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	<title>Mädchenmannschaft &#187; Pharmaindustrie</title>
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		<title>&#8220;Weg mit der rosa Augenbinde!&#8221;</title>
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		<pubDate>Mon, 17 Oct 2011 13:30:35 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Verschiedenen</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Der folgende Artikel erschien kürzlich im Infoportal Breast Cancer Action Germany. eine andere sicht auf brustkrebs – a critical view of breast cancer . Die Autorin Gudrun Kemper (Jg. 1959), Mitglied im Vorstand des Arbeitskreis Frauengesundheit in Medizin, Psychotherapie und Gesellschaft e.V. , arbeitet seit rund 10 Jahren aus der Perspektive von Betroffenen am Thema Brustkrebs.  [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Der folgende <a href="http://www.bcaction.de/infoblog/brustkrebsmonat-weg-mit-der-rosa-schleife-2/" target="_blank">Artikel </a>erschien kürzlich im Infoportal <a href="http://www.bcaction.de/start/" target="_blank">Breast Cancer Action Germany. eine andere sicht auf brustkrebs – a critical view of breast cancer</a> . Die Autorin Gudrun Kemper (Jg. 1959), Mitglied im Vorstand des <a href="http://www.akf-info.de/" target="_blank">Arbeitskreis Frauengesundheit in Medizin, Psychotherapie und Gesellschaft e.V.</a> , arbeitet seit rund 10 Jahren aus der Perspektive von Betroffenen am Thema Brustkrebs.  Sie sagt: Die meisten Selbsthilfegruppen werden heute zum Teil in erheblichem Umfang industriell gesponsert, insbesondere von global agierenden Pharmakonzernen. Der Artikel entstand in Zusammenarbeit mit Frauen aus dem Projekt Breast Cancer Action Germany, die sich zum Ziel gesetzt haben, eine Alternative zu industriell finanzierten Gruppen zu entwickeln.<br />
</em></p>
<p><strong> Brustkrebsmonat – Weg mit der rosa Augenbinde!</strong></p>
<div id="attachment_24111" class="wp-caption alignleft" style="width: 178px"><a href="http://maedchenmannschaft.net/wp-content/uploads/2011/10/big_see-300x300.jpg"><img class="size-full wp-image-24111  " title="big_see-300x300" src="http://maedchenmannschaft.net/wp-content/uploads/2011/10/big_see-300x300.jpg" alt="Schwarzweißporträt einer ernst blickenden Frau, die sich eine rosafarben kolorierte Augenbinde abnimmt, so dass ein Auge bereits zu sehen ist" width="168" height="168" /></a><p class="wp-caption-text">Abbildung: Aktion The Big See! - UNISON und Women Environmental Network (WEN) 2005 - Copyright Mark Chilvers, Großbritannien, mit freundlicher Genehmigung</p></div>
<p>„Krebs ist Scheiße“ (CANCER SUCKS) steht auf einem bekannten Button von Breast Cancer Action. Das ist zumindest aus der Perspektive von Betroffenen treffend formuliert, auch wenn das Bild der Krankheit Brustkrebs besonders in Deutschland in der Öffentlichkeit heute rosa verpackt und von Fort­schritt geprägt zu sein scheint. Ob Staubsau­ger, Lockenstab, Mode­schmuck, Nagellack oder Bekleidung: mehr und mehr Firmen, aber auch „Selbsthilfe“ und „Charities“ benutzen die Krankheit, diverse Produkte geschäftstüchtig im Schlepptau ihres „Engagements“. Brust­krebs erweckt Aufmerksamkeit im Marketing, um sich selbst ins Gespräch zu bringen und vorgeblich human­istische Ansätze zu demonstrieren.</p>
<p>Doch „Bewusstsein für Brustkrebs“ gibt es inzwischen im Überfluss. Die an Bord solcher Kampagnen mitgeführten Botschaften sind häufig irreführend oder unzulässige Vereinfachungen, die mehr schaden als nützen. Die versprochenen Spenden sind selten transparent und erreichen betroffene Frauen oder medizinische Behand­lungszentren höchstens im Ausnahmefall in nennens­wertem Umfang.</p>
<p><span id="more-24110"></span></p>
<p>An vorhandenen Defiziten verändern „Brustkrebsmonat“ und Marketingkampagnen dagegen nichts. Krankheitsursachen werden weiterhin nicht hinreichend erforscht. Frauen sind angewiesen auf unzureichende Werkzeuge in Diagnostik und Therapie. Die Anzahl der Neuerkrankun­gen steigt kontinuierlich. Die Sterblichkeit an Brustkrebs sinkt nicht nennenswert, was anhand der <a href="http://www.gekid.de/" target="_blank">GEKID-Zahlen</a> für Deutschland leicht überprüfbar ist. Ob das weltweit größte Mammographie-Screening-Programm „nach europäischen Leitlinien“ in Deutschland daran etwas ändern wird, erscheint vielen MedizinerInnen heute fraglich. KritikerInnen aus den Reihen medizinischer Forschungseinrichtungen und Frauenorganisationen welt­weit bezweifeln die Erfolgsaussichten und attestieren zusätzliche Risiken für Frauen. Die bereitgestellten Informationsmaterialien zu Diagnostik, Behandlung und Therapie kommunizieren insbesondere Risiken nicht hinreichend.</p>
<p>Brustkrebs ist nach wie vor, und allen gegenteiligen Bekundungen zum Trotz, bei vielen Frauen nicht heilbar. Wer sich mit einzelnen Krankheitswegen betoffener Frau­en befasst, wird nach wie vor mit Odyseen unvorstellbaren Leids konfrontiert. Die Antwort auf soziale Probleme jüngerer Frauen mit Brustkrebs heißt in Deutschland Hartz IV, gesellschaftlicher Abstieg, Armut. Brustkrebs als sozia­les Problem wird nicht diskutiert. Leid, Schmerz, Krankheit und Tod betreffen reale Frauen, während das Bild der Krankheit in der Öffentlichkeit umgedeutet wird.</p>
<p>Der sogenannte „Brustkrebsmonat“ Oktober hat sich zum Paradebeispiel einer weltweiten Manipulationsindustrie gemausert. Besonders im Oktober wabert eine rosa Lawi­ne um den Erdball, die Frauen infantilisiert, instrumentali­siert und zugleich den Blick auf das, was an abgesicher­tem wissenschaftlichen Wissen wirklich existiert, wirksam verstellt. Die mehr oder minder kitschigen Aktivitäten mit „rosa Schleife“ sollen für Aufmerksamkeit sorgen und sind dabei zugleich zum Symbol einer industriell umfunktionier­ten Basisbewegung geworden. Selbst konservativere Frauenorganisationen wie der große amerikanische Zusammenschluss der National Breast Cancer Coalition wenden sich bereits seit Jahren gegen solche Aktivitäten. In Großbritannien rufen Frauenorganisationen an Universi­täten wie Parlamenten[1] gleichermaßen dazu auf, die allge­genwärtige „rosa Schleife“, die als Augenbinde verstanden wird, endlich abzunehmen.</p>
<p>Die Medizinsoziologin Gayle Sulik hat in ihrem Buch „Pink Ribbon Blues“ die Gleichung „Frau = Brust = Rosa“ durch alle Untiefen dekliniert. Ihr wichtiges, bei Oxford University Press erschienenes Buch zu Geschichte und Gegenwart der Brustkrebsbewegung findet in Deutschland bisher keinen Verleger. Dabei wäre es wichtig, ihre Arbeiten auch in deutscher Sprache zugänglich zu machen. Sulik spricht von „Brustkrebsindustrie“. Sie schreibt, dass es kein Zufall sei, wenn mit dem Brustkrebsmonat der amerikanischen Krebsgesellschaft (American Cancer Society) die Mammo­graphie propagiert wird, da sie von der Niederlassung eines der größten multinationalen Chemiekonzerne ge­sponsert worden sei. Die Zeneca-Gruppe von der Imperial Chemical Industry, die später mit Astra fusionierte, sei durch Entwicklung, Herstellung und Verkauf onkologischer Medikamente zu einem der reichsten Mitglieder dieser Brustkrebsindustrie geworden.[2] Mit der Etablierung des Mammographie-Screenings ist es in den letzten Jahren auch hier zu einem nicht unerheblichen Anstieg der Neu­erkrankungen gekommen. Auch hiesige Frauenorganisa­tionen, Selbsthilfegruppen einschließlich der Brustkrebs­demonstrationen wurden von Pharmakonzernen und Medizingeräteherstellern gesponsert. Die Auswirkungen des Screenings in der Tragweite für Frauen sind bisher allerdings noch nicht sicher abschätzbar.</p>
<p><strong>Den geschlossenen Kreislauf durchbrechen</strong></p>
<p>Während die Ursachen von Krebserkrankungen und Brustkrebs ausgeblendet bleiben, während Regierungen sich weigern, Maßnahmen zu ergreifen, um Ursachen adäquat zu erforschen und für sicherere Lebensbedingun­gen von Frauen zu sorgen, während immer mehr Medizin­technik und überteuerte Therapien und Tests zum Einsatz kommen und damit die Finanzierbarkeit eines Gesund­heitssystems schlichtweg für alle gefährden, fordern die kritischen Frauen- und Bürgerrechtsorganisationen zumin­dest endlich strengere Kontrollen für krebserregende Chemikalien.</p>
<p>Hersteller von gesundheitsgefährdenden Chemikalien sind nicht eben selten dieselben Konzerne, die auch die Medikamente herstellen und mit ihren verschachtelten Konzer­nen medizinische Einrichtungen wie Brustzentren betrei­ben. Forschungen multinationaler Konzerne werden auch in hiesigen Behandlungseinrichtungen an Brustkrebspatientinnen durchgeführt. Bei weitem nicht jede medizinische Studie, nicht jedes Experiment ist dabei transparent oder hilfreich oder auch nur mit einer Aussicht auf Behandlungserfolg verknüpft, während überzogene Preise für neue onkologische Medikamente und Testverfahren die eigentlichen Antriebsräder im Geschehen sind.</p>
<p>Zugleich werden Frauen über Produkte des täglichen Lebens von Kinderspielzeug über Kosmetika, Haushalts­reiniger, Kunststoffe, Einrichtungsgegenstände etc. mit krank machenden Chemikalien kontaminiert. Die große Schieflage beim Einfluss von „modernen“ Lebens- und Ernährungsgewohnheiten und der Entstehung von Krebs­erkrankungen zu beleuchten, sprengt hier den Rahmen. Viele dieser Chemikalien, die wir auch in Lebensmitteln wiederfinden, sind bekannte Karzinogene oder als suspekt für eine mögliche Krebs verursachende Wirkung einge­stuft. Mehr als 300 dieser synthetischen, also künstlichen Chemikalien werden beispielsweise in der Muttermilch nachgewiesen.[3] Wer ist bereit, die tiefgehende Tragik, die dies bedeutet, weiterzudenken und nach Auswegen zu suchen? Medikalisierung von Frauen über erfundene Krankheiten (Beispiel Hormonersatztherapie und „Hormonmangelsyndrom“) haben Gesundheit und Leben von Frauen rücksichtslos gefährdet, und fragwürdige Ver­sprechungen wie „Anti-Aging“ mit „Hormonersatztherapien“ führen fundamentale medizinische Grundsätze seit Jahrzehnten ad absurdum.</p>
<p>Mit ihrer Aktion „The Big See“ (s. Foto oben) haben die britischen Organisationen Women Environmental Network (WEN) und die Gewerkschaft UNISON im Jahr 2005 damit begonnen, auf den Verschleiß der rosa Schleife hinzuweisen. Sie fordern seitdem offensiv dazu auf, die „rosa Augenbinde“ abzunehmen und die Ursachen von Brustkrebs in einem umfassenderen Kontext zu betrachten: „Nimm die rosa Augenbinde ab. Wenn du die Augen öffnest, bist du nicht mehr blind für die Zusammen­hänge zwischen Chemikalien, die mit der Entstehung von Krebs in Verbindung gebracht werden, und für steigende Brustkrebsraten sorgen. Werde aktiv!“ Helen Lynn, Her­ausgeberin der Broschüre zu Brustkrebs und Umwelt­belastungen, die mittlerweile in fünf Sprachen einschließ­lich einer deutschsprachigen Version (<a href="http://www.bcaction.de/pdf/ukul/umwelt_brustkrebs.pdf" target="_blank">Die verkannte Gefahr: Brustkrebs und Umweltbelastung</a>, pdf) vorliegt, stellt fest, dass Frauen verblendet werden, weil Brustkrebs immer noch als praktisch unvermeidliches Schicksal dargestellt werde. Sharon Greene von der britischen Gewerkschaft UNISON mit über 1,1 Millionen Frauen unter ihren Mitgliedern forderte bereits 2005 außerdem, dass Entscheidungsträger und Politik endlich mehr tun, um die Ursachen für mehr und mehr Brustkrebserkrankun­gen abzustellen.</p>
<p><strong>Selbstschutz: Was Frauen selbst tun können</strong></p>
<ul>
<li>Sich nur aus unabhängigen, ungesponserten Quellen informieren.</li>
<li>Den Gebrauch von Kosmetika bis Putzmittel überdenken und “grüner” einkaufen. Mehr Infos dazu bieten bisher vor allem die <a href="http://www.ewg.org/skindeep/" target="_blank">Skin Deep Cosmetics Database</a> oder das <a href="http://www.femmetoxic.com/" target="_blank">FemmeToxic</a>-Projekt von Breast Cancer Action Montreal; entsprechende unabhängige Projekte und Datenbanken in deutscher Sprache fehlen bisher.</li>
<li>Beipackzettel, Inhaltsstoffe, Materialangaben genau kontrollieren. Umtauschen, wenn Produkte besorgniserregen­de Inhaltsstoffe enthalten. So kann man im Einzelhandel für Sensibilisierung sorgen und auch Händler informieren. Zukünftig solche Produkte beim Einkauf konsequent vermeiden.</li>
<li>Die kritischen Frauengesundheitsorganisationen wie z.B. den <a href="http://www.akf-info.de/" target="_blank">Arbeitskreis Frauengesundheit in Medizin, Psycho­therapie und Gesellschaft e.V. unterstützen</a>, damit Frauengesundheit mehr Priorität erhält.</li>
<li>Über PolitikerInnen und Behörden weiter Druck für gesunde Lebenswelten aufbauen. Es ist unser Leben!</li>
</ul>
<p>[1] z.B. Aktion WEN Women Environmental Network und UNISON, der größten britischen Gewerkschaft mit über 1,1 Mio weiblichen Mitgliedern v. 03.10.2005 am College Green gegenüber den Houses of Parliament, wo Frauen mit rosa Schleife-Augenbinden diese symbolisch abnehmen, um zu zeigen, dass ihre Augen nicht verbunden sind angesichts der Arbeit der britischen Regierung und einem “Krebs-Establishment”, das die Zusammenhänge zwischen Umweltbelastungen und Krebs unter den Teppich kehrt. Die beiden Organisationen machten gemeinsam aufmerksam auf die Gefahren, die von gesundheitsschädigenden Chemikalien ausgehen, und forderten eine strengere Regulierung.</p>
<p>[2] Sulik, Gayle: Pink Ribbon Blues,OxfordUniversity Press 2011, S. 19</p>
<p>[3] s. dazu auch die BUND-Studie zu Muttermilch und Schadstoffbelastung (2005): <a title="zur BUND Broschüre als pdf" href="http://www.bund.net/fileadmin/bundnet/publikationen/chemie/20050600_chemie_schadstoffe_muttermilch_studie.pdf" target="_blank">Endstation Mensch: Über 300 Schadstoffe in der Muttermilch: Zeit für eine neue Chemikalienpolitik</a> (pdf)</p>
 <p><a href="http://maedchenmannschaft.net/?flattrss_redirect&amp;id=24110&amp;md5=8fceabcd554d8ec23f24f85ff5571af1" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://maedchenmannschaft.net/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Sex auf Rezept</title>
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		<pubDate>Fri, 24 Jul 2009 11:04:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Verena</dc:creator>
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		<description><![CDATA[In dieser Woche gab es ein kleines Sex-Special bei der ZEIT, das sich unter anderem mit der Frage nach sexueller Leistungsfähigkeit – vor allem von weiblicher Seite – beschäftigte. In „Projekt Pink Viagra“ stellt Heike Faller die Bemühungen der Pharmaindustrie vor, die weibliche Sexualität erfüllender zu gestalten. Verhilft das ‚blaue’ Viagra seit mehr als zehn [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>In dieser Woche gab es ein kleines Sex-Special bei der <em>ZEIT</em>, das sich unter anderem mit der Frage nach sexueller Leistungsfähigkeit – vor allem von weiblicher Seite – beschäftigte.</p>
<p>In <a href=" http://www.zeit.de/2009/31/Lust-der-Frauen-31" target="_blank">„Projekt Pink Viagra“ </a> stellt Heike Faller die Bemühungen der Pharmaindustrie vor, die weibliche Sexualität erfüllender zu gestalten. Verhilft das ‚blaue’ Viagra seit mehr als zehn Jahren Männern zum Lustgewinn, erzeugt es zwar auch bei Frauen die entsprechende Reaktion, indem die Genitalien anschwellen, auf das psychische Empfinden aber hat es keine Auswirkung. </p>
<p>Also muss ein ‚pinkes Viagra’ her. Und da wird es interessant, denn nach Ansicht der Forscher und mitunter ja auch der Gesellschaft spielt bei der Frau das körperliche Erleben weniger eine Rolle, als die Bereitschaft im Kopf, Lust zu empfinden. Wie genau das Zusammenspiel von genitaler und gefühlter Erregung bei Frauen funktioniert, darüber herrscht Uneinigkeit.</p>
<blockquote><p>Die weibliche Erregungsstörung ist sehr viel komplexer als die Erektile Dysfunktion. Um sie zu diagnostizieren, müssen körperliche, emotionale und Beziehungs-Faktoren in Erwägung gezogen werden, und diese komplexen und voneinander unabhängigen Faktoren machen es sehr schwierig, die Wirkung eines Medikaments zu messen.</p></blockquote>
<p>Trotzdem haben Forscher eines Schwäbischen Pharmaunternehmens einen Wirkstoff entwickelt, der lustentfachend auf das zentrale Nervensystem der Frauen wirken soll  – Filbanserin heißt der Wirkstoff, den die Firma gerade an 5000 Frauen in Europa und Nordamerika testet.</p>
<p>Sehr treffend stellt sich Frage, warum Frauen eine Pille schlucken sollten, um ihre sexuellen Bedürfnisse in Bahnen zu lenken, die am männlichen Sexualverhalten gemessen werden?</p>
<blockquote><p>Angeblich liegt die Zahl der Frauen, die an vermindertem sexuellen Verlangen (hypoactive sexual desire disorder) oder an einer übergeordneten Funktionsstörung (female sexual dysfunction) leiden, bei zehn bis dreißig Prozent. Dass es schwierig ist, bei einem Phänomen, das jede dritte Frau betrifft, von einer »Störung« zu reden, ist offensichtlich. In einem Aufsatz im Journal of British Medicine von 2003 wurde die female sexual dysfunction als krassestes Beispiel für eine »unternehmensgesponserte Krankheitserfindung« kritisiert. Die Diagnose sei eine abermalige Gleichsetzung männlicher und weiblicher Sexualität, die etwas pathologisiere, was bei Frauen einfach normal sei.</p></blockquote>
<p>Meiner Meinung nach wird auch männliches Sexualverhalten stark pauschalisiert, aber für alle Geschlechter und jedes Individuum gilt es außerdem zu überlegen, ob mehr Sex auch gleich besserer Sex ist. </p>
<p>Auch <em>ZEIT</em>-Kolumnistin Sigrid Neudecker warnt einen <a href="http://www.zeit.de/online/2009/30/smart-sex?page=2" target="_blank">Klick</a> weiter vor der Lust als Muss&#8230;</p>
<blockquote><p>Wer sich der sexuellen Leistungsgesellschaft entzieht, macht sich verdächtig. {…} Höchstwahrscheinlich haben wir den gleichen Sex wie seit Jahren, Jahrzehnten. Aber das Messsystem wurde verschoben. Wer vor 20 Jahren noch im guten Mittelfeld lag, ist heute ein Underachiever. Links und rechts rauschen sie vorbei, die sexuell Aufgeschlossenen, die sicher viel mehr Spaß im Bett haben. Das zumindest suggerieren die Frauen- und Männermagazine, die mittlerweile alle eine eigene Rubrik für das Thema Sex haben.</p></blockquote>
<p>&#8230; und fragt ironisch&#8230;</p>
<blockquote><p>Soll denn die ganze sexuelle Revolution zu gar nichts gut gewesen sein? Multipel müssen die Orgasmen immerhin nicht mehr sein, aber bitte wenigstens regelmäßig. Sonst müssen Maßnahmen ergriffen werden. Vibrator, Therapie, und irgendwann gibt es sicher auch dafür eine Pille.</p></blockquote>
<p>Also Mädels, die Entwicklung läuft &#8211; aber wie geschildert, ist fraglich, ob so ein Stück Chemie direkt Bock auf mehr macht. Und wenn der oder die PartnerIn sexuell eine Vollniete ist, hilft sowieso keine Pille der Welt. Die Pharmaindustrie kann eben auch nicht alle Probleme der Welt lösen:</p>
<blockquote><p>
Pharmakritische Wissenschaftlerinnen wiederum machen darauf aufmerksam, dass Ganztagskindergärten dem Sexleben junger Mütter mehr helfen würden als alle Medikamentenforschung der Welt zusammengenommen.</p></blockquote>
</blockquote>
<blockquote></blockquote>
 <p><a href="http://maedchenmannschaft.net/?flattrss_redirect&amp;id=4009&amp;md5=0841652c3c547120e93285582d368e8b" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://maedchenmannschaft.net/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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