Einträge mit dem Tag ‘Petition’


Intrigen zum Muttertag, perfide Willkommenspolitik und billige Erdbeeren – kurz velinkt

15. Mai 2014 von der Mädchenmannschaft

deutschsprachige Links

Heribert Prantl seziert die deutsche “Willkommenskultur” anhand eines neuen Gesetzentwurfs zur Asylpolitik. Für Flüchtlinge heißt es darin entweder Abschiebe- oder Aufnahmehaft.

Hier eine passende Petition, die Ausdruck der perfiden Asylpolitik ist. Ein Hungerstreik von Asylsuchenden in Berlin, ein Gesuch an den Innenminister Thomas de Maizière sie als Geflüchtete anzuerkennen.

Der queere kanadische Singer-Songwriter Rae Spoon ist gerade in Berlin und wurde von der Siegessäule zu “Heimatgefühlen und Identität” interviewt.

Woher kommen die billigen Erdbeeren im Supermarkt, die es ganzjährig zu kaufen gibt, und auf Kosten von wem? Hier eine Auswertung über marokkanische Migrantinnen in Südspanien und die sexistischen Arbeitsbedingungen.

Die “Alternative für Deutschland” (AfD) hat ihren Info-Stand am vergangenen Samstag in Münster von einem rechten, der NPD nahen Schlägertrupp bewachen lassen. Bei kritischen Stimmen und journalistischen Nachfragen wird mit Gewalt gedroht.

Aus dem Selbermachsonntag ein Hinweis: Miranda und ihre Freundin haben eine neue Facebook-Seite gegründet: “Curls Pride“: Dort werden kleine Portraits von Personen mit Locken gezeigt, die wir zu ihren Erfahrungen mit ihrem Haar befragen. Es geht dabei um Empowering für Lockenträger_innen (vor allem bei People of Colour), welche sich oft im jungen Alter unwohl/anders damit fühlen und sie deswegen glätten.

englischsprachige Links

Die Plus Size Bloggerin Gaby Fresh gibt dem Lied “***Flawless” von Queen Bey eine wichtige, weitere Perspektive. Jeder Körper ist makellos (flawless), das ist die Botschaft an die Medien, Werbe- und Modeindustrie:

Wer kennt Coya Knutson? Knutson war erfolgreiche Politikerin im US-amerikanischen Kongress, bis ihr Ehemann zum Muttertag (vor 56 Jahren) eine bitterböse Intrige spinnt und sie öffentlich zur Aufgabe ihres Amtes “bittet” zwingt.

Ein Interview mit dem Künstler Ricardo de Paula, über die Ränder (“margins”) in der brasilianischen Gesellschaft, Widerstand, das Überleben, Schaffen von (Tanz-)Räumen und der brasilianischen Philosophin Estamira. Estamira ist eine Persönlichkeit, die eben dies symbolisiert.

Eine wissenschaftliche Studie hat den Zusammenhang zwischen häuslicher Gewalt und chronischer Erkrankung untersucht (Inhaltswarnung: Gewaltbeschreibungen).

#BringBackOurGirls – Was steckt eigentlich dahinter und wie viel ist das Leben von Schwarzen Frauen und Mädchen in Nigeria eigentlich wert? Eine dichte Analyse von Brittney Cooper.

Die Times hat sie zu den 100 einflussreichsten Menschen gewählt, für das Cover wählt Beyoncé Hot Pants. bell hooks nennt die Musikerin eine Terroristin und ihr Bild die Verkörperung der Sklaverei. Warum hooks’ Bild und Annahmen über Beyoncé nicht die richtigen Fragen stellen, und die intellektuelle Dekonstruktivistin und Feministin vielleicht selbst in eine Falle tappt, lest ihr hier.

Das Pentagon zieht es in Erwägung, Chelsea Manning von einem Militärgefängnis in eine zivile Haftanstalt zu transferieren. Der Grund sollen die medizinische Bedürfnisse für Trans* sein, für welche ein Militärgefängnis nicht ausgestattet ist. Es ist allerdings auch bekannt, dass Gefängnisse für Trans* gewaltvolle Orte sind und stellt Anschlussfragen.

Termine

Heidelberg – Aufgepasst: am 23. Mai findet im Café Unterstrich aka Gegendruck in Heidelberg die Soli-Party für das Lady-Fest am 10. bis 13. Juli statt.

Dresden – Ljil­ja­na Ra­do­nic hält einen Vortrag mit dem Titel „Von weib­li­chen Op­fer­my­then. Deut­sche Frau­en­be­we­gun­gen und An­ti­se­mi­tis­mus“. Er wird am 21.​05. um 19 Uhr im kos­mo­tique (Mar­tin-​Lu­ther-​Stra­ße 13) statt­fin­den. Der Ein­tritt ist frei.

Dresden - Am 20. Mai gibt’s einen Vortrag von Nadine Lantzsch: “War’s das schon? Feministischer Aktivismus im Netz: Möglichkeiten, Grenzen und Handlungsräume im Digitalen” im Rahmen der Vortragsreihe “Das Private ist Politisch”.

Berlin – Am 16. Mai findet im Mio’L in Berlin die Soli-Party für Asylum Rights Evolution statt.

Berlin – Am 17. Mai gibt es einen Open Space für Schwarze Mütter im interkulturellen Frauenzentrum S.U.S.I. Der Workshop wird von der wunderbaren Sharon Dodua Otoo geleitet.

Berlin – Cool, es wird am 20. Mai ein Dokumentarfilm über die feministische, ikonische Punksängerin (Bikini Kills, Le Tigre) und Feministin Kathleen Hanna gezeigt. Sogar Open Air, bei Regen findet es trotzdem statt – nur drinnen.

In Kiel soll ein feministisches Café entstehen. Dafür findet am 21. Mai ein Planungstreffen statt.


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Ausweisung von Simran Sodhi stoppen!

12. Mai 2014 von Gastautor_in

Die Berliner Ausländerbehörde will die in Indien geborene Simran Sodhi, die in Treptow-Köpenick als Integrationslotsin tätig ist, Ende des Monats aus Deutschland ausweisen. Begründet wird dies damit, dass sie als Akademikerin für ihre Tätigkeit überqualifiziert sei, sie zu wenig verdiene und darüber hinaus kein “öffentliches Interesse” an ihrer Weiterbeschäftigung bestehe. Eine Petition wendet sich gegen die Ausweisung. Mit freundlicher Genehmigung veröffentlichen wir hier die Pressemeldung des Teams von With Wings and Roots.

Die Berliner Ausländerbehörde weist die erste Integrationslotsin im Berliner Bezirk Treptow-Köpenick, Simran Sodhi, aus Deutschland aus. Begründet wird die geplante Ausweisung mit dem aus Sicht der Behörde nicht bestehenden „öffentlichen Interesse“. Beim Arbeitgeber und Projektträger, den Verein offensiv’91 e.V. – Verein für soziale und kulturelle Dienste für Frauen, Familien und Jugendliche, löst die Entscheidung völliges Unverständnis aus.

Obwohl Ines Feierabend, derzeit amtierende Bezirksbürgermeisterin von Treptow-Köpenick, Andreas Germershausen, stellvertretender Integrationsbeauftragte beim Land Berlin sowie Lehrstuhlbeauftragte der Humboldt-Universität zu Berlin und Alice-Salomon-Hochschule, die Ausländerbehörde schriftlich darauf aufmerksam gemacht haben, dass ein regionales wie überregionales öffentliches Interesse vorliegt, sieht diese keine besonderen Gründe für eine Verlängerung des Aufenthaltes der indischen Staatsbürgerin Sodhi. Dabei lässt das Aufenthaltsgesetz durchaus einen rechtlichen Ermessensspielraum. In §18, Abs. 4, Satz 2 AufenthG ist festgehalten: „Im begründeten Einzelfall kann eine Aufenthaltserlaubnis für eine Beschäftigung erteilt werden, wenn an der Beschäftigung ein öffentliches, insbesondere ein regionales, wirtschaftliches oder arbeitsmarktpolitisches Interesse besteht.“[1]

Dieses öffentliche Interesse liegt durchaus vor. Seit Anfang des Jahres fördert die Senatsverwaltung für Arbeit, Integration und Frauen die erste Treptow-Köpenicker Integrationslotsin. Das von Senatorin Dilek Kolat ins Leben gerufene Landesrahmenprogramm hat sich zum Ziel gesetzt, die derzeit 60 regelfinanzierten und in allen Bezirken Berlins eingesetzten Integrationslots/innen und Stadtteilmütter langfristig in den Arbeitsmarkt zu integrieren.

Für Treptow-Köpenick ist die Tätigkeit der Integrationslotsin absolute „Pionierarbeit“. Der Bezirk hat bisher weder Erfahrungen mit Integrationslots/innen, noch kann er auf eine ähnlich breite Projekt- und Angebotslandschaft im Bereich Integration/Migration zurückgreifen wie andere Bezirke. Die Tätigkeit von Frau Sodhi im Rahmen des Projektes verlangt daher besonders hier nicht nur viel qualifiziertes Eigenengagement und Geduld ab. Dies spiegelt auch die bisherige Presseberichterstattung wieder.[2]

Birgit Hannemann, Geschäftsführerin des Vereins offensiv’91 e.V. erklärt: „Ich bin absolut überrascht über diese nicht nachvollziehbare Entscheidung der Behörde. Frau Sodhi unterstützt Migrant/innen in ihrem Alltag, bei Behördengängen und der Wohnungssuche. Ihr Einsatz hat unschätzbaren Wert. Ihre zwangsweise Ausweisung wäre nicht nur ein persönlicher Verlust. Auch der Schaden für das Land, den Bezirk, den Verein und nicht zuletzt die Menschen, die die Dienste der Integrationslotsin in Anspruch nehmen, wäre groß.“

Der Verein offensiv’91 e.V. und das dort angesiedelte Zentrum für Demokratie Treptow-Köpenick (ZfD) wenden sich gemeinsam mit Frau Sodhi an Öffentlichkeit und Politik und hoffen auf ein Umdenken der der Senatsverwaltung für Inneres und Sport unterstehenden Ausländerbehörde. Mit einem Offenen Brief an Innensenator Frank Henkel und Engelhard Mazanke, Leiter der Ausländerbehörde möchte man um eine Revision der Entscheidung bitten. Politiker/innen, zivilgesellschaftliche Akteure und Prominente werden aufgerufen, sich diesem Brief anzuschließen. Zudem behält sich Frau Sodhi vor, mit ihrem Anwalt Widerspruch gegen die Entscheidung der Behörde einzulegen.

Yves Müller, Mitarbeiter im Zentrum für Demokratie Treptow-Köpenick meint: „Wir werden nichts unversucht lassen, unsere Kollegin zu unterstützen. Es sollte ihr gutes Recht sein, in Deutschland bleiben zu können.“

Weitere Informationen:
E-Mail: yves.mueller@offensiv91.de | Tel.: 030/ 65 48 72 93 | Mobil: 0176/ 89 26 34 67 | www.zentrum-für-demokratie.de

[1] Siehe http://www.gesetze-im-internet.de/aufenthg_2004/__18.html
[2] Siehe z.B. „Auch Treptow-Köpenick bekommt eine Integrationslotsin“, rbb-online vom 06.02.14, http://www.rbb-online.de/politik/beitrag/2014/02/Berlin-Integration-Treptow-Koepenick-Integrationslotsin.html sowie „Integrationslotsin Simran Sodhi unterstützt Zuwanderer im Bezirk“, Berliner Woche vom 13.03.14, http://www.berliner-woche.de/nachrichten/bezirk-treptow-koepenick/artikel/37746-integrationslotsin-simran-sodhi-unterstuetzt-zuwanderer-im-bezirk/


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“Schwul als Unterrichtsfach” – wenn Antidiskriminierung an Schulen zu Hetze führt

15. Januar 2014 von Charlott

In den letzten Wochen wurde schon viel zur Petition „Zukunft – Verantwortung – Lernen: Kein Bildungsplan 2015 unter der Ideologie des Regenbogens“, die sich gegen den kommenden Bildungsplan in Baden-Württemberg richtet, geschrieben. In unseren Blogschauen haben wir bereits auf Beiträge hingeweisen, aber hier an dieser Stelle sollen noch einmal die Abläufe etwas zusammengefasst und einige Texte verlinkt werden.

Die Petition

In den Leitprinzipien des Bildungsplans 2015 für allgemeinbildende Schulen in Baden-Württemberg wurde verankert, dass im Unterricht auch Lebensrealitäten von LSBTTI berücksichtigt und explizit aufgenommen werden sollen. Der Petitionsschreiber, ein Lehrer, sieht darin die Gefahr der “Umerziehung”. Er fordert unter anderem sich gegen eine “Überbetonung einzelner Gruppen und ihrer Interessen” zu stellen, und sieht natürlich keineswegs, wie Cis-Menschen und Heteros jederzeit in einem heternormativen Gesellschaftssystem überbetont werden und deren Interessen als unmarkiert und allgemeingültig gesetzt stehen. (Und mittenrein kann auch Norbert Blüm in der FAS seinen menschenfeindlichen Mist verbreiten. Ganz unabhängig von der Petition.)

In den Kommentaren zur Petition, die bei OpenPetition eingestellt wurde, entlud sich der geballte Heterosexismus, die Trans- und Inter-Feindlichkeit. Schüler_innen mussten mit ansehen, wie ihre Lehrer_innen oder andere Menschen im Umfeld die Petition unterschrieben.  So berichtet Nele Tabler in einem Interview mit dem Missy Magazine:

Ja, so etwas [, dass Eltern andere Eltern in Klassen auffordern zu unterschreiben] hat [diese Lehrerin] auch erzählt. Auch dass die Petition in den Lehrerzimmern herumgereicht wurde und dass schon fast eine Art Gruppenzwang entstand, die Petition zu unterschreiben. Auch auf Elternversammlungen wurden Listen herumgereicht.

Die Reaktionen

Als eine der ersten (und seitdem beständigsten) hat die eben zitierte Nele Tabler seit Mitte Dezember zu dem Thema geschrieben, ob nun auf ihrem Blog, beim Online-Magazin Weird oder auf Twitter. Das Blog Kätzchen Kotzt veröffentlichte am 08. Januar einen Protestbrief an das Kultusministerium und Landtagsabgeordnete. Auch über andere Wege forderten Aktivist_innen von Politik und Kirchen Statements zur Petition. Diese ließen lange auf sich warten. Als die SPD Baden-Württemberg sich dann am 11.01. äußerte und natürlich betonte, dass sie weiter hinter dem Bildungsplan stehe, hing sie aber auch noch an:

Im Hinblick auf die Kritik der Kirchen bleibt festzuhalten, dass sich der Bildungsplan selbstverständlich am christlichen Menschenbild in Landesverfassung und Schulgesetz orientiert. Entsprechend werden die Aspekte Familie, Eltern und Ehe in den neuen Bildungsplänen wie bisher auch verankert. Wenn man akzeptiert, dass es andere Lebensformen gibt, werden damit die Institutionen Familie und Ehe keineswegs in Frage gestellt.

Die Mainstreammedien schwiegen ebenfalls lange – auch als bereits absehbar war, dass innerhalb kürzester Zeit Zehntausende von Unterschriften zusammenkommen. Als sie dann begannen Artikel zu veröffentlichen, wurden wie so häufig vorangegangene Recherchen und Arbeiten von Aktivist_innen verunsichtbart.

Tut sich was auf der Petitionsseite?

Aktivist_innen kritisierten auch OpenPetition dafür, dass sie dieser Petition eine Plattform geben.  Am 10. Januar wurde dort zumindestens etwas eingelenkt: OpenPetition sperrte die  Kommentarfunktion, es wurden Kommentare gelöscht und es soll nun eine Moderation der Kommentare geben. Dafür wurde ein weiteres Problemfeld deutlich: Bei Unterschriften werden nicht einmal E-Mailadressen verifiziert, bevor sie aufgeführt werden. Und in den letzten Tagen wurde die Petition zunehmend im Namen von bekannteren Aktivist_innen unterschrieben – unter anderem ist auch Nele Tabler betroffen.

Gegenpetitionen

Seit einigen Tagen gibt es direkt bei OpenPetition und bei Campact Gegen-Petitionen. Auf der Facebook-Seite von Medienelite schreibt Nadine, warum diese, trotz der Kritiken daran, ein Zeichen setzen können und welche Punkte außerdem in den Fokus gerückt werden sollten:

Momentan gibt es zwei Unterschriftenkampagnen gegen die heterosexistische, trans- und inter-diskriminierende Hetze gegen den neuen Bildungsplan in Baden-Württemberg, der “sexuelle Vielfalt” als Leitlinie in Schulen verankern wird. Ich bin skeptisch, was die konkrete Umsetzung dieser Leitlinie in Schulen betrifft: Werden die Ursachen und Auswirkungen von Diskriminierung vermittelt und wenn ja, wie? (Oder geht es wie so oft nur um Akzeptanz und Toleranz von “Abweichung”?) Wie wird Lehrpersonal für das Thema sensibilisiert? Wie sehen die pädagogischen Mittel aus? Wieviel Gelder werden bereitgestellt? Wie ist es möglich, betroffene Schüler_innen (und Lehrer_innen) zu bestärken, trotz der stattfindenden Diskriminierung in der Schule, zu Hause und im nahen sozialen Umfeld? Trotz dieser Fragen ist es für betroffene Schüler_innen und Lehrer_innen, sowie Eltern/Bezugspersonen gerade wichtig zu sehen, dass sich Widerstand gegen die Hetze bildet. Widerstand, der sich nicht nur in einzelnen Blog- und Zeitungsartikeln, in empörten Wortmeldungen auf Twitter, sondern auch anhand konkreter Zahlen zeigt. Die Texte beider Gegenpetitionen sind kritikwürdig bis *augenroll*, aber die Zahlen sprechen eine eindeutige Sprache. Gegen den Initiator der Hetzpetition liegt eine Dienstaufsichtsbeschwerde (er ist selbst Lehrer) und eine Strafanzeige vor. Doch die Rhetorik dieser Aktion bleibt nach wie vor mehrheitsfähig und keineswegs nur anschlussfähig für rechtsradikale und christlich-fundamentalistische Kreise, speist sie sich direkt (auch) aus Mainstream-Diskursen, die “Homosexualität” und Trans*/Inter zur Privatsache erklären, während jeden Tag in Schulen, in den Medien, im staatlichen Handeln, im öffentlichen Raum, in sozialen Umfeldern der “heterosexuelle Lebensstil” als Norm gepredigt wird. Wir sollen täglich “eindeutig” als Frau oder Mann performen, wir sollen das jeweils andere “Geschlecht”, lieben, begehren, heiraten und mit ihm/ihr Kinder in die Welt setzen. Wir sollen Heterosexualität ständig zum Thema machen, damit in der Öffentlichkeit hausieren gehen, jedem_jeder unser Hetero-sein ungefragt auf die Nase binden, damit es auch der_die Letzte begreift, dass Hetero-Sein das “Natürliche” und Selbstverständliche ist, während alles jenseits davon als individuelle Entscheidung oder wahlweise auch “biologischer/psychischer Defekt” angesehen, abgewertet und diskriminiert wird. Und von staatlicher Seite zwangsoperiert und zwangstherapiert wird. Oder gutmenschlich Toleranz und Respekt für ein “Anderssein” entgegengebracht wird. LGBT*I haben sich nicht für ein “Anderssein” entschieden, sondern schlicht und einfach für ein Leben, das ihren Wünschen und Bedürfnissen entspricht, die in dieser Gesellschaft keinen Platz haben sollen.

Weiterlesen

Links zu dem Thema (sowie eine Übersicht über welche Stellen die Petition verbreitet wurde_wird) hat auch Nele Tabler zusammengestellt, und bei fuckermothers findet sich ebenfalls eine Übersicht zu Beiträgen.


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Gratis-Entwicklungshilfe, goldene Facepalmen und siruptriefende Pfannkuchen – die Blogschau

11. Januar 2014 von Anna-Sarah
Dieser Text ist Teil 231 von 253 der Serie Die Blogschau

“Wir sind gekommen, um euch eine helfende Hand zu reichen und kostenlos Nachhilfe zu geben, man könnte es auch Entwicklungshilfe nennen”- das Bündnis Mind The Trap intervenierte eindrucksvoll bei einer fragwürdigen Tagung über Zugangsbarrieren zu Kulturproduktionen. Es gibt auch ein Video von der Aktion zu sehen.

Rambling Rose wagt die Prognose: “Der Trend zur Definitionshoheit weisser (Medien-)mac_h_ker hält an. Sie wollen auch 2014 entscheiden, was rassistisch und/oder sexistisch ist.” Ganz vorne mit dabei in Sachen Nichtrassismus und -sexismus: Comedy mit natürlich besten Absichten.

In der TV-Talkshow Beckmann ging es vorgestern unter dem Titel “Was ist schon normal? Leben mit behinderten Menschen” um Inklusion. Während und nach der Sendung wurde heftig auf Twitter über die Gäste und Inhalte diskutiert. Die Leidmedien haben ein paar Meinungen zusammengetragen.

mara vom Futblog erzählt darüber, wie anders in ihrem Umfeld mit der Liebesbeziehung ihres Bruders umgegangen wird als mit ihren eigenen: “heute weiss ich, dass meine sexualität kein thema war weil es etwas ungewisses ist, etwas womit sie keine erfahrung haben, weil ich schlicht und ergreifend nicht heterosexuell bin.”

Warum “sich jetzt einmal alle (egal welcher Sexualpräferenz) in einer Schlange anstellen und die güldene Facepalme an Norbert Blüm überreichen” dürfen, sagt C. Rosenblatt beim Ein Blog von Vielen.

“‘Wenn unsere Kinder homosexuell werden, sterben wir alle aus” ist das neue “wenn die Erde keine Scheibe mehr ist, fallen wir alle runter’.”- Fabienne Vesper über #idpet und das Klima, in dem diese Petition stattfindet.

“Danke, dass ich deine Wichsvorlage sein darf, nicht wahr?” – Naekubi hat sich mit den Rassisten und Sexisten von Amy & Pink rumgeschlagen. Auf dass ihr die Löffel niemals ausgehen mögen!

Bei Don’t degrade Debs, darling! berichtet die Auorin: “Es ist nun über 6 Monate her, dass ich bei der Polizei meine Anzeige gemacht habe. Seit dem warte ich. Ich bin geübt, aber nicht besonders gut im Warten und ich merke, wie dieses scheinbare EsGeschiehtNichts an mir nagt.

Steinmädchen betrachtet das neue Projekt Heimwegtelefon kritisch: “Das Heimwegtelefon reproduziert viele Mythen und die Arbeit, die Frauen seit Jahrzehnten in Gruppen und Institutionen gegen Diskriminierung und Gewalt leisten wird völlig übergangen. Es wird nicht auf Wissen zurückgegriffen, das Feministinnen mühsam angeeignet haben und immer immer wieder wiederholen.”

Katrin erklärt in ihrem Blog Reizende Rundungen zunächst in englischer, dann in deutscher Sprache, warum in der Aufforderung, Menschen nicht nach ihrem Äußeren zu beurteilen, oftmals eine Riesenportion Fatshaming enthalten ist: “Denn ja, natürlich sollte man niemals nur nach dem Aussehen beurteilen, weder wegen dem Stil, den Haaren, den Klamotten oder dem Körper eines Menschen. Aber, und hier kommt ein sehr großes aber, man sollte das nicht nur nicht tun, weil sich unter dem „hässlichen“ ein schönes Inneres verbergen könnte. Sondern man sollte das generell nicht tun, egal was man darunter zu erwarten hat!”

Warum Jay vom Virtual Rereat Center einen Sonntag im Monat in der Küche verbringt und einen haufen zusätzliche Teller angeschafft hat: “Ich lade eine Runde feministischer Spaßverderber_innen ein, um gemeinsam Spaß haben zu können. Wir achten gemeinsam darauf, eine Stimmung zu schaffen, mit der sich alle wohl fühlen, statt von anderen als diejenigen wahrgenommen zu werden, die schlechte Stimmung verbreiten. Wir versuchen füreinander Platz zu schaffen, um miteinander Platz nehmen zu können.”

“Abseits von cismännlichem Technik-Expertenmackertum Probleme mit Rechnern, Computern, Maschinen bequatschen, Erfahrungen austauschen, Fragen beantworten und die sprichwörtliche “Hilfe zur Selbsthilfe” anbieten” – das gibt’s am 17.1. und ab dann jeden dritten Freitag im Monat, erzählt riot_nrrrd. Denn dann findet bei TrIQ (Glogauerstraße 19, Hinterhof, 10999 Berlin) eine Computersprechstunde für alle interessierten Trans*, Inter*, Lesben und Frauen* statt.

Und auch das hier bitte schon mal fett im Kalender anmarkern: Am 19. Januar 2014 im FAQ Infoladen (barrierearm), ab 15:30: Vortrag und Spoken Word der Aktivist*innengruppe FatUp!

Für eine bessere Vernetzung der feministischen Blogosphäre listen wir jede Woche auf, was unsere Kolleg_innen über die Woche so melden und tun. Haben wir etwas vergessen oder übersehen? Kennen wir dein brilliantes Blog etwa noch gar nicht? Dann sag uns bitte Bescheid!


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Formen der Transphobie, ideologische Regenbögen, erfolgreiches Wehren – die Blogschau

4. Januar 2014 von Anna-Sarah
Dieser Text ist Teil 230 von 253 der Serie Die Blogschau

Fleischhauerfail Teil 567 - Jayrôme C. Robinet zeigt zu diesem Anlass noch mal auf, was es mit dem Begriff und der Lebensrealität Transphobie auf sich hat.

Bestürzende Nachrichten aus der deutschen Bildungspolitik: Weit über 40.000 (!) Menschen haben bereits die menschenverachtende Petition „Zukunft – Verantwortung – Lernen: Kein Bildungsplan 2015 unter der Ideologie des Regenbogens“ unterschrieben. Karnele macht aufmerksam, informiert über Hintergründe und fordert zu Interventionen auf.

L-talk berichtet über das neue Anti-Homosexualitäts-Gesetz in Uganda: “Das neue Gesetz stellt nicht nur Homosexualität unter Strafe bis zu lebenslanger Haft. Es bedroht auch Menschen, die von homosexuellen Handlungen “wissen” oder sie “unterstützen” und dies nicht den Behörden anzeigen. Dieser Straftatbestand gefährdet eine ganz neue Gruppe von Menschen und setzt Verwandte und das gesamte soziale Umfeld massiv unter Druck.”

Till Westermayer hat sich durch die “500 wichtigsten deutschen Intellektuellen”, gekürt vom Magazin Cicero, geklickt und macht ein paar Beobachtungen darüber, was dieses Ranking “über den deutschen Diskurs verrät”.

“Aber was mir fehlt sind diese anderen Geschichten. Diese Geschichten, in denen wir uns erfolgreich wehren, und dass gar nicht so wahrnehmen können”, schreibt Steinmädchen: “Es fehlt mir, dass wir gegenseitig wahrnehmen, was wir eh schon tun und was wir tun könnten. (…) Ich möchte hören, wie ihr es schafft, scheiß Situationen zu verändern.”

Und noch eine Leseempfehlung vom Steinmädchen: Bei can I say no…? gibt es seit letztem Herbst “feminismus. antikapitalismusdingens. befindlichkeiten. essen.”

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Doofe Fragen, das echte Leben und rassistische Soße – die Blogschau

14. Dezember 2013 von Anna-Sarah
Dieser Text ist Teil 229 von 253 der Serie Die Blogschau

riot_nrrrd lässt uns an ein paar Fragen teilhaben, die ihm_ihr immer wieder mal gestellt werden, die er_sie aber niemals ernsthaft beantworten wird. Außerdem sagt riot_nrrrd im Nachgang zum unsäglichen Silke-Burmester-Artikel über “Behindertenwitze” nochmal an, wo es da hakt.

Über psychiatrische Zwangsbehandlung von Hungerstreikenden in Klagenfurt berichtet Der Lindwurm – wenn “Menschen, die sich gegen politische Zustände wehren, für verrückt erklärt werden und man ihnen noch die letzten Menschenrecht aberkennt”.

Franziska Naja ärgert sich über einen Text, der das so verkürzte wie beliebte Argument, Netzfeminismus und Genderstudies hätten mit dem echtem Leben(tm) nix zu tun, bedient.

“Obwohl Supermärkte trivialer kaum sein könnten, spiegeln sie, wie kein anderer Ort, die Alltäglichkeit von Rassismen und Sexismen wider” – zum Beispiel durch penetrantes Affirmieren des Wortes “Zigeuner”, wie Filiz Demirova bei EDEWA analysiert. Den Beitrag gibt es dort auch in englischer Sprache sowie als Audiofassung zum Nachhören im Radio.

Unsichtbarmachung, Wegnennung, Misogynie: Karnele ärgert sich über “Schwulenverehrung und Lesbenhass” in diversen Medien.

Musikhören als Kreativitätsförderung, oder auch: Wie mensch an der Universität intervenieren kann. Mehr NOISEAUX, weniger Richard Wagner - ein Text von Jayrôme C. Robinet.

Es gibt Neuigkeiten von der Petition gegen Sexismus im öffentlich-rechtlichen TV – leider , wenn auch wenig überraschenderweise, keine guten. ARD und ZDF lassen keine Auseinandersetzung mit den Forderungen erkennen und sehen keinen Grund an ihrer Praxis irgendwas zu ändern. Juhu.

Das Fat Up Kollektiv macht ein Zine! Und zwar mit euren Beiträgen: “Gedichten, Texten, Erzählungen aus dem eigenen Leben oder Fiktion, Überlebens_Ratschläge/Guides für fette Feiertage/Familienfeste, Rezensionen, Tipps und Schnipps bis zu Bildern, Gemälden, Collagen oder Comics und noch mehr und mehr und übermehr – schickt uns eure fetten Beiträge an fatup@riseup.de bis Ende Januar (2014) und gestaltet mit uns ein dickes, fett-ziges Zine für alle fett-positiv gelaunten und denkenden Mit_Menschen!”

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Fette Fotos, Gewinnspiele und queer-feministisches Biertrinken – die Blogschau

7. Dezember 2013 von Magda
Dieser Text ist Teil 228 von 253 der Serie Die Blogschau

Zine-Fans, aufgepasst: Es gibt ein brandneues heteronormativitätskritisches Zine namens out_hentisch.

Die Berliner Gruppe Fat Up! hat auf ihrem Blog fette Fotos gegen Patriarchat und Körpernormen veröffentlicht.

Die feministische Punkband Respect My Fist gab ein Interview zu feministischer Musikarbeit und politischer Verantwortung.

Auf reizende Rundungen und In Fat Style gibt’s hübsche Outfits für Modefans.

Der erste Teil der neuen Miniserie zu Verschlüsselung von Kommunikation und Daten findet ihr auf Femgeeks.

Eine kritische Linksammlung zu One Billion Rising hat Am Zaun zusammengestellt.

Bei Derailing für Anfänger gibt es die ultimative Anleitung für jene, die Aktivist_innen so richtig nerven und deren gesellschaftskritischen Argumente delegitimieren wollen – selbstverständlich mit einem Augenzwinkern zu verstehen.

Identitätskritik schreibt über die Verharmlosung von sexualisierter Gewalt. Ihr Text ist Reaktion auf vergewaltigungsverharmlosende Blogeinträge, die gerade im Netz kursieren, und keiner Verlinkung wert sind. Achtung: Beschreibung von gewaltvollen Szenen.

Fuckermothers weist noch einmal auf die Petition gegen die Sanktionen von HartzIV hin – bis zum 18.12. werden 50.000 Unterschriften benötigt.

Unsere österreichischen Kolleg_innen sind ganz wild auf Weihnachtsgeschenke: sugarbox präsentiert einen queeren Adventskalender, die Denkwerkstatt verschenkt bei einem Gewinnspiel tolle Geschenke (z.B. ein an.schläge-Abo) und der futblog hat Geschenkideen von lokalen Feminist_innen aufgelistet. Support your local feminists!

Das nächste queer-feministische Biertrinken in Frankfurt/Main findet am 9. Dezember statt.

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Chelsea Manning, Graphic Novels, ‘Orange is the New Black’ – die Blogschau

24. August 2013 von Anna-Sarah
Dieser Text ist Teil 213 von 253 der Serie Die Blogschau

Bei High on Clichés gibt es ein paar Perspektiven und Hintergründe zum weit beachteten Gesetz zum offenen Gechlechtseintrag in der Geburtsurkunde.  Auch Zwischengeschlecht.org erklärt, warum das Gesetz unter Betroffenen sicher keine Jubelstürme auslöst.

Die Denkwerkstatt hat Lesetipps für euch! Anna von Different Needs hat Rutu Modans Graphic Novel “Das Erbe” rezensiert. Und Carlott stellt bei Femgeeks gleich drei tolle Graphic Novels vor.

Die Femgeeks haben außerdem ein schönes interaktives Mixtape zusammengestellt – Motto: Städte.

Und Helga fragt: Wann hört die unwürdige Behandlung von Chelsea Manning auf?

Impressionen vom diesjährigen Christopher Street Day in Frankfurt/Main gibt es bei queerfeministisch biertrinken.

Rassismus hat nichts mit vermeintlich mangelnder Intelligenz zu tun, auch wenn das immer wieder behauptet wird – Metalust erklärt, warum derartige Argumentationen hervorragend an genau jene White-Supremacy-Diskurse, die sie eigentlich kritisieren wollen, anschlussfähig sind.

In der dokumentarischen neuen Webserie Lez Build a Family geht es um die Darstellung von lesbischen Familien mit Kindern. Phenomenelle ruft zur Unterstützung des Projekts auf.

Lucie von kleinerdrei hat sich “Orange Is The New Black” angeschaut und eine ausführliche Besprechung verfasst.

Christiane von Graham’N Graham hat sich die Verfilmung von Charlotte Roches “Feuchtgebiete” angesehen.

Es gibt Neuigkeiten von der Petition an die öffentlich-rechtlichen TV-Sender, “Klärt endlich angemessen über den Sexismus in unserer Gesellschaft auf!” – nachzulesen bei ProChange.

Einen Erfahrungsbericht über Arbeitslosigkeit und die abstrusen Erfahrungen in der damit zusammenhängenden Bürokratie gibt es bei Kasonze.

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Fat Empowerment und internationale LGBT-News – kurz verlinkt

28. Juni 2013 von Anna-Sarah
Dieser Text ist Teil 195 von 243 der Serie Kurz notiert

Wortwörtlich rape culture wie sie im Buche steht, powered by Kickstarter (Contentwarnung) – nach massiven Protesten gegen ein dort finanziertes “Pick-Up”-Buch hat die Crowdfunding-Platform sich entschuldigt und Maßnahmen der Wiedergutmachung angekündigt (verlinkte Texte auf Englisch).

Die American Medical Association hat “Übergewicht” (sic) zur Krankheit erklärt. Fat Aktivist_innen wie Fat Heffalump und Virgie Tovar stellen klar, dass dick_fett nicht gleich auch krank bedeutet und befürchten, dass solche Pathologisierungen in der Praxis zu noch mehr Fat Shaming und Stigmatisierung von dicken_fetten Menschen führt. Es gibt eine Petition, die ihr unterschreiben könnt (englischsprachig). Und auf La Respuesta gibt es ein hinreißenedes empowerndes E-Zine: “A Resource Guide To Fatphobia”

“Sprache ordnet die Welt, konstruiert und kategorisiert. Deshalb ist die Auseinandersetzung um abwertende Begriffe wichtig”, stellt Hadija Haruna in der taz klar.

Am 7. Juni 2013 fand in Österreich die 3. Frauenenquete der Frauenministerin in Kooperation mit der Plattform 20000frauen statt. Die Keynote sprach Elisabeth Klaus: “Zwischen Antifeminismus und Elitefeminismus: Der Geschlechterdiskurs im medialen Mainstream”.

Die European Women’s Lobby (EWL), größte Dachorganisation für Frauenvereinigungen in den Europäischen Union, stellt sich hier online vor (Englisch).

Spektakulär: Die christlich-konservative Organisation Exodus, die u.a. “Konversionstherapien gegen Schwulsein” durchgeführt hat, hat sich bei der LGBT-Community für ihr “unbliblisches und unehrerbietiges Weltbild” entschuldigt (Englisch).

Die NGO Pink Armenia berichtet über die Menschenrechtssituation für LGBT in Armenien (Englisch).

In der Türkei endet an diesem Wochenende die Istanbul Pride Week – Thema dieses Jahr: “Widerstand” (Englisch).

Wie Engagement für das Recht auf lesbische und schwule Ehen aus wertkonservativer Perspektive aussieht, lässt sich bei queer.de nachlesen.

Eine in Schweden asylsuchende Trans*frau und LGBT-Aktivistin soll nach Russland abgeschoben werden. Eine Petition wendet sich dagegen (Englisch).

Auf Jezebel erklärt Dodai Stewart anhand des neuen Videos von Miley Cyrus, wo Inspiration zu kultureller Aneignung wird und was daran problematisch ist (Englisch).

Es hat sich immer noch nicht zu allen durchgesprochen: Seriöser Journalismus kommt nicht nur aus der Feder von weißen Männern – xojane erinnert daran (Englisch).

Die 17jährige Jinan Younis wollte an ihrer Schule eine feministische Gruppe gründen – was dann passierte, berichtet sie im Guardian (Englisch).

Der FOCUS berichtet über die massiv hohen Zahlen von Gewalt gegen Frauen – die WHO hat die Zahlen nun veröffentlicht, nachdem sie bereits bei anderen UN-Organisationen/Abteilungen und NGOs zu erfahren waren und  u.a. die Aktion One Billion Rising im Februar ageregt hatten.

Die in den USA sehr populäre Fernsehköchin Paula Deen steht  wegen wiederholter rassistischer Handlungen in der Kritik. Daraus ging nun das Hashtag #paulasbestdishes (Paulas beste Rezepte) hervor, welches satirisch auf Deens aktuelle Ausfälle Bezug nimmt (Englisch).

In der Münchner Innenstadt ist eine Gruppe Geflüchteter in den Hungerstreik getreten. Mit einer Erklärung zu ihren Forderungen wenden sie sich an Bundeskanzlerin Angela Merkel und Andreas Voßkuhle, Präsident des Bundesverfassungsgerichtes.

In Berlin läuft derzeit und noch bis zum 18. August die Veranstaltung re.act.feminism #2, die sich um feministische Performancekunst dreht – unter anderem mit Ausstellungen, Workshops, Performances und Vorträgen.

Heute Abend in Wien, als Startveranstaltung zur Frauen-Fußball-EM: Diskussion und Party bei Frauen. Fussball. Medien.


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Für eine aufklärende Berichterstattung und gegen Sexismus im TV!

25. Juni 2013 von Gastautor_in

ProChange und @TochterEgalias arbeiten seit der #aufschrei-Debatte gemeinsam gegen Sexismus und für eine aufklärende Berichterstattung im öffentlich-rechtlichen Fernsehen. ProChange ist eine Gruppe aus dem Ruhrgebiet, die sich mit zahlreichen Projekten und Aktionen für eine Gesellschaft ohne sexuelle Belästigung, ohne sexuelle Übergriffe und ohne sexualisierte Gewalt einsetzt. @TochterEgalias ist Informatikerin aus Hamburg, Teilzeit-Bloggerin und Mitbetreiberin des Forums feminist-in.net.

Im Rahmen unserer Petition, die weiterhin mitgezeichnet werden kann, haben wir eine Programmbeschwerde an die Rundfunkräte und Intendant*innen der Öffentlich-Rechtlichen gerichtet. Darin kritisieren wir die Talkshows und Sendungen: Günther Jauch, Anne Will, Menschen bei Maischberger, ZDF log, Maybrit Illner und Wutbürger Paul aus dem zdf.kulturpalast, die im Rahmen der #aufschrei-Debatte gesendet wurden. Gleichzeitig fordern wir die öffentlich-rechtlichen Sender auf, Ihrem gesetzlichen Auftrag gerecht zu werden und über Sexismus in der Gesellschaft aufzuklären.

Beim ZDF haben wir zusätzlich ein Programmbeschwerdeverfahren eingeleitet, welches nun läuft und demnächst im ZDF-Beschwerdeausschuss behandelt werden soll.

Bei der ARD gibt es leider kein offizielles Beschwerdeverfahren. Eine Stellungnahme haben wir, stellvertretend für die einzelnen Landesrundfunkräte, nur von Volker Herres, dem Programmdirektor der ARD, erhalten. Stellungnahme ARD Teil 1 und Teil 2.

Er bedauert, dass uns die Talkshows nicht gefallen haben, das Anliegen sei jedoch gewesen, dass sich auch Zuschauerinnen und Zuschauer mit dem Thema beschäftigen, die dies ansonsten nicht tun würden. Dazu seien Gesprächsreihen in besonderer Weise geeignet. Dazu sagen wir: Nein, das sind sie bei diesem Thema eben nicht. Was fehlt, ist ein AUFKLÄRENDE Berichterstattung, die der Schwere des Themas gerecht wird.

Gerne versichert er uns, dass die ARD bereits zahlreiche unserer Forderungen erfülle. Welche dies denn sein sollen, darüber schweigt er sich aus. Stattdessen wird uns mitgeteilt, dass drei! der neun Intendant*innen der ARD Frauen sind, und dass es sogar einige Direktorinnen in Landesrundfunkanstalten gibt. Außerdem gäbe es Gleichstellungsbeauftragte und familienfreundliche Arbeitszeiten.

Trotz dieser “paradiesischen” Zustände in der ARD, will er das Thema Sexismus auch weiterhin aufgreifen. Allerdings sollen dabei Betroffene BEIDER SEITEN ausreichend zu Wort kommen.

Danke Herr Herres! Doch nur allzu gerne würden wir erfahren, welche BEIDEN SEITEN dies beim Thema Sexismus sein sollen. Sexist*innen gegen Menschen mit Erfahrungen von sexualisierter Gewalt vielleicht? Die sollen dann auch in der nächsten ARD-Talkshow fröhlich weiter darüber diskutieren, ob sexuelle Belästigung vielleicht gar keinen sexistischen Hintergrund hat?
Nein, Herr Herres, da haben Sie leider selbst einiges nicht verstanden. Eine entsprechende Antwort haben wir Herrn Herres zukommen lassen.

Auch von Thomas Bellut, dem ZDF-Intendanten, haben wir einen Antwortbrief bekommen, in dem er sich bei uns für den Hinweis auf Verbesserungsmöglichkeiten bedankt. Er könne jedoch weder feststellen, dass das ZDF das Publikum fehlinformiert hätte, noch dass sich über dieses wichtige Thema lächerlich gemacht wurde. Außerdem weist er auf die Sachkundigkeit der geladenen Talkshow-Gästen hin (Stellungnahme ZDF).

Ahja. Erinnern wir uns an die “maybrit illner”-Ausgabe, in der Claudia Roth, Wolfgang Kubicki, eine ver.di-Vertreterin, eine Schauspielerin sowie ein Medienanwalt eingeladen waren. Oder an “ZDF log in”, wo die Sachkundigkeit in Monika Ebeling sowie einem selbsternannten Pick-Up Artist ihre Grenzen fand. Wie war das noch gleich mit dem Lächerlichmachen?
Unsere Antworten hier auf prochange.tumblr.com und auf feminist-in.net.

Mit diesen Stellungnahmen geben wir uns nicht zufrieden! Die Petition läuft weiter, für eine aufklärende Berichterstattung und gegen Sexismus im TV!

Wir verlangen eine Behandlung unserer Beschwerde im ZDF-Fernsehrat sowie in den Gremien der ARD.

Bis zum 31.8.2013 wollen wir mindestens 5.000 Unterschriften für unsere Petition sammeln, um den Öffentlich-Rechtlichen die Relevanz des Themas zu verdeutlichen.

Wir fordern weiterhin Aufklärung und politische Bildung über Sexismus in der Gesellschaft. Die Öffentlich-Rechtlichen wurden ihrem Bildungsauftrag zu dem Thema bisher nicht gerecht.

Darüber hinaus wollen wir deutlich machen, dass nach wie vor Sexismus in den Sendungen der Öffentlich-Rechtlichen vorkommt. Dies wollen wir nicht länger hinnehmen.

Helft uns und verbreitet unsere Petition weiter!


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