Einträge mit dem Tag ‘Prostituiertenschutzgesetz’


Prostituierten“schutz“gesetz, Thunder Thighs und #BlackLivesMatterBerlin

14. Juni 2017 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 351 von 355 der Serie Kurz notiert

Deutschsprachige Links

Kriminalisiert und stigmatisiert durch das neue Prostituiertenschutzgesetz: Die Sexarbeiterin Kristina Marlen kommentiert für Siegessäule das Ende März beschlossene Prostituiertenschutzgesetz, das 2017 in Kraft treten soll.

Wie erklärt man Kindern, dass ihre Erzieherin Manuela ab jetzt der Erzieher Felix ist? Ein Erfahrungsbericht auf evangelischesfrankfurt.de.

Werkstätten sollen Menschen mit Behinderung „fit für den Arbeitsmarkt“ machen. Was sie eigentlich machen, weiß keiner, wie die Regierung zugibt. Die taz titelt: „Ausgenutzt statt ausgebildet

Die Kritik in dem Buch „Beißreflexe“ hat keinen intellektuellen Biss, sondern will nur verletzen. Eine Auseinandersetzung mit dem aktuellen Diskussionsstand findest du auf dem Blog Das Ende des Sex.

Ein Hoch auf Ed! Jayrôme schwärmt auf seinem Blog von Ed, der sich bei Gladt e.V. im Projekt Sawa und Queerbarrierefrei engagiert.

Lena Rahn studiert Soziale Arbeit an der Alice-Salomon-Hochschule Berlin und sucht für ihre Masterarbeit „Intersektionale Betrachtung auf Körperbehaarung in feministischen Kontexten“ Interviewpartner_innen für schriftliche Interviews (PDF). Im PDF stehen alle Infos und der Kontakt.

Englischsprachige Links

Dear non-fat friends“ , ein offener Brief an schlanke Menschen, die (vielleicht unbewusst) verletztende und dickenfeindliche Aussagen treffen.

Miss Eaves‘ „Thunder Thighs“ is here to celebrate big thighs in the summer <3

Source: Miss Eaves/YouTube

Source: Miss Eaves/YouTube

Termine in Berlin, Dresden, Heidelberg und Würzburg:

Den ganzen Juni über finden Veranstaltungen in Berlin im Rahmen des Black Lives Matter Monats statt. Das gesamte Programm findet ihr auf der Webseite von Black Lives Matter Berlin.

15. – 18. Juni in Heidelberg: Das Lady*fest Heidelberg findet statt!

22. – 25. Juni in Dresden: Böse & Gemein – ein female focused & queer feminist festival.

14. bis 16. Juli in Berlin: Festival für ein offenes und solidarisches Neukölln.

14. bis 21. Juli in Würzburg: Aktionswoche Queere Kämpfe verbinden.

Zur Mitte der Woche versammeln wir hier regelmäßig Links zu wichtigen Analysen, Berichten und interessanten Veranstaltungen. Was habt ihr in der letzten Woche gelesen/ geschrieben? Welcher Text hätte mehr Aufmerksamkeit verdient? Und was für feministische Workshops, Lesungen oder Vorträge stehen in den nächsten Wochen an?


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„Wir schaffen alle Nächte, wir wollen gleiche Rechte!“ – Protest gegen das Prostituiertenschutzgesetz und Sexarbeiter_innen-Aktivismus weltweit

31. Mai 2016 von Charlott

Am 2. Juni findet im Bundestag die erste Lesung des Prostituiertenschutzgesetzes statt. Ein Aktionsbündnis gegen dieses Gesetz ruft deshalb unter dem Motto „Mein Körper, Mein Bettlaken, Mein Arbeitsplatz!“ zum Protest ab 11 Uhr auf. In einer Stellungnahme zum Gesetzesentwurf stell Hydra e.V. fest:

Doch auch wenn dem vorliegenden Gesetzesentwurf gut gemeinte Ansätze zugrunde liegen mögen, so werden die dort formulierten Maßnahmen nicht dazu führen, das Leben und die Arbeit von Sexarbeiterinnen sicherer zu machen und ihre beruflichen Perspektiven (in oder außerhalb der Sexarbeit) zu verbessern, sondern vielmehr im Gegenteil zu einer weiteren Stigmatisierung führen, Sexarbeit unsicherer machen und teilweise illegalisieren, sowie die Hürden für berufliche Neuorientierung erhöhen.

Dass die Lesung (und der geplante Protest) am 2. Juni stattfindet, ist zu dem äußerst symbolträchtig, denn an diesem Tag wird eigentlich seit 1976 der Internationale Hurentag/ International Sex Worker’s Day begangen. Dieser erinnert an einen Sex-Arbeiter_innenstreik in 1975, als Sexarbeiter_innen in Lyon, Frankreich, die Saint-Nizier-Kirche besetzen und gegen Polizeirepressionen protestierten.

Polizeirepression, Stigmata, viele der Themen, die rund ums Prostituiertenschutzgesetz diskutiert werden (Meldepflicht, Gesundheitsfürsorge, mögliche Arbeitsplätze) und Sexarbeiter_innen-Aktivismus thematisiert auch Melissa Gira Grant in ihrem 2014 bei Verso erschienenem Buch Playing the Whore: The Work of Sex Work. (Das Buch erschien auf Deutsch unter dem Titel Hure Spielen: Die Arbeit der Sexarbeit bei Edition Nautilus.) In Kapiteln, die schlicht überschrieben sind mit Titeln wie „The Police“, „The Work“ oder „The Debate“, analysiert Grant, wie über Sexarbeit und Sexarbeiter_innen gesprochen wird, konkrete Lebenssituationen, verfehlte „Rettungsversuche“ und Gesetzesdiskussionen. Dabei gelingt ihr ein guter Debatenüberblick, der auch für Einsteiger_innen zum Thema zu empfehlen ist, verbunden mit komplexeren Diskussionen. So hinterfragt sie beispielsweise kritisch Diskussionen, die (un)mögliches Empowerment von Sexarbeiter_innen in den Mittelpunkt rücken und versucht Debatten eher in einen Kontext von Arbeiter_innenrechte und Kapitalismus zu stellen.

Im gesamten Buch stehen Perspektiven von Sexarbeiter_innen im Mittelpunkt, die letzten beiden Kapitel aber beschäftigen sich nochmals ausdrücklich mit Aktivismus. Zunächst beschreibt Grant unter „The Saviour“ „Rettungsversuche“ von Personen wie New York Times Kolumnist Nicholas Kristof und weiteren Aktivismus, der an den konkreten Bedürfnissen von Sexarbeiter_innen vorbeigeht, um dann im darauffolgenden Kapitel „The Movement“ die Geschichte von Sexarbeiter_innen-Aktivismus (vor allem in den USA) nachzuzeichnen. Allein für dieses Kapitel, in dem Akteur_innen, Gruppen und Ideen vorgestellt werden, lohnt sich das Buch.

Chi Adanna Mgbako hat ein Buch geschrieben, welches sich ausschließlich mit Sexarbeiter_innen-Aktivismus auseinandersetzt. Auf der Grundlage von vielen Interviews mit Sexarbeiter_innen in Südafrika, Kenia, Nigeria, Namibia, Botswana, Uganda und Mauritius, zeichnet Mgbako in To Live Freely in This World: Sex Worker Activism in Africa (NYU Press, 2016) ein differenziertes Bild von unterschiedlichen Lebensrealitäten und Aktivismus-Ansätzen. Mgbako zeigt Zusammenarbeiten (mal besser mal schlechter funktionierend) mit anderen Bewegungen (Feminismus, Arbeiter_innen, HIV/Aids, LGBTQ) auf und verdeutlicht dabei thematische Überschneidungen, mögliche Kooperationen und Herausforderungen. Sie schafft es auf Material aus unterschiedlichen Ländern zurückzugreifen ohne zu leicht zu verallgemeinern, stattdessen macht sie immer wieder die unterschiedlichen Kontexte aber eben auch Ähnlichkeiten beispielsweise in Gesetzeslagen oder religiösen Diskursen deutlich. Das Buch verbindet sehr detaillierte Beschreibungen der konkreten Arbeit von Peer-to-Peer-Berater_innen mit übersichtlichen Darstellungen der Entwicklungen von Sexarbeiter_innen-Bewegungen in einigen der oben genannten Länder; sie verbindet die Analyse von allgemeinen Themenkomplexen mit den lebens- und aktivismusgeschichtlichen Erzählungen von Sexarbeiter_innen. Obwohl das Buch aus einem akademischen Kontext stammt, ist äußerst gut zu lesen.

Wenn es jetzt immer noch an Lesestoff zur Vor- und Nachbereitung des 2.Junis mangelt, empfehle ich die Bücherliste von Grant, die diese im März anlässlich des International Sex Workers Rights Day zusammengestellt hatte.


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Wichtige Wegbereiterinnen, weiße Feministinnen, wahre Feminazis – kurz verlinkt

30. September 2015 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 294 von 355 der Serie Kurz notiert

Deutschsprachige Links

Das geplante „Prostituiertenschutzgesetz“ soll eine staatliche Registrierung aller Sexarbeiter*innen einführen. Hydra e.V. ruft alle Kolleg*innen und Unterstützer*innen dazu auf, ihren Protest dagegen zu erklären: „Wir lassen uns nicht registrieren! Eine Zwangsregistrierung birgt die Gefahr von Outing und drängt uns in die Illegalität.“ Alle Infos in mehreren Sprachen und die Petition findet ihr auf der Webseite von Hydra e.V.

Der Wegbereiterinnen XIV Kalender für 2016, herausgegeben von Gisela Notz, ist nun da! Jeden Monat wird eine spannende Wegbereiterin vorgestellt: „Kennen Sie Nuriye Ulviye Mevlancivelek, die Gründerin der ersten muslimischen feministischen Frauenzeitschrift im Osmanischen Reich? Und wer war Germaine Tillion? Oder Lucy Parsons?“

Bei derStandard schreibt Oona Kroisleitner über geschlechtsspezifische Erfahrungen von Flucht: „Warum Flucht von Frauen anders ist„.

Nächsten April findet in Köln das 33. Internationale Frauenfilmfestival statt – Einreichungen sind ab sofort möglich.

Englischsprachige Links

Den Begriff „Feminazi“ kennen wir alle als Beschimpfung feministischer Personen. Broadly aber hat sich gefragt, was ist eigentlich mit wirklichen „Feminazis“, also rechten Frauen, die sich selbst als Feministinnen bezeichnen.

Weiße Feminist_innen möchten oft wissen, wie sie Frauen auf Color in ihren Aktivismus einbeziehen können. Warum das die falsche Frage ist, erklärt Mia McKenzie auf Black Girl Dangerous.

Das Künstler_innenkollektiv The Nest hat queere Menschen in Kenia zu ihren Lebensrealitäten und Erfahrungen befragt. Daraus entstand der fiktionalisierte, viel gefeierte Episodenfilm „Stories of our Lives“. Da in diesem nur ein winziger Bruchteil der gesammelten Narrative einfließen konnte, haben sie jetzt ein Buch herausgegeben. Für dieses gibt es auch einen wunderbaren Trailer:

afriPOP! stellt die Posterreihe „Sibahle“ vor, in der die simbabwische Künstlerin Ruramai Musekiwa großartige afrikanische Frauen feiert.

Termine in Berlin, Frankfurt/Main, Weimar

1.Oktober in Berlin: Das geplante „Prostituiertenschutzgesetz“ soll eine staatliche Registrierung aller Sexarbeiter*innen einführen. Dagegen wird ab 11.30 protestiert (Link zum Facebook-Event).

12. Oktober in Frankfurt: Schülerinnen-Demo zum Internationalen Mädchentag

Vom 12. bis 18. Oktober in Weimar: das Festival unerhört! Erste feministische Radiotage Weimar. Dort wird es u.a. Workshops, Vorträge und ein großes Abschlusskonzert geben.

20. und 21. November in Berlin: Kongress Was ist Leistung II? – Care-Arbeitsbedingungen der Frauen der Überparteilichen Frauenintitiative Stadt der Frauen e.V.

 


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