Einträge mit dem Tag ‘Petition’


“Schwul als Unterrichtsfach” – wenn Antidiskriminierung an Schulen zu Hetze führt

15. Januar 2014 von Charlott

In den letzten Wochen wurde schon viel zur Petition „Zukunft – Verantwortung – Lernen: Kein Bildungsplan 2015 unter der Ideologie des Regenbogens“, die sich gegen den kommenden Bildungsplan in Baden-Württemberg richtet, geschrieben. In unseren Blogschauen haben wir bereits auf Beiträge hingeweisen, aber hier an dieser Stelle sollen noch einmal die Abläufe etwas zusammengefasst und einige Texte verlinkt werden.

Die Petition

In den Leitprinzipien des Bildungsplans 2015 für allgemeinbildende Schulen in Baden-Württemberg wurde verankert, dass im Unterricht auch Lebensrealitäten von LSBTTI berücksichtigt und explizit aufgenommen werden sollen. Der Petitionsschreiber, ein Lehrer, sieht darin die Gefahr der “Umerziehung”. Er fordert unter anderem sich gegen eine “Überbetonung einzelner Gruppen und ihrer Interessen” zu stellen, und sieht natürlich keineswegs, wie Cis-Menschen und Heteros jederzeit in einem heternormativen Gesellschaftssystem überbetont werden und deren Interessen als unmarkiert und allgemeingültig gesetzt stehen. (Und mittenrein kann auch Norbert Blüm in der FAS seinen menschenfeindlichen Mist verbreiten. Ganz unabhängig von der Petition.)

In den Kommentaren zur Petition, die bei OpenPetition eingestellt wurde, entlud sich der geballte Heterosexismus, die Trans- und Inter-Feindlichkeit. Schüler_innen mussten mit ansehen, wie ihre Lehrer_innen oder andere Menschen im Umfeld die Petition unterschrieben.  So berichtet Nele Tabler in einem Interview mit dem Missy Magazine:

Ja, so etwas [, dass Eltern andere Eltern in Klassen auffordern zu unterschreiben] hat [diese Lehrerin] auch erzählt. Auch dass die Petition in den Lehrerzimmern herumgereicht wurde und dass schon fast eine Art Gruppenzwang entstand, die Petition zu unterschreiben. Auch auf Elternversammlungen wurden Listen herumgereicht.

Die Reaktionen

Als eine der ersten (und seitdem beständigsten) hat die eben zitierte Nele Tabler seit Mitte Dezember zu dem Thema geschrieben, ob nun auf ihrem Blog, beim Online-Magazin Weird oder auf Twitter. Das Blog Kätzchen Kotzt veröffentlichte am 08. Januar einen Protestbrief an das Kultusministerium und Landtagsabgeordnete. Auch über andere Wege forderten Aktivist_innen von Politik und Kirchen Statements zur Petition. Diese ließen lange auf sich warten. Als die SPD Baden-Württemberg sich dann am 11.01. äußerte und natürlich betonte, dass sie weiter hinter dem Bildungsplan stehe, hing sie aber auch noch an:

Im Hinblick auf die Kritik der Kirchen bleibt festzuhalten, dass sich der Bildungsplan selbstverständlich am christlichen Menschenbild in Landesverfassung und Schulgesetz orientiert. Entsprechend werden die Aspekte Familie, Eltern und Ehe in den neuen Bildungsplänen wie bisher auch verankert. Wenn man akzeptiert, dass es andere Lebensformen gibt, werden damit die Institutionen Familie und Ehe keineswegs in Frage gestellt.

Die Mainstreammedien schwiegen ebenfalls lange – auch als bereits absehbar war, dass innerhalb kürzester Zeit Zehntausende von Unterschriften zusammenkommen. Als sie dann begannen Artikel zu veröffentlichen, wurden wie so häufig vorangegangene Recherchen und Arbeiten von Aktivist_innen verunsichtbart.

Tut sich was auf der Petitionsseite?

Aktivist_innen kritisierten auch OpenPetition dafür, dass sie dieser Petition eine Plattform geben.  Am 10. Januar wurde dort zumindestens etwas eingelenkt: OpenPetition sperrte die  Kommentarfunktion, es wurden Kommentare gelöscht und es soll nun eine Moderation der Kommentare geben. Dafür wurde ein weiteres Problemfeld deutlich: Bei Unterschriften werden nicht einmal E-Mailadressen verifiziert, bevor sie aufgeführt werden. Und in den letzten Tagen wurde die Petition zunehmend im Namen von bekannteren Aktivist_innen unterschrieben – unter anderem ist auch Nele Tabler betroffen.

Gegenpetitionen

Seit einigen Tagen gibt es direkt bei OpenPetition und bei Campact Gegen-Petitionen. Auf der Facebook-Seite von Medienelite schreibt Nadine, warum diese, trotz der Kritiken daran, ein Zeichen setzen können und welche Punkte außerdem in den Fokus gerückt werden sollten:

Momentan gibt es zwei Unterschriftenkampagnen gegen die heterosexistische, trans- und inter-diskriminierende Hetze gegen den neuen Bildungsplan in Baden-Württemberg, der “sexuelle Vielfalt” als Leitlinie in Schulen verankern wird. Ich bin skeptisch, was die konkrete Umsetzung dieser Leitlinie in Schulen betrifft: Werden die Ursachen und Auswirkungen von Diskriminierung vermittelt und wenn ja, wie? (Oder geht es wie so oft nur um Akzeptanz und Toleranz von “Abweichung”?) Wie wird Lehrpersonal für das Thema sensibilisiert? Wie sehen die pädagogischen Mittel aus? Wieviel Gelder werden bereitgestellt? Wie ist es möglich, betroffene Schüler_innen (und Lehrer_innen) zu bestärken, trotz der stattfindenden Diskriminierung in der Schule, zu Hause und im nahen sozialen Umfeld? Trotz dieser Fragen ist es für betroffene Schüler_innen und Lehrer_innen, sowie Eltern/Bezugspersonen gerade wichtig zu sehen, dass sich Widerstand gegen die Hetze bildet. Widerstand, der sich nicht nur in einzelnen Blog- und Zeitungsartikeln, in empörten Wortmeldungen auf Twitter, sondern auch anhand konkreter Zahlen zeigt. Die Texte beider Gegenpetitionen sind kritikwürdig bis *augenroll*, aber die Zahlen sprechen eine eindeutige Sprache. Gegen den Initiator der Hetzpetition liegt eine Dienstaufsichtsbeschwerde (er ist selbst Lehrer) und eine Strafanzeige vor. Doch die Rhetorik dieser Aktion bleibt nach wie vor mehrheitsfähig und keineswegs nur anschlussfähig für rechtsradikale und christlich-fundamentalistische Kreise, speist sie sich direkt (auch) aus Mainstream-Diskursen, die “Homosexualität” und Trans*/Inter zur Privatsache erklären, während jeden Tag in Schulen, in den Medien, im staatlichen Handeln, im öffentlichen Raum, in sozialen Umfeldern der “heterosexuelle Lebensstil” als Norm gepredigt wird. Wir sollen täglich “eindeutig” als Frau oder Mann performen, wir sollen das jeweils andere “Geschlecht”, lieben, begehren, heiraten und mit ihm/ihr Kinder in die Welt setzen. Wir sollen Heterosexualität ständig zum Thema machen, damit in der Öffentlichkeit hausieren gehen, jedem_jeder unser Hetero-sein ungefragt auf die Nase binden, damit es auch der_die Letzte begreift, dass Hetero-Sein das “Natürliche” und Selbstverständliche ist, während alles jenseits davon als individuelle Entscheidung oder wahlweise auch “biologischer/psychischer Defekt” angesehen, abgewertet und diskriminiert wird. Und von staatlicher Seite zwangsoperiert und zwangstherapiert wird. Oder gutmenschlich Toleranz und Respekt für ein “Anderssein” entgegengebracht wird. LGBT*I haben sich nicht für ein “Anderssein” entschieden, sondern schlicht und einfach für ein Leben, das ihren Wünschen und Bedürfnissen entspricht, die in dieser Gesellschaft keinen Platz haben sollen.

Weiterlesen

Links zu dem Thema (sowie eine Übersicht über welche Stellen die Petition verbreitet wurde_wird) hat auch Nele Tabler zusammengestellt, und bei fuckermothers findet sich ebenfalls eine Übersicht zu Beiträgen.


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Gratis-Entwicklungshilfe, goldene Facepalmen und siruptriefende Pfannkuchen – die Blogschau

11. Januar 2014 von Anna-Sarah
Dieser Text ist Teil 231 von 242 der Serie Die Blogschau

“Wir sind gekommen, um euch eine helfende Hand zu reichen und kostenlos Nachhilfe zu geben, man könnte es auch Entwicklungshilfe nennen”- das Bündnis Mind The Trap intervenierte eindrucksvoll bei einer fragwürdigen Tagung über Zugangsbarrieren zu Kulturproduktionen. Es gibt auch ein Video von der Aktion zu sehen.

Rambling Rose wagt die Prognose: “Der Trend zur Definitionshoheit weisser (Medien-)mac_h_ker hält an. Sie wollen auch 2014 entscheiden, was rassistisch und/oder sexistisch ist.” Ganz vorne mit dabei in Sachen Nichtrassismus und -sexismus: Comedy mit natürlich besten Absichten.

In der TV-Talkshow Beckmann ging es vorgestern unter dem Titel “Was ist schon normal? Leben mit behinderten Menschen” um Inklusion. Während und nach der Sendung wurde heftig auf Twitter über die Gäste und Inhalte diskutiert. Die Leidmedien haben ein paar Meinungen zusammengetragen.

mara vom Futblog erzählt darüber, wie anders in ihrem Umfeld mit der Liebesbeziehung ihres Bruders umgegangen wird als mit ihren eigenen: “heute weiss ich, dass meine sexualität kein thema war weil es etwas ungewisses ist, etwas womit sie keine erfahrung haben, weil ich schlicht und ergreifend nicht heterosexuell bin.”

Warum “sich jetzt einmal alle (egal welcher Sexualpräferenz) in einer Schlange anstellen und die güldene Facepalme an Norbert Blüm überreichen” dürfen, sagt C. Rosenblatt beim Ein Blog von Vielen.

“‘Wenn unsere Kinder homosexuell werden, sterben wir alle aus” ist das neue “wenn die Erde keine Scheibe mehr ist, fallen wir alle runter’.”- Fabienne Vesper über #idpet und das Klima, in dem diese Petition stattfindet.

“Danke, dass ich deine Wichsvorlage sein darf, nicht wahr?” – Naekubi hat sich mit den Rassisten und Sexisten von Amy & Pink rumgeschlagen. Auf dass ihr die Löffel niemals ausgehen mögen!

Bei Don’t degrade Debs, darling! berichtet die Auorin: “Es ist nun über 6 Monate her, dass ich bei der Polizei meine Anzeige gemacht habe. Seit dem warte ich. Ich bin geübt, aber nicht besonders gut im Warten und ich merke, wie dieses scheinbare EsGeschiehtNichts an mir nagt.

Steinmädchen betrachtet das neue Projekt Heimwegtelefon kritisch: “Das Heimwegtelefon reproduziert viele Mythen und die Arbeit, die Frauen seit Jahrzehnten in Gruppen und Institutionen gegen Diskriminierung und Gewalt leisten wird völlig übergangen. Es wird nicht auf Wissen zurückgegriffen, das Feministinnen mühsam angeeignet haben und immer immer wieder wiederholen.”

Katrin erklärt in ihrem Blog Reizende Rundungen zunächst in englischer, dann in deutscher Sprache, warum in der Aufforderung, Menschen nicht nach ihrem Äußeren zu beurteilen, oftmals eine Riesenportion Fatshaming enthalten ist: “Denn ja, natürlich sollte man niemals nur nach dem Aussehen beurteilen, weder wegen dem Stil, den Haaren, den Klamotten oder dem Körper eines Menschen. Aber, und hier kommt ein sehr großes aber, man sollte das nicht nur nicht tun, weil sich unter dem „hässlichen“ ein schönes Inneres verbergen könnte. Sondern man sollte das generell nicht tun, egal was man darunter zu erwarten hat!”

Warum Jay vom Virtual Rereat Center einen Sonntag im Monat in der Küche verbringt und einen haufen zusätzliche Teller angeschafft hat: “Ich lade eine Runde feministischer Spaßverderber_innen ein, um gemeinsam Spaß haben zu können. Wir achten gemeinsam darauf, eine Stimmung zu schaffen, mit der sich alle wohl fühlen, statt von anderen als diejenigen wahrgenommen zu werden, die schlechte Stimmung verbreiten. Wir versuchen füreinander Platz zu schaffen, um miteinander Platz nehmen zu können.”

“Abseits von cismännlichem Technik-Expertenmackertum Probleme mit Rechnern, Computern, Maschinen bequatschen, Erfahrungen austauschen, Fragen beantworten und die sprichwörtliche “Hilfe zur Selbsthilfe” anbieten” – das gibt’s am 17.1. und ab dann jeden dritten Freitag im Monat, erzählt riot_nrrrd. Denn dann findet bei TrIQ (Glogauerstraße 19, Hinterhof, 10999 Berlin) eine Computersprechstunde für alle interessierten Trans*, Inter*, Lesben und Frauen* statt.

Und auch das hier bitte schon mal fett im Kalender anmarkern: Am 19. Januar 2014 im FAQ Infoladen (barrierearm), ab 15:30: Vortrag und Spoken Word der Aktivist*innengruppe FatUp!

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Formen der Transphobie, ideologische Regenbögen, erfolgreiches Wehren – die Blogschau

4. Januar 2014 von Anna-Sarah
Dieser Text ist Teil 230 von 242 der Serie Die Blogschau

Fleischhauerfail Teil 567 - Jayrôme C. Robinet zeigt zu diesem Anlass noch mal auf, was es mit dem Begriff und der Lebensrealität Transphobie auf sich hat.

Bestürzende Nachrichten aus der deutschen Bildungspolitik: Weit über 40.000 (!) Menschen haben bereits die menschenverachtende Petition „Zukunft – Verantwortung – Lernen: Kein Bildungsplan 2015 unter der Ideologie des Regenbogens“ unterschrieben. Karnele macht aufmerksam, informiert über Hintergründe und fordert zu Interventionen auf.

L-talk berichtet über das neue Anti-Homosexualitäts-Gesetz in Uganda: “Das neue Gesetz stellt nicht nur Homosexualität unter Strafe bis zu lebenslanger Haft. Es bedroht auch Menschen, die von homosexuellen Handlungen “wissen” oder sie “unterstützen” und dies nicht den Behörden anzeigen. Dieser Straftatbestand gefährdet eine ganz neue Gruppe von Menschen und setzt Verwandte und das gesamte soziale Umfeld massiv unter Druck.”

Till Westermayer hat sich durch die “500 wichtigsten deutschen Intellektuellen”, gekürt vom Magazin Cicero, geklickt und macht ein paar Beobachtungen darüber, was dieses Ranking “über den deutschen Diskurs verrät”.

“Aber was mir fehlt sind diese anderen Geschichten. Diese Geschichten, in denen wir uns erfolgreich wehren, und dass gar nicht so wahrnehmen können”, schreibt Steinmädchen: “Es fehlt mir, dass wir gegenseitig wahrnehmen, was wir eh schon tun und was wir tun könnten. (…) Ich möchte hören, wie ihr es schafft, scheiß Situationen zu verändern.”

Und noch eine Leseempfehlung vom Steinmädchen: Bei can I say no…? gibt es seit letztem Herbst “feminismus. antikapitalismusdingens. befindlichkeiten. essen.”

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Doofe Fragen, das echte Leben und rassistische Soße – die Blogschau

14. Dezember 2013 von Anna-Sarah
Dieser Text ist Teil 229 von 242 der Serie Die Blogschau

riot_nrrrd lässt uns an ein paar Fragen teilhaben, die ihm_ihr immer wieder mal gestellt werden, die er_sie aber niemals ernsthaft beantworten wird. Außerdem sagt riot_nrrrd im Nachgang zum unsäglichen Silke-Burmester-Artikel über “Behindertenwitze” nochmal an, wo es da hakt.

Über psychiatrische Zwangsbehandlung von Hungerstreikenden in Klagenfurt berichtet Der Lindwurm – wenn “Menschen, die sich gegen politische Zustände wehren, für verrückt erklärt werden und man ihnen noch die letzten Menschenrecht aberkennt”.

Franziska Naja ärgert sich über einen Text, der das so verkürzte wie beliebte Argument, Netzfeminismus und Genderstudies hätten mit dem echtem Leben(tm) nix zu tun, bedient.

“Obwohl Supermärkte trivialer kaum sein könnten, spiegeln sie, wie kein anderer Ort, die Alltäglichkeit von Rassismen und Sexismen wider” – zum Beispiel durch penetrantes Affirmieren des Wortes “Zigeuner”, wie Filiz Demirova bei EDEWA analysiert. Den Beitrag gibt es dort auch in englischer Sprache sowie als Audiofassung zum Nachhören im Radio.

Unsichtbarmachung, Wegnennung, Misogynie: Karnele ärgert sich über “Schwulenverehrung und Lesbenhass” in diversen Medien.

Musikhören als Kreativitätsförderung, oder auch: Wie mensch an der Universität intervenieren kann. Mehr NOISEAUX, weniger Richard Wagner - ein Text von Jayrôme C. Robinet.

Es gibt Neuigkeiten von der Petition gegen Sexismus im öffentlich-rechtlichen TV – leider , wenn auch wenig überraschenderweise, keine guten. ARD und ZDF lassen keine Auseinandersetzung mit den Forderungen erkennen und sehen keinen Grund an ihrer Praxis irgendwas zu ändern. Juhu.

Das Fat Up Kollektiv macht ein Zine! Und zwar mit euren Beiträgen: “Gedichten, Texten, Erzählungen aus dem eigenen Leben oder Fiktion, Überlebens_Ratschläge/Guides für fette Feiertage/Familienfeste, Rezensionen, Tipps und Schnipps bis zu Bildern, Gemälden, Collagen oder Comics und noch mehr und mehr und übermehr – schickt uns eure fetten Beiträge an fatup@riseup.de bis Ende Januar (2014) und gestaltet mit uns ein dickes, fett-ziges Zine für alle fett-positiv gelaunten und denkenden Mit_Menschen!”

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Fette Fotos, Gewinnspiele und queer-feministisches Biertrinken – die Blogschau

7. Dezember 2013 von Magda
Dieser Text ist Teil 228 von 242 der Serie Die Blogschau

Zine-Fans, aufgepasst: Es gibt ein brandneues heteronormativitätskritisches Zine namens out_hentisch.

Die Berliner Gruppe Fat Up! hat auf ihrem Blog fette Fotos gegen Patriarchat und Körpernormen veröffentlicht.

Die feministische Punkband Respect My Fist gab ein Interview zu feministischer Musikarbeit und politischer Verantwortung.

Auf reizende Rundungen und In Fat Style gibt’s hübsche Outfits für Modefans.

Der erste Teil der neuen Miniserie zu Verschlüsselung von Kommunikation und Daten findet ihr auf Femgeeks.

Eine kritische Linksammlung zu One Billion Rising hat Am Zaun zusammengestellt.

Bei Derailing für Anfänger gibt es die ultimative Anleitung für jene, die Aktivist_innen so richtig nerven und deren gesellschaftskritischen Argumente delegitimieren wollen – selbstverständlich mit einem Augenzwinkern zu verstehen.

Identitätskritik schreibt über die Verharmlosung von sexualisierter Gewalt. Ihr Text ist Reaktion auf vergewaltigungsverharmlosende Blogeinträge, die gerade im Netz kursieren, und keiner Verlinkung wert sind. Achtung: Beschreibung von gewaltvollen Szenen.

Fuckermothers weist noch einmal auf die Petition gegen die Sanktionen von HartzIV hin – bis zum 18.12. werden 50.000 Unterschriften benötigt.

Unsere österreichischen Kolleg_innen sind ganz wild auf Weihnachtsgeschenke: sugarbox präsentiert einen queeren Adventskalender, die Denkwerkstatt verschenkt bei einem Gewinnspiel tolle Geschenke (z.B. ein an.schläge-Abo) und der futblog hat Geschenkideen von lokalen Feminist_innen aufgelistet. Support your local feminists!

Das nächste queer-feministische Biertrinken in Frankfurt/Main findet am 9. Dezember statt.

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Chelsea Manning, Graphic Novels, ‘Orange is the New Black’ – die Blogschau

24. August 2013 von Anna-Sarah
Dieser Text ist Teil 213 von 242 der Serie Die Blogschau

Bei High on Clichés gibt es ein paar Perspektiven und Hintergründe zum weit beachteten Gesetz zum offenen Gechlechtseintrag in der Geburtsurkunde.  Auch Zwischengeschlecht.org erklärt, warum das Gesetz unter Betroffenen sicher keine Jubelstürme auslöst.

Die Denkwerkstatt hat Lesetipps für euch! Anna von Different Needs hat Rutu Modans Graphic Novel “Das Erbe” rezensiert. Und Carlott stellt bei Femgeeks gleich drei tolle Graphic Novels vor.

Die Femgeeks haben außerdem ein schönes interaktives Mixtape zusammengestellt – Motto: Städte.

Und Helga fragt: Wann hört die unwürdige Behandlung von Chelsea Manning auf?

Impressionen vom diesjährigen Christopher Street Day in Frankfurt/Main gibt es bei queerfeministisch biertrinken.

Rassismus hat nichts mit vermeintlich mangelnder Intelligenz zu tun, auch wenn das immer wieder behauptet wird – Metalust erklärt, warum derartige Argumentationen hervorragend an genau jene White-Supremacy-Diskurse, die sie eigentlich kritisieren wollen, anschlussfähig sind.

In der dokumentarischen neuen Webserie Lez Build a Family geht es um die Darstellung von lesbischen Familien mit Kindern. Phenomenelle ruft zur Unterstützung des Projekts auf.

Lucie von kleinerdrei hat sich “Orange Is The New Black” angeschaut und eine ausführliche Besprechung verfasst.

Christiane von Graham’N Graham hat sich die Verfilmung von Charlotte Roches “Feuchtgebiete” angesehen.

Es gibt Neuigkeiten von der Petition an die öffentlich-rechtlichen TV-Sender, “Klärt endlich angemessen über den Sexismus in unserer Gesellschaft auf!” – nachzulesen bei ProChange.

Einen Erfahrungsbericht über Arbeitslosigkeit und die abstrusen Erfahrungen in der damit zusammenhängenden Bürokratie gibt es bei Kasonze.

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Fat Empowerment und internationale LGBT-News – kurz verlinkt

28. Juni 2013 von Anna-Sarah
Dieser Text ist Teil 195 von 231 der Serie Kurz notiert

Wortwörtlich rape culture wie sie im Buche steht, powered by Kickstarter (Contentwarnung) – nach massiven Protesten gegen ein dort finanziertes “Pick-Up”-Buch hat die Crowdfunding-Platform sich entschuldigt und Maßnahmen der Wiedergutmachung angekündigt (verlinkte Texte auf Englisch).

Die American Medical Association hat “Übergewicht” (sic) zur Krankheit erklärt. Fat Aktivist_innen wie Fat Heffalump und Virgie Tovar stellen klar, dass dick_fett nicht gleich auch krank bedeutet und befürchten, dass solche Pathologisierungen in der Praxis zu noch mehr Fat Shaming und Stigmatisierung von dicken_fetten Menschen führt. Es gibt eine Petition, die ihr unterschreiben könnt (englischsprachig). Und auf La Respuesta gibt es ein hinreißenedes empowerndes E-Zine: “A Resource Guide To Fatphobia”

“Sprache ordnet die Welt, konstruiert und kategorisiert. Deshalb ist die Auseinandersetzung um abwertende Begriffe wichtig”, stellt Hadija Haruna in der taz klar.

Am 7. Juni 2013 fand in Österreich die 3. Frauenenquete der Frauenministerin in Kooperation mit der Plattform 20000frauen statt. Die Keynote sprach Elisabeth Klaus: “Zwischen Antifeminismus und Elitefeminismus: Der Geschlechterdiskurs im medialen Mainstream”.

Die European Women’s Lobby (EWL), größte Dachorganisation für Frauenvereinigungen in den Europäischen Union, stellt sich hier online vor (Englisch).

Spektakulär: Die christlich-konservative Organisation Exodus, die u.a. “Konversionstherapien gegen Schwulsein” durchgeführt hat, hat sich bei der LGBT-Community für ihr “unbliblisches und unehrerbietiges Weltbild” entschuldigt (Englisch).

Die NGO Pink Armenia berichtet über die Menschenrechtssituation für LGBT in Armenien (Englisch).

In der Türkei endet an diesem Wochenende die Istanbul Pride Week – Thema dieses Jahr: “Widerstand” (Englisch).

Wie Engagement für das Recht auf lesbische und schwule Ehen aus wertkonservativer Perspektive aussieht, lässt sich bei queer.de nachlesen.

Eine in Schweden asylsuchende Trans*frau und LGBT-Aktivistin soll nach Russland abgeschoben werden. Eine Petition wendet sich dagegen (Englisch).

Auf Jezebel erklärt Dodai Stewart anhand des neuen Videos von Miley Cyrus, wo Inspiration zu kultureller Aneignung wird und was daran problematisch ist (Englisch).

Es hat sich immer noch nicht zu allen durchgesprochen: Seriöser Journalismus kommt nicht nur aus der Feder von weißen Männern – xojane erinnert daran (Englisch).

Die 17jährige Jinan Younis wollte an ihrer Schule eine feministische Gruppe gründen – was dann passierte, berichtet sie im Guardian (Englisch).

Der FOCUS berichtet über die massiv hohen Zahlen von Gewalt gegen Frauen – die WHO hat die Zahlen nun veröffentlicht, nachdem sie bereits bei anderen UN-Organisationen/Abteilungen und NGOs zu erfahren waren und  u.a. die Aktion One Billion Rising im Februar ageregt hatten.

Die in den USA sehr populäre Fernsehköchin Paula Deen steht  wegen wiederholter rassistischer Handlungen in der Kritik. Daraus ging nun das Hashtag #paulasbestdishes (Paulas beste Rezepte) hervor, welches satirisch auf Deens aktuelle Ausfälle Bezug nimmt (Englisch).

In der Münchner Innenstadt ist eine Gruppe Geflüchteter in den Hungerstreik getreten. Mit einer Erklärung zu ihren Forderungen wenden sie sich an Bundeskanzlerin Angela Merkel und Andreas Voßkuhle, Präsident des Bundesverfassungsgerichtes.

In Berlin läuft derzeit und noch bis zum 18. August die Veranstaltung re.act.feminism #2, die sich um feministische Performancekunst dreht – unter anderem mit Ausstellungen, Workshops, Performances und Vorträgen.

Heute Abend in Wien, als Startveranstaltung zur Frauen-Fußball-EM: Diskussion und Party bei Frauen. Fussball. Medien.


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Für eine aufklärende Berichterstattung und gegen Sexismus im TV!

25. Juni 2013 von Gastautor_in

ProChange und @TochterEgalias arbeiten seit der #aufschrei-Debatte gemeinsam gegen Sexismus und für eine aufklärende Berichterstattung im öffentlich-rechtlichen Fernsehen. ProChange ist eine Gruppe aus dem Ruhrgebiet, die sich mit zahlreichen Projekten und Aktionen für eine Gesellschaft ohne sexuelle Belästigung, ohne sexuelle Übergriffe und ohne sexualisierte Gewalt einsetzt. @TochterEgalias ist Informatikerin aus Hamburg, Teilzeit-Bloggerin und Mitbetreiberin des Forums feminist-in.net.

Im Rahmen unserer Petition, die weiterhin mitgezeichnet werden kann, haben wir eine Programmbeschwerde an die Rundfunkräte und Intendant*innen der Öffentlich-Rechtlichen gerichtet. Darin kritisieren wir die Talkshows und Sendungen: Günther Jauch, Anne Will, Menschen bei Maischberger, ZDF log, Maybrit Illner und Wutbürger Paul aus dem zdf.kulturpalast, die im Rahmen der #aufschrei-Debatte gesendet wurden. Gleichzeitig fordern wir die öffentlich-rechtlichen Sender auf, Ihrem gesetzlichen Auftrag gerecht zu werden und über Sexismus in der Gesellschaft aufzuklären.

Beim ZDF haben wir zusätzlich ein Programmbeschwerdeverfahren eingeleitet, welches nun läuft und demnächst im ZDF-Beschwerdeausschuss behandelt werden soll.

Bei der ARD gibt es leider kein offizielles Beschwerdeverfahren. Eine Stellungnahme haben wir, stellvertretend für die einzelnen Landesrundfunkräte, nur von Volker Herres, dem Programmdirektor der ARD, erhalten. Stellungnahme ARD Teil 1 und Teil 2.

Er bedauert, dass uns die Talkshows nicht gefallen haben, das Anliegen sei jedoch gewesen, dass sich auch Zuschauerinnen und Zuschauer mit dem Thema beschäftigen, die dies ansonsten nicht tun würden. Dazu seien Gesprächsreihen in besonderer Weise geeignet. Dazu sagen wir: Nein, das sind sie bei diesem Thema eben nicht. Was fehlt, ist ein AUFKLÄRENDE Berichterstattung, die der Schwere des Themas gerecht wird.

Gerne versichert er uns, dass die ARD bereits zahlreiche unserer Forderungen erfülle. Welche dies denn sein sollen, darüber schweigt er sich aus. Stattdessen wird uns mitgeteilt, dass drei! der neun Intendant*innen der ARD Frauen sind, und dass es sogar einige Direktorinnen in Landesrundfunkanstalten gibt. Außerdem gäbe es Gleichstellungsbeauftragte und familienfreundliche Arbeitszeiten.

Trotz dieser “paradiesischen” Zustände in der ARD, will er das Thema Sexismus auch weiterhin aufgreifen. Allerdings sollen dabei Betroffene BEIDER SEITEN ausreichend zu Wort kommen.

Danke Herr Herres! Doch nur allzu gerne würden wir erfahren, welche BEIDEN SEITEN dies beim Thema Sexismus sein sollen. Sexist*innen gegen Menschen mit Erfahrungen von sexualisierter Gewalt vielleicht? Die sollen dann auch in der nächsten ARD-Talkshow fröhlich weiter darüber diskutieren, ob sexuelle Belästigung vielleicht gar keinen sexistischen Hintergrund hat?
Nein, Herr Herres, da haben Sie leider selbst einiges nicht verstanden. Eine entsprechende Antwort haben wir Herrn Herres zukommen lassen.

Auch von Thomas Bellut, dem ZDF-Intendanten, haben wir einen Antwortbrief bekommen, in dem er sich bei uns für den Hinweis auf Verbesserungsmöglichkeiten bedankt. Er könne jedoch weder feststellen, dass das ZDF das Publikum fehlinformiert hätte, noch dass sich über dieses wichtige Thema lächerlich gemacht wurde. Außerdem weist er auf die Sachkundigkeit der geladenen Talkshow-Gästen hin (Stellungnahme ZDF).

Ahja. Erinnern wir uns an die “maybrit illner”-Ausgabe, in der Claudia Roth, Wolfgang Kubicki, eine ver.di-Vertreterin, eine Schauspielerin sowie ein Medienanwalt eingeladen waren. Oder an “ZDF log in”, wo die Sachkundigkeit in Monika Ebeling sowie einem selbsternannten Pick-Up Artist ihre Grenzen fand. Wie war das noch gleich mit dem Lächerlichmachen?
Unsere Antworten hier auf prochange.tumblr.com und auf feminist-in.net.

Mit diesen Stellungnahmen geben wir uns nicht zufrieden! Die Petition läuft weiter, für eine aufklärende Berichterstattung und gegen Sexismus im TV!

Wir verlangen eine Behandlung unserer Beschwerde im ZDF-Fernsehrat sowie in den Gremien der ARD.

Bis zum 31.8.2013 wollen wir mindestens 5.000 Unterschriften für unsere Petition sammeln, um den Öffentlich-Rechtlichen die Relevanz des Themas zu verdeutlichen.

Wir fordern weiterhin Aufklärung und politische Bildung über Sexismus in der Gesellschaft. Die Öffentlich-Rechtlichen wurden ihrem Bildungsauftrag zu dem Thema bisher nicht gerecht.

Darüber hinaus wollen wir deutlich machen, dass nach wie vor Sexismus in den Sendungen der Öffentlich-Rechtlichen vorkommt. Dies wollen wir nicht länger hinnehmen.

Helft uns und verbreitet unsere Petition weiter!


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Aktionen und Empowerment – kurz verlinkt

13. Juni 2013 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 193 von 231 der Serie Kurz notiert

Nach Frankreich sollen auch in Großbritannien bald lesbisch und schwul lebende Paare heiraten können.

Die Hamburger Inititative Ohren Auf Im Kiez mobilisiert zu gegenseitiger Unterstützung in Notsituationen oder bei Hilfebedürftigkeit – inklusive praktischer Tipps.

Eine 86 Jahre alte Frau hat es geschafft, aus dem Kriegsgebiet in Syrien herauszukommen.  Obwohl ihr Sohn garantiert, für sie finanziell zu sorgen, hat das deutsche Konsulat sie “mangels Kompetenzen” abgewiesen und schickt sie auf eine internationale Bürokratie-Odyssee. 

Das österreichische Online-Medium dieStandard wurde vor kurzem scharf für eine Kolumne zu “feministischem Sex” und nicht weniger für ihren Umgang mit den Einwänden dagegen kritisiert – nun hat das Team der Zeitschrift an.schläge eine Replik auf den Artikel bei dieStandard veröffentlicht, in dem einige der vorgebrachten Kritikpunkte ausgeführt werden.

Auf der weltgrößten Videospielekonferenz Electronic Entertainment Expo, kurz  E3, kam eine Präsentation von Microsoft nicht ohne Vergewaltigungs”witze” aus. Warum sowas ein Problem ist, muss offenbar immer wieder erklärt werden (Artikel auf Englisch; bemerkenswert, dass auf den Bestelllink für die Xbox dort nicht einfach verzichtet wurde).

Michelle Obama, “First Lady” der USA, wurde während einer Rede von einer weißen Aktivistin unterbrochen. Ihre Reaktion darauf  fand in der feministischen US-Blogosphäre einige Beachtung – denn Michelle Obama widersetzte sich damit gängigen Stereotypen über Schwarze Frauen [Englisch].

Es gibt ein Medikament, mit welchem sich Schwangerschaften verhältnismäßig sicher abbrechen lassen: Misoprostol. Dass das wenig bekannt und verfügbar ist, hat Gründe [Englisch].

Über die feministische Beteiligung an den anhaltenden Protesten und Auseinandersetzungen in der Türkei berichtet Frollein Europa [Englisch].

Im Zentrum Berlins soll für mehrere hundert Millionen Euro ein neues Ausstellungsgebäude entstehen: das Humboldt-Forum. Für Berlins „außereuropäische Sammlungen“, wie es so schön heißt. „Das vorliegende Konzept verletzt die Würde und Eigentumsrechte von Menschen in allen Teilen der Welt, ist eurozentrisch und restaurativ“, sagt Tahir Della von der Initiative Schwarze Menschen in Deutschland. Zur Petition gegen das Humboldt-Forum geht es hier.

Seit vier Jahrzehnten übersetzt und publiziert der Berliner Orlanda Verlag essenzielle Werke afro-amerikanischer und afro-deutscher Feministinnen. Im Interview mit migrazine.at erzählt Anna Mandalka von den Anfängen und den aktuellen Schwerpunkten bei Orlanda: “Schwarze Frauen sind sichtbar geworden”.

Ragen von Dances With Fat gibt Lebenshilfe – für Blogkommentatoren, die unter Dickenhass leiden [englisch]. Zu Dickenfeindlichkeit und Body Policing in akademischen Diskursen/Praxen schreibt Melonie Fullick [Englisch].

Unter dem Deckmantel des Schutzes wird oftmals der Weg frei gemacht für Repressionen, das gilt nicht zuletzt in Sachen Prostitution. Eine Petition für Respekt und Rechte für Sexarbeiter_innen wendet sich dagegen.

Über Proteste gegen die “Frauen-Nacktfußball-EM” – die eben kein nudistisches Sportereignis, sondern eine kommerzialisierte male-gaze-Erotikshow ist – berichtet die Siegessäule.

Deborah Copaken Kogan, Bestsellerautorin und Kriegsfotografin, geht einen mutigen Schritt und packt über den Sexismus im Literaturbetrieb aus. Sie erzählt von sexistischen Buchtiteln und -covern, die ihr im Laufe ihrer Karriere aufgedrängt worden sind; von der wiederholten Betitelung als “Mutter” und “Barbie”, wo es eigentlich um ihre Arbeit als Schriftstellerin oder Fotografin gehen sollte; von Autorinnen, die aus Gründen nicht unter ihrem weiblichen Vornamen veröffentlichen; davon, dass die meisten Rezensenten Männer sind und auch in erster Linie Bücher von Männern rezensieren; dass genau aus diesem Grund auch fast nur Männer für Literaturpreise nomiert werden. Und dass sie erst jetzt auspackt, wo sie laut eigener Aussage nichts mehr zu verlieren hat, weil ihr immer gesagt worden ist: “Die werden dich fertig machen”. Ein ernüchternder, ein wichtiger Artikel.

Der Verband Alleinerziehender Mütter und Väter hat zehn Forderungen zur Verbesserung der Situation von Ein-Eltern-Familien formuliert.

Über das nach wie vor problematische Verhältnis vom Feminismus(tm) zu Trans*positionen, die Wichtigkeit diese mitzudenken und “Gender” genauer zu analysieren schreibt Jos auf Feministing [Englisch]

Zum Tod der Fotojournalistin  Abigail Heyman gibt es einen Beitrag bei der New York Times [Englisch].

Die indische Filmemacherin Nishtha Jain hat die Mitglieder der Gulabi Gang mit ihrer Kamera begleitet. In der Jungle World spricht über die Revolte indischer Landfrauen, die von häuslicher und polizeilicher Gewalt besonders betroffen sind.

Eine Petition an die öffentlich-rechtlichen Fernsehprogramme fordert: Klärt endlich angemessen über den Sexismus in dieser Gesellschaft auf! Inzwischen gab es von den Verantwortlichen der öffentlich-rechtlichen Sender Stellungnahmen zu den  Forderungen – von denen leider keine zufriedenstellend war.   Die Antwort an das ZDF  gibt’s hier. Da eine Behandlung der Beschwerde im Fernsehrat nach § 21 der Beschwerdeordnung gefordert wird, können die Initiatorinnen der Petition weiterhin jede Unterstützung gebrauchen.

Im Nachgang zu der Debatte um Angelina Jolies Brust-OP schreiben Duchess Harris und Christine Ohenewah für the feminist wire über den Zugang zu genetischen Krebsrisikotests – und was Faktoren wie race und class damit zu tun haben [Englisch].

Langzeitstudien verstärken die Zweifel am flächendeckenden Nutzen von Mammographiescreenings in der Brustkrebsvorsorge, schreibt die Süddeutsche Zeitung.

Bei der Heinrich Böll Stiftung ist ein Dossier über antirassistisches Empowerment erschienen, das auch als PDF herunter geladen werden kann.

Am 21. Juni in Berlin: die Fête de la Ruby – queer_feministisches Konzert und Party im Trixxxta, Oberbaumstr. 11 Kreuzberg.  Um 16 Uhr gehen die Konzerte los,  dannach wird aufgelegt.  Hier geht es zum Facebook-Event.


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Unterstützen statt vereinnahmen – die Blogschau

8. Dezember 2012 von Viruletta
Dieser Text ist Teil 184 von 242 der Serie Die Blogschau

Letzte Woche hatte Alice Schwarzer Geburtstag. Nadine hat das auf ihrem Blog Medienelite zum Anlass genommen, den Personenkult um Schwarzer einer kritischen Analyse zu unterziehen und zu erklären, worum sie dabei nicht mitmachen kann und will: “Wieso muss ich denn einen Personenkult befördern, der nicht viel mehr bringt, als Feminismen und ihre Vertreter_innen unsichtbar zu machen?”.

Nadia hat sich auf Shehadistan daraufhin die Frage gestellt, wie die EMMA sich die idealen Leser*innen wohl vorstellt und kam zu dem Schluss: “Die EMMA braucht mich nicht, weil sie weiterhin ihr latent-rassistisches, orientalistisches, stark begrenztes Weltbild braucht. Und deswegen brauche ich die EMMA und auch Alice Schwarzer nicht.” Kotzendes Einhorn stimmt ihr da zu.

(Triggerwarnung: symbolische Gewalt gegen Frauen*.) Auf Total Quality Women findet ihr einen Buchtipp, der gleichzeitig mit gängigen orientalistischen Vorstellungen von >dem patriarchalen Orientalen< und der wahlweise unterdrückten und/oder erotisierten >Orientalin< aufräumt. (teilweise englisch)

glücklich scheitern zeigt auf, dass die angeblichen Reformvorschläge Kristina Schröders für den “Wiedereinstieg” von Müttern ins Berufsleben höchstens in den 1970er Jahren modern gewesen wären, und gibt Anregungen, was stattdessen wirklich helfen könnte.

Wie schwer es ist, den eigenen, nicht normgerechten Körper als das wertzuschätzen, was er ist, nämlich wunderbar, erzählt Steinmädchen anhand ihrer eigenen Geschichte. Und fügt hinzu: “Ich möchte unendlich viele Herzen verteilen an alle die Menschen, die über body-acceptanz und Besonders über fatpositiv schreiben. Danke. Ich lese und sauge es in mich hinein und manchmal – da lache ich den body-shaming-troll in mir einfach aus”. (mehr…)


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