Michael Brown von dem weißen Polizisten Darren Wilson in Ferguson, Missouri, erschossen. Seitdem verweisen Proteste in Ferguson – und darüber hinaus – wieder und wieder auf die rassistischen Strukturen, die hinter der Tat stehen, drücken Wut und Trauer aus. In der letzten Woche, am 24. November, wurde nun bekannt gegeben, dass eine Grand Jury beschlossen hätte, dass es nicht einmal zu einem Prozess gegen Darren Wilson kommt.

Aus diesem Anlass hatte die Initiative Schwarze Menschen in Deutschland Bund e.V. am Samstag zu einer Solidaritätskundgebung vor dem Brandenburger Tor in Berlin aufgerufen. Es sprachen unter anderem Jamie Schearer von der ISD, Sharon Dodua Otoo und eine Vertreterin der Kampagne für Opfer rassistischer Polizeigewalt. Immer wieder wiesen sie darauf hin, dass der Mord an Michael Brown kein Einzefall gewesen sei – weder in den USA noch weltweit, sondern Ergebnis rassistischer Strukturen und Machtgefälle, die sich gerade auch in der Polizeiarbeit zeigen. Der Slogan #FergusonIsEverywhere, Ferguson ist überall, soll auch darauf verweisen, dass Rassismus kein Problem ist, welches nur „woanders“/ „in den USA“ existiert. Mit Blick auf Deutschland zeigen Fälle wie Cindy Schwundeck und Oury Jalloh, dass auch hier Schwarze Menschen von Polizist_innen getötet werden, ohne dass dies Konsequenzen hat. Schearer machte in ihrem Redebeitrag deutlich, dass die Kundgebung nicht das Ende der Proteste sein kann, sondern der Kampf gegen rassistische Strukturen tagtäglich geführt werden müsse, im eigenen Umfeld umd durch das Aufmachen von Bündnissen bereits bestehender Initiativen und Organisationen.

Am 7. Januar wird sich der Tod von Oury Jalloh zum 10.Mal jähren. Bis heute ist nicht abschließend geklärt, wie er, gefesselt and Händen und Füßen, in einer Dessauer Polizeizelle verstarb. Die Initiative zum Gedenken an Oury Jalloh ruft deswegen derzeitig zu Spenden auf, um durch pathologische und toxikologische Nachuntersuchungen endlich die Brand- und Todesursache von Oury Jalloh aufzuklären. Am 7. Januar ist außerdem eine Demonstration in Dessau geplant.

Bilder vom Samstag gibt es u.a. hier und hier.

Zum Weiterlesen (einige Links, die wir schon in den letzten Monaten teilten):


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