Einträge mit dem Tag ‘People of Color’


Zur Medienreaktion auf die sexuellen Übergriffe am Kölner Hauptbahnhof in der Nacht auf den 1. Januar 2016

12. Januar 2016 von Gastautor_in

Das Institut zeitgenössischer Diasporas beschreibt sich selbst als eine „Gruppe junger, politisch aktiver, rassifizierter Menschen. Unsere Lebensrealitäten sind diasporisch-deutsch, sowohl lokal als auch transnational. Sie bilden die Bezugspunkte für unsere Arbeit.“ Am Sonntag veröffentlichte das Institut einen kritischen Kommentar zur medialen Reaktion auf die sexualisierte Gewalt in Köln (und anderen Orten), den wir hier freundlicherweise crossposten dürfen.

Außerdem läuft seit gestern auch die Aktion des Bündnisses „#ausnahmslos. Gegen sexualisierte Gewalt und Rassismus. Immer. Überall.“, zu der ihr hier weitere Informationen findet.

Wir verurteilen die sexuellen Übergriffe in der Silvesternacht am Kölner Hauptbahnhof aufs Schärfste und unterstützen die Betroffenen in ihrem Bestreben nach Gerechtigkeit. Sexistische Übergriffe gegen Frauen* sind grundsätzlich zu verurteilen, egal von wem sie begangen werden. Dabei dürfen wir soziopolitische Stellungen betroffener Frauen*, sowie  deren potenzielle Rassifizierung nicht außen vor lassen.

Die Täter*innen müssen zur Verantwortung gezogen werden, wenn gleich wir den rassistischen Gehalt des öffentlichen Diskurses für äußerst gefährlich erachten. Köln verdeutlicht, inwiefern Sexismus und Rassismus tief in der deutschen Gesellschaft verankert sind und häufig politisch gegeneinander ausgespielt werden, anstatt beide als miteinander verwoben zu begreifen. Sexualisierte Übergriffe sind Alltagserfahrungen von jeder Frau*, ob of Colour oder weiß, und werden genutzt, um bereits vorhandene Rassismen zu befeuern.

Warum wird die Debatte auf diese Weise geführt?

Eine Dimension von Rassismus ist die Strukturierung, Hierarchisierung und Rassifizierung (d.h. Zuschreibung von Eigenschaften basierend auf äußerlichen Merkmalen) von sozialen Gruppen. Derzeit sehen wir, wie Geschlecht und Rassismus in der Schaffung des Täter*innenprofils zusammenwirken und das Bild eines auf aggressive Art und Weise hypersexualisierten Mannes* of Colour kreiert. Dieses ist direkt verbunden mit der kolonialen Narrativ der weißen Cis-Frau, die als schützenswert und verletzlich beschrieben wird. Die heutige Debatte würde nicht geführt werden, wenn es sich bei den Betroffenen ausschließlich um Frauen* of Colour und bei den Täter*innen ausschließlich um weiße Cis-Männer handeln würde. Als Gruppen, die ständig der Stereotypisierung ausgesetzt sind, finden sich rassifizierte Menschen häufig in der Position, sich für die Taten von anderen verantwortlich zu fühlen.

Der Fokus der Medien auf Herkunft und Religion der Täter*innen verschiebt die Aufmerksamkeit weg von dem, was eigentlich wichtig ist: die Betroffenen und deren Bedürfnisse. Sexismus ist trotz der derzeitigen allgemeinen Annahme kein importiertes Problem. Rassismus leider auch nicht. Um ähnliche Vorfälle in der Zukunft zu vermeiden, müssen wir Diskurse über sexualisierte Gewalt anders führen, und dazu gehört ein Verständnis von intersektionellen Sexismus und Rassismus.

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  1. Cisgender beschreibt Menschen, deren Geschlechteridentität, im Unterschied zu Transgender, mit dem ihnen zur Geburt zugeschriebenen (körperlichen) Geschlecht übereinstimmt.
  2. Intersektionalität bezieht ich auf die Verwobenheit verschiedener Diskriminierungsformen, die gleichzeitig wirken. So können z.B. Rassismus, Sexismus, Ableismus und die Diskriminierung einer Religionsgruppe zusammen wirken.

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Queere Adventskalender, faule Frauen auf Achse und Kinderbücher-Tipps – die Blogschau

5. Dezember 2015 von accalmie
Dieser Text ist Teil 288 von 294 der Serie Die Blogschau

„Kinder of Color in der Hauptrolle“:  umstandslos – das Magazin für feministische Mutterschaft stellt empfehlenswerte Kinderbücher vor.

Arge Dicke Weiber diskutiert, warum Dickenaktivismus/Fat-Activism wichtig ist.

Tolle Überraschungen findet ihr beim Queeren Adventskalender 2015 von SugarBox.

Der Startschuss mit einer Vorstellungsrunde ertönt bei den Leckmuscheln, einem neuen intersektionalen, queer-feministischen Blog-Kollektiv.

Das Missy Magazine berichtet von ihrer „Faule-Frauen-Tour“ zwischen Leipzig, München, Wien und Basel:  „Wir haben von Leipzig bis Wien gechillt: im Auto, an der Raststätte, auf der Bühne, im Backstage. Vom Frühstück bis zum Abendbrot. Neun Tage lang.“

„Meine kulturellen Wurzeln sind mehr als eine Sprache, ein bisschen Essen und seltsame Musik, die Menschen wie Sie auf Instragram posten können, um Ihrem Freundeskreis Ihre Internationalität und Entspanntheit demonstrieren zu können.“ Almost Dancing antwortet auf den ZEIT-Kommentar zur „Generation Y und Terrorismus“.

Der neue EDEKA-Werbespot rührt zu Tränen? Draußen nur Kännchen stellt zwölf alternative Erklärungsmodelle vor.

Habt ihr diese Woche etwas geschrieben, gezeichnet oder aufgenommen, das hier nicht verlinkt wurde? Kennen wir eure tolle Webseite/tollen Blog etwa noch gar nicht? Dann ab damit in die Kommentare. Regelmäßig verlinken wir Text_Wissens_Produktionen aus dem deutschsprachigen Raum.


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Hamsterrad der Ignoranz – Wenn Weiße mit sich selber über Rassismus reden

29. Januar 2013 von Gastautor_in

Rassismus in Kinderbüchern: In diesem Text, den wir freundlicherweise veröffentlichen dürfen, setzt Sula als Schwarze Kunstwissenschaftlerin, Aktivistin und Mutter einen Punkt unter die unsäglichen Debatten im Pfuilleton und drumrum.

Und als ob es in den letzten Wochen nicht bereits deutlich genug geworden wäre, dass sich jene Schriftsteller_innen und Journalist_innen, die sich zur Zeit in Panik an das eine Wort klammern, das scheinbar konstitutiv für den Erhalt deutscher Kultur und Identität ist, es sorgfältig vermeiden, irgendeine wie auch immer geartete Recherche bezüglich des Wortes oder der Debatte zu betreiben, musste die ZEIT noch einen weiteren Kommentar veröffentlichen, der die Stimmen Schwarzer Menschen, die immerhin vereinzelt, der Ursuppe weißer Mainstreammeinung zum Trotz, sichtbar geworden sind, in guter imperialistischer Tradition ausblendet.

 Auch Frau Christine Nöstlinger muss sich zur Debatte äußern. Das Ganze wird noch völlig unnötigerweise verziert von rassistischen Abbildungen und Texten aus „Der Struwwelpeter“. Schade, dass man Bücher nicht entlesen kann. Irgendwie sehe ich es nicht mehr ein, dass ich mir die Mühe machen soll, mir noch irgendetwas anzuhören, durchzulesen oder anzuschauen, was von weißen Deutschen (oder wie in diesem Fall Österreicherinnen) ganz offensichtlich sowieso nur für weiße Deutsche produziert wird, während die „geistige Elite“ dieses Landes in zwei Wochen zermürbendem Sich-im-Kreise-Drehen um die eigene Argumentation im luftleeren Raum es offensichtlich nicht geschafft hat, auch nur einen der vielen Texte anzufassen, die die vielen Irrtümer, unfundierten Behauptungen und apokalyptischen Verschwörungsfantasien, die sich auch in Frau Nöstlingers Text wieder tummeln, ausnahmslos entschärfen. (mehr …)


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Die weiße Welt der Kinderbücher

31. August 2012 von Gastautor_in

Unsere Leserin Maria sucht in Kinderbüchern nach mehr von jener Welt, wie auch ihre eigene Tochter sie kennt. Hier berichtet sie von ihrer Odyssee durch die Buchläden.

Als ich noch zur Schule ging, habe ich immer gerne und viel gelesen. Alle möglichen Arten von Büchern aus den verschiedensten Genres. Lesen fiel mir leicht und ich bin in den Büchern versunken, habe mit den Held_innen mitgefiebert. Die meisten dieser Bücher habe ich noch, sie stehen bei meinen Eltern oder im Kinderzimmer meiner Siebenjährigen. Der Plan war, sie an meine Tochter weiterzugeben, in der Hoffnung, sie hat genauso viel Spaß daran. Doch einige der Bücher lassen das einfach nicht zu. Spätestens als ich ihr Pippi Langstrumpf vorlas und, weil ich es völlig verdrängt hatte, über das N-Wort stolperte, wurde mir klar, dass ich die Kinderbücher genauer unter die Lupe nehmen muss. Aber nicht nur das.

Ich begann mich auf die Suche zu machen nach Büchern, in denen die Held_innen mehr aussahen wie meine Tochter und viele ihrer Freund_innen, sprich Kinder of Color. Törichterweise, und das will ich hier nicht unerwähnt lassen, stürzte ich mich zuerst auf Jim Knopf. Aber mensch lernt ja und irgendwie fand ich dann noch die Buchliste der ISD [Anm.: Liste ist derzeit nicht online], die Negativliste von Der Braune Mob e.V. und dann sogar eine Facebook-Gruppe, die sich dem Thema widmet und stellte trotzdem fest: Es gibt zu wenig, viel zu wenig. Außer ein paar (wirklich schönen) Bilderbüchern gibt es, vor allem für die älteren Kinder, praktisch nichts auf dem deutschen Buchmarkt – auf eine Ausnahme komme ich gleich noch zu sprechen.

Weil ich sowieso auf der Suche nach einem Geschenk war, startete ich vor ein paar Tagen spontan mal wieder einen Selbstversuch. Ich ging in drei große Buchläden und fragte einfach mal nach, wie es denn so aussieht mit Büchern für Kinder ab sieben, deren Protagonist_innen nicht weiß sind. Das ist, was dabei rauskam. (mehr …)


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Prenzelberg-Frauenhass, pseudo-wissenschaftlicher Quatsch und antisexistische Bierdeckel – Die Blogschau

17. Oktober 2011 von Nadia
Dieser Text ist Teil 133 von 294 der Serie Die Blogschau

Nervt es Euch, das Rumgehacke auf den „Macchiatto-Müttern“ und Prenzelberg-Frauen, zu finden unter anderem mal wieder im letzten taz-Text von Anja Meier („Die Weiber denken, sie wären besser“)? Dann werdet Ihr Euch sehr über den Text der fuckermothers freuen, denn da ist mensch auch ziemlich angenervt von dem Gebashe. 

Ebenso auf VAGUE, wo zum Prenzelberg-Frauenhass festgehalten wird: „Menschen, die hier wohnen, gelten bei erstaunlich vielen anderen Menschen, die nicht hier wohnen, als so große Arschlöcher, dass die immer wieder darüber schreiben.“

Frauen in Filmen, Serien, Videospielen und Comics sind nicht selten „Manisch, feenhaft, dämonisch, allein unter Männern und aufgrund myteriöser Umstände schwanger“ – und manchmal wird dann noch ein feministischer Komplott in die Handlung geflochten.

Wie mit dem Termini „Scheidungsdrama“ und „Beziehungsstreit“ Gewalt gegen Frauen verzerrt dargestellt wird, hat die Denkwerkstatt unter die Lupe genommen.

Feminismus für den gesamtdeutschsprachigen Raum oder doch ein bisschen spezifischer? Geschlechterchaos kündigt an, in Zukunft ein bisschen mehr den Blick auf Österreich zu richten und startet zudem einen Aufruf: „Wenn du aus Österreich bist, in Österreich lebst, über Österreich bloggst – insbesondere queer/feministisch/frauen- und/oder geschlechterpolitisch – dann melde dich!“

Antje Schrupp machte letzte Woche darauf aufmerksam, dass bei Wikipedia aktuell darüber diskutiert wird, den Artikel zum Stichwort „Matriarchatsforschung“ zu löschen – und plädiert dafür, sich in die Diskussion einzumischen.

Hier gibt es ein sehenswertes Interview mit dem Macher/der Macherin von Trouble-X Comix.

„Black!… and not only beautiful!“ ist ein neues Blog, das zukünftig afrodeutsche, schwarze Menschen und „schwarze“ Kulturen* porträtieren und zudem Darstellungen von People of Color in Medien und Gesellschaft kritisch hinterfragen wird.

Über die Debatten um Evolutionsbiologie und „Pick Up“ („Pseudowissenschaft, die darauf abzielt, möglichst viele Geschlechtspartner zu bekommen“) hat Maren von Paper Cuts ein paar klare Worte geschrieben, und zwar hier.

Auch die Kaltmamsel fragt: Wann also wurde mir eigentlich klar, dass ich hetero bin?

Und last not least: Mal wieder die wunderbaren antisexistischen Bierdeckel.


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Anstieg von Hassverbrechen in den USA

14. September 2011 von Magda

So ziemlich genau vor einem Jahr er­schütterte eine Reihe von Selbstmorden unter Teenagern in den USA die US-amerikanische Gesellschaft. Rund zehn Jungen zwischen 13 und 19 Jahren nahmen sich innerhalb eines Monats das Leben, weil sie massiven homo­phoben Mobbings ausgesetzt waren. Die Kampagne It gets better, die LGBT-Jugend­lichen Mut machen sollte, ver­sprach, dass „alles besser werden würde“ (das Pro­jekt selbst erntete neben einer Menge Lob auch Kritik, z.B. von der queeren Theoretikerin Jasbir Puar).

Vor einigen Wochen veröffentlichte die National Coalition of Anti-Violence Programs (NCAVP) nun ihren aktuellen Hate Violence-Report (PDF), in dem Gewalt­ver­brechen gegen Lesben, Schwule, Bisexuelle, Trans­gender, Queers (LGBT*Q) und HIV-Infizierte in den USA doku­mentiert und als Hassverbrechen – so genannte hate crimes – sicht­bar gemacht werden. Hate crimes sind (Gewalt-)Ver­brechen an Menschen auf Grund ihrer zu­ge­schriebenen oder selbst­ge­wählten Identität.

Der Report zeigt auf, was viele bereits ver­muteten: Im Ver­gleich zu 2009 wurden 2010 13% mehr Hass­ver­brechen gegen LGBT*Q und HIV-Infizierte gemeldet – insgesamt 2.503 Betroffene. Die Zahl der Morde stieg um 23% von 22 auf 27 an. Von hate crimes betroffen sind über­durch­schnitt­lich oft Trans­gender und People of Color¹, ins­besondere Trans­gender of Color. Die Täter_innen, meist zwischen 19 und 39 Jahre alt, setzen sich zu zwei Dritteln aus Männern und einem Drittel Frauen zusammen – nur eine einzige Tat wurde von einer Trans Person verübt. Zu den am häufigsten aus­geübten Über­griffen ge­hören ver­bale Belästigungen, Dis­kriminierung, Ein­schüchterungen und tät­liche An­griffe (mit und ohne Waffen).

Die NCAVP betont jedoch, dass die Statistiken wohl nicht die Realität ab­bilden: Die genaue An­zahl der Ver­brechen gegen LGBT* und HIV-Infizierte lässt sich kaum er­mitteln. In Gefäng­nissen oder in (ländlichen) Ge­genden, in denen es keine oder schwer erreich­bare Anti-Gewalt Anlauf­stellen gibt, können die Taten auch nicht auf­ge­zeichnet wer­den – und landen somit nicht im Report.

via: an.riss international, „Hate Crimes“ (an.schläge.at, 9/11).
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¹ Die Bezeichnung People of Color (PoC) ist eine selbst­be­stimmte Be­zeichnung von und für Menschen, die nicht weiß sind.


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Menstruations-Sex, Frauen in den neuen Ländern und weibliche Fans – kurz notiert

9. September 2011 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 127 von 315 der Serie Kurz notiert

Der Kinofilm „Circumstance“ schildert das Leben zweier Lesben im Iran. Darüber, dass die Bilder im Film der Realität kaum standhalten, berichtet The Daily Beast.

Black Feminist Working Group veröffentlicht ihren 12-Punkte-Plan „What Sistas Want, What Sistas Believe„. Darunter fallen unter anderem eine Umverteilung von sozialen, ökonomischen und kulturellen Ressourcen, die Repräsentation ihrer Vielfältigkeit genauso wie die Umstrukturierung des Strafjustizsystems.

Die taz hat sich die neuen Sonderhefte für „Mollige“ von Brigitte und Freundin angeschaut. Fazit wie bei allem, das es eigentlich abzuschaffen gilt: Sonder­repräsentations­flächen sind kein Zeichen von im-Mainstream-angekommen.

Soso: Räumliches Denkvermögen hängt nicht vom Geschlecht, sondern dem Grad der Bildung ab, schreibt Spiegel.Online.

Und noch mal Spiegel.Online: In Hamburg will ein Gründer­zentrum mehr Frauen zur Freiberuflichkeit verhelfen.

Mit einer (nicht ganz neuen) Slideshow klärt the society pages darüber auf, warum Biologie kein Grund dafür ist, dass es so wenig Frauen im Informatikbereich gibt.

Menstruations-Sex verteidigt feministe. Kann ich nur zustimmen: wirkt wunderbar entkrampfend und schön glitschend ist es auch.

Eine neue Studie will untersuchen, warum junge Frauen so selten Ingenieurs­studiengänge anstreben und was man dagegen tun könnte.

Mit einer ausführlichen Tour durch die Rock’n Roll Jahrzehnte stellt Rachel Rabbit White die Frage, ob Groupie Bashing nicht etwas zu voreilig ist und was dieser Lebens­stil mit Feminismus zu tun haben könnte.

Am 20. September 2011 wird das US-amerikanische Don’t Ask Don’t Tell (DADT) endgültig Geschichte sein. Womanist Musing erinnert daran, dass dieser Tag nicht alle LGBT-Soldat_innen gleichermaßen zum Feiern animiert: Für Trans*menschen bleibt DADT weiterhin intakt.

Nach dem Klick gibt es noch ein paar Termine… (mehr …)


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Black History Month 2011 in Hamburg und Berlin

29. Januar 2011 von Magda

Der braune mob und Missy Magazine machen auf den diesjährigen Black History Month aufmerksam, der im Februar und März in Hamburg gefeiert wird. Ein doppelter Grund zum Feiern, denn in diesem Jahr findet er zum 15. Mal in Folge statt. Auf der Eröffnungs-Party, die heute Abend ab 22:00 Uhr im Café „Schöne Aussichten“ steigen wird, heizt u.a. die Sängerin Oceana ein. Informationen zu den Veranstaltungen in Hamburg und zur Geschichte des Black History Month findet ihr auf der Homepage:

Großansicht nach Klick

Im Februar wird in den U.S.A. und in zahlreichen anderen Ländern mit Schwarzer Gemeinschaft alljährlich der “Black History Month” mit verschiedenen Veranstaltungen zu Schwarzer Kultur und Geschichte zelebriert. Diese Tradition geht bis ins Jahr 1926 zurück als der Historiker Carter G. Woodson die NEGRO HISTORY WEEK initiierte um über Errungenschaften Schwarzer Geschichte zu unterrichten. (…) Mit einem reichhaltigen Programm aus künstlerischen Darbietungen diverser musikalischer Stilrichtungen, Tanzvorführungen, Vorträgen, Diskussionen, Ausstellungen, Filmbeiträgen, Poetry, Lesungen, Workshops, Talkshows, kulinarische Spezialitäten, Kunsthandwerk und einem speziellen Jugendprogramm erreichte der BHM in Hamburg ein stetig wachsendes Publikum.

Genau wie Afrika Wissen Schaft hoffen wir, dass auch in anderen Städten Veranstaltungen stattfinden. Für Veranstaltungshinweise sind wir sehr dankbar. Zumindest in Berlin sind (voraussichtlich) diese beiden Events geplant:

17. Februar: Soul and Music Black History Month Special im Südblock, u.a. mit der Sängerin und Gitarristin Adwoa Hackman. Weitere Informationen gibt es in der Zitty oder im Facebook-Event.

25. Februar: Kottywood – Black History Month Celebration Urban Art Ensemble im Südblock. Informationen bisher leider nur auf Facebook.


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Schön, schöner, weiß

20. Januar 2011 von Magda

In den letzten Jahren hat Jezebel die New Yorker Modeszene intensiv beobachtet: Obwohl Models of Color* zeitweise vermehrt für Laufstege gebucht wurden, hat dieser Trend offensichtlich nicht angehalten. Die traurige Bilanz: Die Modewelt ist und bleibt weiß dominiert. Die Dominanz eines weißen Schönheitsideals wird nicht nur anhand der geringen Anzahl von People of Color deutlich, sondern auch in der Art und Weise, wie diese abgebildet werden. Besonders Frauen werden oft im Kontext von Exotik, Wildheit und/oder Natur dargestellt. Darüber hinaus werden sie an Kriterien gemessen, die sich an einem weißen Ideal orientieren – je näher die Hautfarbe an diesem Ideal, desto besser gebucht und desto öfter fotografiert.

Folgende Nachricht mag in diesem Kontext wenig überraschen: Die über die indischen Grenzen bekannte Bollywood-Schauspielerin und ehemalige Miss World Aishwarya Rai Bachchan war auf der Dezember-Ausgabe des indischen Elle Magazins abgebildet, und zwar regelrecht „weiß gewaschen“ (engl: whitewashing). Laut diverser Quellen soll die bekannte Darstellerin nicht erfreut gewesen sein, dass ihr Bild mittels Airbrushing und Photoshop stark verfälscht wurde. Gerüchte besagen, dass Bachchan überlegt, das Magazin wegen der Nachbearbeitung des Coverfotos zu verklagen. Eine Petition von change.org kann bereits unterschrieben werden.

Das so genannte „Weißwaschen“ ist in Indien ein lukratives Geschäft. So gibt es diverse Cremes, die die Haut angeblich verändern sollen und sogar eine Facebook-Application, die die Profilbilder automatisch „weiß macht“.

Das Magazin Elle wird übrigens nicht zum ersten Mal beschuldigt, an der Hautfarbe eines Models herumzudoktern. Im September war die Schauspielerin Gabourey Sidibe („Precious“) auf dem Cover der amerikanischen Ausgabe der Elle zu sehen – und zwar auch deutlich „weißgewaschen“.

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* Models of Color ist von der Bezeichnung People of Color (PoC) abgeleitet, eine selbstbestimmte Bezeichnung von und für Menschen, die nicht weiß sind.


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Wer war… Ella Baker?

14. Dezember 2010 von Magda
Dieser Text ist Teil 24 von 50 der Serie Wer war eigentlich …

Ella Baker war Journalistin, Lehrerin und in der US-amerikanischen Bürgerrechtsbewegung aktiv, die Mitte des 20. Jahrhunderts ihren Höhepunkt hatte. Diese verstand sich als Befreiungsbewegung der afroamerikanischen Bevölkerung und war besonders in der Bekämpfung von gesetzlich verankerter Diskriminierung von Schwarzen erfolgreich.

Ella Baker (ellabakercenter.org, via Creative Commons)

Ella Baker (ellabakercenter.org, via Creative Commons)

Ende der 1930er Jahre begann Baker in der Bürgerrechtsorganisation National Association for the Advancement of Colored People (NAACP) als Sekretärin zu arbeiten. Die NAACP setzte sich bereits seit Anfang des 20. Jahrhunderts für die Rechte von Afroamerikaner_innen in den USA ein. Baker wurde als erste Frau Präsidentin eines NAACP-Zweigverbands, arbeitete mit namhaften Aktivist_innen wie Martin Luther King Jr. oder W.E.B du Bois (Mitbegründer der NAACP) zusammen und war maßgeblich an der Ausbildung von Bürgerrechtler_innen wie Rosa Parks beteiligt.

In Zeiten strikter Trennung zwischen Weißen und Schwarzen arbeitete Baker an der Ausweitung basisdemokratischer Strukturen und setzte insbesondere auf lokalen Aktivismus. In ihren zahlreichen Reisen durch die Südstaaten rekrutierte sie unzählige neue Mitglieder, sammelte Spenden und half bei der Gründung lokaler NAACP-Gruppen. Die Einbindung von Frauen und jungen Menschen lag ihr besonders am Herzen, da ihr Kampf für die Rechte von Afroamerikaner_innen eng geknüpft war an eine Enthierarchisierung und die Inklusion von Mädchen und Frauen. Baker war aktiv an der Etablierung von studentischen Gruppen wie Student Nonviolent Coordinating Committee (SNCC) beteiligt, die gewaltfreien Protest zum Beispiel in Form von Sitzblockaden organisierten.

Ihre letzten Jahre verbrachte Baker in New York, wo sie in sozialistischen Organisationen und diversen Frauengruppen aktiv war. Ella Baker verstarb gestern vor 24 Jahren an ihrem 83. Geburtstag.

Die beeindruckende Aktivistin regte die A-Capella-Gruppe „Sweet Honey in the Rock“ zu einer musikalischen Widmung an (Video und Text nach dem Sprung).
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