Einträge mit dem Tag ‘Pakistan’


Musik, Musik, Musik und viel feministisches Empowerment – kurz verlinkt

29. August 2012 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 163 von 256 der Serie Kurz notiert

Die Heinrich Böll Stiftung hat ein sehr lesenswertes Dossier zum Thema Theater und Diskriminierung zusammengestellt.

Für dieses großartige Fotoprojekt über Gewalt gegen Frauen müssen wir leider eine Triggerwarnung (Schilderung von Gewalterfahrungen, Abbildung von Tatorten und Tatwaffen) aussprechen, auch wenn es ansonsten wirklich ans Herz gelegt gehört.

Auf Zeit Online schreibt Carolin Emcke über die fehlende Gleichstellung homosexueller Paare im Bereich Ehe- und Familienrecht und kommt zu dem Schluss, dass nicht homosexuelle Eltern für Kinder problematisch sind, sondern vielmehr diejenigen, die die Homosexualität der Eltern für ein Problem halten.

Beim Audioportal Freier Radios könnt ihr euch einen Bericht über das diesjährige Ruby Tuesday Rock Hip Hop Camp anhören und runterladen. Enthalten sind interne Stimmen und viel Musik.

Noch mehr Musik: für das Projekt “re:composed” haben 20 Musikerinnen historische Lieder der Frauen- und Arbeiter*innenbewegung neu interpretiert. Herausgekommen ist eine CD, die ihr nun kostenlos bei der Frauenabteilung der Stadt Wien bestellen könnt.

Musik, die Dritte: CBS hat die junge malaiische Musikerin Yuna interviewt.

Auch Adwoa Hackman ist wieder auf Tour! Weitere Infos gibt es unter www.adwoa.de.

Das US-Magazin Forbes verleiht Bundeskanzlerin Angela Merkel nun schon zum zweiten Mal den Titel der mächtigsten Frau der Welt.

Ein rechtswissenschaftliches Gutachten hat festgestellt, dass das geplante Betreuungsgeld gegen gleich drei Artikel des Grundgesetzes verstößt.

In Libyen ist vor kurzem bei der Einführung des neu gewählten Allgemeinen Nationalkongresses eine Moderatorin der Bühne verwiesen worden – weil sie kein Kopftuch trug. Global Voices über die Debatte danach.

Der Anteil der nichtbezahlten Überstunden ist bei Frauen deutlich höher als bei Männern, hat eine österreichische Studie ergeben.

The Karachi Voice stellt fünf Feministinnen aus Pakistan vor.

Kristina Schröder hat sich leider wieder mal erfolgreich gegen die Interessen von Frauen durchgesetzt; statt einer festen Quote wird es nur eine flexible Quote für Frauen in Unternehmen geben.

Seit Jahren verdichten sich die Hinweise, dass auch Männer jung Väter werden sollten. Ann Friedman in The Cut, über die Anerkennung der biologischen Uhr von Männern.

Termine in Hamburg, Gießen, Berlin, Braunschweig und Dortmund nach dem Klick: (mehr …)


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Rassistische Stereotype und die Suche nach neuen Held*innen – kurz verlinkt

8. August 2012 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 164 von 256 der Serie Kurz notiert

Neuer Kalender 2013: Wegbereiterinnen XI. Den im Kalender versammelten Künstlerinnen, Schriftstellerinnen und Politikerinnen ist gemeinsam, dass sie zu einer Zeit, in der Frauen weltweit noch wenige Rechte hatten, gelebt haben und sich für die Rechte der Frauen für eine friedliche Welt und für das „gute Leben“ in einer besseren Zukunft für alle eingesetzt haben.

Latoya Peterson beschwert sich in einem Interview mit der taz darüber, dass Held*innen in Videospielen fast immer gleich aussehen, und somit zwar dem Durchschnitt der Spieleentwickler*innen entsprechen, jedoch nicht dem der Spieler*innen. Für eine Schwarze Frau wie sie bietet sich bisher leider wenig Identifikationspotential.

Mit welchen Vorurteilen einer Frau begegnet wird, die aus Pakistan stammt und in Deutschland lebt, beschreibt Hani Yousuf auf Spiegel Online. Ihr Fazit: Die „muslimische Welt“ gibt es genauso wenig wie die „muslimischen Frauen“ – und der Westen kann von Pakistan noch so einiges lernen.

Apropos Stereotype: Ein sogenanntes Frauenmagazin schürt genau diese, indem es die Frage aufwirft: „Wie verhalte ich mich, wenn mein Ehemann oder Lover mit einem blutjungen Ding made in Russia durchbrennt?“ – bei der taz wurde sich der Artikel vorgeknöpft und ordentlich auseinander genommen.

Ganz großartig ist das Interview mit Zoe Saldana (Star Trek, Avatar) zu Gleichberechtigung in Hollywood:

Tatsächlich: Hoher Film- und Fernsehkonsum sorgt bei Mädchen für ein geringeres Selbstbewusstsein, weil die Charaktere selten weiblich und wenn doch meistens nur passive Objektive der Begierde sind. Auch filmoSophie’s Welt plädiert deswegen für mehr starke weibliche Heldinnen.

Die Rosa Luxemburg Stiftung hat eine Studie zu dem Thema „Leiharbeit aus gendersensibler Perspektive“ veröffentlicht und sich damit einem bisher weitestgehend unerforschten Thema gewidmet. Die Studie gibt es nun als PDF zum Download.

Frauen und Kinder zuerst? Bei Schiffsunglücken wird das nur in den wenigsten Fällen auch umgesetzt, haben Wissenschaftler*innen nun anhand von Daten aus den vergangenen 100 Jahren ausgewertet. Den Ergebnissen zufolge erreichen Frauen nur halb so häufig einen Platz im Rettungsboot wie ihre männlichen Mit­­passagiere.

dieStandard.at berichtet über die im April in Wien gegründete Peer-Beratungsstelle „Zeitlupe“ für Frauen mit Behinderungen. Peer be­deutet, dass die Beratung durch Personen mit ähnlichem Er­fahrungs­hinter­grund be­reit ge­stellt wird. Ein Konzept, das Hemmungen abbaut und Raum für Fragen schafft, die sonst viel zu selten gestellt werden.

Gerade neu im Job und dann gleich in den Mutterschaftsurlaub? Für Gatorade hat sich das bewährt, berichtete Indiskretion Ehrensache. Die neue Chefin Robb O’Hagan hat den angeschlagenen Getränkekonzern auf Wachstumskurs gebracht.

Dass eine milchgebende Brust auch nach einer Geburt noch mehr ist als Nahrungsquelle und Schlafplatz fürs Baby, stellt ein Artikel auf dieStandard.at klar. Beleuchtet wird eine neue stillkritische Bewegung, die sich gegen Be­vor­mundung und für körperliche Selbst­bestimmung stark macht.

Auf Spiegel Online werden gängige Klischees über Asylbewerber*innen auf­ge­griffen und wider­legt. Die Fakten gegen Stimmungsmache liefern außerdem Einblick in die oftmals gewaltvollen Hinter­gründe von Flucht und Migration.

Für eine selbstverwaltete Bibliothek im Flüchtlingswohnheim in Senftenberg werden Bücher gebraucht. Gerne in Englisch, Französisch, Arabisch, Persisch etc. aber auch in Deutsch (nicht zu schwierige Texte). Außerdem werden für ein Kunstprojekt Stifte, Malfarben, Papier usw. benötigt. Wenn jemand Bücher oder Kunstsachen übrig hat, bitte in die KuB (Kontakt- und Beratungsstelle für Flüchtlinge und MigrantInnen) in der Oranienstraße 159, 4. Stock (Nähe Moritzplatz) bringen. Wer Tragehilfen braucht, bitte melden unter: brezger@fluechtlingsrat-berlin.de

Termine und ein Call for Music:  (mehr …)


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Frauenquoten überall, nur nicht bei Kristina Schröder – kurz verlinkt

4. April 2012 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 147 von 256 der Serie Kurz notiert

In der aktuellen Ausgabe des österreichischen Nachrichtenmagazins Profil wird mit der Coverstory “Löhne: die Wahrheit über die Ungleichheit” die Lohnschere zwischen Männern und Frauen in Frage gestellt. Das Frauennetzwerk Medien hat nun einen offenen Brief verfasst, welchen ihr auf dieStandard.at nachlesen könnt.

Die EU-Agentur für Grundrechte will mittels einer Umfrage mehr über die Lebenssituation und Diskriminierung von Lesben, Schwulen, Bisexuellen und Transgender-Personen erfahren. Auf der Seite könnt ihr rechts unter “Select Language” deutsch auswählen, um die Umfrage auszufüllen. Leider bleiben die Fragen im “Mann/Frau” Schema verhaftet, obwohl trans* explizit angesprochen werden.

Die Kriegsreporterin berichtet in der taz von der Pro-Quote Party in Hamburg, auf der rund 200 Journalistinnen zusammenkamen, die eine Quote für Frauen in Führungspositionen fordern. Zu der Party sind auch einige wenige SpOn-Alphamännchen aufgetaucht und haben sich – wer hätte das gedacht? – auch dementsprechend daneben benommen.

Ein Zeichen hat am Wochenende die Türkische Gemeinde in Deutschland gesetzt, berichtet die tagesschau. Für die Besetzung des Vorstands gilt künftig eine Frauenquote, genauer gesagt, eine Geschlechterquote. Davon kann sich Kristina Schröder wirklich mal eine Scheibe abschneiden!

Von Kristina Schröder gibt es nämlich eigentlich nur schlechte Nachrichten. Aktuell titelt die Sueddeutsche: “Wie Kristina Schröder die Bedürfnisse der Familien missachtet.”

In Nordfriesland werden Hebammen nun zum zweiten Mal durch einen Hilfsfonds unterstützt, um trotz der gestiegenen Versicherungskosten arbeiten zu können. Während die CDU dies für überflüssig hält, berichtet der Inselbote, dass in der Niebüller Klinik die Hebammen darauf angewiesen sind.

Terence Eden will von der Technikbranche nicht länger überall halb-nackte Frauen vorgesetzt bekommen – nicht zuletzt, weil es für weibliche und schwule Geeks nie halb-nackte Männer zum Anschauen gäbe.

Nachdem Jenna Talackova vom Miss Universe Canada-Wettbewerb ausgeschlossen wurde, weil sie nicht als “Frau geboren wurde”, darf die Transfrau nun doch daran teilnehmen.

In der Express Tribune kritisiert Amber Darr das neue Gesetz gegen Säureangriffe in Pakistan. Zwar stelle es endlich die Angriffe unter Strafe, vergesse aber völlig die Opfer. Gesellschaftlich und wirtschaftlich schon schlechter gestellt, biete es den Frauen keine Möglichkeiten, ihr Leben wieder herzustellen. Wieviel Arbeit hier noch zu tun ist, zeigt auch die Kontroverse um den Daily Express Kolumnisten Javed Chaudry, der einen Täter unterstützt.

In ihrem Roman beschreibt Helen Walsh eine junge Mutter, die eine postpartale Depression fast in den Selbstmord treibt. Im Interview in der ZEIT erzählt sie, wie es ihr selbst erging.

Barbara Vinken ist eine feministische Autorin, die viel über Mode, Liebe, Pornographie, dekonstruktiven Feminismus, Flaubert und die deutsche Mutter geschrieben hat. Im Interview mit ihr auf Hate geht es u.a. um den Mythos der deutschen Mutter.

Nach dem Klick gibt es die Termine (mehr …)


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Abtreibung, Inklusion und Hebammen – kurz verlinkt

14. März 2012 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 144 von 256 der Serie Kurz notiert

Im Juli werden die Haftpflichtprämien für deutsche Hebammen ein weiteres Mal um 500 Euro steigen – trotz Versprechen der Politik ist bisher nichts geschehen. Daher gibt es die Aufforderung, die Hebammen zu unterstützen, nun auch im Zukunftsdialog mit der Bundeskanzlerin.

Die Zahl der Abtreibungen ist in Deutschland zurückgegangen und damit auf dem niedrigsten Stand seit 15 Jahren. Leider bebildert der Spiegel diese Nachricht mit dem Bild einer 1000 Kreuze-Demo. Auf Nachfrage wurde uns leider noch nicht geantwortet. Eine ausführliche Aufarbeitung hat DRadio Wissen – leider wird dort gesagt, dass die „Bedenkzeit“ erst 2009 eingeführt wurde, dies bezieht sich aber nur auf Spätabtreibungen.

Wie funktioniert eigentlich Inklusion? Die Aktion Mensch hat ein Erklärbärvideo gedreht:

Um Abreibungen zu verhindern soll es in Arizona Ärzt_innen erlaubt werden, schwangere Frauen bezüglich einer Behinderung ihres Kindes anzulügen. Jezebel und Addicting Infos berichten.

Passend dazu bei Fuck Yeah PLanned Parenthood: In Georgia verließen acht Senatorinnen aus Protest gegen zwei Gesetze, die Abtreibung und den Zugang zu Verhütungsmitteln erschweren sollen demonstrativ den Raum. Und: “Women on waves” bietet Vordrucke für Sticker zum Runterladen, ausdrucken und überall hin kleben. Erklärt wird in verschiedenen Sprachen wie Frauen sicher selbst eine Abtreibung durchführen können.

Puh, schon wieder ein Artikel über die Piraten und die Frauenfrage? Ja, aber ein guter mit, Tatsache!, sogar einigen neuen Erkenntnissen zum Thema.

Anlässlich des diesjährigen Frauentages hat TERRE DES FEMMES eine Erklärung heraus gegeben, in der sie die ärztliche Empfehlung zum Thema weibliche Genitalbeschneidung/weibliche Genitalverstümmelung ausdrücklich begrüßen.

Der Verband alleinerziehender Mütter und Väter e.V. (VAMV) kommentiert die Pläne der Koalition für eine Neuregelung des Sorgerechts bei nicht mit einander verheirateten Eltern (PDF).

Und mal noch was nettes aus den USA: Dort wurden letzte Woche mehrere Aktivistinnen mit dem US Courage Award ausgezeichnet.

Bei Xtra.da könnt ihr mehr über die Situation von Sexarbeiter_innen Kambodscha lesen.

Zwei Artikel aus dem Bitchmagazin: Einer über Cynthia Nixon (Miranda aus “Sex and the City”) und die labels gay und bi. Und eine tolle Linksammlung mit Blogartikeln zum Internationalen Frauentag!

Im Independent hat Laurie Penny eine klare Forderung erhoben: Genug mit den Sektempfängen und nett sein! Damit sich was ändert, müssen Frauen wieder sauer und unbequem werden, wie die Pussy Riots auf die Straße gehen und drastische Forderungen stellen!


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Gemischte Nachrichten aus Afghanistan und Pakistan

12. März 2012 von Helga

Zum ersten Mal in der Geschichte ging dieses Jahr ein Oscar nach Pakistan. Die Filmemacherin Sharmeen Obaid-Chinoy wurde für „Saving Face“ ausgezeichnet und widmete die Ehrung gleich allen Frauen Pakistans. Denn Saving Face zeigt, wie pakistanische Frauen nach Säureanschlägen leben. Je nach Schätzung werden immer noch 600 bis weit über 8.000 Frauen jährlich Opfer von überwiegend männlichen Tätern, so Foreign Policy. Bisher führen nur 2 Prozent der Anzeigen zu Verurteilungen – auf Druck weiblicher Abgeordneter wurden Ende letzten Jahres aber endlich mehrere Frauenschutzgesetze verabschiedet, die u.a. härtere Strafen und stärkere Regulierung des Säureverkaufs vorsieht. Wie The Nation berichtet, sind auch Zwangsheiraten, das Verweigern des Erbes und weitere Praktiken strafbar geworden.

Die Initiativen in Afghanistan gehen dagegen in die andere Richtung. So hat der Ulema-Rat vorgeschlagen, die Geschlechtertrennung voranzutreiben. Frauen sollten laut taz bei der Arbeit oder unterwegs nur noch mit verwandten Männern zusammen sein. Das kommt bei der jungen Bevölkerung allerdings schlecht an – die BBC hat Beispiele des Protests im Internet gesammelt. Doch auch auf der Straße wird protestiert. Der Spiegel porträtiert die junge Künstlerin Shamsia Hassani. Sie sprayt politische Grafitti an Häuserwände in Kabul und hat ein Kunstkollektiv gegründet.


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Ob Ägypten oder Pakistan, Frauen kämpfen für ihre Rechte

23. November 2011 von Helga

Am Dienstag hat in Tunesien die neu gewählte Nationalversammlung ihre Arbeit aufgenommen. Nachdem die islamische Partei Ennahda stärkste Kraft geworden ist, fragen sich viele Frauen, wie es um ihre Rechte in Zukunft bestellt sein könnte. Die New York Times sieht „gemischte Zeichen“, dieStandard.at zeigt sich optimistischer, da die tunesische Frauenbewegung gut organisiert sei.

Nach den jüngsten Protesten gegen das Militärregime, sieht es im benachbarten Ägypten wieder düsterer aus. Unter dem Hashtag #egywomen organisieren sich Ägypterinnen zu Frauenblöcken und menschlichen Schutzschilden auf dem Tahrir­platz, Videos (Triggerwarnung) und Fotos demonstrieren die Gewalt, die derzeit herrscht.

Eine Gruppe ägyptischer Frauen, die ein Plakat hochhalten. Auf arabisch steht: Wir werden Tantawi eine neue Revolution zeigen.

Egywomen mit Schild: Wir werden Tantawi (Vorsitzender der herrschenden Militärrats) eine neue Revolution zeigen. Foto via Twitpic

Vor allem im Westen löste dagegen das Nacktbild der Bloggerin Aliaa Elmahdy Aufregung aus. 40 israelische Frauen zogen sich aus Protest mit aus, allerdings nicht ganz. Selbst die BILD berichtet über Elmahdy – ihr Fall ist inzwischen vor allem ein Lehrstück für die Unfreiheit der Körper westlicher Frauen, wie der Stern zutreffend erläutert. Mit einer anderen ägyptischen Aktivistin hat dieStandard.at gesprochen: Heba Habib ist eine der Gründerinnen von harassmap.org, einem Webprojekt das sexuelle Belästigung sichtbar macht.

Auch im Jemen gibt es weiter Proteste gegen Diktator Saleh. Zuletzt wurde wieder einmal die Gewalt gegen Frauen und Kinder angeprangert, so Bikya Masr. Außerdem solle die Mitgliedschaft des Jemen in der Arabischen Liga eingefroren werden, wie es gerade mit Syrien gemacht wurde.

Ganz anders sieht die Situation der Frauen in Malaysia aus. Dort gibt es inzwischen mehr Studentinnen als Studenten der Islamischen Studien. Mit Zaleha Kamaruddin steht seit kurzem erstmals eine Frau an der Spitze einer islamischen Universität und auch im Fernsehen ist der Trend angekommen. Gleich zwei Sendungen suchen die „muslimische Superpriesterin“ und spiegeln damit auch die immer stärkere Rolle von Frauen im öffentlichen Leben wieder, so die New York Times.

Zum Schluss noch eine direkt skurrile Nachricht: Enthalten SMS Schimpfwörter, sollen sie in Pakistan künftig blockiert werden, aber auch Wörter wie „Periode“, „Vagina“ und „Kondom“, berichtet heise. Ein Ende der Obsession mit weiblichen Körpern fordert daher Kolumnistin Urooj Zia in Pakistan Today. Wie sich inzwischen herausgestellt hat, scheint die Liste ursprünglich aus den USA zu stammen. Genauer gesagt handelt es sich weitestgehend um ein Plagiat der „1.159 Naughty Words“ (Unanständigen Wörtern) der Football-Liga NFL. Ob die Liste deswegen noch einmal überarbeitet werden soll?


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Hina Rabbani Khar – Pakistans kontroverse Außenministerin

8. August 2011 von Helga

Pakistans Außenministerin Hina Rabbani Khar in einem rosa Gewand

Bild über Wikimedia Commons

Vor zwei Wochen ging es in Kurz notiert bereits einmal um Pakistans neue Außen­ministerin, Hina Rabbani Khar, deren Ernennung von einer gehörigen Portion Sexismus begleitet wurde. Jung, hübsch und weiblich und damit nur gewählt, um das Image Pakistans aufzubessern. Im Ms. Blog zeigt sich Rafia Zakaria, die Direktorin von Amnesty International USA, nun ebenfalls nicht begeistert – aber aus anderen Gründen. Denn ähnlich wie bei Angela Merkel zeigt sich auch bei Khar, dass Geschlecht allein nichts bedeutet. Nur weil sie Politikerinnen sind, kümmern sie sich noch lange nicht um ihre Mitbürgerinnen.

So schwieg Khar jahrelang zum Fall Mukhtaran Mai. Im Frühjahr diesen Jahres waren fünf ihrer sechs ursprünglich zum Tode verurteilten Vergewaltiger freigesprochen worden. Den Mangel an Beweisen sah Mai in der schlampigen Arbeit der Polizei begründet, die sie stets nicht ernst genommen hätte. Ein Vorwurf, den viele Betroffene und Frauenrechtler_innen bereits erhoben haben. Khar war zu diesem Zeitpunkt bereits im Kabinett, äußerte sich aber nicht. Im Juni nun wurden Teile des Frauenschutzgesetzes (Women’s Protection Bill) außer Kraft gesetzt. Erst 2006 eingeführt, sollte es verhindern, dass Vergewaltigungsopfer bei einer Anzeige selbst verhaftet und wegen Unzucht oder Ehebruch angeklagt werden. Auch dazu hätte es keine Reaktion von Khar gegeben, beklagt Zakaria. Tatsächlich habe sie sich noch kein einziges Mal für die pakistanischen Bürgerinnen eingesetzt.

Weiterer Kritikpunkt: Khar entstammt einer Feudalfamilie, die den Süden der Provinz Punjab weiter fest im Griff hat und seine Entwicklung behindert. Am Ende aber, so Zakria, ist Khar nicht die schlechteste Wahl. Während sie sich einfach nicht um sie kümmert, gäbe es schließlich genügend Politiker_innen, die nach Art der Taliban Frauenrechte radikal einstampfen würden.


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Ladyfeste, Queer Music History und falsche Feminist_innen – kurz verlinkt

28. Juli 2011 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 116 von 256 der Serie Kurz notiert

„Ich war für das Recht auf Abtreibung, ich konnte nur nicht verstehen, warum jemand eine Spätabtreibung vornehmen lassen würde“ – Dana Weinstein erzählte Mother Jones, warum sie doch eine späte Abtreibung hatte und wie schwierig das heute bereits in den USA ist.

Die Washington Post berichtet ebenfalls über dieses Thema und stellt den Gynäkologen LeRoy Carhart vor. Vor 20 Jahren brannten Abtreibungsgegner seine Farm nieder, aus Angst vor weiteren Mordanschlägen leben er und seine Angestellten mit einer Reihe an Vorsichtsmaßnahmen.

“Wenn am Sonntag in New York das Gesetz zur Legalisierung der Ehe gleichgeschlechtlicher Paare in Kraft tritt, wird es eine Rekordzahl von Trauungen geben”, berichtet dieStandard.at.

Wundervolle Aufnahmen hat The Boston Big Picture von der Fußballweltmeisterschaft 2011.

Queer Music History 101: Texte, Audios, Bilder – alles über die Geschichte queerer und queerender Musik.

Das Public Insight Network und Ms. Magazine rufen Betroffene sexualisierter Gewalt dazu auf, ihre Geschichten zu erzählen.

Schlampige Übersetzung oder sogar böswillige Verfälschung? Jezebel berichtet, dass das vermutliche Opfer von Dominique Strauss-Kahn nie sagte, hinter seinem Geld her zu sein. Tatsächlich sind ihre Aussagen konsistent, Strauss-Kahns Anwälte äußern sich inzwischen nicht mehr dazu.

Zeit zum Schmunzeln: Thought Catalog stellt verschiedene Typen von Feminist_innen vor. Pandagon.net antwortet mit einer Liste typischer “Fauxminists” (auch: False Feminists – Falsche Feminist_innen).

Die leitende Geschäftsführerin von Facebook, Sheryl Sandberg, setzt sich für die Gleichbehandlung von Frauen auf dem Arbeitsmarkt ein. Allerdings mit sehr fragwürdigen Mitteln, wie Nerve.com zurecht kritisiert.

Solltet ihr vom 16-18. September in Rom sein – ab zum Ladyfest!

LADYFEST 2011 – SPOT vom LadyFest Rome auf Vimeo.

Um Slutwalks in Lateinamerika (dort Marchas de las putas genannt) geht es in einem Audiobeitrag von onda, der Agéncia radiofónica Latinoamérica-Europa.

Soft skills besitzen und für Selbstdarstellung sorgen sind, so heißt es oft, die Karrierestrategien. Aber nur für Männer, heißt es bei der Wirtschaftswoche. Denn Frauen werden damit nicht mehr als Individuen wahrgenommen, sondern mal wieder als Repräsentantinnen ihres Geschlechts, so eine Studie der TU Berlin. Ein weiterer „weiblicher Karrierefehler“: Probleme lösen wollen, statt sich auf Kosten anderer zu profilieren.

Immer wieder angekündigt – bis heute nicht auf dem Markt. Für Deutschlandradio Kultur hat Sigrun Damas die Geschichte der Pille für den Mann nacherzählt.

Der Spiegel schreibt über Pakistans neue Außenministerin, Hina Rabbani Khar, und die Vorurteile und den Sexismus, der ihr entgegenschlägt. Und titelt dann selbst „Die Schöne und die Generäle“.

Eine alte Studie hat Wired (die US-Blogausgabe) ausgegraben. Danach werden heterosexuelle Männer durchaus von Schwulenpornos angetörnt – aber nur diejenigen, die eine Abneigung gegen Homosexuelle zu Protokoll gaben.


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Ein Schritt vor und einer zurück in Pakistan

27. April 2011 von Helga

In Ausweispapieren haben die Hijras Pakistans (Mann-zu-Frau-Transgender) schon eine Weile ihre eigene Kategorie – gestern wurde diese nun bestätigt. Laut The News werden sie künftig auch erben können. Außerdem verbot Iftikhar Muhammad Chaudhry, der Oberste Richter, die Durchführung von „Ge­schlechts­veri­fi­kations­pro­zessen“ und kündigte an, Belästigung durch die Polizei härter zu bestrafen.

Letzteres ist dringend notwendig, da die Polizei Frauen und Transgender zu oft nicht ernst nimmt. Weltweite Schlagzeilen machte daher 2002 Mukhtaran Mai, die ihre Vergewaltiger bei der Polizei anzeigte. Fünf ihrer sechs Peiniger sind vor kurzem endgültig freigesprochen worden, die Todesstrafe des sechsten zu lebenslänglich umgewandelt. Die Gerichte beriefen sich dabei auf mangelnde Beweise, ein Umstand dessen Ursache Mai noch tiefer sieht: „Die Polizei hat nicht einmal meine eigenen Aussagen ordentlich aufgenommen.” sagte sie der BBC.

Helfen soll da der Einsatz weiblicher Polizeikräfte – das deutsche Auswärtige Amt sponsort seit 2009 eine Trainingsschule speziell für angehende Polizistinnen.


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Wenn Tradition auf moderne Armut trifft

7. Januar 2011 von Helga

Entgegen der patriachalen Traditionen wagen sich Pakistans Frauen auf neues Territorium – aus dem Haus und ins Arbeitsleben. Sie sehen sich Ärger mit Familienmitgliedern, Belästigungen auf dem Weg zur Arbeit und durch Kunden ausgesetzt, doch ohne das extra Einkommen droht die Armut. Nach einem Anstieg der Inflation von 1,4 auf 12,7 Prozent innerhalb von sieben Jahren können sich viele Familien nicht mehr darauf verlassen, dass ein Mann genügend Geld verdient um alle zu ernähren, berichtet die New York Times.

Dabei beschränken sie sich in Karachi nicht mehr nur auf Textilfabriken und Mädchenschulen, wo Frauen unter sich bleiben. Gerade in Jobs, die wenig Qualifikation erfordern, finden sich immer mehr Arbeiterinnen, etwa bei Kentucky Fried Chicken oder in Supermärkten. Pakistans Doppelstandards machen ihnen das Leben aber weiter schwer, so dass einige Firmen ihnen sogar Busse stellen, die sie zur Arbeit und zurück fahren. Andere Geschäfte stellen weiter keine weiblichen Angestellten ein, um jeden Ärger zu vermeiden. Mit gerade einmal 20 Prozent weiblicher Beteiligung am Arbeitsmarkt liegt Pakistan auch unter muslimischen Ländern weit hinten.

Die meisten Frauen gaben an, dem Arbeitsleben wieder den Rücken zu kehren, sobald sie verheiratet sind. Doch die Erfahrung, selbst zu arbeiten, fremde Menschen zu treffen und im öffentlichen Leben selbstständig zurecht zu kommen, wollen sie nicht missen.


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