Einträge mit dem Tag ‘Polizeigewalt’


NSU: 10 Jahre nach dem Bombenanschlag in Köln

9. Juni 2014 von Charlott

Heute vor zehn Jahren detonierte in der Kölner Keupstraße eine Nagelbombe. Sie war, auf einem Fahrrad angebracht, vor einem Friseurgeschäft aus der Ferne entzündet worden. Es wurden 22 Menschen verletzt, teilweise schwer. Das Friseurgeschäft ging in Flammen auf. Dass keine Personen an jenem Tag starben, grenzt eigentlich an ein Wunder.

Der Kölner Stadt-Anzeiger fragte am 12. Juni: “War es ein Racheakt, ein Streit im Drogenmilieu oder die Tat eines wirren Einzeltäters?”. Der Artikel legt darüber hinaus vor allem nah, dass es auch ein Anschlag der PKK gewesen sein könnte. Und bereits zwei Tage zuvor wusste die FAZ:

Nach etwa zwanzig Stunden Ermittlungen hat sich für die Kölner Polizei das Bild verfestigt, für das es schon früh Hinweise gab. Für die Explosion, die am Mittwoch nachmittag den nördlichen Kölner Stadtteil Mülheim kurz vor 16 Uhr aus seinem geschäftigen Rhythmus riß, gibt es offenbar keinen terroristischen Hintergrund.

Was die “frühen Hinweise” sein sollen, lässt die FAZ (für die allerdings Terrorismus auch in erster Linie islamistischer Terror und nicht etwa rechter Terror ist) offen. Dass es hingegen frühe Hinweise in eine andere  – nämlich rechte – Richtung gab, ist heute kaum noch abstreitbar. Die Vermutungen von Anwohner_innen eines rechten Hintergrunds der Tat hatte die FAZ schlicht mit “Aber das alles sind Mutmaßungen und Spekulationen.” abqualifiziert. Stattdessen wurden die Anwohner_innen durch Polizeiermittlungen, Medienberichte und Politiker_innenaussagen immer wieder als kriminell verdächtigt. Erst im November 2011 wurde der Anschlag dem Nationalsozialistischer Untergrund (NSU) zugeordnet.

“NSU: Staat und Nazis Hand in Hand” von der Polizei entfernt © Bündnis gegen Rassismus und Almende e.V. (via MiGAZIN)

In der letzten Woche hatte in Berlin das Bündnis gegen Rassismus und Allmende e.V. ein Wandbild aufgehängt, um an den Bombenanschlag zu erinnern. Auf dem Plakat war zu lesen: “9.6. 2004: Terroranschlag. Danach: Ermittlungsterror gegen die Betroffenen. Und: Die Mehrheit schweigt. NSU: Staat & Nazis Hand in Hand. Das Problem heißt Rassismus.” Beobachtende Polizeibeamte stellten sogleich Anzeige wegen “Verunglimpfung des Staates” nach §90a des Strafgesetzbuchs. Die Feuerwehr entfernte “NSU: Staat & Nazis Hand in Hand.”. Dass dieser Satz nicht gegen das Strafgesetzbuch verstößt, hätte die Polizeieinheit übrigens wissen müssen. Wie das MiGAZIN berichtet, hatte dieselbe Einheit bereits im letzten Jahr bei einer Demo versucht diese Aussage zu kriminialisieren – das Verfahren war eingestellt worden.

In Köln findet heute ab 15.45 Uhr eine Großkundgebung statt, und in Berlin wird morgen ab 20 Uhr auf der Podiumsdiskussion “Ein Jahr NSU-Prozess – Eine Bilanz” diskutiert.


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Chimamanda Ngozi Adichie, Solange Knowles, Tupoka Ogette, Ana Mendieta – kurz verlinkt

22. Mai 2014 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 235 von 243 der Serie Kurz notiert

deutschsprachige Beiträge

Bereits im März berichtete Tupoka Ogette im RBB über die alltäglichen Rassismus-Erfahrungen, die sie in Berlin macht.

Die Wanderausstellung Die Opfer des NSU und die Aufarbeitung der Verbrechen setzt sich mit den Verbrechen des NSU in den Jahren 2000 bis 2007 sowie der gesellschaftlichen Aufarbeitung nach dem Auffliegen des Nationalsozialistischen Untergrundes im November 2011 auseinander.

englischsprachige Beiträge

Über Sexismus innerhalb von emanzipatorischen Bewegungen: Bei Black Girl Dangerous beschreibt La Stephanie, warum sie die United Farm Workers verlassen musste.

Cecily McMillan, die bei einer Demo im Rahmen von Occupy Wall Street durch den sexualisierten Übergriff eines Polizisten verletzt wurde, wurde nun verurteilt – wegen des angeblichen Angriffs auf besagten Polizisten.

(CW: Bilder mit Blut) Mit der Aktion We wish Ana Mendieta was still alive (Wir wünschten, Ana Mendieta wäre noch am Leben) erinnerten_protestierten_performten Künstlerinnen vor der Galerie, in der eine Ausstellung mit Werken desjenigen Mannes läuft, der Mendieta mutmaßlich getötet hat.

Im Anschluss an die Lesung von Chimamanda Ngozi Adichie hat Peggy Piesche auf Facebook einen offenen Brief an die Autorin veröffentlicht.

Anlässlich eines aufsehenerregenden (anscheinenden) Streits zwischen Solange Knowles und Jay-Z schreibt Jasmine N. Salters bei For Harriet über öffentliches Amüsement auf Kosten Schwarzer Frauen.

Nur dreizehn Prozent der Autor_innen bei Wikipedia sind Frauen. Das Ms. Magazine berichtet über Autorinnenschaft als feministischen Aktivismus.

Bei BitchMedia werden entmenschlichende Aspekte des “Mythos Starke Schwarze Frau” diskutiert und geschichtlich eingebettet.

Termine in München, Salzburg, Würzburg

Würzburg, 24. Mai: Vortrag von Magda Albrecht “(Mein) Fett ist Politisch” im Rahmen des FemFest Würzbug.

Salzburg, 26. Mai: Eröffnungsveranstaltung des Grrrl Zine Archiv (Facebook-Link)

München, 30. Mai bis 1. Juni: 7. Trans*-Tagung München, Anmeldung bis 23. Mai möglich.


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Fat Empowerment, Trümmerfrauen-Verklärung und Polizeigewalt – die Blogschau

10. Mai 2014 von Charlott
Dieser Text ist Teil 245 von 254 der Serie Die Blogschau

Die Arge Dicke Weiber hat passend zum Anti-Diät-Tag am Dienstag eine “Anleitung zur Anti-Diät” veröffentlicht. Bei Schmeckt nach mehr gab es zu diesem Tag eine Lesempfehlung.

Es gibt eine neue Folge des Podcasts Nrrrdz, wo es dieses Mal um Kommunikationstools, Verschlüsselung und Passwortverhalten geht.

Alison Bechdels Graphic Novel Memoir ARE YOU MY MOTHER? erscheint jetzt endlich in deutscher Übersetzung (Wer ist hier die Mutter?). kweens hatten das Buch bereits 2012 besprochen.

Der BH Lounge Blog hat die Kampagne “Accept Every Body – Frei von Körperbewertung” gestartet. Dazu gibt es ein Banner, welches auch andere körper-positive Blogs bei sich einbinden können und es sollen Blogeinträge gesammelt werden.

“Das Bild von den star­ken deut­schen Frau­en, die sich unter äu­ßers­ten Ent­beh­run­gen für den Wie­der­auf­bau des Lan­des auf­op­fer­ten, taug­te und taugt auch heute noch wun­der­bar zur deut­schen Ver­gan­gen­heits­be­wäl­ti­gung.” e*vibes schreibt über die Verklärung der sogenannten Trümmerfrauen.

Vom 10. bis 13. Juli wird das zweite Lady*fest in Heidelberg stattfinden. Am 23. Mai wird es aber bereits eine Soliparty geben. Potentielle Mitstreiter_innen können sich auch melden.

Am 08. Mai fand der “Fette Filmtresen” organisiert von FAT UP statt. Auf dem Blog des Kollektivs könnt ihr euch jetzt auch Clips angucken.

riot_nrrrd schreibt über Un_Sichtbarkeit, alltägliche Diskriminierung und grenzüberschreitendes Verhalten, das er_sie im Elektrorollstuhl erlebt.

indub.io berichtet über Cecily McMillan: “Polizist greift Frau von hinten an die Brust. Frau wehrt sich. Frau wird verurteilt.” [Inhaltswarnung: physische Gewalt; bildliche Darstellung von Gewaltfolgen]

Für eine bessere Vernetzung der feministischen Blogosphäre listen wir jede Woche auf, was unsere Kolleg_innen über die Woche so melden und tun. Haben wir etwas vergessen oder übersehen? Kennen wir dein brilliantes Blog etwa noch gar nicht? Dann sag uns bitte Bescheid!


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Polizeigewalt gegen Geflüchtete, Martin Luther King Day und barrierearme Räume- kurz verlinkt

23. Januar 2014 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 219 von 243 der Serie Kurz notiert

deutschsprachige Beiträge

Napuli Paul Langa ist eine der Verhandlungsführer_innen der Geflüchteten am Oranienplatz. In einem Interview mit neues deutschland spricht sie über ihre Verhaftung und erfahrene Polizeigewalt auf dem Weg zu einer Verhandlung am Freitag. [Inhaltswarnung: ausführliche Beschreibung von Gewalt]

Im Interview mit dieStandard erläutert die Philosophin Rahel Jaeggi, warum die Art, wie Menschen ihr Leben führen eben keine Privatsache ist und wie sich auch Philosoph_innen in Debatten einbringen könnten und sollten. So beschreibt Jaeggi: “Jemand, der meint, ihm oder ihr werde durch politische Maßnahmen die Kindertagesstätte für seine oder ihre Kinder aufgezwungen, muss sich klarmachen, dass dort, wo es keine Kindertagesstätte gibt, den Menschen auch etwas aufgezwungen wird. Auch die Nichtexistenz solcher Institutionen prägt Lebensweisen.”

Dieses Video von NSU Watch erklärt den NSU Prozess und ist gleichzeitig eine Aufforderung zum Spenden für unabhängige, rassismuskritische Berichterstattung zum NSU-Prozess.

englischsprachige Beiträge

Anlässlich des Martin Luther King Jr. Tags twitterte accalmie zur Vereinnahmung von King, Narrativen zum Civil Rights Movement und wichtige Frauen in der Bewegung. Glücklicherweise hat sie diese Tweets auch noch einmal bei Storify zusammengefasst, so dass sie weiter leicht nachzulesen sind.

In der letzten Woche gingen eine Reihe von Bildern eines schwulen Paares und dessen Familienlebens viral. Courtney Baxter schreibt bei feministing über die Wichtigkeit von Sichtbarkeit, aber auch der Gefahr von tokenism.

Autostraddle veröffentlicht Auszüge aus Briefen von Frauen an Frauen, geschrieben zwischen 1896 und 1934. In der Einleitung heißt es: “Whether or not the writers of these letters were queer is not really certain, both because they’re all dead and we can’t ask them and because imposing contemporary ideas of sexuality and relationships on people in the past doesn’t work. In Surpassing the Love of Men, lesbian historian Lillian Faderman writes, “I venture to guess that had the romantic friends of other eras lived today, many of them would have been lesbian-feminists; and had the lesbian-feminists of our day lived in other eras, most of them would have been romantic friends.””

Brittney Cooper schreibt für Salon.com über CeCe McDonald, Marissa Alexander, Beyoncé, Harry Belafonte und den Kampf um Gerechtigkeit für und gegen Gewalt gegen Schwarze Frauen.

Die Autorin des Tumblrs Cause.We.Cool ist Highschool Schülerin. An ihrer Schule wurde der dresscode begründet mit Sätzen wie “Modest is hottest.” und “Boys will be boys.”. In ihrem Beitrag nimmt sie diese Aussagen auseinander und gibt ein Gespräch wieder, welches sie mit ihrem Direktor führte. [Hinweis in den Kommentaren: Cause.We.Cool ist nicht der_die Verfasser_in, sondern hat den Beitrag nur gerebloggt. Die Sätze zur Identität (Highschool Schülerin) und dem Geschehen beziehen sich also auf die Orgional-Verfasserin.]

Bei Black Girl Dangerous vefasste Janani Balasubramanian einen Text über Kritik an (Pop)Stars/ Popkultur und wie diese weiter ausgebaut werden könnte_sollte.

“The fear I carry and the aversion I feel towards governmental departments is due entirely to inter-generational trauma. My mother carries this fear, my grandmother carried this fear, my great-grandmother carried this fear. These fears are real – Australia’s historical track record in this speaks for itself.”, schreibt Kelly Briggs im Guardian über die Angst von Aborigini Müttern, dass ihnen ihre Kinder weggenommen werden.

The Feminist Wire veröffentlichte bereits im November den wundervollen “Letter To All Women Who Have Been Told To Quieten Down, Speak Softer and Be Less Angry” von Mohadesa Najumi.

Unter der Überschrift “The (Un)censorship Project” befreit skepchick arme Kommentare aus den Fängen der feministischen Zensurbehörde und veröffentlicht sie als Sprechblasen in Fotos aus dem 19. und Anfang 20. Jahrhundert.

Es reicht nicht, Menschen mit Behinderungen in Räume/Projekte/etc. einzuladen, es muss auch der Wille da sein Veränderungen durchzuführen, die bedeuten können, dass Dinge etwas länger dauern oder einfach anders organisiert werden müssen, schreibt building radical accessible communities everywhere.

Termine in Berlin

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Wiederholte Polizeigewalt an Trans* of Color

5. November 2013 von Gastautor_in

Wir veröffentlichen hier mit freundlicher Genehmigung und Bitte um Weiterverbreitung die Pressemitteilung von LesMigraS, dem Antidiskriminierungs- und Antigewaltbereich der Lesbenberatung Berlin e.V., und GLADT e.V.. Beide Organisationen nehmen darin Stellung zu aktuellen Vorfällen von Polizeigewalt, Rassismus und Trans*diskriminierung von Polizeibeamten anlässlich einer Kundgebung gegen Polizeigewalt gegen Asylsuchende. Unten findet ihr Kontaktdaten der Berliner Polizei für Beschwerden und Kritik.

Am 23. Oktober 2013 wurde einer unserer Mitarbeiter zusammen mit drei weiteren Protestierenden auf einer Kundgebung gegen die Polizeigewalt und die Festnahmen von Aktivist_innen des Flüchltlings-Protestcamps am Oranienplatz (Berlin-Kreuzberg) festgenommen. Während des etwa einstündigen Polizeigewahrsams verhielten sich die Polizist_innen Trans* diskriminierend und gewaltvoll gegenüber unserem Kollegen. Dabei wurden seine Grundrechte , die zu wahren jegliche staatliche und ausführende Gewalt laut Grundgesetz verpflichtet ist, stark missachtet und verletzt.

Unser Mitarbeiter wurde auf Grund von Racial Profiling (rassistischer Kontrolle) festgenommen. Er erfuhr massive rassistische und transphobe Diskriminierung und Gewalt durch die Berliner Polizist_innen. Dies geschah durch Beleidigungen sowie erniedrigender, respektloser rassistischer und transphober Behandlung inklusive mehrfach versuchter Genitaluntersuchungen. Statt einem diskreten und respektvollen Verhalten wurde die Transidentiät unseres Kollegen zu einem Spektakel und diente der Belustigung der Polizeibeamt_innen. Er wurde viele Male wiederholt gefragt, ob er ein Mann oder eine Frau sei, obwohl er diese Frage bereits damit beantwortet hatte, dass er ein Trans* Mann ist. Einer der Polizisten sagte mehrere Male zu seinen Kolleg_innen, dass sie die Hosen unseres Mitarbeiters runterziehen sollten, damit die Polizist_innen feststellen könnten, ob er ein Mann oder eine Frau sei. Andere Polizeibeamten lachten über diese Bemerkung selbstgefällig. Die Aussage unseres Mitarbeiters zu seiner Geschlechtsidentität reichte offenbar den Polizeibeamt_innen für die Aufnahme der Personalien nicht und so kündigten sie letztendlich an, dass sie eine Prüfung seiner Genitalien vornehmen müssten. Unser Kollege wies die Polizeibeamt_innen darauf hin, dass in seinem Pass ein Eintrag über sein vermeintliches Geschlecht vermerkt ist und sie dort nachsehen könnten. Dennoch beharrten die Polizeibeamt_innen auf eine Prüfung seiner Genitalien. Es ist offensichtlich, dass diese transphobe Schikane nicht der Polizeiarbeit diente. Wir sind entsetzt darüber und verurteilen diese Polizeigewalt!

Laut anderen uns berichteten Diskriminierungsfällen, ist die versuchte erzwungene Genitaluntersuchung von Trans-Personen durch Polizist_innen unter dem Vorwand der Feststellung der Geschlechtsidentität kein Einzelfall, sondern institutionalisierte semi-legale Gewalt. Sie liegt im individuellen Ermessenspielraum der Polizist_innen, wenn Name und/oder Geschlecht in Ausweisdokumenten ihrer Einschätzung nach nicht zu dem Aussehen bzw. der selbstbestimmten Geschlechtsidentität passen. Auch dieser Maßnahme liegt transphobe strukturelle Gewalt zugrunde. Auf die Forderung, dass unser Mitarbeiter nur von einer Polizeibeamtin oder einem_einer Trans*Polizisten_in die körperliche Untersuchung gewähren würde, erwiderten die Polizeibeamt_innen in einem zynischen Tonfall, dass es keine Trans* Personen bei der Polizei gäbe. Dies ist eindeutig falsch und transdiskriminierend.

Neben der transphoben Diskriminierung und Gewalt, die unser Kollege über sich ergehen lassen musste, wurde er außerdem von den Polizeibeamt_innen bei der Festnahme und während des Polizeigewahrsams rassistisch behandelt. So duzte ihn ein Polizeibeamter und sagte, „Was ist diese Sache, die du Transphobie nennst, Alter?“ Daraufhin erwiderte unser Mitarbeiter, dass der Polizist ihn weder duzen dürfe noch generell mit ihm so sprechen dürfe. Der Polizeibeamte erwiderte daraufhin: „Ich tue es dennoch. Was willst du dagegen tun? Wirst du weinen?“

Wir verurteilen all dieses respektlose, gewaltvolle, schikanierende und herabwürdigende Verhalten der Polizeibeamt_innen aufs Schärfste! Jeder Mensch hat ein Recht auf geschlechtliche Selbstbestimmung. Trotz des offiziellen Diskriminierungsverbots von Trans*Menschen erfahren Trans*Menschen immer noch in allen Bereichen der deutschen Gesellschaft Gewalt und Diskriminierung. Diese Gewalt und Diskriminierung passiert auf der Straße, durch strukturelle Benachteiligung auf dem Arbeitsmarkt oder im Schulwesen, durch die Nichtanerkennung und Verweigerung selbstbestimmter Geschlechtsidentität von staatlichen Institutionen. Sie geschieht durch die Verweigerung von adäquater Gesundheitsversorgung, durch Gesetze, die die medizinisch-psychologischen Pathologisierungen von Trans*Menschen erzwingen, um Namen und/ oder Personenstand in offiziellen Ausweisdokumenten zu ändern.

Trans*Sein ist keine Krankheit, sondern Transphobie bzw. Trans* Diskriminierung ist ein krankmachendes und gewaltvolles Diskriminierungsverhältnis. Trans* Diskriminierung ist eine Form von Gewalt, da sie die Würde und körperliche Unversehrtheit von Personen verletzt, sie einschränkt, meist psychische Narben hinterlässt und gesundheitliche sowie finanzielle Folgen hat. Trans* Diskriminierung und Transphobie stärken ein Zwangssystem von zwei Geschlechtern, die bei Geburt zugewiesen werden. Gladt und LesMigraS verstehen unter Transphobie und Homophobie jegliche verbale, physische, institutionelle und / oder strukturelle Gewalt, die sich gegen lesbische, schwule, bisexuelle, trans* und queere Lebensweisen von Menschen richtet.

Transphobie, Trans*Diskriminierung und Homophobie sind keine individuellen Probleme der Betroffenen, sondern müssen, ebenso wie z.B. Rassismus oder Diskriminierung gegen Menschen mit körperlichen oder geistigen Beeinträchtigungen, auf gemeinschaftlicher und gesamtgesellschaftlicher Ebene angegangen und verhindert werden.

LesMigraS und Gladt stellen in Kooperation mit KoP (Kampagne für Opfer rassistischer Polizeigewalt) folgende Forderungen:

  • Wir fordern eine öffentliche Stellungnahme und die Klärung des Vorfalls seitens des Polizeipräsidiums unter der Leitung von Herrn Klaus Kandt zu der rassistischen und trans* diskriminierenden Behandlung durch Polizeibeamt_innen der Berliner Polizei.
  • Wir fordern die Berliner Polizei dazu auf, Verantwortung für die Diskriminierungen und Gewalt, die ihre Mitarbeiter_innen ausüben zu übernehmen, Konsequenzen aus dem diskriminierenden und gewaltvollen Verhalten ihrer Mitarbeiter_innen zu ziehen und Maßnahmen durchzuführen, die verhindern, dass trans*diskriminierende, rassistische, homophobe und andere diskriminierende Vorgehens- und Verhaltensweisen, weiterhin ungehindert geschehen können.
  • Wir fordern die Polizei auf, die selbstbestimmte geschlechtliche Identität (von Trans* und Inter*-) Menschen uneingeschränkt zu respektieren und derartiges diskriminierendes und gewaltvolles Verhalten, insbesondere Genitaluntersuchungen unverzüglich einzustellen!
  • Wir fordern die Berliner Polizei auf, ihre Mitarbeiter_innen durch spezialisierte Fachkräfte auf Mehrfachdiskriminierungen in Fortbildungen und Schulungen zu Trans* Diskriminierung, Gewalt und Diskriminierung gegen intergeschlechtliche Menschen, Homophobie und Mehrfachdiskriminierung im Allgemeinen zu sensibilisieren.
  • Wir fordern die Einrichtung einer unabhängigen Beschwerdedienststelle für die Meldung polizeilicher Diskriminierung und Gewalt.

Diese Pressemitteilung wird von folgenden Organisationen unterstützt:
ReachOut- Opferberatung und Bildung gegen Rechtsextremismus, Rassismus und Antisemitismus, TransInterQueer e.V. (TrIQ), Schwulenberatung Berlin gGmbH, Sonntags-Club e.V., ABqueer e.V. und comot* bewegungskulturen & soziale arbeit.

Beschwerden und Kritik an den Berliner Polizeipräsidenten Klaus Kandt:
Tel.: (030) 4664-900002 / Fax: (030) 4664-900098

oder an das zentrale Beschwerdemanagement der Berliner Polizei:
Tel.: (030) 4664-900140/-900141/-900142
Fax: (030) 4664-900198
E-Mail: pprir4@polizei.berlin.de


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Antiromaistische Zustände in Duisburg #indenpeschen

26. August 2013 von Viruletta

TRIGGERWARNUNG: Rassismus, Antiromaismus, Polizeigewalt.

Vor einer knappen Woche haben wir über die rassistischen Übergriffe sowie den dagegen erstarkenden Widerstand in Duisburg #indenpeschen und Berlin #MaHe berichtet. In Duisburg hat sich die Lage seit dem letzten Wochenende leider deutlich zugespitzt. Während die Mainstreampresse die Schuld bei den Bewohner*innen der Häuser In den Peschen 3-5 sowie den Organisator*innen der mit ihnen solidarischen Nachtwache sucht, sind inzwischen mehrere Pressemitteilungen und Blogbeiträge von Seiten der Unterstützer*innen veröffentlicht worden.

Rassististische Stimmungsmache auf der “Diskussionsveranstaltung” von “Bürger für Bürger e.V.”

Am Freitagabend veranstaltete der Verein “Bürger für Bürger e.V.” eine sogenannte “Diskussionsveranstaltung” über die Häuser In den Peschen 3-5. Hierbei ist es offensichtlich von vornherein nicht beabsichtigt gewesen, mit den Bewohner*innen statt über sie zu diskutieren, denn von ihnen ist bezeichnenderweise keine*r Einzige*r eingeladen worden. Auch die Moderation schien schon vor Beginn der “Diskussion” einen klaren Standpunkt zu beziehen, so wurde bereits in der Anmoderation von Menschen gesprochen, die „kulturell nicht hierher passen“ (R. Karling) würden. Ebenso wenig wurden die wiederholten rassistischen Zwischenrufe unterbunden, ganz im Gegenteil zu den Versuchen, rassismuskritisch zu intervenieren. Dominiert wurden die Beiträge auf der letztlich etwa 100 Teilnehmer*innen umfassenden Versammlung unter anderem von Mitgliedern der rechtspopulistischen Partei “Pro NRW”. Es wurde außerdem mehrfach versucht, als Andersdenkende ausgemachte Personen einzuschüchtern und zu bedrohen, zum Beispiel in dem wiederholt Fotos von ihnen gemacht und während der Versammlung ein Hammer gezeigt wurde.

Auseinandersetzungen nach der Versammlung mit anschließendem Polizeieinsatz

Im Anschluss an die Veranstaltung eskalierte die Situation dann leider völlig. Menschen, die sich während der Veranstaltung rassismuskritisch geäußert hatten, wurden von Nazis verfolgt, konnten sich jedoch glücklicherweise in ein Wohnhaus retten. Als Folge der Vorkommnisse rückte die Polizei mit einem Großaufgebot an, jedoch nicht um endlich die Bewohner*innen so wie ihre Unterstützer*innen zu schützen, was ihre Aufgabe gewesen wäre. Stattdessen stürmten sie scheinbar wahllos Wohnungen der Häuser In den Peschen 3-5. Teilnehmer*innen der Nachtwache schildern die Situation folgendermaßen:

Bei dieser Polizeimaßnahme – die maßgeblich durch z.T. vermummte Duisburger Hundertschafts-Polizist*innen durchgeführt wurde – drang die Polizei in mehrere Wohnungen ein, einige Kinder wurden aus dem Schlaf gerissen und mit Pfefferspray attackiert, außerdem erlitt eine hoch-schwangere Frau einen Nervenzusammenbruch und wurde ins Krankenhaus gebracht. Nach unseren Informationen wurde mindestens ein Mal aufgelegt, als versucht wurde einen Krankenwagen „In die Peschen“ zu rufen.
Drei Bewohner des Hauses wurden festgenommen, darunter ein Jugendlicher. Ebenso wurden zwei Personen, die sich an der Nachtwache beteiligten, von der Polizei in Gewahrsam genommen. Nach Zeugenaussagen hätten sich die beiden zu diesem Zeitpunkt schon an der Nachtwache beteiligt und würden folglich nicht als Tatbeteiligte in Frage kommen.
Während des gesamten Polizei-Einsatzes wurde nicht versucht mit den Bewohner*innen zu kommunizieren. Somit haben die Bewohner*innen über die ganze Polizeimaßnahme hinweg keine Information über das Vorgehen der Polizei oder einen Grund für das Eindringen in das Wohnhaus bekommen.

Ähnlich geschildert werden die Vorfälle auch vom Duisburger Bündnis gegen Antiziganismus und in einem Gastbeitrag bei der Landtagsabgeordneten Birgit Rydlewski (Edit: danke für die Hinweise, hier stand zu erst, dass der Beitrag direkt von ihr stammen würde). Bei Letztere schließt der Augenzeugenbericht mit dem Fazit, dass der Augenzeuge nicht glaubt, dass es unter den gegebenen Umständen auf Dauer möglich sein wird, einen Anschlag auf die Häuser zu verhindern, da es der Polizei viel eher darum zu gehen scheint, die Bewohner*innen zu diskriminieren und zu kriminalisieren, anstatt Übergriffe auf das Gebäude und die dort lebenden Menschen zu verhindern.  Auch der Deutsche Berufsverband für Soziale Arbeit e.V. setzt die aktuellen Geschehnisse in Duisburg in den Kontext der Progrome von Rostock- Lichtenhagen, Solingen, Hoyerwerda und Mölln.

 Wie kann es jetzt weitergehen?

Die Antirepressionsgruppe Mülheim hat dazu aufgerufen, Gedächtnisprotokolle von Freitag Nacht einzusenden. Außerdem hat die rechtspopulistische Partei “Pro Deutschland” für den kommenden Donnerstag, den 29. August, eine Demonstration vor den Häusern In den Peschen 3-5 angemeldet. Sobald es Informationen über Gegenveranstaltungen gibt, werden wir euch an dieser Stelle darüber informieren. Generell sollte aber nochmal betont werden, dass das weitere Vorgehen nun gut abgewogen, ausführlich mit den Bewohner*innen besprochen und keinesfalls über ihre Köpfe hinweg entschieden werden sollte.

Update: Die bisher in erster Linie durch ihre einseitige Berichterstattung aufgefallene Lokalpresse verweist inzwischen ebenfalls auf einige der hier verlinkten Gegendarstellungen.


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Rassistische Normalzustände – kurz verlinkt

22. August 2013 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 200 von 243 der Serie Kurz notiert

In der vergangenen Woche haben sich allerhand spannende Linktipps angesammelt – daher gibt es diese Woche “Kurz verlinkt” gleich zweimal. Hier Teil 2.

Heute jähren sich die Angriffe auf die zentrale Aufnahmestelle für Geflüchtete und ein Wohnheim für ehemalige vietnamesische Vertragsarbeiter_innen in Rostock zum 21. Mal. Auch 21 Jahre später müssen Asylsuchende in Deutschland um die Sicherheit in ihren Unterkünften bangen.

Die Kampagne für Opfer rassistischer Polizeigewalt (KOP) und der Migrationsrat Berlin Brandenburg e.V. rufen auf zur Solidarität mit Ayfer H. (Hintergrundinfos ab Seite 132 in der Chronik) und mobilisieren gemeinsam mit ihr zur Prozessbeobachtung. Wann? Am Mittwoch, den 28. August 2013 um 11:30 Uhr. Wo? 64. Strafkammer des Landgerichts, Turmstraße 91, 10559 Berlin, Raum 731.

Alltagsrassismus erleben auch Reiche und Prominente, wie u.a. in der Süddeutschen Zeitung zu lesen ist: “Der eigentliche Skandal ist nicht, dass sich jemand weigerte, Oprah Winfrey eine teure Handtasche zu zeigen. Der Skandal ist, dass sich jemand weigerte, einer schwarzen Frau eine teure Handtasche zu zeigen. Dass es sich dabei um die berühmte Unternehmerin handelte, verhilft dem Fall, der sonst wohl nie an die breite Öffentlichkeit gelangt wäre, zu Bekanntheit. Mehr nicht.”

Die Jüdische Allgemeine meldet einen krassen Fehlgriff bei eben dieser Zeitung: Mit einem Foto eines Bahngleises des Vernichtungslagers Auschwitz-Birkenau hat die Süddeutsche am Montag eine Leser_innenbriefseite zum Bahnchaos am Mainzer Hauptbahnhof illustriert.

Dass Frauen, die aus vermeintlich religiösen Gründen ein Kopftuch tragen, es schwer haben, einen Ausbildungs- oder Arbeitsplatz zu finden, war bekannt. Dass diesen Frauen aber mehr als jeder dritte Betrieb verschlossen bleibt, geht nun aus einer aktuellen Studie der Pädagogischen Hochschule Freiburg hervor, über die das Migazin berichtet.

Die taz berichtet über das Leben von Rroma-Familien in Serbien, die aus Deutschland abgeschoben wurden.

Ebenfalls in der taz: „Ich kam als Opfer rein und ging als Täter wieder raus“ – ein Bericht über Vergewaltigungen unter dem Einfluss sogenannter K.O.-Tropfen.

Eine neue TV-Serie über das Leben im Gefängnis, “Orange Is The New Black”, wird in der feministisch-kritischen US-amerikanischen Blogosphäre heiß diskutiert. Ein Interview mit einer der Schauspieler_innen gibt es nun bei Autostraddle [auf Englisch].

Mutmaßlich als Zeichen gegen menschenfeindliche homophobe Gesetze in Russland haben sich zwei russische Athletinnen bei der Leichtathletik-WM während der Medaillenvergabe geküsst - vermutlich drohen ihnen deswegen  Sanktionen [Text auf Englisch] Edit: Offenbar sind die beiden Sportlerinnen von dieser Interpretation ihrer Aktion nicht sonderlich begeistert

Cheryl Sandbergs “Lean In”-Webseite hat ironischerweise ein unbezahltes Praktikum ausgschrieben. Bei der The Ed Show sprechen Zerlina Maxwell und Keli Goff über den Kampf für gerechte Löhne und welche Ausschlüsse solche Praktika produzieren [auf Englisch].

Viele Tipps zur Selbstfürsorge gibt es bei Scarleteen [auf Englisch].

Warum thin-shaming, die Abwertung von als dünn gelesenen Körpern,  falsch und fies ist, aber nicht das Pendant zu fat-shaming, erklärt Lindy West auf Jezebel [auf Englisch].

Im New Statesman erklärt Laurie Penny Männern* nochmal den Unterschied zwischen individueller Schuld an und individueller Verantwortung für Sexismus – und fordert dazu auf, letztere zu übernehmen [auf Englisch].

Von wegen Höhlenmenschen und Evolution und so: Die allgemein verbreitete Überzeugung, dass Männer* grundsätzlich mehr an Sex interessiert seien als Frauen*, ist relativ neu, wie Alyssa Goldstein bei Alternet berichtet [auf Englisch].

Mädchen im Alter zwischen vier und acht Jahren sagen, was sie an ihren Körpern mögen: Was der Körper tun kann, ist wichtiger als wie er aussieht [auf Englisch].


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Heroische Frauen, mieser Journalismus – kurz verlinkt

10. Juli 2013 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 197 von 243 der Serie Kurz notiert

Minna Salami schreibt auf Ms. Afropolitan über afrikanische Feminismen und ihre Geschichte (englischsprachig)

Der neue Wegbereiterinnen Kalender ist da! Der Wandkalender im Format DIN A 3 präsentiert auch in diesem Jahr zwölf aktive Frauen aus der Geschichte (PDF).

Zwei Musikerinnen des Pussy Riot-Kollektivs sind inkognito auf Tour. Die taz hat sie interviewt.

Laut dem Handelsblatt haben auch konservative Regierungsabgeordnete in Costa Rica für ein neues Ehe-Gesetz gestimmt – allerdings offenbar ohne sich den Text vorher genau durchzulesen, denn das Gesetz erlaubt auch lesbische und schwule Ehen.

Auch im deutschen Bundesrat standen dieser Tage spannende Themen auf der Agenda: erleichterter Zugang zur “Pille danach”, die Gleichbehandlung schwuler und lesbischer Ehen im Einkommenssteuerrecht und die Möglichkeit der vertraulichen Geburt.

Die Filmindustrie schließt Frauen systematisch aus, stellt nun auch die Süddeutsche Zeitung fest.

Der Sportjournalismus ist nicht viel besser: Angesichts des Wimbledon-Erfolgs von Tennisspieler Andy Murray war vielfach zu hören und zu lesen, dass dieser “seit 77 Jahren der erste britische Sieg” sei – was allerdings nur dann stimmt, wenn man die vier Tennisspielerinnen nicht mitzählt, die in dieser Zeit in Wimbledon gewonnen haben (englischsprachig).

Das superbe US-amerikanische Bitch Magazine macht auch diesmal wieder einige Artikel aus der Print-Ausgabe online zugänglich – darunter eine Kulturgeschichte des Phänomens Junggesellinnenabschied, eine Analyse der Diskussionen um den Feminismus von Popstar Beyoncé und der Erklärung, warum Fett ein queeres und feministisches Thema ist. Welche_r es sich leisten kann: große Abo-Empfehlung!

In ihrem Spoken-Word-Vortrag “Embarrassed” wendet sich Hollie McNish gegen die doppelmoralischen Einschränkungen, denen sie sich als stillende Mutter im öffntlichen Raum ausgesetzt sah (englischsprachig).

Die New York Times erinnert daran, dass “Rasse” keine biologische, sondern eine soziale Kategorie ist (englischsprachig).

In Deutschland geht die Kampagne gegen racial profiling in die zweite Runde: “Es handelt sich dabei um eine von der Kampagne Opfer rassistischer Polizeigewalt (KOP) und der Initiative Schwarze Menschen in Deutschland (ISD) initiierte Beschwerdebrief-Aktion an die Bundespolizei, die Menschen auf einem niedrigschwelligen Niveau handlungsfähig machen und das strukturelle Problem des Racial Profiling sichtbar machen soll”.

Vor 20 Jahren wurde die feministische Musikikone Mia Zapata ermordet; ByteFM erinnert.

s.e. smith schreibt bei XOJane: “Ob es euch passt oder nicht – der westliche Yoga-Hype ist ein Paradebeispiel für kulturelle Aneignung” (englischsprachig).

Über heroische Leistungen von Piloten wird bisweilen viel gesprochen – was aber ist mit dem Kabinenpersonal, deren Fähigkeiten und Einsatz bei Notfällen, fragt Lisa Wade bei Sociological Images (englischsprachig)?

In vielen Regionen hat heute der Ramadan begonnen. Zu diesem Anlass gibt Muslimah Media Watch sechs Tipps für das Schreiben und Sprechen über  muslimische Frauen (englischsprachig). Ramadan Mubarak!

Termine in Berlin, Mainz, Halle/Saale und Hamburg nach dem Klick: (mehr …)


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Riot Grrrl, Trolle und schicke Bikinis – Kurz Notiert

5. Juni 2013 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 192 von 243 der Serie Kurz notiert

Die ISD Berlin (Initiative Schwarzer Menschen in Deutschland) hat am vergangen Freitag den von zahlreichen Einzelpersonen und Initiativen unterzeichneten Offenen Brief an die taz überreicht, um diese zu einer ernsthaften rassismuskritischen Auseinandersetzung zu bewegen.

Deathfat Princess hat sich für den Sommer ein paar schicke Bikinis gekauft (englisch, mit schönen Bildern).

Vom Bikini zu Bikini Kill & Co: Ein neues englischsprachiges Buch über die Riot Grrrl Bewegung ist draußen: The Riot Grrrl Collection.

Einen fuck-yeah!-Moment beschert uns Feministing: Dort wird von einem schwulen Pärchen berichtet, dass an einer US-amerikanischen High School zum ‘süßesten Pärchen’ gewählt wurde – zum ersten Mal in der Geschichte der Schule. Für schwule, lesbische und queere Jugendliche kann das viel bedeuten, denn wir wissen: ‘schwul’ ist nicht nur in Deutschland beliebtes Schimpfwort unter Jugendlichen.

Der Dokumentarfilm with_WINGS_and_ROOTS, in dem es um Migration, politischen Aktivismus, Kunst als politisches Mittel und Engagement gegen Diskriminierung und Rassismus geht, braucht weiterhin eure Unterstützung.

“Füttere die Trolle nicht” hört mensch oft in feministischen Diskussionen. Manchmal macht es aber Spaß, sie zu füttern. Und ab und zu – wenn mensch Zeit und Lust hat – lohnt es vielleicht auch mal, mit ihnen zu diskutieren, findet zumindest Jessica Valenti in ihrer Kolumne auf The Nation (englisch).

Auf Spectra Speaks gibt es einen lesenswerten Artikel auf Englisch: Straight Allies, White Anti-Racists, Male Feminists (and Other Labels That Mean Nothing to Me).

Cory Silberberg schrieb ein Aufklärungsbuch für Kinder, das mit dem heteronormativen Schema “Mama und Papa bekommen ein Kind” bricht. In der Huffington Post erklärt er, warum er dieses Buch genau so schrieb (englisch).

@OccupyGeziNews hat ein Video (mit türkischen und englischen Untertiteln) zu den Protesten und der massiven Polizeigewalt gegen Demonstrant_innen in Istanbul (und Ankara und weiteren Städten) zusammengestellt [Inhaltshinweis: Polizeigewalt]:

turkey revolts/occupy gezi (english subtitle) from Ali İbrahim Öcal on Vimeo.

Veranstaltungstipps in Berlin, Frankfurt/Main, Göttingen, Hamburg, Stuttgart, Wien und Würzburg nach dem Klick (mehr …)


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Blumen, Brüste, Bullshit – die Blogschau

18. Mai 2013 von Anna-Sarah
Dieser Text ist Teil 202 von 254 der Serie Die Blogschau

Vergangenen Sonntag war Muttertag. Katharina von Sich mit Worten bevorraten will nicht nur zu diesem Anlass mehr als Blumen.  Auch Melanie ist kein Fan dieses Begängnisses, reflektiert aber zu diesem Anlass ihre Sicht auf Dankbarkeit für  Mütter.

Gleich ein bunter Strauß an Berichten darüber, wie wenig mensch sich selbst in vermeintlich alternativen,  emanzipatorischen Umfeldern auf Pausen vom *istischen Alltag verlassen kann:

Kotzwürg-Sexismus galore beim BarCamp Graz.  Und mehr als genug Kackscheiße auch beim Workers Youth Festival in Dortmund.  Das erfolgreiche Modelabel American Apparel geriert sich als hipper Awareness-Laden, kommt aber seit jeher nicht ohne Sexismus aus.  An der Heidelberger Uni lacht man über NSU-Verharmlosung in Tateinheit mit Plumpsexismus von vorvorgestern. An der Düsseldorfer Uni soll ein antifeministisch dominiertes  Männerreferat gegründet werden. Und angesichts der von großem Pressetamtam begleiteten Proteste gegen die “Barbie Dreamhouse Experience” konnte mensch sich auch nur noch an den Kopf packen.

Edward von Twidgeridoo! berichtet unter dem bitter sarkatischen Titel “Meine erste Internierung” über erfahrene(n) Rassismus und Polizeigewalt. Mehr (Grundlagenarbeit für) rassistische Kackscheiße ist zu erwarten bei der Innenminister*innenkonferenz (IMK), die vom 22.-24. Mai in Hannover stattfindet und wo auch Asyl- und Migrationspolitik auf dem Programm steht – Protest wird bereits organisiert.

Die ständige Erwartung, verfügbar zu sein – für Diskussionen, Erklärungen oder den Wohlfühlfaktor: Frau Dingens hat genug davon. A propos Erwartungshaltung: Seitdem ich auf meinem Profilbild Tatyana Fazlalizadehs Anti-Street-Harrassment-Shirt trage, wird immer wieder gefragt, wo es dieses großartige Shirt den gebe – und auch High on Clichés kennt den Ärger über die ständige Aufforderung “Lächel doch mal!”.

Die Brust-OP von Angelina Jolie ist nicht nur ein Knaller für die Boulevardmedien, sondern auch ein Politikum. Mel gibt Kontext und findet:  “Well done, Angelina Jolie”.  Merle Stöver möchte Jolie für ihre Entscheidung respektiert sehen – gerade von Feministinnen. Und weil (gerade auch Frauen*-)Gesundheit immer ein politisches Thema ist, berichtet my myself & child über ihren “Gebärmutterschnupfen” und lädt zur Vernetzung ein.

Und wo wir schon bei Körper und Selbstbestimmung sind: Grrrlghost hat anlässlich der Debatte um die “Pille danach” noch ein Video beizusteuern.

Shopping ist nicht für alle ein Vergnügen – die Suche nach passenden BHs auch nicht, wie Ryuu berichtet. Außerdem ist Ryuu aus Berlin – nach wie vor Sehnsuchtsort für viele – weggezogen und erzählt, warum. Und dass auch in anderen Städten mit B am Anfang ordentlich was los sein kann, lässt sich Helgas umfangreicher Terminliste für Braunschweig entnehmen.

Außerdem hat Helga ein Buch über Pionierinnen der Archäologie gelesen und rezensiert.

Ninia LaGrande interviewt Jasmin Mittag,  Initiatorin der Kampagne “Wer braucht Feminismus?” in Deutschland.

Nele Tabler schaut die  TV-Serie Call the Midwife (Ruf die Hebamme) und findet schwangere Heldinnen.

Anne Roth sammelt Beispiele von Fällen, bei denen feministischen Medien, Blogs, Zeitschriften, Fernseh- oder Radiosendungen von Zensur betroffen waren (oder sind).

Für eine bessere Vernetzung der feministischen Blogosphäre listen wir jede Woche auf, was unsere Kolleg_innen über die Woche so melden und tun. Haben wir etwas vergessen oder übersehen? Kennen wir dein brilliantes Blog etwa noch gar nicht? Dann sag uns bitte Bescheid!


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