Einträge mit dem Tag ‘Querverlag’


Game Developer Barbie, Orange Is The New Black und Unterstützung für Gina-Lisa Lohfink – unsere Links der Woche

22. Juni 2016 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 320 von 344 der Serie Kurz notiert

Deutschsprachige Links

Die 4. Staffel von Orange Is The New Black (OITNB) ist draussen. Beim Missy Magazine gibt’s ein Interview mit der OITNB Schauspielerin, Komikerin und Butch Lea DeLaria.

Das aktuelle Herbstprogramm des Querverlags (PDF) ist draussen.

ju*_fem_netz steht für „netzwerk von feministinnen_ innerhalb und außerhalb der mädchen_arbeit“. Das bundesweite Netzwerk wurde 2010 ins Leben gerufen und hat jetzt eine Webseite. Das nächste Ju*_fem_netz Treffen ist übrigens in Berlin vom 9. bis 11. September 2016 geplant.

Gute Neuigkeiten aus dem Hause Barbie: Es gibt nun eine Game Developer Barbie (leider kommt der Artikel nicht ohne femininitätsfeindliche Kommentare aus).

Englischsprachige Links

Ein Lichtblick: Dr. Yashica Robinson ist eine der wenigen Ärzt_innen im konservativen Alabama, USA, die noch Schwangerschaftsabbrüche durchführt, so die New York Times.

Ashleigh Shackelford schreibt auf Wear Your Voice kritisch über OITNB: „Orange is the New Black is Trauma Porn Written for White People“.

Triff die jüngste Apple App-Entwicklerin: Die neunjährige Anvitha Vijay!

Der Stanford-Student Brock Turner hat für seine Gewalttat eine vergleichsweise lächerlich geringe Strafe bekommen und dafür auch noch Unterstützung von seiner Familie und FreundInnen erhalten, weil er sich angeblich sonst noch nie „etwas zu Schulden hat kommen lassen“. Dass er schon vorher Frauen belästigt hat, bestätigt das gesamte Schwimmteam von Stanford, das aber zum Stillschweigen verdonnert wurden.

Was haben reproduktive Rechte mit Körpergewicht zu tun? Ganz schön viel, resümiert Ali Thompson auf Everyday Feminism: 4 Ways Fat People Need to Be Included in Reproductive Justice.

Trotzdem (und hoffentlich): Have a great summer – with your perfect bikini body (Video)!

Termine in Berlin, Potsdam und Heidelberg
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„Und was sagen die Kinder dazu?“ Kinder lesbischer, schwuler und trans-Eltern kommen zu Wort

8. Februar 2016 von Magda
Dieser Text ist Teil 116 von 126 der Serie Die Feministische Bibliothek

Normalerweise reagiere ich eher gereizt, wenn über Lesben_Trans_Schwule gesprochen wird, so nach dem Motto: „Ist das eigentlich normal, kann mensch das Kindern antun, Familie ist Mutter-Vater-Kind, Untergang des Abendlandes, bla bla bla…“.

Buchcover von: "Und was sagen die Kinder dazu? Zehn Jahre später! Neue Gespräche mit Töchtern und Söhne lesbischer, schwuler und trans* Eltern.Das Buch „Und was sagen die Kinder dazu? Zehn Jahre später! Neue Gespräche mit Töchtern und Söhnen lesbischer, schwuler und trans* Eltern“ (Querverlag, 2015) nimmt Bezug auf diesen Diskurs, bietet alternatives Wissen (besonders für diejenigen, die mit dem Thema bisher weniger zu tun hatten) und lässt in erster Linie die Kinder zu Wort kommen: Es ist eine kluge Idee der Autorinnen Uli Streib-Brzic und Stephanie Gerlach, mal diejenigen zu befragen, um deren Wohl sich deutsche Konservative stets sorgen: jene Kinder und Jugendliche, die in Elternhäusern aufwachsen bzw. aufgewachsen sind, die nicht der heternormativen Norm entsprechen.

2005 erschien die erste Version des Buches, damals mit Erfahrungsberichten von Kindern schwuler und lesbischer Eltern. Vor wenigen Monaten – zehn Jahre später – erschien das Nachfolgebuch. Die Kinder von damals wurden erneut interviewt, hinzugekommen sind neue Gespräche mit Kindern von trans-Eltern. Insgesamt 34 Kinder vom Grundschulalter bis ins junge Erwachsenenalter berichten über ihr Aufwachsen, eigene Lernprozesse, über Kämpfe in Schulen und im Freund_innenkreis, erzählen von Krisen sowie von schönen, stärkenden Momenten. Die größte Gruppe der interviewten Kinder sind in Deutschland geboren und haben lesbischen Eltern. Besonders spannend finde ich das Buch, weil die aktuellen sowie die damaligen Interviews abgedruckt sind. Das gibt den Kindern und jungen Erwachsenen die Möglichkeit, auf ihre damaligen Aussagen Bezug zu nehmen und zu reflektieren.

Beeindruckt war ich von der Ehrlichkeit und dem Reflexionsvermögen vieler Kinder (vielleicht bin ich aber auch zu selten mit Kindern zusammen, um zu wissen, dass viele Kinder diese Eigenschaften pflegen und dann im Prozess der Älterwerdens verlieren…?). Viele der Kinder können die Kommentare ihrer (cis-hetero-) Lehrer_innen, Mitschüler_innen, Verwandten oder der Eltern anderer Kinder sehr gut als das einordnen, was sie sind: diskriminierend, verletzend, ungerecht. Auffällig ist, dass viele Kinder sensibilisiert sind für unterschiedliche gesellschaftliche Normen: „Was heißt denn schon ’normal‘?“ ist keine seltene Frage. Und doch wird ab und zu die eine oder andere normative Aussage mit Vehemenz vertreten. Widersprüchlichkeiten bleiben.

Einige der Kinder machen sich viele Gedanken um ihr eigenes Begehren, möchten sich nicht festlegen und erkennen es als selbstverständlich an, dass Menschen unterschiedliche Partner_innen verschiedener Geschlechter in ihrem Leben lieben können. In den einzelnen Interviews werden Strategien sichtbar, wie Kinder mit der Tatsache umgehen, dass ihre Eltern stets als „anders“ oder „besonders“ betrachtet werden. Manche sind sehr offensiv und wehren sich gegen nervige Kommentare, andere sprechen ungern mit Außenstehenden über ihre Familie, wobei deutlich wird, dass dies weniger mit Scham, sondern mehr mit der Unlust zu tun hat, sich ständig mit den diskriminierenden Kommentaren der Umwelt zu befassen. Nur wenige richten ihren Zorn gegen ihre Eltern und machen deren Begehren dafür verantwortlich. Die meisten sind dankbar, von ihren Eltern sehr früh gelernt zu haben, dass die Welt komplexer ist, als das Durchschnittskinderbuch mit Mutti-Vati-Kind vermuten lässt. Abgerundet wird das Buch mit einem kurzen Überblick zum wissenschaftlichen Diskurs zum Thema LGBTQ-Elternschaft und einer Literaturliste, u.a. mit Büchern für Kinder und Jugendliche.

Die Lektüre des Buches macht Mut. Deutsche Konservative sollten sich weniger um das Wohl der Kinder sorgen, sondern sich eher darauf gefasst machen, dass mehr und mehr pfiffige Kids heranwachsen werden, die traditionelle Ideen vom Miteinander leben und lieben in Frage stellen.


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Förderpreis für Jüdinnen und Spenden für Geflüchtete, die eine Therapie benötigen – Kurz Notiert

3. September 2015 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 291 von 344 der Serie Kurz notiert

Deutschsprachige Artikel

Auf Complaints on Wheels könnt ihr eine Beschwerde über einen diskriminierenden Vorfall an einem Berliner S-Bahnhof nachlesen. Bitte unterstützt die Beschwerde und bittet die S-Bahn auf Twitter oder per E-Mail (kundenbetreuung@s-bahn-berlin.de), Stellung zu dem respektlosen und diskriminierenden Vorfall zu beziehen.

Noch bis zum 10. Oktober können sich jüdische Künstlerinnen und Wissenschaftlerinnen für den Förderpreis 2015 der Stiftung Zurückgeben bewerben. Die Stiftung lebt von Spenden – z.B. Geld oder auch Erbschaften / Möbel, die unrechtmäßig in den Besitz von Menschen nicht-jüdischer Herkunft gelangt sind.

XENION, Psychosoziale Hilfen für politisch Verfolgte e.V., sammelt Spenden für Geflüchtete, die eine therapeutische Behandlung benötigen.

Die vorliegende Informationsbroschüre (PDF) richtet sich an die Pflege, insbesondere an die Fachrichtung Altenpflege. Sie soll zu einem professionellen Umgang der Pflegenden mit älteren, alten und hochaltrigen Lesben und Schwulen beitragen.

Treffpunkt, Hilfe, Unterstützung, Beratung und ehrenamtliche Begleitung für LSBTI Geflüchtete in Berlin.

Der LSVD veröffentlichte ein Interview mit Dawn Cavanagh, Geschäftsführerin der Coalition of African Lesbians aus Südafrika über ihre Arbeit, lesbische Lebensrealitäten in Südafrika und internationale Zusammenarbeiten: „Wir sind Aktivistinnen. Wir sind Feministinnen. Wir bringen feministischen Aktivismus in unsere Arbeit, die sich hauptsächlich auf Überzeugungsarbeit konzentriert. Wir wollen Veränderungen in Richtlinien, Gesetzen, Strategien und in der Praxis von Menschenrechten für alle Menschen, in allen Ländern des afrikanischen Kontinents.“

Ebenfalls beim LSVD wurde der Audio-Mitschnitt der Veranstaltung „Rassismus und LGBTI“ im Stadtteilzentrum Alte Feuerwache (Berlin-Kreuzberg) vom 30. April 2015 veröffentlicht. Dort diskutierten Sarah Kohrt (Plattform LGBTI-Menschenrechte der Hirschfeld-Eddy-Stiftung), Beatrice Cobbinah (Juristin, Mitarbeiterin bei LesMigraS / Lesbenberatung Berlin e.V., Autorin des Hintergrundberichts zu LGBTI und Rassismus) und Joshua Kwesi Aikins (Politikwissenschaftler, Mitglied der Initiative Schwarze Menschen in Deutschland ISD Bund e.V., Koordinator des Projekts Parallelberichterstattung zur UN-Antirassismus-Konvention). Moderiert hat Pasquale Virginie Rotter.

Die dritte (und letzte) Ausgabe des Make Out Magazines ist erschienen. Thema: Dirt.

Das Reddit-Unterforum „The Red Pill“ hat über 120.000 Abonnenten. Geteilt werden dort misogyne, sexistische Theorien. Juliane Frisse von Puls hat sich diese Internetnische, die dann doch nicht so klein und nischig ist, genauer angesehen. Die dort verbreitete Lehre klinge wie „wie ein Philosophie-Proseminar für frauenhassende Pickup-Artists“.

Am 1. September startet die Umfrage „Diskriminierung in Deutschland 2015“ von der Antidiskriminierungsstelle des Bundes. Mitmachen können alle in Deutschland lebenden Menschen ab 14 Jahren. Hinweis: Die Umfrage ist nicht ganz unproblematisch (z.B. weil Diskriminierung individualisiert betrachtet wird, siehe auch die Anfangsfragen), dennoch halten wir es sinnvoll die Umfrage zu teilen, um Menschen, die eher wenig sensibilisiert sind, auf Diskriminierung aufmerksam zu machen.

Happy Birthday! Deutschlands erster und einziger lesbisch-schwuler Buchverlag – der Querverlag – feiert sein 20-jähriges Jubiläum. Das Jubiläum wird in einem Blog zelebriert und mit dem Hashtag #quer20 begleitet.

Englischsprachige Artikel

Eigene Blogartikel zu verfassen macht Spaß und kann bestärkend sein. Manche Kommentare, die mensch dann bekommt, eher nicht. Die US-amerikanische Fat Aktivistin Virgie Tovar erzählt, warum sie die Kommentarspalte ihres Blogs geschlossen hat.

Viele (Hetero-)Paare werden ständig gefragt, wann „denn endlich der Nachwuchs komme“. Ein Paar hatte eine super Idee, um der nervigen Fragerei nach Kindern ein Ende zu setzen.

Und zu guter Letzt: Wunderschöne Bilder von Queers of Color gezeichnet von Mohammed Fayaz.

Termine in Berlin, Bielefeld, Rostock

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