Einträge mit dem Tag ‘Pussy Riot’


Ausstiege bei Pussy Riot, ‘Pille danach’ rezeptfrei, Valentinstag in Indien – kurz verlinkt

12. Februar 2014 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 223 von 260 der Serie Kurz notiert

Deutschsprachiges

Warum Maria Aljochina und Nadeschda Tolokonnikowa, einst die beiden berühmtesten Pussy-Riot-Mitglieder, mittlerweile nicht mehr Teil des Kollektivs sind, erklärt die Gruppe in einem offenen Brief über radikalen Aktivismus, politische Dilemmata und Grundsatzkonflikte, den der Freitag abgedruckt hat: “Das institutionalisierte Eintreten für andere kann es sich kaum erlauben, die fundamentalen Normen und Regeln zu kritisieren, die der modernen patriarchalen Gesellschaft zugrunde liegen. Als institutioneller Teil der Gesellschaft kann eine solche Interessenvertretung nicht mit dem Regelsystem der Gesellschaft brechen.”

In Chemnitz werden abends die akustischen Signale an Ampelanlagen abgeschaltet – Grund: Lärmschutzbedenken. Die Signale sollten allerdings eigentlich blinden und sehbehinderten Menschen mitteilen, ob eine Ampel auf grün oder auf rot steht. Die sächsische Freie Presse berichtet.

Hallo bundesdeutsche Gesundheitspolitik, es wird Zeit, dem internationalen Konsens nachzuziehen – die “Pille danach” muss rezeptfrei werden. Dies fordert auch eine Petititon an Gesundheitsminister Gröhe: Rezeptfreie „Pille danach” zulassen! Da nicht nur Frauen schwanger werden könne, betrifft Notfallverhütung allerdings nicht nur deren Selbstbestimmung. (Und ich hätte auch unterschrieben, wenn die “Pille danach” Abtreibung wäre.)

Englischsprachiges

Nicht alle der hier vorgestellten Aktionen finden wir gleichermaßen super, aber eine nette Übersicht ist es dennoch: PolicyMic zeigt “23 inspirierende feministische Digitalkampagnen, die die Welt veränderten”.

Valentinstag? Kitsch, Konsum und multinormativer Pärchen-Overkill fällt vielen von uns wohl als erstes (und einziges) dazu ein. Abhängig vom kulturellen Kontext kann man das jedoch auch teilweise anders oder jedenfalls komplexer einordnen, so Deeksha Sivakumar bei Sociological Images: Sie schreibt über die Funktion des Valentinstag als Jugendrebellion in Indien.

A propos Normen: Elternschaft jenseits der Gleichung 1 Vater + 1 Mutter lässt sich nicht nur denken, sondern auch leben, und zwar bisweilen ganz “legal-formal”.  So weist die Geburtsurkunde eine neugeborenen Kanadierin nun drei Eltern aus.

Die Schriftstellerin Zadie Smith beteiligt sich an Protesten gegen den Umgang mit geflüchteten Frauen in Großbritannien, insbesondere gegen ein berüchtigtes Auffang- und Abschiebelager in Bedfordshire. Der Guardian berichtet.

Termine in Berlin, Bonn und anderswo:

Ab 18. Februar 2014 immer dienstags von 18:00 – 19:30 Uhr in der Mädchenberatung, Berlin-Wedding:Körperkreise – in Bewegung den Körper (wieder/ neu) entdecken für junge Frauen* (Alter 17-27 Jahre), die sexuelle Gewalt erlebt haben und Lust haben, sich auf eine Körperreise in Bewegung einzulassen!” Infos gibt es per Mail unter wriezener[at]wildwasser-berlin.de; hier geht es zum Facebook-Event.

Gleich eine ganze Fundgrube von spannenden Terminen gibt es bei Lesbengeschichte – zum Beispiel einen Abend über “Drei zwiespältige homosexuellenemanzipatorische Vorkämpferinnen”, Johanna Elberskirchen, Theo Anna Sprüngli  und Emma Trosse, am 6. März in Berlin oder die montagliche Filreihe “Queer Monday” in Bonn.


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Sprache in der Wikipedia, “Familienfeindlichkeit” und aktives Vorgehen gegen Privilegien – Kurz verlinkt

6. Februar 2014 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 222 von 260 der Serie Kurz notiert

deutschsprachige Links

Mädchenmannschafts-Kolumnistin Melanie hat sich mit frauTV über das Feministinnen-Sein, Mutterschaft und das ganze Leben drumherum unterhalten. Einen kurzen Clip könnt ihr online sehen.

“Mit Hilfe einer Abstimmung in der deutschsprachigen Wikipedia soll geschlechtersensible Sprache komplett verboten werden.”, schreibt Andreas Kemper beim Freitag.

Außerdem gibt es im Freitag einen Artikel über Menschen, die sich im Internet finden, um gemeinsam Kinder großzuziehen, also Familienmodelle außerhalb des normativ enggestecktem Rahmens. (Natürlich nicht ohne in dem Artikel selbst auch problematisches zu reproduzieren.)

Am Sonntag protestierten über 100.000 Menschen in Frankreich gegen “Familienfeindlichkeit” und Gender Studies, berichtet dieStandard.

Die Zeit schreibt über den Zentralrat der Sinti und Roma, der Anzeige gegen baden-württembergische Polizeimitarbeiter_innen stellt aufrgund von rassistische Kommentare in NSU-Akten. [Hinweis: In dem Text ausgeschriebene rassistische Begriffe]

englischsprachige Links

Mia McKenzie macht bei Black Girl Dangerous vier Vorschläge, wie eine_r über den Punkt des “Privilegien anerkennens” hinaus zu “aktiv gegen Privilegien vorgehen” kommen kann.

Die Pussy Riot Aktivistinnen Nadezhda Tolokonnikova und Maria Alyokhina waren bei der Colbert Show.

“Nonetheless, one of the biggest problems with how most white gender 101s discuss gender is by assuming that their gender system is the way to conceptualize gender. They centre whiteness and, essentially, force people to understand their selves and bodies in that framework.”, schreibt biyuti in Decolonizing Trans/gender 101.

Meg Allen veröffentlicht eine Fotoserie zu Butchs.

In dem Artikel “In Defense of Twitter Feminism” auf Model View Culture analysieren Suey Park und David J. Leonard unter anderem wie auch Online-Räume von Gentrifikation mit allen rassistischen und klassistischen Implikationen betroffen sind. (Der Text ist eine Antwort auf Michelle Goldbergs Artikel zu “Feminism’s Toxic Twitter Wars”.)

Vor kurzem erschien Janet Mocks Buch “Redefining Realness”. Auf ihrem Blog schreibt sie nun über ihre Erfahrungen als junge Trans-Frau und Sexarbeit.

Auf Pretty. Period. schreibt Yaba Blay über Schönheitsvorstellungen und mediale Verbreitung von diesen: “And so I’m bothered by what appears to be yet another type of media training about Blackness – not one that would prepare the masses to amend their standards of beauty, but rather one that continues to suggest that a dark-skinned beauty like Lupita’s only magically appears every so often.”

Buzfeed schreibt über die 92-jährige Robina Asti, die aufgrund von Cissexismus um ihre Hinterbliebenenbezüge kämpfen muss.

Wie hängen eigentlich männliche Privilegien und body policing zusammen, wie werden fette_dicke Männer im Gegensatz zu Frauen behandelt? Darüber schreibt Michael Young bei the rainbow hub.

[CN: sexualisierte Gewalt] “What Would Make You Believe a Survivor of Childhood Sexual Abuse?“, fragt Andrea Grimes bei RH Reality Check.

Und zu guter letzt noch etwas Kaffeepausenamüsement mit der entscheidenen Frage: Which 90s alt rock grrrl are you?

Termine in Berlin:

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LGBT-Aktivismus in Jamaika, Pussy Riot und bald eine Nelson-Mandela-Straße in Berlin? – Kurz Notiert

8. Januar 2014 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 217 von 260 der Serie Kurz notiert

Englischsprachige Artikel:

Am Ende eines Jahres kommen immer die obligatorischen Jahres­rück­blicke: Die Mädchenmannschaft blickte auf das Jahr 2013 mit einem Debatten­rückblick in zwei Teilen zurück (Teil 1 und Teil 2). Feministing trug die “besten feministischen Musikvideos 2013” zusammen. For Harriet präsentiert zehn Bücher von Schwarzen Autorinnen, die 2013 veröffentlicht wurden. PolicyMic bennent die “28 Iconic Feminist Moments” und Ms Magazine trug die “Feministischen Held_innen 2013” zusammen. Eine Liste von 14 jüdischen Frauen, die 2014 noch mehr Aufmerksam­keit verdienen, hat The Jewish Daily Forward zusammengetragen. Einen Jahresrückblick, der den Fokus auf die rassistischen Ausschlüsse durch weiße Feminist_innen legt, hat The Colored Fountain geschrieben.

Bim Adewunmi schrieb die rassistischen Erfahrungen auf, die sie in Berlin machte – eine Stadt, die oft als multi­kulturell und inter­national beschrieben wird: “The everyday microaggressions I experience as a black woman in Berlin”.

Der jamaikanische Professor und Autor Thomas Glave resümiert die letzten 15 Jahre von LGBT-Aktivismus in Jamaika und stellt die Organisation vor, die er mit gegründet hat: J-FLAG.

In Uganda wurde kurz vor Weihnachten ein “Anti-Homosexualitäts-Gesetz” verabschiedet. Eine Petition fordert den Präsidenten auf, das Gesetz zu stoppen: Tell the Ugandan President to Abolish Anti-Homosexuality Bill.

Dances With Fat nimmt fünf diskriminierende (und falsche!) Argumente auseinander, die Aktivist_innen, die sich für Körper­vielfalt und Health At Every Size (“Gesundheit bei jedem Gewicht”) einsetzen, ziemlich oft hören.

Können Feminist_innen die Musik von R. Kelly genießen? Kurz und knapp: Nein. (Inhalts­warnung: Beschreibung von sexualisierter Gewalt und Miss­brauch)

Ein unglaubliches Interview mussten die beiden aus der Haft entlassenen Pussy Riot Mitglieder über sich ergehen lassen. Gut, dass die beiden die lächer­lichen Fragen mit den coolsten Antworten entgegneten.

Deutschsprachige Artikel:

Auf glokal gibt es einen interessanten Bericht über Spendenwerbung, welche fast aus­schließlich auf problematischen Erzählungen über Länder des Globalen Südens beruhen.

“Zwei Mil­lio­nen Men­schen gehö­ren in Deutsch­land zu den soge­nann­ten Working Poor. Men­schen, die arm sind, obwohl sie arbei­ten. (…) Inzwi­schen arbei­tet jedeR fünfte Lohn­­ab­hän­gige — unter Frauen und Jun­gen jedeR Dritte — nicht in einem unbe­fris­te­ten und sozi­al­­ver­si­cher­ten Job. Das bedeu­tet nicht mehr und nicht weni­ger, als dass die Men­schen nicht trotz Arbeit arm sind, son­dern auf­grund von Arbeit.” schreibt Ingo Stützle in seinem Beitrag “Arm Dank Arbeit“.

In Berlin gibt es die “Mohrenstraße”, deren kolonial-rassistischer Name endlich abgeschafft gehört. Die dazu­gehörige Presse­mitteilung des NGO-Bündnisses „No Humboldt 21! Moratorium für das Humboldt- Forum im Berliner Schloss“ und des Global Afrikan Congress findet ihr als PDF online: “Berliner Mohrenstraße soll in Nelson-Mandela-Straße umbenannt werden“.

Joliba – Das interkulturelle Netzwerk in Berlin e.V. ist der einzige anerkannte freie Träger in der Stadt, der für Menschen afrikanischer Herkunft, afro-deutschen Familien und anderen Schwarzen Menschen vielfältige Unterstützungs­angebote schafft. Gerade wurde dem Verein von der Senats­verwaltung für Integration und Migration eine Förderung abgelehnt. Joliba freut sich über öffentliche Unterstützung und Spenden.

Termine:

Am 10. Januar findet in Berlin im Other Nature – Alternativer Sexladen die Vernissage-Eröffnung “Glory Pussy” statt (Facebook-Link).

Bis zum 11. Januar kann man sich anmelden für die Fachtagung des Bundesverbandes feministische Selbstbehauptung und Selbstverteidigung. Die Veranstaltung läuft am vorletzten Januarwochenende in Marburg.

In Berlin findet in den nächsten Wochen eine tolle Veranstaltungsreihe mit dem Namen “Feminist Comeback” statt, u.a. gibt es Veranstaltungen zu A_Sexualität, Fat Shaming oder dem queer-feministischen Zeitungsarchiv in Leipzig.


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#freepussyriot bald Realität?

11. Dezember 2013 von Charlott

Für die Pussy Riot- Aktivistinnen Nadezhda Tolokonnikova und Maria Alyokhina gab es gestern von gerichtlicher Seite positive Neuigkeiten: Der Oberste Gerichtshof hat verkündet, dass die Urteile so nicht rechtens seien. Irina Khrunova, Anwältin der beiden, gab allerdings zu bedenken, dass sie bisher noch nicht wisse, was dies genau bedeutet und dass es nicht automatisch heißt, dass Tolokonnikova und Alyokhina auf freien Fuß gesetzt werden.

Doch auch unabhängig davon könnten die beiden Aktivistinnen unter einem neuen russischen Amnestie-Gesetz vorzeitig aus den Gefängnissen entlassen werden. Beim Voice Project hieß es am Montag [meine Übersetzung]:

Wir haben gerade mit Pyotr Verzilov, Ehemann des gefangenen Mitglieds Nadezhda Tolokonnikova, gesprochen, der die Gerüchte bestätigt, dass beide Mitglieder, Nadya und Maria Alyokhina, befreit werden unter dem Amnestiegesetz, welches vom Kremel im Parlament eingebracht wird, um den 20. Geburtstag der russischen Verfassung am Donnerstag zu kennzeichnen. Nadya’s Vater Andrei konnte dies auch durch “zuverlässigen Quellen” bestätigen.

“Es ist vom Kremel und bereits offiziell, sie werden freigelasssen”, sagte Pytor uns heute. Er fügte aber hinzu: “Wir wissen noch nicht, wann es passieren wird, da es unklar ist, wann die Duma über das Gesetz abstimmt und wie schnell es auf die Gefängnisse angewendet wird – könnte von 2 Wochen bis 2 Monaten sein, bis sie befreit werden.”

Die russischsprachige Seite Interfax zitiert den Vizesprecher der Duma, Vladimir Vasiliev, mit der Aussage, das unter dem Gesetz etwa 2000 Menschen aus den Gefängnissen freigelassen und außerdem rund 17500 Menschen ohne Freiheitsstrafe Amnestie erfahren würden. Darüberhinaus könnten rund 6000 Verfahren eingestellt werden. Dass diese große Amnestiewelle gerade kurz vor den olympischen Spielen durch das Land rollen wird, ist natürlich mit Sicherheit kein Zufall.


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Nadezhda Tolokonnikova. Verschollen im System.

5. November 2013 von Charlott

Seit mittlerweile über 1,5 Jahren sitzen Nadezhda Tolokonnikova und Marina Alyokhina, Aktivistinnen von Pussy Riot in russischen Gefängnissen. Ende September berichtetete Tolokonnikova von den Umständen in diesen Gefängnissen. In einem offenen Brief, der beim Freitag vollständig übersetzt wurde, schrieb sie unter anderem [Inhaltshinweis für Link: Gewaltbeschreibungen]:

Die Zahl der Verstöße gegen die gesetzlich vorgeschriebenen Lebens- und Arbeitsbedingungen in der Strafkolonie 14 ist endlos. Meine größte und wichtigste Klage jedoch ist diese: Die Verwaltung verhindert mit den allerhärtesten Mitteln, dass irgendeine Beschwerde oder Forderung bezüglich der Bedingungen in der Strafkolonie 14 nach außen dringen kann. Die Verwaltung zwingt die Menschen zu schweigen. Sie scheut nicht, sich zu den allerniedrigsten und grausamsten Mitteln herabzulassen, um dieses Ziel zu erreichen. Alle anderen Probleme gehen auf dieses zurück – die Quotenerhöhungen, der 16-Stunden-Arbeitstag, etc. Die Verwaltung fühlt sich unantastbar; rücksichtslos unterdrückt sie die Insassinnen mit immer größerer Härte.

Als Konsequenz dieser Behandlung, trat Tolokonnikova am 23. September in den Hungerstreik. Weitere Hungerstreiks folgten im Oktober. Sie forderte auch in ein anderes Gefägnis verlegt zu werden. Am 18. Oktober wurde sei das letzte Mal gesehen, denn am 22. Oktober soll sie tatsächlich in ein anderes Gefängnis überführt worden sein. Seit dem gab es keinen Kontakt mehr zu Familienangehörigen, Freund_innen oder Anwält_innen. Ihr aktueller Aufenthaltsort ist nicht klar.

In einem Artikel bei The Daily Beast von Anna Nemtsova heißt es (Orginal Englisch):

“So lässt das System eine Person ohne jegliche Spur für Wochen verschwinden.”, sagt Verzilov. Die Zeitspanne, in der ein_e Insass_in von einem Gefängnis zum anderen Gefängnis transportiert wird, ist eine wahrhaftige Grauzone im russischen korrektiven System, welche von zwei Wochen bis hinzu zwei Monaten dauern kann, abhängig davon, bei wie vielen Transit-Gefängnissen auf dem Weg Halt gemacht wird.

Zu den Hintergründen: Seit Januar des letzten Jahres berichten wir regelmäßig über die Aktivistinnen von Pussy Riot. Der Anfang des letzten Texts, in dem auch Zines verlinkt sind, die den Prozess dokumentieren, bleibt relevant:

Heute [17. August 2013] jährt sich zum ersten Mal die skandalöse Verurteilung der Aktivistinnen von Pussy Riot wegen “Rowdytums”. Im Oktober 2012 kam Yekaterina Samutsevich auf Bewährung frei. Nadezhda Tolokonnikova und Marina Alyokhina befinden sich immer noch in Gefangenschaft. Genaues könnt ihr im Mädchenmannschafts-Dossier nachlesen.

Edit 05.11. (16:20 Uhr): Seit heute Mittag berichtigen einige Medien, dass es wieder Kontakt zu Tolokonnikova gegeben hätte. Soweit ich es überblicken kann, reproduzieren alle Medien die gleiche Nachrichtenagentur-Meldung. Nachzulesen z.B. bei der Huffington Post.


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Leerstellen-Feminismus, Angel Haze und Care-Arbeit im Kapitalismus – kurz notiert

24. Oktober 2013 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 212 von 260 der Serie Kurz notiert

Beiträge auf Deutsch

Menschenhandel – das betrifft nicht nur Sexarbeit, sondern oft auch sogenannte haushaltsnahe Dienstleistungen und andere Bereiche. Das Deutsche Institut für Menschenrechte (DIM) gibt anlässlich des europäischen Tages gegen Menschenhandel einen Überblick.

Der bayrische Rundfunk hat einen Beitrag über Care-Arbeit im Kapitalismus online gestellt: “Sie nennen es Liebe. Wir nennen es unbezahlte Arbeit”.

Wir haben zwar schonmal drauf hingewiesen, aber da sie nur noch bis zum 31. Oktober läuft: Die Anschläge feiert 30. Geburtstag und startet die große an.schläge-Leser_innenumfrage!

Und auch hierauf weisen wir nochmal hin: wer es noch nicht getan hat, kann jetzt noch schnell eine Stimme gegen die Einstellung der Förderung für das Archiv Frau und Musik durch die Stadt Frankfurt am Main abgeben.

Andrea Krallinger fotografiert chronisch kranke Menschen: „Ich möchte Menschen mit Handicap darstellen, ohne das Handicap in den Mittelpunkt zu stellen“. Die Bilder sollen es den Menschen ermöglichen, zu erkennen, dass sie mehr sind als ihre Krankheit.

Wenn ihr unter diesem Link für EOTO abstimmt, hat das das Schwarze Literatur- und Medienarchiv die Chance, 1.000€ zu gewinnen.

Die Kampagne für eine dritte Option stellt sich vor:

Beiträge auf Englisch

Hier findet einen Comic gegen festgeschriebene Geschlechteridentitäten.

Das Crunk Feminist Collective hat einen Beitrag über weiße Frauen, Schwarze Haare und falsch verstandene subversive Kunst veröffentlicht.

Nach dem die Pussy Riot-Aktivistin Nadezhda Tolokonnikova aufgrund der menschenunwürdigen Haftbedigungen in einen Hungerstreik getreten ist, ist sie nun in ein anderes Gefängnis verlegt worden.

Der heterosexuelle Musiker Macklemore wird aufgrund seines Charthits “Same Love” als vermeintliche Stimme der LGBT-Community gefeiert. Die pansexuelle Rapperin Angel Haze hat seinen Beat jetzt mit einem eigenen Text überspielt: “but hate for who you love is not exactly what you’d imagine/ […] and it’s tougher when it’s something you can’t deny”.

“If all is reduced to “the personal”, what room is there to stand in resistance to a white supremacist, heteronormative, capitalist patriarchy?”, fragt Red Lights Politics.

Eng damit verknüpft stellt Critical Legal Thinking jedoch klar: “The per­sist­ent claim to uni­ver­sal­ism, which is the core of this White fem­in­ism, renders the exper­i­ences, thoughts and work of Black and Third World fem­in­ists invis­ible, over and over again.”

Termine in Innsbruck, Berlin, Bielefeld, Köln, Wien und München nach dem Klick (mehr …)


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Schönheitsnormen, klassistische Vorurteile und Asylpolitik, die tötet – kurz notiert

8. Oktober 2013 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 208 von 260 der Serie Kurz notiert

In den vergangenen Tagen haben sich allerhand spannende Linktipps angesammelt – daher gibt es diese Woche “Kurz notiert” gleich zweimal. Hier Teil 1.

Beiträge auf Deutsch

Am 3. Oktober feierten die Deutschen sich selbst, redeten von fallenden Mauern und offenen Grenzen. Am selben Tag starben hunderte Geflüchtete an einer anderen, nach wie vor tödlichen Grenze; der Küste von Lampedusa. Das Ganze war jedoch kein Unglück, sondern die Folge europäischer Asylpolitik, die maßgeblich von Deutschland vorangetrieben wird. “Für die meisten bedeutet die Freude über den Fall der deutschen Mauer eben nicht eine wirkliche Kritik an Grenzen, die Menschen an ihrer Bewegungsfreiheit verhindern. Es geht ihnen nur um deutsche Bewegungsfreiheit “, schreibt derFreitag.

Einen Tag später hat die taz den Geflüchteten Emad Hassan, der seit dem Lybienkrieg in Tunesien festsitzt, interviewt. Im Mittelpunkt des Interviews standen die Risiken der Flucht. Emad Hassan gab, auf den Tod der Geflüchteten vor Lampedusa angesprochen, eine ernüchterte Antwort: “Man kommt an einen Punkt, an dem man sich blockiert fühlt, es gibt keine Zukunft, nichts, was man ein Leben nennen könnte, kein Vorwärts, kein Zurück. […] Man weiß, dass man ein 80-zu-20-Risiko hat zu sterben. Das ist fast wie Selbstmord, ja, das ist dann auch klar, aber wenn man nichts mehr zu verlieren hat, ist es egal. […] Entweder geht es weiter, oder man stirbt eben”.

Die Pussy Riot-Aktivistin Nadeschda Tolokonnikowa ist eine Woche nach Beginn ihres Hungerstreiks aufgrund der miserablen Haftbedingungen in ein Krankenhaus verlegt worden. Kontakt zu Außenwelt wird ihr dort bisher verwehrt.

Obwohl Migration im Grunde genommen ein historischer Normalzustand ist, ist sie immer wieder hart umkämpft. Warum das so ist, wie Kämpfe um Migration derzeit gestaltet sind und welchen Einfluss die Kämpfe von Migrant*innen auf Kapitalismus, Rassismus und Migrationspolitiken haben, analysiert die aktuelle Ausgabe von kritisch lesen.

Kinder von Nichtakademiker*innen studieren viel seltener als Kinder von Akademiker*innen, selbst dann, wenn sie eine Hochschulzugangsberechtigung (zB das Abitur) erworben haben. Und nicht nur hier zeigen sich Unterschiede: Akademikerkinder wählen Prestigefächer wie Medizin und Jura, auch Psychologie, so die Sozialerhebung. Aufsteiger wählen eher Soziale Arbeit oder ein Lehramtsstudium. Nach dem Bachelor verzichten Nichtakademikerkinder wesentlich häufiger auf den Master. Nach dem Master verzichten Nichtakademikerkinder wesentlich häufiger auf eine Promotion”. Woran das liegen könnte und was es für Ansätze gibt, das zu verändern, überlegt die taz.

Beiträge auf Englisch 

Menschen, die andere auf ihre schlechte Grammatik hinweisen, betreiben damit vorallem eines: klassistisches Silencing. Besser ist: kritisieren was Leute sagen, aber nicht wie sie es sagen.

Kennt ihr diese Fotos und Memes, die irgendwo im Internet kursieren und oftmals viele Likes und Lacher bekommen, weil darauf eine Person abgebildet ist, die nicht den gängigen Schönheitsnormen entspricht? Caitlin Saida hat erlebt, wie es sich anfühlt, genau diese Person zu sein. Und wie sehr es hilft, wenn Leute sich solidarisch zeigen. Seitdem weigert sie sich nicht nur, über derartige Bilder zu lachen, sondern weist auch Freund*innen immer wieder darauf hin: wieso findest du das lustig?

Polayamorie und alles ist gut? Leider nicht, schreibt BLACK GIRL DANGEROUS, denn auch polyamoröse Beziehungen sind nicht zwangsläufig frei von Hierarchien und Gewalt. Deshalb zählt sie neun Dinge auf, die häufig schief laufen.

For Harriet hat eine Liste mit 25 englischsprachigen Büchern zusammengestellt, die für Schwarze Mädchen empowernd sein können.

Der Zugang zu gesunder Ernährung ist keine Frage der Privilegien, sondern eine der Cleverness, lautet ein weit verbreitetes klassistisches Vorurteil. Was an dieser Annahme alles grundlegend falsch ist und warum sie in der Regel von Leuten hervorgebracht wird, die in jeglicher Hinsicht klassistisch privilegiert sind, erklärt poor as folk.

Migration und Flucht sei kein feministisches Thema, bekommt Red Lights Politics immer wieder zu hören. Warum das nicht stimmt und in welcher Weise sich das auch am Beispiel der Geflüchteten zeigt, die vor der Küste Lampedusas ums Leben gekommen sind, erklärt sie auf ihrem Blog.

Termine

The Ruthless Woods sind auf Tour! Die Daten findet ihr hier.

Am 11. Oktober treffen sich ARGE Dicke Weiber in Wien.

Trans*Schwimmen in Berlin: Der Sonntags-Club e.V in Kooperation mit Seitenwechsel e.V. und der Unterstützung von Lambda-BB e.V. können erstmal für 3x Trans*schwimmen in Berlin anbieten. Der erste Termin war schon, die nächsten beiden sind am 26. Oktober und 30. November jeweils 14-16 Uhr im Bearwaldbad, Baerwaldstraße 64-67, 10961 Berlin. Der Eintritt kostet 4,50€ für die 2 Stunden, ein ehrenamtliche_r Ansprechpartner_in ist zugegen. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Um diese Angebot in Zukunft aufrecht erhalten zu können, benötigen die Organisator_innen eine konstante Nutzung der Schwimmhalle mit mindestens 40 Nutzer_innen pro Schwimmen, um mit den Eintrittsgelder die nächsten Hallenzeiten zu buchen.


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Kristina Schröder tritt zurück und Nadjeschda Tolokonnikowa in den Hungerstreik – kurz verlinkt

26. September 2013 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 206 von 260 der Serie Kurz notiert

Kristina Schröder tritt von ihrem Posten als Familienministerin zurück, weil sich ihr Job nicht mit ihrer Familie verbinden lässt. Ironisch? Schon irgendwie. Allerdings hat auch der Artikel einige Leerstellen; so trifft die Vereinbarkeitsproblematik bei weitem nicht nur “Topjob”-Mütter. Und es haben auch genug Frauen* wichtige Tweets zu diesem Thema geschrieben.

Leila Younes el-Almeide studiert Jura, will gerne Richterin werden; und weiß, dass ihr dieser Weg wahrscheinlich erstmal versperrt bleiben wird. Denn sie trägt ein Kopftuch. In einem Interview mit dem Tagesspiegel sagt sie: “Wir stehen unter einem Riesendruck. Keine will sich etwas zuschulden kommen lassen, wir strengen uns unglaublich an, wir studieren sozusagen gegen diese Vorurteile an, die es gegen Frauen mit Kopftuch gibt. […] Kürzlich sagte eine Freundin zu mir: Ich weiß nicht, wie lange ich das noch durchstehen soll“.

Apropos; das sogenannte “Kopftuchurteil” ist inzwischen genau zehn Jahre her. Bei radioeins berichtet Kübra Gümüsay darüber, welche Bedeutung das Urteil damals für sie gehabt hat.

Mit Cassidy Lynn Campbell ist in den USA zum ersten Mal eine Transgender Teenagerin Homecoming Queen geworden. Auf große Freude folgte jedoch relativ schnell Ernüchterung; Cassidy musste im Anschluss an ihren Sieg eine Welle von Beleidigungen und Hasskommentaren über sich ergehen lassen. In einem selbstgedrehten Youtube-Clip erklärt sie, wie schwer es für sie oft ist, eine Vorbildfunktion inne zu haben [auf Englisch].

Erst mit 38 Jahren hat Jennifer Teege erfahren, wer ihr Großvater war: Amon Göth, ein KZ-Kommandant in Plaszow.

Kristy Pirone erklärt auf feminspire, wieso sie als Geek Girl so genervt von der Serie The Big Bang Theory ist. Von Staffel zu Staffel bedient diese das Vorurteil, weibliche Geeks wären ausschließlich darauf aus, Typen aus der Szene kennenzulernen – und Frauen* könnten nur entweder schön oder schlau sein. Doch kein Wunder, dass die Serie so viele Sexismen enthält, resümiert Pirone; sie ist von dem selben Macher wie Two And A Half Men [auf Englisch].

Das Pussy Riot Mitglied Nadjeschda Tolokonnikowa ist am Montag in einen unbefristeten Hungerstreik getreten. In einem öffentlichen Brief erklärt sie ihre Gründe – die Haftbedingungen sind unmenschlich [letzterer auf Englisch]. [Edit: Inzwischen hat derFreitag eine deutsche Version des offenen Briefes veröffentlicht.]

Es ist NICHT die Aufgabe, Schwarzer Frauen*, weiße Frauen* darüber aufzuklären, wie sie sich weniger rassistisch verhalten können. Klingt logisch? Ist es für Viele aber anscheinend leider nicht. Deshalb stellt New Black Women noch mal klar: Schwarze Frauen schulden dir einen Scheiß! [auf Englisch].

Der überwiegende Teil aller (Hollywood-)Filme fällt durch den Bechdel-Test, welcher Aufschluss über die Präsenz von Frauen* in Filmen geben soll. Darunter fallen auch Filme wie Pacific Rim, der mit Mako Mori eine starke Women of Color in der Hauptrolle hat. The Daily Dot analysiert, inwiefern der Bechdel-Test in seiner klassischen Variante ein weißer Test ist; und wie mögliche Erweiterungen aussehen könnten [auf Englisch].

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Pussy Riot. Ein Jahr nach der Verurteilung. (Und Zines!)

17. August 2013 von Charlott

von Leah und Charlott

Heute jährt sich zum ersten Mal die skandalöse Verurteilung der Aktivistinnen von Pussy Riot wegen “Rowdytums”. Im Oktober 2012 kam Yekaterina Samutsevich auf Bewährung frei. Nadezhda Tolokonnikova und Marina Alyokhina befinden sich immer noch in Gefangenschaft. Genaues könnt ihr im Mädchenmannschafts-Dossier nachlesen.

Das Internet ausdrucken, den Prozess dokumentieren: Unser Zine

Während die Interventionen von Pussy Riot in feministischen Kontexten seit langem verbreitet und diskutiert werden, stürzten sich während des Prozesses auch die Mainstreammedien oder große Organisationen wie Amnesty International auf das Geschehen. Dabei wurden leider oftmals wesentliche Positionen der Aktivistinnen ent_erwähnt und durch eine bildliche Fixierung auf Nadezhda Tolokonnikova begleitet. Der Pussy Riot-Prozess wurde zudem innerhalb kurzer Zeit dafür genutzt, das Bild eines „freien Deutschland“ zu zeichnen, welches sich von einem „bösen Russland“ abgrenzen kann.

Auf der anderen Seite bot das Internet einen fast unmittelbaren Zugang zum Prozessgeschehen. Mehrere Journalist_innen und andere Prozessbeobachter_innen twitterten live aus dem Gerichtssaal, andere, wie zum Beispiel @uebersetzer und @Eng_Pussy_Riot, übersetzen die Tweets, so dass auch Außenstehende – selbst in anderen Ländern bzw. mit anderen Sprachkenntnissen – detailreich den Prozess miterleben konnten.

In unseren Zines haben wir versucht Teile des Prozesses zu dokumentieren. Unser Ziel war es das unmittelbare, aber eben flüchtige von Twitter in eine Form zu bringen, die auch noch länger nachvollziehbar ist. Was an einem Tag auf Twitter geschrieben wird, rutscht durch immer neue Tweets schnell nach unten und ist nach kurzer Zeit nicht mehr zugänglich. Nicht nur wegen der Geschwindigkeit, sondern auch weil Twitter nicht zum nachlesen gedacht ist. Das aktuellste erscheint oben, das älteste ganz unten, was ein im Nachhinein lesen deutlich erschwert. Davon abgesehen gibt es natürlich auch viele Menschen, die gar nicht Twitter verfolgen.

Die Idee zum Zine hatte Leah, als sie zum Prozessbeginn anfing einigen Twitter-User_innen zu folgen, die das Verfahren begleiteten. Obwohl zu diesem Zeitpunkt viel über Pussy Riot und den Prozess berichtet wurde, enthielt diese Berichterstattung wenig von der Aussagekraft der Zitate direkt aus dem Gerichtssaal. Die Absurdität der Fragen und Äußerungen der Anklage und die beeindruckenden Statements der drei Aktivistinnen und ihrer Anwält_innen ließen sie nicht mehr los. Als der Prozesstag beendet und die weitere Verhandlung auf den nächsten Tag verschoben wurde, kam ihr zunächst der Gedanke dass es toll wäre, all diese Tweets speichern und aufheben zu können.

Schnell überzeugte Leah auch Charlott von der Idee und das Basteln begann: Zunächst druckten wir also den jeweils gesamten Tag eines deutsch- und eines englischsprachigen Accountes aus, schnitten alle gesendeten Tweets einzeln aus und klebten sie in chronologischer Reihenfolge wieder auf. Hatten wir zu Beginn noch das hehre Ziel Zines zu jedem einzelnen Prozesstag zu machen, sind es letzten Endes exemplarische Zines für die Prozesstage 2 und 7 geworden.

Gerade jetzt, bereits ein Jahr nach der Verurteilung, wird die Kraft dieser Dokumentation deutlich, wenn eine_r nochmals durch die beiden aufgezeichneten Prozesstage blättert und sichtbar bleibt, welche Politiken dort Einfluss hatten und immer noch haben.  Das Wort Feminismus, welches im Prozess immer wieder im Mittelpunkt stand, wurde konsequent im Mainstream ausgeblendet. In den Tweets bleibt dieser Aspekt aber nicht verborgen!

Die Zines könnt ihr nun endlich hier runterladen: Zines.

Heute noch protestieren gehen

Der heutige Tag wurde ausgerufen als “Tag der Solidarität gegen die Verurteilung von Pussy Riot”. Die Seite freepussyriot kündigt Aktionen in Berlin, Derry, Köln, Manchester, New York, Oslo, Paris, Skagaströnd, Stockholm, Tel Aviv und Washington DC an.

In Berlin könnt ihr ab 14 Uhr gegenüber der russischen Botschaft demonstrieren. Auch in Köln wird sich um 14 Uhr getroffen, dort beim Bahnhofsvorplatz vom Haupteingang des Kölner Hauptbahnhofs. (Beide Links zu den Facebook-Veranstaltungshinweisen.) Hoffentlich wird diesmal bei den Protesten deutlich, worum es geht: Die Verurteilung dreier Aktivistinnen, die patriarchale Strukturen im russischen Staat und der Kirche kritisieren.


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Heroische Frauen, mieser Journalismus – kurz verlinkt

10. Juli 2013 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 198 von 260 der Serie Kurz notiert

Minna Salami schreibt auf Ms. Afropolitan über afrikanische Feminismen und ihre Geschichte (englischsprachig)

Der neue Wegbereiterinnen Kalender ist da! Der Wandkalender im Format DIN A 3 präsentiert auch in diesem Jahr zwölf aktive Frauen aus der Geschichte (PDF).

Zwei Musikerinnen des Pussy Riot-Kollektivs sind inkognito auf Tour. Die taz hat sie interviewt.

Laut dem Handelsblatt haben auch konservative Regierungsabgeordnete in Costa Rica für ein neues Ehe-Gesetz gestimmt – allerdings offenbar ohne sich den Text vorher genau durchzulesen, denn das Gesetz erlaubt auch lesbische und schwule Ehen.

Auch im deutschen Bundesrat standen dieser Tage spannende Themen auf der Agenda: erleichterter Zugang zur “Pille danach”, die Gleichbehandlung schwuler und lesbischer Ehen im Einkommenssteuerrecht und die Möglichkeit der vertraulichen Geburt.

Die Filmindustrie schließt Frauen systematisch aus, stellt nun auch die Süddeutsche Zeitung fest.

Der Sportjournalismus ist nicht viel besser: Angesichts des Wimbledon-Erfolgs von Tennisspieler Andy Murray war vielfach zu hören und zu lesen, dass dieser “seit 77 Jahren der erste britische Sieg” sei – was allerdings nur dann stimmt, wenn man die vier Tennisspielerinnen nicht mitzählt, die in dieser Zeit in Wimbledon gewonnen haben (englischsprachig).

Das superbe US-amerikanische Bitch Magazine macht auch diesmal wieder einige Artikel aus der Print-Ausgabe online zugänglich – darunter eine Kulturgeschichte des Phänomens Junggesellinnenabschied, eine Analyse der Diskussionen um den Feminismus von Popstar Beyoncé und der Erklärung, warum Fett ein queeres und feministisches Thema ist. Welche_r es sich leisten kann: große Abo-Empfehlung!

In ihrem Spoken-Word-Vortrag “Embarrassed” wendet sich Hollie McNish gegen die doppelmoralischen Einschränkungen, denen sie sich als stillende Mutter im öffntlichen Raum ausgesetzt sah (englischsprachig).

Die New York Times erinnert daran, dass “Rasse” keine biologische, sondern eine soziale Kategorie ist (englischsprachig).

In Deutschland geht die Kampagne gegen racial profiling in die zweite Runde: “Es handelt sich dabei um eine von der Kampagne Opfer rassistischer Polizeigewalt (KOP) und der Initiative Schwarze Menschen in Deutschland (ISD) initiierte Beschwerdebrief-Aktion an die Bundespolizei, die Menschen auf einem niedrigschwelligen Niveau handlungsfähig machen und das strukturelle Problem des Racial Profiling sichtbar machen soll”.

Vor 20 Jahren wurde die feministische Musikikone Mia Zapata ermordet; ByteFM erinnert.

s.e. smith schreibt bei XOJane: “Ob es euch passt oder nicht – der westliche Yoga-Hype ist ein Paradebeispiel für kulturelle Aneignung” (englischsprachig).

Über heroische Leistungen von Piloten wird bisweilen viel gesprochen – was aber ist mit dem Kabinenpersonal, deren Fähigkeiten und Einsatz bei Notfällen, fragt Lisa Wade bei Sociological Images (englischsprachig)?

In vielen Regionen hat heute der Ramadan begonnen. Zu diesem Anlass gibt Muslimah Media Watch sechs Tipps für das Schreiben und Sprechen über  muslimische Frauen (englischsprachig). Ramadan Mubarak!

Termine in Berlin, Mainz, Halle/Saale und Hamburg nach dem Klick: (mehr …)


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