Einträge mit dem Tag ‘Rassismus’


Zerbrechliche, programmierende, nackte Frauen – kurz verlinkt

29. Oktober 2014 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 253 von 253 der Serie Kurz notiert

Deutschsprachige Links

Lust auf Theater? In Berlin werden Afro-Deutsche/ Schwarze deutsche Jugendliche für ein Theaterprojekt gesucht!

Den Vortrag “Die zerbrechliche Frau – Kritik an der Psychopathologie in feministischen Räumen” gibt’s zum Anhören auf freie-radios.net.

feministische studien haben nun einen Blog! Im zweimonatigen Wechsel werden Autor*innen-Duos “ihren Blick auf die Welt und was sich in ihr ereignet” mit uns allen teilen. Den Anfang machen Gudrun Axeli Knapp und Maureen Maisha Eggers.

Chronik eines angekündigten Exzesses“. In der FAZ schreibt Olaf Sundermayer über die Nazi-Demonstration in Köln und wie die “Hoologans” systematisch unterschätzt wurden.

Englischsprachige Links

Bis in die 80er Jahre war der Frauenanteil beim Programmieren wesentlich höher als jetzt. Doch was passierte dann? NPR zeigt auf wie die ersten Computer in private Haushalte zogen, diese ausschließlich für Jungs und Männer beworben wurden und sich eine Frauen ausschließende Geek-Kultur herausbildete.

Autostraddle stellt zwei junge trans Frauen vor. Eine von ihnen hat gerade ein Kinderbuch über ihre frühe Kindheit geschrieben: I am Jazz.

“If there is a lesson for white artists and the institutions that host their work from these recent imbroglios, it is that the intention behind a work is secondary to its impact. And that means they’re responsible for engaging with those who object on the grounds that a piece of work is racist, or bigoted in some other way.”, T. O. Molefe bei der New York Times über Kunst und Rassismus.

Im Essay “How many licks” schreibt Janani Balasubramanian eine kurze Dekonstruktion des Blowjobs, nennt wichtige Akteur_innen der Geschichte und Kunst (Monica Lewinsky, Linda Lovelace, Nao Bustamante) und weist darauf hin, dass ein Blowjob von allen Körperteilen ausgeführt und entgegen genommen werden kann.

Aleah Chapin fabriziert riesige Gemälde, auf denen nackte Frauen dargestellt sind. Im Telegraph erzählt sie, was sie bei ihrer Arbeit über Körper und Unsicherheiten lernte.

Termine in Berlin, Bielefeld und Bonn:

29.10. in Berlin: Solikonzert und Kundgebung für die besetzte Gerhart-Hauptmann-Schule.

06.11. in Bonn: Wohn(t)räume – Junge Migrantinnen stellen aus.

13.11. in Berlin: Spoken Word mit Moona Moon, Azadê, Sarah Mouwani und Bahati. (Hier auch bei Facebook.)

14.11.-24.11. in Bielefeld: Aktionstage Gesellschaft_Macht_Geschlecht (Facebook-Link)

15.11. in Berlin: Ausstellungseröffnung “WIR SIND ALLE BERLINER: 1884-2014. A Commemoration of the Berlin Congo Conference” (Facebook-Link)


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Wann nimmt der deutsche Journalismus endlich die Ängste der Bevölkerung vor Rassismus ernst?

28. Oktober 2014 von Nadine

Wenn 4500 Nazis, unbehelligt von Polizei_Gewalt, durch Köln prügeln, drohen und wüten können und den Medien nichts besseres zur Kommentierung dieser Lage einfällt, als herumzudefinieren, wer von diesen 4500 Terroristen nun Nazi, Hooligan, Randalierer oder Fußballfan war, als wieder einmal zu betonen, dass Deutschland kein Hort von Rassisten ist, sondern von Salafisten, Dschihadisten, Islamisten, als wieder einmal hervor zu heben, dass Hooliganszene und Rechtsradikalismus sich zwar nahe stehen, doch Muslime diesen “-ISten” noch ein bisschen näher, die wir nicht haben kommen sehen, weil bei Waffenexporten und Neokolonialismus und westlichen Großmachtfantasien unser Geschichtsverständnis und unser kritisches Denken aufhört, dann frage ich mich: WTF?!! Solange wir ein bisschen Mitleid für die Toten in Syrien und Irak aufbringen können, wird ein bisschen Verständnis für die verwirrten “Fußballfans”, die sich gestern plötzlich mit den “richtigen” Nazis vereint gegen die “richtige” Sache sahen, wohl erlaubt sein?

Sich selbst als vierte Gewalt im Staat begreifend (wohl wahr!) waren sogenannte Leit- und Qualitätsmedien in Deutschland noch nie etwas anderes als das Sprachrohr einer durch und durch rassistischen und rechtspopulistischen Mitte, die sich immer dann fein vom militanten rechten Rand abzugrenzen und überrascht zu geben weiß, wenn ihre Verantwortung als intervenierende und kritische Zunft am gefragtesten wäre. Sie, die die Meinungsfreiheit und Zensurfreiheit hochhalten, aber in Sachen Meinung eben diejenigen gleicher als andere behandelt werden, die diskriminierenden Müll auf tarifvertraglicher Basis unbehelligt von sich geben können. Diese wenigen selten gewordenen Einwürfe von Aktivist_innen und Wissenschaftler_innen sind doch reine Makulatur. Kritische, linke, feministische und antirassistische Perspektiven werden seit je her wegzensiert und unsichtbar gemacht.

Es muss stutzig machen, solange die Medienbranche zu den homogensten Berufsfeldern Deutschlands gehört, kritische Journalist_innen rausgemobbt und rausgeschrieben werden, wenn Meinungsfreiheit Diskurshoheit von weißdeutschen Besitzstandswahrern bedeutet, Redakteur_innen nicht willens sind, Recherche außerhalb von Wirtschaft, Spitzenpolitiker_innen und Gewaltmonopolizisten zu betreiben, weil es ihrem eigenen Gedankengut widersprechen würde. Wenn Quellen als glaubwürdig und Perspektiven als objektiv gelten, die nichts anderes sind als die Reproduktion von Unterdrückung.

Wenn 4500 Nazis, unbehelligt von Polizei_Gewalt, durch Köln prügeln, drohen und wüten können, ohne dass die Presselandschaft vehement verurteilt und Stellung bezieht und sich selbst in der Verantwortung wähnt, weil sie jeden Tag aufs Neue entscheidet, ob sie das ideologische Futter für diese Scheiße liefern will oder nicht.

Worte sind Waffen. Wann setzt der deutsche Journalismus sie endlich mal für Gerechtigkeit und Verantwortungsübernahme ein?


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Triggerwarnungen, Skinhead-Looks und Anti-Homo-Demo in Stuttgart – die Blogschau

27. Oktober 2014 von Sabine
Dieser Text ist Teil 260 von 260 der Serie Die Blogschau

Nele Tabler schreibt für das Magazin Vice ihre Erfahrungen mit den Bildungsplan-Gegnern auf der Anti-Homo-Demo in Stuttgart auf. Die Aussagen der sogenannten Bildungsplan-Gegner sind homophob, heteronormativ und beinhalten auch eine NS-Rhetorik.

Warum Triggerwarnungen problematisch sind und auch die Vorstellung von schwachen, fragilen Gewaltopfern reproduziert lest ihr auf Identitätskritik.

“Jetzt bewohne ich einen Zwischenort mit der Sammeladresse ‘non-binary’, und das ist erst mal okay so.” Bluespunk über W_ortfindungsstörungen beim Benennen des eigenen Körpers und den Erfahrungen damit.

In Nina LaGrandes Kurzgeschichte geht es um das Innenleben einer “internetaffinen”-Protagonistin beim Bewerbungsgespräch.

Auf Queer Vanity thematisiert Heng die Problematiken hinter Skinhead-Looks, die von weißen Menschen getragen werden.

In der aktuellen Progress erklärt Anne Pohl am Beispiel des #gamergate (wir berichteten), wie stereotype Rollen und organisierte Hasskampagnen miteinander zu tun haben.

Über (Netz)Feminismus als Selbstinszenierung schreibt Nadine auf ihrem Blog Medienelite.

Deutschsprachige Kinder- und Jugendbücher, die queer sindqueerdenke_n mit einem Überblick.

Auf die rassistisch motivierte Frage “Woher kommst du?” kontert Heng auf Tea-Riffic mit witzigen Antworten.


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Wurst, Waffen, Weihnachtsgeld – Wie sind die Deutschen?

23. Oktober 2014 von Gastautor_in

Wir freuen uns über einen Gastbeitrag von Pelitan (kurdisch für Schmetterling). Pelitan kommt aus einem kurdischen Umfeld, was x Leben sehr beeinflusst, studiert und ist in antirassistischen Zusammenhängen politisch aktiv. Pelitan beschreibt in ihrem_seinen Text Erfahrungen als Nicht_Deutsche.

Im Waschsalon meines Wohnheimes fragte mich ein französischer Student, wie die Deutschen seien? Wie sie beschrieben werden könnten? Wie sie denn im Gegensatz zu den Französ*innen seien?

Ich war überfordert über diese typische Frage. Oft hatte ich sie schon gehört und doch weiß ich jedes Mal nicht, was ich antworten soll. Mal versuche ich zu erklären, dass ich keine “richtige” Deutsche sei. Vielleicht komme ich damit leichter weg und sie bohren nicht weiter nach bzw. wir reden dann über das andere Ich von mir. Ich würde ja auch sonst was falsches vorspielen, wenn ich mich einfach als stinknormale Deutsche ausgebe, oder?…Dann versuche ich es mal mit der Vielfältigkeit der Deutschen, dass es halt freundliche gibt und welche, die eher verschlossen sind. Die älteren Deutschen sind nicht wie die jungen. Und so weiter… Ich drücke mich um die Antwort herum, aber was soll die Frage eigentlich überhaupt?

Ja, die Deutschen sind vielfältig, ich kann sie wie alle anderen Staatsgemeinschaften nicht in eine Schublade stecken. Auch wenn ich mein ganzes Leben in Deutschland verbracht habe, habe ich keine konkrete Antwort. In der Schule war ich von Anfang an immer in einer Klasse, in der es fast alle Jahre durchgängig mehr nicht “Ur-Deutsche” gab. Musste wohl an meinem Viertel liegen. Sind sie, sowie ich über mich beschrieb, nicht “richtige” Deutsche? Erst im Studium habe ich gemerkt, wie viele Deutsche es wirklich gibt. Und ich habe gelernt, dass es Menschen gibt, die nicht wissen, dass Hassan und Sergej nicht in jeden Club kommen. Oder, dass nicht alle Menschen in Deutschland automatisch die gleichen Rechte haben.

Wann ist jemand Deutsch? Ich habe die deutsche Staatsangehörigkeit, aber Alltagserfahrungen haben mir gezeigt, dass ich trotzdem nicht dazu gezählt werde? Sie loben mich dafür, dass ich so gut deutsch spreche? Oder fragen mich, wie das und jenes denn bei “uns” sei, also bei mir und meinesgleichen? Ich werde Deutsche mit Migrationshintergrund genannt, um zu betonen, dass ich Deutsche bin, aber halt nicht richtig. Der Einfluss meiner wirklich migrantischen Flüchtlings-Eltern haftet noch zu sehr an mir. Ich bin ja erst die zweite Generation hier. Das türkische kurdisch sunnitisch-muslimische Blut fließt doch in mir, egal wie oft ich Ostereier in der Schule angemalt habe? Für welches Land schlägt mein Herz mehr? Eine Frage, die selbstverständlich gestellt wird, da ich ja von meinem äußeren Erscheinungsbild irgendeine andere Herkunft, Heimat, Nationalität, Universum, Galaxy haben muss. Auch wenn das aus Generationen vorher stammt. Ich kann gar keine richtige Deutsche sein.

Also was soll ich denn nun antworten, wie sind die Deutschen?

Naja, manchmal zünden sie Asylbewerber*innenheime an. Oder sie bezahlen die Waffen, die im Ausland Menschen töten. Sie fragen dich beim Einkauf manchmal: Darf es noch etwas sein?
Manchmal halten sie dir die Tür auf und manchmal nicht. Manche fahren jeden Sommer in den Urlaub, vielleicht nach Südfrankreich, wenn sie das Weihnachtsgeld gespart haben oder vielleicht nach Italien. Wenn es hoch kommt, fahren sie Ski fahren in den Alpen. Wenn sie nicht in Urlaub fahren können, haben sie wenigstens ein Auto. Das ist wie Urlaub. Viele fliegen oder vielmehr fahren oft in die Türkei. Manchmal gehen manche freitags in so etwas wie eine Moschee, wo sie die muslimische Gemeinschaft treffen. Andere aber freuen sich einfach nur, dass es Wochenende ist. Viele haben einen Gemüsewarenladen oder eine Imbissbude, wo es Döner gibt, das Nationalgericht der BRD.

In Kleingartenvereinen siehst du manchmal viel Rauch vom Grillen und große Familien oder ältere Menschen, die Gemüse anpflanzen. Manchmal heiraten sie ganz groß mit von überall angereisten Verwandten in gemieteten Hallen für die sie eigentlich kein Geld haben oder sie gehen in die Kirche, um sich zu sagen, “bis dass der Tod uns scheidet”. Aber dann scheiden sie sich doch vorher. Manchmal arbeiten sie zu wenig und manchmal zu viel. Manchmal haben sie viele Kinder, aber meistens wenig. Manchmal sollen die Kinder Klavier spielen, doch manchmal gucken sie lieber zu viel Fernsehen. Manchmal studieren sie BWL oder sie machen eine Lehre zur Zahnarztassistentin. Manchmal kaufen sie sich ein Iphone und manchmal abonnieren sie die “Bild am Sonntag”. Manchmal essen sie viel Fleisch, vor allem Wurst und manchmal essen sie überhaupt kein Fleisch. Manchmal mögen sie leider Schwule nicht und manchmal mögen Schwule leider leider lilablassblauneonkarierte Bügeleisenbretter nicht.

Manchmal reisen sie nach dem Abitur nach Afrika, muss ja einmal im Leben wieder alles gut gemacht werden. Manchmal trinken sie ein Feierabendbier oder gehen in anderen Häusern putzen. Manchmal ist ihnen das Geld wichtiger als Familie zu haben und manchmal ist Familie wichtiger als das Gesetz. Wenn Spanien gewinnt, freuen sich manche und andere nicht. Manchmal sprechen sie hessisch, badisch oder sächsisch. Manche können auch Mandarin und Berberisch. Manche mögen Stuttgart viel lieber als Berlin.

Sie sind wie du und ich. Oder halt nicht.


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Falsche Körper? Falsche Welt! – kurz verlinkt

22. Oktober 2014 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 252 von 253 der Serie Kurz notiert

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Charlotte Wiedemann schreibt in der taz über den Wert weißen Lebens vor dem Hintergrund internationaler Geflüchtetenbewegungen, IS, Syrien, Irak, Ebola und den Weltkriegen: “Syrien und Irak: Die Toten in ein und derselben Region sind von ganz unterschiedlicher Wertigkeit – je nachdem, welches Verhältnis der Westen zu den Mördern hat. [...] Wer auf einer Weltkarte sieht, welche Länder die meisten Flüchtlinge aufnehmen, könnte glauben: Der Wert des Lebens gilt mehr außerhalb von Europa.”

“Polemiken gegen den „Genderismus“ und „political correctness“ sind nicht neu, zeugen aktuell jedoch davon, wie ein aggressiver Antifeminismus versucht, politisch an Einfluss zu gewinnen”: Der Beitrag “Antifeministische Allianzen” des Antifaschistischen Infoblatts ist nun auch online verfügbar.

Den Aktivist_innen in der Gerhart-Hauptmann-Schule in Berlin droht wieder eine Räumung, berichtet heute ganz aktuell die taz. Eine Pressemitteilung der Bewohner_innen findet ihr auf asylstrikeberlin.

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Alok Vaid-Menon schreibt bei MTV über das Aufwachsen in einer Gesellschaft, die nur genau zwei Geschlechter zu lässt, wenn eine_r selbst keinem dieser Geschlechter angehört: “This is not a story about being born in the wrong body. This is the story of being born in the wrong world. This is the story of being told who we are without our consent.”

Die US-amerikanische Spielentwicklerin Brianna Wu schreibt über die Hass- und Mobbingkampagne #gamergate gegen sie und andere profilierte Gamerinnen – und beschreibt, welche massiven Anstrengungen die Hater unternehmen, um diese Frauen persönlich zu schädigen, nicht “nur online”, sondern auch im “realen Leben”.

Bei Dazed gibt es ein Interview mit der finnischen Fotokünstlerin Liu Susiraja.

Mae Carol Jemison, die erste afroamerikanische Astronautin, hatte vorige Woche Geburtstag. Zu diesem Anlass twitterte Afropunk das Video der Keynote, die Jemison im Frühjahr auf der Women of Color Task Force Conference gehalten hatte.

Jezebel berichtet über “die erste und bisher einzige” Trans*frau bei der New Yorker Feuerwehr, Brooke Guinan, und ihren Einsatz gegen Diskriminierung.

Anlässlich der australischen National Week of Deaf People (nationalen Woche der gehörlosen Menschen) berichtet Sarah Kienbort im Guardian über die Vorteile von Gebärdensprachen und die Erfahrungen, die sie als hörende Mutter einer gehörlosen Tochter macht.

In Dänemark, so ist bei Gay As Us nachzulesen,  haben neue Richtlinien die medizinische Situation für trans Personen verschlechtert.

Beim Guardian schreibt Chimamanda Ngozi Adichie über ihren Weg zu einem feministischen Selbstverständnis.

Termine in Berlin, Mannheim

Berlin: Elektronischer Donnerstag im Schwuz – your local girl gang! (Facebook-Link)

Mannheim: Am 25.November findet die Protestkundgebung “Reclaim the Night – Wir fordern die Nacht zurück” (Facebook-Link) statt.


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Zehn Minuten Schmerz – Eine Bienenschwarm-Untersuchung

20. Oktober 2014 von Gastautor_in

Der nachfolgende Text stammt u.a. von Frederik, der diesen als Herrmann Herman zusammen mit Bumsy LaBoum auf dem Festival Femme Hive, einem Ort für queere Femmes und Femme-inismus, performt hat. Er wird hier veröffentlicht, weil er die Strukturen und Hierarchien hinter diesem Event kritisiert, die unter anderem zu sexistischen, rassistischen Zuschreibungen und Erwartungshaltungen führen. In der Performance setzten wir uns mit Harmoniebedürfnissen, Partykultur und Silencing auseinander.

Wir richteten unsere Performance kritisch an die Veranstaltung Femme Hive, aber wenden dieselbe Kritik auf viele feministische Gruppen und Events an. Wir wollen den Femme Hive nicht mit unserer Kritik einzeln hervorheben, sondern haben seine Bühne genutzt, um den Bienenschwarm des Diversity-Feminismus zu untersuchen.

Bumsy LaBoum & Herrmann Herman:

was bist du

wo kommst du her

kann ich mal anfassen

Herrmann Herman:

ich heiße

ich heiße euch willkommen

ich heiße Jörg

ich heiße Björk

ja, manchmal auch Björk

ich bin das Maß

ich bin das Fass ohne Boden

ich schlucke

ich sperre meinen Mund auf

ich sperre dich in meinen Mund ein

Bumsy LaBoum:

was bist du

wo kommst du her

kann ich mal anfassen

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Yes mean Yes, Mos Maiorum, Ferguson – kurz verlinkt

15. Oktober 2014 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 251 von 253 der Serie Kurz notiert

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Die liebreizende Band Respect My Fist hat ein Musikvideo zu ihrem Song “Ich blute” gedreht.

Was Feminist_innen quasi schon immer predigten, wird nun in Kalifornien Gesetz: Das neue Gesetz “Yes means Yes” besagt, dass von allen Seiten Einvernehmlichkeit herrschen muss, wenn es zu sexuellen Handlungen kommt. Viel bescheuerte Kritik kam darauf hin und Margarete Stokowski kommentiert das in der taz.

Über die wegweisende Arbeit der Wissenschaftlerin Nikita Dhawan und die Versuche, postkoloniale Perspektiven in der deutschen Unilandschaft zu etablieren, berichtet die Frankfurter Rundschau.

Klingt erschreckend, ist aber nur die Spitze des Eisbergs” – Tupoka Ogette schreibt beim MiGAZIN über Rassismus an Schulen.

Seit Anfang der Woche (und bis zum 26. Oktober) läuft die europaweite Polizeiaktion “mos maiorum”, welche Menschen ohne gültigen Aufenthaltsstatus aufspüren soll.  Das Projekt Map Mos Maiorum sammelt seitdem Informationen zu den Kontrollen. Auf Travel Warning EU gibt es eine Reisewarnung in vielen Sprachen zum Weiterverteilen.

englischsprachige Links

Schon etwa ein jahr alt, aber immer noch aktuell ist ein Bericht von Al Jazeera: Die inzwischen zehnjährige Nabila Rehman verlor ihr Großmutter durch eine US-amerikanischen Dronenangriff, ihre Geschwister wurden verletzt. Für ihre Geschichte interessierte sich bei einer Anhörung in Washington jedoch kaum jemand.

Ein Gespräch zwischen bell hooks und Laverne Cox zu Feminismus gibt es nun als Videomittschnitt.

Die Proteste in Ferguson werden von Frauen getragen, analysiert MSNBC: “Since Aug. 9, when a police officer shot and killed unarmed 18-year-old Michael Brown in broad daylight, women have made up a significant number of the protesters in the streets. Many of the women heard their voices go hoarse after spending hours leading chants and making up rhymes. A number of them have been arrested — even more than once.”

Gestern war Ada Lovelace Day. Dazu passend fragte der Guardian mit einem Quiz “Was wisst ihr über Frauen in der Wissenschaft?“.

Termine in Berlin, Frankfurt-Bockenheim und Wien
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Rassistische Gesetze, “gleichgeschlechtliche” Ehe, Nobelpreisgewinnerinnen – kurz verlinkt

8. Oktober 2014 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 250 von 253 der Serie Kurz notiert

Heute feiern wir die 250. Ausgabe unserer wöchentlichen Reihe “Kurz Verlinkt” – Glitzerkonfetti :)!!!

deutschsprachige Links

Was machen Frauen auf der Bühne? Ganz klar: lieben! Um dann meistens ruckzuck zu sterben (Drama) oder zu heiraten (Komödie), während es anderen überlassen bleibt, sich an der Welt aufzureiben. Warum eigentlich? Die Debüt-­
Arbeiten von drei Nachwuchsregisseurinnen geben scheppernde Antworten auf die dröhnende Frage, wer warum welche Rolle spielt – nicht nur im Theater. Am 18., 20., 21. und 22. Oktober 2014 in Berlin im Ballhaus Naunynstraße.

Das Rollstuhlfräulein sucht im Bereich Social Media einen Job in einem Unternehmen in Bochum und Umgebung, das barrierefrei ist.

Angsichts der jüngst bekannt gewordenen Gewalttaten gegen Geflüchtete stellt die taz fest: “Das Bürgertum führt die Situationen herbei, in denen Gewalt ausgeübt wird, und zeigt dann auf die, die es zu diesem Zweck rekrutiert”.

Hendrik Cremer legt anhand von Rechtsnormen und Gesetzen in der BRD dar, warum verdachtsunabhängige Personenkontrollen nicht nur rassistische Polizeipraxis nach sich ziehen (racial profiling) und Rassismus gesamtgesellschaftlich stabilisieren, sondern auch bereits ihre festgeschriebene gesetzliche Legitimation im Kern rassistisch ist.

Am 3. Oktober wurden zwei Kneipen und deren Besucher_innen in Bonn von extrem rechten “Fußballfans” angegriffen.

#FergusonIsEverywhere: Jamie Schearer, Julius Franklin und Tahir Della von der ISD haben mit dem Freitag über Racial Profiling und alltägliche Diskriminierung in Deutschland gesprochen.

Die Süddeutsche berichtet aus den USA: Über­ra­schend hat es der Su­preme Court ab­ge­lehnt, über die Recht­mäßig­keit sog. gleich­ge­schlecht­licher Ehen in fünf US-Bundes­staaten zu ent­scheiden – da­durch blei­ben die Gesetze und somit die bestehenden Ehe(möglichkeite)n dort in Kraft.

Über die ak­tuel­le Aus­stel­lung der süd­afri­kani­schen Foto­grafin_Akti­vi­stin_Profes­sor­in Za­ne­le Mu­ho­li be­rich­tet (in ei­nem mittel­guten Ar­ti­kel) die Augs­bur­ger All­gemei­ne – siehe auch weiter unten unsere Termine.

In der Jungle World stellen Eike Sanders, Ulli Jentsch und Felix Hansen, Mitarbeiter des Antifaschistischen Pressearchivs und Bildungszentrums Berlin (apabiz), ihr neues Buch “Deutschland treibt sich ab” vor und geben Antworten zur Bewegung der antifeministischen “Lebensschützer_innen”.

“Eine gerechte Gesellschaft sollte anders aussehen”: der Bayrische Rundfunk interviewt Anne Wizorek zu ihrem Buch “Weil ein #Aufschrei nicht reicht.”

Frauen helfen Frauen e.V. sammeln in Mecklenburg-Vorpommern gerade Unterschriften für einen “Zugang für alle!” zum Beratungs- und Hilfenetz in Fällen häuslicher und sexualisierter Gewalt.  3.000 Unterschriften werden noch gebraucht. Am 25.11.2014 ist eine Demo dazu in Schwerin geplant – siehe weiter unten bei den Terminen.

englischsprachige Links

Wie US-Bundes­staats­ge­setze konsti­tu­tio­nel­le Ab­trei­bungs­rech­te aus­he­beln, berichtet Andrew Rosenthal in der New York Times.

Die Sängerin Mary Lambert schreibt auf ihrer Website über grenzüberschreitende Fans und Interviewer_innen, eigene (sexualisierte) Gewalterfahrungen und Retraumatisierung.

“A Her­story of the #BlackLivesMatter Move­ment” und über die Ver­ein­nah­mung von Theorie­bil­dung und Akti­vis­mus schreibt Ali­cia Gar­za bei The Femi­nist Wire.

Buzzfeed porträtiert die chinesisch-US-amerikanische Schauspielerin Anna May Wong. So fähig sie in ihrem Beruf war, so häufig wurde sie nur als “exotische Lotusblume” besetzt, und selbst dann konkurrierte sie mit weißen Schauspielerinnen in Yellowface.

Kein Nobelpreis ist für besonders hohe Frauenanteile bekannt, aber um den Nobelpreis für Physik ist es besonders schlecht gestellt. In den letzten 50 Jahren gewann keine einzige Frau. Slate stellt einige vor, die es verdient hätten.

Termine in Berlin, München, Ulm und Schwerin (mehr …)


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Ein Buch nach dem Anderen: Literatur aus Sri Lanka sowie Bücherclubs, das FBI und gebannte Werke

7. Oktober 2014 von Charlott
Dieser Text ist Teil 86 von 86 der Serie Die Feministische Bibliothek

Gelesen auf Papier

Vor einiger Zeit habe ich mir angewöhnt, wenn ich reise auch gleich die “passende” Literatur mitzunehmen, nämlich jene von Autor_innen aus dem betreffenden Land/Region/Stadt oder die über diese schreiben. Dementsprechend regionaleinseitig gestaltet sich auch mein Lesestappel vom September: Im Mittelpunkt stehen englischschreibende Autor_innen aus Sri Lanka.

In Writing Sri Lanka: Literature, Resitance and the Politics of Place (2007, Routledge) analysiert Minoli Salgado das Schaffen von acht Autor_innen, die alle auf Englisch publizieren. Als roter Faden ziehen sich durch die Kapitel Fragen rund um Grenzziehungen. Wer wird als zugehörig konzeptionalisiert? Wer ausgeschlossen? Wie werden Grenzen zwischen “in Sri Lanka lebend” und “Diaspora” gezogen? Welchen Einfluss hat dies auf die Rezeption? Aber auch: Welche Grenzen werden in den Werken überschritten, aufgeweicht oder doch neu gezogen? Das Buch gibt einen spannenden Einblick in die betrachteten Literaturen (vor allem auch der zweier AutorINNEN: Jean Arasanayagam und Punyakante Wijenaike)  und das Umfeld, in welchem sie publiziert und rezepiert werden. Es ist aber eine wissenschaftliche Studie, die ohne Voriwssen zu literaturwissenschaftlichen Theorien (und insbesondere postkolonialen Theoretiker_innen) schwer zu lesen ist.

Glücklichweise veröffentlicht Salgado just in diesem Monat (morgen ist die Vorstellung in London) ihren eigenen Debut-Roman A Little Dust On The Eyes, in dem sie viele der Themen, die sie in Writing Sri Lanka herausgearbeitet hat, selbst literarisch aufgreift.

Da ich selbst erst kurz vor Abreise mich erinnerte, dass ich noch Romane besorgen muss_wollte, war meine Leseliste dann abgesehen von Salgado eine männlichdominierte – denn leider ist es ja bei den meisten Literaturen schneller möglich Autoren und deren Werke ausfindig zu machen, als die von Autorinnen. Ich las Reef (2011 (erstveröffentlicht 1994), Penguin Books) und Noontide Toll: Stories (2014, Penguin Books) von Romesh Gunesekera. Ersteres gibt es auch als “Riff” in deutscher Übersetzung. Außerdem las ich Running in the Family (1993 (erstveröffentlicht 1982), Vintage) von Michael Ondaatje, besser bekannt als der Autor von “Ein englischer Patient”. Auch sein Buch wurde übersetzt (“Es liegt in der Familie”), ist zwar literarisch nicht uninteressant, da es zwischen überwiegend prosaischen und poetischen Teilen wechselt, teilweise aber fehlen die tieferen Analysen der ihn umgebenden Gesellschaft. Nicht zu Unrecht wurde dem Buch Exotismus vorgeworfen. Spannend zu lesen ist es aber in Kombination mit dem entsprechenden Kapitel in Salgados Werk, in dem sie die Feinheiten des Texts auseinandernimmt. Zuletzt wandte ich mich Funny Boy: A Novel in Six Stories (1994, Vintage) von Shyam Selvadurai zu. Selvadurai schreibt eine fesselnde Familiengeschichte, in der es um so große Themen wie Identitäten und Zugehörigkeiten, Konstruktion von ethnischen Unterschieden, politische und_oder bewaffnette Konflikte und dem Coming-of-Age eines schwulen Jungen im Colombo der 1980iger geht. Leider bisher nicht ins Deutsche übersetzt.

 

Mitbringsel von der Buddhist Publication Society

Mitbringsel von der Buddhist Publication Society

Gelesen im Internet

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Kleiderkommunismus und klassistische Kinderspielplätze – die Blogschau

4. Oktober 2014 von Nadine
Dieser Text ist Teil 258 von 260 der Serie Die Blogschau

Auf ihrem neuen Fa(t)shion-Blog Queer Vanity schreibt Heng, warum für sie als dicke Person of Color das Tauschen von Klamotten mit dünnen (weißen) Personen mittlerweile eher No-Go ist.

AufZehenspitzen wirft einen kritischen Blick auf klassistische Praxen von Eltern auf Kinderspielplätzen.

Anlässlich des 28. September, dem Tag der Entkriminalisierung von Abtreibung in Lateinamerika, bieten e*vibes einen Überblick über die Abtreibungsgesetzgebung in Lateinamerika und der Karibik auf deutsch und englisch, den sie gemeinsam mit der brasilianischen Autorin Ester de Oliveira übersetzt haben.

Anschläge, das österreichische feministische Monatsmagazin, beschäftigt sich in ihrer aktuellen Ausgabe u.a. mit Feminismus und Klassenkampf. Alle Artikel zu diesem Thema können auch online nachgelesen werden.

Gestern war der 3. Oktober: Wie es um die “Einheit” im weißdeutsch-türkischen Zusammenleben bestellt ist, darauf wirft Heterosexismus hacken einen rassismuskritischen Blick und erinnert schlaglichtartig an Ereignisse der Vergangenheit.


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