Einträge mit dem Tag ‘Planned Parenthood’


Deutscher Antisemitismus, Anti-Abtreibungs-Gewalt, „behindert“ als Schimpfwort – die Blogschau

19. Dezember 2015 von Anna-Sarah
Dieser Text ist Teil 290 von 295 der Serie Die Blogschau

„Viele in Deutschland halten alltäglichen Antisemitismus für kein Problem mehr – Levi sieht das ein bisschen anders“ – und beschreibt bei kleinerdrei, warum.

Beim Feministische Studien Blog gibt es einen Artikel über die Hintergründe von Robert Lewis Dears Anschlag auf Planned Parenthood in Colorado Springs und die Geschichte von Anti-Abtreibungs-Gewalt in den USA.

Auf bento: Ein Rant von Ninia LaGrande in Videoform, und zwar gegen die Verwendung von „behindert“ als Schimpfwort.

Rock Camp München ist „ein gemeinnütziger Verein, der das Selbstbewusstsein junger Mädchen und Frauen durch Musik und begleitende Workshops fördert“. Für das nächste Camp brauchen die Veranstalterinnen noch Geld.

Anlässlich eines Artikels von Andrea Roedig, der kürzlich in der Zeit erschien, klamüsert Teile des Ganzen so einiges  „Über Butches, Transmänner und (nicht nur) lesbische Verlustgefühle“ auseinander.

Habt ihr diese Woche etwas geschrieben, gezeichnet oder aufgenommen, das hier nicht verlinkt wurde? Kennen wir eure tolle Webseite/tollen Blogs etwa noch gar nicht? Dann ab damit in die Kommentare. Regelmäßig verlinken wir Text_Wissens_Produktionen aus dem deutschsprachigen Raum.


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Der freundliche, einzelgängerische Terrorist. Wenn weiße Männer morden.

30. November 2015 von Charlott

In Colorado Springs tötete am Freitag ein Mann drei Menschen und verletzte neun weitere in einer Planned Parenthood Klinik. Eine Tat, die sich einreiht in eine Geschichte von Angriffen gegen Personen und Organisationen, die Abtreibungen vornehmen oder Menschen bei diesen unterstützen. Eine Tat die zum einen im Zusammenhang der konkreten Kampagne gegen Planned Parenthood, welche seit Monaten läuft, zu sehen ist und auch im allgemeinen Kontext all jener Rhetoriken, Gesetzgebungen und Debatten, die Abtreibungen verdammen und Körper, die nicht cis-männlich sind, regulieren wollen. (Und dies ist natürlich auch kein us-amerikanisches Phänomen.)

In Online-Auseinandersetzungen rund um die Morde wurde wieder einmal deutlich, was „Pro Life“/ „Lebensschutz“ eigentlich bedeutet. Es ist eine Ideologie, in der ein Fötus sehr viel wert hat, die austragende Person hingegegen gar keinen, aber darüber hinaus auch wiederum hingenommen wird, wenn schwangere Personen (und ihre Föten) bei Angriffen auf Abtreibungskliniken sterben. Es geht nicht um Kinder (von denen sechs allein durch dieses Attentat ein Elternteil verloren), sondern um Kontrolle.

Und in der medialen Darstellung? Da schrieb die New York Times in einem langen Portrait zum Täter, er sei ein „sanfter umherziehender Einzelgänger, der hin und wieder gewaltätig gegenüber Frauen und Nachbar_innen, die er kannte, wurde“. Und auch wenn das „sanft“ (gentle) mittlerweile aus dem Text herausredigiert wurde, so bleibt die Grundtendenz doch erhalten: (Wieder einmal) wird ein weißer männlicher Attentäter stärker „vermenschlicht“ als dies sogar bei Schwarzen Opfern von Gewalt üblich ist.

Das Einzelgänger-Narrativ ist eines, welches Journalist_innen und Politiker_innen mit Vorliebe herauskramen, wenn es um die Einschätzung von Attentaten ausgeführt von weißen, christlich-säkularen Männern geht. Und dies ist nicht nur ein Erzählung, die eine Lebensgeschichte des Täters zentriert, welche eventuell sogar nich Mitleid erregen soll, sondern vor allem eine, die die Tat außerhalb von Machtverhältnissen und größeren Zusammenhängen rückt. Getötet hat dann eine Person, die keineswegs beeinflusst wurde von sexistischen/ rassistischen/ etc. Denkmustern und Teil einer größeren Gruppe mit eben solchen Vorstellungen ist, sondern eine Person, die „eigensinnig“ ist, vielleicht etwas „verwirrt“. Diese Ausflüche, zu denen auch gehört, dass bei solchen Taten die Motive zumeist als unklar beschrieben werden, tragen zu eben jenem gesellschaftlichen Klima bei, in dem solche Morde ausgeführt werden.

Zum Weiterlesen bei der Mädchenmannschaft:
Utøya. Drei Jahre. (Charlott)
Alle* Leben sind gleichwertig: Ein Notizzettel voller Gedanken (Hengameh)
Ein deutsches Drama (accalmie)
Terroranschlag: Was das Patriarchat versäumt hat (Nadia)
Einzelfall Elliot Rodger. Oder: Wieder sexistisch motivierte Morde. (Charlott)


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Ein Krieg gegen Frauen

18. Mai 2011 von Magda

Wenn ich in der letzten Zeit einen Blick über den großen Teich wage, möchte ich mir kräftig die Augen reiben und hoffen, dass dies alles nur ein schlechter Traum sei: Eine schier unglaubliche Zahl an Ge­setzes­ent­würfen wurde in den letzten Monaten in den USA von überwiegend re­publikanischen Ab­geordneten auf den Weg gebracht, die nur auf eines ab­zielen: das Recht auf kör­perliche Un­versehrt­heit und aus­reichende gesund­heitliche Ver­sorgung von Frauen ein­zu­schrän­ken. Die US-Amerikaner_innen sprechen in diesem Kon­text schon von einem War on Women („Krieg gegen Frauen“).

Buttons für Abtreibungsrechte

So ist die teil­weise aus Bundes­mitteln finan­zierte Gesund­heits­organisation Planned Parent­hood, die sich als pro choice versteht und die nicht nur in Fra­gen Ver­hütung, Geschlechts­krank­heiten und Schwanger­schaft berät, son­dern u.a. auch Krebs­vorsorge­unter­suchungen anbietet, in mehreren Bundes­staaten stark unter Be­schuss.

Einer der wohl schwer­wiegendsten An­griffe auf re­produktive Rechte ist der im Januar ein­gereichte No Taxpayer Funding for Abortion Act („Keine Steuergelder für Abtreibungen“), kurz: H.R. 3, der Ab­­trei­bungen enorm erschweren würde – noch mehr, als dies bereits schon der Fall ist.

Trotz der Ent­kriminalisierung von Ab­treibungen in den USA Anfang der 1970er wurde die Möglichkeit zum Schwanger­schafts­ab­bruch wenige Jahre später durch eine Zusatzklausel deutlich ein­geschränkt: Bundes­mittel dürfen seit jeher nur für Ab­treibungen verwendet werden, wenn sich eine Frau durch die Schwanger­schaft in Lebens­gefahr befindet, ver­ge­waltigt und/oder Opfer von Inzest wurde. Wer trotz­dem einen Schwanger­schafts­ab­bruch vornehmen lassen möchte, muss tief in die Tasche greifen und möglicher­weise sogar weit reisen, da in vielen Gegenden gar keine Ab­treibungs­kliniken existieren. Frauen, die keinerlei finan­zielle Mittel für einen Abbruch haben, können auf Hilfs­­pro­gramme wie Medicaid zurück­greifen (was allerdings nur in einigen Bundesstaaten überhaupt möglich ist).

(mehr …)


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