Einträge mit dem Tag ‘Proteste’


Trump im Weißen Haus und Hunderttausende auf den Straßen #WomensMarch

20. Januar 2017 von Magda

Heute steht die Amtseinführung des 45. Präsidenten der USA an, Donald J. Trump. Das sollte nicht das wichtigste Ereignis dieser Woche bleiben, denn nur einen Tag später – morgen! – am 21. Januar, finden der Women’s March in Washington D.C und über 600 so genannte Sister Marches statt, die weltweit Hunderttausende (vielleicht Millionen?) von Menschen auf die Straße bringen werden und genau jene menschenfeindlichen Positionen kritisieren, die Trump verkörpert. Am ersten Tag der neuen Regierung soll die klare Botschaft gesendet werden, „dass Frauenrechte Menschenrechte sind“, so das Organisationsteam. Auch in Deutschland formierten sich Gruppen (teilweise Facebook-Links):

Nach Kritiken an dem ursprünglichen Namen für die Veranstaltung (Million Women’s March und später March on Washington) sowie der Zusammensetzung der Organisationsgruppe (anfänglich ausschließlich weiße Frauen), findet sich heute sowohl im Team als auch innerhalb der politischen Forderungen ein intersektionaler Anspruch wider. Zu den Hauptorganisierenden gehören erfahrene Aktivistinnen, die sich gegen Polizeigewalt, Masseninhaftierungen und für Gewaltprävention und eine umfassende Gesundheitsversorgung einsetzen.

Die Zustimmung kommt aus den unterschiedlichsten Ecken: So unterstützen den Women’s March in den USA Künstler_innen wie Beyoncé, Harry Belafonte und Katy Perry; Schauspieler_innen und TV-Persönlichkeiten wie Scarlett Johansson, Uzo Aduba und Melissa Harris-Perry; Autor_innen und Wissenschaftler_innen wie Angela Davis und Janet Mock (mit einer Kritik an der gelöschten Solidaritätsbekundung für Sexarbeiter_innen) sowie zahlreiche Politiker_innen, Aktivist_innen und eine lange Reihe an Partnerorganisationen wie zum Beispiel Planned Parenthood.

Die politischen Forderungen berühren unterschiedliche gesellschaftliche Bereiche: Gefordert wird ein Ende geschlechtsspezifischer Gewalt sowie Polizeigewalt und des Strafjustizsystems wie es heute existiert; reproduktive Rechte sowie HIV-Prävention und eine umfassende Sexualerziehung; körperliche Selbstbestimmung von LGBTQIA; Lohngleichheit, eine umfassende Gesundheitsversorgung, Mindestlöhne und die Möglichkeit zur gewerkschaftlichen Organisation für alle; uneingeschränktes Wahlrecht, Redefreiheit und ein Equal Rights Amendment zur US-amerikanischen Verfassung; Barrierefreiheit; Rechte für Einwanderer_innen und Geflüchtete; sowie Zugang zu sauberem Trinkwasser und Nutzung öffentlichen Landes für alle.

Die Demo ist nicht die einzige Aktion, die geplant ist: Bereits einen Tag später organisiert der Woman’s March mit einer ihrer Partnerorganisationen einen Workshop mit rund 500 Frauen, die selbst in die Politik gehen möchten, getreu dem Motto: „Don’t just march, run (for office)!“

Die Vorgeschichte der Demonstration, die politischen Konflikte darüber, welche Themen Teil der Forderungen sind (und welche nicht) sowie die politische Ausrichtung einiger Sister Marches, die beispielsweise antirassistische Perspektiven ignorieren bzw. gar verhindern – wie zum Beispiel im Zuge der Organisation des Women’s March in Portland, OR – generieren weiterhin öffentliche Kritik. Das gemeinsame Engagement für breite Allianzen mit klaren politischen Positionen, die die unterschiedlichen Lebensrealitäten von Frauen mitdenken, ist kein Automatismus, sondern bleibt Teil lokaler Aushandlungsprozesse.

Was bleibt, ist Protest,“ schrieb ich nach der US-amerikanischen Wahl im November des letzten Jahres. Mit dem Women’s March am 21. Januar 2017 wird der erste Massenprotest stattfinden, der in Trumps Amtzeit fällt. Es wird nicht der letzte sein.


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Proteste in Argentinien, die Diversity-Lüge und ein neuer Roman – kurz verlinkt

26. Oktober 2016 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 331 von 343 der Serie Kurz notiert

deutschsprachige Links

Rund um den 10. Oktober 2016 fand in Rosario (Argentinien) eine Konferenz statt, die zum Ausgangspunkt 70.000 Teilnehmer_innen starken feministischen Demonstration wurde. Die Demonstrant_innen äußerten sich zu Gewalt gegen Frauen, Abtreibungsrecht, Rechten von Sexarbeiter_innen und mehr. Die Polizei löste die Demo gewaltsam auf. Eine kurze Dokumentation gibt es hier:

Carolin Emcke hat den Friedenspreis des deutschen Buchhandels verliehen bekommen. In ihrer Rede zur Preisverleihung sprach sie über Angehören, Zugehörigsein und Anfangen gegen den Hass.

Ein neues an.schläge Magazin ist raus und das Titelthema lautet „Weibliche Reinheit„. Wie immer gibt es auch einige Texte aus dem Magazin online zu lesen.

Auch neu: Die aktuelle Quer!, das Gendermagazin der Alice-Salomon-Hochschule Berlin, (K)LASS MICH! Ungleichheitskategorie Klassismus ist erschienen. (PDF)

Bei Kultur Öffnet Welten sprechen Sharon Dodua Otoo und Sandrine Micossé-Aikins über die Marginalisierung nicht-weißer Künstler_innen im deutschen Kulturbetrieb und stellen fest: „Vokabeln wie „international“ oder „Diversity“ [werden gern] benutzt – Ausschlüsse, Hierarchien und Macht werden so nicht thematisiert.“.

Es gibt Themen, über die wird nicht so viel oder gern gesprochen: Wie organisiere ich meinen Haushalt (für mich) sinnvoll? Wie umgehen mit Schulden und dem ständigen finanziellen Druck? Überhaupt: Argh, Lebensorganisation. SchwarzRund hat ein paar Sachen zusammengetragen, die ihr helfen. (Außerdem erscheint am 01. November ihr Roman Biskaya und den könnt ihr bereits vorbestellen.)

Termine in Berlin, Frankfurt am Main, Hamburg und Mühlheim an der Ruhr:

27.10 in Mühlheim an der Ruhr: Vortrag und Diskussion zum Thema „Einführung in den Anarchafeminismus„.

28.10 in Berlin: Vortrag und Diskussion zu „Feminismus im Netz und das gewaltvolle Echo„. (FB-Link)

29.10. bis 06.11. in Berlin: Aktionswoche mit dem Titel „Gedenken & Widerstand: 5 Jahre nach Aufdecken des NSU“.

30.10 in Frankfurt am Main: Thementag „Komponistinnen-Welten„, u.a. präsentiert die Konzertpianistin Margarita Feinstein Musik jüdischer Komponistinnen und die israelische Komponistin Tsippi Fleischer ist im Gespräch.

01.11. in Hamburg: Veranstaltung mit Frigga Haug: „Im Gehen den Weg erkunden! Erfahrungen einer marxistischen Feministin„.

01. bis 06.11. in Berlin: Afrikamera. Filmfestival zu afrikanischen Filmen, dieses Jahr mit Schwerpunkt auf queeren Themen.

04.11. in Berlin: Am 04. November startet in Berlin wieder die Fortbildungsreihe “Kolonialismus und Kolonialrassismus im Unterricht” vom Institut für diskriminierungsfreie Bildung. Die drei Sitzungen bauen auf einander auf, können aber auch einzelnd besucht werden. Anmelden kann man sich bis jeweils eine Woche vorm entsprechenden Termin.

Zur Mitte der Woche versammeln wir hier regelmäßig Links zu wichtigen Analysen, Berichten und interessanten Veranstaltungen. Was habt ihr in der letzten Woche gelesen/ geschrieben? Welcher Text hätte mehr Aufmerksamkeit verdient? Und was für feministische Workshops, Lesungen oder Vorträge stehen in den nächsten Wochen an?


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