Einträge mit dem Tag ‘Rassismus’


trapped in the wrong body

30. September 2014 von Nadine

How can I be trapped in the wrong body
that is white, skinny and falsely cisgendered as women?
How can I be trapped in the wrong body
able to move anytime anywhere without help, fear or force?
If I want to.
If I just could sometimes.

My body is not wrong.
My body is right
there where society wants them to be.

I’m not trapped in the wrong body
I’m trapped in a society that is
Wronging my body
Righting my body
Praising my body
Trapping my body

I’m not wronged for my body.
I’m wronged for my body
Speaking
Changing
Moving
Feeling
where society not wants them to.

My body is wronging
My body is righting
My body is writing
society
is written on my body

My body is embodiment
of society.

My body is history
colonialism
capitalism
ableism
imperialism
sexism
racism
cisgendered
false.
My body is wrong.

My body is embodiment of society
righting history
righting violence
righting exploitation
wronging justice
wronging liberation
wronging dignity
treating bodies as wrong
trapped in the wrong body.

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Wer war… Ida B. Wells-Barnett?

30. September 2014 von accalmie
Dieser Text ist Teil 40 von 40 der Serie Wer war eigentlich …

Ida Bell Wells-Barnett war ei­ne US-ameri­kani­sche Jour­na­li­stin, Lehr­er­in und Ak­ti­­vi­­stin, de­­ren En­­ga­­ge­ment für Schwar­­ze Bür­­ger_in­n­en­­rech­­te und Frau­­en­­rech­te im neun­zehn­­ten Jahr­­hun­­dert be­gann. Wells-Barnett wur­­de am 16. Ju­­li 1862 als die er­ste von sie­ben Ge­­schwi­st­ern in Hol­­ly Springs, Mi­­ssi­­ssi­­ppi, in die Skla­­ver­ei ge­­bo­­ren – we­­ni­­ge Mo­­na­­te, be­­vor der US-ameri­kani­sche Prä­­si­­dent Abra­­ham Lin­­coln in der Eman­­zi­­pa­­tions­­er­­klär­­ung zum er­­sten Ja­nu­ar 1863 das En­­de der Skla­­ver­ei in den Süd­­staa­ten er­klär­te (ein Dokument, das für den Großteil in Südstaaten-Sklaverei lebender Schwarzer bis zum Ende des US-amerikanischen Bürgerkrieges 1865 keine tatsächliche Befreiung bedeutete).

Ida B. Wells-Barnett, ca. 1893. © Mary Garrity.

Ida B. Wells-Barnett, ca. 1893. © Mary Garrity.

Wells-Barnetts jüngste Schwester und ihre Eltern (selbst politische Aktivist_innen in der Republican Party), Elizabeth und James Wells, fielen einer Gelbfieber-Epidemie zum Opfer, als sie sechzehn Jahre alt war. Wells-Barnett, nun verantwortlich für ihre fünf jüngeren Geschwister, gab vor bereits volljährig zu sein, und wurde daraufhin als Lehrerin in einer Dorfschule in Mississippi angestellt. Als ihre zwei Brüder eine Ausbildung begannen, zog Wells-Barnett 1882 mit ihren drei Schwestern zu einer Tante nach Memphis, Tennessee, wo sie weiterhin Schwarze Schüler_innen unterrichtete.

Als “Direct Action,” eine Pro­test­stra­te­gie, durch die zum Bei­spiel 1955 Ro­sa Parks im Mont­gom­ery Bus Boy­cott und spä­ter Schwar­ze Bürger_innen­rechts­grup­pen wie das Stu­dent Non-Violent Co­or­di­na­ting Com­mit­tee (SNCC) und der Con­gress for Ra­cial Equa­lity (CORE) nicht nur Auf­merk­sam­keit, son­dern vie­le Er­fol­ge er­ziel­ten, kann man Ida B. Wells-Barnetts Pro­test ge­gen die Se­gre­ga­tion ei­nes Zugs im Jahr 1884 be­zeich­nen. Ob­wohl sie im Besitz eines Erste-Klasse-Tickets für ihre Reise von Memphis nach Nashville war, wurde Wells-Barnett vom Schaffner dazu aufgefordert, sich in das einzige Abteil “für Schwarze” zu begeben, das gleichzeitig das Raucherabteil war. Als Wells-Barnett sich weigerte, wurde sie schließlich von drei Zugangestellten unter dem Applaus weißer Mitreisender gewaltsam aus dem Abteil geschleift. Wells-Barnett erstattete daraufhin Anzeige gegen die Eisenbahngesellschaft, doch das Oberste Verfassungsgericht Tennessees verwarf letztlich ihre Klage, und Wells-Barnett musste die 200 Dollar Gerichtskosten tragen. (mehr …)


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Antifa-Sportgruppe, Alison Bechdel, Ärsche – kurz verlinkt

24. September 2014 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 248 von 248 der Serie Kurz notiert

Deutschsprachige Beiträge

Die Staatsanwaltschaft Dresden hat im Zuge ihrer Ermittlungen gegen eine vermeintliche “Antifa-Sportgruppe” über “900.000 Datensätze von Handys erfasst sowie persönliche Daten von mehr als 55.000″ Demonstrant_innen und Anwohner_innen ausgewertet. Nun wurden alle Verfahren ohne Auflagen eingestellt, berichtet Spiegel Online.

Das Archiv für Jugendkulturen sammelt Geld, um das bereits bestehende Zine-Archiv weiterauszubauen. Dafür sollen Hefte mit Themen rund um Feminismus, Queerness und Riot Grrrls aufgekauft werden.

Auch in der Schweiz haben Aktivist_innen am Wochenende gegen selbsternannte “Lebensschützer” demonstriert.

In Frankfurt blockierten am Montag behinderte Menschen eine Straße, um gegen die 90-prozentige Kürzung ihres Kontingents an Taxifahrten zu demonstrieren. Denn Mobilität, die die Stadt sonst gern groß feiert, gilt eben mal wieder nicht für alle, berichtet auch kobinet.

Englischsprachige Beiträge

Der Telegraph hat die Frage aufgegriffen, ob Gäste im Münchner Hofbräuhaus rassistisch diskriminiert wurden (wir berichteten).

Alison Bechdel hat einen McArthur Genius Grant gewonnen, freut sich Autostraddle und Feministing interviewt die Genius Grant Gewinnern Sarah Deer. Mehr großartige Gewinnerinnen stellt das Ms.Magazine vor.

Black Girl Nerds schreibt zum Schwarzen Cosplayer Darrien Hunt, der von der Polizei erschossen wurde. Auf Twitter thematisiert #BlackLivesMatter diesen und andere Fälle rassistischer (Polizei-)Gewalt.

“Why does a black butt only look good in white skin?” Yomi Adegoke kommentiert im Guardian Cultural Appropriation und Körpernormierungen durch Künstler_innen und Mainstream-Medien.

Termine in Amsterdam, Bochum, Rostock und Wien

26. und 27. September 2014 in Rostock: Der der grrrlz*DaIY wird 4. Details gibt es hier zum nachlesen.

28. September in Wien: Kundgebung und Demo für sexuelle Selbstbestimmung, Zugang zum legalen und sicheren Schwangerschaftsabbruch und für reproduktive Rechte (Facebook-Link)

8. November 2014 in Amsterdam: “Returning the Gaze: Blackface in Europe“, eine internationale Aktivist_innenkonferenz.

Vom 3. November bis 14. Dezember 2014 wird Prof. Dr. Senay Kara der Universität Istanbul die Marie-Jahoda-Gastprofessur an der Ruhr-Universität Bochum übernehmen und für Vorträge zur Verfügung stehen.


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“My Body, My Choice – Raise Your Voice!” Proteste gegen den “Marsch Für Das Leben”

23. September 2014 von accalmie

In Berlin marschieren jedes Jahr christ­li­che Fun­da­men­ta­list_innen, Konservative und ex­tre­me Rech­te aus dem ge­sam­ten Bun­des­ge­biet “für das Leben”. Für “das Leben” heißt für den “Bun­des­ver­band Le­bens­recht”, der zur De­mon­stra­tion auf­ruft, ge­gen das Recht auf kör­per­liche Selbstbestimmung, die Straffreiheit der durch §218 immer noch illegalisierter Schwangerschaftsabbrüche, Sterbehilfe und Prä­natal­diag­no­stik (PND) zu pro­testieren. Ei­nes der Pla­ka­te, das “Le­bens­schützer_innen” [sic] am ver­gangenen Sams­tag mit sich trugen, fasste die Zielsetzung jener Bewegung prägnant zusammen: “Selbstbestimmung hat Grenzen” – prak­ti­scher­wei­se genau dort, wo die “Le­bens­schützer_innen” über die Kör­per an­der­er Men­schen verfügen wollen.

Der “Marsch Für Das Leben” tritt nicht nur für anti­femi­nisti­sche Politik ein, sondern fusst auf und ver­breitet eine sexist­ische, hetero­sexistische, cis­sexistische und völkisch-nationalistische Ideo­logie (weitere In­for­mationen zu der “Lebensschutz”-Bewegung finden sich zum Beispiel hier). Demonstriert wird für reaktionären Geschlechteressentialismus und den als deutsch de­fi­nier­ten, wei­ßen “Volks­nach­wuchs”. Es sind diese Ziele, für die Poli­tiker_innen und Kir­chen­ver­tre­ter_innen jähr­lich Gruß­wor­te senden; in diesem Jahr auch der CDU/CSU-Bundes­tags­fraktions­vor­sitzende Vol­ker Kauder und der katholische Erzbischof Rainer Wölki. Bea­trix von Storch, Mitglied des Europa-Parlaments für die AfD, lief direkt mit. Nach ei­genen An­ga­ben hat der “Marsch für das Leben” am Sams­tag  4500 bis 5000 Teil­nehmer_innen mobilisiert.

Eben­falls je­des Jahr rufen femi­nisti­sche Bünd­nisse zu Pro­tes­ten ge­gen den “Marsch für das Le­ben” auf – in diesem Jahr unter an­der­em das What The Fuck-Bünd­nis und das Bünd­nis für se­xuel­le Selbst­be­stim­mung. Nach er­sten Schätzun­gen ha­ben bis zu 1500 Men­schen an den ver­schie­denen Aktionen gegen die Funda­menta­list_innen teil­ge­nom­men: mit Tril­ler­pfei­fen, Sprech­chö­ren, Sitz­block­aden, Flash­mobs, Glitzer­kon­fet­ti, auf­ge­blasenen Kon­do­men, Mu­sik, Rede­bei­trä­gen, Per­for­man­ces und vie­len weiteren Aktionen wur­de pro­testiert. Wir haben ei­ni­ge Bil­der der De­mon­stration(en) für euch zu­sam­men­ge­stellt – wei­tere Fotos fin­det ihr auch hier, hier, hier und bei Twit­ter unter #NoFundis.

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Neuer Asylkompromiss und die Mär der “sichere Herkunftsstaaten”

22. September 2014 von Charlott

Am Freitag entschied der Bundesrat über die Einstufung neuer Länder als “sichere Herkunftsstaaten”. Das Ergebnis wird als Asylkompromiss bezeichnet – es ist der zweite so bezeichnete große Kompromiss auf Kosten Asylsuchender. Der letzte Asylkompromiss vor 21 Jahren führte zur de facto Abschaffung des Asylrechts in Deutschland.

Dieses Mal wurden Serbien, Mazedonien und Bosnien-Herzegowina als so genannte „sichere Herkunftsstaaten“ eingestuft.  Von einem Kompromiss wird gesprochen, da in den vorangegangen Verhandlungen Verbesserung hinsichtlich des Arbeitsmarktzugangs, der Residenzpflicht und im Sozialrecht zugesagt wurden. ProAsyl zeigte bereits am Freitag auf, dass aber auch diese Zugeständnisse in der Praxis kaum positiv ins Gewicht fallen werden.

Was sollen darüber hinaus eigentlich “sichere Herkunftsstaaten” sein? Dass Staaten (egal welche) einfach per Abstimmung einer Reihe äußerst priviligierter Personen als “sicher” ernannt werden können, widerspricht offensichtlich den Lebenserfahrungen vieler Menschen. Ein Raum, Ort, Staat wird nicht per Proklamation “sicher”. Stattdessen wird es für Menschen, die Gewalt erfahren, um so schwerer diese zu benennen und damit gehört zu werden, da per Definition ja nichts vorliegen dürfte. In Bezug auf Serbien, Mazedonien und Bosnien-Herzegowina wird es in erster Linie LGBTIQ und Roma treffen.

Eines der Argumente, warum die Staaten “sicher” seien? Es wurden ja auch bisher kaum Asylanträge bewilligt, verkündete zum Beispiel der Grünen-Politiker Kretschmer. Eine Logik, die kruder kaum sein könnte: Die Aussage “Staat x ist sicher” wird einfach richtig, da bereits zuvor nach dieser Devise gehandelt wurde. Das Argument wird meist mit den unbereinigten Statistiken “belegt”. Dazu schreibt das MiGAZIN:

Wie große die Unterschiede zwischen nicht bereinigten und bereinigten Anerkennungsquoten sein könnten, würden sie errechnet, zeigt eine Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der Linksfraktion aus März. Danach erhielten im Jahr 2013 nur 42 Asylsuchende aus Serbien und Mazedonien einen Schutzstatus. Erst auf Anfrage teilt die Bundesregierung mit, dass 65 weitere Anerkennungen durch die Verwaltungsgerichte erfolgten, ein Plus von 155 Prozent.

Am Schreibtisch ausgehandelte Kompromisse über Menschenleben. Eine Welt, in der es auch sinnvoll erscheint, Armut nicht als legitmen Grund zur Flucht anzuerkennen. Armut wird stattdessen zum Privatproblem, welches auszuhalten ist oder wo eine_r sich nur genug anstrengen muss, um der Armut zu entkommen, und einfach außer Acht gelassen, dass Armut zu meist das Ergebnis rassistischer, hetero_cis_sexistischer, ableistischer etc. Strukturen ist. So werden flüchtende Roma ohnehin meist als “Armutsflüchtlinge” kategorisiert, einem Begriff bei dem eh immer mitschwingt, dass es ja keine “richtigen” Geflüchteten seien, ohne dass anerkannt wird, dass Roma rassistisch diskriminiert werden und Gewalt aufgrund von Rassismus erfahren. Dass nun Serbien, Mazedonien und Bosnien-Herzegowina als “sicher” gelten, wird es den Betroffenen noch schwerer machen.

Zum allgemeinen Weiterlesen: Unser Dossier zu Flucht, Asyl und Protest


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Ableismus, Pseudo-Tabus und Gender Studies – Die Blogschau

20. September 2014 von accalmie
Dieser Text ist Teil 256 von 257 der Serie Die Blogschau

“Wir werden dieser reaktionären und antifeministischen Veranstaltung unseren kreativen Protest entgegenstellen”: Zum heutigen “Marsch für das Leben” in Berlin und den geplanten Gegenprotesten schrieb “Marsch für das Leben”? What the Fuck!

“(Not) Being Raul Kraut­hau­sen”: ei­ne Po­­le­­mik zu able­­ist­i­schen Zu­­schrei­­bun­gen von Riot Nrrrd.

Mädchenblog er­in­nerte ei­ni­ge da­ran, dass es “Gen­der Stu­dies. Nicht Gen­der­wahn” heisst.

Die ISD (Initiative Schwarze Menschen in Deutschland) kritisierte die politische Instrumentalisierung Dr. Martin Luther King, Jr.s, insbesondere durch Berlins Innensenator Frank Henkel.

Zu Mentos’ Ge­­winn­­spiel-/Wer­­be­­kam­­pagne (wir berichteten) kom­men­tier­te Karo­lin bei No Average Robot: “Ich frage mich, wie immer, wie so eine Aktion mehrere Entscheidungsinstanzen übersteht. Liest da niemand die Projektzusammenfassung? Wird der mo­ra­li­sche Kom­pass aus­schließ­lich für wa­cke­li­ge Ti­sche be­nutzt?”

In Kü­bras Rei­he “50 Thoughts” bei ein fremd­wör­ter­buch er­schien “#17: Sis­ter­hood”.

Bir­git Kelles pro­ble­ma­tisches Welt-, Ge­schlech­ter- und Fa­mi­lien­bild the­ma­ti­sier­ten die Fucker­mothers.

Über einen Sonntag im Bett schrieb Hannah bei Viele in einem Blog.

Auf can i say no schreibt lightsneeze über männliche raumeinnahme: “mein raum, dein raum“.

Für alle Zine-Fans ist das ein Leckerbissen: Heng war beim Mini-Zine-Fest in Berlin und stellt auf teariffic ein paar tolle Zines vor.

Habt ihr diese Woche was geschrieben, gezeichnet oder aufgenommen, das hier nicht verlinkt wurde? Kennen wir eure tolle Webseite/tollen Blog etwa noch gar nicht? Dann ab damit in die Kommentare. Jede Woche verlinken wir Text_Wissens_Produktionen aus dem deutschsprachigen Raum.


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Geflüchtetenprotest, Landtagswahl, Fastfood-Streik – kurz verlinkt

10. September 2014 von der Mädchenmannschaft

Deutschsprachige Links

Die Initiative Schwarze Menschen in Deutschland e.V. sucht ein_e Praktikant_in für den Bereich Veranstaltungsorganisation und Öffentlichkeitsarbeit.

Der Queerfeministische Taschenkalender 2015 ist erschienen!

Die protestierenden Geflüchteten in Berlin haben das Dach des Hostels verlassen und kommen erst einmal in den Räumlichkeiten einer Kirche unter. Aktuelle Infos gibt es weiterhin auf guertelstrasse.wordpress.com.

Eine UNICEF-Studie zeigt, wie geflüchtete Kinder in Deutschland systematisch benachteiligt und ausgegrenzt werden: Tagesschau.de berichtete.

In der sächsischen Landtagswahl erreichte die AfD (“Alternative für Deutschland”) 9,7 Prozent. Zeit Online berichtet von “interne[n] Mitgliederlisten [...], die zeigen, dass einzelne sächsische AfD-Politiker Verbindungen zu rechtsextremen Kreisen haben. Sogar ein NPD-Mitglied hat die Sachsen-AfD in ihren Reihen. Ein anderer AfDler war Mitglied in der Rechtsrockband “Blitzkrieg”.” (Hinweis: der Artikel wurde von Zeit Online mittlerweile editiert).

Die KultusministerInnenkonferenz und das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung haben in einer gemeinsamen Arbeitsgruppe den sogenannten Orientierungsrahmens für den Lernbereich globale Entwicklung überarbeitet. Hier gibt es einen kritischen offenen Brief dazu.

Englischsprachige Links

Auf The Nation findet ihr ein Interview mit Angela Davis zu sozialen Bewegungen.

In den USA streiken Angestellte US-amerikanischer Fast-Food-Ketten für einen Mindestlohn. (Der Hashtag zum Streik mit Fotos und noch mehr verlinkten Texten: #StrikeFastFood.)

Termine in Berlin und Hessen nach dem Klick (mehr …)


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Diskriminierung/Rassismus im Münchner Hofbräuhaus?

8. September 2014 von Gastautor_in

Naekubi schreibt über das Leben von Asiat_innen in Deutschland, Kultur und Alltag, Rassismus und Feminismus, Selbstbewusstsein und Selbstverständnis. Ab September schreibt sie auch eine monatliche Kolumne bei der Mädchenmannschaft zum Thema Feminismus im Alltag. Dieser Artikel erschien bereits heute auf ihrem Blog Danger! Bananas.

Jetzt, wo das Münchner Oktoberfest vor der Tür steht, kann man ja mal überprüfen, wie es mit der Willkommenskultur in der bayerischen Landeshauptstadt bestellt ist. Nicht besonders gut, wenn man dieses heimlich gedrehte Youtube-Video betrachtet, das im Münchner Hofbräuhaus aufgenommen wurde:

Darin erklärt der Kameramensch, wie er/sie beobachtet hat, dass von seinem/ihrem Tisch direkt am Eingang anscheinend systematisch Menschen asiatischer Erscheinung vertrieben werden, mit dem Hinweis, der Tisch sei reserviert. Seltsamerweise ist der Tisch nicht reserviert, als sich weiße BesucherInnen an den Tisch setzen. Man lässt diese gewähren, obwohl sie nichts bestellen.

Ich gehe davon aus, dass der Kameramensch weiß ist, weil er/sie am Tisch sitzen bleiben darf (anders als die asiatisch aussehende Frau). Aber wenn selbst ihm/ihr das offen rassistische Verhalten des Personals auffällt, dann scheint doch was nicht in Ordnung zu sein.

Wenn ich das sehe, kommt mir die Galle hoch. Erst vor einigen Wochen wurde ausführlich über Rassismus an Clubtüren berichtet, und dann sowas. Der “Nur mit Reservierung”-Trick wurde auch dort ausführlich verwendet. Anscheinend haben alle Weißen qua Geburt eine Reservierung erhalten.

Das Hofbräuhaus wird von mir diesbezüglich eine Anfrage erhalten. Ich werde berichten, sollte es Ergebnisse geben.

Nachfragen könnt ihr dem Münchner Hofbräuhaus unter anderem über Twitter (@hofbraeuhausMUC) oder per E-Mail stellen.


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Richtig schlimm: Rassismus gegen whities

6. September 2014 von Gastautor_in

Heng ist freie Autorin, bloggt auf Tea-Riffic und twittert unter @sassyheng. Zusammen mit anderen Aktivist_innen hat sie ein Video zu dem Hashtag #schauhin gedreht, der die Erfahrungen von Menschen sammelt, die von Rassismus betroffen sind. Lange Zeit wurde der Hashtag von Rechten für rassistische Kackscheiße benutzt, heute – am ersten Jahrestag von #schauhin – heißt es: Reclaim the Hashtag! Dieser Blogpost erschien zuerst auf ihrem Blog.

Wer kennt diese harte systematische Unterdrückung nicht: Täglich werden weiße Deutsche von People of Color und Schwarzen Menschen auf institutionalisierter Ebene fertig gemacht. Ihre Street Credibility wird niedrig eingeschätzt, mit ihren Haaren lassen sich keine Braids machen und manchmal werden sie “Kartoffel” genannt.

#SchauHin hat einen Clip über diesen sogenannten umgekehrten Rassismus gedreht und es wurde bald klar: Well, shit, there is no such thing as reverse racism (Ach, scheiße, es gibt gar keinen umgekehrten Rassismus). All die weißen Tränen wurden also umsonst vergossen.


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Nur ein Wort

31. Juli 2014 von accalmie

Da muss man doch drüber stehen. Nein, wirklich, es ist doch nur ein Wort. Es ist doch gar nicht so gemeint, und damals (TM) war es ganz normal, Menschen so bezeichnen – da hat sich niemand etwas dabei gedacht. Sag es einfach mal ganz oft hintereinander, dann wirst du sehen, wie dieser Ausdruck an Bedeutung verliert. Man kann auch echt überreagieren. Das muss man im historischen Kontext sehen. Auch Kinderliteratur ist Literatur. Irgendwas mit Zensur und Political-Correctness-Terror. Diese Fokussierung auf Sprache und Kultur verschleiert das eigentlich Wichtige in der Debatte. Immer diese Emotionalität dieser Minderheiten. Man kann sich auch über alles aufregen. Wenn das das geringste Problem ist, dann ist doch eigentlich alles gut. Ich habe das als Kind auch gesagt/gelesen, und bin trotzdem kein_e Rassist_in geworden. Mein_e Freund_in X ist auch Y und findet Z trotzdem OK. Es ist doch nur ein Wort.

So, wie du “Hete” sagst, klingt das total abwertend. “Hetero” ist ein Schimpfwort bei dir. So wird das nichts mit der Gleichberechtigung. Wir sind doch alle Menschen, warum müssen wir das dann so herausstellen mit diesem Wort? “Kartoffeln” ist aber ein pejorativer Terminus. Ich bin auch gegen Nationalismus, aber ich finde es unfreundlich, wenn weiße Deutsche als “Kartoffeln” bezeichnet werden. Das schert auch alle über den gleichen Kamm. OK, Diskriminierung wird durch solche Bezeichnungen nicht vorgenommen, weil das Machtgefälle anders ausfällt – aber es muss trotzdem nicht sein. Lächle mal mehr dabei, wenn du schon “Hete” sagen willst. Ich sehe schon, du magst ohne Provokationen nicht auskommen – na dann, viel Spaß weiterhin mit diesem Aktivismus der Randgruppen. Mein_e Freund_in X ist auch Y und findet Z trotzdem nicht OK. Unterlasse dieses Wort.

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© drinks machine: alphabet street

Die De­bat­ten ver­lau­fen er­müdend ähn­lich. Sei es Ras­sis­mus in Kin­der­bü­chern, Hetero­­norma­­tivi­­tät, die den All­tag durch­dringt oder Nationa­lis­mus und “Schland” – ver­meint­liche “Min­der­hei­ten” be­reits sprach­lich als abweichend zu markieren ist eine akzepta­ble Pra­xis; der Wi­der­stand da­ge­gen ist lächer­lich. Sprach­­li­che Mar­­kier­­ungen des “An­deren” sind zu­­läs­sig – sie sind ja auch nicht bö­se ge­­meint. Wenn “das Andere” aber die Nor­­ma­­li­­tät der ver­­meint­­li­­chen Mehr­­heit in Fra­­ge stellt und deren un­­be­­nan­­nte Iden­ti­­tä­ten (und jenen zu­­grun­­de lie­­gen­­de Macht­ver­­hält­­nis­­se) be­­nen­nt: Ze­ter und Mor­­dio! Dann ist ein Wort auf ei­n­mal nicht mehr nur ein Wort, son­­dern ei­ne Be­­lei­­di­­gung, gar eine Agen­­da. Dann sind auf einmal die Ge­füh­le der Be­trof­fenen nicht mehr nur Ge­jammer, son­dern ein legi­ti­mer Ein­wand. Dann ist sich die un­be­nan­nte, selbst­stili­sier­te Uni­ver­sali­tät ihrer unmarkierten Selbstverständlichkeit selbst gar nicht mehr so sicher und re-etabliert sich besonders laut. Und dann ist es sogar egal, dass Diskriminierung kein individueller Akt jenseits gesellschaftlicher Strukturen und Machtgefälle ist – die persönlichen Befindlichkeiten derjenigen, die es nicht ertragen können, nur ein einziges Mal nicht in einer als Mehrheit stilisierten Gruppe unidentifiziert zu leben, haben Vorrang vor jedweder Analyse. Da kommt er, der Diskriminierungsneid: eine Mischung aus Aufmerksamkeitsgeheische und der Unfähigkeit es nur einmal aushalten zu können, sich in irgendeiner community aussen vor wähnen zu müssen – ein Zustand, den von Rassismus, Sexismus, Heterosexismus und anderen Diskriminierungsformen Betroffene zwangsweise leben. Selbst in die Reaktionen auf und Kompensationen für systematische Diskriminierung muss man sich hineindrängen, alles andere wäre ja Diskriminierung. Wir sind doch alle Menschen. Der gute Wille zählt.

Was in den Debatten um vermeintlich einfache, unbedeutende Worte tatsächlich “zum Ausdruck” kommt, sind strukturelle Machtverhältnisse, die sich in die tiefsten, persönlichen Ebenen verzweigen. Die mentale Gymnastik, die kognitive Dissonanz, die zur Schau gestellt werden, wenn einerseits zum Beispiel N* als “nur ein Wort” verteidigt oder abgetan wird, und gleichzeitig Wut und Ungläubigkeit herrscht, tatsächlich als “Hete” bezeichnet zu werden in Debatten um Heterosexismus und Heteronormativität, ist das Anschauungsmaterial für jene. Das Wort gehört zum Machtverhältnis. Es ist nicht der einzige, aber ein bedeutsamer Teil dessen. Das Wort spiegelt das Machtverhältnis wider. Das Wort reproduziert das Machtverhältnis. Und die Empörung, nicht als “Kartoffel” oder “Hete” bezeichnet werden zu wollen – und zwar von niemandem, nirgendwo, niemals – illustriert, um wen (und was) es in solchen Auseinandersetzungen wirklich geht.


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