Einträge mit dem Tag ‘Pronomen’


Fatkini, Software gegen Cyber-Mobbing und „schlechte Feministinnen“ – Kurz Verlinkt (Teil 1)

3. September 2014 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 252 von 364 der Serie Kurz notiert

In der Sommerpause hat sich natürliches einiges in unserer Linksammlung angehäuft. Darum wird morgen eine zweiter Teil folgen, bei dem es dann auch wie gewohnt die Veranstaltungshinweise gibt.

Deutschsprachige Links

Die Schwedische Akademie verkündete, dass das geschlechtsoffene Pronomen „hen“ in ihr Nachschlagewerk (vergleichbar mit dem Duden in Deutschland) aufgenommen wird.

Magda hat beim DRadioWissen ein Interview zum Fatkini und zur Sichtbarkeit dicker Frauen in der Öffentlichkeit gegeben (im Beitrag runterscrollen).

Die Fotografin (unter anderem des Foto-Bands „Daima“) und ISD-Aktivistin Nzitu Mawakha ist verstorben. Die ISD hat einen Nachruf veröffentlicht.

Die Münchener Medientage finden Ende Oktober statt, das Programm steht und eines wird ersichtlich: Frauen finden dort eigentlich kaum Gehör. Der Journalistinnenbund hat gemeinsam mit anderen Initiativen einen offenen Brief verfasst.

Der aktuelle Frauenkalender 2015 „Wegbereiterinnen XIII„, herausgegeben von Gisela Notz, kann jetzt bestellt werden.

Der neue Roman von Claudia Koppert „Sisterhood – eine Sehnsucht“ ist erschienen: „Um 1980. Privat und öffentlich gehen Frauen auf die Barrikaden, alles Mögliche treibt sie, eine Zuversicht trägt sie: »Sisterhood is powerful!« Viele Jahre später. Martha ist in Auseinandersetzungen mit ihrer fünfzehnjährigen Tochter Rosa verstrickt. Das Frauenaktionszentrum gibt es schon lange nicht mehr, und aus ihrer letzten Wohngemeinschaft ist sie vor Jahren ausgezogen. Aber dann begegnen ihr unerwartet frühere Mitstreiterinnen, und alles ist wieder da: die Hochgefühle, die Konflikte, die Grundsatzfragen.

Die Wanderausstellung „Martin Luther King, Jr. @ Berlin 1964-2014“ kann noch bis zum 12. September im Foyer des John-Lennon-Gymnasiums in Berlin besichtigt werden (Facebook-Link). Mehr zum „King Code,“ einem multimedialen Schul- und Jugendprojekt, und weitere Termine und Stationen der Wanderausstellung finden sich ausserdem auf der Projekt-Homepage.

Englischsprachige Links

Roxane Gay hat in diesem Jahr den Roman „An Untamed State“ und die Essay-Sammlung „Bad Feminist“ veröffentlicht. Der Guardian stellt die Schrifststellerin und ihre Vorstellungen vom „schlechten“ Feminist_innensein vor. (Inhaltshinweis: sexualisierte Gewalt)

Auf ihrem Blog hat Roxane Gay zu dem zu Michael Brown, einem 18-Jährigen, der von einem weißen Polizisten erschossen wurde, geschrieben: „I don’t care if Mike Brown was going to college soon. This should not matter. We should not have to prove Mike Brown was worthy of living. […] His community should not have to silence their anger so they won’t be accused of rioting, so they won’t become targets too. “

Olivia Cole beschrieb zehn Varianten rassistischer Trolle, die einer_einem begegnen, wenn man über Michael Brown redet.

Über 100 berühmte Frauen mussten diese Woche erleben, dass private Nacktfotos gestohlen und online veröffentlicht wurden. Wie sich rape culture hier widerspiegelt und warum niemand sich diese Fotos anschauen sollte, erklärt Clementine Ford bei Daily Life.

Männer, die plötzlich Feminismus ™ entdecken, weil sie Töchter haben. Und dann drüber schreiben und Meme-T-Shirts tragen. Kat Stoeffel analysiert auf Slate all die problematischen Implikationen.

In Kanada haben verschiedene Organisationen und weitere Aktivist_innen eine Datenbank eingerichtet: „The database will document Indigenous women, Two-Spirit and Trans people who have gone missing, or died as a result of violence.“ Ziel ist es, die Leben der Betroffenen zu ehren, Familien eine Möglichkeit die Tode zu dokumentieren und auch: „asserting community control of our own record-keeping.“

Trisha Prabhu, 13 Jahre alt, hat eine Software entwickelt, die hilft „Cyber-Mobbing“ zu verhindern. (Mehr auch bei A Mighty Girl auf FB.)

Und manchmal braucht es doch einfach nur was zum Lachen: Confused Cats Against Feminism.


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Von falschen Namen und Pronomen

22. Oktober 2013 von Charlott

„Aber…“ ist nie eine gute Reaktion, wenn eine Person dich freundlich bittet, die richtigen Pronomen und Geschlechtszuschreibungen für sie zu benutzen.

Dieses Zitat, im Orginal auf Englisch, ist bisher der am meisten geteilte Beitrag der Seite # when people misgender me. Das Tumblr, mit dazugehörigem Twitteraccount, Hashtag und Facebookseite wurden eingerichtet, um sichtbar zu machen, was passiert, wenn Menschen immer wieder falsch gegendert werden und Betroffenen Raum zu geben, ihre Erfahrungen zu teilen.

Dabei geht es oftmals um Erlebnisse in den eigenen Freund_innenkreisen, dem familiären Umfeld oder tägliche Interaktionen mit fremden Menschen. Nachzulesen sind Aussagen wie „Meine Pronomen können sich ändern, aber du hast sie nicht zu verhandeln.“ oder „Wenn Leute, die genau wissen, dass ich trans bin, Dinge wie „Hey, Mädels!“ sagen, wenn sie mich und eine Gruppe von Freundinnen ansprechen! Das nervt mich mehr als das Nutzen falscher Pronomen!“ und „Ich wurde so oft falsch gegendert, dass wenn Leute mich heute falsch gendern, ich nur noch müde werde. Ich bin es so Leid zu korrigieren und erklären.“.

Allein in der ersten Woche wurden auf dem Tumblr 134 Beiträge gepostet, davon waren 15 Einsendungen. Eigene Erfahrungen können auf unterschiedlichen Wegen eingebracht werden:

  • bei Tumblr unter Submit
  • bei Facebook, entweder als Post auf der Seite oder als PM an die Seite
  • bei Twitter als Tweet an @mis_gender oder in dem ihr den Hashtag #whenpeoplemisgenderme benutzt

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Gefühle offenbaren, Ableismus und Fat Empowerment – die Blogschau

21. September 2013 von Nadine
Dieser Text ist Teil 220 von 295 der Serie Die Blogschau

Differentneeds rezensiert auf ihrem Blog das aktuelle Buch von Chris Köver, Sonja Eismann und Daniela Burger „Glückwunsch, Du bist ein Mädchen – Eine Anleitung zum Klarkommen

W_Ortfindungen schreibt über Gefühle offenbaren.

Leidmedien haben die Wahlprogramme der Parteien zur Bundestagswahl in Leichter Sprache zusammengefasst und visualisiert.

Das Heiter Scheitern Kollektiv podcastet über Regenbogenfamilien.

Die Asperger Frauen haben einen Offenen Brief an Stefan Niggemeier verfasst, in dem sie seine ableistischen Sprachhandlungen kritisieren. Niggemeier hat sich daraufhin entschuldigt.

Die Wichtigkeit von geschlossenen bzw. Schonräumen für Frauen, Lesben, Trans im Geek- und Techbereich erörtern Femgeeks.

Riotmango will einen Satz nicht mehr hören: „Übergewichtige Frauen sind auch schön

Anna Heger veröffentlicht den Comic über sogenannte geschlechtsneutrale Pronomen.

Kritik an Gesellschaft nimmt sich die Grünen und ihre Nicht-Aufarbeitung sexualisierter Gewalt vor.

… und noch ein Veranstaltungshinweis für Berlin heute: Für Abtreibungsrechte und gegen menschenverachtenden christlichen Fundamentalismus auf die Straße gehen! Es rufen auf: Das „What the Fuck“ Bündnis mit vielen kreativen Aktionen vor dem Bundeskanzler_innenamt und das Bündnis für sexuelle Selbstbestimmung mit einer Kundgebung vor dem Brandenburger Tor.


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Pronomen ohne Geschlecht

28. Mai 2013 von Gastautor_in

Anna Heger wurde 1978 in Berlin geboren. Xier denkt seit 2009 über alternative deutsche Grammatik nach. Auf xiesem Blog veröffentlicht xier auch emanzipatorische und/oder biographische Comicgeschichten. Manchmal gibt xier Workshops zu Themen aus ihren Szenen: queer-bi-poly-feministisch-trans*. Tagsüber programmiert xier für Geld. Anna Heger lebt seit bald zehn Jahren in München.

Ihr Artikel zu Pronomen ohne Geschlecht, der vor kurzem in Queerulant_in erschienen ist, dürfen wir hier mit freundlicher Genehmigung noch einmal veröffentlichen.

Pronomen brauchen nicht zwangsläufig ein Geschlecht. Ich finde es unsinnig bei jeder Erwähnung eines anderen Menschen das Geschlecht anzugeben. Sächliche Pronomen möchte ich für Menschen nicht verwenden. Ich wollte 2009 also selber die Pronomen ohne Geschlecht festlegen, weil ich damals in der deutschen Sprache keine solchen kannte.

Pronomen ohne Geschlecht kenne ich im Englischen schon viele Jahre: ze, gesprochen wie in dem Wort New Zealand, wird anstatt she|he und hir, gesprochen wie in dem Wort here, wird anstatt von her|his verwendet.

Ze hirself calls hir friend. [deutsche Übersetzung: Sie|er ruft ihren|ihre|seine|seinen Freundin|Freund selber an.]

In Schweden gibt es zusätzlich zu „han“ (er) und „hon“ (sie) das genderneutrale Pronomen „hen“ [1]. Das neue Wort wurde schon 2009 in die in die schwedische Nationalenzyklopädie aufgenommen. Letztes Jahr gab es Diskussionen über das Geschlecht der Pronomen nachdem „hen“ in einem Kinderbuch verwendet wurde [2].

Im Deutschen fehlten mir genau solche Pronomen. Also habe ich zusammen mit anderen [3] welche entwickelt. Um den Überblick zu erleichtern, werden im folgenden die Worte ohne Geschlecht fett und die geschlechterspezifischen Worte durchgestrichen dargestellt.

xier – ein Personalpronomen, statt sie|er
dier – ein Artikel und ein Relativpronomen, statt die|der
xies – ein Possessivpronomen, statt ihr|sein

Das x am Wortanfang wird wie für ein x typisch entsprechend der phonetische Lautschrift [ks] [4] ausgesprochen. Die Pronomen xier und dier reimen sich auf das Wort Tier. Xies reimt sich auf das Wort lies. Die phonetische Lautschrift der drei neuen Wörter ist [ksi:ɐ̯], [di:ɐ̯] und [ksi:z].

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