Einträge mit dem Tag ‘Rassismus’


Handeln gegen Antisemitismus, armutsgefährdete Frauen, Diskriminierung im Musikbiz – kurz verlinkt

5. März 2015 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil von 267 der Serie Kurz notiert

Deutschsprachige Links

Die Amadeu-Antonio-Stiftung hat ein aktuelles Lagebild zu Antisemitismus in Deutschland veröffentlicht. Eine Zusammenfassung sowie das ausführliche Lagebild mit Handlungsvorschlägen findet ihr hier.

Maiki* hat eine Liste mit den Female MCs, die sich bei der III: RAPutation beworben haben, angelegt.

“Vor 130 Jahren ging die Berliner “Kongo-Konferenz” zu Ende. Sie war der Auftakt für die koloniale Eroberung Afrikas. Die damals willkürlich auf dem Reißbrett gezogenen Grenzen prägen den Kontinent bis heute“, schreibt die deutsche Welle (DW).

Jede elfte Frau gilt als armutsgefährdet. Dies sei der Fall, da der Anteil von Teilzeitarbeit stark ansteigt (unter anderem aufgrund der andauernden Verantwortung für care-Arbeit) und selbst Frauen mit Vollzeit-Jobs nicht genügend verdienen – so die Antwort des Bundesarbeitsministeriums auf eine Kleine Anfrage.

Englischsprachige Links

Vergangene Woche verstarb Leonard Nimoy. The Militant Baker erinnert (auch) an seinen weniger bekannten body acceptance-Aktivismus durch Fotografie.

Elon James White von This Week in Blackness fasst in einem Storify noch einmal Grundlegendes zu den schon lange andauernden Debatten um “Toxic Twitter” zusammen.

Bekannte Musikproduzentinnen sind aus Gründen eher rar –  wodurch sich das ändern könnte, dazu geben 13 profilierte Produzentinnen ihre Antworten bei The Fader (leider eingeleitet mit einer überflüssigen “Genitalien”-Bemerkung).

Bei Frauen werden Herzinfarkte seltener erkannt und oft nicht direkt richtig behandelt, erläutert ein Artikel auf npr.

Besonders wichtig angesichts des bevorstehenden Frauenkampftages: ein neuer Cartoon von Trouble X:

 Termine in Berlin und Leipzig

Am 11. März in Berlin, 17 Uhr, Lesbenberatung (Kulmer Str. 20a), findet die Veranstaltung “Release: Das ‘Safer Sex Handbuch stellt sich vor” statt. Der Eintritt ist frei und “open for alle genders”.

Am 19. März in Berlin, 18 Uhr, beim Interkulturellen Frauenzentrum S.U.S.I, findet die Auftaktveranstaltung der neuen Workshop-Reihe “Widerstandsbewegungen von Geflüchteten Frauen* in Berlin und Deutschland: Information – Austausch – Vernetzung – Empowerment” statt. Die Workshop-Reihe wird von Frauenkreise, S.U.S.I., dem Migrationsrat Berlin-Brandenburg und Krik TV organisiert und umfasst mehrere Veranstaltungen bis Juni. Weitere Infos zu dieser und den kommenden Veranstaltungen findet ihr hier (PDF).

Vom 7. bis 10. April findet in Grillensee (in der Nähe von Leipzig) ein Seminar statt, bei dem sowohl von Referent_innen als auch in Workshops die “Schnittfläche von Sexarbeit und Feminismus” kennengelernt, diskutiert und weiterentwickelt werden soll.


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Tolerante Heten, weißer Terror und das Atomwaffenpotenzial von Trans* – die Blogschau

21. Februar 2015 von Nadine
Dieser Text ist Teil 269 von 269 der Serie Die Blogschau

Conservatory Girl hat einen Tipp für heiße Tage und aufgeriebene Oberschenkelinnenseiten.

“Als dicker/fetter Mensch braucht es viel Kraft und Mut Dickendiskriminierung, Dickenhass, Spott, Hohn und Ausgrenzung zu begegnen. Es braucht mehr Courage damit wir Dicken, das Leben mit Freude genießen können. Aber all dies braucht es nicht weil wir dick oder fett sind”, schreibt Melanie auf dem Blog der Arge Dicke Weiber.

Kulturelle Aneignung und rassistische Stereotype haben auch im Fasching oder Karneval Hochkonjunktur. Ringelmiez gibt eine Argumentationshilfe, warum nicht nur Eltern bei der Kostümwahl für ihre Kinder diskriminierungssensibel agieren sollten.

Der Zaunfink wendet sich an tolerante Heten, die sich zwar stets bemühen, letztlich doch an vielen entscheidenen Stellen scheitern mit ihrer Solidarität.

“Ich möchte Politiker*innen und Medienmacher*innen fragen: Was macht ihr gegen euren Terror, den ihr mit euren unreflektierten Reden und Beiträgen in diese Gesellschaften gesät habt? Wann fangt ihr an uns Rede und Antwort zu stehen?” – Diaspora Reflektionen mit einem eindringlichen Beitrag über die rassistischen Morde der vergangenen Monate und den Rassismus der weißen Mehrheitsgesellschaft.

Trans* Personen seien wie nukleare Waffen, hatte Papst Franziskus neulich behauptet. Für Pussy Bear Anlass genug für einen Comic.

Hannah C. Rosenblatt schreibt über die Ungleichwertigkeit von Gefühlen, wenn es um die Wahrnehmung und Beschreibung von Gewalterfahrungen geht.

Musikerinnen des Teeny Music Treff
in Berlin haben einen Song geschrieben und ein Video dazu produziert.


Eine Gruppe von Queer_Trans*_Black_People_of_Color
(QTBPOC) plant für Juli 2015 ein dreitägiges Fest von und für QTBPOC und sucht noch Mitstreiter_innen.

Die trans*geniale f_antifa ruft zu einem Inter- und Trans*-Block auf der Demo zum Frauenkampftag in Berlin auf.

Das Bündnis für sexuelle Selbstbestimmung ruft zusammen mit der Frauenkampftag – AG sexuelle Selbstbestimmung, Berlin Irish Pro Choice Solidarity und Feminismos 15M Berlin für den 7. März zu einem bundesweiten Vorbereitungs- und Vernetzungstreffen auf. Es geht um die Vorbereitung der Gegenaktionen der christlichen Fundamentalisten und Abtreibungsgegner, die jährlich im September in Berlin aufmarschieren.

Habt ihr diese Woche was geschrieben, gezeichnet oder aufgenommen, das hier nicht verlinkt wurde? Kennen wir eure tolle Webseite/tollen Blog etwa noch gar nicht? Dann ab damit in die Kommentare. Jede Woche verlinken wir Text_Wissens_Produktionen aus dem deutschsprachigen Raum.


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Panik, Pegida und Pressefreiheit

14. Februar 2015 von Naekubi
Dieser Text ist Teil 5 von 5 der Serie Die Emanzipation der Banane

Nicht nur Nationen entwerfen sich einen Gründungsmythos – auch Familien geben sich eine Erzählung, die erklären soll, wie wir wurden, was wir sind. Ich fragte meine Eltern, warum sie nach dem Vietnamkrieg das Land verließen. Ihre Antwort: Freiheit, genauer gesagt Religions- und Meinungsfreiheit. Glauben zu dürfen, was man will, und vor allem das sagen zu dürfen, was man will, ohne Repressalien vom Staat fürchten zu müssen. Diese Freiheit ist der Dreh- und Angelpunkt für die Existenz meiner Familie. Es übersteigt alle anderen Argumente – nicht die physische Not oder die Zerstörungen waren in ihren Augen Gründe, warum wir als “Fremde” in Deutschland lebten. Der Gedanke, dass Freiheit ein hohes Gut ist, das es mit allen Mitteln zu verteidigen gilt, ging mir ins Blut über. Die freie Meinungsäußerung ist Gold wert. Doch in den letzten Wochen bekam ich Zweifel.

Der Grund hat einen prägnanten Namen: PEGIDA. Auch diese Strömung gab sich eine Erzählung, die ihre Existenz erklären soll. Sie eint der Glaube, dass AsylantInnen, Refugees und besonders Menschen muslimischen Glaubens an dem Untergang ihres geliebten Abendlandes schuld seien. Diese Menschen schlossen sich über soziale Medien zusammen, weil sie eine diffuse Angst empfanden vor – wovor? Vor dem eigenen gefühlten Abstieg, zu kurz zu kommen, Verlierer zu werden in einem System des neoliberalen Kapitalismus mit seinem eisigen Wind aus sozialer Kälte. Doch anstatt das System infrage zu stellen, tun sie etwas viel Einfacheres: Sich einen Sündenbock suchen, der schwächer ist als sie. Dabei sind es die Gebildeten, denen es verhältnismäßig gut geht, die bei PEGIDA mitmachen.

Nun haben diese PEGIDA-Menschen ebenfalls Recht auf ihren Glauben und auf die Äußerung ihrer Meinung durch Demonstrationen, Reden und Facebook-Posts. Dieses Recht besagt, dass jede/r seine/ihre Meinung sagen darf, ohne dass der Staat das verbieten dürfte. Aber warum bekomme ich jeden Tag einen Anflug von Panik, wenn ich die PEGIDA-Aussagen in den Nachrichten verfolge? Vermutlich weil diese Aufmärsche keine reine Meinungsäußerung, sondern Macht-Demonstrationen sind. Oder einfacher gesagt: Rassismus. Ohne tausendjährige Geister beschwören zu wollen, aber bei Aufmärschen gegen Menschen einer bestimmten Glaubenszugehörigkeit in Deutschland wird mir schlecht.

Unter dem Deckmantel der Meinungsfreiheit will man “denen”, den Nicht-Abendländischen zeigen, wo ihr Platz ist: nicht in Deutschland. Die Angriffe auf nicht-deutsch aussehende Menschen am Rande dieser Macht-Demonstrationen, der an Komplizenschaft grenzende Unwillen der Polizei dort: Das waren Terrorakte, kaum anders als die des NSU. Sie wollen Angst verbreiten unter Menschen nicht-deutscher Wurzeln, damit die am besten abreisen oder gar nicht hierher kommen. Vielleicht geht es PEGIDA-AnhängerInnen genau darum: Das gute Gefühl, an der Speerspitze einer “neuen” Bewegung zu stehen, die eigene Wirkmächtigkeit spüren und jemandem – irgendjemandem – überlegen zu sein. Dass sie sich der selben Denkmuster wie die Ewiggestrigen bedienen, ist ihnen entweder nicht bewusst, oder es ist gewollt. Egal, was es ist – es ist ein Grund zur Sorge.

Ich will meinen Eltern glauben, dass die Freiheit des Denkens und Glaubens bedeutsame Werte sind, die auch ich hochhalten und verteidigen soll. Dazu gehört, diesen PEGIDA-Menschen ihre Meinung und ihre Demos zu lassen, mag ich sie noch so dumm und beschissen finden. Auch das Gesetz zieht die Grenze, wenn die Meinungsäußerung zur Hetze wird. Ist PEGIDA schon bei der Volksverhetzung angekommen? Gewalttätig sind sie bereits, wie man kürzlich in Leipzig sehen konnte. Die Demonstrationen sind vor allem als offene Drohung gegen Menschen wie mich und diejenigen, die anders erscheinen. Ich bin mir sicher, dass einige der AnhängerInnen das so verstanden wissen wollen.

Mein einziger Trost ist, dass viele Menschen das Recht der Pressefreiheit dazu nutzen, sich dem entgegen zu stellen. Sie schreiben und reden dagegen, sie gehen für ein offenes Deutschland auf die Straße. Mir bleibt nichts anderes übrig als das Beste zu hoffen, mit dem Schlimmsten zu rechnen und an manchen Tagen mich zu Hause zu verkriechen.

Für alle, denen das mit Zensur und freier Meinungsäußerung noch nicht ganz klar ist, hier zwei hilfreiche Links (leider auf Englisch):

https://stoptalk.wordpress.com/2013/01/18/on-censorship/

http://xkcd.com/1357/


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Alle* Leben sind gleichwertig: Ein Notizzettel voller Gedanken

13. Februar 2015 von Heng

(*Die Leben von Personen of Color und Schwarzen Menschen ausgeschlossen.)

Es ist gerade mal zwei Monate her, da feierten der 23-jährige Zahnmedizinstudent Deah Shaddy Barakat und die 21-jährige Yusor Mohammad Abu-Salha, die dieses Jahr das gleiche wie ihr Mann studieren wollte, ihre Hochzeit. Vor 2 Tagen wurden sie in ihrem eigenen Zuhause von dem 46-jährigen, sich als Atheist bezeichnenden, weißen Craig Stephen Hicks erschossen. Auch Yusors Schwester Razan, 19 Jahre alt, wurde ermordet.

Wo bleiben die Solidaritätsbekundungen, Schlagzeilen und Kundgebungen, wenn die Opfer eines Attentats nicht weiß sind? Ist es, weil doch nicht alle Leben gleichwertig sind? Ist es, weil muslimische Tote nichts Bahnbrechendes für die Welt sind? Wo bleiben die Zuschreibungen von Terror, Fundamentalismus und Unterdrückung, wenn die Täter_innen nicht muslimisch sind? Ist es, weil ein weißer Typ einfach ein eigenartiger Einzelgänger sein kann, der seinen Scheiß nicht mehr unter Kontrolle hatte und ausrasten musste? Einfach so? Einfach aus Gründen?

Wo bleiben die Distanzierungen aller Atheist_innen oder gar weißer Personen, wenn eine Person „ihresgleichen“ unschuldigen Personen brutal das Leben nimmt? Ist es, weil es eine zu allgemeine Gruppe ist, die viele Nischen hat und nicht über einen Kamm geschert werden kann? Ist es, weil sie doch überhaupt nichts mit dieser Tat zu tun hatten, schließlich haben sie nichts gegen den Islam™, im Gegenteil, alle Religionen sind gleich und einen Türkeiurlaub haben sie auch schon mal gehabt, also come on, bisschen weit hergeholt dieser Vergleich, denkst du nicht?

Denkst du schon? Denkst du doch? Denkst du es ist systematisch? Denkst du nicht, es ist Zufall? Denkst du, sein Atheismus hatte überhaupt was mit dem Tatmotiv zu Tun? Ein Mensch ist doch schließlich mehr als sein Glaube. Ein Mensch ist viel vielschichtiger als eine Glaubenszugehörigkeit. Die Schichten eines Menschen sind viel mehr, als du glaubst. Das hat nichts mit einander zu tun. Vielleicht hat es auch einfach nur zufällig diese drei Personen muslimischen Glaubens getroffen. Bestimmt hätten es auch andere sein können. Bestimmt! Hundert Pro! Alle Leben sind gleichwertig, alle Leben sind gleich viel wert. #AllLivesMatter, nicht nur Schwarze! Oder weiße!

Aber wenn alle Leben gleichwertig sind, warum habe ich das Gefühl, dass es scheißegal ist, ob meine Schwestern, meine Brüder, meine nicht-binär identifizierten Glaubensgefährt_innen, meine Schwester, meine Mutter, ich, wir alle, dass es der Welt scheißegal ist, ob wir leben oder nicht, weil wir sowieso nur da sind, um den Sozialstaat abzuzocken (gibt ja auch voll viel zu holen, ne?), Terroranschläge zu planen und weißen Personen Angst zu machen – zum Beispiel, indem sie unsere Namen nicht aussprechen können oder indem sie stets die Islamisierung des Abendlandes hinterfragen müssen.

All ihre Angehörigen, Biografien, Chancen, Träume, Ängste, Leben mussten sie zurücklassen. Was bleibt ist eine gelinde gesagt unbefriedigende Berichterstattung und Perzeption der Tat. Was bleibt, sind die Anzeichen dafür, dass wir in einer Gesellschaft leben, in der Rassismen wie anti-muslimischer und anti-Schwarzer Rassismus zur Normalität gehören, in der eben nicht alle Leben gleichwertig sind, in der alle negativen Zuschreibungen marginalisierten Gruppen angeklebt werden und Personen aus der Mehrheitsgesellschaft mit Gräueltaten einfach so davonkommen.

Die Familie und die Angehörigen der drei Opfer erstellten die Facebook-Seite Our Three Winners, auf der sie ihnen gedenken.

Wer bei #JeSuisCharlie und ähnlichen viralen Netzsolidaritätsbekundungen in erster Reihe dabei war, in diesem Fall aber keine Reaktionen in der Dimension von Profilbildwechsel, Hashtagbeteiligung und Demonstrationsbesuch übrig hat, sollte vielleicht mal über die eigenen Privilegien, Empathie und all die Kritik, die es an benanntem Hashtag gab, nachdenken. Vielleicht merkt er_sie, was hier falsch läuft. Vielleicht bin auch einfach nur ich im falschen Film.


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Die Weißwaschung und Aneignung von Black Studies in Deutschland – Ein Community-Statement

9. Februar 2015 von accalmie

New Black Diaspora Studies, Black Bremen Studies, African American Research – was zunächst als längst überfällige Forschung und Lehre in Deutschland zu Schwarzer Geschichte, Kultur, Literatur, etc. erscheint, entpuppt sich schnell als Teil des Problems: Black Studies, auch die “Black Knowledges Research Group” (“Schwarzes Wissen”-Forschungsgruppe) in Bremen, sind weiss, sowohl personell als auch von der Heran­gehens­weise, dass Schwarze Menschen oft als Forschungs-“Objekte” und auszuschöpfende Infor­mationsquellen, nicht aber als Kol­leg_in­nen, Impulssetzer_in­nen und Wis­sens­pro­du­zent_in­nen be­trach­tet wer­den. Schwarze Wissenschaftler_innen, Aktivist_innen und Künstler_innen haben am vergangenen Freitag ein Statement veröffentlicht, das gegen die Weißwaschung und Appropriation (Aneignung) von Black Studies in Deutschland protestiert. Mitgezeichnet und unterstützt wird dieses Statement unter anderem vom Braunen Mob e.V., der Initiative Schwarze Menschen in Deutschland (ISD), ADEFRA e.V. (Schwarze deutsche Frauen und Schwarze Frauen in Deutschland), dem Bündnis kritischer Kulturpraktiker_innen, Prof. Dr. Angela Davis, Prof. Dr. Maisha Eggers, Dr. Peggy Piesche, Noah Sow und Sharon Otoo.

Das gesamte Statement und die umfassende Auflistung der Unterstützer_innen könnt ihr beim Present_Tense Scholars Network: Black Perspectives and Studies Germany lesen. Weitere Infos findet ihr auch auf Noah Sows Blog (…generell: Eine ständige Lektüreempfehlung!).

Ein Auszug:

Wir, die hier Unterzeichnenden, verurteilen die Art und Weise, in der Black Studies an der Universität Bremen mobilisiert und in Dienst genommen werden. […]

Angesichts der offenkundigen, proaktiv praktizierten Ausschließungen, den mehr oder minder feststehenden inhaltlichen Ausrichtungen der Arbeitsgruppen der Creative Unit, den diversen personellen Überschneidungen und den bereits laufenden bzw. angegliederten Forschungsprojekten stellen sich außerdem die Fragen, wie und von wem über die im Proposal beantragten Stellen und Gelder entschieden wird und auf welchen Auswahlkriterien diese Entscheidungen beruhen. Immerhin handelt es sich dabei um 1 Postdok-Stelle, 4 Doktoranden-Stipendien, 2 halbe Promotionsstellen und 4 Stellen […] für wissenschaftliche Hilfskräfte. […]

Es ist ein Skandal, dass Schwarze deutsche Wissenschaftler_innen und Aktivist_innen im Zuge der Gestaltung der Unit nicht konsultiert worden sind und ihre Arbeit umfassend entnannt wird, jedoch ihre Namen im Proposal auftauchen, wo sie ohne ihre Zustimmung als aktuelle oder „prospektive“ Kooperationspartner_innen gelistet wurden. Überdies werden die Forschungen von Schwarzen deutschen Wissenschaftler_innen, die in Deutschland seit vielen Jahren zu diesen Themen arbeiten und publizieren, ausschließlich „im Zusammenhang eines basisdemokratischen Aktivismus schwarzdiasporischer Autoren“ verortet.  […]

Mit anderen Worten: Während die finanziellen Ressourcen der Creative Unit dazu genutzt werden, um Stellen für weiße Wissenschaftler_innen zu finanzieren, werden die Namen von Schwarzen Wissenschaftler_innen / Aktivist_innen, wenn sie denn überhaupt Erwähnung finden, ohne die entsprechende Erlaubnis als Token verwendet. Eine solche Vorgehensweise ist nicht nur ungeheuerlich und unethisch, sondern bekräftigt das koloniale Modell der Enteignung: Schwarze Deutsche dürfen weißen Akademiker_innen gern als „Rohmaterial“ und „native informants“ dienen, es wird ihnen allerdings nicht erlaubt, als eigenständige Wissenschaftler_innen zu agieren. Weiße deutsche Akademiker_innen und Aufbaustudierende hingegen stehen bereit, um von noch mehr ökonomischem und symbolischem Kapital als Teil der geplanten Creative Unit zu profitieren. […]

In den USA sind Departments für Black Studies einst ins Leben gerufen worden, weil studentische und community-Gruppen politischen Druck auf die Universitäten ausübten, um die Wissensproduktion über und vor allen Dingen von (!) Schwarzen Menschen anzuerkennen, finanziell zu unterstützen sowie strukturell und personell zu etablieren.

Übrigens: Die Forschungsgruppe “Black Knowledges Research Group” an der Universität Bremen hat sich im Zuge der Kritik nun innerhalb von zwei Tagen aufgelöst. Hier findet ihr die Stellungnahme (auf Englisch).


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Black History Month: Samstagabendbeat mit Rapsody, Stahhr und Sa-Roc

7. Februar 2015 von accalmie

Februar ist Black History Month (Monat der Schwarzen Geschichte). Seinen Ursprung hat der Black History Month in den USA, wo er seit 1976 institutionalisiert ist. Historiker Carter G. Woodson und Pastor Jesse E. Morland gründeten 1915 die “Association for the Study of African American Life and History”, um den weiß-zentrierten Geschichtsschreibungs-Kanon mit Forschung und Lehre zu Afroamerikaner_innen zu erweitern. 1926 fand dann die erste “National Negro History”-Woche statt – absichtlich in die zweite Februarwoche gelegt, um somit auf die Geburtstage von Frederick Douglass und Abraham Lincoln zu fallen. Schulen, Universitäten und Gemeinden nahmen in den kommenden Jahrzehnten die Idee auf, informierten über und feierten Schwarze Geschichte und Kultur, und dank der Schwarzen Bürger_innenrechtsbewegung der 1950er und 1960er wurde die Woche schließlich zum Monat ausgedehnt.

Viele Länder weltweit feiern mittlerweile den Black History Month, inklusive Deutschland. Weitere Infos dazu findet ihr bei der Initiative Schwarze Menschen in Deutschland (ISD); Veranstaltungen für Hamburg und Berlin sind hier und hier zusammengestellt. Das unabhängige Musiker_innenlabel “Saint Hero” erklärte diesen Februar indes zum “Black Future Month” und präsentiert AfroFuturistic-Kunst. Dem Black History/Black Future Month widmen wir im Februar den Samstagabendbeat: In den nächsten Wochen stellen wir Schwarze Künstler_innen und ihren Aktivismus vor. Den Anfang machen die US-amerikanischen Rapperinnen Rapsody aus North Carolina und stahhr und Sa-Roc aus Atlanta, Georgia.

Rapsody wurde bereits durch ihre Zusammenarbeit mit diversen Künstler_innen, unter anderem Erykah Badu, Common, Jean Grae, Rah Digga und Kendrick Lamar bekannt. Nach mehreren Mixtapes erschien 2012 ihr Debütalbum “The Idea of Beautiful”, und im letzten Jahr hat sie die EP “Beauty and the Beast” veröffentlicht. Das Stück “Drama” enstand im Kontext der tödlichen Schüsse auf Michael Brown durch den Polizisten Darren Wilson in Ferguson, Missouri. Rapsodys letztes Mixtape, “She Got Game”, kann man hier kostenlos herunterladen.

Auch stahhr (das doppelte H steht für Hip Hop) und Sa-Roc sind feste Größen in Atlantas Hip Hop-Landschaft. 2008 erschien stahhrs Debüt-Solo-Album “Almost Neva Was” und sie arbeitete bereits mit Künstler_innen wie Jasiri X, Del, J-Live und Staci Epps zusammen. Aufgewachsen in Washington D.C., hat Sa-Roc seit ihrem Atlanta-Debüt 2002 zahlreiche EPs, LPs und Mixtapes veröffentlicht (ein weiterer Reinhör-Tipp: Ihr Lied “Queen’s Philosophy” auf dem 2012er-Album “Ether Warz”). “Black God Theory” findet sich auf ihrer neuen LP, “Extra-Terrestrial”, wieder (die ab nächster Woche verfügbar ist).


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Plus-Size-(Role)-Models, Anti-Terror-Kämpferinnen und Ghostbusters-Panik – kurz verlinkt

4. Februar 2015 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 265 von 267 der Serie Kurz notiert

Deutschsprachige Beiträge

Der Februar ist Black History Month (Monat der Schwarzen Geschichte). Black History Month Hamburg hat ein Veranstaltungsprogramm zusammengestellt, von (Kinder-)Parties über Lesungen/Poetry Slams hin zu Diskussionsveranstaltungen. Auch die Werkstatt der Kulturen in Berlin bietet ein abwechslungsreiches Black-History-Month-2015-Programm für Menschen jeden Alters.

“Hier findet gerade eine humanitäre Krise statt, die von der Aussenwelt nicht beachtet wird”: tagesschau.de zeigt einen kurzen Videobericht zum Leiden der Menschen, die in Borno, Nigeria, vor Boko Harams Terror flüchten mussten.

FrauTV veröffentlichte eine Online-Multimedia-Reportage zum Thema “Die neue Familie”.

“Richard von Weizsäckers Rede kam damals spät, war aber richtig. Bedrückend bleibt, dass sie zum Anfang des deutschen Sündenstolzes wurde, der sich zwar zu den Verbrechen bekennt, daraus jedoch Selbstgefälligkeit ableitet”: Annetta Kahane schreibt in der Berliner Zeitung zum 30-jährigen Jubliäum der “Befreiungs”-Rede des kürzlich verstorbenen Bundespräsidenten a.D., Richard von Weizsäcker.

Fluss e.V. Freiburg, die ehrenamtlich Bildungsarbeit zu Geschlecht und sexueller Vielfalt leisten, braucht Unterstützung: Bis heute Abend könnt ihr dem Verein eure Stimme geben bei der Online-Abstimmung im Rahmen des Freiburger Beteiligungshaushalts. Dafür muss man sich registrieren, aber nicht in Freiburg wohnen. Fluss e.V. ist der Vorschag Nr. 144 und freut sich über ein virtuelles “Daumen hoch”.

Die alleinerziehende Suzana S. und ihre fünf Kinder wurden in Deutschland geboren. Nun will sie der Landkreis Emsland in Niedersachsen abschieben,” nach 28 Jahren – die taz berichtet.

Englischsprachige Beiträge

Schwarze Künstler_innen in den USA erklärten den Februar zum Black Future Month: Hier seht ihr eine Zusammenstellung von AfroFuturistic Videos, unter anderem mit Missy Elliott, TLC, Janet Jackson und Kelis.

Tess Munster, die Kleidergröße 54 trägt, wurde letzte Woche offiziell von einer Modelagentur unter Vertrag genommen – ein Affront für Körpernormierungs-Fans. Der dickenfeindliche Hass, der ihr (und anderen dicken_fetten Menschen) entgegenschlägt, und was dieser mit dem eigenen Leben von Dickenhasser_innen zu tun haben könnte, wird bei The Militant Baker analysiert.

Ein sexistischer, dickenfeindicher Nachruf einer australischen Zeitung auf die Schriftstellerin und Wissenschaftlerin Colleen McCullough wurde letzte Woche oft und treffend kritisiert. Die Washington Post hat  im Gegenzug ein paar satirische Nachrufe auf berühmte Männer veröffentlicht.

“Ain’t Afraid Of Ghosts. Terrified of Women.” Shakesville kommentiert sexistische Reaktionen auf die nun offizielle Nachricht, dass vier Frauen – Leslie Jones, Melissa McCarthy, Kristen Wiig und Kate McKinnon – die Hauptrollen in einem neuen Ghostbusters-Film spielen werden. Auch Jezebel lässt sich diese Satire-Möglichkeit nicht entgehen.

Im Guardian interviewt Mona Mahmood vier kurdische Familien und erinnert an die Frauen, die im Kampf gegen IS in Kobane starben.

Ebenfalls im Guardian schreibt Jessica Valenti dazu, wie Sexismus Frauen körperlich und psychisch krank mache.

Der nigerianische Unternehmer Taofick Okoya hat Schwarze Puppen entwickelt, deren Verkaufszahlen weiße Barbies weit hinter sich lassen, und die Schwarze Kinder empowern sollen: Die “Queens of Africa.”

African Women in Cinema Blog stellt die Filme und Filmemacherinnen des pan-afrikanischen Filmfestivals FESPACO vor, das 2015 das 24. Jubliäum feiert und vom 28. Februar bis 4. März in Burkina Faso stattfindet.

entirely amelia kritisiert Jill Soloway, die noch im Januar für ihre Serie “Transparent” einen Golden Globe gewann und nun bei Facebook einen cissexistischen Eintrag zu Bruce Jenner veröffentlichte.

Küssen als Protest? Zwei russische Aktivistinnen zeigen wie’s geht.

Termine in Berlin und Halle

Berlin 07.02. 2015, 18:00 Uhr, Baiz (Christinenstr.): Infoveranstaltung des Antifa Recherche-Teams Dresden: “Rassistische Mobilmachung: Eine Analyse zu PEGIDA und anderen Asylgegner_innen in Dresden und Umland”.

Berlin 19.02. 2015, 19:30 Uhr, Humboldt-Universität Berlin, Raum 1115 (Kinosaal): Im Rahmen des Projekttutoriums “Ungewollte Schwangerschaft, Schwangerschaftsabbruch und Reproduktive Gerechtigkeit” wird der Dokumentarfilm “VESSEL” (im englischen Original) kostenlos aufgeführt. Im Anschluss an die Vorführung gibt es ein Q&A mit Aktivistinnen*.

Halle, 10.02. 2015, 19:00 Uhr, Café Colonne Morris: Der Arbeitskreis qu(e)er_einsteigen stellt sich vor und lädt zum Kennenlernen und Mitmachen ein. Weitere Infos und Kontaktmöglichkeiten findet ihr hier.


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Podcasts, Texte zu Rassismus und Hartz Fear – die Blogschau

24. Januar 2015 von Nadia
Dieser Text ist Teil 266 von 269 der Serie Die Blogschau

Trollbar veröffentlichte eine eindrückliche Schilderung, die die Entwicklung von Rassismus in Zeiten von Pegida in Dresden beschreibt: “Der Rassismus in Dresden wird lauter und schlimmer. Und kaum jemand tut etwas dagegen.”

Außerdem gab es viele sehr lesenswerte Artikel die sich unter dem Eindruck der Folgen der Charlie Hebdo-Attentate mit den diversen Folgen befassten: Unter anderem ging es um die “Fetischisierung von Meinungsfreiheit”, um einen Büchertisch einer bekannten Buchhandlungskette, der Islam-Expertise suggeriert aber nur Klischees reproduziert, um antimuslimischen Rassismus, und dann gab es noch einen lesenswerten Rant.

Identitätskritik stellt zwei neue Blogs zu Antipsychiatrie und Psychiatrieerfahrung vor.

Auf Hannahs Blog gibt es einen Verweis auf ihr neues Projekt: Den Viele Sein-Podcast. Und auch bei heiter scheitern gibt es einen neuen Podcast.

Im NSU-Prozess ging es unlängst um das Nagelbombenattentat; im Lotta Magazin wird dazu die Initiative “Keupstraße ist überall” vorgestellt.

Auf Der keine Unterschied schrieb die Tugendfurie über Armut, Angst und Aufstiegslügen, und auch Hannah teilte nochmal einen Snapshot zu Hartz IV.

Manspreading ist ein weit verbreitetes Phänomen – ebenso weit verbreitet, aber kaum thematisiert: Bildungsbürger_innen-Spreading, analysiert von Clara Rosa.

Inspiriert vom Rookie-Magazin gibt es jetzt ein tolles neues Format: Das Hildegard-Magazin!

Habt ihr diese Woche was geschrieben, gezeichnet oder aufgenommen, das hier nicht verlinkt wurde? Kennen wir eure tolle Webseite/tollen Blog etwa noch gar nicht? Dann ab damit in die Kommentare. Jede Woche verlinken wir Text_Wissens_Produktionen aus dem deutschsprachigen Raum.


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Warum wir ehrlich gesagt nicht Nigeria sind*

23. Januar 2015 von Sharon

Die englische Fassung des Textes findet sich weiter unten.

(*es sei denn, natürlich, ihr seid es wirklich)

Infolge der Gräueltaten, die Boko Haram zu Beginn des Jahres in  den nordnigerianischen Städten Baga und Doron Baga sowie in den  umliegenden Dörfern verübt hat, ist es natürlich absolut legitim,  Empörung, Abscheu und Betroffenheit zu empfinden über die – wie  formuliere ich es mal taktvoll? – “unausgewogene” Berichterstattung in den Medien. Verglichen mit dem öffentlichen Erguss von Trauerbekundungen nach dem Terrorangriff auf die Redaktion des französischen sogenannten Satiremagazins “Charlie Hebdo” würde man die Frage verzeihen: Sind manche Leben etwa mehr wert als andere? Warum eilt Angela Merkel sofort nach la belle Paris, um für die Meinunsgfreiheit zu marschieren, gemeinsam mit anderen Staatsoberhäuptern, die nicht unbedingt bekannt dafür sind, in ihren Heimatländern die Meinungsfreiheit hochzuhalten? Was ist mir entgangen?

Aber ich bin Zynikerin. Das sind alles rhetorische Fragen, und sie wurden sowieso bereits von vielen exzellenten Kommentator_innen beantwortet. Stattdessen schreibe ich über die Äußerungen von jenen, die sich in den sozialen Medien mit den Opfern von Boko Haram solidarisch zeigen wollen. Es dauerte nicht lange, bis das Hashtag #IAmNigeria (ich bin Nigeria) auftauchte, um #JeSuisCharlie (ich bin Charlie) etwas entgegen zu setzen – fast so, als könne man nur entweder das eine oder das andere sein.

Aber mal ehrlich, Leute – wir sind wirklich nicht Nigeria(ner_innen). Jedenfalls die meisten von uns nicht.

Zu allerest: Auch wenn ich das Bedürfnis verstehe, ein klares (visuelles) Statement auf Facebook zu setzen, fühlt es sich für mich total falsch an, dazu die Worte “Ich bin …” zu verwenden. Die meisten Leute aus meinen sozialen Netzwerken werden niemals die Verheerungen eines Bürgerkrieges erfahren; die meisten mussten niemals befürchten, dass sie, ihre Familien und Nachbar_innen von selbsternannten Bürgerwehren dahingemetzelt werden, weil das geltende Recht völlig außer Kraft gesetzt ist; und die meisten Leute aus meiner Timeline leben nicht in improvisierten Notunterkünften in Nachbarländern, weil ihre Heimatorte dem Erdboden gleich gemacht wurden. Wir sind nicht diese Menschen. Zu behaupten, wir wären es – auch wenn ich natürlich weiß dass das nicht wörtlich gemeint ist – fühlt sich an wie eine unbesonnene Banalisierung des unfassbaren Leids dieser Menschen.

(mehr …)


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Fashionweek, nationalistischer Rap und reproduktive Rechte – kurz verlinkt

21. Januar 2015 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 263 von 267 der Serie Kurz notiert

Deutschsprachige Beiträge
Tick Tick Boom haben eine Broschüre über “deutsch-patriotischen Rap”, Nationalismus, Hetero_Sexismus und Kapitalismus-Verherrlichung veröffentlicht, die nicht nur informieren, sondern auch zu eigenem Aktivismus anregen möchte.

Der Frankfurter Gemeinderabbiner Julian-Chaim Soussan spricht in der Jüdischen Allgemeinen über die mangelnde Solidarität mit #JeSuisJuif.

“‘Je suis Charlie’ und die Folgen: Warum ich kein Satiriker mehr bin”, schreibt Oliver Maria Schmitt in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.

Einen kritischen Beitrag zur Fashion Week, zur Plus Size Messe Curvy Is Sexy und zur mangelnden Körpervielfalt auf den Laufstegen gibt es beim Deutschlandfunk.

Es gibt eine neue politische Gruppe in Berlin [Korrektur: nicht nur Berlin, Treffen sind bundesweit geplant, siehe Kommentar] : Black Quiltbag*, die sich im Rahmen der Initiative Schwarze Menschen in Deutschland (ISD) gegründet hat. Die Gruppe richtet sich an Schwarze Menschen, die sich folgenden oder ähnlichen Identitäten bzw. Konzepten zugehörig fühlen: Queer /Questioning, Undefined /Undecided, Inter, Lesbisch, Trans*, Bi, Asexual, Gay/Genderqueer.

“Behinderte Menschen haben es in Deutschland extrem schwer, Gynäkolog[_innen]en zu finden. Ganze fünf Spezialangebote gibt es bundesweit“, berichtet Spiegel Online.

Beim Tagesspiegel zeigt man sich überrascht, dass Lutz Bachmann, einer der führenden Pegida-Organisator_innen, tatsächlich Rassist ist.

Englischsprachige Beiträge

Im Ebony Magazine berichtet Tasha Fierce über ihren Schwangerschaftsabbruch, im Kontext von Anti-Abtreibungskampagnen, die sich in den USA besonders an Schwarze Communities wenden.

HerZimbabwe analysiert die negativen Vorannahmen geforderter “Ehrbarkeit/Seriosität” für den Aktivismus simbabweischer Frauen und den aktivismuseinschränkenden Effekt einer solchen Politik.

Der US-Senator und Schwarze Bürger_innenrechtsaktivist John Lewis kommentierte in der Los Angeles Times sowohl den Film als auch Kritiken an “Selma”. Er selbst war an der Organisation und Durchführung der Protestmärsche beteiligt.

Die Technik_Kultur-Kritikerin Shanley Kane thematisierte Sexismus und Misogynie in der Linux-Community. Von den angsteinflössenden Reaktionen darauf berichtet sie hier.

Termine in Berlin, Kiel, Köln, Lüneburg

Berlin, 29.01. – 30.01. 2015: “Susan Sontag Revisited” – ein Symposium am ICI Berlin Institute for Cultural Inquiry zu Sontags kulturell-politischen Wirken. Alle Vorträge werden auf Deutsch und Englisch zugänglich sein. (Facebook-Link)

Kiel, für Kurzentschlossene, da heute Abend um 19:30 Uhr: “Schau, eine Frau schießt!” – Jüdischer Widerstand in Osteuropa”, ein Vortrag und anschließende Diskussion im Literaturhaus Schleswig-Holstein.

Köln, 22.01. 2015, 18:00 Uhr: Der Ausländerlesekreis Köln und #SchauHin laden zu dem Story Salon „Afro & Hijab: Voll das Politkum?!“ ein. (Facebook-Link)

Lüneburg: Save the Date: lady*fest Lüneburg! vom 6. – 8. März 2015.


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