Samstagabendbeat
Saturday, September 6th, 2008 von Susanne… What a word’s worth? …
… What a word’s worth? …
… Steh auf, gib nich’ auf, hör nich’ auf, hör nie auf
Unite, es wird Zeit, du und ich, unite …
Die Ladys, u.a. Noah Sow, bieten mit ihrem Sisters e.V. Workshops für Mädchen, in denen diese das Musikmachen lernen. Gerade ist das Album “Gender Riots” erschienen. (Aber ein Musikvideo gibt es noch nicht, deswegen oben der Auftritt beim Bundesvision Song Contest; ab Minute 2 geht es dort richtig los.)
Diese Woche mal wieder die großartige Dokumentation “Shut Up And Sing” gesehen. Deswegen:
… How in the world can the words that I said
Send somebody so over the edge
That they’d write me a letter
Sayin’ that I better
Shut up and sing
Or my life will be over …
Amy Winehouse, die nach wie vor größte und wildeste aller Kerletten, hat wieder einmal gezeigt, wer hier die dicksten Cojones hat. Die Sängerin hätte ja ursprünglich den Titelsong zum neuen Bond “Quantum of Solace” gemeinsam mit Mark Ronson einspielen sollen. Wegen ihres, tja, ähm, unzuverlässigen, trinksüchtigen, aggressiven, willkürlichen Verhaltens wurde sie aber von den Produzenten wieder entlassen. Geplant ist stattdessen ein Duett von Alicia Keys und Jack White.

Jetzt hat Amy in einem Interview die Welt darauf aufmerksam gemacht, was sie verpasst.
“I guess they are going for clean-cut and boring,” she sneered to New magazine. “[They] made a big mistake. If they want a worldwide hit, I have them all up here [pointing to her head].”
Was für eine Vorstellung, wie die kleine, dünne Amy lungert, raunzt und machomäßig auf ihren Haarturm zeigt. Stellt sich allerdings (bei all meiner offenkundigen Zuneigung zu Ms. W.) doch die Frage - wird sie jetzt von allen anderen unterschätzt, oder ist sie einer groß angelegten Selbstverarschung aufgesessen?
… they call me QUIET but I’m a RIOT …
… dann könnte ich nämlich nicht nur zum Femmes ‘R’ US sondern auch zum We B*Girlz-Festival gehen, welches dort seit jetzt stattfindet. Junge Frauen die mit Hiphop zu tun haben, steppen da für ihre Kultur, Identität und yeah, die feministische Sache. Es gibt Breakdance-Workshops, Rap-und Tanzbattles, Diskussionsforen und Grafitti-Kurse. Super, weil die Frau im Mainstreamrap ja oftmals nur aus Arsch & Titten & Goldschmuck zu bestehen scheint, aber gerade der Hiphop für Frauen ein bestärkendes, coolifizierendes Genre sein kann. Ich erinnere mich noch an meine Hiphop-Phase und muss sagen, ich habe mich selten so lässig gefühlt wie in weiten Hosen, Sweatshirts und Adidas Superstars (ja, ist schon ne Weile her) die Straße entlang zu grooven, Cypress Hill im Ohr und den Beat in den Beinen. Wie super muss das dann erst für wirklich kreative junge Frauen sein?

Das reißt nicht nur mich mit, sondern auch unserer aller Alice von Schwarzers Gnaden - die trifft sich nämlich, OMFG, am 9. August zu einem Podiumsgespräch in aller Öffentlichkeit mit MC Pyranja, MC Sookee und der Musikjournalistin Bianca Ludewig. Themen werden Frauenbilder im Rap, Emanzipation, Funktion von Pornografie und Gewalt (klar, gekoppelt) und “die Frage, wie ’sexy’ eine Frau sein darf, wenn sie als Mensch ernst genommen wird”. Das alles wird münden in den Kern aller Pudelinen: “Muss frau sich entscheiden zwischen Bitch und Butch”? Props für MC Schwarzer und ihre Bereitschaft zum Dialog mit der Jugend.
Jetzt mal im Ernst: Ich glaube, das alles wird toll und spannend und mit Sicherheit wird es interessant, was die sich zu sagen haben. Was mache ich eigentlich noch in München? Ach so, stimmt: in der Bibliothek sitzen. Deswegen kann ich euch nur anflehen: Geht hin und erzählt, wie es war!
Das Podium findet statt ab 18.00 in der Alten Feuerwache in Berlin-Kreuzberg, Axel-Springer-Str 40 / 41. Der Eintritt ist frei.
vom 7.-16. August im Radialsystem Berlin.

Feminismus in Pop, Musik, Kunst und Film heute
Dieser tolle Kongress beginnt am Donnerstag Abend, 20 Uhr mit der Ausstellungseröffnung, ab 22 Uhr gibt’s Party mit “Femmes with fatal Breaks”, einem flotten DJ-Team. Die Ausstellung wird dann weiterhin vom 8.-16. August täglich von 14.00 bis 0.00 Uhr zu besichtigen sein. Künstlerinnen von London bis New York stellen ihre feministischen Werke aus.
Ein weiteres Highlight ist die Diskussionsrunde am Freitagabend: Zur Frage “Feminism - government’s mission? Economic factor? Insurection” diskutieren Maria do Mar Castro Varela aus Berlin, Chris Straayer und Tiina Rosenberg aus New York.
Am Samstag gibt es zunächst einen Vortrag über Positionen feministischer Filmkritik von Michaela Wünsch, um dann in die Praxis überzugehen, wobei verschiedene Filmscreenings als Beispiele gezeigt werden. Im Künstlerinnengespräch mit Constanze Ruhm und Sabeth Buchmann wird geklärt: “Kann ein Kunstwerk feministisch sein?”, um danach durch weitere Filmscreenings auch dieser Frage nachzuspüren.
Das komplette weitere Programm kann auf der Website von Femmes ‘R’ Us heruntergeladen werden. Und hier geht zu den CVs aller Teilnehmerinnen.
Einzig den DJing-Workshop, der Montag und Dienstag, 11. & 12.08., jeweil von 20.00-0.00 stattfindet, möchte ich noch besonders hervorheben. Wer schon immer einmal selbst mixen und auflegen wollte, kann sich hier einweisen lassen. Ich bin auf jeden Fall auch dabei. DJane zu werden ist nämlich mein heimlicher Traum.
(Foto: © Birgit Wudtke)
Von morgen, 14. Mai, bis Samstag, 17. Mai steigt das allererste Ladyfest in Mecklenburg-Vorpommern, genauer: in Rostock. Alle Infos zum Programm, zur Anmeldung, zum Mitmachen gibt es online.
So sah das Logo des Berliner Ladyfests 2007 aus. Und jetzt könntest du das Logo für 2008 gestalten! Bis zum 30. Mai bitten die Veranstalter um Entwürfe. Und zwar als JPG-Datei an info@ladyfest.net.

Der Bayerische Rundfunk sendete gestern auf seiner Jugendwelle, dem “Bavarian Open Radio“, eine Übersicht über junge Frauen in der Musik. Von den Folk-Elfen Joanna Newsom, Alela Diane und Soap and Skin, den Sound-Sisters CocoRosie und Tegan & Sara und den Country-Soul Erbinnen Devon Sproule, Simone White und Duffy wurde erzählt:
Ihr Instrument ist eine Harfe, ihre Stimme die einer Elfe: Joanna Newsom. Über ihr Album “Ys” meinte Spiegel Online, es sei das “bedeutendste und berührendste Album dieses Jahrzehnts”. Letztes Jahr erschien dann “Joanna Newsom and the Y Street Band”. Ablösung der schweißtreibenden Musik von Bruce Springsteen and The E Street Band: Diese US-Amerikanerin klingt nach Kate Bush und ordentlich gescheiteltem Haar, sie verwandelt den Rockschuppen in eine Konzerthalle voller andächtig lauschender Zuhörer.
Das alles unter der Überschrift: “Der Angriff der Alphamädchen im Pop”.