Einträge mit dem Tag ‘Prozess’


Protestaufruf zum 2. Kachelmann-Prozess in Frankfurt

28. Januar 2013 von Magda

Die Initiative für Gerechtigkeit bei sexueller Gewalt ruft zum zweiten Kachelmann-Protest auf, der am 30. Januar ab 13 Uhr vor dem Landgericht Frankfurt (Gebäude E) in Frankfurt/Main stattfinden wird. Dazu schreiben die Initiator_innen auf ihrer Homepage:

Kachelmanns Botschaften, die er über sämtliche Medien verbreitet, sind eine ungehemmte Förderung der Vergewaltigungskultur, in der Betroffene weiter zum Schweigen gebracht werden sollen. Denn anders als von Kachelmann behauptet, haben Frauen hierzulande mitnichten ein sogenanntes „Opfer-Abo“, ganz im Gegenteil. Das hat jetzt auch die Jury der sprachkritischen Aktion “Unwort des Jahres” gewürdigt und “Opfer-Abo” zurecht zum Unwort des Jahres 2012 ernannt.

Also: Kommt zum Prozess, bringt Plakate und Trillerpfeifen oder einfach euch selbst mit und gebt ein Statement gegen rape culture und ihre Auswüchse in Form von Kachelmann’schen Falschbehauptungen ab. Die Organisator_innen freuen sich, wenn ihr euch unter dem Betreff „Protest“ vorher per E-Mail anmeldet, u.a. auch, um Fahrgemeinschaften zu organisieren.


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!No Pasarán! – Pussy Riot, Aberglaube und ein Rottweiler, der bellt

9. August 2012 von Sabine

Kurzer Prozess in sieben Tagen: Sie waren absurd, zäh und irgendwie auch komisch, wenn es nicht so ernst wäre. Die Staatsanwaltschaft fordert drei Jahre Haft für die drei Feministinnen des Kollektivs. Am 17. August soll das Urteil gegen Pussy Riot verkündet werden. Auslöser war ihr regimekritisches Punk­rock­gebet in der Erlöser­kathedrale. Der Anklage­punkt „Rowdytum“ ist nicht richtig klar geworden, aber was soll’s. Der Prozess steht längst nicht mehr für Pussy Riot, sondern ist eine Bestands­aufnahme für das politische System unter Putin. Der Gerichtssaal und seine Richterin eine Mimesis für die Willkür im autoritären Regime, wenn es um Oppositionelle geht. Wer nach Regeln oder Gesetzmäßigkeiten suchte, hat spätestens mit dem Prozess­beginn damit auf­ge­hört oder begonnen in der sowjetischen Zeit nachzuschauen. Aber viel­leicht hat sie ja auch der anwesende Rott­weiler im Gerichtssaal ver­schluckt, er darf nämlich bellen, stören oder einfach nur träge in der Ecke rum liegen.

Für alle anderen Anwesenden gilt, „wem nach Lachen ist, kann in den Zirkus gehen“, sagt zumindest die Richterin Marina Syrowa. Bei Zeug_innen der Ver­teidigung ziert sich Syrowa, will sie nicht aufrufen und lehnt etwa die Ver­nehmung des Bloggers und Oppositionellen Alexei Navalny ab. Sie will lieber mehr über den Exzorismus, den Aberglauben, den orthodoxen Glauben und den Teufel hören. Auch eine ehemalige Bekannte Maria Alyokhinas, die zum Zeit­vertreib rechts­radikale Einträge für ihr Internet-Tagebuch verfasst, kommt zu Wort und darf sich über den negativen Lebens­wandel der Angeklagten äußern. Dass die Zeugin hin und wieder den Gerichts­saal flieht und Gerichts­diener sie einfangen müssen, sei hier nur eine Neben­information. (mehr …)


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