Einträge mit dem Tag ‘Pornfilmfestival’


Der volle Terminkalender im Oktober

6. Oktober 2010 von Magda

In Berlin läuft im Schwulen Museum vom 5. Oktober bis 22. November täglich (außer Dienstag) die Ausstellung gender_gap.

Vom 8. bis 10. Oktober veranstalten die Gedenkstätte Ravensbrück/Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten und der Lesben- und Schwulenverband (LSVD) den WorkshopHomophobie, Devianz und weibliche Homosexualität im Nationalsozialismus. Geschichte und Gedenken“.

Zur Deckung der Kosten für die Trans*tagung 2010 findet am 9. Oktober die Benefizparty „Boobs, Brain & Bollox“ in Berlin statt.

Das Antisexistische Aktionsbündnis München lädt am 12. Oktober im Münchner Kafe Marat zum Workshop „Definitionsmacht und Zustimmungskonzept“ ein.

Vom 12. bis 17. Oktober findet wieder das Bremer Queerfilmfestival im Kino 46 statt. Dort werden neue Filme von lesbischen, schwulen und trans* Filmemacher_innen gezeigt.

Am 16. Oktober findet ab 21h ein Solikonzert für die Aktivist_innen gegen den “1000 Kreuze Marsch” mit Sookee (feminist hiphop) und Krikela (accoustic/folk/lyric) in der Baracke in Münster statt. Eintritt 4-7 Euro.

Am 19. Oktober könnt ihr in Bremen der Veranstaltung “Hoffnungslos Feministisch? 3.0″ (PDF) lauschen – eine Lesung und Diskussion mit Frigga Haug (via femrefbremen).

Dr. Ilse Kokula, Pionierin der Lesbenbewegung und der Lesbenforschung, gibt am 22. Oktober in Berlin eine von der Heinrich Böll Stiftung initiierte Veranstaltung zum Thema “Zeitzeuginnen der Berliner Lesben-/ Frauenbewegung im Dialog der Generationen“. Eintritt: frei.

Vom 28. bis zum 30. Oktober findet in Berlin der von der Bundeszentrale für Politische Bildung initiierte Kongress “Das Flexible Geschlecht” zu Gender in Krisenzeiten in der globalen Ökononmie statt. Unter anderen mit dabei: Susan Pinker, Sonja Eismann, Hilal Sezgin und Heide Oestreich.

Das Berliner Pornfilmfestival feiert in diesem Jahr sein 5jähriges Bestehen und zeigt vom 28. bis 31. Oktober im Kino Moviemento erneut ein vielfältiges Programm rund um Erotik und Sexualität.

Am 30. Oktober findet das Barcamp Frauen in Berlin statt. Die Themenwahl könnt ihr im Barcamp Forum selbst festlegen!

Ebenfalls am 30. Oktober gibt es unter dem Motto “My Body My Choice” die Gegendemonstration zum “1000 Kreuze Marsch” in München.

Wir haben eine Veranstaltung in deiner Nähe vergessen? Schreib uns unter post[at]maedchenmannschaft.net oder poste sie hier in die Kommentare.


Facebook | |


PorYes!!!

21. Oktober 2009 von Verena
Dieser Text ist Teil 19 von 25 der Serie Wilde Mädchen

Hardcore Zeiten in Berlin. Nicht nur die Mainstream-Akteure der Pornomesse Venus tagten, auch hat sich eine kleine feministische Bewegung aufgemacht, ihre Lust am Porno offen zu zeigen und zu feiern. Deshalb wurde vergangenes Wochenende der erste feministische Pornofilmpreis Europas, die Auster, verliehen. Schon Wochen vorher sprach der Tagesspiegel mit Initiatorin Laura Mérrit über die Bewegung PorYes und die Bedeutung des profeministischen Pornos. Auch Spiegel.online und der Freitag warfen einen Blick auf das Anliegen der Macherinnen, ein Gütesiegel für faire Pornos zu vergeben. Pornos, die Safer Sex praktizieren und die Grenzen der Darsteller respektieren, genauso wie Frauen maßgeblich an der Produktion – besonders hinter der Kamera – zu beteiligen.

(C) Eva Hillreiner, www.evahillreiner.de

Es ist definitiv ein Fortschritt, dass auch Frauen Gefallen finden dürfen an sexueller Ausführung – selbst, wenn sie auf Papier oder Zelluloid stattfindet. Dafür möchte ich den PorYes-Damen anerkennend auf die Schulter klopfen, auch wenn ich mich frage, wie weit ihre Signalwirkung gehen wird. Und ob sie nicht doch bloß diejenigen bedient, die ohnehin schon offen mit Sexualität und all ihren Begleiterscheinungen umgehen. Denn noch viel zu langsam verliert Pornografie – ähnlich wie einst die Masturbation – ihre tabuisierte Existenz. Und eine weitere Frage stelle ich mir: Wenn wir Feministinnen jetzt die Kameraführung übernehmen, darf ich mich dann überhaupt noch am ‚bösen’ Mainstream erfreuen? Denn wie formuliert es Mérrit im Interview:

Das Hauptkriterium ist, Vielfalt zu zeigen und zu bebildern, wegzukommen von der Leistungsshow. Handlung muss nicht unbedingt sein, ein Penis darf auch mal herunterhängen, Pickelchen sind okay.

Stop! Einen schlaffen Schwanz will ich dort eben nicht haben. Denn ich gucke mir ja keine Pornos an, um Realitäten zu sehen. Ich mag es, willige Frauen und standfeste Männer zu sehen. Natürlich hat das nicht immer mit dem echten Leben zu tun, aber dafür ist Pornografie meiner Meinung nach auch nicht da. In Ordnung, der ewig gleiche Blick auf das weibliche Geschlechtsteil sowie der Cumshot als Zeugnis männlicher Potenz und Dominanz verliert auch für mich auf Dauer an erregender Wirkung. Aber auch feministische Pornos müssen ein Maß an Fiktion enthalten. Sie sollten überraschen, verstören und helfen, die Grenzen der gesellschaftlich gesteckten Sexualität zu erweitern. Und sie sollten Frauen ermöglichen, auch feministisch inkorrekt den „männlichen“ Blick gut zu heißen. Solange dieser nicht richtungsweisend für das Genre ist und die pornografisierte Lust standardisiert. Da stimme ich doch mehr Tina Lorenz zu, die in der taz schreibt:

Als Konsequenz der zweiten und dritten Feminismus-Welle drängen jetzt neue Rezipient_innengruppen auf den Markt, die die Ware Porno für sich erobern und sich weigern, den Männern – sei es als Produzenten oder Konsumenten – weiterhin das Feld zu überlassen. Wenn Pornos ein sexualisierter Kommentar auf unsere Lebenswirklichkeit sind, so ihr Credo, dann muss es auch Ausdrucksraum für Daseinsformen abseits der genormt scheinenden Mainstream-Ästhetik geben.

Aber ich will auch nicht so streng sein und gar den Fehler der meisten Pornogegnerinnen machen, indem ich etwas kritisiere, das ich nur in Ansätzen beurteilen kann. Deswegen geht es morgen nach Berlin, wo vom 22. Oktober an das 4. Pornfilmfestival stattfindet. Mit dem Schwerpunkt auf den feministischen Porno, wird sich ja zeigen, wie Facettenreichtum Lust entfachen kann. Denn die Möglichkeiten sind schier unendlich und wir sind ja auch zum Spaß hier. Also, Röcke hoch und Hosen runter!


Facebook | |



Anzeige