Einträge mit dem Tag ‘Popkultur’


Sag mir, wie soll ich fühlen?

10. Februar 2012 von Jennifer
Dieser Text ist Teil 42 von 42 der Serie Meine Meinung

Der Hype um die „Twilight“-Saga ebbt allmählich ab – stark angesagt bei jungen Leserinnen ist dafür derzeit die „Tribute von Panem“-Trilogie. Und die hat endlich mal eine starke, selbstbewusste junge Heldin zu bieten. Oder?

So langsam ist es ja auch mal gut mit der schönen Bella und ihrem keuschen Vampir. Der letzte Band der „Twilight“-Reihe ist schon eine Weile auf dem Markt, der erste Teil seiner auf zwei Folgen angelegten Verfilmung kam im letzten Winter in die Kinos. Weil Bella darin ihrem schönen Blutsauger Edward das Ja-Wort gab, durfte sie auch endlich mit ihm Sex haben – musste sich dann aber ganz klassisch gleich wieder für ihr ungeborenes Vampirkind opfern. Denn eine Abtreibung kommt in der von einer Mormonin erdachten Geschichte natürlich auch bei Lebensgefahr für die Mutter nicht in Frage. Der zweite Teil soll nun im kommenden Winter die Leinwände erobern. Wer die Bücher gelesen hat, weiß, dass sich am Rollenbild – hier der starke, beherrschte und sich über seine Gefühle stets im Klaren befindliche Mann und dort die emotionale und unsichere, aber durch ihre Intuition alles richtende Frau – nichts mehr ändern wird.

Aber dafür gibt es ja jetzt eine neue Romanreihe für jugendliche Leserinnen. Und für „Die Tribute von Panem“ (im Original „The Hunger Games“) hat sich die Autorin Suzanne Collins wenigstens mal eine starke weibliche Heldin ausgedacht: Die 16-jährige Katniss lebt in einer nahen Zukunft in Panem, dem einstigen Nordamerika, das von Naturkatastrophen und Bürgerkriegen verwüstetet wurde.

Beherrscht wird Panem vom grausamen „Capitol“. Um das Volk gefügig zu halten, haben sich die Tyrannen ein besonders perfides Mittel ausgedacht: die Hungerspiele! Jedes Jahr werden aus allen Distrikten je ein Junge und ein Mädchen ausgelost, die in einer Arena gegeneinander antreten müssen – auf Leben und Tod. Dem Sieger wirkt ein Leben in Saus und Braus, doch bis er die anderen zwangsrekrutierten Gladiatoren niedergemetzelt hat, sind alle Einwohner Panems verpflichtet, sich die Spiele live vor dem Fernseher anzuschauen.

Als das Los auf Katniss’ kleine Schwester Prim fällt, meldet stattdessen sie selbst sich freiwillig. Immerhin kann sie mit Pfeil und Bogen umgehen, ihre Chancen stünden also vielleicht gar nicht so schlecht. Nur mit einem hat die eigentlich so toughe Katniss nicht gerechnet: Dass der andere Kandidat aus ihrem Distrikt ausgerechnet ihr netter Klassenkamerad Peeta sein könnte. Und dass Peeta, der eigentlich doch ein tödlicher Konkurrent ist, sich im Verlaufe der Spiele auffallend um sie bemüht, ihr sogar das Leben rettet … (weiterlesen …)


Facebook | |


Du musst reagieren – Interview mit Sookee

17. Januar 2012 von Verena

Sookee ist schwer beschäftigt. Zwischen der Veröffentlichung ihres dritten Albums, zwischen Konzerten und Vorträgen zu Queerfeminismus und Homophobie im deutschen HipHop unterrichtet die Berliner Rapperin auch noch an einer reformpädagogischen Schule. Zum Gespräch lädt sie zu sich nach Hause ein, wo die Räume mit viel Lila dekoriert sind, Sookees Lieblingsfarbe.

Auf dem Weg hierher kam mir in der S-Bahn erst eine Siebenjährige entgegen, die ganz affektiert ihre Handtasche trug. Dann stieg ein anderes Mädchen ein, mit Puppenwagenmontur in Pink inklusive glitzerndem Regenschirm. Was wäre Dir in der Situation durch den Kopf gegangen?

Ich hoffe in solchen Situationen immer heimlich, dass diese Mädchen noch ganz cool und queer werden und pink dann aus einer anderen Motivation heraus tragen. Aber da steckt natürlich auch eine riesige Industrie dahinter. In den Kaufhäusern sind ganze Abteilungen im negativen Sinn gegendert, nach Jungs und Mädchen aufgeteilt. Das weckt natürlich Bedürfnisse bei den Kindern, denn es geht auch da schon um Anerkennung und Zugehörigkeit.

Hast du mit Puppen gespielt?

Nee, ich war weder an Puppen noch an Autos interessiert. Ich habe mich mehr mit Büchern beschäftigt. Und Bastelzeug, das war auch eher so meins. Ich kann aber das Bedürfnis noch gut nachvollziehen, diese Anerkennung haben zu wollen. Ich kann mich zum Beispiel an eine konkrete Situation erinnern, als im Kindergarten das Faschingsthema Zirkus hieß und unsere Gruppe in Gewichtheber und Ballerinas aufgeteilt wurde. Da hat meine Mutter noch nachts dran gesessen, mir das scheiß Tütü zu nähen, das ich aber am nächsten Tag nicht anziehen wollte, weil ich einfach keine Röcke trug.

In die Rolle des Gewichthebers zu schlüpfen, ging damals nicht?

Nein, das wurde gar nicht diskutiert. Ich würde heute vor Freude in die Hände klatschen, wenn ich ein Mädchen an der Schule, an der ich unterrichte, zu so etwas ermutigen könnte. Aber damals ist keine der Erzieherinnen auf die Idee gekommen, mir zu sagen, dass ich als Gewichtheber gehen könnte. Die Zuordnung ist hier ganz klar, nach wie vor. Allein das Beispiel Frauenzeitschriften zeigt, mit welchen Interessen Männer und Frauen nach wie vor in der öffentlichen Wahrnehmung ausgestattet werden. Da geht es doch nur um Kochen, Mode, Schönheit …

Liest Sookee überhaupt Frauenzeitschriften?

Ich kaufe die zwar nicht, lese sie aber, wenn ich bei der Ärztin sitze. Ich habe so ein Faible für Handarbeitsmagazine, diese Begleithefte von Frauenmagazinen fürs Stricken und Handarbeiten. Ich liebe es, Dinge selber zu machen. Stricken, Schmuck, alles mit Textilien wie Wolle und auch Papier. Das ist noch so ein Waldorfschulen-Ding in mir.

Ist das ein Hobby ausschließlich für Zuhause oder hast du das Strickzeug auch unterwegs dabei?

Ich nehme das total oft mit. Ist schon ulkig, wenn du in Minirock und Stiefeln oder Trainingshose und Anti-Homophobie-Aktionsbutton dein Strickzeug rausholst und überraschte Blicke erntest. Ich hatte so schon tolle Gespräche in der U-Bahn mit älteren Damen, denen ich unterstellen würde, dass sie sonst einen großen Bogen um mich machen würden.

Im feministischen Kontext ist Handarbeit längst rehabilitiert und als Teil des Do-It-Yourselfs-Empowerment akzeptiert. Aber dieses Gefühl, einen Widerspruch aushalten zu müssen, als Feministin gerne zu stricken oder Highheels zu tragen, kannst du das nachempfinden?

Schon, aber davon habe ich mich nie abschrecken lassen … (weiterlesen …)


Facebook | |


Hamburger Schule Revisited

3. Januar 2012 von Verena

Der Mainzer Ventil Verlag bringt immer feine Bücher raus. Nicht nur die tollen testcard Bände, auch über Riot Grrrls  und zuletzt die aufklärende Abrechnung über die vermeintlich männlich besetzte Hamburger Schule.
Sylvia Prahl rezensiert nun in der taz den Interviewband „Lass uns von der Hamburger Schule reden“, der aus einem Seminar an der Uni Bremen entstanden ist. Unter der Prämisse, „eine Kulturgeschichte aus Sicht beteiligter Frauen zu erzählen“, kommen Musikerinnen wie Elena Lange von Stella und Almut Klotz von den Lassie Singers ebenso zu Wort wie die Protagonistinnen hinter der Bühne, die als Bookerin, Label-Betreiberin oder Journalistin den deutschsprachigen Diskurspop der 90er Jahre entscheidend mitgeprägt haben. Eine „informative und gut lesbare Oral History“ sei hier entstanden, schreibt Prahl.

Das liegt auch daran, dass die Aussagen der Protagonistinnen nicht zugunsten eines einheitlichen Sprachflusses begradigt wurden. Die Interviews ergänzen sich inhaltlich und machen ein sehr gegenwartsbezogenes Lebensgefühl greifbar, das eine ganze Generation geprägt hat.

Auch in der aktuellen Missy gibt es eine Rezension zum Buch, in der Kendra Eckhorst schreibt:

In den persönlichen Interviews entführen die Protagonistinnen in eine Zeit, in der der Kampf zwischen Indie- und Majorlabel tobte und Frauen sich ihre Klasse in der Hamburger Schule eroberten, von der bis heute viel zu wenig zu hören war.

Falls also noch ein paar Büchergutscheine von Weihnachten bei euch rumliegen, investiert die doch in ein gutes Stück Musikgeschichte.


Facebook | |


Kweens, Klangfarben und Katholiken – die Blogschau

3. Dezember 2011 von Anna-Sarah
Dieser Text ist Teil 136 von 144 der Serie Genderissimi: Die Blogschau

Die Kweens waren beim “26. Treffen junger Autoren” (bemerkenswerter Titel übrigens, bei einem Mädchen-Jungen-Verhältnis von 17 zu 3) und waren schockiert von all den frauen- und generell menschenfeindlichen Texten, die sie dort zu hören bekamen.

momorulez berichtet, warum die Anwesenheit eines Vertreters der katholischen Kirche bei einer Veranstaltung zur Frage „Warum gehe ich zu St. Pauli?“  für ihn unzumutbar ist und erläutert dabei noch mal die Konzepte trigger und safe space/Schutzraum.

Wie Argumente gegen die kürzlich beschlossene “Herdprämie” rassistisch instrumentalisiert werden, gibt es bei anders deutsch zu lesen.

Lipstick Terrorist beschäftigt sich mit der Hypersexualisierung, die sie  innerhalb der queeren Szene wahrnimmt (in englischer Sprache).

Kürzlich erschienen: die Publikation Frauenin/transFormation. Im Anschluss an die FrauenFrühlingsUni in Graz 2009 greifen Mitwirkende die Inhalte, Themen und Erkenntnisse der Veranstaltung noch einmal auf und lassen sie Revue passieren.

Regina Frey berichtet über Männergedenk- und -feiertage im vergangenen Monat. (weiterlesen …)


Facebook | |


Turn It Up & Spray It Loud!

4. November 2011 von Anna-Sarah
Abstrakte Grafik in verschiedenen Farben, versehen mit dem Schriftzug "turn it up & spray it loud"

Grafik: © kid arla

Keine Frauen hinterm DJ-Pult? Von wegen. Vom 11. bis 13. November läuft in Bremen das antisexistische Hip Hop Event Turn it Up & Spray It Loud! (das vollständige Programm auf einen Blick gibt es bisher leider nur als Facebook-Event). Am Freitag ab 16:00 gibt es im Zucker Club Vorträge über Frauen­bilder, Sexismus, hegemoniale Männ­lichkeit und Homo­phobie im Hip Hop, beim abendlichen Konzert ab 21:00 stehen Sookee und Badkat auf der Bühne, außerdem gibt es einen Break­dance Act und danach Party. Am nächsten Tag geht es von 14:00 bis etwa um Mitternacht mit einer Ausstellung von Graffiti- und Street­art­künstlerinnen, Vor­trägen, Filmen und Musik im Kulturbunker weiter. Dort ist auch am nächsten Tag noch von 14:00 bis 18:00 Gelegenheit, die Aus­stellung sprayitloud anzusehen.

Das Konzert am Freitag kostet 5 Euro Eintritt, die Party danach 3 Euro. Beim weiteren Programm seid ihr umsonst dabei, Spenden werden aber gern ge­nommen.

(weiterlesen …)


Facebook | |


Frust an den Plattentellern

3. November 2011 von Verena

Mensch sollte nicht viel geben auf diese Bestenlisten, die immer mal wieder umher schwirren und mit denen auch Musikredaktionen ihre Inhalte bestücken. Das DJ Mag hat kürzlich ihre jährliche  Top 100 der DJs gekürt und ratet mal, wie viele darunter weiblich waren: KEINE EINZIGE. Das finde ich echt mal ein starkes Stück, genauso wie der Guardian, in dem Hanna Hanra fragt, wo die DJanes sind. Denn selbst die größte Chauvi-Redaktion hat heutzutage zwei oder drei Alibifrauen im Hinterkopf, wenn es um den Schwanzlängenvergleich geht. Bloß, das DJ Mag listet ihre High Potentials via öffentlicher Abstimmung, d.h. DJ Klaus aus Hintertupfingen und DJ Dieter aus Kleindoofdorf voten und die kennen wohl nur Frauen am Herd, aber nicht hinter Plattentellern. Wir schon, z.B. Dinky, Miss Kittin, Peaches, Ellen Allien, Chloé oder Annie Mac, die es immerhin schon mal in die DJ Mag Top 100 geschafft hat.

Und dafür muss man noch nicht mal in DJ-Clubs abhotten, um das zu wissen. Aber ach, ein Blick auf den Top Spot dieser Liste und mein Ärger verraucht zugunsten eines fetten Grinsekatzengesichts: David Guetta auf Platz eins. Na dann…

 


Facebook | |


“The Future”-Preview mit Miranda July in Hamburg

12. Oktober 2011 von Anna-Sarah

Foto eines Filmplakats für Miranda Julys "The Future", aufgenommen und auf flickr veröffentlicht von 92YTribecaEin Kulturtermin im Norden zum Vormerken:  Am 23.10. läuft im Hamburger Abaton Kino eine Preview des neuen Films “The Future” von und mit der US-amerikanischen Regisseurin, Schauspielerin, Künstlerin und Schriftstellerin Miranda July, der dieses Jahr im Rahmen der Berlinale Premiere hatte. July wird dabei selbst anwesend sein. Der Ticketverkauf startet heute.

Einen Beitrag über “The Future” inklusive Trailer gibt es in der Arte-Mediathek.

 

 

 

 

 


Facebook | |


Feminism lesen und gucken: Die Blogschau

1. Oktober 2011 von Verena
Dieser Text ist Teil 127 von 144 der Serie Genderissimi: Die Blogschau

Zwzorza guckt TV und entdeckt einen Beitrag über die libanesische HipHopperin Malikah. Allerdings kommt auch das ZDF nicht an Stereotypen wie jung und sexy vorbei. Ist ja auch total einfallsreich.

Im Comic-Fieber: Ti_Leo rezensiert zwei Comicneulinge. Wonder Woman von Brian Azzarello und Catwoman von Judd Winick. Die eine ist top, die andere flop…

Afrika Wissen Schaft widmet der verstorbenen Friedensnobelpreisträgerin Wangari Maathai einen Nachruf. Mehr zu Maathai ist auch bei fembio nachzulesen.

Ein Fremdwörterbuch träumt vom eigenen Modeblog. Aber stattdessen äußert sie sich erstmal in einem Posting über Qualität und Quantität in der Mode, Konsumwahn und was statt dem neuesten Fummel wichtig sein kann.

Der Band “Karriere eines konstruierten Gegensatzes: zehn Jahre ‘Muslime versus Schwule’”, herausgegeben von Koray Yilmaz-Günay, greift die seit dem 11. September 2011 verschärften Debatten in der BRD zum “Islam” auf. In der Rezension im Mädchenblog heißt es dazu:

Der Band […] führt das für die Debatte unentbehrliche Wissen prononciert zusammen. Er vereinigt Beiträge seit 2003, die neu abgedruckt wurden, und eigens für diesen Band verfasste. Es werden historische Traditionen herausgearbeitet, die im Kolonialismus wurzeln. Es kommen konkrete Erfahrungsberichte und quantitative Auswertungen vor. Und es wird vor allem nachgezeichnet, wie verstärkt seit 2001 – aber auch bereits zuvor – rassistische Entwicklungen in lesbischen und schwulen mehrheitsdeutschen Communities um sich griffen, wie CSDs mittlerweile zu „White Prides“ verkommen, bei denen man sich westlich der vermeintlichen eigenen Überlegenheit und der vermeintlichen Unzivilisiertheit „des Anderen“ versichert.

Noch mal Mädchenblog: Pia regt sich über die aktuelle Kindermodenkollektion von Lidl auf. Rehkitze als Motiv für das schüchterne, verletztliche Mädchen und Wolfmotive für den bösen, aggressiven Jungen. Da hol doch mal einer Rotkäppchen…


Und Mädchenblog zum Dritten: Die Werbekampagne eines kanadischen FriseurInnengeschäfts sorgt für Kritik: Zu sehen ist eine aufwendig, perfekt wirkende Frau mit einem blauen Auge, hinter der ein Mann in dominanter Pose steht.

Eine neue Entscheidung gibt es im Ranftle-Fall, in dem es um den Nachlass eines homosexuellen US-Amerikaners an seinen Ehemann geht. Queernews berichtet.

Hanhaiwen fordert zum Gedankensturm für den kommenden Ada-Lovelace-Day am 7. Oktober auf.

Die Lesbomatin ist vom BH-Zwang genervt und fragt augenzwinkernd, ob er gar die europäische Antwort auf die Burka ist.

Willkommen in der Blogsphäre: Kasimpasa International.

Nicht neu, aber trotzdem einen Klick wert: Berlin-Woman, das Online-Magazin für Berliner Stadtkultur mit einem “weiblichen” Blick.

Und einen Termin gibt es auch noch: Das Magazin Feigenblatt präsentiert am 2. Oktober das Warmup für das Porn-Film-Festival, das vom 26. bis 30. Oktober in Berlin stattfindet. Gezeigt wird – unter Anwesenheit der Regisseurin Jennifer Lyon Bell der Film “Skin. Like. Sun.”, sowie mit “Headshot” eine ältere Arbeit der Regisseurin.


Facebook | |


Wissen, wie es geht

30. September 2011 von Verena
Dieser Text ist Teil 20 von 20 der Serie Sex am Morgen

Sex – wir alle glauben zu wissen, wie es geht und doch gibt es immer mehr, vor allem junge Menschen, die kaum etwas über die biologischen Vorgänge im Körper wissen und ergo keine Ahnung von Verhütung haben. Vom weiblichen Orgasmus haben auch immer noch viel zu viele Leute keine Ahnung. Nur den G-Punkt, den hat die Schönheitschirurgie für sich entdeckt. Die Vulva-Spots der Woche:

Vom 25. bis 29. Oktober findet in Kiel das 4. Fetisch Film Festival statt. Ich bin zwar nicht so fetisch-filmerfahren, um Empfehlungen abzugeben, aber Filme wie “Profane” oder “Tenderloin Tramp” klingen vielversprechend. Ein Star-Aufgebot gibt es auch: Mit “Eine dunkle Begierde”, in dem Keira Knightley und Viggo Mortensen die Hauptrollen mit freudschem Fetisch spielen.

Na, noch auf der Suche nach dem G-Punkt? Dann lasst doch einfach mal den/die Schönscheitschirurg_in ran. Nicht nur schnippeln die ÄrztInnen immer öfter an den Schamlippen rum, nun werden sogar die G-Punkte aufgespritzt. Nennt sich dann ‘G-Shot’. Darüber und über die gängigen Vulva-OPs für bescheuerte Designer-Vaginas berichtete Anfang September frauTV. Zu sehen ist der Beitrag auch auf der Internetseite der Sendung. Aber wieso sagen die immer ‘da unten’?!

Erika Lust stellt in ihrem Blog Orgasmus-Coach Nicole Deaaedone vor, die weibliche Orgasmusprobleme für kein biologisches sondern ein kulturelles Problem hält: Zu viel Arbeit, zu viele Diäten, Unruhe und sozialer Druck seien die Umstände, die Frauen ihren Höhepunkt versagen. Jezebel empfiehlt zum Thema die positiven Nebeneffekte beim Yoga und Deadone stellt ihr Orgasmus-Manifest bei TED vor:

Global Voices unterhält sich mit der us-amerikanischen Kulturwissenschaftlerin Katrien Jacobs über ihr jüngstes Buch “People’s Pornography”, in dem sie das D.I.Y. chinesischer Internetpornographie untersucht. Sehr spannend, weil die – überwiegend – jungen Chinesen damit doppelt gegen das Gesetz verstoßen: Sie haben Sex, wie es ihnen gefällt und sie laden ihn auch noch hoch. Weniger erfreulich dagegen ist die weit verbreitete männliche Fantasie, mit minderjährigen Mädchen Sex zu haben, um sich in ihrer männlichen Macht-Position bestätigt zu fühlen.

Die Porno-Recyclerinnen von Hazel Glory kommen bei  jetzt.de zu Wort. Ist nicht ganz neu, SpOn hat auch schon mal drüber berichtet. Warum sich die zwei Schweizerinnen dem 70er Jahre Porno verpflichtet sehen, begründet Sabine Fischer sehr sympathisch:

Die 70er waren auch das sogenannte „Golden Age of Porn“. Es war eben noch die Zeit vor Videos und es gab somit keine Schnellproduktionen. Heute dreht man an einem Nachmittag einen Porno: In einem kargen ekligen Raum mit tonnenweise Make-Up machen zwei Leute Sex und das war’s dann.

Laut einer internationalen Studie mit mehr als 6.000 Jugendlichen aus 26 Ländern wissen junge Menschen immer weniger über Verhütung und die Risiken ungeschützen Verkehrs und trauen sich auch nicht, ihre Eltern danach zu fragen. Reuters zitiert die Studie, nach der allein ein Drittel der befragten ÄgypterInnen annahm, nach dem Sex zu duschen verhindere eine Schwangerschaft…


Facebook | |


Vorm Bloggerinnendasein: Geburstag feiern im IRC-Channel

12. September 2011 von Helga
Dieser Text ist Teil 81 von 94 der Serie WWW Girls

In jeder Folge der WWW Girls stellen wir euch eine Bloggerin und ihre Weblogs vor. Heute:

Puzzlestücke (auch auf Facebook)

bisexualitaet.org (ebenfalls auf Facebook und @bisexualitaet)

Wie heißt du?
Aktuell bin ich unter dem Namen „Paula“ im Netz unterwegs – das ist der Name, den mir mein Vater nach meiner Geburt geben wollte, wozu es leider nicht kam. Auf Twitter wohne ich unter dem Namen @puzzlestuecke.

Seit wann bloggst du?
Mein erstes Blog/LiveJournal führe ich seit Januar 2002; das ist inzwischen allerdings komplett privat und nur noch für enge Freunde einsehbar. Im Dezember 2010 habe ich meinem jetzigen Blog, Puzzlestücke, Leben eingehaucht, und seit April 2011 schreibe ich zusammen mit Deef Pirmasens das Blog bisexualitaet.org.

Drei Bloggerinnen mit weißen Laptops auf denen der Venusspiegel prangt, darum der Slogan - Feminists of the WWW: unite

(c) Frl. Zucker, fraeuleinzucker.blogspot.com

Warum hast du damit angefangen?
Früher vorrangig, um Kontakt zu meinen Freund_innen zu halten, die ich auf verschiedenen Veranstaltungen deutschlandweit kennengelernt hatte. Damals hätte ich es komisch gefunden, Wildfremden meine Gedanken und Ansichten darzulegen. Es gab ja damals auch noch keine nennenswerte „Blogger_innen-Szene“ (was immer sich hinter diesem Begriff verbergen mag). Inzwischen sehe ich das anders und nutze mein Blog ganz bewusst dazu, meine Gedanken niederschreiben und sie auch mit anderen diskutieren zu können, ohne dass diese „Hemmschwelle Freundschaft“ dazwischen steht.

Worüber schreibst du?
Eigentlich quer durch den Gemüsegarten. Das können aktuelle Themen sein oder welche, über die ich mich immer wieder aufrege, Rezensionen von Filmen oder PC-Spielen (oft in Bezug auf Gender/Sexualität) oder auch ganz private Sachen, die ich einfach mal loswerden muss. Eigentlich habe ich tausend Dinge im Kopf, über die ich schreiben möchte, müsste aber für vieles so arg recherchieren, dass mir momentan leider die Zeit fehlt.
Bei bisexualitaet.org schreiben Deef Pirmasens und ich über Themen rund um Bisexualität bzw. haben auch schon zwei Podcasts (hier und hier) dazu produziert. Auch hier wechseln wir zwischen allgemeineren Themen, die Bisexualität nur einschließen (z.B. Homo-Ehe, CSD) als auch ganz spezifischen Bi-Themen, weil uns diese einfach zu selten thematisiert werden. Wir freuen uns da auch sehr über regen Austausch mit unseren Leser_innen. (weiterlesen …)


Facebook | |



Anzeige