Einträge mit dem Tag ‘Queerfeminismus’


Polizei zum G20-Treffen, vermeintliche Sprechverbote und antisemtische Werbung – kurz verlinkt

5. Juli 2017 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 353 von 361 der Serie Kurz notiert

Deutschsprachige Links
In Hamburg anlässlich der Proteste gegen das G20-Treffen setzte sich die Polizei in den letzten Tagen einfach mal über Gerichtsentscheidungen hinweg und zweifelt die Legitmität von Anwält_innen an, die Mitglieder in linken Anwaltsorganisationen sind.

Auf verqueert gibt es eine ausführliche Kritik an der aktuellen Ausgabe der EMMA, die sich schwerpunktmäßig mit der Anthologie „Beißreflexe“ beschäftigt, einer Kritik an vermeintlichen Denk- und Sprechverboten innerhalb queerfeministischer Communitys.

Das aktuelle an.schläge-Magazin fragt, wie wir in Zukunft arbeiten werden. Judy Waycman spricht beispielsweise im Interview über ambivalente Beziehungen zu Technik und Judith Püringer zu Arbeit im Verborgenen.

Beim Missy Magazine schreibt Amelia Umuhire über einen Film-Workshop in Goma (Demokratische Republik Kongo), Grenzerfahrungen und weiße Helfer_innen.

Die neue Werbekampagne der Berlitz-Sprachschule fällt negativ durch ein antisemtisches Plakat auf. Mit dem Spruch „Enjoy life in full trains“, der auf so genannte falsche Freunde bei der Übersetzung anspielen soll, und der Bildersprache wird ein Meme übernommen, welches bei rechten Gruppen seit Jahren beliebt ist. Es berichtet darüber z.B. DerStandard. Die Werbeagentur hat sich mittlerweile geäußert und kann natürlich kein Problem erkennen, sie freuen sich sicher weiter über Kommentare bei Facebook.

In einer Untersuchung soll ermittelt werden, „ob Versicherungen in der Wahrnehmung von Versicherten alle Kund_Innen gleich behandeln, egal ob sie hetero-, homo- oder bisexuell sind, Trans* oder Nicht-Trans*.“. Noch kann man an der Umfrage teilnehmen.

Mentoringprogramm des Journalistinnenbundes ist in die 9. Runde gestartet.

Termine in Berlin, Bremen, Gersdorf, Köln, Mannheim, Wien, Würzburg:

6. Juli in Köln: Die Queer Roma Initiative hat eine Diskussion zu „Zwischen Intersektionalität & Asyl“ organisiert. (FB-Link)

6. Juli in Wien: Rechtliche Infos und praktische Tipps rund ums Plakatieren, Stickern und Sprayen gibt es ab 16 Uhr.

8./ 9. Juli in Mannheim: SPOKEN WORD Empowerment-Workshop für trans* Jugendliche und junge Erwachsene von 14-26.

11. Juli in Berlin: Ab 14 Uhr beginnt eine Informationsveranstaltung zum Hochschulzugang. Anmeldung per Email bis zum 2. Juli 2017 bei Yasmin Yassinat (yassinat(at)htw-berlin.de) (PDF)

14. bis 16. Juli in Berlin: Festival für ein offenes und solidarisches Neukölln.

14. bis 21. Juli in Würzburg: Aktionswoche Queere Kämpfe verbinden.

27. Juli in Berlin: Being queer in South Africa – Diskussion und Konzert mit Teilen des LGBTIQA Künstler*Innen Kollektivs Rainbow Riots. (FB-Link)

2. bis 9. August: Das Wer lebt mit wem? Camp lädt zu Diskussionen und Austausch rund um verschiedenste Zusammenlebensformen.

7. bis 25. August in Bremen: Im August finden gleichzeitig die 20. Informatica Feminale und 9. Ingenieurinnen-Sommeruni statt.

Zur Mitte der Woche versammeln wir hier regelmäßig Links zu wichtigen Analysen, Berichten und interessanten Veranstaltungen. Was habt ihr in der letzten Woche gelesen/ geschrieben? Welcher Text hätte mehr Aufmerksamkeit verdient? Und was für feministische Workshops, Lesungen oder Vorträge stehen in den nächsten Wochen an?


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Das Jahr 2014 – Ein Feministisches Lexikon

19. Dezember 2014 von Charlott

Welche Themen standen auf unserer feministischen Agenda 2014? Welche Ereignisse haben das Jahr geprägt? Welche Personen und ihren Aktivismus haben wir bewundert? Zum Abschluss des Jahres gibt es dieses Mal ein Lexikon. Zu jedem Buchstaben könnte es natürlich noch zig weitere Einträge geben – ergänzt doch eure in den Kommentaren!

A wie Aktivismus, Ausschlüsse und Ablasshandel
Ein Thema, welches sich eigentlich durch jedes Jahr zieht/ ziehen sollte: Wie wollen wir unseren Aktivismus gestalten? Wie können dabei unterschiedliche Positionen bedacht und genutzt werden? Welche Taktiken und Praxen haben sich bewährt? Nadine machte sich darum einmal Gedanken darüber, wer wann auf Podien sitzt, wo Absagen vielleicht Sinn machen und wo nicht (und was das mit unterschiedlichen sozialen Positionierungen zu tun hat) und über Geldspenden als Art der ökonomischen Umverteilung.

B wie #BlackLivesMatter und #BringBackOurGirls
Am 09. August dieses Jahres wurde der Schwarze Jugendliche Michael Brown von dem weißen Polizisten Darren Wilson in Ferguson, Missouri, erschossen. Gegen den Polizisten wurde nicht mal ein Verfahren eingeleitet. Es handelt sich dabei natürlich nicht um einen Einzelfall, sondern es ist ein Beispiel für die anhaltende rassistische Polizeigewalt – die keinerlei Konsequenzen hat. In ihrem Text „Wenn Schwarzer Menschen nicht lächeln…“ verlinkt Sharon eine ganze Reihe von weiteren Beispiel aus den USA und Deutschland. Von Ferguson ausgehend und durch weitere publik werdende Taten (die ebenfalls kaum Konsequenzen nach sich zogen) entwickelte sich in diesem Jahr eine Protestbewegung, die im Internet unter anderem unter dem Hashtag #BlackLivesMatter und auf den Straßen vieler Städte anzufinden war. In Berlin versammelten sich am 29. November Aktivist_innen am Brandenburger Tor, um den Opfern zu Gedenken und darauf zu verweisen, dass es stimmt: #FergusonIsEverywhere, Ferguson (d.h. rassistische Strukturen, die Gewalt legitimieren) sind kein rein us-amerikanisches Phänomen. So wird sich am 07. Januar zum bereits zehnten Mal der Tod von Oury Jalloh jähren. Derzeitig sammelt die Initiative im Gedenken an Oury Jalloh Geld um ein weiteres Gutachten zur Brand- und Todesursache anfertigen zu können.

Außerdem sollten nicht die 200 Mädchen, die am 14. April in Nigeria entführt wurden, vergessen werden.

C wie Chancengleichheit
Chancengleichheit, Chancengerechtigkeit, Teilhabe, Akzeptanz, > Toleranz, Inklusion – ein Wörtersalat, der häufig eher das „gut gemeint“ als das „gut gemacht“ abdeckt, wenn es um die Rechte von Menschen mit Behinderung geht. Hannah hat sich im November die Anhörung des Ausschusses “Arbeit und Soziales” zur Teilhabe von Menschen mit Behinderungen angehört und aufgezeigt, welche Diskussionen rund um das Bundesteilhabegesetz (nicht) geführt werden. Außerdem erklärte sie in einem weiteren Text, was der Begriff Inklusion eigentlich umfassen sollte und wie er häufig stattdessen ausgehöhlt wird.

D wie Diskurspolizei
Sprachdebatten zwischen „Darf man denn hier gar nichts mehr sagen!“ und „Diese Gender-Leute drängen ja immer einen Sprachgebrauch auf!“ begleiteten auch das Jahr 2014. Am prominentesten ist sicher die medial breit geführte „Debatte“ um Lann Hornscheidts Sprachinterventionen. Auf einen öffentlichen Brief von WissenschaftlerInnen antwortete hier Jayrôme mit „Es ist Zeit, Realität als real zu betrachten„. Im Juli hatte außerdem accalmie die Verwendung diskriminierender Begriffe, die Verteidung dieser Praxis und das Umwerten als die echte Diskriminierung (TM) von Begriffen, die sonst unmarkierte Normen benennen, seziert.

E wie Elliot Rodger
Am 23. Mai tötete Elliot Rodger in Isla Vita, Kalifornien, sechs Menschen. Zuvor hatte er in Videos und einer über hundert Seiten langen „Autobiographie“ seine Misogynie verbreitet. In vielen deutschsprachigen Medien wurde die Tat dekontextualisiert und individualisiert. Ich schrieb über die Hintergründe der Tat, wie sie vielleicht verhindert hätte werden können. (mehr …)


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Glitzer-Konfetti und virtuelle Torte zur 200. Blogschau!

27. April 2013 von Charlott
Dieser Text ist Teil 202 von 295 der Serie Die Blogschau

Dass Grada Kilomba eine neue Adresse im Internet hat, haben wir ja schon vor ein paar Wochen berichtet. Jetzt könnt ihr dort u.a. ein Interview mit ihr lesen: „Unerzählte Teile der Geschichte„.

Antje Schrupp hat auf Aus Liebe zur Freiheit das Buch Queer_Feminismus. Label & Lebensrealität. besprochen.

re:empowerment nimmt das Hilfetelefon des BMFSFJ, welches es seit ca. 1,5 Monaten gibt unter die Lupe und stellt fest: Barrierefrei ist es nicht und die Internettipps helfen keine_r.

Bei anarchie und lihbe geht es in „All you can speak“ um Geschlecht, um „Normen, Normierungen, Normiertheiten an jeder Ecke“.

In Frankfurt wurde diese Woche das Institut für vergleichende Irrelevanz geräumt. Auf ihrem Blog haben sie eine ausführliche Presseschau zur Räumung zusammengestellt.

Tea-riffic schaut sich das neuste Musik-Video von Tegan&Sara an und kommt zum Fazit: „Queer sein? Okay, aber nur, wenn du heiß* aussiehst!„.

Bei femgeeks erklärt Helga, was die Telekom die Netzneutralität, und somit Chancengleichheit, kippt.

„Zum Kampf gegen den „neuen Sexismus“ ruft [‘solid] Kreuzkölln zur Zeit auf Flyern zu einer Info-Veranstaltung an der ASH gegen das Barbie Dreamhouse auf.“, wird erst auf Don’t degrade Debs, darling! zusammengefasst und dann gefragt: Was soll dieser „neue Sexismus“ sein? Welche (schon lange bestehenden) Kritiken werden unsichtbar gemacht?

Ein Projekt versucht die deutsche Blogosphäre abzubilden. Merle beschreibt auf Von Freiheit, Frieden und Frühlingsgefühlen, warum sie ganz schnell wieder draußen war.

Du wärst eine tolle Mutter!“ – aufZehenspitzen zeigt, wie als weiblich gelesene Personen von Kindheit an (und immer weiter) mit unterschiedlichsten Rhetoriken zu Mutterschaft konfrontiert werden.

Über das von Deniz Yücel moderierte tazlab haben wir diese Woche ja bereits berichtet. Sehr wichtig findet ihr aber noch bei der ISD, wo Sharon  Dodua Otoo ihr Schreiben an die taz-Redaktion und deren (unfassbaren) Antworten dokumentiert.

Auf anders deutsch schreibt Urmila, wie oftmals LGBT geschrieben wird, auch wenn dies so umfassend überhaupt nicht gemeint ist.

Bei emmi nordwind wird eine neue Reihe an Blogposts starten. Unter dem Titel „Dealbreakerinnen“ werden Frauen vorgestellt, die kreativ und aktivistisch unterwegs sind.

Die Aktivist_innen von e*vibes waren bei einer Diskussionsrunde eingeladen, wo es eigentlich um “feministische Protestkultur heute” gehen sollte, sich letztenendes aber alles um Femen drehte. Auf ihrem Blog reflektieren sie die Veranstaltung.

Über Menstruationsschmerzen und den Umgang mit diesen könnt ihr auf Mein Körper ist_ lesen.

Und wieder ein neues Blog in diesem Internet! Auf kanaction blogt Azadê und steigt gleich einmal ein diese Woche mit einem Beitrag zu „Über Critical Whiteness und andere Missverständnisse„.

Für eine bessere Vernetzung der feministischen Blogosphäre listen wir jede Woche auf, was unsere Kolleg_innen über die Woche so melden und tun. Haben wir etwas vergessen oder übersehen? Kennen wir dein brilliantes Blog etwa noch gar nicht? Dann sag uns bitte Bescheid!


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