Einträge mit dem Tag ‘Pharma-Alarm’

Baby-Antibabypille

Thursday, May 8th, 2008 von Barbara

Foto: Feuillu / Flickr

Warum erst als Teenager die Pille nehmen, wenn es auch schon früher geht? Vorgestern berichtete die Techniker Krankenkasse über den Pillenkonsum von Elfjährigen in Bayern.

Immer mehr junge Mädchen aus Bayern schlucken die Antibabypille: Jedes dritte Mädchen im Alter zwischen elf und 20 Jahren bekommt mittlerweile die Pille verschrieben. Vor sieben Jahren war es noch jedes vierte Mädchen, so eine aktuelle Auswertung der Techniker Krankenkasse (TK) unter ihren Versicherten. Die Anzahl der abgegebenen Packungen stieg laut TK-Statistik zwischen 2000 und 2007 um 54 Prozent.

Bis zum 20. Geburtstag übernimmt die Krankenkasse die Kosten für die Pille. Doch es wird nicht jedem Mädchen dazu geraten:

Wer beispielsweise die Pille nimmt und gleichzeitig raucht, hat ein höheres Risiko für Embolien, die auch schon in jüngeren Jahren auftreten können. Auch wenn ein Mädchen familiär belastet ist, sollte sie sich über ihr persönliches Risiko genau beraten lassen.

Ein Grund für den frühen Hormonkonsom sei das frühe und offensive Umgehen mit Sexualthemen. Die Mädchen wollen keinesfalls ungewollt schwanger werden. Dabei vergessen sie aber, dass die Pille erstens weder vor HIV noch vor Gebärmutterhalskrebs und anderen Krankheiten schützt, und dass die Pille zweitens den Körper mit Hormonen vollpumpt. Und noch was: Sex vor 14 ist strafbar; vgl. § 176 des Strafgesetzbuches.

Babys auf Vorrat

Thursday, April 3rd, 2008 von Susanne

Wer will denn das:

“‘Extended Fertility’ – ausgeweitete Fruchtbarkeit – ist im Moment das Top-Thema in der Reproduktionsmedizin. Junge Frauen, die noch nicht wissen, wohin sie ihr Leben führt, werden ihre Eizellen abgeben und lagern und erst später, wenn sie das erreicht haben, was sie wollen, ihre aufbewahrten Keimzellen auftauen und von ihrem Wunschpartner befruchten lassen, um sich die Embryonen dann einpflanzen zu lassen und das Wunschkind auszutragen. Ältere Frauen, die endlich den richtigen Mann gefunden haben, werden auf ihre jungen Eizellen zurückgreifen können und mit dem Partner die Familie gründen, die ihren Ansprüchen und Standards entspricht. Das Leben wird so planbar wie nie.”

Uff.

Grusel-Impfung von Gardasil

Friday, January 25th, 2008 von Meredith

Diesen Monat sind zwei junge Frauen nach einer Impfung gegen Gebärmutterhalskrebs gestorben.

Eine 17-jährige Deutsche starb einen Tag, nachdem sie den stark umstritten Wirkstoff Gardasil gesetzt bekommen hatte. In Österreich starb eine 19-jährige Studentin drei Wochen nach der Impfung. Bisher gilt allerdings als ungeklärt, ob die Impfung die Todesursache ist. Möglich wäre es, da die Nebenwirkungen des Medikaments nach wie vor nicht vollkommen erforscht sind.

Die zuständigen Experten raten jedenfalls nicht von einer Impfung ab, die europäische Arzneimittelagentur hat Gardasil erneut für sicher befunden. In der EU sind angeblich bereits etwa 1,5 Millionen Frauen gegen Humane Papillomviren geimpft worden, weltweit sollen etwa 22 Millionen Spritzen mit dem Impfstoff gesetzt worden sein. Hoffen wir nur, dass da keine Pharmakatastrophe auf uns zusteuert.

Alarm: Die Moral-Apotheker kommen!

Wednesday, October 31st, 2007 von Meredith

Papst Benedikt hat katholische Apotheker dazu aufgefordert, die Pille Danach nicht mehr auszugeben. Auch wenn sie in ihren Heimatländern per Gesetz dazu verpflichtet seien, das Präparat zu führen, sollten sie sich auf die Verweigerung aus Gewissensgründen berufen. Darüber hinaus sollen Apotheker nach der Vorstellung Benedikts ihre Kunden über die ethischen Konsequenzen solcher Verhütungspräparate aufklären. Ich würde sagen, ein Apotheker, der lieber sein Christengewissen beruhigt, statt seine Kunden zu bedienen, sollte sich einen anderen Beruf suchen.

Vermutlich stellt er sich das vor wie in einigen US-amerikanischen Bundesstaaten: Dort haben christlich-konservative Apotheker sich so lange geweigert, Verhütungsmittel zu verkaufen, bis die Gesetzeslage zu ihren Gunsten geändert wurde. Mit der Folge, dass es an manchen Orten mittlerweile vollkommen unmöglich geworden ist, die Pille (und die Pille Danach) zu bekommen.

Hat der Vatikan eigentlich nichts besseres zu tun, als die Freiheit der Menschen zu sabotieren? Wenn er sich schon dazu berufen fühlt, die Pharmazie aufzumischen, sollte sich Benedikt lieber mal mit den Konzernen auseinandersetzen, die die Produktion generischer Medikamente in den armen Ländern blockieren. Damit würde er der Menschheit zur Abwechlung mal einen Gefallen tun.