Einträge mit dem Tag ‘Oury Jalloh’


Solidarität mit linksunten und erinnern an Lindsey Cockwell – kurz verlinkt

24. August 2017 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 359 von 362 der Serie Kurz notiert

Deutschsprachige Artikel

Einer der Aufreger der Woche: Das Portal linksunten.indymedia.org wurde verboten. Unter anderem der ak -analyse & kritik rief nun zu Solidarität mit dem Projekt auf.

Beim WDR könnt Ihr in das Interview mit der Illustratorin Moshtari Hilal reinhören.

Vor wenigen Wochen ist die Musikerin und Chorleiterin Lindsey Cockwell verstorben. Sie hat die Berliner queere Szene mit ihrer Lebensfreude und Musik bereichert. Ein schöner Nachruf gibt es in der taz zu lesen.

Ein lesenswertes Interview auf der Denkwerkstatt mit Francis Seeck über Klasse, Klassismus, unterschiedliche Codes, Ressourcen und Möglichkeiten und vielen Lesetipps.

Les Migras bieten ein Berufscoaching für LGBT*I*Q Refugees an.

Ihr könnt außerdem den bewegenden Nachruf auf Miriam Goldschmidt lesen, veröffentlicht von der Initiative Spiegelblicke- Perspektiven Schwarzer Bewegung in Deutschland.

Çağrı Kahveci und Özge Pınar Sarp haben einen Text über rassistische Gewalt im kollektiven Gedächtnis von Migrant*innen türkischer Herkunft geschrieben. Lesen könnt Ihr ihn hier.

In Bezug auf den Fall Oury Jalloh wollen Aktivist_innen eine internationale Untersuchungskommission gründen.

Das Oberlandesgericht Celle hat vor Kurzem der Streichung des Geschlechtseintrags einer trans* Person zugestimmt.+

Die komplette Tweet-Kette zu „Fetter Queerer Aktivismus“ könnt Ihr ebenfalls nachlesen. Es lohnt sich!

Und zum Reinhören haben wir diese Woche auch was, und zwar „Ich will eine Regierung aus Transmenschen“: (mehr …)


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Oury Jalloh, Charlottesville, Termine ohne Ende – kurz verlinkt

17. August 2017 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 358 von 362 der Serie Kurz notiert

Deutschsprachige Artikel

Vor 12 Jahren starb Oury Jalloh in einer Zelle des Dessauer Polizeirevier. Nun scheint es – dank der unermüdlichen Arbeit von Aktivist_innen – eine Wendung in dem Fall zu geben, denn erstmals wird auch von der Justiz angezweifelt, dass Jalloh selbst das tödliche Feuer gelegt hat.

Magda war bei der Radiosendung Mrs. Pepsteins Welt und sprach über Körpervielfalt, Ehe für alle, ihr kommendes Buch Fatshionista und politische Diskussionskultur. Die Sendung, die auch noch mit super Musik gespickt ist, könnt ihr online nachhören.

Das Humboldt-Forum und die Vorgeschichte der Exponate ethnologischer Sammlungen – auf NDR.de könnt Ihr ein interessantes Interview lesen.

Im April starb die ägyptische Studentin Shaden in Cottbus, nachdem sie von einem Auto angefahren wurde. Der Verdacht, dass es sich um einen rassistischen Angriff handelt, besteht.

Paula-Irene Villa gab im Unicum-Magazin ein 101-Interview zu den größten Gender-Studies-Vorurteilen.

Jüdische Künstlerinnen und Wissenschaftlerinnen, die ihren Wohnsitz in Deutschland haben, können sich ab sofort für die Projekt-Förderung 2018 der Stiftung ZURÜCKGEBEN bewerben, alle Infos findet Ihr hier.

Und nicht vergessen: Wir verlosen eine Ausgabe von Sara Ahmeds aktuellem Buch Feministisch leben! Manifest für Spaßverderberinnen. Teilnehmen könnt ihr bis Dienstag.

Englischsprachige Artikel

Eine sehr gute Linksammlung zu den Nazi-Demos in  Charlottesville und das Drumherum findet Ihr auf Autostraddle – und zwar dort wo sonst der „Sunday Funday“ oben ist.

Dann gab es noch einiges an Aufruhr um Sinead O`Connor, die öffentlich machte dass es nicht gut um ihren gesundheitlichen Zustand bestellt ist. Daraufhin erschienen einige wirklich gute Texte, u.a.: „Sinead O’Connor is Telling Us Mental Illness is Killing Her. Do We Give a Damn?

Ebenfalls ein lesenswerter Text: „I`m a feminist. Giving women a day off for their period is a stupid idea.

Transgender Symbol Creator and Activist Holly Boswell Passes Away“ – Transgender Universe erinnert an die Aktivistin Holly Boswell.

Termine in Berlin, Bremen, Göttingen, Halle, Karlsruhe, Merseburg, Münster, Würzburg:

23. August in Berlin: Anlässlich des Internationalen Tages zur Erinnerung an den Versklavungshandel und an seine Abschaffung wird nun schon zum vierten Mal die (noch immer ausstehende) Umbenennung der kolonialrassistischen M*straße (fb-Link) in Berlin gefeiert.

7. bis 25. August in Bremen: Im August finden gleichzeitig die 20. Informatica Feminale und 9. Ingenieurinnen-Sommeruni statt.

25. August in Berlin: Um Humboldthain Club wird bei der Hoemies Vol. 3 Summer Special gefeiert.

26. – 27. August findet in Karlsruhe das Ladyfest statt.

Am 09. September in Berlin: Die Konferenz „Zukunft bestimmen: Afro-feministische_LGBTIQ* Perspektiven auf Bildung, Politik und Identität im Kontext globaler Ungleichheiten“ ist ein Versuch, einen Raum zu schaffen, in dem die Zukunftsperspektiven afrikanisch/-diasporischen Aktivist*innen Gehör finden können. Infos hier.

09./ 10. September in Göttingen: Das Projekt TRANS* – JA UND?! veranstaltet einen Train-The-Trainer Workshop für trans* Jugendliche und junge Erwachsene (14-26 Jahre), die sich in Gruppenleitung ausprobieren und erfahren wollen, wie sie eigene kreative Workshops oder Gruppenangebote gestalten können.

12. September in Berlin: „Gegen Sprachlosigkeit. Feministische Stimmen für offene Räume und offene Worte“ mit Amanda Lee Koe [Singapur] und Mithu Sanyal [Deutschland/Indien].

Vom 15. – 17. September findet in Münster „queerfeMS“ statt – ein Wochenende lang Vorträge, Workshops, von- und miteinander Lernen, DIY, Musik, Zeit für Vernetzung und Empowerment,(Selbst-)Reflexionen und leckeres Essen.

Im September ist es dann soweit! Am 16. September findet in Berlin die „Inauguration Conference | Center for Intersectional Justice“ statt.

Fussball und Fans: Am 20. September in Berlin gibt es interessanten Input bei Kicks für alle.

21. September in Merseburg: Veranstaltung mit Mithu Sanyal: „Rape revisited. Warum wir über sexualisierte Gewalt sprechen, wie wir darüber sprechen„. (FB-Link)

29. September in Halle: Tagung zu „Was ist das für 1 Männlichkeit? Männlichkeiten zwischen Selbst- und Fremdbildern„. Anmeldung bis zum 11. September möglich.

Das 24. queerfilm Festival findet vom 10. bis 15. Oktober in Bremen statt.

Zur Mitte der Woche versammeln wir hier regelmäßig Links zu wichtigen Analysen, Berichten und interessanten Veranstaltungen. Was habt ihr in der letzten Woche gelesen/ geschrieben? Welcher Text hätte mehr Aufmerksamkeit verdient? Und was für feministische Workshops, Lesungen oder Vorträge stehen in den nächsten Wochen an?


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Abtreibungsverbot tötet und (tödliche) Polizeigewalt – kurz verlinkt

28. Oktober 2015 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 299 von 362 der Serie Kurz notiert

Deutschsprachige Links

Vor drei Jahren, am 28. Oktober 2012, verstarb Sa­vita Ha­lap­pa­na­var im Universitäts­klinikum Gal­way in Ir­land. Savita Halappanavar erlag einer Sepsis, nachdem das Personal des Kranken­hauses einen Schwanger­schafts­ab­bruch ver­wei­gerte, der aller Wahr­schein­lich­keit nach ihr Leben hätte retten können. Sie wurde 31 Jahre alt, schrieb accalmie vor drei Jahren: Abtreibungsverbot tötet.

Der aktuelle Newsletter von Women in Exile & Friends (PDF) ist draußen.

In der Wirtschaftswoche diskutiert Levi Israel Ufferfilge zu der in den letzten Wochen von konservativen Medien oft diskutierten Frage: Bringen Geflüchtete Antisemitismus nach Deutschland? Seine Sicht: „Möglich. Aber in Deutschland gibt es so oder so genug judenfeindliche Stimmung. Die bürgerliche Mitte gebraucht den Begriff Antisemitismus, wie es ihr passt.“

Gestern präsentierten internationale Gutachter bei der Pressekonferenz der Initiative in Gedenken an Oury Jalloh ihre Belege für den Brandmord an Oury Jalloh. Zehn Jahre nach dem gewaltvollen Tod titelt nun z.B. die taz: „Mord doch möglich„.

Englischsprachige Links

Am 26. Oktober war der Internationale Intersex Awareness Day und passend dazu hat Astraea den Start des ersten Intersex Human Rights Fund verkündet. Dazu heißt es: „[T]he Intersex Human Rights Fund supports organizations, projects and campaigns led by intersex activists working to ensure the human rights, bodily autonomy, physical integrity and self-determination of intersex people worldwide.“ Anlässlich des Awareness Tags wurde auf Twitter auch viel lesenswertes unter dem Hashtag #intersexstories geschrieben.

11 Lesben, die du kennen solltest (inklusive Interview zu lesbischer Geschichte).

Nach der Gewaltausübung eines Polizisten in Columbia, South Carolina, gegen ein Schwarzes Mädchen in einem Klassenraum, titelt das Bitch Magazine: „For Black Students, Putting More Police in Schools Leads to Alarming Arrests„. Black Central listet zu dem „6 Things That Should Enrage You!„.

Eine Gruppe Geflüchteter in Berlin hat eine Karte mit Ressourcen für neuankommende Geflüchtete erstellt. Diese ist auf Englisch, Arabisch und Farsi nutzbar.

Termine in Berlin

28. Oktober in Berlin: Gedenkveranstaltung (facebook-Link) für Sa­vita Ha­lap­pa­na­var, die vor drei Jahren auf Grund des irischen Abtreibungsverbots gestorben ist.

DAb 29. Oktober in Berlin: Das Theater X startet mit seinen Eröffnungswochen, die vom 29. Oktober bis 12. Dezember stattfinden: Eintritt auf Spendenbasis, Reservierungen über das Reservierungsformular.


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Zurück in die Zukunft und Gegenwart in Altersarmut – kurz verlinkt

21. Oktober 2015 von der Mädchenmannschaft
Dieser Text ist Teil 298 von 362 der Serie Kurz notiert

deutschsprachige Links

Das neue an.schläge-Magazin ist gerade erschienen und widmet sich im Hauptthema der Musikindustrie. So schreibt dort beispielsweise Caren Miesenberger über die feministische, brasilianische Musikerin MC Carol, die sich in ihren Songs mit Sexismus, dem Leben im Favela aber auch dominanter Geschichtsschreibung auseinandersetzt.

Der Polizist der 2012 wegen Fahrlässiger Tötung Oury Jallohs veruteilt wurde, soll nun auch die Prozesskosten übernehmen. Doch muss er diese nicht einmal allein stemmen. Oder überhaupt. Die Gewerkschaft der Polizei Sachsen-Anhalt übernimmt stattdessen, berichtet neues deutschland.

Bei ZeitOnline schreibt Annett Gröschner über die Diskriminierung geschiedener Frauen, die in der DDR gelebt haben. Aufgrund bestimmter Rentenberechnungsansätzen leben viele von diesen heute in Altersarmut: „Das Problem war den Architekten des Einigungsvertrages bekannt, es ist ihnen nicht aus Versehen passiert. Im Gegenteil, man könnte ihnen nach Lage der Akten sogar Vorsätzlichkeit unterstellen, denn sie wurden noch vor Abschluss des Vertrages darauf hingewiesen.“

In der letzten Woche fand die Konferenz Dare the im_possible/ Wage das Un_Mögliche statt. Über ihre Diskussion zu möglichen generationsübergreifenden Bündnissen hat Magda Albrecht bereits hier geschrieben. Weitere Panel wurden auf einem Veranstaltungsblog dokumentiert. Dort schreibt zum Beispiel Hengameh Yaghoobifarah über Diversität und Repräsentation im Kulturbetrieb – und warum es nicht nur reicht ‚mehr Frauen‘ zu fordern.


englischsprachige Links

Egal ob eine jemals den Film gesehen hat, wenn man im Internet unterwegs ist, ist es kaum möglich nicht drauf hingewiesen zu werden: Heute ist der Tag an dem Marty McFly aus Back to the Future in der Zukunft ankommt. Ein lesenswerter Text von Jamil Smith bei New Republic, wenn auch schon aus dem Juli, widmet sich der Darstellung sexualisierter Übergriffe und race.

„My first reaction was, no way can I take that job, since I knew all about Homeland and its problems. But then I contacted many artists, just in case anyone wants or needs that job. Whoever I asked, the answer was always “no way!”. Then Caram Kapp and I, who have worked together on some graffiti projects and on the book Walls of Freedom met up with Heba Amin. She said “why not put our own messages in”?“, Muftah schreibt über die Graffiti-Künstler_innen, die in der Serie Homeland ganz unbemerkt (da offensichtlich keine andere Person am set arabisch lesen konnte) kritische Kommentare unterbrachten.

Einen tollen Podcast-Tipp gibt es außerdem:

Termin in Münster

25.10. in Münster: Salon fèministe Vol.X: Nadine Lantzsch liest aus „Queer_feminismus. Label&Lebensrealität“. (FB-Link)


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„Oury Jalloh – Das war Mord!“. 10 Jahre nach dem Tod.

7. Januar 2015 von Charlott

Foto: Björn Kietzmann

Wenn es um Polizeigewalt und insbesondere die Gewalt gegen Schwarze Menschen geht, fällt vielen in Deutschland der anklagende Blick in die USA leicht, die Fälle vor der eigenen Haustür werden da noch schneller vergessen und_oder relativiert. Heute vor zehn Jahren, am 07. Januar 2005, starb Oury Jalloh – in einer Dessauer Polizeizelle an Händen und Füßen gefesselt, auf einer feuerfesten Matratze verbrannt. Für die Polizei eindeutig: Selbstverursacht. Für Freund_innen und Aktivist_innen hingegen sind die Indizien schon lange eindeutig und so heißt es auf vielen Demonstrationen: „Oury Jalloh – Das war Mord!“. In einem Kommentar 2012 schrieb die Initiative in Gedenken an Oury Jalloh e.V.:

Das Besondere an den Mordfällen wie Laye Konde, Dominique Kumadjo, Dennis J., Mariama Sarr oder Christy Schwundeck ist, dass die ermittelnden Organe von vornherein die „Wahrheit” der „TäterInnen“ übernehmen und diese bestenfalls mit verschwundenen oder manipulierten Beweismitteln untermauern.

In Dessau wird heute ab 14 Uhr am Hauptbahnhof Dessau-Roßlau eine Demonstration stattfinden, um Oury Jalloh zu gedenken und auf die rassistischen Strukturen in Polizei und Justiz hinzuweisen.

Der BGH hatte im August des letzten Jahres das letzte Urteil im Fall (welches von fahrlässiger Tötung ausging und die Möglichkeit des Einsatzes von Brandbeschleunigern ausschloss) bestätigt und eine Revision abgelehnt. Aktivist_innen arbeiten zudem seit Jahren daran, mit Gutachten den Mord zu belegen. Für die pathologischen und toxikologischen Nachuntersuchungen, um die Brand- und Todesursache abschließend zu beweisen, wird Geld benötigt. Ihr könnt direkt an die Initiative spenden.

Zum Weiterhören:

Oury Jalloh – die widersprüchlichen Wahrheiten eines Todesfalls“ (55 Minuten-Feature beim MDR)


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Das Jahr 2014 – Ein Feministisches Lexikon

19. Dezember 2014 von Charlott

Welche Themen standen auf unserer feministischen Agenda 2014? Welche Ereignisse haben das Jahr geprägt? Welche Personen und ihren Aktivismus haben wir bewundert? Zum Abschluss des Jahres gibt es dieses Mal ein Lexikon. Zu jedem Buchstaben könnte es natürlich noch zig weitere Einträge geben – ergänzt doch eure in den Kommentaren!

A wie Aktivismus, Ausschlüsse und Ablasshandel
Ein Thema, welches sich eigentlich durch jedes Jahr zieht/ ziehen sollte: Wie wollen wir unseren Aktivismus gestalten? Wie können dabei unterschiedliche Positionen bedacht und genutzt werden? Welche Taktiken und Praxen haben sich bewährt? Nadine machte sich darum einmal Gedanken darüber, wer wann auf Podien sitzt, wo Absagen vielleicht Sinn machen und wo nicht (und was das mit unterschiedlichen sozialen Positionierungen zu tun hat) und über Geldspenden als Art der ökonomischen Umverteilung.

B wie #BlackLivesMatter und #BringBackOurGirls
Am 09. August dieses Jahres wurde der Schwarze Jugendliche Michael Brown von dem weißen Polizisten Darren Wilson in Ferguson, Missouri, erschossen. Gegen den Polizisten wurde nicht mal ein Verfahren eingeleitet. Es handelt sich dabei natürlich nicht um einen Einzelfall, sondern es ist ein Beispiel für die anhaltende rassistische Polizeigewalt – die keinerlei Konsequenzen hat. In ihrem Text „Wenn Schwarzer Menschen nicht lächeln…“ verlinkt Sharon eine ganze Reihe von weiteren Beispiel aus den USA und Deutschland. Von Ferguson ausgehend und durch weitere publik werdende Taten (die ebenfalls kaum Konsequenzen nach sich zogen) entwickelte sich in diesem Jahr eine Protestbewegung, die im Internet unter anderem unter dem Hashtag #BlackLivesMatter und auf den Straßen vieler Städte anzufinden war. In Berlin versammelten sich am 29. November Aktivist_innen am Brandenburger Tor, um den Opfern zu Gedenken und darauf zu verweisen, dass es stimmt: #FergusonIsEverywhere, Ferguson (d.h. rassistische Strukturen, die Gewalt legitimieren) sind kein rein us-amerikanisches Phänomen. So wird sich am 07. Januar zum bereits zehnten Mal der Tod von Oury Jalloh jähren. Derzeitig sammelt die Initiative im Gedenken an Oury Jalloh Geld um ein weiteres Gutachten zur Brand- und Todesursache anfertigen zu können.

Außerdem sollten nicht die 200 Mädchen, die am 14. April in Nigeria entführt wurden, vergessen werden.

C wie Chancengleichheit
Chancengleichheit, Chancengerechtigkeit, Teilhabe, Akzeptanz, > Toleranz, Inklusion – ein Wörtersalat, der häufig eher das „gut gemeint“ als das „gut gemacht“ abdeckt, wenn es um die Rechte von Menschen mit Behinderung geht. Hannah hat sich im November die Anhörung des Ausschusses “Arbeit und Soziales” zur Teilhabe von Menschen mit Behinderungen angehört und aufgezeigt, welche Diskussionen rund um das Bundesteilhabegesetz (nicht) geführt werden. Außerdem erklärte sie in einem weiteren Text, was der Begriff Inklusion eigentlich umfassen sollte und wie er häufig stattdessen ausgehöhlt wird.

D wie Diskurspolizei
Sprachdebatten zwischen „Darf man denn hier gar nichts mehr sagen!“ und „Diese Gender-Leute drängen ja immer einen Sprachgebrauch auf!“ begleiteten auch das Jahr 2014. Am prominentesten ist sicher die medial breit geführte „Debatte“ um Lann Hornscheidts Sprachinterventionen. Auf einen öffentlichen Brief von WissenschaftlerInnen antwortete hier Jayrôme mit „Es ist Zeit, Realität als real zu betrachten„. Im Juli hatte außerdem accalmie die Verwendung diskriminierender Begriffe, die Verteidung dieser Praxis und das Umwerten als die echte Diskriminierung (TM) von Begriffen, die sonst unmarkierte Normen benennen, seziert.

E wie Elliot Rodger
Am 23. Mai tötete Elliot Rodger in Isla Vita, Kalifornien, sechs Menschen. Zuvor hatte er in Videos und einer über hundert Seiten langen „Autobiographie“ seine Misogynie verbreitet. In vielen deutschsprachigen Medien wurde die Tat dekontextualisiert und individualisiert. Ich schrieb über die Hintergründe der Tat, wie sie vielleicht verhindert hätte werden können. (mehr …)


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#FergusonIsEverywhere – Solidaritätskundgebung in Berlin

1. Dezember 2014 von Charlott

Am 09. August dieses Jahres wurde der Schwarze Jugendliche Michael Brown von dem weißen Polizisten Darren Wilson in Ferguson, Missouri, erschossen. Seitdem verweisen Proteste in Ferguson – und darüber hinaus – wieder und wieder auf die rassistischen Strukturen, die hinter der Tat stehen, drücken Wut und Trauer aus. In der letzten Woche, am 24. November, wurde nun bekannt gegeben, dass eine Grand Jury beschlossen hätte, dass es nicht einmal zu einem Prozess gegen Darren Wilson kommt.

Aus diesem Anlass hatte die Initiative Schwarze Menschen in Deutschland Bund e.V. am Samstag zu einer Solidaritätskundgebung vor dem Brandenburger Tor in Berlin aufgerufen. Es sprachen unter anderem Jamie Schearer von der ISD, Sharon Dodua Otoo und eine Vertreterin der Kampagne für Opfer rassistischer Polizeigewalt. Immer wieder wiesen sie darauf hin, dass der Mord an Michael Brown kein Einzefall gewesen sei – weder in den USA noch weltweit, sondern Ergebnis rassistischer Strukturen und Machtgefälle, die sich gerade auch in der Polizeiarbeit zeigen. Der Slogan #FergusonIsEverywhere, Ferguson ist überall, soll auch darauf verweisen, dass Rassismus kein Problem ist, welches nur „woanders“/ „in den USA“ existiert. Mit Blick auf Deutschland zeigen Fälle wie Cindy Schwundeck und Oury Jalloh, dass auch hier Schwarze Menschen von Polizist_innen getötet werden, ohne dass dies Konsequenzen hat. Schearer machte in ihrem Redebeitrag deutlich, dass die Kundgebung nicht das Ende der Proteste sein kann, sondern der Kampf gegen rassistische Strukturen tagtäglich geführt werden müsse, im eigenen Umfeld umd durch das Aufmachen von Bündnissen bereits bestehender Initiativen und Organisationen.

Am 7. Januar wird sich der Tod von Oury Jalloh zum 10.Mal jähren. Bis heute ist nicht abschließend geklärt, wie er, gefesselt and Händen und Füßen, in einer Dessauer Polizeizelle verstarb. Die Initiative zum Gedenken an Oury Jalloh ruft deswegen derzeitig zu Spenden auf, um durch pathologische und toxikologische Nachuntersuchungen endlich die Brand- und Todesursache von Oury Jalloh aufzuklären. Am 7. Januar ist außerdem eine Demonstration in Dessau geplant.

Bilder vom Samstag gibt es u.a. hier und hier.

Zum Weiterlesen (einige Links, die wir schon in den letzten Monaten teilten):


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Wenn Schwarze Menschen nicht lächeln…

25. November 2014 von Sharon

Sharon Dodua Otoo ist Schwarze Britin – Mutter, Aktivistin, Autorin und Herausgeberin der englischsprachigen Buchreihe “Witnessed” in der edition assemblage. Sie ist aktives Mitglied in der Initiative Schwarze Menschen in Deutschland (ISD) e.V. Unter dem Namen Ms.Represented bloggt und twittert Sharon ebenfalls.

Liebe Schwarze Menschen,

es ist eine Kleinigkeit, aber offensichtlich bedeutet sie den Unterschied zwischen Leben und Tod: Ihr müsst der Welt zeigen, dass ihr glücklich seid.

Es scheint, dass in (vorwiegend weißen) Ländern, in denen Schwarze Menschen nicht lächeln, oft fälschlicherweise angenommen wird, dass sie teuflische Superkräfte besitzen. Falls sie beispielsweise kleine Jungs sind, wird fälschlicherweise angenommen, dass sie andere Kinder auf dem Spielplatz anschießen und töten könnten (mit einer Spielzeugpistole). Oder falls sie männliche Teenager sind, wird fälschlicherweise angenommen, dass sie in einem Radius von einigen Metern um sich herum alle töten könnten mit ihren bloßen Händen (die sie in die Luft halten als Zeichen des Ergebens). Oder falls sie Frauen sind, wird fälschlicherweise angenommen, dass es ihnen möglich ist die Flugbahn einer Kugel mit Willenskraft zu ändern (welche absichtlich in die Wand gefeuert wurde). Nichtlächelnde Schwarze Menschen müssen auf den Boden niedergerungen und außer Gefecht gesetzt werden. Einfach so.

Natürlich sind alle meine Beispiele aus den USA. Aber es gibt auch andere Beispiele näher dran.

In Deutschland bedeutet die Illusion von STSK (Schwarze Teuflische Superkräfte), dass Polizeibeamte schießen, um eine Frau in ihrem ehemaligen Zuhause zu töten, oder auf dem Arbeitsamt. Bei Männern wird angenommen, dass sie so eine Gefahr darstellen, dass sie, selbst wenn sie mit gefesselten Händen und Füßen auf einer feuerresistenten Matratze liegen, direkt eliminiert werden müssen.

Wenn Schwarze Menschen nicht lächeln, gelten sie als unfreundlich, aggressiv und verbreiten Angst. Denk darüber nach. Als eine Schwarze Person in deiner Nähe zeigte, dass sie irgendetwas anderes als vollkommene Zufriedenheit mit der Welt spürt, was war deine emotionale Antwort?

Für mich ist es so: Wenn ich unglücklich bin, erlebe ich nur in den seltensten Fällen bedingungslose Empathie. Und wenn, dann meistens von einer anderen Schwarzen Person.

Und da wir offensichtlich nicht zu jeder Zeit ausschließlich von Schwarzen Menschen umgeben sein können, müssen wir über unsere Optionen nachdenken. Britisch wie ich bin, glaube ich nicht, dass uns ein 24-Stunden-Lächel-Marathon schützen wird. Nun, ich habe keinen besseren Vorschlag als zu sagen, das wir weiterhin auf einander achten sollten und wir sollten auf diesen utopischen Tag hinarbeiten, an dem auch in vorwiegend weißen Gesellschaften jede_r wirklich Menschenrechte hat. Selbst jene, die nicht lächeln.

P.S.:

Liebe Allies,

es ist an der Zeit sich zu steigern – Bitte wirkt der tatsächlichen Gewalt, die Schwarze Menschen jeden Tag in ihren Intraktionen mit weißen Menschen in überwiegend weißen Gesellschaften erleben, entgegen, erkennt und benennt sie.

Des Teufels Advokaten gibt es genug.

 

When Black people don’t smile…

(mehr …)


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Trübe Toiletten, traurige Väter, tolle Leggings – die Blogschau

16. November 2013 von Anna-Sarah
Dieser Text ist Teil 229 von 295 der Serie Die Blogschau

„Es gibt hier keine trennung von kunst und leben oder lebensrealität“ – einen Bericht über das No Border Musical gibt es bei Candy Techno.

Mansplaining, Derailing und übergriffiges Verhalten sind besonders bitter, wenn sie aus dem eigenen vertrauten und sich als verbündet verstehenden Umfeld kommen, weiß Literalschaden, und wünscht sich: Überdenkt eure Solidaritäten!

Wenn Neue Väter Diskriminierungsneid und Privilegienschaulaufen mit struktureller Benachteiligung verwechseln, fließen manchmal TränenAntiprodukt wischt sie auf.  A++ Ranting reicht ebenfalls ein Taschentuch. Und einen Nachtrag, um Missverständnissen vorzubeugen.

Außerdem erklärt A++ Ranting, was gemeint ist mit der Aussage: Sachlichkeit ist ein Privileg.

Im Sitzen pinkeln ist nicht nur putzbedarfverringernd, sondern gerade deshalb herrschaftskritische Politik, weiß Laufmoos.

Leggings sind entgegen anderslautenden Gemunkels sehr wohl Hosen – und zwar ganz tolle, findet Heng.

w_ortfindungen fragt sich: Wohin geht eigentlich all meine Wut, wenn ich gelernt habe, sie maximal gegen mich selbst zu richten?

Am 11. November 2013 hat die Initiative in Gedenken an Oury Jalloh e.V. sowie mehrere Einzelpersonen Strafanzeige wegen Totschlag oder Mord gegen unbekannte Polizeibeamte gestellt.

Die AG FAK (Feministisch.Aktionsbereit.Kritisch.) ruft auf: Keine Plattform für menschenverachtende Ideologien! Die für den 23.11. geplante Konferenz COMPACT  verunmöglichen!

Für eine bessere Vernetzung der feministischen Blogosphäre listen wir jede Woche auf, was unsere Kolleg_innen über die Woche so melden und tun. Haben wir etwas vergessen oder übersehen? Kennen wir dein brilliantes Blog etwa noch gar nicht? Dann sag uns bitte Bescheid!


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