Einträge mit dem Tag ‘Pickup Artists’


Antisemitismus, Antisexismus vor Gericht und Aktivismus chronisch kranker Frauen – kurz verlinkt

27. Januar 2016 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 1 von 349 der Serie Kurz notiert

deutschsprachige Beiträge

Heute ist der Internationale Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocaust. Am 27. Januar 1945 befreite die Rote Armee das Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau – dazu ein Gedenkbeitrag von Publikative.org aus dem letzten Jahr.

Im vergangenen Jahr gab es mindestens 302 antisemitische Attacken gegen jüdische Student_innen an US-amerikanischen Universitätscampussen, berichtet die Jerusalem Post. Die Vorfälle sammelte die AMCHA-Initiative.

Der Allgemeinen Studierendenauschuss der Universität Frankfurt wurde von einem selbsternannten „Pick-up Artist“ für seine kritische Berichterstattung über diese sexistische Praxis verklagt. Zu den Hintergründen und Entwicklungen findet ihr mehr auf dem Blog der fantifa.frankfurt.

„Volk – Nation – Identität“: Miteinander, das Netzwerk für Demokratie und Weltoffenheit Sachsen-Anhalt e.V. hat sich das Programm der AfD zur Landtagswahl in Sachsen-Anhalt im März dieses Jahres genauer angeschaut. Keine Überraschung: Es spiegelt die „politische Kernidentität der AfD als völkisch-nationalistische Partei“ wider.

Alle Vorträge der Veranstaltung der Beauftragten der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration und des Deutschen Instituts für Menschenrechte zum Thema Frauen auf der Flucht sind nun online.

englischsprachige Beiträge

„Johanna Hedva lives with chronic illness and her Sick Woman Theory is for those who were never meant to survive but did.“ Über chronische Krankheiten, Unsichtbarkeiten und persönlich_politische Kämpfe schreibt Hedva bei mask.

[Inhaltshinweis: Rape Culture] „Let him [Bill Cosby] be exposed for the rapist that he is. […] But also, let’s just not forget to do the same for David Bowie, Hugh Hefner, Woody Allen, Roman Polanski, Jimmy Page, James Franco (who, within the past couple of years, attempted to arrange a hotel hook-up with a 17-year-old girl), Bill Clinton, Ben Roethlisberger, Jerry Sandusky, Terry Richardson, Gerard Depardieu, Donald Trump, Bryan Singer, Jerry Seinfeld, and the many other white men of power and fame who continue to rape and sexually abuse women and girls with impunity and protection“, kritisiert Bobby London bei For Harriet.

Nach 257 Tagen auf See hat die Coxless Crew damit Geschichte geschrieben, das erste weibliche Ruderteam zu sein, das den Südpazifik überquerte.  Mashable erzählt die Geschichte der Reise.

Termine in Berlin

03. 02. in Berlin unter dem Titel „Islamischer Feminismus – Internationale Annäherungen“ lädt die Friedrich Ebert Stiftung ein

12. – 13. 02. in Berlin: „Materialität/en und Geschlecht“ ist das zentrale Thema der 6. Jahrestagung der Fachgesellschaft Geschlechterstudien, die an der Humboldt-Universität zu Berlin stattfindet. (Facebook-Link)

24. 02. in Berlin: „Dear Cis-People“: Sophie Labelle stellt die deutsche Übersetzung des Buchs im „Other Nature“ vor. (Facebook-Link)

 


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Pick Up Feminism: Aufruf zur Protestaktion in Hamburg am 7. Mai 2015

5. Mai 2015 von Gastautor_in

Dies ist ein Gastbeitrag des Bündnis‘ „Pick Up Feminism – Take down RSD“ (Die Firma „Real Social Dynamics“). Weitere Infos zum Bündnis Pick Up Feminism und „Flirten ohne Creepen“ findet ihr bei Facebook und bei Feminismus 101.

Am Donnerstag, den 7. Mai, soll in Hamburg ein „Schnupperabend“ (Freetour) für sogenannte Pick Up-Artists stattfinden. Dabei soll Männern beigebracht werden, wie sie am besten Frauen* aufreißen können. Veranstalter der Freetour ist die Firma RSD (Real Social Dynamics), zu deren Pick Up-Methoden neben sexueller Übergriffigkeit auch ein Bild von Frauen* als Objekte gehört, die es zu manipulieren gilt um sie gegebenenfalls auch zu sexuellen Handlungen zu nötigen.Bekanntestes Mitglied von RSD ist Julien Blanc, der mit seinen sexistischen, rassistischen und gewaltverherrlichenden Aufreißtipps letztes Jahr negative Schlagzeilen machte. In verschiedenen Ländern erhielt er nach massiven medialen Protesten Einreiseverbot.

Wir, das Bündnis „Pick UpFeminism – Take Down RSD“, wollen diese sexistischen Praktiken und Verherrlichungen einer Rape Culture nicht dulden! Deshalb laden wir alle, denen es genauso geht, ein mit uns gegen das Pick Up-Seminar von RSD vorzugehen. Wir treffen uns am Donnerstag, den 7. Mai um 17:30h am Hamburger HBF (Heidi-Kabel-Platz gegenüber vom Schauspielhaus) für eine gemeinsame Anreise zum Tagungsort der vermeintlichen Pick Up-Artistsum unseren Protest dagegen auszudrücken. Wir wollen dabei auch Passant_innen, Hotelbetreiber_innen und Presse klar machen, dass wir solche Schnupperabende und Seminare in Hamburg oder anderswo nicht dulden werden. Kommt zahlreich und sagt es weiter! Die Aktion ist offen für alle Geschlechter.

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EU-Abschottungspolitik und Proteste dagegen – kurz verlinkt

22. April 2015 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 279 von 349 der Serie Kurz notiert

Deutschsprachig

Innerhalb der letzten Woche starben wieder sehr viele Menschen im Mittelmeer und nicht nur wird diesen Personen (und ihren Freund_innen und Familien) kaum gedacht, sondern es wird zynisch über schnellere Asylablehnungen und die wahren Bösen (= Schlepper) diskutiert. Bei der Süddeutschen stellt Heribert Prantl fest: „Wo aber Gefahr ist, schrieb Hölderlin, wächst das Rettende auch. Doch das stimmt nicht, nicht in der Europäischen Union des Jahres 2015. Das Rettende wächst mitnichten; es verschwindet, weil die EU es verschwinden lässt.“

ak – analyse & kritik hat bundesweite Termine für Demonstrationen/ Mahnwachen gegen die europäische Abschottungspolitik, sowie unterstützenswerte Initiativen und Aktionen zusammengetragen. (FB-Link)

Die Lesbenberatung Berlin e.V. und LesMigraS haben eine „Stellungnahme zur Situation von asylsuchenden LSBTIQ in Erstaufnahmeeinrichtungen und Gemeinschaftsunterkünften in Berlin“ veröffentlicht.

Derzeitig findet in Berlin die Veranstaltungsreihe „Männlich Weiß Hetero“ statt. Eine Publikation dazu lässt sich auch online durchblättern.

In Winterthur organisiert ein Verein seit 1997 Frauenstadtrundgänge, die sich mit wechselnden Foki den historischen Lebensrealitäten von Frauen widmen. Der Landbote stellt die Arbeit vor.

Streiterin wider die Dominanzkultur“ – Birigit Rommelspacher ist diese Woche verstorben und die taz widmet ihr einen Nachruf.

Trans*Männer bekommen immer wieder Fragen und Kommentare zu hören, die Grenzen überschreiten – zum Beispiel nach dem besten Stück. Mit dem Sketch „10 Dinge, die du nicht tun solltest…“ zeigt nun eine Gruppe junger Trans*Männer auf humorvolle Art: So geht’s nicht!

Englischsprachig

„At this point, it became clear to me that while this was not technically abstinence-only sex education, it was terror-based sex education.“ Alice Dreger wohnte einer Stunde „sex education“ in der Klasse ihres Sones bei und war schockiert, ihre begleitenden Tweets aber wurden schnell weit verbreitet und glücklicherweise in einem Storify archiviert. Außerdem schrieb sie einen Text für The Stranger.

Der 9. April wurde in Boston zum Riot Grrrl Day ausgerufen. Francesca Lewis nimmt dies bei Curve als Anlass für eine (auch kritische) Rückschau auf die Bewegung.

Diese Woche wurden der Pulitzer Preis verliehen. In der Kategorie „Public Service“ gewann The Post and Courier mir folgender Begründung: „Awarded to The Post and Courier, Charleston, SC, for „Till Death Do Us Part,“ a riveting series that probed why South Carolina is among the deadliest states in the union for women and put the issue of what to do about it on the state’s agenda.“ Die Reportage könnt ihr immer noch online lesen/ ansehen.

Termine in Berlin, Bremen, Halle, Hamburg und Rostock

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Einzelfall Elliot Rodger. Oder: Wieder sexistisch motivierte Morde.

26. Mai 2014 von Charlott

[Inhaltshinweis: sexistisch motivierte Gewalt, Mord, Misogynie, Rassismus, Ableismus – auch in den verlinkten Texten]

Men are afraid that women will laugh at them. Women are afraid that men will kill them. – Männer haben Angst, dass Frauen sie auslachen. Frauen haben Angst, dass Männer sie ermorden. (Margaret Atwood)

Nachdem Elliot Rodger am Freitag drei Menschen in seiner Wohnung erstochen hatte, fuhr er mit dem Auto durch die Stadt Isla Wista, Kalifornien, auf dem Weg zu dem Haus einer Studentinnenvereinigung und schoss um sich. Er tötete drei weitere und verletzte 13 Personen. Rodger selbst starb an einem Kopfschuss. (Es ist noch nicht geklärt, ob selbst- oder fremderwirkt.)

Bevor Rodger diese Gewalttaten verübt hat, hat er seine Gedanken im Internet geteilt. Er hat Videos kurz vor den Morden auf Youtube hochgeladen, in denen er seine Motivation schildert. Außerdem hat er eine 140-seitige Autobiographie (inklusive detailliertem Plan seiner Tat) geschrieben und sich schon seit längerem in unterschiedlichen Foren ausgetauscht. Die Begründung für seinen Hass und die Gewalt? Er fühlte sich von Frauen ‚falsch‘ behandelt. Rodger war 22 Jahre alt und – wie er immer wieder und wieder betonte – hatte bisher keinen Sex mit einer anderen Person erlebt. Und so heißt es bei ihm: „Ich habe Mädchen begehrt, aber sie haben nie mich begehrt. Das ist einfach falsch. Das ist eine Ungerechtigkeit, die nicht unbestraft bleiben darf.“

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Anschreiben gegen alle *ismen – Die Blogschau

20. Juli 2013 von Charlott
Dieser Text ist Teil 214 von 295 der Serie Die Blogschau

Zu erst: Frauen, Trans* und Inter*, die sich als Schwarze, of Color, als jüdisch, muslimisch, im Exil lebend, als Sinti und Roma oder als Migrant_in verstehen, können sich jetzt für die Konferenz FemoCo 2013 anmelden. Sie findet am 07. und 08. September in Berlin statt.

Auf drop the thought schreibt Helga zur Drohung von Lammert, dass die „Eingetragene Partnerschaft“ abgeschafft werden würde, und warum dies nicht die „Homo-Ehe“ tangiert.

Langweilige Zimmerwände sind langweilig? Bei Handgemachtes gibt es eine tolle Anleitung, wie dich bald die Gesichter von Buffy und Freund_innen angucken können.

Die trans*geniale f_antifa berichtet von der Mad & Disability Pride Parade, welche am 13. Juli in Berlin stattfand.

Katrin von reizende Rundungen zeigt an einem Beispiel, dass fat shaming eben kein Mythos ist, sondern alltägliche Realität.

Einen Brief an die Filmfigur Wendy aus „The incredibly true adventures of two girls in love“ schreibt Clara Rosa auf ClassMatters. Sie bemerkt unter anderem: „Du warst der perfekte Zerrspiegel für das, was ein_e Queerfeminist_in offenbar nicht zu sein hat. […] Aber Wendy – Dir kann das egal sein. Denn Du bist wunderbar.“

Auf [‚cosmonautilus] wird noch einmal das Konzept Defintionsmacht erläutert.

Beauty-Blogger_innen können ziemlich hohe Leser_innenzahlen erreichen. Das macht sie auch besonders interessant für die Kosmetikindustrie. Brigitte schaut sich auf denkwerkstatt dieses Zusammenspiel im deutschsprachigen Raum an.

fuckermothers weist auf den Vortrag „Überschwemmt von Geschlechtshormonen. Zur Geschichte des endokrinologischen Modells der Schwangerschaft“ hin, der online zu hören ist.

Die Schrifstellerin Chimamanda Ngozi Adichie gewinnt den diesjährigen Chicago Tribune Prize for Fiction schreibt Stefanie auf Afrika Wissen Schaft.

Nein, ich höre nicht auf zu jammern!„, schreibt aufZehenspitzen.

Auf dem antiblog gibt es eine kurze Geschichten zum Aufeinandertreffen mit einem (vermutlichen) Pickup Artist. Wie eins erwarten könnte: [Inhaltshinweis: Übergriff].

Jonathan Meese reproduziert „Gesellschaftsscheiße“. Bushido reproduziert „Gesellschaftsscheiße“. Aber die Messlatte für beide wird sehr unterschiedlich angelegt, stellt Nadia bei Shehadistan fest.

Heute findet in Freiburg ein Holi-Fest statt und auch in anderen Städten in Deutschland erfreuen sich überwiegend weiße Menschen an diesem Fest-Import. Auf tea-riffic wird beschrieben, warum eins da nicht hingehen sollte. Stichwort: Kulturaneignung.

Für eine bessere Vernetzung der feministischen Blogosphäre listen wir jede Woche auf, was unsere Kolleg_innen über die Woche so melden und tun. Haben wir etwas vergessen oder übersehen? Kennen wir dein brilliantes Blog etwa noch gar nicht? Dann sag uns bitte Bescheid!


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Das aktive Geschlecht

30. April 2009 von Helga

Noch vor nicht allzu langer Zeit war die Rollenverteilung beim Kennenlernen klar festgelegt. Doch heutzutage raten selbst Frauenmagazine, öfter mal selbst Initiative zu zeigen und den Mann der Träume anzusprechen. Eine Diskussion übers Kennenlernen brach auch gerade hier in den Kommentaren aus. So schrieb etwa Anna aka Bride:

Die Männer sind das aktive Geschlecht.
Und NEIN schreien da die schüchternen Herren „Wir finden es toll, wenn auch mal die Frau die Initiative ergreift”, „Wir möchten nicht immer den ersten Schritt machen müssen”, „Wenn ihr schon emanzipiert sein möchtet, dann müsst ihr auch in diesem Punkt mitziehen und uns verführen.”
Ja? Wollen sie das wirklich?

Nein. Das wollen sie nicht.

Viele Männer beschreiben genau das als eine ihrer Phantasien. Ihnen ist gar nicht bewusst, dass dies nicht der Himmel für sie ist, sondern die Hölle.

Ja Männer, wenn ihr mal verführt worden seid, dann habt ihr euch danach wahrscheinlich sehr mies gefühlt, denn euer männlicher Instinkt verlangt am Ende zu jagen. Verführt zu werden – eine Fantasie direkt aus der Hölle!? Und auch uns Frauen macht dieses ganze Verführen keinen richtigen Spaß, so Anna aka Bride:

Leider habe ich vergessen, dass ich eine Frau bin. Und dass ich eben nicht aktiv verführen sollte. Ich darf aktiv sein. Ja. Ich darf aktiv sein, indem ich das Passive aktiv gestalte. Ich lasse mich führen. Ich lasse mich verführen.

Hinter dieser Einstellung steckt die Pickup-Methode. Dabei sind die Rollen klar verteilt. Die männlichen Anwender nennen sich Pickup-Artists (PUA), auf Deutsch etwa Aufreißkünstler. Bekannte PUAs aus Amerika wie Mystery oder J-DOG machten die Idee durch diverse Bücher und eine Show auf MTV berühmt. In der Show, wie auch in diversen, äußerst teuren Seminaren, lernen vermeintliche Loser, endlich Frauen anzusprechen und letztendlich ins Bett zu kriegen. Mehr Selbstbewusstsein und Verständnis der „sozialen Psychologie“ sind dabei die Wege zum Ziel. Verschiedene Strategien, wie Sprüche und Blicke, werden zu einer Art Drehbuch des Aufreißens kombiniert. Die Grundannahme der Pickuper ist, dass Frauen nur auf Machos und Alphamännchen stehen. Außerdem seien sie deutlich emotionaler als Männer, so dass diese die Emotionalität in Grenzen halten müssen.

In einem Interview auf jetzt.de verraten zwei deutsche Anwender aus München mehr. Etwa, dass sich die Jungs nachmittags in der Stadt treffen, in Gruppen losziehen und anschließend wieder treffen, um sich zu beraten. Was nach einem Kult klingt, ist trotzdem eher eine Selbsthilfegruppe, denn zu 90 Prozent seien die Münchner Pickuper verzweifelte Typen, so die Interviewten. Außerdem hat die Methode auch ihre Grenzen:

Erstmal geht es um Sex. Man kann lernen, wie man jede ins Bett kriegt. Eine Beziehung steht zunächst nicht im Vordergrund.

Mir stellen sich da gleich zwei Fragen. Zum einen, ob die Jungs wirklich jede rumkriegen. Oder nicht vielleicht so viele Frauen ansprechen, dass irgendwann eine dabei ist, die auch ohne extra Training auf den Typen steht. Auch mehr Selbstbewusstsein allein soll schon Wunder gewirkt haben. Zum anderen, wie gut der Sex dann eigentlich sein kann. Lernt man auch, jede Frau zum Orgasmus zu bringen? Denn sowohl für Frauen als auch für Männer gilt ja, das noch kein Meister vom Himmel gefallen ist, auch beim Sex nicht.


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