Einträge mit dem Tag ‘Pakistan’


Frauenquoten überall, nur nicht bei Kristina Schröder – kurz verlinkt

4. April 2012 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 146 von 153 der Serie Kurz notiert

In der aktuellen Ausgabe des österreichischen Nachrichtenmagazins Profil wird mit der Coverstory “Löhne: die Wahrheit über die Ungleichheit” die Lohnschere zwischen Männern und Frauen in Frage gestellt. Das Frauennetzwerk Medien hat nun einen offenen Brief verfasst, welchen ihr auf dieStandard.at nachlesen könnt.

Die EU-Agentur für Grundrechte will mittels einer Umfrage mehr über die Lebenssituation und Diskriminierung von Lesben, Schwulen, Bisexuellen und Transgender-Personen erfahren. Auf der Seite könnt ihr rechts unter “Select Language” deutsch auswählen, um die Umfrage auszufüllen. Leider bleiben die Fragen im “Mann/Frau” Schema verhaftet, obwohl trans* explizit angesprochen werden.

Die Kriegsreporterin berichtet in der taz von der Pro-Quote Party in Hamburg, auf der rund 200 Journalistinnen zusammenkamen, die eine Quote für Frauen in Führungspositionen fordern. Zu der Party sind auch einige wenige SpOn-Alphamännchen aufgetaucht und haben sich – wer hätte das gedacht? – auch dementsprechend daneben benommen.

Ein Zeichen hat am Wochenende die Türkische Gemeinde in Deutschland gesetzt, berichtet die tagesschau. Für die Besetzung des Vorstands gilt künftig eine Frauenquote, genauer gesagt, eine Geschlechterquote. Davon kann sich Kristina Schröder wirklich mal eine Scheibe abschneiden!

Von Kristina Schröder gibt es nämlich eigentlich nur schlechte Nachrichten. Aktuell titelt die Sueddeutsche: “Wie Kristina Schröder die Bedürfnisse der Familien missachtet.”

In Nordfriesland werden Hebammen nun zum zweiten Mal durch einen Hilfsfonds unterstützt, um trotz der gestiegenen Versicherungskosten arbeiten zu können. Während die CDU dies für überflüssig hält, berichtet der Inselbote, dass in der Niebüller Klinik die Hebammen darauf angewiesen sind.

Terence Eden will von der Technikbranche nicht länger überall halb-nackte Frauen vorgesetzt bekommen – nicht zuletzt, weil es für weibliche und schwule Geeks nie halb-nackte Männer zum Anschauen gäbe.

Nachdem Jenna Talackova vom Miss Universe Canada-Wettbewerb ausgeschlossen wurde, weil sie nicht als “Frau geboren wurde”, darf die Transfrau nun doch daran teilnehmen.

In der Express Tribune kritisiert Amber Darr das neue Gesetz gegen Säureangriffe in Pakistan. Zwar stelle es endlich die Angriffe unter Strafe, vergesse aber völlig die Opfer. Gesellschaftlich und wirtschaftlich schon schlechter gestellt, biete es den Frauen keine Möglichkeiten, ihr Leben wieder herzustellen. Wieviel Arbeit hier noch zu tun ist, zeigt auch die Kontroverse um den Daily Express Kolumnisten Javed Chaudry, der einen Täter unterstützt.

In ihrem Roman beschreibt Helen Walsh eine junge Mutter, die eine postpartale Depression fast in den Selbstmord treibt. Im Interview in der ZEIT erzählt sie, wie es ihr selbst erging.

Barbara Vinken ist eine feministische Autorin, die viel über Mode, Liebe, Pornographie, dekonstruktiven Feminismus, Flaubert und die deutsche Mutter geschrieben hat. Im Interview mit ihr auf Hate geht es u.a. um den Mythos der deutschen Mutter.

Nach dem Klick gibt es die Termine (weiterlesen …)


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Abtreibung, Inklusion und Hebammen – kurz verlinkt

14. März 2012 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 143 von 153 der Serie Kurz notiert

Im Juli werden die Haftpflichtprämien für deutsche Hebammen ein weiteres Mal um 500 Euro steigen – trotz Versprechen der Politik ist bisher nichts geschehen. Daher gibt es die Aufforderung, die Hebammen zu unterstützen, nun auch im Zukunftsdialog mit der Bundeskanzlerin.

Die Zahl der Abtreibungen ist in Deutschland zurückgegangen und damit auf dem niedrigsten Stand seit 15 Jahren. Leider bebildert der Spiegel diese Nachricht mit dem Bild einer 1000 Kreuze-Demo. Auf Nachfrage wurde uns leider noch nicht geantwortet. Eine ausführliche Aufarbeitung hat DRadio Wissen – leider wird dort gesagt, dass die „Bedenkzeit“ erst 2009 eingeführt wurde, dies bezieht sich aber nur auf Spätabtreibungen.

Wie funktioniert eigentlich Inklusion? Die Aktion Mensch hat ein Erklärbärvideo gedreht:

Um Abreibungen zu verhindern soll es in Arizona Ärzt_innen erlaubt werden, schwangere Frauen bezüglich einer Behinderung ihres Kindes anzulügen. Jezebel und Addicting Infos berichten.

Passend dazu bei Fuck Yeah PLanned Parenthood: In Georgia verließen acht Senatorinnen aus Protest gegen zwei Gesetze, die Abtreibung und den Zugang zu Verhütungsmitteln erschweren sollen demonstrativ den Raum. Und: “Women on waves” bietet Vordrucke für Sticker zum Runterladen, ausdrucken und überall hin kleben. Erklärt wird in verschiedenen Sprachen wie Frauen sicher selbst eine Abtreibung durchführen können.

Puh, schon wieder ein Artikel über die Piraten und die Frauenfrage? Ja, aber ein guter mit, Tatsache!, sogar einigen neuen Erkenntnissen zum Thema.

Anlässlich des diesjährigen Frauentages hat TERRE DES FEMMES eine Erklärung heraus gegeben, in der sie die ärztliche Empfehlung zum Thema weibliche Genitalbeschneidung/weibliche Genitalverstümmelung ausdrücklich begrüßen.

Der Verband alleinerziehender Mütter und Väter e.V. (VAMV) kommentiert die Pläne der Koalition für eine Neuregelung des Sorgerechts bei nicht mit einander verheirateten Eltern (PDF).

Und mal noch was nettes aus den USA: Dort wurden letzte Woche mehrere Aktivistinnen mit dem US Courage Award ausgezeichnet.

Bei Xtra.da könnt ihr mehr über die Situation von Sexarbeiter_innen Kambodscha lesen.

Zwei Artikel aus dem Bitchmagazin: Einer über Cynthia Nixon (Miranda aus “Sex and the City”) und die labels gay und bi. Und eine tolle Linksammlung mit Blogartikeln zum Internationalen Frauentag!

Im Independent hat Laurie Penny eine klare Forderung erhoben: Genug mit den Sektempfängen und nett sein! Damit sich was ändert, müssen Frauen wieder sauer und unbequem werden, wie die Pussy Riots auf die Straße gehen und drastische Forderungen stellen!


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Gemischte Nachrichten aus Afghanistan und Pakistan

12. März 2012 von Helga

Zum ersten Mal in der Geschichte ging dieses Jahr ein Oscar nach Pakistan. Die Filmemacherin Sharmeen Obaid-Chinoy wurde für „Saving Face“ ausgezeichnet und widmete die Ehrung gleich allen Frauen Pakistans. Denn Saving Face zeigt, wie pakistanische Frauen nach Säureanschlägen leben. Je nach Schätzung werden immer noch 600 bis weit über 8.000 Frauen jährlich Opfer von überwiegend männlichen Tätern, so Foreign Policy. Bisher führen nur 2 Prozent der Anzeigen zu Verurteilungen – auf Druck weiblicher Abgeordneter wurden Ende letzten Jahres aber endlich mehrere Frauenschutzgesetze verabschiedet, die u.a. härtere Strafen und stärkere Regulierung des Säureverkaufs vorsieht. Wie The Nation berichtet, sind auch Zwangsheiraten, das Verweigern des Erbes und weitere Praktiken strafbar geworden.

Die Initiativen in Afghanistan gehen dagegen in die andere Richtung. So hat der Ulema-Rat vorgeschlagen, die Geschlechtertrennung voranzutreiben. Frauen sollten laut taz bei der Arbeit oder unterwegs nur noch mit verwandten Männern zusammen sein. Das kommt bei der jungen Bevölkerung allerdings schlecht an – die BBC hat Beispiele des Protests im Internet gesammelt. Doch auch auf der Straße wird protestiert. Der Spiegel porträtiert die junge Künstlerin Shamsia Hassani. Sie sprayt politische Grafitti an Häuserwände in Kabul und hat ein Kunstkollektiv gegründet.


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Ob Ägypten oder Pakistan, Frauen kämpfen für ihre Rechte

23. November 2011 von Helga

Am Dienstag hat in Tunesien die neu gewählte Nationalversammlung ihre Arbeit aufgenommen. Nachdem die islamische Partei Ennahda stärkste Kraft geworden ist, fragen sich viele Frauen, wie es um ihre Rechte in Zukunft bestellt sein könnte. Die New York Times sieht „gemischte Zeichen“, dieStandard.at zeigt sich optimistischer, da die tunesische Frauenbewegung gut organisiert sei.

Nach den jüngsten Protesten gegen das Militärregime, sieht es im benachbarten Ägypten wieder düsterer aus. Unter dem Hashtag #egywomen organisieren sich Ägypterinnen zu Frauenblöcken und menschlichen Schutzschilden auf dem Tahrir­platz, Videos (Triggerwarnung) und Fotos demonstrieren die Gewalt, die derzeit herrscht.

Eine Gruppe ägyptischer Frauen, die ein Plakat hochhalten. Auf arabisch steht: Wir werden Tantawi eine neue Revolution zeigen.

Egywomen mit Schild: Wir werden Tantawi (Vorsitzender der herrschenden Militärrats) eine neue Revolution zeigen. Foto via Twitpic

Vor allem im Westen löste dagegen das Nacktbild der Bloggerin Aliaa Elmahdy Aufregung aus. 40 israelische Frauen zogen sich aus Protest mit aus, allerdings nicht ganz. Selbst die BILD berichtet über Elmahdy – ihr Fall ist inzwischen vor allem ein Lehrstück für die Unfreiheit der Körper westlicher Frauen, wie der Stern zutreffend erläutert. Mit einer anderen ägyptischen Aktivistin hat dieStandard.at gesprochen: Heba Habib ist eine der Gründerinnen von harassmap.org, einem Webprojekt das sexuelle Belästigung sichtbar macht.

Auch im Jemen gibt es weiter Proteste gegen Diktator Saleh. Zuletzt wurde wieder einmal die Gewalt gegen Frauen und Kinder angeprangert, so Bikya Masr. Außerdem solle die Mitgliedschaft des Jemen in der Arabischen Liga eingefroren werden, wie es gerade mit Syrien gemacht wurde.

Ganz anders sieht die Situation der Frauen in Malaysia aus. Dort gibt es inzwischen mehr Studentinnen als Studenten der Islamischen Studien. Mit Zaleha Kamaruddin steht seit kurzem erstmals eine Frau an der Spitze einer islamischen Universität und auch im Fernsehen ist der Trend angekommen. Gleich zwei Sendungen suchen die „muslimische Superpriesterin“ und spiegeln damit auch die immer stärkere Rolle von Frauen im öffentlichen Leben wieder, so die New York Times.

Zum Schluss noch eine direkt skurrile Nachricht: Enthalten SMS Schimpfwörter, sollen sie in Pakistan künftig blockiert werden, aber auch Wörter wie „Periode“, „Vagina“ und „Kondom“, berichtet heise. Ein Ende der Obsession mit weiblichen Körpern fordert daher Kolumnistin Urooj Zia in Pakistan Today. Wie sich inzwischen herausgestellt hat, scheint die Liste ursprünglich aus den USA zu stammen. Genauer gesagt handelt es sich weitestgehend um ein Plagiat der „1.159 Naughty Words“ (Unanständigen Wörtern) der Football-Liga NFL. Ob die Liste deswegen noch einmal überarbeitet werden soll?


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Hina Rabbani Khar – Pakistans kontroverse Außenministerin

8. August 2011 von Helga

Pakistans Außenministerin Hina Rabbani Khar in einem rosa Gewand

Bild über Wikimedia Commons

Vor zwei Wochen ging es in Kurz notiert bereits einmal um Pakistans neue Außen­ministerin, Hina Rabbani Khar, deren Ernennung von einer gehörigen Portion Sexismus begleitet wurde. Jung, hübsch und weiblich und damit nur gewählt, um das Image Pakistans aufzubessern. Im Ms. Blog zeigt sich Rafia Zakaria, die Direktorin von Amnesty International USA, nun ebenfalls nicht begeistert – aber aus anderen Gründen. Denn ähnlich wie bei Angela Merkel zeigt sich auch bei Khar, dass Geschlecht allein nichts bedeutet. Nur weil sie Politikerinnen sind, kümmern sie sich noch lange nicht um ihre Mitbürgerinnen.

So schwieg Khar jahrelang zum Fall Mukhtaran Mai. Im Frühjahr diesen Jahres waren fünf ihrer sechs ursprünglich zum Tode verurteilten Vergewaltiger freigesprochen worden. Den Mangel an Beweisen sah Mai in der schlampigen Arbeit der Polizei begründet, die sie stets nicht ernst genommen hätte. Ein Vorwurf, den viele Betroffene und Frauenrechtler_innen bereits erhoben haben. Khar war zu diesem Zeitpunkt bereits im Kabinett, äußerte sich aber nicht. Im Juni nun wurden Teile des Frauenschutzgesetzes (Women’s Protection Bill) außer Kraft gesetzt. Erst 2006 eingeführt, sollte es verhindern, dass Vergewaltigungsopfer bei einer Anzeige selbst verhaftet und wegen Unzucht oder Ehebruch angeklagt werden. Auch dazu hätte es keine Reaktion von Khar gegeben, beklagt Zakaria. Tatsächlich habe sie sich noch kein einziges Mal für die pakistanischen Bürgerinnen eingesetzt.

Weiterer Kritikpunkt: Khar entstammt einer Feudalfamilie, die den Süden der Provinz Punjab weiter fest im Griff hat und seine Entwicklung behindert. Am Ende aber, so Zakria, ist Khar nicht die schlechteste Wahl. Während sie sich einfach nicht um sie kümmert, gäbe es schließlich genügend Politiker_innen, die nach Art der Taliban Frauenrechte radikal einstampfen würden.


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Ladyfeste, Queer Music History und falsche Feminist_innen – kurz verlinkt

28. Juli 2011 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 114 von 153 der Serie Kurz notiert

„Ich war für das Recht auf Abtreibung, ich konnte nur nicht verstehen, warum jemand eine Spätabtreibung vornehmen lassen würde“ – Dana Weinstein erzählte Mother Jones, warum sie doch eine späte Abtreibung hatte und wie schwierig das heute bereits in den USA ist.

Die Washington Post berichtet ebenfalls über dieses Thema und stellt den Gynäkologen LeRoy Carhart vor. Vor 20 Jahren brannten Abtreibungsgegner seine Farm nieder, aus Angst vor weiteren Mordanschlägen leben er und seine Angestellten mit einer Reihe an Vorsichtsmaßnahmen.

“Wenn am Sonntag in New York das Gesetz zur Legalisierung der Ehe gleichgeschlechtlicher Paare in Kraft tritt, wird es eine Rekordzahl von Trauungen geben”, berichtet dieStandard.at.

Wundervolle Aufnahmen hat The Boston Big Picture von der Fußballweltmeisterschaft 2011.

Queer Music History 101: Texte, Audios, Bilder – alles über die Geschichte queerer und queerender Musik.

Das Public Insight Network und Ms. Magazine rufen Betroffene sexualisierter Gewalt dazu auf, ihre Geschichten zu erzählen.

Schlampige Übersetzung oder sogar böswillige Verfälschung? Jezebel berichtet, dass das vermutliche Opfer von Dominique Strauss-Kahn nie sagte, hinter seinem Geld her zu sein. Tatsächlich sind ihre Aussagen konsistent, Strauss-Kahns Anwälte äußern sich inzwischen nicht mehr dazu.

Zeit zum Schmunzeln: Thought Catalog stellt verschiedene Typen von Feminist_innen vor. Pandagon.net antwortet mit einer Liste typischer “Fauxminists” (auch: False Feminists – Falsche Feminist_innen).

Die leitende Geschäftsführerin von Facebook, Sheryl Sandberg, setzt sich für die Gleichbehandlung von Frauen auf dem Arbeitsmarkt ein. Allerdings mit sehr fragwürdigen Mitteln, wie Nerve.com zurecht kritisiert.

Solltet ihr vom 16-18. September in Rom sein – ab zum Ladyfest!

LADYFEST 2011 – SPOT vom LadyFest Rome auf Vimeo.

Um Slutwalks in Lateinamerika (dort Marchas de las putas genannt) geht es in einem Audiobeitrag von onda, der Agéncia radiofónica Latinoamérica-Europa.

Soft skills besitzen und für Selbstdarstellung sorgen sind, so heißt es oft, die Karrierestrategien. Aber nur für Männer, heißt es bei der Wirtschaftswoche. Denn Frauen werden damit nicht mehr als Individuen wahrgenommen, sondern mal wieder als Repräsentantinnen ihres Geschlechts, so eine Studie der TU Berlin. Ein weiterer „weiblicher Karrierefehler“: Probleme lösen wollen, statt sich auf Kosten anderer zu profilieren.

Immer wieder angekündigt – bis heute nicht auf dem Markt. Für Deutschlandradio Kultur hat Sigrun Damas die Geschichte der Pille für den Mann nacherzählt.

Der Spiegel schreibt über Pakistans neue Außenministerin, Hina Rabbani Khar, und die Vorurteile und den Sexismus, der ihr entgegenschlägt. Und titelt dann selbst „Die Schöne und die Generäle“.

Eine alte Studie hat Wired (die US-Blogausgabe) ausgegraben. Danach werden heterosexuelle Männer durchaus von Schwulenpornos angetörnt – aber nur diejenigen, die eine Abneigung gegen Homosexuelle zu Protokoll gaben.


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Ein Schritt vor und einer zurück in Pakistan

27. April 2011 von Helga

In Ausweispapieren haben die Hijras Pakistans (Mann-zu-Frau-Transgender) schon eine Weile ihre eigene Kategorie – gestern wurde diese nun bestätigt. Laut The News werden sie künftig auch erben können. Außerdem verbot Iftikhar Muhammad Chaudhry, der Oberste Richter, die Durchführung von „Ge­schlechts­veri­fi­kations­pro­zessen“ und kündigte an, Belästigung durch die Polizei härter zu bestrafen.

Letzteres ist dringend notwendig, da die Polizei Frauen und Transgender zu oft nicht ernst nimmt. Weltweite Schlagzeilen machte daher 2002 Mukhtaran Mai, die ihre Vergewaltiger bei der Polizei anzeigte. Fünf ihrer sechs Peiniger sind vor kurzem endgültig freigesprochen worden, die Todesstrafe des sechsten zu lebenslänglich umgewandelt. Die Gerichte beriefen sich dabei auf mangelnde Beweise, ein Umstand dessen Ursache Mai noch tiefer sieht: „Die Polizei hat nicht einmal meine eigenen Aussagen ordentlich aufgenommen.” sagte sie der BBC.

Helfen soll da der Einsatz weiblicher Polizeikräfte – das deutsche Auswärtige Amt sponsort seit 2009 eine Trainingsschule speziell für angehende Polizistinnen.


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Wenn Tradition auf moderne Armut trifft

7. Januar 2011 von Helga

Entgegen der patriachalen Traditionen wagen sich Pakistans Frauen auf neues Territorium – aus dem Haus und ins Arbeitsleben. Sie sehen sich Ärger mit Familienmitgliedern, Belästigungen auf dem Weg zur Arbeit und durch Kunden ausgesetzt, doch ohne das extra Einkommen droht die Armut. Nach einem Anstieg der Inflation von 1,4 auf 12,7 Prozent innerhalb von sieben Jahren können sich viele Familien nicht mehr darauf verlassen, dass ein Mann genügend Geld verdient um alle zu ernähren, berichtet die New York Times.

Dabei beschränken sie sich in Karachi nicht mehr nur auf Textilfabriken und Mädchenschulen, wo Frauen unter sich bleiben. Gerade in Jobs, die wenig Qualifikation erfordern, finden sich immer mehr Arbeiterinnen, etwa bei Kentucky Fried Chicken oder in Supermärkten. Pakistans Doppelstandards machen ihnen das Leben aber weiter schwer, so dass einige Firmen ihnen sogar Busse stellen, die sie zur Arbeit und zurück fahren. Andere Geschäfte stellen weiter keine weiblichen Angestellten ein, um jeden Ärger zu vermeiden. Mit gerade einmal 20 Prozent weiblicher Beteiligung am Arbeitsmarkt liegt Pakistan auch unter muslimischen Ländern weit hinten.

Die meisten Frauen gaben an, dem Arbeitsleben wieder den Rücken zu kehren, sobald sie verheiratet sind. Doch die Erfahrung, selbst zu arbeiten, fremde Menschen zu treffen und im öffentlichen Leben selbstständig zurecht zu kommen, wollen sie nicht missen.


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Intersexualität, Kunst in Pakistan, Wir sind Helden, Männerbilder im Hardcore und Selbstverteidigung

22. September 2010 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 48 von 153 der Serie Kurz notiert

Im On The Issues Magazine erzählt Thea Hillman, wieviel Kraft und Bedeutung in Namen liegen. Sie erzählt dabei ihre eigene Geschichte und wie zur gleichen Zeit aus einer Krankheit eine Gemeinschaft wuchs. Inzwischen wird Intersexualität auch als Sexualdifferenzierungsstörung bezeichnet – Abkehr vom Fokus auf sexuelle Orientierung oder Konstruktion als Krankheit?

„Wo sind eigentlich die berühmten Künstlerinnen?“ In Pakistan, meint die Newsweek und stellt etwa Aisha Khalid vor. Denn inzwischen dominieren sie nicht nur die heimische Kunstszene, sondern feiern auch weltweit Erfolge.

In der vergangenen sonntaz erschien ein Interview mit Wir-sind-Helden-Sängerin Judith Holofernes. Online leider nur angeteasert, aber auch schon hier lohnenswert, allein wegen der Umschreibung Ursula von der Leyens als “bestimmt auch im Arsch”.

Patrick kritisiert auf seinem Blog Derangierte Einsichten, dass die australische ThinkUKnow-Kampagne ganz bestimmte stereotype Ansichten über weibliche Sexualität transportiert.

Termine:

Am kommenden Samstag, den 25. September, könnt ihr zwei Workshops mit Andrea Kügler zu Männerbilder im Hardcore und Emo besuchen und abends mit den StattMatratzen abrocken. Die Workshops und das Konzert finden am Tag der Offenen Tür des in Europa einzigartigem Archiv der Jugendkulturen in Berlin statt, das leider von der Schließung bedroht ist.

DieStandard.at hat aktuelle Termine der Wiener Wen Do-Gruppe für feministische Selbstverteidigung. Wen Do ist feministische Selbstverteidigung, die von Feministinnen entwickelt wurde und wird, und ausschließlich an Frauen, Lesben und Mädchen weitergegeben wird. Das Angebot richtet sich an Anfängerinnen und Fortgeschrittene.


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Nicht nur Islamist_innen in Pakistan

26. August 2010 von Helga

Über die Gründe der anfänglichen Spendenzurückhaltung gegenüber Pakistan ist viel spekuliert worden – immer wieder werden dabei eine Reihe an Vorurteilen genannt. Leider kommen gerade gute Nachrichten selten in unserer Presse an. So hat es ein Jahr gedauert, bis die NZZ über die Gleichstellung von Transgendern in Pakistan und Indien berichtet. In beiden Ländern ist es inzwischen möglich, im Pass und bei Behördengängen neben „weiblich” oder „männlich” auch „other” bzw. „eunuch” (eine Bezeichnung aus der britischen Kolonialherrschaft, Kastration wurde tatsächlich bereits im 17. Jahrhundert verboten) anzukreuzen.

Die Nachricht aus in Indien schaffte es noch bis zu CNN (wir berichteten), darüberhinaus hielt sich das Medieninteresse aber in Grenzen. Betroffen sind in beiden Ländern vor allem die Hijras – Menschen mit meist männlichem Chromosomensatz, die aber männliche Geschlechterrollen ablehnen und sich dementsprechend als Frauen oder Transgender geben und bezeichnen. In Pakistan gehen die Verbesserungen für sie sogar über Schaffung einer eigenen Behördenskategorie hinaus. Dort

… gab der Oberste Richter, Iftikhar M. Chaudhry, einer Petition für die Anerkennung ihres dritten Geschlechtes statt und wies Behörden und Institutionen an, Hijras einzustellen, um ihnen «ein Leben in Schande zu ersparen». Ausserdem sollen sie in den Genuss staatlicher Förder- und Wohlfahrtsprogramme kommen, denn viele Hijras können ihr Überleben nur durch Betteln und homosexuelle Prostitution sichern.

Einen ganz anderen Einblick in die pakistanische Kultur, abseits der stereotypen Berichterstattung, bieten die Beiträge von Sher Bano. Die 17-Jährige ist derzeit in Peshawar, nachdem sie für ein Jahr als Austauschschülerin in den USA lebte. Im Blog On the Ground von Nicholas Kristof ist sie nun Gastbloggerin und berichtet über ihr Leben. Über die Realität arrangierter Hochzeiten genauso wie gerade über die Flutkatastrophe.

Eine Übersicht über die Spendenkonten für die pakistanischen Flutopfer hält die tagesschau bereit, gespendet werden kann auch per SMS.


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